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Jüdische Rundschau · 1937-05-14 · Heft 38-39 (14.5.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 38-39 (14.5.1937)
Date
1937-05-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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/ODISCHE RUNDSCHAU Nr. 38/39» 14. V. 1937 Saite 2 r•.—.-.— ...- . — -.■ so betont. Wohl ist es ein paar Jahre her, tmd er war, als er jene Rede hielt, nicht im Amt, sondern in Oppo* sition zu der damals die jüdische Einwanderung (nach dem Bericht der Shaw-Commission) beschränkenden Labour-Regierung; aber so grundlegende Meinungen können sich ja bei einem Mann, der die Sache, über die er redet, kennt, nicht geändert haben. In der Tat hat Ormsby-Gorc auch als Minister stets an dem Prinzip der fortgesetzten jüdischen Einwanderung (d. h. der Vermehrung der physischen Existenz des Volkes und damit *einer materiellen und geistigen Chancen) festgehalten. Man kann heute daran erinnern, daß sogar unmittelbar vor Absendung der Peel-Commission im vorigen November, als viele eine Suspension der Einwanderung während der Kommissionsarbeit befürwarteten, ein neuer ״Einwanderungs-Schedule“ gegeben wurde — eine Tatsache, die die Araber zu scharfen Kampfhandlungen (Boykott der Kgl. Kommission) verarilaßte. Und unmittelbar vor dem Schawunthfcst, und am Tage der Feier der Kanigskrönung, kommt die Nachrieht von dem neue 1! ״Schedulc“, dessen Geringfügigkeit die größte Enttäuschung in allen jüdischen Kreisen und eine lebhafte Protestbewegung bei den Juden Palästinas hervorgerufen hat. Nach den Nachrichten, die vor einiger Zeit durch die Presse gingen, soll das Einwanderungs-Department der Regierung die Aufnahmefähigkeit der palästinensischen Wirtschaft auf 80(10 Zertifikate geschätzt haben. Die Ziffer 770 ist also politisch bedingt. Sie verletzt den 10122 und 1931 verbrieften Grundsatz, daß nur die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit für die Erteilung der Zertifikate maßgebend ist. Ist das der letzte Aus- 1 ä u f e r der bisherigen R e g i e r u n g s p o 1 i t i k? Ei scheint, daß Entscheidungen unmittelbar bevorsteheu, denen man nicht vorgreifen will. Es könnte auch sein, daß man den Juden andeuien will: wenn ihr den TeilungspPm verwerft, dann bleibt als andere Alternative die radikale Einschränkung der Einwanderung. Jedenfalls ist eines offenkundig: So sehr wir die geringe Zahl der Zertifikate bedauern, so schwer sie viele Wartende und die ganze Bewegung trifft; es ist in diesem Moment eine Trage zweiter Ordnung gegenüber den Hauptfragen, die zur Entscheidung stehen. Zum ersten Male ist der Sehedule nicht bis Oktober, sondern nur bis Juli festgesetzt. Denn im Juli, so glaubt man Offenbar, beginnt die neue Aera, dann wird ohnedies alles auf eine neue Grundlage gestellt. Die Tatsache, daß der Kolonienministcr Ormsby-öore persönlich in Genf Sie neue britische Politik im Juli vertreten wird, deutet irauf hin, daß eine entscheidende Wendung bevorsteht. Dabei wird Mr. Onnsby-Gore gewiß dessen eingedenk sein, daß Palästina mit einem Werk verbunden ist, dessen geistigen Sinn er selbst so treffend charakterisiert hat. Ohne eine entsprechende quantitative Ausdehnung (d. h. aber: ständig wachsende Einwanderung und genügend Raum für wirkliches Volksleben) kann von einem Nationalheim nicht die Rede sein, Daß dieses jüdische Gemeinwesen, wenn es erst die objektiven Voraussetzungen zum Leben hat, auch geistig etwas leisten wird, ist eine Hoffnung, die der Kolonienminister wirksam formuliert iiat. * Die Leidenschaft der Juden für geistige Arbeit ist bekannt. Sie haben sie seit hundert Jahren auch im europäischen Bereich bewährt, eine große Reihe von Gelehrten und Forschern zeugen davon, ln zahlreichen Ländern stehen noch heute Juden führend im wissenschaftlichen Leben. In Deutschland sind die Juden seit 1SH3 aus Kultur und Wissenschaft ausgeschaltet, ja ihre Betätigung auf diesen Gebieten wird als schädlich und minderwertig verworfen, diesem Thema gelten besondere Tagungen eines Instituts, die zweite ist gerade jetzt im Gange. Der letzte Schritt dieser Aus- Schaltung war in dieser Woche die Verfügung, daß Juden deutscher Staatsangehörigkeit nicht mehr zur Promo• tion an deutschen Hochschulen zugelassen werden. Für die Juden in Deutschland hat diese Maßnahme nur noch geringe praktische Bedeutung, da ihre Jugend in den letzten vier Jahren ohnedies sich vom Studium abwenden mußte; aber es berührt uns doch, daß auch dieses Kapitel nunmehr formell abgeschlossen ist. Haben doch viele Hunderte von Juden der! Doktortitel in Ehren erworben und waren sich der Verpflichtung gegenüber dem Geiste, der Wissenschaft, der Gelehrtenarbeit und Tradition von Jahrhunderten wohl bewußt. In einer Zeit grundlegender Wandlungen verschwindet auch der Dok-* tortitel bei Juden in Deutschland. Aber auch ohne Titel werden die Juden nicht auf hören, an allem Geistigen stärksten inneren Anteil zu nehmen. Die Zuversicht, daß das jüdische Volk der Mensch* heit noch etwas zu geben hat, ja, daß in schwierigen Zeiten geistigen Umbruchs, wie wir sie heute durch* leben, jedes Volk das Beste slines Ethos im Interesse der Gesamtheit einsetzen muß, gründet sich auf die Kenntnis der jüdischen Geschichte und der jüdischen Leistung Ln der Vergangenheit. Ist doch das Kernstück der sinaitischen Gesetzgebung (zugleich das Kernstück unserer Thora-Vorlesung am Schawuothfcst), das Zehn* Wort, Gemeinbesitz der ganzen Menschheit geworden, Wie stark der Beitrag des jüdischen Volkes zur Weltkultur, alttestamentarische Vorstellungen, im Abendland weiterwirken, konnten wir in diesen Tagen ermessen angesichts einer grandiosen Zeremonie, bei der sich religiöse, nationale und politische Elemente eng verbinden, der londoner Krönungsleier. Das jüdische Volk wurde am Sinai zur Uebernahme der Thora gezwungen, das Ist Gegenstand unseres Festes, das io Palästina Palästina und Indien Zu den indischen Veriassungfskämpfen Patiala (Indien), im April In Indien weiß man von Juden und Judenfrage wenig. Das ist begreiflich, wenn man berücksichtigt, daß der Anteil der jüdischen Bevölkerung noch nicht 1',oo0.'» beträgt. (Etwa 25 00 ) aut 350 Millionen.) Leider scheint aber auch das Umgekehrte der Fall, zu sein und die Juden nicht oder jedenfalls nicht viel von Indien zu wissen. Kürzlich bekam ich einen Brief von einer Freundin aus Palästina, die ich in Deutschland stets als wirklich gebildete Frau geschätzt hatte, darin «tand der Satz: ״Ist bei euch eigentlich Sommer oder Winter? ich weiß nämlich nicht genau, auf welcher Seite des Aequators Indien eigentlich liegt.“ Das gab mir zu denken, besonders da ich fast zur gleichen Zeit einen anderen Brief aus Palästina bekam, von einem jungen Mensehen, der darüber klagte, daß man in Palästina so erfüllt und beschäftigt sei mit jüdischen Fragen und Palästina- Problemen, daß man zu leicht ״den Blick fürs Ganze“, ״das Verständnis für die großen Zusammenhänge“ verliere. Das ist begreiflich. Bedauerlich ist es jedoch, wenn sich die Unkenatnis auch auf Länder erstreckt, deren Schicksal in so engem Zusamm.enltang mit dem Palästinas steht, wie es bei Indien der Fall ist. Es ist nicht übertrieben zu sagen, daß das Schicksal des Palästina-Aufbau« in entscheidender Weise durch den Gang, den die Ereignisse in Indien nehmen werden, beeinflußt wer* den wird. Daß die Sicherung des Seeweges nach Indien der hauptsächlichste Grund für Englands Interesse an Palägtina ist, dürfte so bekannt sein, daß es nicht näher ausgeführt zu werden braucht. Weniger bekannt und weniger beachtet ist die Tatsache, daß über ein Fünftel der Gesamtbevölkerurig Indiens m o b a m m e d a 11 i s c It ist. Es gibt etwa 80 Millionen Mohammedaner in Indien. Die große Mehrzahl von ihnen (mit Ausnahme der verhältnismäßig kleinen Gruppe der mohammedanischen Nationalisten, die sich der indischen Nationaibewcgung angeschlossen haben), fühlt sich in erster Linie als Mohammedaner und in zweiter Linie als Inder. Er fühlt sich dem außerindischen Islam mehr verbunden als der nichtmohainmedanischen Bevölkerung Indiens. Der ״Pa lest ine Day“, der im Januar in ganz Indien als Sympatliieerklärung für die Araber begangen wurde, hat diese Verbundenheit deutlich zum Ausdruck gebracht. Sein Zweck war ja auch, der britischen Regierung die starke Verbundenheit aller unter englischer Herrschaft stehenden mohammedanischen Volksteile erneut eindringlich zum Bewußtsein zu bringen und durch dieses Druckmittel einen Einfluß auf die englische Palästina-Politik auszuüben. Wieweit das gelungen ist, mag dahingestellt bleiben. Zweifellos Ist jedoch, daß die britische Politik gegenüber dem jüdischarabischen Problem weitgehend durch die Rücksichtn a lim e auf die mohammedanische B e v ö 1 k e - rung Indiens mitbestimmt wird. Aber nicht nur die Tagespolitik Palästinas, auch seine Zukunft kann ohne Kenntnis der Verhältnisse in Indien nicht beurteilt werden. Auf eine einfache Formel gebracht, kann man wohl sagen: England hat an Palästina nur solange Interesse, als es Indien besitzt. Ob und wie lange es noch die Herrschaft über Indien behalten wird, ist von so vielen Faktoren abhängig, daß eine Voraussage nicht gewagt werden kann. Jedenfalls sollte jeder an Palästina Interessierte Jude wissen, was in diesen für Indien vielteicht historischen tagen sich hier abspielt. Die Kenntnis der augenblicklichen politischen Lage dürfte für den an Palästina Interessierten schon deshalb interessant sein, weil sie zeigt, welche Folgen die Aufoktroyierung einer nicht gewünschten Verfassung haben kann. Am 1. April dieses Jahres ist die neue indische Verfassung in Kraft getreten, die nach englischer Ansicht du weiterer Schritt auf dem Wege zur Selbstverwaltung Indiens ist, nach Ansicht der indischen Nationalisten dagegen nur eine weitere Befestigung der Fremdherrschaft darstellt. Die Verfassung sieht in den elf Provinzen, in die Indien nunmehr geteilt ist, Provinzialparlamente vor, die nach gleichem, geheimem und direktem Wahlrecht gewählt werden. Zum erstenmal in der Geschichte Indiens sind solche demokratisehen Selbstverwaltungskörperschaften eingeführt worden. Zwar gab es auch in der früheren von 1919 stammenden Verfassung ״Legislative Councils“ in den Provinzen, aber in diesen mußte ein bestimmter Prozentsatz der Abgeordneten aus nicht gewählten, sondern von der Regierung ernannten Mitgliedern bestehen. Vor dem Inkrafttreten der neuen Verfassung haben In ganz Indien die Wahlen für diese neuen Prpvinzialparlamente stattgefunden und — das ist das Entscheidende — dabei ist die Kongreßpartei als Siegerin hervorgegangen. In sechs von den elf Provinzen hat sie die absolute Mehrheit erreicht, in den anderen hauptsächlich mohammedanischen Provinzen bleibt sie eine an Stärke beachtliche Minderheits- Partei, ln diesen übrigen fünf Provinzen Iiat keine andere Partei die absolute Mehrheit erreicht. Was dieser Erfolg bedeutet, kann man nur beurteilen, wenn mau etwas die Geschichte des indischen Nationalkongresses kennt. Es würde zu weit führen, auf Einzelheiten ein zu gehen. Erinnert «ei nur an die von Gandhi geleitete Bewegung des passiven Widerstandes. Damals wurde der Kongreß als illegale Bewegung angesehen. Sämtliche Führer und Tausende seiner Anhänger wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Es sind zum Teil dieselben Männer, die damals die Gefängnisse füllten, die heute die Regierungen der Provinzen bilden sollen. Sollen, aber nicht w olle n. Demi nun kommt die merkwürdige Tatsache, die zu der augenblicklichen komplizierten Lage geführt hat: In den sechs Provinz.cn mit Kongreßmelirlieit weigern sich die Kongreßabgeordneten, aus ihrer Mitte die Minister zu stellen. Gleich nachdem das Ergebnis der Wahl bekannt war, begannen innerhalb der Kongreßpartei und der Presse ausgiebige Diskussionen darüber, ob der Kongreß in den siegreichen Provinzen die Regierung bilden solle oder nicht. Die englische sowie die englisch-freundliche Presse in Indien schrieb: Unbedingt, jetzt sei die Gelegenheit für den Kongreß gekommen, sein großes soziales Aufbauprogranim durchzuführen. Der Kongreß jedoch verhielt sich a b 1 c h n e n 11. Er war ja mit dem Kampfruf: ״Nieder mit der Verfassung!“ in den Wahlkampf gezogen. In Tausenden von Wahlversammlungen hatte die Kongreßpartei den Wählern auseinandergesetzt, daß die ״Selbstverwaltung der Provinzen“ — das ist das Schlagwort, unter dem die neue Verfassung segelt — in Wahrheit nicht besteht, weil die Beschlüsse der gesetzgebenden Körperschaffen jederzeit durch das Veto der Gouverneure der Provinzen außer Kraft gesetzt werden könne. Denn dieses Recht hat die britische Regierung sicli Vorbehalten. Immerhin gab es eine starke Strömung innerhalb der Kongreßpartei, die für ״Office Accepfancc“ war und meinte, man könne auf diese Weise die Verfassung ad absurdum führen und dem indischen Volk und der Welt zeigen, wie die Durchführung des der Wählerschaft versprochenen Programmes an dem Veto der Gouverneure scheitern würde. ' In dieses Hin und Her der Meinungen griff Gandhi ein, als Mittler zwischen Kongreß und Regierung, wie er sich selbst nennt. Gandhi, der sich 1934 ins Privatleben zurückgezogen hat und offiziell nicht mehr Mitglied de» Kongresses ist, in Wahrheit aber nach wie vor der geistige Führer der nationalen Bewegung Indiens ist, machte den Vorschlag: Bildung der Regierungen durch die Kongreßabgeordneten, aber unter einer Bedingung: die Gouverneure der betreffenden Provinzen sollten die Versicherung abgeben, daß sie das ihnen von der Verfassung gewährte Veto* recht nicht ausüben würden, wenn und solange die Regierungen in ihren Provinzen sich innerhalb der Verfassung halten würden. Die Gouverneure lehnten den .Vorschlag ab, mußten ihn natürlich ablehnen, denn eine solche Zu'siche* rung hätte ja dem — englischen — Geist der Verfassung widersprochen, die ja gerade trotz weitgehenden Zugestäfianissen an indische Forderungen der britischen Regierung das letzte Wort der Entscheidung in Form des Vetorechts der Gouverneure Vorbehalten hatte. Nach der Ablehnung der Gouverneure erklärte sich nun* mehr der Kongreß einmütig für Nichtannahme der Regierung, So stehen die Dinge jetzt. ״Die Tür Ist zugeschlagen‘‘ erklären die indischen Zeitungen und fügen je nach ihrer Einstellung hinzu, ״durch die Schuld des Kongresses“ oder ״durch die Schuld Englands“. Wie die Sache sich weiter entwickeln wird, darüber gehen die Prophezeiungen auseinander. Manche sehen einer neuen Zeit der Repressionen und des Kampfes entgegen, andere wieder meinen, daß die britische Regierung zuguterletzt doch noch zu einem Entgegenkommen in irgendeiner Form bereit sein wird, da ihr zur Zeit alles daran liegt, entscheidende Auseinandersetzungen in Indien zu vermeiden. Dr. Anita Kashyap-Michelson zugleich das Fest der Erstlinge des Feldes ist. Aber das jüdische Volk soll vor Ueberheblichkeit wegen dieses im Blut liegenden Erbes bewahrt werden; darum bestimmt der Brauch, daß das Buch Ruth, ein Buch der Ernte-ldvllik und zugleich Verherrlichung der Landfremden und Volksfremden, der Moabiterin Ruth, Ahnin des größten jüdischen Königs, am Schawuoth gelesen wird, * Ein Volk, das nur für sich etwas wollte, wäre leer und eitel. Ein Volk, das nichts für sich will, kann nicht leben. Durch den Aufbau des eigenen Lebens auch die Gesamtheit bereichern, sich abheben und doch einfügen, treu sich selbst und zugleich weltoffen, diesen schweren Weg gilt es zu gehen. Die Menschheit hat ihre sittliche Vollendung noch nicht erreicht; alle sind auf dem Wege, auch wir sind auf dem Wege. Und das Fest, das wir heute begehen, ist eine ewige Mahnung an die unerfüllte Aufgabe. Die Schekel-Aktion Dem Organisations-Departement der Zionistischen Exe* laitive liegen Meldungen aus verschiedenen Ländern vor, denen zufolge die Schekelaktion in der ganzen Welt mit größter Energie betrieben wird. Die Vereinigten Staaten haben es übernommen, eine halbe Million Schekalim abzusetzen, während in Polen mit einem Absatz von 250 OOQ gerechnet wird. Auch in Südafrika, England, Kanada, Ruminien und Westgalizien wird eine besonders rege Schekeltätigkeit entfaltet. In Palästina wird die' Zahl der diesjährigen Schekelkäufer auf mindestens 150 000 geschätzt. Im Rahmen der Schekelaktion wurden in Tel-Awiw und Jerusalem Massenversammlungen abgehalten, bei denen Schertok bzw. Kaplan über die Bedeutung des Schekels im Jahre 1937 sprachen. -MAGISTER KIRSCH—ך Der gute llkAr Mneister-Ukörf abrik, München VII. ln Berlin zu bnlth. durch dt« WeingroBhandlung Bernhard Brauer, Burgatraß• 3 / Ruf: 5143 40 Die Judenfrage in Ungarn Stellungnahme des Grafen Bethlen Budapest, 11. Mai. In der heutigen Budget-Debatte im ungarischen Parlament sprach der frühere Ministerpräsident Graf Stefan Bethlen u. a. über die Judenfrage in Ungarn. Nach dem Bericht des ״Pester Lloyd“ sagte er, man dürfe der Erörterung der Judenfrage nicht ausweichen. Er teile die Auffassung des Ministerpräsidenten Dr. Daranyi, daß diese Frage in Ungarn bestehe. Die Regierung habe die Pflicht, unter Aufrechterhaltung des Prinzips der Rechtsgl eich heit ein nüchternes, kluges, in keiner Weise ver* letzendes Programm aufzustellen. Die Juden hätten in Ungarn auf wirtschaftlichem Gebiete Dinge geschaffen, die dein Lande zu großem Vorteil gereicht haben, dadurch seien für die christliche Jugend jedoch Nachteile entstanden. Schürung des Hasses führe nicht zum Ziele, und darum müsse die Regierung ein Programm ausarbeiten, um der christlichen ungarischen Gesellschaft im Wirtschaftsleben die ihr gebührenden Positionen zu schaffen. Desgleichen solle die Regierung mit starker Hand dagegen «inschreiten, daß die antisemitische Agitation in Ungarn zu Umwälzungen führt. Die Stellungnahme des Grafen Bethlen, der für seine Person den Antisemitismus ablehnt, beleuchtet die Zuspitzung, die die Judenfrage in Ungarn erhalten hat. Ungarn ist das Land, in welchem die ,,objektive Judenfrage“, die schon Herz! (von den ungarischen Juden unzehört) erkannt hat, heute ihre deutlichste Ausprägung findet . H&uptachrifileiter: Dr. Robert Welt sch, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loe wen stein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anreigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen Preisliste 5 vom 1. April 1936. Verlag und Anselgenvenvaltung 1 Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestr. 10. D.A. 1/1937 33 81S. — Druck: Siegfried Seholem, Berlin-Schöneberg.

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