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Jüdische Rundschau · 1937-05-07 · Heft 36 (7.5.1937) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 36 (7.5.1937)
Date
1937-05-07
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 16 JÜDISCHE RUNDSCHAD Nr. 36, 7. V. 1937 Populäre Wissenschaft Geschichte Ernst v. Salomon: Nahe Geschichte. Ein Ueberblick. ~י Rowohlt, Berlin. In diesem Buche wird die Geschichte des deutschen ,,Nachkrieges‘' erzählt von einem Mannt, der selbst der sogenannten Freikorps-Bewegung angehört hat und schon in früheren Publikationen die Stimmung dieses Kreises dargestellt hat, wobei auch die Stellung zur Judenfrage charakterisiert wurde, die trotz der antisemitischen Einstellung des Kreises doch keine übermäßige Rolle spielte, gemessen an den Problemen der umkämpften deutschen Schicksalsgestaltung. Was einen jüdischen Leser an dem vorliegenden Büchlein am meisten fesseln muß, ist die Möglichkeit, Vorgänge, die, kaum fünfzehn Jahre zurückliegend, längst der Vergangenheit anzugehören scheinen, in einem ganz anderen Lichte zu sehen, als es die meisten Mitlebenden s. Zt. taten; denn die Zeitgeschichte präsentierte sich den Juden in Deutschland meist durch das Spektrum der liberalen Presse, die die geschichtlichen Impulse der Nachkriegszeit in hohem Maß verkannte. Der deutsche .,Nachkrieg“ beginnt nach Salomon nach dem Zusammenbruch von 1918 und endet mit der Unterdrückung des Separatismus im Rheinland im Febrttar 1924. Einen großen Teil der Schilderungen nehmen die Kämpfe im Baltikum ein, auf jenem ehemals russischen Gebiet, wo damals tun neue Staatenbildungen gerungen wurde. Obwohl dies« Gebiete auch eine starke jüdische Bevölkerutig haben, wird die Judenfrage‘ weder unter diesem Aspekt noch bei Behandlung der innerdeutschen Auseinander* Setzung erwähnt. Ihn so interessanter ist die atemberaubende Schilderung der allgemeinen Entwicklungen, in denen sich als Nebenprodukt auch die künftige Entscheidung über das Schicksal der Juden in Deutschland mit vorbereitete. sch. Ferdinand Mavr-OSen: ״Ludwig II. von Bayern“. — Verlag E. P. Tal, Wien 10.()־ ״Das Leiden eines tragischen Schwärmers“ nennt der Verfasser seine Ar!!! 1t im Untertitel und sticht durch eine eingehende Bctrailuung der Lebenau eise des seltsamen Bayernkönigs 1 ulit in das I Hinkel du ־-cs geheimnisvollen Daseins zu bringt!!. Dm;;au/t1 Leben dieses einsamen Fürsten war durch zogt 11 von der Idee: Wagner, der ihm Lebensaufgabe geworden war. An seinem unüberwindlichen Einsamkeitsdrang gtlit Ludwig schließlich /ugrunde. Die Frage, ob er gciMeskouik war, möchte der Verfasser nicht bejahen. Er sieht Ludwig als den groben Idealisten, der von seiner Zeit nicht ver-nuntlui wurde und an der Unubcrwintlburkcit der öna!1nu1n,.;cfi zu Ischen seinen Idealen und der Wirklichkeit ׳/erbrach. Und darüber hinaus darf nicht vergessen werden, da(4 er sieh bedeutende Verdienste erworben hat: er trug zur Einigung des 1 kutschen Reiches entscheidend bei; er war einer der Wegbereiter Richard Wagners, und er entdeckte Ju.-W Kainz. -nn. Philosophie Johannes Hoffmeister: ״Dokumente zu Hegels EnfWicklung“. Friedrich t 11״׳n1n;nms Ver a:׳, Stuttgart big). Noch immer nicht steht das Ihhi IlcgcD in voller Klarheit vor uns. Ls gibt /war eine Rcmc \<>n Vorarbeiten auf diesem Gebiete, 1 lottmei.stcr selbst nennt die wichtigsten: Dilthcy, Nohl, Lasson, Rosen zwei:;, Havnng aber dennoch fehlt gar manches zur Vmoll.lamhgmig des Entwicklungsbildes des Philosophen. Die sehr subtile Kompilation Hoffmeisters, in der eine Fülle von Dokumenten aus der Gymnasial-, Studien- und frühen Do/entenzeit Hegels 711/ummengestellt wird, führt zweifellos wieder ein Stuck weiter. Das Buch vermittelt eine Vorstellung von dem Fleiß des Jungen Hegel, der seitenlange Auszüge aus Büchern macht, sowie einen Einblick in seine frühreife Gedankenwelt. Für den jüdischen Leser ist von besonderem Interesse, wenn Hegel sich über das Judentum äußert. Das hierbei neu zutage Tretende entspricht dem, was bereits Dilthev publi/ierte: die Arbeit über den Geist der orientalischen Religionen enthielt eine scharfe Ablehnung des Judentums. Hoffmeister veröffentlicht ״Fragmente historischer Studien‘־, darunter eine Abhandlung ״Geist der Orienialcir, in der ein farbiges Bild von der Schönheit und Harmonie des Lebens des o; ienfalisehen Mensehen gezeichnet wird, die Juden aber merkwürdigerweise da* von ausgenommen werden; 11. u. wirft ihnen Hegel vor, sie hätten nicht den feilten orientalischen (reist cb-r Zartheit in der hielte: ״Sie w>recln:1 von ihn (ji>chh\htsvcrl1alfnisscn frei und ohne l 'rn-riimie, aber alle«, was sieh darauf bezieht, äst ihnen wie ־!lies rin bloß Wirkliches, vom Geist der Liehe undurchdrungen.“ Spricht Hegel vom ()ffcnharungsglauben, so verfehlt er nicht, darauf hinzuweisen, daß die Juden ״verworfen“ seien: ״hie Furie ihrer Religion peitscht sie bereits bis in ihr hundertstes Geschlecht.“ Es wäre noch an/nnn 1 Wn, d :ß 1 b üfm! i-der zu Hegels Entwurf einer detits.hm Vena■.־.; mg (17'-1:- et'-J 1 be-fätigf: ,,Der einzige, der die-.es kostbare Stuck ... richtig erkannt und zutreffend datiert hat, 1:>t R o s e!1 z w 0 i g gewesen", der denn auch zur Konrnc11־; irrung ausgiebig hciange/ogcn wird. Gustav E. Müller: ״Amerikanische Philosophie“. — Friedr. Fromnnuus Verla״, Stuttgart 1956. Das wesentliche Ergciniii dic-er Studie ist, daß die verschiedenen Systeme aiucnkaiiocker Denker stets in irgendeinem Zusammenhang mit der jeu 1 iligeii I iaitimg der Zeit waren (eine Erscheinung, die auch in Europa zu verfolgen ist). Der Ursprung ist der Puritanismus, auf den eine romantische Epoche folgte, die vom Pragmatismus und Realismus ähnelest wurde. Du grins artig steht, die antcrikanische Philosophie 111 cau;r neuen Krise: sie erlebt den Durchbruch zur I ebenspliilosophic, ohne bisher die rechte eigene Ausdrucksiornt hierfür gefunden zu halsen. N. וווו;ו!ווו!1ווווווווווו:וו1ווווווו:!ו:ו!1ו!;וו:וווווו1:וווווווווווו:ווו!:וו11ו:וו1:ו::111ו:ו1!1ו1:ו:וו::1ו:ווו11ו:!1!ושוןןןווווווווו!!ווו!ו|ו1וו>וווווווווווו Seit dem Erscheinen des letzten Literaturblattes in der ,Jüdischen Rundschau‘' Sr. 26 mm 1. April wurden folgende Bücher außerhalb des Literalurhlattvs besprechtm: ,,Zionist!■ sehe Außenpolitik" von Ben Gurion — ״Sch icksulsstunde Europas“ von Karl Aalhon Prinz Roh.an — ״Staatsdienst tun Volk“ von Col. de la Iloctjue (Sr. 27) — ״Mandates" von Neil Macaulay —- ״Permanent Mandats Commission“ (30. Scssion) (Nr. 28) — ״IE eil fuhrt eines Arztes" von Victor Heiser (Nr. 29/ — ״Allahs Hammer‘‘ vtm Douglas lh Duff (Nr. 30) — ״Das Leben im Ghetto“ von Joachim Prinz — 30״ Jahre Aufbau in Palästina" von Arthur Iluppin (Nr. 31) — ״Gedichte" von Anna Joachimsthal-Srhwahe — ״Chawerolh in Erez Israel“ (Nr, 32) — ,,Die. Abhängigkeit Thomas v. Aqutns von II. Mose hen Mainum" von Ernst Salomon Koplowitz (Nr. 33). — ״Don Jizchak Ahrahanvl", von Dr. Abraham Heschei, — ״Der Chassidismus and seine Führer", von S. A. Horodel zhi (Nr. 31). — ״Palestine at Ihe Cross Roads", von Ernest Main. -- ״Britische Reichsinleresscn in Palästina", vtm Herbert Sidebothum (Nr. 33). Vorposten der Wissenschaft. Durch die Werkstatt der großen Forscher in Amerika. Von Bernhard Jaffe, — Verlag Julius Kittls Nachf., Mähr.-Ostrau. Ungelöste Probleme der Wissenschaft. Von A. W. Haß• 1 e 11. Aus dem Englischen übersetzt von August Schloßhauer. — Verlag Otto Lorenz, Wien, Das Buch des Amerikaners, das jetzt in deutscher Uebcrsetzung vorliegt, gibt einen Ueberblick über eine Reihe medizinischer und anthropologischer Problemkreise und schildert die Fortschritte der Wissen- Schaft auf diesen Gebieten in den letzten Jahrzehnten, wobei insbesondere die Leistungen einer Reihe großer amerikanischer Forscher gewürdigt werden. Die Probleme der Krankheit, der inneren Sekretion, der Krebsforschung, der Vitamine, der Entwicklung des Menschengeschlechtes und der Vererbungslehre sind es, die den Inhalt des Buches ausmachen. Dabei werden vielfach die Arbeiten jüdischer Forscher behandelt. So wird in dem Kapitel über Krebsforschung u. a. auf die Arbeiten Otto Warburgs hingewiesen, der sich mit dem Stoffwechsel normaler und wilder Zellen beschäftigte. Besondere Erwähnung verdient der Kampf, den der amerikanische Forscher Goldberger gegen die Pellagra führte, eine Krankheit, die im Süden der Vereinigten Staaten grassiert und atif einem Vitaminmangel beruht. Goldberger und seine Frau infizierten sich selbst Musiker Fünfundzwanzig Busonl-Brlefe, eingeleitet und herausgegeben von Giselia Selden-Goth. — Herbert Reichner Verlag, Wien 1937. Die zahlreichen Verehrer des großen Musikers Busonl (gest. 1924J werden der Herausgeberin für dieses Büchlein dankbar sein. Es zeigt den Meister in spontanen Aeußerungen, als Künstler von echter Leidenschaft, als unbeirrten Bekenner seiner Ueberzeugungen und Einsichten, nur nach Sachlichkeit und Gerechtigkeit urteilend, Welches Temperament in diesen Briefen, die auf so manches Gebiet des Kunst- Schaffens und menschlichen Wesens ihr Licht werfen. Busonis stärkste Liebe gilt Mozart. Einmal, bei einer Stellungnahme zu italienischen Dichtern, bemerkt er: ״Hier stehe ich auf Heines Schultern, verwechsle nicht Richtung und Gesinnung mit Kunstwerk und Begabung...“ Auch von Busonis Freundschaft mit Jacob Wassermann ist die Rede. Die Herausgeberin (jetzt u. W. in Palästina) schrieb eine liebevolle Einleitung. Ein Toscaninl-Bllderbuch. — Herbert Reichner Verlag, Wien. Zum 70. Geburtstag Arturo To s c a n i n 1 s ist ein von Giseila Selden-Goth herausgegebenes Bilderbuch erschienen, das eine große Zahl sehr schöner Bilder von und um Toscanini mit viersprachiger Beschriftung enthält. Wir finden hier Bilder aus Toscaninis Kindheit und Jugend, von seiner Familie, seinen Kindern und Enkeln nicht weniger als von den verschiedenen Stadien seines Wirkens, auf der Bühne und im Konzertsaal, auf der Reise, bei Arbeit und bei Muße, so daß das Buch ein Panorama seines reichen Lebens darstellt. Es ist bis in die allerjüngste Vergangenheit fortgeführt und bringt bereits Abbildungen seiner Konzerte mit Huberman in Palästina und von der Uebergabe des Orangenhaines in Ramot Haschawim. Die Bilder, die auch künst- Ierisch zum Teil von hohem Wert sind und deren Re- Produktion ausgezeichnet ist, werden nicht nur für jeden, Palästina-Buch Niels Hoyer: Heimwärts. — J. Philip Kruseman Verlag. Den Haag 1936. Es sind im Laufe der letzten Jahre so viele Reiseberichte über Palästina von sehr unterschiedlichem Werte erschienen, daß ein Buch schon besondere Qualitäten aufweisen muß, um Aufmerksamkeit zu verdienen. Dies ist bei dem voriiegenden Buch ״Heimwärts“ von Niels Hoyer (Ernst Harthern) sehr wohl der Fall. Es ist der Bericht eines Juden, der schon weit vom Jüdisehen entfernt war, über seine Heimkehr in das Land seines Volkes, gegeben mit der Aufgeschlossenheit des schauenden Künstlers, gleich weit entfernt von kritikloser Bewunderung (seine Palästinafahrten datieren aus den Jahren 1913 und 1934) wie von allzu distanzierter Voreingenommenheit. Das Buch zeugt von dem starken, echten Gefühl, mit dem Hoyer Menschen und Landschaft sieht und von seiner Fähigkeit, dem Leser seine Erlebnisse mit dem Können des Künstlers zu vermitteln. Eine Fülle von Menschengestalten und -Schicksalen ist — oft mit wenigen Strichen — eindrucksvoll dargestellt. Dieses bunte Bild ist die palästinensische Wirklichkeit. R. L. Ehrung für Prof. S. Klein •כתבי שמואל קליין׳ ביבליוגרם־ד, משגת חרס״ח - תרצ״ז א. כתבים בחקירת א״י. ב. שאר ענינים׳ הדפסה מיוחדת מתוך "ידיעות החברה העברית לחקירת ארץ־ישראל ועתיקותיה" שנה ד׳־ חוברת ד׳• ירושלים תרצ׳ז. In einer kleinen Broschüre hat die ״Vereinigung zur Erforschung Palästinas und seiner Altertümer“ eine Bibliographie der Bücher, Aufsätze und Abhandlungen von Prof, S. K 11: I 11 zusammcngcstellt, die sich auf Erez Israel beziehen. Die sehr würdige Ehrung ihres Mitarbeiters, des Professors für Palästina-Kunde an der Hebräischen Universität, Dr. Samuel Klein, der vor wenigen Monaten 50 Jahre alt wurde, wird von dem kleinen Kreis der Fachgelehrten bestimmt freudig begrüßt werden, aber auch weitere Kreise werden und mögen hier erkennen, wieviel Forschungsarbeit noch auf dem Gebiet der palästinensischen Altertumskunde zu leisten ist. Zu den 116 Nummern dieser Abteilung, der ein alphabetisches Verzeichnis folgt, ist eine Liste von 30 Beiträgen verschiedensten Inhalts hinzugefügt worden, die Arbeiten aus anderen Gebieten betreffen. Und dabei sind Zeitungsaufsätze, Gelegenheitsschriften 11. ä. — auch Buch- Besprechungen — nicht aufgenommen worden. Rabbiner Dr. A. Posner, Jerusalem Die Jüdische Gemeinde in Rom hat ein Sammelbuch zum Andenken an ihren verstorbenen Überrabbincr Prof. Angelo Sacerdoti herausgegeben. als Gegenbeweis gegen die Behauptung, daß es sich um eine Infektionskrankheit handelt, mit dem Blut, den Exkrementen und dem Hautausschlag Kranker. Im Kapitel über die Frager! der Anthropologie werden auch eine Reihe von berühmten Skelettausgrabungen in Palästina erwähnt. Auch das Buch des Engländers Haßlett gibt in amüsanter und unterhaltender Weise einen Ueberblick über eine Reihe von Problemen der Wissenschaft, die noch nicht gelöst sind oder vielleicht auch z. T. eine ewige Frage darstelleu. Es beschränkt sich im allgemeinen auf Probleme der Naturwissenschaft und behandelt u. a. die Fragen der Weltschöpfung, des Lebens auf anderen Planeten, der großen geologischen Umwälzungen, des Wetters, des Geschlechtes, der Bausteine der Natur, der Festigkeit usw. Ein Kapitel ist einem mehr geisteswissenschaftlichen Problem gewidmet, nämlich das sich an die Frage der Entstehung des Menschen anschließende über die Anfänge der Zi■ vilisation. Hier wird u. a. eine Theorie dargestellt, die meint, daß das orste anbaufähige Getreide, nämlich Weizen, am Berge Herrn on entstanden ist, wo eine bestimmte Weizenart noch heute wild wächst. Dort sei also möglicher• weise die große Entdeckung des Ackerbaus ge* macht worden. Auch sonst werden die Fragen der Kultur״ entwicklung im Vorderen Orient in diesem Kapitel vielfach gestreift. oe. der den Musiker Toscanini verehrt, von Wert sein, sondern nicht weniger als Ausdruck eines bedeutenden menschlichen Lebens, soweit es sich im Bilde einfangen läßt. Die tiefe Geistigkeit des Menschen Toscanini kommt in vielen Bildern, die zum größten Teil Zufallssituationen darstellen, zu eindringlichem Ausdruck. —n, Schicksal des Menschen Louis Ferdinand Ctflfne: Mea Culpa und: Das leben 11 na Wirken des Arztes Pli. J. Semmelweiß — Verlag Julius Kittls Nachf., Mährisch-Ostrau. Von dem Verfasser der ״Reise ans Ende der Nacht“, dem Franzosen Coline, ist in deutscher Uebcrsetzung dieses Ruch erschienen, das zwei an sich völlig voneinander getrennte Arbeiten enthält. ״Mea Culpa" ist eine Altseinandersetzung mit dem Kommunismus, der als eine tiefgehende Demaskierung des Menschen vom Verfasser aufgefaßt und mit der ganzen Leidenschaft einer sich selbst übersteigernden Sprache verdammt wird. Dabei sagt er u. a.t ״Mit den Juden, ohne Juden. Das alles hat keine Bedeutung. Die Hauptsache, man mordet!“ Der zweite Teil des Buches gibt sodann die Geschichte des berühmten und doch so unglücklichen Arztes Philipp Ignatz Semmel weiß, des Entdeckers der Ursachen des Kindbettfiebers, ursprünglich eine Pariser Dissertationsarheit des Autors. Vor uns rollt das grausige Gemälde dieses Lehens ab, das wie eine Explosion menschlicher Leidenschaften und Genialität anmutet, und das an der Sturheit und verbrecherischen Kälte des menschlichen Herzens zugrunde ging. Viel• leicht liegt hierin die Verbindung zu der ersten Arbeit des Bandes, _ die gleichfalls eine besonders negative Seite des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesellschaft anschlägt,. allerdings in bezug auf politische Formen unserer Zeit, während in der Arbeit über Semmelweiß ein EinzeN Schicksal zum Anlaß der Verallgemeinerung wird. -—n. Eine Oxforder Handschrift Jakob Horovltz: Aus der Oxforder Handschrift des Josif Omez. — J. Kaufmann Verlag, Frankfurt a. M. 1937. Die Abhandlung des Frankfurter Rabbiners, die in der Festschrift zum 70. Geburtstag von Rabb. Dr. Jakob Freimann in Berlin erschienen ist, wurde mit einigen Ergänzungen und Erweiterungen als Sonderdruck publiziert, und zwar aus Anlaß der 300. Wiederkehr des Todestages von Rabbiner Josef Hahn, der vor kurzem begangen wurde, dein Verfasser des Josif Omez. Die Arbeit von Horovitz stellt eine sehr gründliche und interessante Untersuchung von zwei Kapiteln aus dem Josif Omez dar, die dem Text selbst als Anhang beigegeben sind. Sie sind insbesondere deshalb wichtig, weil das Werk von Josef Hahn für den sogen. ״Frankfurter Minhag“ richtungweisend wurde. Die Abschnitte, um die es sich handelt, sind auch darum für uns interessant, weil in ihnen eine Auseinandersetzung mit Angriffen auf die Juden, die damals zu Anfang des 16. Jahr- Hunderts sehr stark waren, erfolgt. Hebräisches Jahrbuch der Medizin. Der letzte Band des seit neun Jahren in New York erscheinenden hebräischen Jahrbuches für Medizin ״H a r o f e h a i w 1׳ i“, herausgegeben von Dr.Mosrhe Einhorn, enthält u.a. folgende Arbeiten: Darstellung sämtlicher Mittel zur Heilung parasitärer Ansieckungskrankheiten hei Frauen, von Prof, Elieser Rosenthai, Brooklyn; Neue Methoden der Malaria-Heilung von Dr. li. Jafch, Haifa; Angeborene Armparalvse von Dr. S. S. Burstein; Nierenentzündung von Dr. G. öi'mzburg, Philadelphia; lieber die Vermeidung von Flüssigkeitsbildung bei Pneumothorax-Behandlung, von Dr. Ph. Weil, Safed; Bibliographie und mehrere Spezialaufsätzc über die Medizin bei Maimonides; Das palästinensische Klima und seine Wirkung auf Asthma, von Dr. Ari ben Gefeit, Gederah; Tiberias einst, von R. Schochet, New York; Mineral* uellen in Palästina, von M. Friedmann; schließlich verschieene Arbeiten über hebräische medizinische Termini. — Der Verband amerikanischer Aerzte gibt alle zehn Jahre ein Sammelwerk ״Pharmacopca“ heraus, worin alle wesentliehen Neuerungen der Medizin dargestellt werden. Unter der! 102 .namhaften amerikanischen Aerzten, deren Entdeckungen und Neuerungen in der letzten Ausgabe mitgetcilt werden, finden sich 17 jüdische Namen. Außerdem sind die einzigen beiden Nichtamerikaner, deren Namen mitgeteilt werden, Juden, nämlich Aschheim und Bernhard Zondck (Jerusalem). Ein Vierteljahrtausend Hannoversches Landrabbinat 1687 bis 1937. Zur 250. Wiederkehr seiner Begründung, dargestellt von Landrabbiner Dr. Freund, herausgegeben von der Syiiagogengemcinde Hannover. — Anläßlich dieses Jubiläums ist eine Broschüre aus der Feder von Landrabbiner Dr. F r e u n d erschienen, die in kurzen Strichen, aber sehr instruktiv, die Entwicklung des hannoverschen Landrabbinats schildert. 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