Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 41 (25.5.1937)
- Date
- 1937-05-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 41, 25. V. 1937 ___ - I — Briefe an die Redaktion Ist ein Bundesstaat möglich? Mannheim, den 8. Mai 1937 Sehr geehrte Redaktion! Der X'orvhbg Dr. Zellner« in Nr. 36 hat etwas Besf erbendes an .urh. A her er ha? bei naheiem Zusehen .-,eine erheblichen Klippen mul Defahren. Auf den neuen Hunde־־ *mal, der BalDtina cm* hliriilieh Transjordanien-, den Iiak. Syrien nebst Libanon 1m,>?;!£?, die Bumarek>ehc Reu hsvertu יsung zu ülxutragen, v heint mir aurh dann nu hf rat.-.ms oder au* h nur mdglKh 7m *cm, wenn das Projekt den Hm,dl der au* deren Beledigten Ln len .-oll'c, man übrigen־ ni ht erwarten kann. Die Kinzc!1.־aatcn d! ־!Umdessiaate־ hätten wuii! immer zentii ׳ 11 י; a 1 e T» ndi n.v־!. Ide weis zur (iem'ige erbracht, daß sehr erhebliche materielle und uo!1du;0 \ erteile, die den Arahern chireh die Juden envurhsen. nicht;!!יו ciiditvm um die nrabi- *chen Sympathien zu gewinnen oder auch nur ein erträgliches Zum’n!ncn!clK,n zu ermöglichen. Die•** Ged htsjmnkte sind nicht die einzigen, die gegen den Yomh'ag l)r. Zellners äpre'hien. In dem ('.«־׳.imtbundes- זיי,!;!! vv.iit! der jüdische Teil* bun1!c־-»tuat (mit halber Souvcranititi *ehr klein. In der rü!־<e1i0!׳t Inang würde er sieh kaum ander» verhaMen als <la> liuhere Kimig.td h XVü Uemhetg zum I)euts<lu־n Reich. Int üinblbk aut die Tatsache, daß de! j!1 U-׳'be Bun 'v: 1,10t eben <K- \i ein anderes XVdkstum .־tut- Heilte ht-n Bn!>i i-s'.i.i'cii von vonu ai> di ,1: sH)titn׳r! ]HnuUu>- J«71 waren v׳ ■;? 7.VD11 I |H1 ׳ <i eUnUuii, da: unter >iuh vun einlern I )ran^ er;!! Ht. Sie waren Heid!: herum n.tiiun:!!e:1 W iilcn 2111t״ rlni; ■־<!:, <l׳r Hü'Uinü «n cilulL dml, wäre üeine immergut wie tii! B.jv.m n o U-r י M!H n w.di.viide XI u >11 neu,■ g, im Bimburgur. i H > aber < H!׳ l’.u■ gn de* duftnt -ehr klar vur.Hi •za-elien. 5*, וי.!! reuen von - hrn Sud HodijTJ.al'tl ( Hcaun B!n;:k v.dire ’,He em jר. -־״»!1staa -1 :;r, Ht,«. . ־111 dt r m h - in. ein wuiHnem m H 1! 11V!!, da » d u;. י־׳!,!״• m.: K 1> du! inlde. micli dir ■fii Sta.1t 1!uo tu! i •i!1 יU Dt dum S.mn g v r u 11 t dann), t*n!Sf׳!Ht v- ׳ niru k 1 i ־י: ו '! a: 11;ז׳!! י י nun <.־״ lud I ׳ n . :1. \x rt -״eh-t U!t: 11 Bunde״'!;*:!? ü׳ •<m 1 unn! Ldt IlM- und ad •dH■ n nu:i:4un (׳■HiLUen fahn ist. d.n 1U €!.־! ׳1^ ' si 11 Ul duudiaun Idiu'itnUaaten bei }• rage, S>!TH';! t 11 i ־11! ס•,’!,-!: wv n ,1!!!!.«.;1: lu:.;UL lutU•.! Liiin ־k יי״1! 1!. h״־dur ׳ui:!/׳»־; n• \ t-r- U dr ■'־•,; H! u׳ leiht־ ..I'HedfroMmgen. .»n׳!׳:n 1 1 X 11 11־ - •in.^cn ZG K und '־u;ig׳.n ,.Rei H י ent■׳-!(* :!f'1: du* H <■ in usi; h. -Dl- L;« ,,!lande: -.at“ t tw nutzen. rio h :,M’woidt; 'Ui : 1 ׳ 11 1 \\ d- X < :u L \uu 1 - auch. judu ־Hei - len. An d.׳. U! ״!!׳■סי.[!!;u. < rO'.t» aüi tu e t '-־> a w it .,iindrn 1 )Hu!•!!dp. H “g חי- ׳Hi de. Cieih־': k Uunm יזז: Ih bt ■hr!'f UU t irnn samt «׳ huitiu 7.u hotten. lienirntfe Z n < r k V e ׳ ' / , : t .11 , tvt.na 5 ■K• i;LGU1<1zu1 1׳ ״rTueiüinn ein Hi »tili י. ". 1:11 n;! 'A <; ״; u-idr! w t 1 di li, 1 H ':י:, i.iben ,!, dl( r ■d״ r ז ■־י!! ח; CH , Hi!dir mein r :ds Kt!11kemu; u « -■ V D fernem Zau e'. u ',id׳meh r: s1» it- ׳ n und sind MUH!! enHi.iii ,n, U d r A1׳״״, . Kr ' 1 U>' f ZU >1el um gek״: imKui. Im Curie huU״v! י! 11 d .u.h f re׳:! uu nu udte i׳, i 1 meinen: TUilit kuis-tiih L. t\w-d■ er 1 u Lu ( Kamt -11 war(5 anuau!:׳. er da . u!er er pH- :u •du t’hd uud vun .♦(' *ji.i! Jti-stia :hrn Tener K t Lider Uh in »la. Au-!1 d, 7(. n e:diHt uii-l I);:sf)1!1l<:׳r5 entgÜdli. he.י Zu׳u i- :1 ,־!');! \u: -!־:!11 ■ Iv.'.c Sej utrathtun waren die Ciünden H!if: ni 1:!- oder hi, dt ... - Judt n. viel. Ir. IO.« -Hna i,i der Be- Dr. Ernst Linz Das lateinische «»v> Berlin, den 18. M.ii 937ג s. AI »er war um denn nielit die In Nr. 38 39 der ״J. KL steh? eine Hr•[׳־)״ h!m״ des Ru. hem חסיגיולוגיח בישראל׳ מאת מ־ ש• גשורי■ In dem Worte סיניילוגיח Lt d,u l,1!tini«he c ahwt iclier.d von der im llebraisrlmn üble hen A! wnde־g(>;.•!•,•!!. U\ ei!;׳• A:l'-p1 .1■ he Hand von rauer n pan hrn Suusrhe will, so du ׳ 1 ז c e liegen, die t n״'i• anzu wenden. 1,1 d gl '1• h sch. 1 Uu da;.:ו bi 1 ds r Sc :;11 di׳•׳, r; -r im׳ irn 1 Ifbr.e ■■ r:< n *׳;irU'imn w erd; ח f-juadn' 7. $־׳ist׳! th, «in I Uh. It . r;n he mit 7.!!,.!־! s h;m cn nir \\e!; mi'le ph n» ';•■׳ h<m 11 ־! Hv-׳׳r־e סישייימיה gein; 1!!1 1 t r u1 - 1111 Ilcbräi^rhen seit «lern Alte! mm gLmi uchiidiC, tradii ion-dle XX'ii ilergabt‘ de* lateinischen e gL'Lli k, 1. IL Casar « ליסד Das. XVoit mulS richtig ge- ׳!־lurhcu und ge־cb rieben wurdt•))■: סוקירלוגיה• Wenn man »Hm haus eine moderne eürop..;-־lH• Au״p!aehe wählen will, u ,!r u;n um .ח ie ei!(׳ A!1־sprm he, di!.־ de! grohen Mehrzahl rundernur Ivul'nrv'-lkcr fiemd id? K« j,., dt h .er nihdiiincni, mi! eine hek l.upm^'vet fc Ced.n n׳i »dg.kci‘, w ir io bei der Li1■ bihmng und Neubildung von \Ve! ׳!׳tu im 11!d Tad-dnui leidt. r iiiimg zu b!1׳>bre liten ist. bh cnimmp.* an du■ sinnlose und .p;jf,|e l'cl)frH־!?.u״g עשכיבית |C!ו a-fuuke 1, aut dir in einer b'V.eren Nummer der J. R. ' g׳-b d!m11־d hs:1gewicn~en wurde. 1 > r. \1ar S p i e w k u w h k i Keine Kongreßwahlen! T e 1 - A w i w, 14. Mal Sehr geehrte Redaktion! Ich beantrage hiermit. keine Wahle!) zum XX. Zionislcnküngieß au»1u1ch1cit>cn, sondern zu beM'hiießen, daß lueh Beemlignng der Schckclakt iou der XX. ZionCtenkoiigreß in der Zu-!,amnienseljting des XIX. Zioni^tcnkongievscs zu ammenirrtt, d. h. daß die Delegierten de» l.t!zcrner Kongrc-.« itne Funkt innen ala Mitglieder des XX. Zi «>ni'tcnkongres»e» et iiilien. Der »׳iihtigste (־!rund für dirseit Antrag ist der, daß der Zioni.mur im gegen-iittigen \v- Hitschen Atigenlrliek vor einem neuen inneren Kumpfe bewahit weiden muß. Wir befinden uns am Vorabend eines großen und iirnfau.wndcrt zit>ni»ti«'!1cn Kant|)fcs um grundlegende Werte jifdischer Zukunft, die die Ifcdeutung unserer internen Mei1!u11g<ver- .!rhiedenheilcn beirtirbllich l,crab- .»etzen werden. Alles mülbe dar• a״״e»etzt werden, eine miiglieh .t wrilgelicnde und einheitliche!ü• disehe Kumpffront unter Zurück- Stellung sonstiger Fragen herzu- »!eilen. Wahlen und die ihnen nar׳!!folgende gegen« itige Miß• Stimmung dürften dieser Aufgäbe kaum dienlirli .«ein. Der obige Antrag erscheint mir um so veniiinftiger, als kein einziger Zionist heutzutage irg endeine crn-lHfhe Kriütrver- -rbir.bung von den konn11en׳!en Kottgrcf'walik'ri erwartet. Der XX. Kongreß dürfte ohnehin diesellic oder fast dit-sellre Ztr«.1mmensetzting wie der XIX. Kongreft atifv,־eisen. Die Fragen, welche zur Flnt Scheidung lies XX. Kongresses stehen werden, sind voll so grundlegender Be■ deiitting, daß rin Mnjoritatsvotiim sowic'o nielit inöglieh «ein wird. Das Ausbleiben de« Wahlk.tmpfes v.־trd p-ychologiseli die Teilnahme der Revisionisten am XX. Zioni'tcnkongrcß ertnijgliehen. Sollte he schlossen werden, statt eines Wahlkampfes einen einigenden Frierlenskongreß einzulrerttfen, so bestünde die Müghehkeit, eint: revisionistische Deh'gatton mit licratemler Stimme zu diesem Kongreß einzuladcn und 50 der Wiedervereinigung des Revisionismus mit <1 er /ionisl1«׳he» Organisation Vors!11111 zu leisten. Der Kongreß wird unter diesen rm-tiindeit zu jenein ,,Kunden Tisch־‘ werden, von dem Herr Beti-Ourimi auf der letzten A.0׳.-Sitzung gesjtiüelteii hat. |)r, V ard i Die Stellung der Agudah Frankfurt a. M., Iß. Mai 1937 C»c■Icgcntli־. h der Rfligi■'^׳־!! Kwntcicnz <]1־r Aguda» Ji!*roel in London hat der PriisidtMil der \Vrhorpanbnti׳m der Aouda- Ji־- roch Herr Jacob Rosen)»• im, nach einer Notiz in der ״Jü!l. Rtmd^hau“ (Nr, 37) u. a. erklärt: ״Mit der Politik des Separa* tismus müsse Schluß gemacht werden. Es sei au der Xerf, daIj die großen jlidiudicn Organi.witioneti der Welt si; h zu gemein* >afuer Arbeit vereinigen. Der X'orwurf des Separat inms־ sei gerade der Agrnlas jinocl oft gemacht Warden. Dic>er Separatisiiujs hc־t!־he aber nur da, «0 die Thora ihn verlangt. Dagegen -ei ekein X'erg׳׳hen. in allgemeinen XXd.f4־el»aft5froge!1 zü>animen711;:r!K:i!en.“ So *du erfreulich die Lrkla־ rutigen des Herrn Rosenheim sind, die man geradem! als ein Bekenntnis deuten kahn, eine Abktdir von der Anschauung, die in den letzten Jahizehntcn viel Kampf und Unfrieden gerade in den Reihen der konservativ gelichteten Juden *clmf, s> wenig befiicdigen kann der .Schluß* satz, weldier die rte:nein3dufHarbc-it somit wieder auf ״allgc* meine Wirt «rhal'tbfragen“ be* srliränken will. Die heutige Situatinn sollte dreh den Klai- Dedankea -liiiker aL je behendgen un<l bei m igeu lassen, ohne daß .־elb'tvc -t;indlieh die Tliora im gtning-ten heeinträrht igt werden darf, im Gegenteil, sie kann nur ge« innen. Das ganze Problem steht und fällt mit 11er Thc-c des .Xaiwtiitu bzw. der praktischen Auswirkung deri»c*ll>rn, Ls wate dtingeml zu w־ünsehen, daß die Heißsporne von links und rechts sich auf einer Mitte zuiaiuriienfindcn. welche es allen ermogllrhfe. Iwi voller Wahrung und Sicherung der religiiLen Giumläitze iin!! rjrundlagen zum Segen des Gesamt- Judentum* in gerueinsnmer flied- 111 her Arbeit 71! wirken. Auch in J'.rm Israel sehen wir herein die ersten Ansätze hierzu, wenn wir die jüngsten Acuberungi n von I)r. Isaak Breuer beachten. /umindo.u wollte cs unschwer lind in ich möglich sein, die ge-otze<tru1cn Idenumte und Organisat innen ziiMimnum/uitihren. hier wie <!!>!!. nielit nur in Wirtschaitd r.igi n, sondern auf der ganzen Linie. I)r. S. Leh m a n n ^Behüten Freitags Kinder-Kundsicliaii ״Wüste und Gelobtes Land“ Berlin, den 14. Mai 1037 Set sr geehrte Redaktion! Da <1.15 Thema ,,Jiidiscli«־ Cie- «ehichtMchtfibunj{“ einer Rri5tigen Klärung bedarf, begriiläc ich den Ablruck der Jneoliscftcn Ausführtmgen in Nr. 38/39, so sehr ich auch glaube, iliiien widerspre •hen zu sollen. Die Anlifhese, die Jacob aufitdlt, die Antithese nämlich von Wissenädiaftlielikvit und L'mvi-scnrwhaftlirhkeit, ist wohl nielit der li'htigc gei-lige Au-gan״-.|H1nkt für eine krilische Stellung nalmie zu einem Vi'eik wie Auerbachs ״Wiistc und gelobtes I.iuid''. Für den antiken JÜ1W Iten Menschen war ebenso wie für den luden des — bis ztiui Ausgang des 18. lau nu., 1׳*:' , il.'Uei ״den — jüdischen MiUol.tlters Ausgangspunkt .seiner < iescbieliisdcutung und damit seines Na•! ionttluenioK der fdaubc. l'ür den wcsteimipäisehen. gc-tig durch Authhoung, ] I i-t, ui ■uniis und >chlietdi<'h k.itisdicii R;1Unna’i'tmis mehr oder mintlcr intensiv himht eltgvgangencn Juden von heule ist dieser yvistige A11.״.mgs|mnkt nicht mehr orgehen. Jedenialls riiihl für den Menschen, welcher einmal eite unauflösliche Antinomie von glattlügcr und crkenntrii'inäfjigcr Wcltanscliuuung ■ erfahren hat. Für die״en jüdischen Menschentvp, welcher wohl gerade unter eien \Yesn־tn0püi»chen Zionisten die Mehrzahl sein dürfte, gab es bis zum Erscheinen des Auerbadischen Werkes keine Darate!- lung der ältesten jüdischen Geschichte, die seinem historischen Uedüifiiis genügt!!Ulte. Für «8s ist Auctbachs Werk der erst« unserer Geisteshaltung adäquate Versuch, die geistigen Ursprünge unseres Volkes sinnvoll so zu deuten, daß sie uns nicht nur verständlich, sondern, was allein wichtig ist, daß sie uns teuer, daß sie eine gestaltende, lebenrüge Ktaff unserer jüdischen Haltung werden. Gegenüber die- 5er po-itiven sehoptriischen Lei- Mttng, die Auerbach vollbracht hat, ist cs vom Standpunkte des Zionismus unrl — so will mir scheinen — auch vom Standpunkte eines lclrendigen Judentums aus belanglos, ob die theo. logische und die historische Faehgeluhrsamkcit kleinere oder gi ohne Mängel an ,,Wissensehaftliohkeit“ amztizcigcn im- »lande i»t. Der Wert eines Ges׳ hichtsweskes beruht: nicht auf »einer ,.Wi»sc1!»rh.1Ulir]1keit", sondem auf seiner geschieht »bildenden Wirkung. Und deren scheint mir At!e!ba1ln Werk wirklich nicht zu ent hehren. Mit Zionsgruß Dr. Hubert Follaclc * Ludwigähaten a. Rh., 18. Mai Sehr geehrte Redaktion! Rabbiner Dr. Ernst Jacob erhebt n. a. in seiner 11c-prer:littng des Huches von Elias Auerbach .,Wii-tc und Gelobte•! l,ru!<J" it! der Nr. 38/39 gegen (las V'etk den Eimvnnd, daß es ״Wissenschafl" geben will und st» aus Israels Geschichte den wichtigsteil Eaktor i iou eliminieren winde. Es erscheint mir haolieb, oli Atieibachä Darstellung, weil sie ,,Wissenschaft" gehen will, die Geschichte de» jüdischen Volke» ,,ohne Gott mul den Glauben an sein Wiikon" zu begreifen versucht und dv 11 Fakior Gott aus dieser Clt-»cl1i1׳l1le euminieit. Ich erinnere z. 11• an die 1 >a! 1! gtingen Atieibachs in dem Kapitel ,,Geistige Kultur der Kunigszx'it", welche die Tritigkeit de- Llohi'tcn in» Eicht stellen, von dem der Autor bcmerkt, daß sein Buch den Deginn einer netten IC) hm; Ire bedeutet. ״Er erlaßt den mosai■ « hen Gedanken lies liundes zwisehen Goti und Volk in größerer Tiefe: als sittliche Aufgabe für das Volk, (lern die Gottheit als sittliche Macht gegenübersteht. Damit leitet er die entschiedene Hinwendung auf dal Religiöse ein, die mein und mehr zur tragenden Klee der Entwicklung Isiaels wird. Wie dieses Volk das erste war, das Geschichte bewußt er lebte (5. lid. 1, S. 133), 50 wurde es jetzt durch den Eloliistcn da-! erste, das dieser Geschichte eine von men.schliehcin Willen erstrebte Riehning auf ein außer und über der Geschichte liegendes Ziel wies" (Band 2, ff. 69). Man kann wohl von Bemerkungen wie diesen nicht •sagen, daß sie die Geschichte des jüdischen Vc>ike3 ohne Gott zu begreifen versuchen und tun dieser Ceschichte den Faktor Gott climinieren. In votziiglit her Hochachtung Rubb. Dr. Steckei in ach et Kündigung eines Jüdischen Dauerangestellten einer Stadtgemeinde. In dem in der ״jiid. Rundschau“ Nr. 7 mitgeteilteti Urteil ries Landesarbeitsgeriehf« vom 10. 11. 36 war ausgesprochen, daß für einen gemeindlichen Dauerangestellten, der Frontkämpfer war, die Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse einen wichtigen Onuid zur Kündigung bildet. Auf die Revision des Klagers hat das Reich sarbeitsgericht in einem in der Zeitschrift ״Deutsche Justiz“ vom 21. Mai 1037 veröffentlichten Urteil vom 20. März 1937 dieses Ergebnis gebilligt. Dis Unabhängige Misrachl-Landesorganlsation in Deutsch• land hat einen Aufruf zur Scliekei-Aktion 5696 erlassen. N.uh'irud verboten All«• (fiurh \J#»h«;r!setsur1f**) Recht• varbchiilt•» - .* a'! Je **>«, Yv•;־■ Lw 1^■'fr- , VOLK IS d K^lllli^L'fä*■״««i! k1־^L Eine 120tr0H CHA3IM SCHWARZ 0*ras*1to«*1« LC I fiQl|7 ZW«itcrTcil. ri I 13 |? V mm 23. Fart*»»t*dn| Ich erinnere mich, wie groß Hnnni war, mit dem Kind, das sie in sielt trug, und tvi« klein ich dagegen war und neben ihr verschwand. Karsan hatte ihr eine Kleine hebrft- Ische Rede ausgenrheitet, diese Rede im Kopf hatte sie den ganzen Abend schweigend und mit zusammengefaltoten Hünden dagesessen und bleich die Worte in sich hineingepaukt. Sie schloß manchmal die Augen, bewegte die Lippen, alles andere war ruhig an ihr. Ich dagegen konnte mich nicht beherrschen, ich lief auf und ab, hinter der Holz.wand des Ausschanks, der den Speisesual mit der Küche verbindet, schaute manchmal durch eine Luks nach der Versammlung hinüber, gab in Gedanken bereif* alles stuf und fuhr mit Hanni nach Tel-Awiw, Die. ganze Versammlung war ja unverkennbar angelegt, tim Hanni und mich 4u zerstören. Das war die Wirklichkeit, Was nutzten mir alle freund- •chaftiichen Beziehungen, wenn das die Wirklichkeit war. Plötzlich stand Hnnni neben Korachski am Rednertisch. Ich ging zu der Versammlung hinüber, lehnte mich an eine Siiule und war auf das Schlimmete gefaßt. Es wurde still. Von den neuen aus Deutschland hatte bisher noch keiner in einer Versammlung zu sprechen gewagt. Ja, Rlnsewiu hatte einmal gesprochen, aber jiddisch, •s war die legalere Sprache, die Sprache sozusagen eine Stufe vor dem Hebrfilschen. Hnnni sprach hebräisch, Das war schon sympathisch. Daß sie als Mädchen aufzutreten wagte, war noch sympathischer. Daß sie überhaupt die Sache zur Versammlung trug und nicht schon längst freudig in die Stadt gegangen war, das war wieder sympathisch. Am allersvmpalhiselisten war, daß ihre Stimme zitterte und daß sie die letzten der sehr einfachen und vernünftigen Worte unter Tränen hervorbrachte. Nach ihrem Abtreten verbreitete sich tiefes Schweigen. Medinahi wagte nicht zu reden. Er fühlte die allgemeine Stimmung. Schließlich brachte er doch ein paar Worte zustande, ober si« klangen mehr wie Entschuldigung. Akiba erhob sieh: Ich will Sinn in meinem Leben, Ich will nicht nur immer die Rechnungen hören, auch Medinahi ist ein Mann der Bewegung und kein Schreiber in «inem Büro. Wieder gab es eine Diskussion, wieder produzierten ■iah die Redner. Um zwei Uhr nachts waren Hannis Ellern vorübergehend in den Kibbuz aufgenommen. Nochmals schlief leh nicht, hatte «Ine selige Nacht. Wir streichelten und küßten uns bis zum Morgen. Die Wacht war bisher in Frieden verlaufen. Nicht ein Schuß War gefallen. Im Tagesanzeiger stand eitles Abends ein Aufsatz, der die Sache ins Gesetzmäßige erhob, Oekonamische Gründe auf seilen der Araber, ■kherhcilstechnische Gründe auf seiten der Juden ließen Jn diesem Jahr keinen Dieb erscheinen. Als man eines Abends «tn sechs Uhr mit dem Auto von der Arbeit beimkehrte, begegnete man einem herunterfahrenden Wagen fkleler, Zigaretten rauchender Wächter, zwischen denen sieh der rot anselaufene Sowelow befand, der die Hand zuin Gruß schwenkte und eine vollkommen weiße Bluse angezogen hatte, Man lachte über seine weiße Bluse, Da ich anfing, mich für die technische Seite der Wacht zu interessieren, merkte ich an diesem Lachen etwas. Man geht nicht mit einer weißen Bluse zur Watht, als wandelnde Zielscheibe, auch nicht in Zeitem wo es keine Diebe zu geben scheint, Es war Sowelow8 Eigenart. Der Mann machte alles anders wie die ״zur Herrschaft Gelangten“. Die Zeit der Ernte ist nicht nur die Zeit der Wacht, sie ist die Zeit der Alarmbereitschaft überhaupt. Die Funk- Übungen nachts zwischen den Kibbuzim verstärkten sich, wurden regelmäßig. Es gab in Tel llamon einen Mann mit einem ■schweren Motorrad, den man geheimnisvoll flüsternd als den ״militärischen General“ des Emek bezeiehnete. Neuerdings sah man dieses Motorrad ständig über die Landstraßen knattern. Der Ankauf des Hulebezirkes, die •tarken Alijolh von 4—500(1 jüdischen Einwanderern pro Monat schienen wieder Voraassetzungen für Unruhen zu schaffen. Noch fehlte das Bild der durch das Land reisenden, von Effendis bezahlten arabischen Hetzagitatoren, da wurde eines Abends auf den Feldern von 'Tel llamon ein vordüchtiger Araber fesigenointncn. Das mit. Feldarlmtern beladene Lastauto, das gerade aua dem Weg zwischen Weinberg und Orangengartan herausbog und in die Felder eintrat, sah unten an Bach und Brücke Mensche« stellen, Als man niiher kam, erkannte man die Leute der Bieuenkwuzah, die hier ihre Körbe batten und uul das Auto warteten. Wie immer in guter Stimmung begrüßte man sieh, stieg auf, verpackt« die Geräte, bekam gleicbaoitig eine sonderbare Sache zu hören. In dem Wäldchen neben der Brücke habe sich den ganzen Tag ein Araber aufgehiilten. Er sei morgens hcrangescblendert, habe sich bin gesetzt und sei den ganzen Tag geblieben. Man habe sich mit ihm einigermaßen auf arabisch' verständigt und herausbekommen, daß er Bauarbeiter und zu Fuß von Jerusalem hierher, gekommen sei Er mache einen sehr intelligenten Eindruck, sei bis auf das weiße Kopftuch europäisch gekleidet. Die Einladung, in Tel llamon Abendbrot zu essen, linbe er abgelehnt. Inzwischen hatte sich das Auto in Bew egung gesetzt, war langsam!ungefähren, hatte zwei Schritte weiter eine zu Fuß gehende Gruppe erreicht, die den Araber beobachtete und sich dicht «n seinen Fersen hielt, Hallo, rief man ihm auf arabisch ZU, du hast doch gesagt, du willst deine Wanderung nach Nuris forlsetzen, dabei wies man auf di« Berge, warum gehst du plötzlich mit uns in Richtung auf Tel Flamon? Noch bevor er antworten konnte, geschah plötzlich folgendes. Einer der Allen, die sich an seiner Seile gelullten und ihn beobach* tet hatten, stürzte sich auf ihn. packte »eine Illinde, würgte »eine Kehle, begann -einen Ringkampf mit ihm, den andern in höchster Erregung zuachrciend: Er hat Zettel verschluckt, in diesem Augenblick habe ich es gesehen, zwei Zettel. Da» Auto, das bisher Schritt gefahren war, hielt, man »prang ab und nahm den Araber in Polizeigriff, so daß er »Ich nicht wehren konnte. Während alles aufgeregt war, schrie, Witz« macht«, trat Akiba ruhig, mit nüchtern hängender Unterlippe, an den Araber heran und begann, arabisch zu sprechen. (Schluß folgt)