Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-05-14 · Heft 38-39 (14.5.1937) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 38-39 (14.5.1937)
Date
1937-05-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653662--30724-2685290
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

Seite 16 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38/39, 14. V. 1937 Die Teilungs-Diskussion sich auch die Banken, die die nötigen Kredite lieferten, es fanden sich Massen von Arbeitern und anderen Leuten, die ohne weiteres verstanden, daß es auf die Dauer besser sein würde, hier draußen im band sich eine menschenwürdige Wohnung zu erarbeiten, als sich in die hohen Mieten und die Enge von Tel-Awiw hineinprcssen zu lassen. Und wiih• rcnd Palästina von den Unruhen des Jahres 1936 durehwiihlt wurde, wuchs dort im bilden von Tel-Awiw trotz Ueberfallsgefahren, trotz zu Zeiten erschwerter Verbindungen, trotz ausgiebigem Wachdienst, die neue Stadt. Heute stehen auf der verwandelten Sandfläche 110 Hinser, zum teil in großen Wohnblocks, zum Teil als Einfamilienhäuschen. Eine Reihe neuer Blocks und Häuschen werden angefangen, ebenso eine Schule von acht Klassen, ein Konsumverein, ein Kindergarten, ein Ambulatorium. All das ist nur ein Anfang, denn hier ist insgesamt Platz für 1500 Einzelhäuser und 1200 Wohnungen in den Reihenblocks. Bisher sind bereits in Kirjath Awodah mehr als £ 150 (MT) investiert worden, teils aus Einzahlungen der Siedler, teils aus Anleihen. Vielleicht einen noch größeren Eindruck als die Häuser und Straßen, die plötzlich in den Sand hineingestellt sind, machen die Q arten. Der tote Triebsand ist plötzlich lebendig geworden. Man hat eine Schicht schwereren Bodens und Dünger herangeschafft und hat Blumen und Gemüse epflanzt. Dann wird bewässert, und wo das Wasser hinommt, wird der gelbe rieselnde Sand von Gras, Blumen, Gemüse, kleinen Bäumchen bedeckt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell dieses Wachstum vor sich geht; freilich muß man in dem Kampf mit dem Sand sehr wachsam sein, wenn er nicht unversehens die neuen Kulturanlagen wieder tiberwehen soll. Der alles beherrschende Sand ist der Faktor, der diesem Gebiet seine Charakteristik gibt. Kirjath Awodah ist nur ein Teil eines großen Komplexes, der vielleicht große städtische Sicdlungsniöglichkciten hat. Das Stück, das auf der einen Seife von der alten Landwirtschaftsschule von Mikweh Israel, auf der anderen vorn Meer, auf der dritten von den Dünen von Risdionde-Zion und auf der vierten von den Pflanzungen des Dorfes Jatljur begrenzt wird, ist in letzter Zeit der Gegenstand umfangreicher Planung geworden. Man hat diesen grollen Block, der heute kaum genutzt wird, ״C h o Ion“ genannt, ein tanachischer Begriff, der soviel heißen will wie der ״Besieger des Sandes“, man hat mit der Regierung verhandelt, um zu erreichen, daß dieses Gebiet als ein Stadtgebiet erklärt wird, man hat Pläne gemacht für Bebauungen und Wegekreti/imge». Bisher sind das zum grollen Teil noch Projekte. Zu sehen ist in Cbolon heute das Sfralienrietz von Kirjath Awodah mit den sich ausbreitendeii I läuserreihen, die schöne Siedlung der Agrobank mit ihren Fabriken, Straßen und Wohnbauten und ein paar Ansätze von Einzelviertehi, die jedoch klein sind und ärmlich. Daß diese Gegend jedoch entwicklungsfähig ist, beweis(1!! eben diese Schöpfungen, und durch eine geplante verkürzte Verbindung mit dem Zentrum von Tel-Awiw erhält Cholon bequemsten Zugang zur Stadt wie auch aktuelle Bedeutung als große Wohnsiedlung. Vor IG Jahren noch war in dieser Gegend nicht viel mehr vorhanden als Sand und PhantaMC. Während dieser Zeit ist der Satici durch Gehl und Energie lebendig geworden. Man erb,alt eine Demonstration davon, was aus diesem unbenutzten (manche haben gesagt: unbenutzbaren!) Boden gemacht werden kann. Der Haushalt von Tel-Awiw Der Stadtrat von, Tel-Awiw hat nach mehrtägiger Debatte den Haushaltsplan für das Finanzjahr 1937,38 den Vorschlägen der Finanzkommission entsprechend angcnommen. Der Voranschlag sieht Einnahmen in der Hölle von 556.123 Pfund vor, wobei ein von der Regierung zu erwartender Zuschuß mifeingerechnet ist. Die Summe der Ausgaben beträgt 525.226 Pfund. Die Gesellschaft für den Ausbau des Hafens von Tel-Awiw hat ihre Generalversammlung fiir den 13. Mai einberufen. Der Generalversammlung wird der Antrag unterbreitet, das Gesellschaftskapital durch Ausgabe neuer Aktien im Betrage von 150 000 Pfund aut eine Viertelmillion Ptund zu erhöhen. Dem soeben veröffentlichten Bericht der Gesellschaft ist zu entnehmen, daß außer Aufwendungen für verschiedene Nebenarbeiten für den Ausbau der Hauptanlagen des Hafens bisher Investitionen in der Höhe von 68 000 Pfund gemacht wurden sind. Der Streik in Tulkerem Die Stadt Tulkerem hat den Proteststreik vorübergehend abgebrochen. Eine Abordnung hat sich bei den Betiörden um Änscliaflung der Polizeistunde verwendet. Die Stirnmutig in der Stadt ist noch immer gespannt. Nachdem ihre Forderung nach Abschaffung der Polizeistunde von den Behörden abschlägig beschicden worden Ist, setzt die Stadt Tulkerem ihren Streik fort. In dem Gebiet von Tulkerem herrscht starke Erregung, weil einem Dorf eine Kollektivstrafe von 150 Pfund Sterling auf er! egt worden ist, nachdem jüdische Autos beschossen worden waren. Die die Gegend passierenden jüdischert Autos werden jetzt gruppenweise von einer Polizei- « s k 0 r t e begleitet, In den Distrikten Tulkerem und Kalkilie sind weitere sechzig Araber verhaftet worden. Viele 'Araber haben Geldstrafen erhalten. Die Oeffentliche Sicherheit in Nord - Palästina Jerusalem, 9. Mai. (JTA.) Im Gebäude der Palästinaregierung in Jerusalem hat eine Beratung über die Siche rheitsverhältnisse in Nordpalästina stattgefunden, an der die Kreiskommissare von Nablus, Beisan, Dschenin unu Tulkerem teilnahmen. Der Leiter der Palästinapolizei, Inspektor Spicer, hat in Begleitung von drei Vertretern der Militärbehörden das arabische Dorf Tubam besucht und sich dann nach Nablus begeben. «I. H. Halls künftige Rolle Jerusalem, 12. Mai. (ITA.) Im Hotel King David fand fiir den bisherigen Chefsexreiär der Palästina-Regierung, John Hathorn H a 11, ein Abschiedsbankett statt, an dem zahlreiche höhere Regierungsbeamte teilnahmen. — Wie die JTA. erfährt, wird der frühere Chefsekretär seinen neuen Posten als britischer Resident in Sansibar erst im November antreten. Voraussichtlich wird er sich bis dahin in London aufhalten, um an dem Bericht der Palästina- Regierung an die Mandatskommission mitzuarbeiten. Nach der Tagung der Mandatskommission soll Hall nach Palästina zu rüc k k e h r en, um an der Durchführung der Empfehlungen der Kgl. Kommission mitzuwirken. Die Kulturkommissionen der Histadruth haben in Petach Tikwah eine Konferenz abgehalten. Referate erstatteten u. a, J. Sprinzak, M. Brasslawski und Rahcl Katzenelson. Arabische Vorberelfungen? Einer (mit Vorsicht aufzunehmenden) Meldung der ״Agence d’Orient“ zufolge soll für den Fall der Schaffung eines besonderen arabischen Teilstaates in Palästina und seiner Vereinigung mit Transjordanien bereits eine Kabinettsliste der künftigen N a t i o n a 1 r e g i e r li n g vorliegen. Der jetzige Emir von Transjordanien, A b d u! I a, soll zum König des arabischen Großpalästina proklamiert werden. Dem Kabinett sollen als Ministerpräsident der Führer der arabischen Verteidigungspartei und ehemalige Bürgermeister von Jerusalem Ragheb Bey N a s h a s h i b i, als Handelsminister der Führer der arabischen Gewerkschaft, Fachri Nashashibi, als Innenminister Sulciinan Tukan, als Minister für öffentliche Arbeiten der als Führer der arabischen Streikbewegung bekannte Rechtsanwalt Sidky Ha:san Daiani und als Finan/.minisier der Direktor der arabischen Bank, Achmed f־l i 1 m i Pascha, angehören. In der Meldung heißt es weiter, daß der Vorsitzende der Arabischen Unabhängigkeitspartei (Istiklalpartci), Rechtsanwalt Atmi Bey Abdulh a d i, die Kandidatur des Emirs Abdulla auf den Thron Palästinas unterstützt und nach der Verwirklichung des Pia- ח es Außenminister werden dürfte. Ferner soll ein f’ropagandaministerium eingerichtet werden, an dessen Spitze der Redakteur des ״Felesfin“, Issa el I s s a, treten soll. Wie die ägyptischen Zeitungen melden, hat der Oberste Arabische Ausschuß in seiner letzten Sitzung den Antrag des Mufti, gegen den Plan einer Teilung Pa! äst i- 11 as zu protestieren, abgelchnt. Es sei lediglich beschlossen worden, einen Aufruf zu erlassen, in dem die bekannter! arabischen Forderungen nach Einstellung der jiidisdien Einwanderung und Verbot des Bodenvcrkaufes an Juden wiederholt werden und die Bildung einer nationalen arabischen Regierung verlangt wird. Hingegen sei kein endgültiger Beschluß über den Plan der Teilung Palästinas gefaßt worden. Nach den Meldungen dieser Zeitung hat die Sitzung des Obersten Arabischen Ausschusses einen äußerst stürmischen Verlaut genommen. Die Resolution, gegen den Teilungsplan nicht zu protestieren, soll von Nashashibi beantragt und dank dem wachsenden Einfluß der Opposition im Obersten Arabischen Ausschuß gegen die Stimme des Mufti angenommen worden sein. Tel-Awiw jüdische Hauptstadt? Und was wird mit Jerusalem? Die In Beirut in französischer Sprache erscheinende Zeitung ״La Syrie“ veröffentlicht folgenden Bericht über die geplante Teilung Palästinas: Es gibt mannigfache Beweise, die eine Teilung Palästinas in zwei oder mehreren Provinzen, arabische und jüdische, als wahrscheinlich erscheinen lassen. Einer der angesehensten arabischen Führer bat nach einem Zusammentreffen mit dem Mitglied der Kgl, Kommission, Prof. Coupland, erklärt: Die Städte Gaza, Ber Scheba, Hebron, Jaffa, Jerusalem, Beruf! t der Orchester-Vereinigung Die Palästinensische Orchester-Vereinigung berief eine außerordentliche Generalversam ml u n g ein, um einige Statutenänderungen vorzunehmen, mit denen man jedoch im Interesse der bereits jetzt einsetzenden Vorbereitungen für die neue Saison nicht bis zur ordentlichen Generalversammlung warten konnte. Der Vorsitzende des Tel-Awiwer Zu׳eigste11en-Komitees, Mosche Ch clou che, stellte in Aussicht, daß man Preise für Mitglieder um 10°״ ermäßigen, hingegen für Nichtmitgüeder der Orchester-Vereinigung um 25 °/0 verteuern wolle, nm so den Kreis des Stammpublikums noch weiter zu vergrößern. Aus dem Bericht des Auditors, Herrn B a w I i, ergab sich, daß bis jetzt aus Mitgliedsbeiträgen der Vcreinignng an das Orchester zirka 3000 Pfund abgeführt werden konnten, während über die Einnahmen aus Konzerten natur* gemäß noch keine Schlußzahlen vorliegen. Der Generalsekretär der Vereinigung, S. B. Lewertoff, gab einen Tätigkeitsbericht. Trotz der Unruhen erreichte man eine Mitgliedschaft von 2500 Personen. Davon stellt Tel-Awiw allein über tausend Mitglieder, zu denen für die Tel-Awiwer Arbeiter-Konzerte noch einmal 515 Mitglieder hinzukommen. Die Gesamtzahl der Abonnenten im Lande beläuft sich auf zirka 7900, davon in Tel-Awiw sowohl für die allgemeinen wie die Arbeiterkonzerte je 1800. Das Orchester setzt sich aus 71 fest engagierten Musikern zusammen, von denen 25 «,0 bereits früher in Palästina tätig waren; der Rest wurde aus dem europäischen Ausland und aus Amerika hinzugezogen. Von den geplanten 68 Konzerten sind bis jetzt bereits 43 durchgeführt, die von nahezu 80 000 Personen besucht wurden. Vier dieser Konzerte fanden in Aegypten statt, alle übrigen in Palästina. Das Orchester ist für Dezember nach Kairo und Alexandrien verpflichtet. Als Dirigenten raren nach Toscanini Issai Dobrowen, Hans Wilhelm Steinberg und Michael Taube tätig sowie für Jugendkonzerte Wolfgang Friedländer. Als Solisten hörte man die Orchestermitglieder A. Weißgerber, Oalimir, Fenyvcs (Violine) — zu denen sien im kommenden Konzert der Geiger Rudolf Bergmann, Konzertmeister des Orchesters, gesellt —, ferner den Bratscher Blumberg und die Cellisten Bernstein und Odnopossof. Aus Europa waren als Gastspielsolisten verpflichtet: der Geiger Adolf Busch, der Pianist Benno Moisewitsch, die Sängerin Sabine Kalter. Dr. Heinrich Simon, der als Freund und Vertreter Hubermans in der Leitung der Orchester-Vereinigung tätig ist, erblickt in der Schaffung der Mitgliederorganisation ein ״im weitesten Umfang vom Publikum geübtes Mäzenatentum“, Darübe״ hinaus sei es die Absicht Hubermans gewesen, statt ״zufälliger Billettkäufer“ eine einheitlich konsolidierte Zuhörermasse heranzuzielien, an die der Künstler sieh wenden könne. In der Aussprache, in der u. a. Distr. Officer Epstein, W. Ros 0110 und Frau Hoofien das Wort ergriffen, wurden einige Anregungen gegeben und Fragen, den Etat betreffend, angeschnitten, die durch die bevorstehende Haupt- Versammlung ihre Beantwortung finden dürften. Gastspiel in Beirut Das Palästina-Orchester ist soeben von seinem ersten in Beirut absolvierten Gastspiel zurückgekelrrt, einer Reise, der über das Künstlerisch-Kulturelle hinaus in einer Zeit arabisch-jüdischer Spannungen eine gewisse politische Bedcutung zukommt. Der große Saal der Amerikanischen Universität war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der französische Haut- Com rr, issa Ire S. E. Comte de Märtel hatte das Patronat übernommen. Ferner waren anwesend der Präsident der Universitlt Dodge, Universitätsprofessor Kugel, der sich um Bethlehem, Nablus, Tulkerem lind deren Umgebung werden zusammen den arabischen Staat bilden, der mit Transjordanien vereinigt werden wird. Die Hauptstadt dieses neuen arabischen Staates wird nicht Amman, die jetzige Hauptstadt Transjordaniens, sondern Jerusalem sein. Im neuen arabischen Staat werden Jerusalem und Bethlehem volle administrative Selbständigkeit erhalten. (Diese Darstellung ist zweifellos unrichtig. Jerusalem wird in keiner Form als Hauptstadt des arabischen Staates figurieren können. Dies würden die Juden nie zulassen, aber auch die christliche öffentliche Meinung würde sich dagegen erheben. Nach allen bisher bekannt gewordenen Versionen soll Jerusalem als ״Heilige Stadt* exterritor i a 1 werden. Die jüdische Welt wird ihre Beziehung zu Jerusalem niemals aufgeben, eingedenk des Psalmverses: ״Wenn ich dein vergesse, werde meiner Rechten vergessen.“ — Anm. d. R. ״J. R.“) Die Hauptstadt des jüdischen Staates, der sich längs des Meeres von Jaffa bis Haifa erstrecken und gegen Norden und Osten das ganze Gebiet des Ernek Jesreel sowie die Kreise von Beisan und Tiberias einschließlich des ganzen Gebietes bis zum Kineret-See umfassen soll, wird Tel- A w i w sein. Eine jüdische Provinz für sich soll im Süden von Jaffa gebildet werden und das Gebiet umfassen, wo sich heute die Kolonien Rischoti le Zion, Ness Ziona, Rechowoth, Ekron und Chedera befinden. Schließlich soll eine vierte P r o v i n z gebildet werden, die umfassen soll: Haifa und Umgebung, Akko, Nazareth und Safcd. Diese Provinz soll ein Dominialstatut erhalten und als Dominion in das Britische Imperium _ eingegliedert werden. Auf diese Weise wird Palästina in vier Provinzen aufgeteilt werden, und zwar in eine arabische, zwei jüdische und eine englische Domini,ilprovinz. Die Heiligen Stätten Der Londoner ״ S u 11 d a y Express“ berichtet: Jeru* salem, Betlehem und Nazareth — Namen, die den gläubigen Christen in der ganzen Welt heilig sind, — sollen der unmittelbaren Obhut Groß- Britanniens unter* stellt werden. Dieser Vorschlag wird von der Kgl, Kornmission, die unter dem Vorsitz von Lord Peel über die Zukunft Palästinas berät, wahrscheinlich gemacht werden. Es ist fast sicher, daß dieser Vorschlag von dem Kabinett angenommen «׳erden wird. Mufti entsendet Delegation Jerusalem, 11. Mai. (JTA.) Von arabischer Seite wird mitgeteilt, daß die Partei des Großmutti von Jerusalem in den nächsten Tagen eine eigene Abordnung nach London entsenden wird, um der politischen Arbeit des Emirs Abdullah entgegenzuwirken. Die Ab- Ordnung soll unter der Führung eines nahen Verwandten des Mufti stehen. Dagegen scheint dieser selbst den Plan einer Reise nach London aufgegeben zu haben. die Organisation des Konzerts besonders verdient gemacht hat, der Unterrichtsminister und wertere zahlreiche Vertreter der Regierung und des öffentlichen Lebens. 'י! Das Programm umfaßte Werke von Mendelssohn, Weber, Saint-Saens (Konzert für Violincello und Orchester), sowie Beethovens Siebcnfe Symphonie. Das Orchester, der Dirigent des Abends Hans Wilhelm Steinberg und der Solist Jacob Bernstein, wurden stürmisch gefeiert. Die syrische Presse berichtet in begeisterten Wendungen über den Abend als ein außergewöhnliches Ereignis. Am Nachmittag wurde ein Sonderkonzert für Studenten und Schüler veranstaltet, dessen Leitung das Orchestermitglied Bronislaw Schulz, früher Dirigent der Warschauer Philharmonie, innehatte. Von maßgebenden syrischen Musikkreisen wurde die Anregung gegeben, regelmäßige Gastspiele in Beirut zu arrangieren, Konservatorium ״Tel-Awiw“ Unter Leitung von Harry Blumberg wurde vor etwa zwei Jahren das Konservatorium ״Tel-Awiw“ gegründet, dessen Lehrerkollegium sich heute fast ausschließlich aus Mitgliedern des Palästina-Orchesters zusammensetzt. Die Schule, die vom Jerusalemer Konservatorium oder anderen Lehransfalfer! völlig unabhängig ist, bezieht bis jetzt keinerlei öffentliche Subvention. Es ist die Möglichkeit zum Erlernen sämtlicher Instrumente geboten, ferner werden Kurse für Theorie, Harmonielehre und Komposition abgehalten. Zur Zeit empfangen etwa 65 Schüler — im Alter von zirka 7—17 Jahren — regelmäßigen Unterricht. Ein kleines Orchester ist bereits gebildet, das von Zeit zu Zeit mit Konzerten vor die Oeffenflichkeit tritt. Anläßlich einer derartigen Aufführung ließ sich feststellen, daß hier ein vielversprechender Nach• wuchs herangebildet wird, dem durch die Anwesenheit sc zahlreicher erstklassiger Kräfte in Palästina die Möglichkeit (.׳geben ist, eine musikalische Ausbildung bis zur letzten cife zu empfangen. Manfred Oeis Professor für Pädagogik Mordecfaal Kaplan nach Jerusalem berufen Wie mitgeteilt wird, wurde Prof. Mordechai Kap* lan aus New York zum Vorsitzenden der Pädagogisehen Fakultät an der Universität Jerusalem ernannt. Prof. Kaplan ist eine führende Persönlichkeit des jüdischreligiösen Lebens in Amerika. Unseren Lesern ist er bekannt durch die Besprechung seiner Bücher, die in der R■“ erfolgt ist, zuletzt des Buches ״Judaisme in Transition. ״Das Judentum im Uebergarrg“ (vgl. Besprechung in Nr. 71/1936 der ״J. R.“). Professor Kaplan hat in Amerika um sich einen Kreis gesammelt, der sich die Verstärkung eines modernen jüdischen Interesses unter der Jugend Amerikas zum Ziel gesetzt hat. Er gibt auch eine Zeitschrift heraus: ״The Reconstructionist“. Die Berufung Kaplans an die Universität Jerusalem wird ein neuartiges Element des jüdischen Geistesfebens dem zentralen jüdischen Bildungsinstitut einglicdern. Es ist zu hoffen, daß sich daraus auch enge Beziehungen zwischen der Universität Jerusalem und dem großen jüdisehen Zentrum in Amerika ergeben. Die Pädagogische Fakultät der Hebräischen Universität wurde im Jahre 1935 organisiert. Der gleichfalls aus Amerika kommende Pädagoge, Dr. Alexander Duschkin, hielt als Dozent Vorlesungen über Politik und Schulwesen. Gleichzeitig wurde die Versuchsschule in Beth Hake* rem gegründet, die mit der Pädagogischen Abteilung der Universität verbunden ist. An dieser Schule wirkt auch Dr. Ernst Simon (aus Deutschland), der an anderer Stehe der heutigen Ausgabe über einen Teil seiner Tätigkeit berichtet. Rund um das Palästina-Orchester Tel-Awiw, Ende April

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.