Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 37 (11.5.1937)
- Date
- 1937-05-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2653625-2653661--30700-2685265- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 37, 11. MAI 1937 Zur Beurteilung der Industrie Von Dr. Erwin Wittkowski, Tel-Awiw Aeußerungen zur Lage An dieser Stelle wurden vor kurzem (Nr. 29 vom 13. April) die finanziellen Schwierigkeiten der Firma ״Assis“ zum An• laß genommen, den Ursachen verschiedener Krisenerscheinungen in der palästinensischen Industrie nachzugchen. Der Bericht gibt für die Schwierigkeiten in der Industrie heute ebenso wie in der Krise 1926 27, und bei dem als Beispiel genommenen Fall ״Assis“ wie im allgemeinen, folgende Er* Klärung: ,,Gründer von Industrien waren entweder mit zu geringen Mitteln an ihre Aufgabe herangegangen, oder sie haften die Arbeitsmöglichkeiten für den Moment überschätzt, oder sie hatten nicht die nötigen Kenntnisse des Fachs und der Leitung.“ So einfach liegen die Dinge nicht. Wir wollen, in der hier gebotenen Kürze, versuchen, die Verhältnisse, in denen die palästinensische Industrie arbeitet, zu schildern. W'ir können dabei davon absehen, auf einen einzelnen Betrieb zu exemplifizieren. Die Bedingungen der industriellen Arbeit und ihre Schwierigkeiten sind tatsächlich ein generelles Problem. I. F.s gibt ein akutes Finanzierungsproblem der palästinensischen Industrie. Um seine Hintergründe zu verstehen,_ muß man wissen, wieviel größer der Kapitalbedarf und wieviel geringer die Finanz erungsmeg'ichkeiten in Palästina sind als in anderen Ländern. Der Kapitalbedarf resultiert einmal aus den hohen Investitionsanforderungen. Das Fehlen geeigneter Mieträume zwingt die meisten Betriebe zur Erzieh tun ז־ eigener Fabrikgebäude. Sie müssen ferner eine komplette Maschincnaus- ״Assis“ nicht geschlossen Eine Berichtigung Unser palästinensischer gl-Korrespondent schreibt uns: ״ln meinem Bericht über ״Politik und Wirtschaft“ in Nr. 33 der ״J. R.“ vom 27. April ist mir ein Lapsus calami unterlaufen. Es ist in diesem Artikel die Rede von der ״S c h I i e ■ ß u n g" dreier großer Unternehmungen, darunter auch der Konservenfabrik ״Assis“. Hierzu ist zu berichtigen, daß die Fabrik Assis zwar, wie in Nr. 20 bereits ausführlich berichtet worden ist, Schwierigkeiten hat, die Arbeit aber nicht stillgelegt wurde, sondern weiter produziert wird und auch Hoffnung auf Sanierung des Unternehmens besteht. Im übrigen ist der beschränkte Umfang des Betriebes in der letzten Zeit zum Teil auch darauf zurückzuführen, daß nach Beendigung der Orangensaison stets ein erheblicher Teil der Saisonarbeiterinnen mit der Arbeit auszusetzen pflegt. rüitung anschaffcn, auch wenn die Produktion zunächst nicht -groß genug ist, um sie in allen Teilen ständig auszunutzen. Dazu kommen erhöhte Ansprüche an das Betriebskapital. Rohmatcrialläger müssen wegen der Entfernung von den Licferquellen größer sein als in Europa. Ein komplettes Lager von Fertigwaren muß von der Fabrik selbst unterhalten werden, da Großabnehmer nicht vorhanden oder nicht bereit sind, diese Funktion durch rechtzeitige Vorbestcllungen zu übernehmen. Die Abnehmer schließlich, Grossisten und Detailleure, nehmen in den meisten Fällen mehrmonatige Kreuzte in Anspruch. Aus allen diesen Gründen ist der Kapitalumschlag ungewöhnlich langsam und der Kapitalbedarf entsprechend hoch. Das Gründungskapital wird fast immer durch die Verluste der Anlautsjahre, in denen technische und Absat/schwierigkcitcn unvermeidlich sind, eine gewisse Einbuße erfahren. Andererseits wird auch bei steigenden Umsätzen die Gewinnbiidung nicht mit dem wachsenden Kapitalbedarf Schritt halten können, Aus beiden Gründen wird sich auch bei anfangs ausreichend kapitalisierten Unternehmungen bald ein Bedürfnis nach zusätzlicher Finanzierung ergeben. Die Finanzicrungsniögiichkeiten durch Frerndkapifai sind aber heute noch in Palästina sehr ungenügend. Langfristige Kredite gibt es nicht. Mittelfristige Kredite, mit einer Laufzeit von ein bis drei, höchstens fünf Jahren, werden nur in sehr vorsichtiger W'eise und in relativ kleinem Rahmen gegeben. So bleibt der Betrieb im wesentlichen auf den Wechseldiskont angewiesen und ist damit ständig allen Schwankungen der Wirtschaftslage, des Absatzes und der Kreditpolitik der diskontierenden Banken ausgesetzt. Man erkennt die ganze Unzulänglichkeit dieses Fimr.zäcrungssystems durch einen Blick auf die Nachbarlancier, ln der Türkei, in Aegypten, im irak, im Iran, überall, wo das nationale Interesse am Aufbau einer Industrie erkannt worden ist, stehen heute vom Staat gegründete oder durch seine Beteiligung gestützte Banken der Industrie mit langfristigen und billigen Gründlingskrediten zur Seite. Nur durch diese Hilfe können viele junge Betriebe die unvermeidliche Kapitalknappheit der Anfangsjahre überwinden. Obre sie gibt es nur den Gang der ,,Sanierungen“ durch zweite und dritte Erwerber, wie wir ihn aus den früheren Krisenjahren in Palästir: und, nebenbei, auch aus den Anfangsjahren vieler europäischer Industrien kennen. Das Bedürfnis nach einem entsprechenden Finanzinstitut für die palästinensische Industrie ist in zionistischen Kreisen schon lange erkannt worden. Schon der Wiener Kongreß vom lahre 1025 forderte die Schaffung einer Indust rieb ank. Wir haben hier nicht zu untersuchen, welche Schwierigkeiten und Bedenken die Verwirklichung dieses Plans bisher verhindert haben. Das Bedürfnis leugnet niemand, auch wenn er die Ausführung für unmöglich hält. Aul dieser Grundlage muß man das Finanzierungsproblcm der Industrie sehen: Wirtschaftsverhältnisse, die überdurchschnittlichen Kapitalaufwand fordern, Finanzierungsmöglichkeifen, die ungewöhnlich beengt und unzureichend sind. Aus diesen objektiven Schwierigkeiten müssen sich allerdings in vielen Fällen ungesunde Finanzverhältnisse ergeben, an denen eine strenge Wirtschaftskritik, besonders im Fall eines Mißerfolgs, ein weites Betätigungsfeld findet. Tatsächlich reicht die Kapitaldecke vielfach nicht für Investitionen und Umlaufskapital aus, tatsächlich werden langfristige Geschäfte auch mit kurzfristigen Geldern finanziert, tatsächlich besteht oft ein Mißverhältnis zwischen Kapital und Umsätzen. Aber welche Konsequenz will man daraus ziehen? Soll man also sagen, daß die ״Gründer von Industrien“, bei Erkenntnis der Schwierigkeit der Verhältnisse, lieber ganz von der Gründüng absehen sollten oder aber sich auf so kleine Unternebmungen beschränken müßten, daß ihnen auch im schlimmsten Falle noch reichliche Reserven an eigenen Mitteln für alle unvorhersehbaren Ansprüche bleiben? Eine solche Auffassung, die rein p r i v a f w i r f s c h a f 11 i c 11 gedacht durchaus vertretbar ist, würde allerdings nicht nur eine Verdamir.ung vieler bisheriger Gründungen, sondern auch ein Todesurteil für viele zukünftige Projekte und Möglichkeiten der Industrie bedeuten. Und würde eine solche Die Alternative Die Zeitschrift ״Great Britain and the East“ macht zur Palästinafragc in ihrer letzten Nummer u. a. folgende Bemerkung: ״Die Spekulation bewegt sich jetzt um die Frage, ob die Kommission eine Lösung empfehlen wird, die dadurch, daß sie den Juden die Möglichkeit edier künftigen zahlenmäßigen Mehrheit in Palästina nimmt, eine Hoffnung auf schließiiche Zusammenarbeit der beiden Völker eröffnet, oder eine Lösung, welche, ausgehend von der Unmöglichkeit einer solchen Versöhnung, das Heilige Land in zwei verschiedene und für immer geteilte Einheiten aufspaltet.“ Dieser Absatz ist darum interessant, weil hier in einer ziemlich klaren Form die Alternative zum Ausdruck kommt, über die in offiziellen englischen Kreisen anscheinend gesprochen wird. (Denn die Zeitschrift ״Great Britain and the East“ pflegt über die Meinung in maßgebenden englischen Beamtenkreisen gut informiert zu sein.) Vom jüdischen Standpunkt ist, wie die Aeußerungen der jüdischen Presse und zuletzt auch der Beschlüsse des Aktions-Comites heweisen, diese Alternative im ganzen unannehmbar. Wenn es aTer feststünde, daß es keine anderen Möglichkeiten als die hier erwähnten zwei Wege gibt, dann würde wahrschcinlich ein großer Teil der Juden lieber für Aufteilung als für eine auf ewig begrenzte Einwanderung eintreten. Hyamson für Einheitsstaat In einer Zuschrift an die ״T i m e s“ verteidigt der frühere Einwanderungskommissar der Palästinaregierung, Albert Montefiorc Hyamson, das Ideal eines einheitlichen pa• lästinensi sehen Staates mit jüdischen und arabischen Bürgern gegenüber den Teilungsplänen. Die Teilung würde England nicht seiner jetzigen Verantwortung entheben. Zwisehen den beiden mit Recht unzufriedenen und einander bitterfeindlichen Staaten müßte eine englische Armee stehen. Die englische Intervention ließe sich nicht vermeiden, auch wenn einem dieser Miniaturstaaten oder beiden Unabhängigkeil gewährt werden würde. Beide Staaten würden sich wirtschaftlich nicht halten können. Ein Judcnstaat ohne Jerusalem wäre eine klägliche Travestie. Dagegen könnten Juden und Araber in einem einheitlichen Palästina weiteste kulturelle, religiöse und sogar munizinale Autonomie erhalten. Man könnte ihnen sogar die Zivilgerichtsbarkeit für Angehörige der eigenen Nationalität überlassen. Dagegen müßten der Zentralregierung Verkehrswesen, öffentliche Sicherheit und Zollwesen überlassen bleiben. Auch die übrigen Probleme, Einwanderung, Roden und Legislative Council seien nicht unlösbar, wenn man ausschließlich das Wohl des Landes und der Bevölkerung im Auge behält. ״Weißbuch 1937“ Jerusalem, Mai. (JTA.) Der Londoner Berichterstatter der ״El Liwaa“ meidet, er habe aus durchaus zuverlässiger Quelle erfahren, daß die neue britische Pa!!stinapoütik in einem ״W e i ß b 11 c b vom Jahre 1037״ ni־ad :׳rgelegt werden wird, das gleichzeitig mit dem Bericht der Kgl. Kommission veröffentlicht werden soll. Bis dahin werde der Bericht der Kommission geheim gehalten werden, Araber, Juden und Eng- Linder werden so vor eine vollendete Tatsache gestellt sein, und das Parlament werde nicht die M-.gucnkett haben, einzugreifen. Es sei nicht zu erwarten, daß der Bericht und das Weißbuch noch vor Ende Juli erscheinen werden. Eine Annullierung des Weißbuches komme nur für den ganz unwahrscheinlichen Fall eines Kabinettssturzes m Frage׳, Ergänzungen und Aemimm :en durch die Reg.erung seien mag-!ich, wenn eine entsprechende Mehrheit des Parlaments sich dafür emset/en werde, Arabische Kundgebungen Das O berste A r a b i s e h t K o m i t c e hat eine Erkiärtmg veröffentlicht, in der c> icg.-.l'.edcr: gegen den Teilungsplan ßuliung nimmt a־:kündigt, daß es auf der Erfüllung s ן;׳■•:•,;:: ■r dw Kch K-unrrus-ion unterbreiteten Forderungi 1: l'v־Du :1׳ w 1־ h Die arabiwhe ZwUing ״Al B'rwr׳־:; \ ״ i;;r ״tu;ht ein Interview mit^ dem, M : n : -1 e r;׳. ״: .־ - : d e ז 1־ c :1 v <־ r,^ Irak Ministerpr.iskknt -Di 11־;1-0־: i:!:1> '׳.■:• ,:■־׳ ne - leite Lösung den Intcrever! dm .V b ■m .׳׳:■ w :•׳־! cd:n v, .::־de. Jerusalem, 5. M < IT \ 1 f > •׳- ׳ r ~■'׳'־־׳ Z״:׳־׳׳g ״A'T klart,'err halte'dm”( 1w;w0::׳'T ׳'־um: IW;-unag für unbegründet. I; p. gm; cd׳׳־ er. rd; b.e Kg., kW-׳:- dys Rechtes der jud׳, n r.k k :•׳•■׳׳.. ru mb in!W.mw'.a sowie die Generalleutnant Dill nach England versetzt Der Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte in Palästina, Generalleutnant Dill, ist als Nachfolger von General Sir Gatborn e-Hardy zum Oberbefehlshaber des Truppenkommartdos in A 1 d e r s h o t ernannt worden, das als wichtigstes Kommando der britischen regulären Armee gilt. Er wird seinen neuen Posten demnächst antreten. Bedenklichkeit, zum ,׳Prinzip, unserer Aufbauarbeit überhaupt erhoben werden, dann müßten wir auch unter große Teile unserer sonstigen Arbeit einen , Schlußstrich ziehen. Haben denn in der landwirtschaftlichen Kolonisation, beim Bodenerwerb oder beim Bau Privatleute oder selbst unsere Fonds nur dann mit der Arbeit begonnen, wenn Kapital und Reserven für alle Ansprüche und für alle Eventualitäten reichlich und von vornherein zur Verfügung standen? Gewiß würden wir nach dieser Methode manchmal weniger Sorgen, aber sicherlich auch weniger positive Ergebnisse haben. Neben der Frage der Finanzierung gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Probleme, die selbst bei noch so solider Kapitalausrüstung die Betriebe vor schwere Aulgaben steüen. Produktion und Absatz können nicht reibungslos ablaufen in einem Lande, wo alles neu, erstmalig, und dabei in ständiger Veränderung ist. Es ist unniöglieh, bei Beginn der Arbeit vorher/usehen, wie die Konkurrenzverhältnisse sich gestalten werden. Sie können durch Dumping, durch Valuteiiveränderungcn, durch Neugründungen im Inland unerträglich, oder aber durch Zollschutz oder Kartellbildungen wesentlich verbessert werden. Im Absatz fehlen häufig wichtige Verteilungsstufen, fehlt vor allem meistens die Ordnung und Stabilität der Absatzwege, wie sie sich in älteren Wirtschaften durch langen Brauch berausgebildet hat. Das sind nur einige der die ״Arbeitsmöglichkciten" erschwerenden Bedingungen, die der Industrielle hier vorfindet. Die psychologische Frage, ob er sie anfangs unter- oder überschätzt hat, ist wenig fruchtbar. Für das Land ist wichtig, daß trotz dieser Schwierigkeiten und im Vertrauen auf die positiven Kräfte in der Entwicklung Industrielle an ihre Arbeit herangehen und damit das ihre zu einer Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten beitragen. Die schweren objektiven Bedingungen des Wirtschaftens und die gegebenen Unzulänglichkeiten im gegenwärtigen Stadium der palästinensischen Wirtschaft machen auch bei besten individuellen Leistungen einen Mißerfolg manchmal unvermeidlich. Damit soll natürlich nicht gesagt werden, daß der palästinensische Industrielle niemals Fehler macht und immer völlig auf der Höhe seiner Aufgabe steht. Ein Urteil darüber läßt sieh immer nur bei genauer Kenntnis jedes E i n z e 1 f a 11 s abgeben, und auch dann noch sollte sich der Urteilende bewußt sein, wieviel leichter es ist, etwas nachträglich besser zu wissen als es in der Arbeit selbst besser zu machen. Ich möchte mich hier damit bcgnügen. gegenüber der populären Behauptung, daß palästinensischen Industriellen vielfach die nötigen Kenntnisse des Fachs und der Leitung fehlen, eine Aeußerung von N, Tischby, dem Leiter der Imlustrieabtciiung der Jcwish Agencv zu zitieren, der kürzlich schrieb: ״Ich kenne Hunderte Industriche sehr genau und ich bestreite auf das entschiedenste die im Lande verbreitete Ansicht, daß viele Industrielle ihr Fach nicht verstehen.“ _. II. Privatwirtschaftliche Betätigung ist immer mit einem Risiko verbunden, ln der palästinensischen Industrie ist dieses Risiko vorläufig aus sachlichen Gründen sehr groß. Die Profitchancen sind, wie wir hinzufügen wollen, gemessen an sonstigen Gewinnchancen aus Kapitalbesitz, immer noch sehr klein. Der industrielle Unternehmer (und jeder Er- Werber von Industrieaktien) geht ein W a g n i s ein. Wir wollen dahingestellt sein lassen, welche Motive ihn treiben: Das Interesse für industrielle Betätigung, die Gewinnet! ince, oder doch auch das ״nationale“ Bestreben, eine wichtige Teilarbeit im Rahmen des gesamten Aufbaus zu leisten. Die Ocffentlichkcit kann der Industrie bei ihren Schwierigkeiten nicht viel helfen, weniger, als sic cs in anderen Ländern durch ihre staatlichen Organe tut. Sie sollte aber auch im Falle eines Mißerfolgs ihre Bedeutung und ihre Aufgabe nicht dadurch verkennen und mißachten, daß sie sich von dem Werke, das geschaffen wurde, distanziert. Ein solcher Versuch der Distanzierung steckt in den abschließenden Bemerkungen! des Berichts über den ״Fall Assis״. Sie tadeln die ..geradezu unerträglich gewordene \ erfilzung von materiellen Interessen, zionistischer! Schb.gvorten und Propaganda״, die Verwischung der Konturen zwischen privatem Geschäft und nationalen Aufgaben, zw ׳Ismen der Arbeit für das Gemeinwohl und für die eigene Tasche”. — Ist das ein berechtigter Vorwurf? Ob im Falle ..Assis" die Aktionlire, die in den letzten Jahren ihre .Anteile gege n Transfernurx erwa rben. dabei stark von der Ueherlegsm יי• hecbif'ußt wurden. durch ihre Beteiligung eine ״nat onaie Position" zu starken. kx::nen sie nur selbst wissen. Wer d! .1:1 Vorgang bei Tran ^ferverinndhingen in den. letzten lat ־ren kg-nnt. \v״.kx da: i cs oi! 05cs ,Antriebs nicht bedarf, um e xic [.;'Gmho ko׳ox tr 0 ■in 1 r andrerangebot herbei/ufuhmi. un d thih :c.ieoh'x eho v ernxitoinhen Banken nicht m'-tig haben. *;׳0;י'00'\י. וי׳־סי־■50.0 T:,’;; 7'U ahxit::!. Aber gesetzt den Fall, den Tr הr;s:o:״Aot; ׳-. r h 1־: 0!3*s.:chhoh das Bewußtsein begleitet. der lh:*\\;o דד, n:;n c:;! 0 r י״;,, \. nationalen Position teil/une h:::on, >-' wo,־ c> - ■;':י־.׳. :hco ^oraxe bei ״Assis" bei d:n er-:01 7\k’0'0tro;1 00“ roh \ vo.x che vor sieben Jahren ihre Piu::ul. P.'hen ו״: ז 1 t״! ל 0 בס: '׳’-ן:1' r s; Anlagen in diesem Wi rk er denn Unrecht gehabt־ Will man das Prädikat ..־י,::!.״:.:!•• rce'if a׳.:ssc:׳!,ef''ic'" für Werte reservieren, die ende-halb d.s h׳->::k:׳c:׳r•: L cb, ׳>be:e e'us liegen, und will man es amu re 1 >־:.׳- n et; v״:v--c u-.v.s :זי zuhiliigen, was von Jud! :1 1:1!’.!?•:.-:וו:׳ ge־:: ach: wird, rrr.1t matt also gerade die Dinge auf ihre V P:t:gke׳t '11־ das ״Gemeinwohl״ hin, so g e h d■ r t auch der Aut ל a ׳.: von I n d!1 s 1 r i e h e ז r i e b r 11 7 u ei!;1 :1 a : i 0 :: ג i w e ז ז - vollen Leistungen, Die Red.e. die de iudtse’-.e dustrie heute schon im pal!«:im :’.smcb.vn \\ ■:׳ ’־;-:־dmd'־crt spielt, durch Produktiv!er!mc dm L.reic-־, durch Ab- ■־״p:־or! von Arbeitskrafum. durch Versorgung de־ Marktes mit heimischen Erzeugnissen, und die f ioft'n::r:g■c:t. d.e man aut ihre künftige Bedeutung setzt, sind zu be-,.uw!, um wer zur Stützung dieser heute doch ־eben nbge::• einen zic״esri־c,:en Bewertung dargestellt 7:1 werdt n. Und in: :er der! vieler, industrielle!! Betrieben steht sicherlich gerade ״Assis" in der vorderen Reihe der Träger national wichtiger \\ irtschattsfunktionell, dank der Bedeutung -־eines Fabrikats für die Verarbeitung palästinensischer lande! irtsehaftlicher Produkte. Gäre cs keine Privatinitiative in diesem Wirtschaftszweig, so müßte hier tatsächlich nationales Kapital eingesetzt werden, um eine dringende national wirtschaftliche Aufgabe zu erfüllen. Verringert sich denn aber der nationale Wert einer Leistung dadurch, daß sie außerdem den an ihr beteiligten Kapitalisten Zinsen, den Unternehmern Gewinne und — nicht zuletzt — den Arbeitern Löhne einbringt? Kann es. solange die Wirtschaft kapitalistisch organisiert ist, anders sein? Bedenklieh wäre es allerdings, wenn das nationale Bewußtsein der Beteiligten von den materiellen Aussichten und Erfolgen abhängig wäre. Wir wollen hoffen, daß der Bericht über den Fall .,.Assis“ den Aktionären Unrecht tut, wenn er sagt, daß ihnen mit den Kapitalien jetzt auch ״die Begriffe unter den Händen zerrinnen״. Der objektive nationale Wert des Werkes aber, den man von der psychologischen Verfassung der an ihm Beteiligten wohl unterscheüleii muß, könnte selbst dadurch nicht in Frage gestellt werden. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 29. April hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel-Awiw* folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5־vige Pfandbriete 3S 53 ÖS"•!. tv'oigc Pfandbriefe 3.3 3$, 34 39 —, 6״.-dge Pfandbriefe 34 54 102, 6 möge kum. Vorzugsaktien 112-!, gewöhnliche Inhaberaktien 119׳ P. L, D. C. gewöhnliche Inhaheraktien 93, fD'oige kum. Vorzugsaktien 97'g, Keren Kajcmeth Lejisrael 2! dge Pfandbriefe 69, Bizur Ltd. 6r ׳; ige Pfandbriefe 99.