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Jüdische Rundschau · 1937-05-21 · Heft 40 (21.5.1937) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 40 (21.5.1937)
Date
1937-05-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 40. 21. V. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 11 Jakob Steinhardt / Zum 50. Geburtstag W<y1n man von jüdischen Malern spricht, so spielt hei der Qesamtbeurteilung ihres Werkes die Graphik eine wichtige Rolle. Man denke nur an Pissarro, Israels, Liebermann, Ury, um die Impressionisten erster Ordnung zu nennen, denke an Oppler, Spiro, Pasternak, an Chagall und Rybak, tan Rubin und Gutman. Bei allen wird das malerische Werk nicht nur durch die Graphik ergänzt, sondern es drückt sich ein gut Teil ihrer Wesenheit gerade im Graphischen aus. Dies ist kein Zufall, sondern erklärt sich aus der spezifischen Kunstbegabung des Juden im allgemeinen. Das rein Intuitive und Sinnliche liegt ihm weniger als das Abstrakte. Und cs bedurfte einer gewissen Schulung, bis unsere jüngere Malcrgeneration auch zum rein Malerischen vordrang. Kein Wunder also, daß wir unsere reifsten Leistungen auf dem Gebiete der Graphik finden und daß wir hierin die stärkste!Position einnehmen. Wenn wir heute Jakob Steinhardt zu seinem 50. Geburtstag am 24. Mai unsereulückwünsche entbieten, so können wir in ihm wohl unseren besten und weit über die Grenzen Palästinas hinaus stärksten Graphiker feiern. Das sei nicht eine Herabsetzung des Malers Steinhardt. Doch drangt es uns, am heutigen Tage besonders das graphische Werk hervorzuheben, weil er hierin der prominente und bewußte jüdische Steinhardt im Atelier Foto: SonntoWd Künstler ist und weil er uns •zu seinem Jubiläum mit einem neuen graphischen Werk beschenkt hat, das unser besonderes Interesse erweckt. Steinhardts bisheriger Weg ist der eines stets Suchenden und Vorwärtsstrebenden. In diesem etwas verträumten, von einer tiefen Innerlichkeit beseelten Menschen lebt ein starker und unbeugsamer Wille, der sich seihst diszipliniert. Steinhardt ist wohl einer unserer selbstkritischsten Künstler, ein Mann, der es sich nie leicht macht. Für andere immer verständnisvoll, gegen sich selbst verantwortungsvoll, hart und unnachgiebig. Erfolg kann ihn nicht cinschläfcrn. Wenn er kommt — und seine Künstlcrlaufbahn ist reich an ihm — ist er über das Ziel bereits hinaus und sinnt nach neuen ßroblemen und Lösungen. Die Generation unserer Fünfzigjährigen ist in eine Zeit der gewaltigsten Umbrüche hineingeboren. Die Vorkriegswelt, in der sie ihre ersten Kräfte erprobte und zur Entwicklung brachte, litt unter der Liebersättigung abgebrauchter Tradition und des Kampfes überalterter Anschauungen mit neuen Ideen, ln den Jahren vor 1914 verdichtete sich immer mehr eine alles umfassende Spannung, die zur Kata- Strophe führen mußte. In dieser Atmosphäre sucht die Kunst nach neuem Ausdruck: Abkehr vom Naturalismus zu verinnerlichter Erlebnisform. Es ist die Zeit wilden Durcheinanders, in der sich bereits das äußere Geschehen ankündigt. Als der Sturm losbricht, reißt er alles mit. Neue furchtbare Eindrücke entfesselter Macht scheinen zunächst alles individuelle Streben zu ertöten. Aber dann löst sich gerade hieraus eine neue Verinnerlichung, die aber nicht mehr visionär, sondern von einer geläuterten Realität getragen, die Welt zu erfassen und neu und unvoreingenommen zu sehen sucht. Dieser Kampf des Geistes ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Neue Gewalten drängen nach, man sicht noch nirgends eine Stabilität der Entwicklung. Für den Künstler ist diese Welt der Problematik verwirrend und beängstigend und es gehört eine ungeheuere Kraft strengster Selbstkontrolle dazu, um sich nicht in ihr zu verlieren. Steinhardt, der Maler steht noch inmitten dieses Kampfes. Er begann bei Corinth, ging dann nach Paris, wo er von Matisse stark inspiriert wurde, ln Berlin bildete er 1911 mit den Malern Meidncr und Janthur — erste Reaktion gegen den Stil der ״Alten“ und ihre Naturmaierei — die Gruppe der ״Pathetiker“, die, den Spuren eines Greco folgend, gewaltigen Inhalt in großgesehenen Visionen zu vergeistigen suchte. Diese Stimmung wird durch die Eindrücke des Kriegserlebnisses gesteigert, bis schließlich die Spannung nachläßt und eine Ernüchterung eintritt, die Steinhardt zum Naturstudium zurückführt. Er beginnt von neuem, malt Stilleben, Landschaften und Porträts. Der Künstler reist viel, kommt 1925 zum erstenmal nach Palästina, ist in Südfrankreich, Dalmatien, malt in Thüringen und Berlin, bis 1933 die Uebersiedhirsg nach Palästina erfolgt. Und nun sieht sich der schon gereifte und erfahrene Meister wieder vor neue Probleme gestellt, da er mit selbstkritischen Augen das Versagen aller bisherigen Erfahrungen ange: ichts des südlichen Himmels erkennt. Steinhardt geht mit neuem Mut an die Arbeit. Langwierige Studien führen ihn schließlieh zu neuen Ergebnissen. Es entstehen große Landschaftsbilder, die mit besonderer Eindringlichkeit die Einmaligkeit der ewigen Stadt — man kann wohl sagen visionärrealistisch — darstellen. Wenn wir in dem malerischen Schaffen Jakob Steinhardts den durch neue Erkenntnisse hervorgerufenen Umbruch immer wieder als das ehrliche Streben eines Suchenden erleben, vollzieht sich seine Entwicklung als Graphiker in ganz anderer Weise. Hier tut sich von vornherein der geborene Graphiker kund, da wir bereits nach einigen Versuchen in der Radierung den souverän schaltenden Meister des Holzschnittes vor uns haben. Er kennt seinen Weg und geht ihn selbstsicher und unbeeinflußt. Hier arbeitet nämlich nicht nur der Verstand, sondern hier quillt etwas direkt aus dem Herzen. Diese Blätter haben alle etwas Unmittelbares, es ist in ihnen nichts Erlerntes oder anderwärts Erschautes, sie sind von vornherein echt wie nur eben große Kunst sein kann. Zunächst das Technische, das für ihn so charakteristisch ist. Steinhardt macht nicht ״auch Graphik“. Er geht vom Material aus, aus dem heraus er seine Kompositionen gestaltet. Er erfühlt das Kunstwerk in den durch das Schwarzweiß gebotenen Flächen und Lagen, im Rhythmus des Striches und der Abwägung von Hell und Dunkel. Er versteht es, in den feinsten Abstufungen von grellstem Weiß, das wie stärkstes Sonnenlicht leuchtet und blendet, bis in das tiefste Dunke! unheimlicher Schwärze zu versinken und so die ganze Skala von Tönen und Farben in seinen Blättern erklingen zu lassen. Er weiß sich die Struktur des Holzes und dessen feinste Maserungen zunutze zu machen, so daß sie teilnimmt an der Gesamtwirkung. Und er meistert — was wichtig ist, aber so oft nicht beachtet wird — das Format *f י>:... .; Seine Holzschnitte sind seelisch bedingt. Sie beruhen nicht auf Beobachtungen, sondern auf Erlebnissen. Er lebt von Anfang an in dieser Welt, seiner jüdischen Welt, in die er hineingeboren und die ihm von Kindertagen an vertraut ist. Und darum ist hier aües echt und stark. Daher wirken seine Werke immer überzeugend. Er künstelt nicht. Wenn seine frühen Blätter auch noch manchmal etwas zerquält erscheinen, so ist das eben die Stimmung, in der er sich damals befand. Die frühen Kindheitseindrücke sind die entscheidenden. Was er in dem frommen Elternhaus, in dem kleinen einsarnen Heimatstädtchen erlebt, ist zutiefst in seine jüdische Seele eingegraben. Es ist dieses schwere, freudlose, etwas dumpfe G h c tto j u d c n t u m, sind die kleinen, gebeugten, müden Menschen, sind die engen, traurigen Gassen mit den armseligen Häuschen ohne Licht und Luft. Und zu diesem Alltagsleben kommt die Welt der Bibel mit ihren stets lebendigen Gestalten, eine Welt, an der sich die Phantasie des Künstlers bald entzündet, die er immer wieder neu erlebt und ihn in den verschiedensten Epochen seines Lebens zu stets neuem Schaffen beschwingt. Wie sich auch sein Stil und seine Ausdrucksweise ändern mag — hier gibt es kein Suchen und Versuchen. Wohl gerät er während und kurz nach dem Krieg in einen Zustand der Ekstase und des Aufruhrs. Es treibt ihn auch hier zu visionären Gestaltungen, aber sie sind immer in seinem Judesein verwurzelt. Er schafft eine neue Pcßach-Hagadah, die erste moderne Hagadah mit Holzschnitten. Sie ist traditionell und doch ganz, neu erfühlt und gesehen, denn sie ist so echt, so ganz aus einem Guß, zu dem Gesinnung und Gestaltung in eins verschmelzen. Es entsteht ein Zyklus ״Die 10 Plagen“, das Buch Jona und Jesus Sirach. Er erlebt Palästina. 1925 lernt er es als Tourist kennen. Das Licht, die Luft, das strahlend Helle des Landes wirkt zunächst belebend und befreiend auf seine Palette. Er malt eine Reihe gut gesehener Landschaftseindrücke. Aber erst die dauernde Uebersiedlung stellt ihn vor die großen Probleme, die zu überwinden dem europäisch geschulten Maler — und dem Maler überhaupt — fast noch ungelöste Schwierigkeiten bieten. Steinhardt sucht ihrer mit dem Eifer der Beharrlichkeit Herr zu werden. Er arbeitet unausgesetzt und hat jetzt nach langen Vorstudien einige imposante Ansichten der Jerusalemer Altstadt geschaffen. Aber die alten Steine Jerusalems erzählen ihm mehr, als er mit dem Pinsel auszudrücken vermag. Ihr morsches Gebröckcl und müdes Aussehen führen ihn gedanklich in sein Heimatstädtchen zurück, wo er zum erstenmal das Erlebnis des jahrtausendealten Judentums hatte. Er sieht auch wieder die gebeugten Gestalten und ihn umweht der Geist der Bibel, dieser hier ewig wache Geist seines Volkes. Und so greift er wie damals zuin Holzstock und beginnt mit der Habimah-Premiere: Irwin Shaw: Tel-Awiw, Anfang Mai Der in Amerika geborene und dort lebende Autor ist 24 Jahre alt und erweckte vor Jahresfrist mit diesem erfolgreichen Erstlingswerk, das den Originaltitel ״Bury The De ad“ trägt, die Aufmerksamkeit nicht nur der amerikanischen Oeffcntliclikeit. Bezeichnenderweise will Shaw den Krieg apostrophieren, der ״morgen beginnen kann“, also nicht warnend die Erinnerung an ein ״Gestern“ zurückrufen, nicht die Schrecken des Weltkrieges gestalten, den er selbst bewußt kaum miterlebt hat. Vielmehr drängt sich uns der Eindruck letzter Resignation auf. Hier schreibt ein Dichter, der zu sehen vermeint, daß in zwanzig Jahren ״Nachkriegszeit“ der gefahrdrohende Lavastrom, der einer furchtbaren Eruption folgte, nicht versiegt ist, und daß trotzdem von den ״Ueberlcbendcn“ neue, außerhalb der Gefahrzone liegende, Positionen nicht bezogen werden. Es scheint ihm vergeblich, noch mit ihnen zu verhandeln, ihr Getu haben in den guten Fachgeschdjten I “//////Z///Z Tnssbekleidunq dienaturgemässe rA/m/ft*/■ dächtnis aufzufrischen, an ihre Verantwortung für die junge Generation, an ihr Gefühl zu appellieren. Morgen kann das Verhängis erneut hereinbrechen oder in zwanzig Jahren. Gibt es eine Rettung? Wo die Lebenden versagen, sieht er visionär von anderer Seite Hilfe kommen — von den Toten der nachsten Katastrophe. Sie stehen auf in ihren Gräbern und lassen sich nicht begraben. Keine Befehle der geistliehen oder weltlichen Obrigkeit, keine Bitten ihrer Mütter, Frauen, Schwestern können den Abbruch dieses ״Streiks“ erzielen. Sie verlangen für ihre Kameraden, daß man sie ihr Leben als schaffende Menschen, als Väter, als Gatten, als Söhne zu Ende leben lasse, und formieren sich, da man ihnen kein Gehör schenkt, zu einer — unsterblichen, weil schon gestorbenen — Armee, die der Menschheit in den Arm fällt, um sie zum Leben zu zwingen. Die Gestaltung solchen Bühnenwerkes, das — da es auf den realen Hintergrund nicht verzichtet — zwei Welten in sich birgt, deren Zusammenstoß glaubhaft erfolgen muß, stellt an den Einrichter der Szene große Anforderungen. Daß es hier, unter der Regie des Habimah-Mitglieds Zwi Fried- 1 a n d zu einer Aufführung kommt, die einen starken Eindruck hinterläßt, ist in erster Reihe der Assistenz des Bühnenbildners Sebba zu danken. Scbba, dessen Szenerie zur Jeßnerschen Tell-Einstudierung bereits ein Schulbeispiel für richtige Ausnutzung des Bühnenraums war, findet überraschendc und überaus wirkungsvolle Lösungen. Es galt hier vor allem drei Schauplätze zu schaffen: die ״offene Szene“ (Schiaclitfeid, Beerdigungsstätte), das ״Grab der Toten“ (in dein sechs Körper sichtbar aufrecht stehen müssen, ohne die übrige Bühne zu verdecken) und den ״Raum“ (Zimmer des Generalstabs, des Kapitalisten, der Presse usw.). Da die 18 Episoden sich, nur durch eine Pause getrennt, aneinander fügen, war an einen größeren Umbau nicht zu denken. Eine Drehscheibe hätte nur eine Teillösung gebracht. Durch Ucberbauung des Orchesters, das an Stelle einer Versenkung in Benutzung genommen wird, ist die Hauptschwierigkeit beseitigt, den ״Graben“ zu gewinnen. Gleichzeitig wird so die ins Parkett vorgeschobene Bühne wesentlich vergrößert, so daß Platz genug vorhanden ist, um im Vordergrund mit Hilfe von Prakti- \ v* f i י ■cf*. s Steinhardt malt in einer alten (hisse in Jerusalem. Foto : 15. Weisiemtnin, Tel -Awf•’ ihm eigenen Fertigkeit in der Handhabung des Messers diese Blätter zu schneiden, die er uns auf den Gabentisch seines Jubiläums legt. Tiefer kann man das Erlebnis ״J c r u s c 11 a I a j i m“ kaum deuten, packender es kaum darstellcn. Zehn Blätter sind es, die in dem Bändchen vereinigt sind, zehn Ansichten des alten Jerusalem. Einige davon sind im Original von gewaltiger Größe, Wie sich hier die Steine schichten, die Häuser ineinanderschieben, die engen O.!liehen dahinschläiigeln und das grelle Licht durch die Bogen und Biegungen huscht, ist von einer zeitlosen Monumentalität. Zeitlos auch diese Menschen, als oh sie immer so gewesen wären, nie hier anders sein könnten. Der Ualuthjude Steinhardt ist in diesem Werk zum Palastinajuden geworden. Er hat seine wahre Heimat gefunden. In der Vollkraft׳ seiner Jahre bewährt er sich als der Künstler, der sein Lach meistert. I)r, Karl Schwarz, Tel-Awiw ״Revolte der Toten“ kabeln ״Feld“ zu schaffen, im Hintergrund die fünf ״Raum"- Bilder in Kastenform und verschiedener Höhenanordnung von vornherein aufzubauen. Eine bewegliche Leinwand, vor die in gewissem Abstand ein Schleier gesenkt ist, bildet für die Vorderbühne Projektionshintergrund und Abschluß. Allerdings wird so eine, die ganze Inszenierung wesentlich bcherrschende Note geschaffen, die auch ihre Gefahren in sich birgt: alle Raumszenen, so hervorragend sie ausgelcuchtct sind, erhalten — verstärkt durch akustische Wirkungen — infolge des Schleiers, der sie aus technischen Gründen decken muß, etwas Flaches, Farbenfilmartiges, Irreales, das eigen!- lieh Visionäre hingegen, die auferstandenen Toten, sind allzu körperlich und greifbar in den Vordergrund gestellt. Die ganze Anlage der Regie verhindert uns, hierin —• wie es denkbar wäre — etwa eine Absicht des Rcgisseurs zu suchen. Friedland erzielt dort die stärksten Wirkungen, wo es das Ensemble zu gruppieren und zu bcwegen gilt, etwa in den stummen Bildern des Anfangs und des Schlusses. Eine Szene wie das Kabarett hinter der Front bestätigt gleichfalls sein Können. Bis auf Längen im Dialog ist das Gesanittempo ein gutes. Aber es gelingt nicht durchgehend, eine ״atemraubende“ Atmosphäre zu schaffen, und daran tragen wohl weniger die durch das Bühnenbild gegebenen — übcrbrückbaren — Besonderheiten Schuld, als die Behandlung des Schauspieler-Materials. Die Toten zeigen allzu lebendiges Bemühen, tot zu sein, ein erprobter Darsteller wie Me s kin bleibt fast farblos, das gleiche gilt von Amitai in drei kleinen Rollen, die schärfste Charakferisicrung gestattet hatten, von den Frauen kommt — neben der Rowina — lediglich Frau L i u b 11 s c 11 in Ton und Gestaltung der Erfüllung ihrer Aufgabe nahe, zu einer Revolutionärin fehlt es Frau Govinska, die des Dichters Moral: ״Warum habt ihr euch nicht bei Lebzeiten gerührt?“ auszusprechen hat, an innerer und stimmlicher Doberzeitgungskraft. Generell ist für diese Frauen rollen zu bemerken: man mag ein noch so ״smarter“ amerikanischer ״Flapper“' sein — wie Frau H ä n d 1 e r ihn etwa zu gestalten versucht —, eine Unterhaltung mit seit •18 Stunden toten Männern ist kein Kinderspiel und darf starken wie oberflächlichen Naturen den Schreck in die Glieder jagen. Dieses Grauen überträgt sich von der Bühne her nur einmal auf den Zuschauer, wenn die Rowina mit ihrem, vom Volltreffer verstammelten Kind Zwiesprache hält, fast von Sinnen über Gräher taumelt, den Schrei des Entsetzens in der Kehle. Benj a m i n i und W a r s c h a w e r, besonders aber A v i t a 1 und F i n k c 1 geben ihren Figuren Umriß und Farbe. Die aus- . am Schluß gemeinsam mit dem Ensemble wiederholt für den Beifall danken. Manfred Geis Die Gruppe für zeitgenössische Musik, die bereits drei Abende veranstaltete (u. a. mit Werken von Strawinsky, Hindemith, Mühaud, Eisler und Georg Wolfsohn) und die zum Ziel die Vertretung der palästinensischen Komponisten vor der Internationalen Gesellschaft für neue Musik hat, wird in Zukunft unter Leitung des Gründers Dr. P. Graden witz als unabhängige Gruppe ihre Bemühungen fortsetzen. (Adresse: Boulevard Nordau 35, Tel-Awiw.) Eine Gedenkfeier. Am 5. Mai, dem ersten Jahrestag des Mordes am Cineina Edison, der die blutigen Unruhen in Jerusalem cröffncte, fand in der Jcschurun-Svnagoge ein Gedenkgottesdienst statt, bei dem der neue Öberrahhiner von Erez Israel, Dr. Herzog, der ״Kcdosehim“ (Märtyrer) der letzten Unruhen gedachte. Nach Oherrabbiner Dr. Herzog ergriff M. M. Ussischkin das Wort und legte ein Bekenntnis zur W'eiterführung unserer Aufbau-Arbeit im Lande ab. Als Vertreter des sefardisehen Oberrabbinats sprach Rabbi Josef Lewy Worte des Gedenkens und des Trostes. Herr Albert Fabian und Frau Fabian, Jerusalem, Kerem Avraham, Zephaniestr, 70, begehen am 5. Juni den 70. Geburtstag. (Schluß des Palästinateils)

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