Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 37 (11.5.1937)
- Date
- 1937-05-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37, ח. V. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Die Judenfrage in Permanenz Von unserem ungarischen Berichterstatter in aller kurze Auf einem Delegiertentag der Frontkämpfervereinigungen in Soslowice wurde beschlossen, auf dem bevorstehenden Kongreß des Verbandes der Teilnehmer an den Kämpfen um Polens Unabhängigkeit den Ausschluß des jüdischen Frontkämpferverbandes aus dem Oesamtverband zu verlangen. Der Polnische Städtefag hat den von nationaldemokratischer Seite eingebrachteu Antrag auf Einführung des Arierparagraphen abgelehnt. Eine in Luck abgehaltene Konferenz der Acrzte Wolhyniens hat den Antrag einer nationaldemokratischcn Gruppe, in die Statuten des Acrzteverbandes den Arier- Paragraphen einzuführen, abgelehnt. Die seit längerer Zeit geschlossene Warschauer Universität ist am 4. Mai wieder eröffnet worden. Die Eingänge wurden jedoch von nationaldemokratischen Studenten besetzt, die den jüdischen Hörern den Eintritt verwehrten. Am polnischen Nationalfeiertag am 3. Mai sind außer in Warschau auch in Lodz und Lemberg Ausschreitungen gegen Juden begangen worden, an denen sich hauptsächlich nationaldemokratische und nationalradikale Studenten beteiligten. In Warschau wurden mehrere Juden niedergeschlagen und in die Weichsel geworfen. Trotz ihrer Verletzungen konnten sie schwimmend das Land erreichen. Der am 9. Mai in Bukarest abgehaltene Kongreß des Verbandes der rumänischen Rechtsanwälte hat die Beseitigung aller nicht reinblütigen Rumänen aus dem Anwaltsstand beschlossen. In Kaunas wurde ein aus Vertretern aller jüdischen politischen Parteien sowie der wirtschaftlichen und sozialen Institutionen bestehendes Komitee eingesetzt, das einen Oesetzentwurf zur Regelung des Status der jüdischen Gemeinden ausarbeiten soll. Das Komitee soll dann mit der Regierung Verhandlungen über die Erhebung dieses Ent- Wurfes zum Gesetz aufnehmen. In Königsberg fand ein von der Ostpreußischen Stutbuchgescllschaft organisierter Ankauf volljähriger Truppendienstpferde statt, ln den Ankaufsbestimmungen war veröffentlich! worden, daß Nichtarier zu den Ankäufen nicht zugelassen wurden. Die ״Bayerische Volkszcitung“ meldet, daß Juden in sämtlichen Sommerbädern der Stadt Nürnberg keinen Zutritt haben. . Das ehemalige Kaufhaus Gottschalk in Gütersloh ist, laut Zeitungsmcldungen, als Kaufhaus Wiesenhöfer am 4. Mai neu eröffnet worden. Kronprinzessin Juliane von Holland hat als Präsidentin des niederländischen Roten Kreuzes anläßlich ihres 28. Geburtstages mehreren Personen Auszeichnungen verliehen, darunter auch den Juden D. En sei aus Amsterdam und J. Ph. M o k aus Haarlem, die die Silberne Verdienstmedaille des Roten Kreuzes erhielten. Der Verband der französischen Priester, die im Weltkrieg an der Front Dienst geleistet haben, wird seinen diesjährigen Friedenskongreß auf Einladung des Bundeskanzlers Schuschnigg in Wien abhalten. Der Verband, der als Spitzenorganisation der katholischen Frontkämpfer gilt, hat auch jüdische Frontkämpferorganisationen zu dieser Kundgehung eingeladen. Der Kongreß soll Ende August stattfinden. Prof. Ernst Freund in Wien, dem die Wissenschaft bereits die Blutprobe auf Krebserkrankung verdankt, hat eine neue Methode zur Feststellung, welches Organ erkrankt ist, durch chemische Analyse erfunden. Es ist bisher gelangen, bei 132 im Krankenhaus nach dieser Methode untersuchten Patienten 130 Diagnosen zu stellen, die der klinisehen Untersuchung vollständig entsprachen. Die chemische Untersuchung gibt auch ein Biid vom Verlauf der Krankheit und hat sich insbesondere bei Lungenkrankheiten bewährt. Der Filmproduzent Joseph Green, der sich durch die Herstellung des ersten großen jiddischen Tonfilms ״Jidl mitn Fiedel“ bekannt gemacht hat, will jetzt in Warschau einen zweiten jiddischen Film drehen. Franz Werfels Festspiel ,,Der Weg der Verh e i ß u n g“ hat in der Manhattan-Oper in New York bisher 120 Aufführungen erlebt, die von 300 000 Menschen, davon 60 «0 Nichtjuden, besucht waren. Die letzte Aufführung findet am 15. Mai statt. Ein Jahr nach Sokolows Tod Anläßlich des Jahrestages des Hinscheidens von Nahum Sokolow fand im Konlerenzraum des Gebäudes der Zionistischen Organisation in London eine stark besuchte Gedenkfeier unter dem Vorsitz von Paul Goodman statt. Die Redner waren Prof. S. B r o d e t s k y, Rev. M. L. P e r I z w c i g und Barnett Jänner. Anläßlich des ersten Todestages Nahum Sokolows hat im Gebäude der Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem eine Gedenkfeier stattgefunden, an der Vertreter aller jüdischen Institutionen teilnahmen. Zur Sitzung des A.*C« Die Debattearede Lichtheia» Herr Richard Lichtheiiri sendet uns aus Palästina eine längere Zuschrift, in der er sich gegen den in Nr. 32 der ״Jüdischen Rundschau“ erschienenen ״Palcor“-Bericht wendet, worin es hieß: ״Im Namen der Judenstaatspartei unterstützte Lichtheim Ussischkins Forderung nach einer spezifischen Resolution.“ ln Wahrheit habe er diese Resolution nicht unterstützt, sondern bekämpft. Da wir inzwischen in Nr. .33 der ״Jüdischen Rundschau“ in dem nachfolgenden ausführlicheren Bericht der ״Palcor“ eine Inhaltsangabe der Rede Lichtheims gebracht haben, aus der klar hervorgeht, daß er der von Ussisehkin geforderten unbedingten und brüsken Ablehnung der Teilungs- Vorschläge widersprach, erübrigt sich eine weitere Riehtigstellung. Der Bericht in Nr. 33 hatte Herrn Lichtheim bei Absendung seines Briefes noch nicht Vorgelegen. Dennoch erfüllen wir seinen Wunsch, die erwähnte Angabe in Nr. 32 ausdrücklich zu widerrufen. Da die Sitzung des A.-C. unter Ausschluß der Presse staftfand (s. Artikel unseres gl.-Korrespondenten in Nr. 35), ist die Berichterstattung auf die offiziellen Communiques angewiesen. Die Mitteilung Lichtlieims gewinnt an Interesse, wenn man bedenkt, daß von anderen Führern der ״Juden- Staatspartei“ scharf gegen die Teilungspläne Stellung genommen wurde. Budapest, 8. Mai Die antisemitische Agitation im Lande scheint in den letzten Wochen an Heftigkeit eingebüßt zu haben. Wohl lesen wir noch da und dort von Exzessen, wie in Pecs (Fünfkirchen), von dessen Rabbiner ein Montagblatt erzählte, er habe in einem Vortrage vom ״Siege des Weltjudenfums“ gesprochen, worauf in der Stadt allnächtlich die Schaufenster jüdischer Kaufleute eingeschlagen wurden; wohl hören wir noch von Forderungen des T u r a 1 - Verbandes, die Christliehen Geschäfte mögen mit einem weißen Kreuz bezeichnet werden; auch der Führer der hauptstädtischen Christlichsozialen Partei, Dr. A. C s i I I c r y, setzt im Nationalverband der Aerzte seine Agitation fort: Unsere Jugend muß zu Zehntausenden sehen, daß sie vom Recht der Arbeit, des Fortkommens ausgeschlossen wird; die Rasse, die sozusagen unbeschränkt die Macht auf wirtschaftlichem Gebiete in Händen hält, kann ihre Jugend auch ohne Diplom mühelos unterbringen. Wie lebhaft die Judenfrage die Geister bewegt, zeigt nichts so deutlich, als daß seit Beginn der Budgetdebatte fast kein Tag vergeht, an dem nicht ein oder zwei Redner diese Frage in direkter oder in verblümter Weise, als Frage des von den Genossenschäften in die Enge getriebenen Handels oder der ungerechterweise protegierten ״Industriedynastien“ aufs Tapet bringen. Besonders die Magnatenjugend scheint sich diesem Problem — vielleicht aus nicht ganz theoretischem Interesse — zu widmen. Der Sohn und geistige Nachfolger des Grafen Apponvi protestierte dagegen, daß Politik auf Grund antisemitischer Losungsworte gemacht werde, worauf der rechtsradikale Redakteur Rajniss replizierte: Aber auch jüdische Politik wollen wir nicht machen. Der frühere Pressechef der Gömbös- Regierung, Stefan Antal, wünscht strenge Maßnahmen ״behufs gerechter und richtiger Verteilung des Nationaleinkornmens“, was ihm freilich den Vorwurf einträgt, warum c r nicht während der verflossenen Jahre dafür vorgesorgt habe. Am leidenschaftlichsten beschäftigte sich mit der Frage — neben dem Führer der Pfeilkreuzler, Grafen Alexander Festetich lind einem seiner Anhänger — Graf Viktor Kärolyi. Letzterer verlangte die Ausdehnung des numcrtis clausus auch auf die Mittelschulen, um so eher, als bei den Unternehmungen fast schon ein ntuncrus nullus gegenüber dein Ungartum herrsche. Die Verjudting der Industrie habe in den letzten Jahren sogar noch zugenommen. Nach Anführung verschiedener statistischer Daten schließt er mit dem Ausspruch: Das Judentum ist keine Konfession, sondern eine Minorität. Dies muß offen ausgesprochen werden, und die Lösung der Judenfrage darf nicht mehr lange auf sieh warten lassen. Auf die Rede des Grafen Kärolvi antwortete Abg. Dr. Johann Väzsonyi. Ich bin ein ungarischer Jude, fühle mich aber als Abgeordneter ebenso vollberechtigt wie irgend jemand und weiß um das Judentum besser Bescheid als die Herren von der anderen Seite. Das Judentum bildet nirgends eine Einheit, es schichtet sich politisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich ebenso wie die übrigen Elemente des Volkes. Wo gleiche Rechte gelten, dort gibt es keine Judenfrage. Auch in Ungarn wird der Antisemitismus nicht vom ungarischen Volk gemacht, sondern von einem Häufchen Judenfeinde. Es gibt wohl einige jüdische Milliardäre, auch jüdische Kommunisten gab es, aber zwischen Aus der Antwerpener Diamantenindustrie Antwerpen, 4. Mai. (JTA.) Unternehmer und Arbeiter der Diamantenindustrie und des Diamantenliandels Belgiens, eines der bedeutendsten Wirtschaftszweige des Landes, haben sich zu einer gemeinsamen Abwehraktion g/egen die Bemühungen einer kleinen judc-nfeindliehen Gruppe, die Juden aus der Diamantenindustrie zu verdrängen, zusammengeschlossen. In einer von dem Verband der Diamantenindustriellen Belgiens und der Gewerkschaft der Diamanteuarbeiter erlassenen Proklamation wird bekanntgegeben, daß einige Diamantenhändler der Regierung ein Memorandum unterbreitet haben, in dem der Ausschluß der Juden aus der Diamantenindustrie verlang■( wird. Dieses Ansinnen werde an die Regierung gestellt, obwohl es Juden waren, die diese Industrie aufgebaut und ihr ihre geachtete Stellung auf dem Weltmarkt gesichert haben, ln der Denkschrift wird erklärt, es sei gefährlich, die Konzentrierung der Diamantenindustrie in jüdischen Händen zuzulassen, da die Juden mit keinem Lande fest verbunden seien und jederzeit die gesamte Industrie mit Leichtigkeit aus Belgien nach einem anderen Lande verlegen könnten. Demgegenüber wird in der Proklamation des Industriellenverbandes und der Gewerkschaff hervorgehoben, daß die Juden für die Diamantenindustrie Belgiens wichtiger sind als die kleine Gruppe der Unterzeichner des judenfeindlichen Memorandums. Die in der Denkschrift enthaltenen Behauptungen werden als Lügen bezeichnet, mit denen beabsichtigt werde, Unterscheidungen zwischen belgischen Bürgern und Angehörigen verschiedener Glaubensbekenntnisse zu machen. Es wird verlangt, daß die fünfzehn Unterzeichner des Memorandums aus dem Diamantenhandcl entfernt werden. Madagaskar-Kommission beim französischen Kolonien-Minister Der französische Kolonienministcr Marius M outet empfing am 5. Mai die Mitglieder der polnischen Madagaskar- Kommission, Major Lepecki und Leon Al per, zu einer längeren Unterredung über ihre Aufgaben. Die Mitglieder der Kommission sind am Abend nach Madagaskar abgereist. Wie mitgeteilt wird, ist inzwischen durch Fachleute festestellt worden, daß für jüdische Kolonisation nur der iiden oder Norden der zentralen Region der Insel in Betracht kommt, ein Gebiet, das an dasjenige grenzt, das für tropische Landwirtschaft und die Gewinnung von Bodenschätzen verwendbar ist. Das Innere von Madagaskar ist das am stärksten bevölkerte und der Zivilisation und der Industrie am meisten erschlossene Gebiet. Sein Klima ist nicht ganz tropisch, sondern entspricht etwa dem von Kleinasien oder Kalifornien. Der tonige Boden ist jedoch für Bebauung nicht geeignet. Andererseits gibt es im Landesinnern reiche Mineralschätze, insbesondere Nickelerzlager. Zu ihrer Ausbeutung wäre jedoch ein sehr erhebliches Kapital notwendig. ihnen stehen 450 (XX) arbeitende, rechtschaffene Juden, die Abgeordneter V e g v ä r v aufgefordert hat, auszuwandern. Das werden sie aber ebensowenig tun, wie ich sie dabei führen mag. Das Rededuell Karolyi-Vdzsonyi hatte noch ein erregtes persönliches Nachspiel. Zur Statistik der Einwanderung veröffentlichte Z s i d 6 S z e m I e eine Erklärung vom Leiter des Landeszentralamtes für Fremdenkontrolle; demnach hat in den letzten sechs Jahren kein einziger polnischer Jude oder ״Galizianer“ die Erlaubnis zur Einwanderung erhalten. Von neuerer Ansiedlung solcher Elemente kann keine Rede sein. Fs leben im Lande wohl an 2000 polnische Juden, die schon seit längerer Zeit hier wohnen und die wir als polnische Staatsbürger betrachten und ebenso behandeln wie jeden anderen Ausländer. Int jüdischen neuen Friedhof wurden diese Woche die Grabdenkmäler für den Rektor des Rabbinerserainars, Prof. Ludwig Blau, sowie für den Bankdirektor Franz S 7. c k e 1 z, den ehemaligen Präsidenten der Pester Gemeinde, eingeweiht. * Nach mehrjährigem Leiden verschied die Frau des Vorsitzenden der Pester!st. Gemeinde und der Landeskanzlei, Hofrat Samuel Stern. Die Verschiedene, eine Frau von besonderer Herzensgüte, war auch Ehrenpräsidentin des Landes- Verbandes Ungarisch-Jüdischer Frauen und hat erst vor kurzer Zeit eine aus 32 Stücken bestehende herrliche Spitzengarnitur zur Ausschmückung der großen St nagoge gespendet, die sie in vierjähriger Arbeit eigenhändig gehäkelt und gestickt hatte. Das Leichenbegängnis fand -- auf besonderen Wunsch des Rabbinats — vom inneren Hofe des Tahaktempcls statt. Mit Rücksicht auf den Freitag-Nachmittag hielten nur (iroßrabbiner Dr. D. H 0 v c s i sowie Reichstags,-!bg. G. Des i als Vertreter des Gemcindevorstandes kurze Nachrufe. Dr. A. F. Boykott-Aktion in Szeged Budapest, 4. Mai. (JTA.) Die judenfeindliche Studentenschaff. der Universität Szeged hat beschlossen, zwecks Orientierung der christlichen Kunden eine Aktion zur K e n n - / e i c 11 n u n g v o n G e s c h ä f t e!1, l hiternehnnmgen und Kieingewerbebetrieben, deren Besitzer ״Christen von Geburt“ sind, mit einem weißen Kreuz einznleiten. Der Rektor der Universität Szeged, Dr. Ladislaus 1: r 11 el v i, erklärte hierzu einem Vertreter des ״Az F.st״: F's handelt sieh um eine Aufwallung, die nicht allzu gefährlich au-fallen wird. Selbst wenn der Plan verwirklicht werden sollte, bedeutet er für die jüdischen Kaufleutc und Gewerbetreibenden keine Defahr. Das Publikum wirrt, wenn es Konkurrenzware haben will, genötigt sein, auch die Geschäfte der Kautleute judischer Konfession ailfztisuchen. Diejenigen, die gegen das Judentum agitieren, sollen nicht vergessen, wie viel das Ungartum, namentlich im Wirtschaftsleben, dem jüdischen Element verdankt. Gewaltsame Maßnahmen können ohne■- dies nicht durchgeführt werden. Unter den Juden finden sich viele Menschen von Wert. Ich wünsche in unser aller Interesse, daß die große Versöhnung stattfinde und einträchtiges Zusammenwirken ihr folge. Transfer-Beschleunigung für landwirtschaftliche Siedlung in Palästina Das Palästina-Amt Berlin feilt uns mit: Es besteht die Möglichkeit, im Anschluß an die Beschleunigungsaktion zirka fünfundsiebzig Familien, die zur landwirtschaftlichen Siedlung in Palästina entschlossen sind, sofort den Transfer ihres Vorzeigegeldes und damit die Ein- Wanderungserlaubnis zu beschaffen. Beteiligen können sich alle Personen, die a) eine Vormerkung zum Erwerb des Vorzeigegeldes besitzen (ohne Rücksicht auf die Höhe der Nummer), b) noch nicht in Palästina eingewandert sind, c) über mindestens 25 000 RM. verfügen. Interessenten wird empfohlen, sich möglichst bald mit dem Palästina-Amt Berlin W 15, Meinekestr. 10, in Verbindung zu setzen. Auskünfte erteilen ferner die Zweigstellen des Pnlästina-Amtes im Reich, die Palästina Treuhand-Stelle zur Beratung deutscher Juden G. m. b. H., Berlin W 35, Potsdamer Straße 28, und die Devisenberater. Für ein ״Jüdisches Erziehungsministerium“ Wie aus New York be richtet wird, regle der Rektor der Hebräischen Universität in Jerusalem, Prof. Dr. Hugo Bergmann, in einer Ansprache vor den Hörern und Professoren der Hochschule für jüdische Soziulurheit die Schaffung eines ״J ü d i s c h e n E r / i e 111111 g s m i n i s t e - r i 11 m s“ zur Vereinheitlichung des jüdischen i'.r/ielutngswesens an. Zur Durchführung dieses Planes solle ein W eitkongreß jüdischer Schulen eiiibenifen werden. Die von diesem Kongreß einzusetzetnlc zentrale Institution zur Regelung des jüdischen Unterrichts- und kirziehungswesens hätte einheitliche Lehrpläne aus/uarbeiten und einen Austausch von Schülern und Lehrern zu organisieren. Eine Vereinheitlichungsnktion anderer Art wurde von dem Ehrenpräsidenten des Joint Distribution Committee. Felix M. Warbu rg, angekündigt. Fr gab bekannt, daß ein Komitee eingesetzt werden würde, um eine gegenseitige Abstimmung der Tätigkeit jüdischer Hilfsorganisationen in der ganzen Welt herbeizutühren. Die Liquidation des Nansen-Amtes Auf eine Frage des Abgeordneten Oberstleutnant Sir Arnold Wilson erklärte Außenminister Anthonv L d e!1 im Unterhaus, es bestehe nicht die Absicht, den Beschluß der Völkcrbundsvcrsamtnlung, das N a 11 s e n a m t i!1 G e 11 f 7,1! liquidieren, wieder immistoßen. Der Präsident des Verwaltungsrates des Amtes sei beauftragt worden, für die 1038 abzuhaltende Völkerbundsversammlung Vorschläge über die Verteilung der vom Nansenamt bis zu seiner Liquidierung erfüllten Funktionen zu unterbreiten. BERLIN NW 7 Friedrichstraße 91/2 י*,"****************""******** ••••■••יי•',*,♦'*••'••'*••''•” ******* י*****,** *י,**, ****״*'"**********"*’'** *’'**•*•*•**••**•***״•*•• ■••*״*■•**• י ST RUM PF HA IIS METZGER NUR QUALITAETSWAREN CHARLOTTEN BURG 4 Wilmersdorf er Straße 60 1