Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 38-39 (14.5.1937)
- Date
- 1937-05-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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■■«VT7,‘ JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 38/39, 14. MAI 1937 Warnung vor einem guten Buche Von Rabb. Ernst Jacob, Augsburg Nachdem wir das Buch von Auerbach• gewürdigt haben, geben wir einer abweichenden Auffassung Raum, ohne uns im Einzelnen mit den Ausführungen zu identifizieren. (Red.) Es sind selten die schlechten Bücher, die in den Käpten der Menschen den größten Schaden anrichten. Denn ein schlechtes Buch wird nur unter ganz besonderen Umständen einen größeren Leserkreis finden. Aber wenn ein Buch gut geschrieben ist und auch inhaltlich eine Bereicherung bietet, kann es eine Gefahr bedeuten, weil seine Irriümer und Schwächen über seinen Vorzügen übersehen werden und sich in dem Gedächtnis der Leser miteinwurzeln. Das gilt, so scheint uns, auch von Elias Auerbachs vielbesprochenem ״W üste und gelobtes Lan d“, Geschichte Israels von den Anfängen bis Esra und Neliemia. Der zweite Band, der vor einigen Monaten im Schocken- Verlag erschienen ist, hat in der jüdischen Presse fast ohne Ausnahme eine glänzende Aufnahme gefunden, und das mit sehr viel Recht. Es ist ein Buch voller Vorzüge: von der glänzenden Ausstattung ganz zu schweigen, ist es in schöner Sprache geschrieben, versteht den gebildeten Leser für sein Thema zu interessieren und bringt eine Fülle von Belchrung, insbesondere dadurch, daß die Ausgrabungen und Funde über den alten Orient bis zu den neuesten verwertet worden sind und daß der Verfasser es verstanden hat, mit größter Liebe in die Bibel hineinzuhorchen und mancher bisher übersehenen, unscheinbaren Notiz neue geschichtliche Erkenntnisse abzugewinnen. Auch die genaue Kenntnis des Landes, in einem 20jäl1rigen Aufenthalt dort erworben, kommt dem Werk zustatten. Lhid trotz alledem: es ist ein gefährliches Buch. Denn cs erweckt den Eindruck, als ob die Vergangenheit unseres Volkes sieh wirklich so abgespielt habe, wie sie hier geschildert ist. Der Verfasser selbst spricht im Vorwort von persönlicher Vision und von einem Bilde, ״das durch sein inneres!.eben Wahrheit verbürgt — soweit unsere haibblinden Augen Wahrheit zu sehen vermögen“. Aber diese Skepsis gegenüber dem eigenen Forschen wird im Werke selbst leider nicht fcstgchalten. Der Leser möge sich nicht darüber täuschen: was ihm geboten wird, ist nicht Geschichte, sondern ein R 0 m a n, wenn auch ein interessanter. Der Verlauf der biblischen Geschichte wird konstruiert, vielleicht sogar annähernd richtig konstruiert. Aber die Konstruktion bleibt unbewiesen trotz aller aufgewandten Mühe. Und wenn man schon bei der Dürftigkeit unserer Quellen nie über eine Konstruktion hinauskommen wird, dann ist die Frage, ob die Konstruktion, die die Bibel selbst gibt, die natürlich auch nicht beweisbar ist, nicht in vielen Punkten den Vorzug verdient. Es handelt sich dabei vor allem um die Zeit und aie Gestalt Moses und um die Frage, wann die fünf ihm zugeschriebenen Bücher verfaßt worden sind. Auerbach folgt im allgemeinen den ausgetretenen Geleisen der Quellen- Kritik, ohne auch nur mit einem Worte die gewichtigen Argumente und Arbeiten zu erwähnen, mit denen sie von jüdischer und christlicher Forschung bekämpft worden ist. Vieles davon ist geradezu abenteuerlich. Da ist z. B. die Behauptung, der älteste Teil des Pentateuch, der ״Jahwist“ sei von Ebjatar verfaßt, der durch Eli ein direkter Abkomme Moses in der 6. Generation gewesen sei. Beweis: Tcxtverbessertingen und chronologische Kombinationen unter glatter Ignorierung aller deutlichen biblischen Aussagen. Behauptung und ״Beweis“ sind nicht neu, ebensowenig wie die anschließende Behauptung, daß Ebjatar seinerseits Stammvater des Propheten Jeremiah gewesen sei. Dies behauptete z. B. schon CorniH in seinen! Jcremiaskonimentar, Dieser schrieb: ״Nach Anatot, dem Geburtsort des Propheten Jeremia, auf sein Familiengut verbannte Salomo den abgesetzten Oberpricster Davids Ebjatar und da möchte wohl Jeremia ein Abkömmling dieser Familie sein, was auch noch dadurch wahrscheinlieh gemacht wird, daß er in nicht dürftigen Verhältnissen mit einem wohlfundierten Familienbesitz gelebt zu haben scheint. Das wäre bedeutsam, denn es hätte ihm eine Fülle der stolzesten und teuersten Erinnerungen Israels als Familientradition in die Wiege gelegt.“ Aus alle diesem ״hätte“, ״wäre“, ״möchte wohl“ ist bei Auerbach ein ״alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür“ geworden, als ob ein Arzt Müller, der im 20. Jahrhundert aus Augsburg stammt, deshalb von einem Arzt Meier abstammen müsse, der im 1.ft. Jahrhundert nachweislich nach Augsburg zog. So groß sind viele Wahrscheinlichkeiten des Buches. Da wird ferner behauptet, das fünfte Buch Moses, das sogenannte Deuteronomium, ist unter der Regierung des israelitischen Königs Manasse zwischen 660 und 650 wenn auch zum größten Teil aus altem Material zusammengestellt worden. Der Beweis baut sich u. a. darauf auf, daß das Loch in dem Spenderkasten, in dem man das Buch im Jahre 622 fand, so klein gewesen sei, daß man das Buch nicht etwa auf diesem Wege hincinstecken konnte. Geöffnet worden sei aber der Kasten nur zwei oder dreimal in jedem Jahrhundert. Woiier weiß Auerbach das alles? Ebenso unhaltbar ist sein Versuch, die gängige Annahme, daß der letzte Teil des Pentateuch, die sogenannte Priesterschrift P erst von Esra verfaßt und von diesem mit den übrigen Quellenschriften zum heutigen Pentateuch komponiert worden sei, mit der Tatsache in Einklang zu bringen, daß die Samaritaner, die grimmigsten Feinde Esras, sieh damals vom Judentum losiösten und doch den ganzen Pentateuch übernominell haben. Ja, ist es denn sicher, daß es überhaupt diese Quellenschriften: Jahwist, Elohist, Deuteronomium! Priesterschrift gegeben hat? Die Aufsplitterung des Pentateucli in Quellen ist hypothetisch und steht im Dienst bestimmter religionsgeschichtlicher Konstruktionen. Sobald man sie an einem konkreten Beispiel nachgeprüft hat, ist sic stets zweifelhaft geblichen. Man wolle nicht mißverstehen: vielleicht hat die Quellenkritik recht. Aber auf einem ״vielleicht“, das der Sachlage nach stets unbeweisbar bleiben muß _— es sei denn, wir fänden einmal bei einer Ausgrabung wirklich eine der alten Quellenschriften auf —- auf einem solchen ״vielleicht׳• dürfte man von Rechts wegen nicht die Geschichte Israels aufbauen. Noch viel ernster als alle diese Einwände ist aber ein anderer. Das Werk Auerbachs will ״Wissenschaft“ geben. Und so eliminiert es aus Israels Geschichte den wichtigsten Faktor Gott. Die Bibel selbst führt in ihrer Gescliichtsdarstellung alles auf Gott zurück. Mag sein, daß das keine ״Wissenschaft“ ist. Aber ohne Gott und den Glauben an sein Wirken ist nun einmal die Geschichte dieses Volkes nicht Jüdische Kunst in der Antike Adolf Reifenberg: Denkmäler der jüdischen Antike. — Schocken-Bucherei Nr. 75,70, Berlin 1937. ״Aus dem Gefühl und der Erkenntnis heraus, daß die wichtigsten Werte, die das Judentum zur allgemeinen Kultur beigetragen hat, auf geistigem und ethischem Gebiet liegen und daß andere Völker auf ästhetischem Gebiet mehr und Größeres geschaffen haben als die Juden, hat man oft die Frage gestellt, oh cs denn überhaupt eine jüdische Kunst gäbe. Ist denn die Kunst der Juden nicht zu jeder Zeit nur ein Abglanz der Kunst ihrer Nachbar- oder Wirtsvölker gewesen?“ Mit diesen Worten leitet Prof. h. A. Maver von der Jerusalemer Universität Reifenbergs ..Denkmäler“ ein. Auf 60 Textseiten, denen 63 Tafeln mit mustergültigen Reproduktionen und eingehenden nebenstehenden Erlau!erungen folgen, versucht Reifenhcrg eine Antwort auf die Frage zu geben, indem er einen Ueberblick über das jüdische Kunstschaffen in der Antike gibt: die Friilizeit, die persisch-hellenistische Zeit, die Zeit der Makkabäer, die herodianischc Epoche und die Blütezeit der synagogalcn Kunst in den Jahrhunderten nach der Zerstörung des zweiten Tempels. Zu welchen Ergebnissen gelangt nun die Untersitchung? Solange das jüdische Volk sein eigener Wirt war, hat es Baudenkmäler und kunstgewerbliche Gegenstände geschaffen, die die Bezeichnung ״jüdische“ Kirnst vollkommen rechtfertigen. Natürlich werden damit die Bezichungen zu anderen Völkern in keiner Weise in Frage gestellt. Solche Beziehungen werden besonders in der Frühzeit durchaus offenbar, ohne daß die eigene Kunstübung an Bodenständigkeit und künstlerischer Bedeutsamkeit zu verlieren brauchte. Die einzige Gefahr für die Eigenart der jüdischen Kunst bildete die hellenistisch-römische Kultur, die den ganzen Vorderen Orient überflutete. Zur Zeit der Makkabäerherrscliaft aber wurde ein eigener Gest alt 11 ngswille in der bildenden Kunst wieder deutlich. Hier wurden Keime zu einer Volkskunst gelegt, die sich trotz der hellenistiseh-röiTiischcn Strömungen auch unter der Herrschaft der Herodianer behauptete und ihren Höhepunkt und ilire Bilde in der synagogalcn Kunst der ersten frühchristlichen Jahrhunderte fand. Eng mit der jüdischen Ideenwelt verbimden schuf diese Kunst Symbole, die nicht mir von der jüdischen Diaspora aufgenommen wurden, sondern die die jüdische Volkskunst des Mittelalters und der Neuzeit angeregt haben. So wird der sicbenarmigc Leuchter, der zum erstenmal aut den Münzen des letzten Makkabäerkönigs auftritt, das markanteste Wahrzeichen des Judentums der gesamten Diaspora. Aber auch andere von der antiken jüdischen Volkskunst geschaffene Symbole wie die das Gesetz bewachenden Löwen, Lulaw, Etrog tmd andere Kulfgegenstände bekunden in ihrer Formsprache einen Geist, der sich künstlerisch in den mittelalterlichen Synagogen, Kultgeräten und Handschritten unmittelbar fortsetzt und dessen später Erbe die Moderne wird. Der S y n a g o g a 1 k u n s t kommt aber über diesen inner jüdischen Bereich hinaus allgemein kunstgcschichtliche Bedeutung zu. Bildet sie doch, wie insbesondere Funde der letzten Jahre erwiesen haben, das Bindeglied von der Antike zur christlich-byzantinischen Kunst. Auch nach den Ergebnissen namhafter nicht jüdischer Forscher wie Kohl und Watzinger ist erwiesen, daß nicht nur die heidnische Antike kein Gebäude kennt, das der Synagoge als fertiges Vorbild gedient hat, sondern daß sogar in der Synagoge alle Bauglieder und Besonderheiten der arehitektonisehen Inneneinrichtung christlicher Basiliken anzutreffen sind. Diese Erkenntnis von einem fruchtbaren Einfluß jüdischer Kunst auf andere Kulturen wird bestätigt bei der Betrachtung der jüdischen ü I a s m a c 11 e r k u nst sowie den Synagogenfreskcn von Dura Europas (an der Grenze zwischen Syrien und Mesopotamien). Diese färbenprächtigen Fresken aus dem 3. nachehr. Jlidt. zeigen eine Folge der Hauptbegebciiiieiten der biblischen Geschichte. Der Fund, der in kunst- und rcligionsgeseliiehtiicher Beziehung von außerordentlicher Bedeutung ist, wird gegenwärtig von einer großen Zahl von Forschern untersucht. Der vorläufige Grabungsbericht von Clark Hopkins kommt zu dem Ergebnis, daß die Kunst der christlichen Kirche von der jüdischcn Bildniskunst ihren Stil, ihre Komposition und ihre Themen übernommen hat. Ebenso gehört in diesen Zusainmenhang auch der Nachweis, daß die Juden, die die Glasmaclierkuiist und die Kunst der Glasmalerei in ihrer Heimat sowie in ihren Niederlassungen in Syrien und Italien betrieben halten, in hervorragendem Maße zur Verpflanzung dieses orientalischen Kuiisthaiidw erk> beigetrageu haben. Aus der Fülle der Abbildungen nennen wir: die Flfcnbeinplntfclien aus dein ״LHinbeiiipalast" des Königs Aliab von Israel (Samaria), den besonders schönen ,,Löwen- Siegel“ eines Ministers des K.'migs Jvrobcam, Münzen der persisch-liellenist!sehen Zeig ihn־ AUkkah u.׳r, der Herodianer sowie aus den jüdi-ehc:! Aufständen, (iiubniotiumente der Makkabäer-Zeit, Ruinen von Mmrigugirn net ihren Mosaiken und Fresken) (insbesondere Bit Alpha und Dura Europas), jüdische Symbole als arcititekt׳miseh!■ Sc hmuckelemente, Ornamente aus Nawe, einer judivhen Stadt aus r!יm;seiter Zeit, über die Reifenberg bereits im iet/ten Schocken- Almanaeh berichtete, Fresken aus den jüdischen Katakomben in Rom, Proben jüdischer Glasntacherkunst und jüdischer Lampen. Diesen letzten drei Gebieten sind auch besondere Abschnitte in de׳. Darstellung gewidmet. Wenn bei der Betrachtung die-es Bindchens das kamstlcrische Werk zweier Jahrtausend;• noch dürftig zu sein scheint, bedenke: die Geringfügigkeit der Funde erklärt sich aus den wiederholten gründlichen Zerstörungen Jerusalems und der wichtigsten Städte des Landes. Das Schönste und Prächtigste ist restlos verloren, vom Tempi! in Jerusalem! von den Palästen der Großen, von ihren Villen, ihrem Hausrat, ihrem Schmuck ist kaum etwas übnpgebHeben. Ge- Icgentliche aus dem Schutt aufgelesene Stucke wie ein Elfenbcinplättchen aus Samaria, ein Siegel aus Megiddo lassen nur ahnen, was wir verloren haben. Dem Schocken Verlag gebührt Dank, daß er durch diese Publikation, deren gediegene Ausstattung besonders auffällt, dem Laien Zugang zu einem Gebiet erschlossen hat, dessen Erforschung noch in den Anfängen steckt und das bisher nur den Fachleuten in besonderen Werken zugänglich war. Dr L. Ehrmann 711 verstehen. Es ist möglich, daß sie dann, wenn man von Gott absieht, eben überhaupt nicht geschrieben werden kann. Dann muß man sich damit zufrieden geben und es bei der ,.biblischen'‘ Geschichte bewenden lassen. Das zeigt sich am deutlichsten bei der Prophetie. Sie ist einfach unverständlich, wenn man nicht an Gott glaubt, und an seiner Stelle mir eine ״Gottesvorstcihmg“ gelten lassen will. Das hat erst neuerdings wieder das schöne Buch von Hcschcl über die Prophetie in seiner tief cindringcndcn Analyse gezeigt. Weder ein — übrigens aufgebauschtes — Wüstenideal, noch der sittliche Drang, noch die Sorge um das Volk macht das Wesen der Propheten aus. Auerbach bleibt in dieser Grundfrage trotz manchen schönen Wortes ein später Nachfahr des Rationalismus, wie er auch noch tief im Glauben an den Fortschritt steckt, z. B. in dem geradezu rührenden Satz (II, 106): ״Ist es nicht großartiger, dieses Bild eines kleinen Volkes, das aus Dumpfheit und Chaos sieh zum höchsten Licht hinaufringt, als die Vorstellung, daß am Anfang seiner Geschichte eine vollendete Offenbarung stellt?“ Hier wird die Subjektivität des Ganzen deutlich, die kein Recht hat, sich gegenüber der anderen Subjektivität des Glaubens als wissenschädlicher auf Zuspielen. So muß der Verfasser sich natiirlieh in Widerspruche verwickeln und auf S. 106 die klassische Prophetie aus der Ekstase der alten Nebiim hervorgehen lassen, während er S. 109 schreibt, daß sie nichts miteinander zu tun haben. Die Propheten haben sich getäuscht. Was sie sagen, trägt künstlerische Form, und die dichterischc Form wurde eben damals als ״göttlich“ empfunden (S. 118). Oder sie sehen sich die politische Lage an und geben das, was ihnen als die sichere Entwicklung erschien, dann als göttliches Orakel aus. So nimmt sich die Prophetie in einer jüdischen Darstellung aus! Selbstverständlich wird aus der christlichen Bihehvissenschaff die Behauptung übernommen, daß die Propheten gegen allen Kult aufgetreten seien. Als ob es eine Religion ohne Kult geben könne! Die Schriftpropheten haben sich weder die Wüstenzeit ohne Opfer vorgestellt, noch etwa als erste erkannt, daß Gott gehorchen besser ist als Opfer. Das sagt ja bekanntlich schon Samuel. Und der Schriftprophet Jcchcskcl mit seiner Liebe zum Opfer- und Tempeldienst? Er paßt freilich nicht in das Schema und ist deshalb reichlich unbeliebt. Das alles mußte gesagt werden, weil Auerbachs Buch eine bedeutende Leistung ist — wissenschaftlich und kirnstlerisch und trotzdem wir keine bessere Darstellung des Themas besitzen. Das Werk soll gelesen und studiert werden. Es sei ihm eine■ weite Verbreitung gewünscht — aber der Leser soll hinter jeder auch ncch so selbstgewiß auftretenden Behauptung ein großes Fragezeichen machen. 111111111111111111m111m11111111!111n1111m!1!1m1mm11m11111111u111m1m1n111111n!111111!1i11111111m1111111n1111m1111111n11111!!111m11 Seit dem Erscheinen des letzten Litcraturhlatles in Nr. 36 sind folgende Bücher außerhalb des Literaturhlattcs bcsßro• chen worden: ״Omerzeil und Schaimiolh“, von El. L. Ehrmann. — ״Tod und Todesursachen unter den Berliner Juden", von F. R. Goldmann und G. Wolff. — ״Rassenlehre", non Eschkoli (Nr. 37). Die neue Bibel-Uebersctzung Mit dem soeben erschienenen vierten Rand der ״Heiligen Schrift“, der die ״Ketubim" (Schrifttum) enthalt, ist die von der Jüdischen Gemeinde Berlin veranlaßt(1 neue Bihclüber- Setzung von Harry Torczyner (Verlag J. Kauffmann, Frankfurt a. M.) nunmehr abgeschlossen. Die lieber- Setzung dieses Teils der Bibel stellt besonders schwierige Aufgaben, vor allem weil große Partien poetischer Natur sind und daher auch an den poetischen Sinn der Liebersetzer große Anforderungen stellen. Man denke nur an die Psalmen, an die Sprüche, an Hiob, die Klagelieder und das Hohelied! Das Wort ״Psalmen“ ist hier ebenso wie bei Buber beseitigt; das Buch ״Tehiliim“ heißt in der Uebersefzung ,.Preisiiedcr“ (bei Buber: ,,Preisungen״). Fine besondere Schwierigkeit der l,ehersetzung dieses Buches liegt darin, daß kein anderes Buch der Bibel sich in der deutschen Sprache so sehr eingebürgert hat wie gerade dieses Buch der Lutherschen l'eberset/ung. Die l'ehersetzung von Torczyncr geht durchaus originelle Wege und versteht es, den ans Herz greifenden erhabenen Text und die schlichte Frontmigkeit dieser einzigartigen religiösen Dichtungen in einer schönen Sprache und volkstümlichen Form u iederzugehen. Das Buch Hiob, dem Torc/vncr schon vor Jahren eine besondere Arbeit gewidmet hat, ist gut lesbar und gibt einen Eindruck von der Großartigkeit des Werkes. Im Hohelied, das den Titel ,.Der Lieder Sang" trägt, ist versucht, die dramatische Form durch Anfüliningsstnche armideufen. — Aut Einzelheiten kann im Rahmen dieser Anzeige nicht eingegangen werden. Es sei nur ausgesprochen, daß diese vicrbütidige Bibelübersetzung ein wichtiges Werk darstellt, das dazu beitragen sollte, die Kenntnis der Bibel, die die Grundlage aller künftigen jüdischen Bildung wieder werden muß, zu verbreiten und zu der Beschäftigung mit dem hebräischen Originaltext über/uführen, Vierte Auflage des Philo■ Lexikons, Handbuch des jüdischen Wissens. Leinen 4,80 RM. — Philo Verlag, Berlin-Amsterdam, Die eben erschienene 4. Auflage des Philo-Lcxikons enthält 32 Spalten, nahezu 4000 Druckzeilen mehr Text und damit etwa 500 neue Stichworte und Namen. Die Tabellen und Abbildungen wurden um ca. 50 vermehrt. Von ihnen seien hervorgehoben etwa die Bilder von Franz Kafka und Pauline Lucca, die Abbildung eines Gemäldes des inzwischen verstorbenen Malers Ryback, ein Falaschakopf auf der Rassentafel usw.; die Karte Palästinas wurde völlig neu bearbeitet und im Vierfarbendruck hergdstcllt. Sammelsfich- Worte wurden um der Uebersichtlichkeit willen in tabel-!arische Form gebracht, so z. B. die Stichworte ״Film“, ״Mediziner“, ״Statistik“. Tabellen wurden neu aufgenommen, so: ״Die größten jüdischen Gemeinden in Deutschland“, ״die größten jüdischen Gemeinden in der Welt“, ״Dozenten der Universität Jerusalem“. Eine große Anzahl neuer Städte und Länder und mehrere hundert neue Namen wurden eingefügt. Dazu kam eine Uebcrprüfung sämtlicher statistischer Angaben, die Einfügung zahlreicher neuer Tagesdaten, wo bisher nur Jahresdaten gegeben waren, und die Ergänzungen, die sich aus der Entwicklung der verflossenen drei Jahre ergeben haben. Das handliche kleine Nachschlagebuch erweist sich neuerdings als sehr brauchbares Hilfsmittel. REKLA7IEARTIKEL jetzt schon bestellen KRWST 9AKDL, Berlin W15, Kartttrstendamm 50A Ruf: WERBEGESCHENKE 91 75 48 Originelle Neuheiten ( gj f