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Jüdische Rundschau · 1937-05-14 · Heft 38-39 (14.5.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 38-39 (14.5.1937)
Date
1937-05-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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S«lte 4 ments erklärte sich mit der Uebersendung der Adresse ein• verstanden und wies die Abordnung an den englischen Konsul, der die Adresse entgegennahm und sie mit dem Flugzeug, das die offiziellen Vertreter zur Krönungsfeier bringt, nach London befördern lieh. Die Feier in Palästina Die gesamte jüdische Bevölkerung Palästinas hat dem Aufrut des Waail Lcumi zu den leiern anläßlich der Krönung des englischen Königsnaares freudig Folge geleistet. Die Straßen der Altstadt von Jerusalem und der neuen jtidtsehen Viertel erstrahlen am Vorabend der Krönung in festlichem Licht. Die Synagogen und zahlreiche jüdische Gebäude Sind reich geschmückt. Große Bilder des Königs und der Königin sind an den Häuserfronten angebracht. Vielfach ist die britische Krone umrahmt von Kr.in/en und Flaggentuch zu sehen. Das Gebäude der J e w i s 11 Agency fragt einen riesigen Magen David, der von großen Scheinwerfern angestrahlt ist. Ungeheuere Menschenniassen bewegen sich durch die Straßen, um die Stadt im F'estschmuck zu bewundern. Von den Häusern wehen zahllose jüdische und engdische Flaggen. Jugendliche brennen überall Raketen und Feuerwerkskörper ab. Auch das Stadtbild von T e 1 ־ A w i w ist festlich verändert. An allen Hausern sind Flaggen und Blumenkränze an- Gebracht. Am Vorabend fand eine festliche Illumination durch cheimvcrfer und zahllose Glühlampen statt. Die Haupt- Straßen und Plätze bieten ein festlich bewegtes Bild. Nur an einer Stelle wurde die Festesfreude gestört, als ein britischer JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38/39, 14. V. 1937 Billige Kuren a n fl e n heißen. 11 n ch r ad. Thermen Bad Teplitz-Schönau bei Gicht, Rheuma, Ischias. Auskunft: Städtische ״der Claryache Kurdirclctio«. Tagung der Forschungs-Abteilung Judenfrage In M ü n c 11 e n trat am 12. Mai die Forsch ungsa b f c i 111 n g J11 d e n f r a g e des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands zu ihrer zweiten Arbeitstagung zusammen. In der Eröffnungssitzung gab der Oeschäftsfiilirer der Abteilung, Dr. Wilhelm Grau, einen ausführlidten Bericht über die bisherige Arbeit der Forsehmigsabteiiung. Die Abteilung hat sich an alle deutschen Archive gewandt mit der Bitte, die Ausarbeitung von J u d a i c a - Verzeichnissen umgehend in Angriff zu nchmen. Auch die österreichische Archiv Verwaltung habe sieh der Bitte der Forschiingsabteilung angcschlossen und ebenfalls die Anlage von Judaica-Vcrzeichnissen für die österreichischen Archive ־/»gesagt. Die Judaica-Verzeidinisse der deutschen und österreichischen Archive werden zu einem Gcneralinventarverzeichnis der Judaicabcstände zusammengcfaßt werden. Die Forschiingsabteilung hat eine Reihe von F o r s c h u 11 fr s 11!11 c r n e 11 tn u n g e n in Angriff genommen. Der ״Berliner Lokalanzeiger•‘ vom 11. Mai veröffentlicht ein Interview .seines Münchener Berichterstatters mit Dr. Grau. Dieser weist darin auf die weltpolitische Bedeutung der Judenfrage hin und sagt dann u. a. folgendes: ,,Dali wir auf murrer Tilgung auch zwei 's i ••!.! w i.. , n schattier sprechen 1 a s s e n. wurde von den Gegnern soiort u'.i eine Knutc-siou im die i'agespoiilik gedenk:!, ja. im Ausland gar als Sen-aiion aiiigrhihk ln Wirklichkeit bestimmten uns ernste ssu-seus• haftliilie tiiiinilc zu dic-etn Entschluß, denn wir stehen auf dem .S(,1ndp,u!1kt, daß die juilenfi.igc der jüngsten Zeit von der Wi- .•ieiudiuü noch 11:1111 ausreichend und sachlich behandelt werden kann, ela viele* (,)tielien noch nicht zugänglich mal viele Vorgänge und assimilier(«■ Judentum sich <h11׳n״cJ1 wiesfer zuriiekkreuzte, <f. h., daß die gefaulten Juden und. deren Kinder wieder Juden oder Halb- Juden heirateten. Gerade dieses rassische Problem der Rück- Kreuzung ist besonders wichtig, weil es zeigt, daß gerade in den führenden ,Schichten Deutschlands die blutmäßige Substanz gefährdet war und somit die Gefahr!x״,t,1!]d, daß die iühremlo Schicht des deutschen Volkes .sich’ allmählich aus einer anderen rassischen Substanz jusammensetzte als das Volk seihst. Diese Entwicklung ist in Deutschland zwar mit. den Njirnbcrgcr Gesetzen abgeschlossen worden, in anderen Staaten alter, wie'‘ <Dr. Wilfried Euler in dieser Untersudiung nachwcisl, nach wie vor im Gange, Eine dritte Arbeit behandelt die spanische Jaden*«•« treiburig im 15, Jahrhundert, die gerade in den Niederlanden und «־!gar bis nach Hamburg yu einer großen rassischen Vermischung führte, aller Spanien dazu führte, daß viele IK)!! \v. ':II ־hioc-cn Mud. Gerade aus Ehrhnrht vor der wissenbuh ci.nhtcn wir es für zweckmäßig, zur Darh .!.!!1:1.1 ur?״!len Kn!w!ckhuig ,ן," }ebenden gc-cbulü- Polizeioffizicr und ein Poli/i-tf citn׳ aus Jaffa gebrachte arabische Flagge an der polizi'iMafirm tiibtcn. Nach wiederhohem Einschreiten der Stadive!׳vcaitung wurde die Flagge nledergeholt. Aul;ii'> 1 ich der Krönung hat Sir Artlmr W a 11 c 11 o p e für die Anlage eines öffentlichen Parks in Klar Sebni.'trjalut hei Herzlia, der den Namen vtm S c |! ״! n r j;1 h ü Lev in tragen soll, persönlich den Betrag von k HHM1 gespendet. Fan weiserer Betrag von L 1000 ist vom High Gnmmissioiier für arabisclte /. w e c k e gespendet worden. ״Felestin'‘ berichtet, daII aus Art!all der Krönung 100 arabische Sträflinge amnestiert werden. Von den fünf Juden, die im Zusammenhang mit den Unruhen zu verschiedenen ü e f a n g n i s $ t r a f e n verurteilt wurden, sind zwei bereits befreit worden, wahrend die über einen dritten Juden verhängte Sir.de ton 5 Jahren in 1 Jahr umgewandelt wurde. Die Huldigung des Jischuw Jerusalem, Fi. Mai. (JTA.) Die von der Stadtgemeinde Tel-Awiw im Gau 1 lanewüm (Proplietengwfen) veranstaltete Fcstvcrsainmlung nahm einen glanzenden Verlauf. SO() führende jüdische Persönlichkeiten nahmen neben den Vertretern der Distnktsbehörde ttnd der Militär- und Polizeibehörden an der Garden Party teil. Eine englische Militärkapelle wirkte hei den Darbietungen mit. Burgermeister Rokach hielt eine Ansprache und verlas eine H u 1 (I i g 11 n g s a d r c s s e, deren Inhalt dem Königspaar telegraphisch übermittelt wurde, in der es heißt: ״Das jüdische Volk wird stets das Andenken des glorreichen Königs Georg V. gb;eit dem des Königs Cyrtis hochlialten. Fr hat der Jmlmhcit ihre dritten Freiheitsakte geschenkt. Wir hoifen und glauben, daß jeder Herrscher auf dem Driti--< iren ”1 hron es als Auszeichnung■ und Ehre betrachten wird,;hm auf dem wahren Wege der Gerechtigkeit zu folgen und, d.<-, 1-rael gegebene Versprechen nicht zu brechen. Wir holten, <1!i> in der!.ebens/eit des Köniffspnares und in der iiiwrigcn die Wiederauferstehung Israels in seinem historischen!and im Umfange seiner historiselien Grenzen verv. irkheht werden wird.‘‘ Die I tuidigungsadress:׳ e״t \<!:1 dem Bürgermeister Rokach und dem Stadtsekret.tr Nedivi unter/eielinet. In der Grölten Svna!:uge von Tel-Awiw hat ein feierlicher Krön u n g» g o 11 e d i e .׳! s f sfaffgefunden. Die Angehörigen der indischen I c. mit, die au der Eroberung Palästinas Kulgcnuininni hat, und dunbrigcti jutbsehen Kricgsti'iliu'hmer Vcf.instalteten einen A 11 f in a r > c h in den St!allen von Td-Aw iw. Der Zug, an ile-seti Spitze eine Musikkapelle des Makkabi m:tr*chierte, inachte auf dem Hcrhcrt-Sa1mu׳l-PIatz halt. Hier!.ebritten Bfirgennelster Israel Ro k ach und der 1 eldrahlhner der aiwtnlisciien Streitkräfte, Rablu l.evine, die Front ah. Zu den Kroi1u:1׳g--;eier',!chkdten in Tel-Awiw waren auch Araber in grollen Massen lierbeigestnhmt, da in dem benachbarten Jaffa keinerlei derartige Feiern stattfanden. Nur <11 e dortig! rt Regierungsgeb.iitde wann mit britischen und arabischen Flaggen geschmückt. Vielfach waren jedoch diese Flaggen wahrend der Nackt lieruutergerisseii worden. Das Ciehimde der Angloi'alestinc Bank hatte eine jüdische Flagge gehißt, die jedoch, nachdem arabische Jugendliche eine feindselige Kundgebung vor dem Gebäude veranstaltet hatten, aut Weisung des Distriktskommissars Crosbie wieder fingezogen wurde. In Jerusalem fand der feierliche Festgottesdienst in der J cschurun-Synagoge statt. Zahlreiche Regierungsbeamtc und Vertreter der jüdischen Institutionen nahmen an ihm feil. Die Festpredigt hielt Überrabbitier Dr. Isaac Herzog. _ 2utn Tode des Fliegers Mittelholzer. Der Schweizer Flieger Walter Mittel li o I 7 e r, der vor einigen Tagen einem Bergungltick in der Steiermark zum Opfer fiel, brachte bekanntlich im Jahre 1011 eine Fokkor-Maschinc zum Kaiser von Abessinien, Auf diesem Flug wurde Mittelholzer von Film Operateuren begleitet, um einen Abessinicnfiim herzustellen. Bei dem Hinflüge besuchte Mittelholzer auch Paläitlna, und es wurden bei dieser Gelegenheit schiine Luftaulttahmen von Palästina gemarkt, die später in den! Reisefilm zu sehen waren, Unser Mitarbeiter C. Z, Klötzel befleitete Mittelholzer auf dem Palästinafluge und berichtete lertiber in der ״jüdischen Rundschau“ vom 2. März 1034. In Tel-Awiw sprach u. a. Bürgermeister Dizengoff einen Oruff an das Kinopublikum ln hebräischer und französischer Sprache und lud die Kaiserin von Abessinien ein, Tel-Awiw bald wieder zu besuchen. Diese Einladung hat sich in damals nicht vorauszusehender Weise verwirklicht, nachdem die Kaiserin nach Jerusalem ins Exil gezogen svar, Der Palästinateil de« Films wurde durch jüdische Musik' begleitet: jüdische Jungen uni .Mädchen sangen hierzu hebräische Lieder. •clild strüi li! h h.üHlHiGcn 1’!.1!!1׳'.'!׳B 11 k״it!!;!- Wart zu!;da׳:!. Au, (iruieie wird 11er l'hrf di'c Nie 111 b*h t c n( I ien-t ev im Weltkrieg, ()Ihm st re J..I. Nicola t, über die Jiuleiil'rugr im Weltkrieg, wir er sic von seiner Stellung tun z!1 sehen iu der Lage war, und Gauleiter JnHuts Streicher über seinen Kampf gegen (las Judentum .sprechen. Heide Vorträge werdin Mitteilungen enthalten, die einmal für die *paieie GcmUhhb׳,;:hr1 ihung ־werlvull sein werden.'‘ Dr. Grau schildert dann die Aufgabengebiete der F o r s e 11 ungs a b t e i 1 tt 11 g und weist hierbei auf die Schaffiing einer wissenschaftlichen Bibliothek über die Judenfrage hin. Eng damit verknüpft sei die Schaffung eines zeitgeschichtlichen Archivs. Weiterhin übe die Forschiingsabteilung eine Gutflchtcrtsitigkeit für amtliche Stellen und Wissenschaftler und Gelehrte aus. Die Forschungsabteilting habe zur Zeit acht große wissenschaftliche Untersuch ungen lauten. Dr. Grau nannte davon folgende: ,,Der 'läilänger Dozent und '1 äiimudiorsehcr Prof, Kurl Georg Kuhn heaiGeiiet uu!HU1hh('kht11׳ ein gioßes Werk »,Die Entstehung de« Judentum^‘» Er ueBt darin nach, daß sh 11 das jüdische Volk in der Antike so atidälilitc, »io ca sieh bis zum 19. Jahilnmdert erhalten hat, und tlateisuch! auch die sehr .■vdivvicrige Frage der rassischen keiminhunj.׳ <k׳r luden. Eine andere Arbeit betrifft eine histor i .s c h e Statistik der J 11!1 e n 1 a u t e n und Misch e h c n in der deui-nhen t le-chnchle. Sic w ird ein tie-iunthdd gehen üher die Ticte und Intensität des jildivrhen Eindringen*; in den hiilogisehen Raum tntseies Volk-tums und hat zu einem außerordentlich iiitor- C.s-,inten alicenieinen Ergebnis gelühn, daß nämlich auch das gelauste Juden sich scheinbar assimilierten, aber heimlich doch noch an ihrer jüdischen Gemeinschaft festhielteiu Eine vierte Arbeit gilt dem Anteil der Juden an der A » f k 1 ä r 11 n g. jener Epoche des 18. falehonderts, dir das jüdhehe Element ütN .׳all in Europa au gle'n hhftechtigieii Staatsbürgern!narbte und dadurch erst der jüdischen l'elK'rfremdung Tür und Tor öffnete. Eine letzte Arbeit, die im nächsten Jahr veröffentlicht wird, gißt eine Bibliographie der J 11 tl e ״ f r a g e von 1 7 5 0 bis 1 8 4 8 in Deutschland und damit ein Verzeichnis di!mürber Schriften, die in diesen Jahren zur Judenfrage erschienen. Sie wird vor allem atifzeigen, wie stark dtmalt schon der Eintritt der Juden irt das deutsche Kulturleben di»- km Irrt wurde, und wie stark die Kräfte waren, die dieses Eindringen allzu wehren vernichten.“ Abschließend weist Dr. Gr.111 auf den Mitgliederkreis von Fachgelehrten hin, der als wissenschaftlicher Beirat der Forsclumgsabtcilung jedes Jahr zti einer dreitägigen Arbeit«• fagung Zusammentritt. ln diesen Tagen wird der erste Band der Schriftenreihe ״Forschungen mr Judenfrage״ erscheinen, der die Vorträge der ersten Jahrestagung im Noveffl• her 1936 enthält. Anläßlich der Tagung veröffentlichte der ״Volk. Beobachter“ vom 12. Mai einen Aufsatz von Generalmajor a. D. Friedrich H a s e I m :1 y r über ,,Deutschlands Abwehrkampf gegen das Ju• denftim“. In diesen! Artikel behandelt der Verfasser die Stelhing der Juden in der Welf in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht, weist aut die Neuregelung ihrer Lage in Deutschland hin, die Deutschland feindselige Stimmung von außen eingetragen habe. Diese zeigt sich ״in der Form des verschleicrten Wirtschaftskrieges einerseits, des offenen Seelen- (Propaganda-)Krieges andererseits“. Dies, werde ,,nicht eher enden, als bis die anderen Völker in gleicher Weise wie das deutsche erkennen, welche Gefahr jüdischer Geist und jüdischer Einfluß auch für sie bedeuten. Dieses Ereignis wird aber wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen. Bis dahin muß das deutsche Volk, der Bedeutung seiner Sendung und der Stunde bewußt, verständnisvoll und einig zusammenstehen in unerschütterlichem Willen, sich durch keinerlei Schwierigkeiten von dem eingeschlagenen Weg abbringen zu lassen. Dann werden auch wirtschaftliche Schwierigkeiten vorübergehender Natur nicht ernster genommen werden, als sie es verdienen.“ »Aufgabe der Forschungsabteihing Judenfrage sei cs, Waffen des Geistes im Abwehrkampf gegen das Judentum zu schmieden, und Aufgabe der Politik, diese entsprechend zu nützen. Prozentnorm für jüdische Anwälte Forderungen der polnischen Rechtsanwälte ' T $ Die Vereinigung polnischer Rechtsanwälte hielt in Warschau einen Kongreß ab, der sich mit der Neu- Ordnung im polnischen Anwaltsberuf befaßte. Als das oberste Ziel bezeichnet(; es der Kongreß, dem Anwaltstand einen wirklich polnischen Charakter zu geben, da er einen wichtigen Einfluß auf die Gestaltung der Rechtsauffassung ausübe und die Beziehung zwischen der Volksgemeinschaft und den Behörden oder Gerichten mitbestimme. Die Schaffung des für Polen nötigen Anwaltstyps sei unmöglich, ohne eine Aenderung des zur Zeit bestehenden Zahlenverhältnisses zwischen Anwälten polnischer und jüdischer Abkunft. Den Polen müsse ein ihrer Bevölkerungszalil entsprechendes Uebergewicht eingeräumt werden. Die unverhältnismäßig hohe Zahl der jüdischen Advokaten, die heute mehr als die Hälfte der Anwaltschaft ausmachten, schade den Interessen der Nation und des Holel Paradies. Karlsbad Vornehm bürgerliches Etablissement. Erstklassiges Restaurant und Caf6. Weekend-Arrangement Besitzer: E, Wohlrab Telefon 4773 Staates. Man müsse deshalb zu einer grundsätzlichen Aenderung gelangen. Notwendig sei vor allem die sofortige Eindintmung de* jüdischen Zustroms zum Anwa Ms beruf. Im einzelnen hat der Vorstand beschlossen, die Zulassung /.um Rechtsanwaltsberuf grundsätzlich nach dem Anteil der jüdischen Volksgruppe an der Gesamtbevöikerung zu regeln. In den Anwaltskammern, in denen die jüdischen Anwälte diesen Prozentsatz Überstiegen, solle der Zustrom des jüdischen Elements abgestoppt werden. Derselbe Grundsatz müsse auch für die Rechtsfakultäten der Universitäten gelten. Den Mitgliedern des Vereins polnischer Advokaten ist künftig verboten, jüdische Referendare zu beschäft i g e n. Zur Erhaltung des polnischen Charakters Im Anwaltswesen soll dieser Grundsatz auch nach Möglichkeit für die übrigen polnischen Anwälte, die anderweitig organisiert sind, gelten. Bet diesem Beschluß handelt es sich, worauf hinzuweisen ist, nur um Forderungen, die von der Vereinigung polnischer Rechtsanwälte aufgestellt worden sind. Dennoch sind sie von erheblicher Bedeutung, zumal in einer Reihe anderer polnischer Standesorganisationen ähnliche Diskussionen gelührt werden bzw. Beschlüsse angenommen wurden oder zur Debatte stehen, die auf die Einführung des Arierparagraphen in den betreffenden Organisationen abzielen, Der Beschluß der Rechtsanwalts-Organisation hat daher in der jüdischen Bevölkerung Polens erhebliches Aufsehen erregt. Es wird mit Recht darauf hingewiesen, daß der Verwirklichung dieser Forderungen verfassungsrechtliche Schwierigk eiten Im Wege stehen. Ferner wird gesagt, daß der Pro- 1. ent«atz jüdischer Studierender heute unter dem Bcvöikerungsantei! der Juden, der 10 «0 beträgt, liegt, so daß für die Zukunft ein Nachlassen des Zustroms von Juden in die akademischen Berufe eintreten muß, was •ich auch i!n Anwaltsberuf auswirken wird. Was die Stellung der Regierung zu diesen Forderungen anbelangt, so wird berichtet, dafi die ihr nahestehenden Blatter eien Forderungen der polnischen Anwälte nicht ohne Wohlwollen gegenüberstehen, Ob sie jedoch diese Forderungen sich mehr oder weniger zu eigen machen wird, steht dahin; dies wird ein Gesetz über di« Anwaltschaft zeigen, das in Vorbereitung ist, Kongreß des polnischen Judentum• Warsch.au, 10. Mai. (JTA ) Die von den in Polen ansässigen Mitgliedern des Administrative Committee des Jüdischen Weltkongresses eingesetzte Kommission zur Vorbereitung eines Kongresses des polnischen Juden* tu ms hat unter dem Vorsitz von Baruch Zuckermann be- Schlossen, den Kongreß fiit den 31. Oktober 1937 einzuberufen. Die Waiden wurden für den 17. Oktober festgesetzt, Aut dem Kongreß soll eine politisch-wirtschaftliche Ge- Samtvertretung der polnischen J u d e n h e i t ge« wählt werden, in den nächsten Tagen soll eine Organisation«- komtnission unter Heranziehung der Vertreter derjenigen jüdischen Organisationen eingesetzt werden, die der Kongreßbewegung bisher nicht atigesclilossen waren. Zur Vorbereitung der Wahlen soll 'dann ein Koitgreßbüro geschaffen werden, Wieder Juden in Polen ermordet Warschau, 12. Mai. (JTA.) In der Nähe des polnischen Städtchens SI0 11 im wurden zwei jüdische Hausierer auf der Landstraße ermordet aufgefunden. Neben den Leichen lag das Pferd der Ermordeten, das ebenfalls gelötet worden war. Die Mörder konnten bisher nicht ermittelt werden. Die polizeilichen Erhebungen sind eingeleitet, im Dorfe J u c 11 a m p 0 1 bei Zalcszcziki drang man in die Wohnung des einzigen jüdischen Dorfbewohners Neufeld ein und ermordeten ihn und seine Frau. Die Verbrecher konnten flüchten. In Grabow im Kreise Warschau kam es am Sonnabend und Sonnlag zu schweren a n t i j ii d i s c h c n Ausschreitungen, deren Ursache eine Auseinandersetzung zwischen einem Juden und einem Christen war; im Verlaufe der Auseinandersetzung wurde der Christ nieder* gestochen. Mehrere Juden wurden verletzt. In Kalisz ist vor kurzem der 17jfihrige Monjek Kronenberg ermordet ,!«(gefunden worden. Ais die Täter sind nunmehr ein IJjährigcr und ein ISjährlger Jugendlicher fcstgenommen worden. Sie erklärten, sie hätten den Mord unter dem Eindruck der in letzter Zeit besonders verstärkten judenteindilchen Propaganda begangen. Einen besonderen Grund zu persönlichem Haß gegen aas Opfer hätten sie nicht gehabt. Neuwahlen in Lemberg Warschau, 11. Mai, (JTA,) Am 9. Mai fand die Neuwahl der Vertretung der Jüdischen Gemeinde Lernbergs statt. Die Wahlbeteiligung betrug über 53299 16 .״/״ Personen haben von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Von den 30 Mandaten erhielten die Allgemeinen Zionisten 16, der Bund 5, die wirtschaftlichen Gruppen 3, Agudah und Beizer Chassidim 2 und Fiilacliduth-F’oale Zion und Kleinhfindlervcrband je eines. Am Wahltage wurden Jüdische Passanten vielfach von nationaldemokratlschcn Studenten überfallen und mißhandelt. Mehrere Exzedenten wurden verhaftet, nachdem sie vergehlieh versucht hatten, den Polizeiorganen Widerstand zu leisten.

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