Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 36 (7.5.1937)
- Date
- 1937-05-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sf>;»c u JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 36, 7. V. 1937 Wie entstehen Orts-Namen? Von Jakob A. Arikha, Jerusalem Eine wichtige geistige Arbeit, die dem neuen Erez Israel ihren Stempel für alle Zeit aufprägen soll, wird seit einigen Jahren in der Stille geleistet, ohne daß die breite Öffentlichkeit vom Gang der Arbeit und ihren Einzelheiten Kenntnis hat. Nur über ihre Ergebnisse erfährt die Öffentlichkeit von Zeit zu Zeit dürftige Nachrichten aus der palästinensischen Presse. Wir meinen damit die Arbeit der „Namens-Kommission" des Kereii Kajemeth Eejisrael. Vor 15 Jahren, als nach einer Unterbrechung von 7 Jahren (4 Jahre Krieg und 3 Jahre Militärregime) die Siedlungsarbcit auf Nationalboden — dem Boden des KKL — wieder begann, wurde durch Ussischkins initiative eine Namens-Komniission geschaffen, mit dem Zweck, für die n e i! g c g r vi n d c t e n Siedlungen Namen zu bestimmen. Zu Aufgliedern wurden berufen: Vertreter des KKL, der zionistischen Leitung und des Keren Hajessod, des Vi'aac! I.enmi, der Organisation der Landarbeiter, der hebräischen Universität und der Gesellschaft zur Erforschung des Landes und seiner Altertümer. Die Namens-Komniission bestimmt die Namen der Siedlungen nach folgenden Gesichtspunkten: a) Historische Namen: Wenn die Kommission mit Sicherheit festgestellt hat, daß die neue Siedlung in der Nähe eines Ortes liegt, an dem bereits im alten Erez Israel eine jüdische Siedlung bestund, deren Name im Laufe der Zeit vergessen oder verstümmelt wurde, dann bestimmt die Namens-Kommission diu historischen Kamen in seiner richtigen Form. So „erlöst" die Namens-Komniission den historischen Namen aus seiner Vergessenheit oder aus seiner Gefangensehaft, belebt ihn von neuem und „erweckt den toten Namen auf Stillem Erbe"'. 1)) Gedcnk-Nnmen: Wenn die Kommission festgestellt hat, daß die neue Siedlung nicht in der Nähe eines Platzes liegt, auf dem bereits in früherer Zeit eine jüdische Siedlung bestand, dann g:hi mlder neuen Siedlung einen Gedcnk- Nanun: 1. zur Erinnerum; m ein nationales, zionistisches oder sivdkTiHhv* Freiuiiivon besonderer Wichtigkeit; 2. zur l'üüüi rung an I'i:-..r,!ichki-tS<-!s, die dem indischen Volke, der /»mi-ti.-chi n Heu egutsg oder dem jüdischen Jisehuw im Lande einen wichtigen liiui»t erwiesen haben. c) Symbolische Bezeichnungen: Wenn sich die Siedlung nicht in der Nahe historischer Stätten befindet und aus irgfiideini m Grunde kein (.iedcnk-Namc bestimmt wird, dann gibt die Kommission der neuen Siedlung einen symbolischen Kamin, der den Ort oder seine Bewohner oder dgl. symbolisieren soll, Auch bei den beiden letzten Arten der Namensgebung werden Namen mit hebräischem Sinn und hebräischer Form gewählt. Die Benennung einer Siedlung zu Ehren einer heute lebenden Persönlichkeit zum Zeichen der Dankbarkeit für dem jüdischen Volke, der zionistischen Bewegung oder dem jüdischen Jisehuw im I an.le geleistete Dienste ist der Kompetenz des 7ionisten-Kc>ngrcs>es unterstellt. Im folgenden verzeichnen wir besonders hervorstechende Namen einer Keihe von Siedlungen (unter mehr als 100 landwirtschaftlichen Siedlungen auf KKL-Hoden), denen die Namens-Komniission Namen der genannten drei Gruppen gegeben hat. A. Historische Namen In Jehudah: Der Moschaw Ataroth In einiger Entfernung nördlich von Jerusalem findet man Ruinenreste, die von den Arabern „Khirbet Attara" genannt werden. Aus historisch-topographischen Quellen wurde bewiesen, daß auf diesem Platz die Stadt Ataroth stand, die hei der Verteilung: des Landes durch Jehoschua Bin Nun das Besitztum der Stämme Manasse und Ephraim bildete (Jehoschua 16, 2). In der Nahe dieses Ortes wurde eine Arbeitersiedlung auf KKL-IJodcn erbaut, und die Kommission bcschlol!, den .Moschaw mit dem historischen Namen Ataroth zu nennen. Im Emek Cliefer: Der Mosehaw Bcfh | a n n a i Ai'ts h 1 i Q "i t tt intuMi'l dal! d i-, (j. biet des | ii |, i i i s( ,, >tljiiu_ odi llisinonaer- K ni \ i k i Di, i t 1 .11 \< ' 1 c. d. i, v, le Im mit' David ' i 1 •> / ' 1 'ui ' t eh- 1 eidi. cvti'crtt Einige I'1 ' Z ' V' ih 1 1 im i s im 1 ui k < i't 1 i ii ui im In Sil dlnn'" n in'stindm Die 1 1 \ i i i Ji! Et -i . iE i den 1 1 ' i 1 1 > ' n 1 e \ ib i ' \ i Jiii t i' inuneu ,1 ' I r i < - \ i e \lotiiär). I' x i ' 1 s I ' . „> i », i r \ i, - ii, ,i kt \ Oll .•1 ' - f t -1 1 - n Ii. i1 i , s j | . 11,' an ics i l ii >. e i m> V ' J ivt etr i 'ir t win dein Schomron: F j n Iron, in der Nähe der Mosebawa Karkur Dieser .MrNc'uiw ürgt in dem Gebiet des „Wadi Arah". Der Name „Waili Arah:1 ist die ai.dusche Form des histori-;e!ien hebräischen Namens ..NaJial Iron", der als wichtigster »'ebu g.iiig.spunkt vom ^shanin nach dem Emek Jesreel jckauut w.u. I )amit %\ tirde der hiMoi ischc hebräische Name jus Uer li irieicii aiabi.si lien Form er]C,s,t; nur das Wort „Njch.il" (I lulJ). das als Beiwort Sur jüdische Siedlungsaamen nicht üblich ist, wurde durch das gebräuchliche Beiwort „Ejn" (Quelle) eisetzt. Im Emek Sewulun: Der Kibbuz Usch ah Nahe dein Sicdlungsplatz des Kibbuz findet man Ruinenreste, die von den Arabern „Kirbet Huschelt" genannt werden. Dadurch ist erwiesen, daß hier vormals die Stadt Uschah stand, die zur Zeit der israelitischen Könige eine jüdische Siedlung und zur Zeit der römischen Herrschaft und noch Jahrhunderte nach der Zerstörung des zweiten Tempeis eine berühmte Statte der Talmudgclehrten war. Eine Zeitlang tagte dort auch das Syuhedrion. Im Emek Jesreel: Der Moschaw N a h a I a I Die Siedlung wurde in der Nähe des arabischen Dorfes „Ma'htl" erbaut. Diesearabische Name ist zweifellos aus dem hebräischen „Nahalat" entstanden, einer der Städte, die £ur Zeit Jelioschuas Hin Nun zum Gebiet des Stammes Sc »vulun gehörten (jehoschua 19, 15). In der Epoche des Talmuds wurde der Ort „Mahalol" genannt. Bereits die Talmud-Gelehrten identifizierten Mahalol mit dem biblischen S' a h a 1 a 1. Der Kibbuz Ejn Charod Diese Siedlung liegt an der Quelle Charod, die am Fuße ies Berges Gilboa entspringt (Richter 7, 1). Mit der Erleuertmg des Ortes wurde auch der Name erneuert, der uns friiiuert an die Jugendtage unseres Volkes und unseren Sieg jnter dem Richter Gid'on mit seinen 300 Mann „über Midjan, tnd Amalek und die- Söhne Kcdems" (Richter 7, 6 und 12). B. Gedenk - Namen zur Erinnerung an nationale, zionistische oder sicdlerische Ereignisse Zu dieser Kategorie gehören etwa der MoschawCheruth (Scharon-Ebene in der Nähe von Tel-Mond), der im Jahre 5692/93 gegründet wurde und seinen Namen zur Erinnerung an die Befreiungskämpfe des Bar Kochba vor 1S00 Jahren erhielt. Der Moschaw Chibbath Zion (im Emek Chefer) und Kfar Ii i 1 u (in Jehuda): zum 50jährigen Jubiläum der präzionistischen „Chibbath-Zion" und „Bilu"-Bewegung in Rußland. Dem Andenken an große Persönlichkeiten sind z. B. gewidmet: der Moschaw Kirjath Maimuni (in Jehudah in der Nähe vom Pctach-Tikwah), der von Olim aus Deutschland im Jahre 5695 zum Andenken an den großen Gelehrten und Forscher Mosche Ren Maimon (Hainham) gegründet wurde; Giw'ath Chen (Scharon-Ebene in der Nähe von Raanauali) zum Andenken an unseren grollen Dichter Bialik („Chen" besteht aus den Anfangsbuchstaben seiner Vornamen CHajim Nachmann); ebenso der Moschaw Kfar Heß (Moses Heß, Verfasser von „Rom und Jerusalem"; der Moschaw Giw'ath S c h a p i r a (Emek Chefer) zum Andenken an den Schöpfer des KKL, Professor Hermann Scliapira; Kfar Witkin, zum Andenken an den Lehrer Josef Witkin, den Vorkämpfer für die jüdische Arbeit auf nationalem l/oüen; Kirjath Chajim (im Emek Sewulun), auf den Namen von Chajim Arlosoroff; der Kibbuz Tel-Josef, auf den Namen des Begründers der Chaluz- Bewcgung und des Helden von Tel-Chaj: Josef Trumpcidor. usw. Auf besonderen Beschluß der zentralen zionistischen Instanzen siin! zwei Siedlungen auf KKL-Boden aut die Namen zweier nichtjüdischer Persönlichkeiten, die sich große Verdienste um das Nationalheim in Erez Israel erworben haben, genannt worden, und zwar: Ramath Dawid (im Emek Jesreel) auf den Namen des englischen Staatsmannes David Lloyd George, der zur Zeit der Erteilung der Halfour- Deklaration Premierminister in England war; ferner Ramath Jochana n Um Emek Sewulun) auf den Namen des großen Zionistenfretmdcs, der bei der Erteilung der Balfour-Dcklaration aktiv mitgewirkt hat: John Smuts (Südafrika). C. Symbolische Namen In Jehudah: Der Moschaw Bizzaron, nahe der Moschawah Gan Jawne im Ncgew Die Bedeutung des Wortes „Bizzaron" im gewöhnlichen Sinne ist — „sicherer, befestigter Ort". Im erweiterten Sinne bedeutet das Wort „Kraft", „Macht" und „Stolz". Die meisten Chawerim des Moschaws stammen aus Rußland. Sie waren Mitglieder des chahmscheii I lachscharah-Kibbtiz „Tel-Chaj'1 in der Krim — „Harrende Gefesselte" in ihrem licrkunftslandc, die auch im Gefängnis und in der Verbannung nicht von ihrer Hoffnung ließen. Die Schicksalsverkettung der Chawerim dieses Moschaws in Gefängnis und Verbannung ruft uns die Prophezeiung des Propheten Sechariah ins Gedächtnis: "nipnn '"TBK fnaa1? 13W„ „Kommt wieder zu festem Vertrauen, harrende Gefesselte" (Secharjah 9, 12). Im Emek Sewulun: Der Moschaw Kfar Chassidim Anfangs wurden auf diesem Platz drei Siedlungen gegründet: im Frühjahr 1925 „Nachiath-Jaakow" durch die Jabloner Chassidim, an ihrer Spitze Rabbi Jecheskiel Taub; im Sommer 1925 „Awodath Jisrael" durch die Kosenitzer Chassidim, an ihrer Spitze Rabbi Israel Hof stein; Anfang 1927 „Hapoel Hamisrachi" durch die Organisation des „Hapoel Hamisrachi". 1931 wurden die drei Siedlungspunkte zu einem Moschaw vereinigt, und nach kurzer Zeit erhielt dieser Moschaw den Namen „Kfar Chassidim", der auf die Herkunft seiner Chawerim hinweist. Im Emek Hajarden: Der Kibbuz A f i k i m „Afikim" m, „Wasserquellen", „Strömungen1', „Bäche" deutet auf den Charakter und die Natureigenschaften des Ernek Hajarden hin. Die Siedlung Afikim liegt zwischen zw ei starken Quellen, die die Lebensbedingungen und die Flora des Emek Hajarden bestimmen und ihn aus einer wüsten Steppe in eine entwickelte, freie landwirtschaftliche Siedlung verwandelten. Ernek Sewulun Besonders interessant ist die Benennung „Emek Sewulun" für den Bezirk, der im Volk als Bucht von Haifa und Akko bekannt ist. Die Gesamtfläche dieses Bezirks beträgt etwa 165 000 Dunam, von denen dem KKL etwa 40 (MX) Dunam gehören. Die Gründe Tür die Namensgebung sind: a) der Segen Jakobs für den Stamm Sewulun „Sewulun an der See Gestade siedelt er, am Gestade bei den Schiffen" (Bereschith 41, 13); b) der Segen Moschei für den Stamm Sewulun „Freue dich, Sewulun, wo du ausziehst" (das bedeutet: wenn du ausziehst, um Handel zutreiben über das Meer), und weiter: „denn von der Meere Fülle saugen sie" (Dewarim 33, 18, 19); c) die Popularität dieser Segnungen im jüdischen Volke, die durch die bloßt Nennung des Namens Sewulun sofort ins Gedächtnis gerufen werden, beweist, daß ein großer Teil der Bucht von Haifa zum Erbe des Stammes Sewulun gehörte, solange Israel in seinem Lande wohnte. Nach Ansicht unserer Gelehrten ist mit dem Wort Hin im Segen Jakobs 1W D'»1 »lin? 11713!.) (•nrjK «]in? KW auch der Name der Stadt Haifa — flDH - verbunden, und nach der Meinung der Talmudgelehrten wohnten die Söhne Sewuluns in dieser Ebene und waren mit Glasindustrie beschäftigt. Emek Chefer Auch die Namensgebung für den Teil des Landes, der „zwischen Scharon und Schomron" liegt, ist interessant. Das Gebiet, das heute seinen historischen Namen „Emek Chefer" trägt, war früher unter dem arabischen Namen „Wadi Chawareth" bekannt. Die Gesamtfläche des Bezirks umfaßt ca. 47 000 Dunam, von denen heute 31000 Dunam dem KKL gehören. Mit der Erlösung dieses Bodens aus fremden Händen entstand auch das natürliche Bedürfnis, den Namen aus seiner Entstellung zu erlösen. Vor einigen Jahren, als die Besiedlung des Gebiets begann, beauftragte die Namens-Kommission den jungen palästinensischen Archäologen und Topographen Dr. Benjamin Meisler, den Bezirk vom historischen Standpunkt aus zu erforschen. Nach eingehender Untersuchung kam Dr. Meisler zu dem Resultat, daß dieses Gebiet identisch ist mit dem „Erez Chefer" (Könige 1, 4,10), das zusammen mit den Städten Aruboth und Socho eine der zwölf Provinzen des Landes Israel bildete, in die König Salomo das Land aus verwaltungswirtschaftlichen und politischen Gründen teilte. Ferner stellte Dr. Meisler durch seine Forschungen fest, daß in der Hatmonäerzeit König Alexander Jannai das Gebiet aus den Händen der Griechen zurückeroberte und dort stark bevölkerte jüdische Siedlungen schuf, die noch Jahrhunderte nach der Zerstörung des zweiten Tempels bestanden. Der Bezirk hieß zwar in den Tagen König Safomos „Erez Chefer" (Land Chefer), da es aber für uns nur ein Land gibt — Erez Israel —, nannte die Kommission diesen Teil des neuen Erez Israel „Emek C h e f e r". Jeder Name wird von der Kommission in zwei Lesungen in zwei Sitzungen angenommen. Nach der ersten Lesung gilt er noch als Vorschlag, nach der zweiten als endgültig festgesetzt. Die Gedenk- und symbolischen Namen werden nach der ersten Lesung den neuen Siedlern zur Stellungnahme vorgelegt. Sind sie einverstanden, wird der Name in zweiter Lesung angenommen. Wenn die Siedler aus logischen Gründen dem Vorschlag nicht zustimmen, berücksichtigt die Kommission diese Gründe soweit wie möglich, und manchmal sucht sie einen anderen, besser passenden Namen. Sind aber die Gegengründe nicht gewichtig, so besteht die Kommission auf ihrem Vorschlag und nimmt ihn in zweiter Lesung an, womit er als Name des betreffenden Ortes festgesetzt ist. Basiert der neue Name auf dem historischen Namen, so wird er den neuen Siedlern zur vorherigen Kenntnis, mitgeteilt und dann in zweiter Lesung endgültig bestimmt. Von der Woche Eine arabische Zeitung verzeichnet das Gerücht, daß die englische Regierung die Behandlung von Palästina-Angelegenheiten aus dem Geschäftsbereich des Colonia! Office ausscheiden und für die Zukunft dem Foreign Office zuweisen will. Dies soll mit Rücksicht darauf geschehen, daß auch die Behandlung der Angelegenheiten der arabischen Nachbarländer in das Ressort des Außenministeriur.is fällt. Ein solcher Vorschlag soll von der Kgl. Kommission jetzt behandelt werden. Sowohl in der Altstadt wie in den neuen Vierteln Jerusalems werden eifrige Vorbereitungen getroffen, um den Krönungstag Georg VI. (12. Mai) festlich zu begehen. Ein aus Vertretern jüdischer Körperschaften bestehendes Sonderkomifee sorgt für die Schmückung und lllumiiiieruug jüdischer öffentlicher Gebäude untl Privathäuser. In den Synagogen werden besondere Gebete gesprochen werden. Wie verlautet, wird das Oberste Arabische Komitee demnächst eine allgemeine Konferenz einberufen, bei der die ernste Lage des J a f f a c r Hafens besprochen werden soll. Die Bauarbeiten im Flughafen von Lydda, über deren Ausschreibung wir kürzlich berichteten, wurden an einen englischen Unternehmer vergeben, dessen Gebot auf £P 50 000 lautete und billiger als die anderen Gebote war. Es verlautet, daß die Regierung beabsichtige, einen neuen Flugplatz bei A f u 1 e h anzulegen. Rabbi Isaak Hcrzo g, der neue Oberrabbiner Palästinas, ist tu ständigem Aufenthalt in Jerusalem eingetroffen. Bei der Durchsuchung eines Araberdorfes auf dem Karmcl wurden große Mengen Gewehre, Bomben und Munition gefunden. In Tulkerem wurde ein arabischer Hilfspolizist erschossen. Es wird angenommen, daß es sich um einen politischen Racheakt handelt. Der Mörder entkam. Nach vorläufigen Schätzungen der Jewish Agcncy sind im Laufe des Monats April über 1200 jüdische Einwanderer ins Land gekommen, darunter etwa 20!) Kapitalisten. Die holländische Regierung hat in Jerusalem einen Handelsattache ernannt. Er wird die Aufgabe haben, für den Ausbau der Handelsbeziehungen zwischen den Niederlanden und Palastina zu sorgen. Die Pal est ine Land Development Comp, hat in ihrer vor kurzem abgehaltenen Generalversammlung den Direktor der South African-Palestine (Binyan) Co. Ltd. in Flaifa, Eliestr B r a u d o, und Berl Kaznelson an Stelle des verstorbenen Joseph Aronowitz in das Direktorium berufen. Die Haifaer freiwillige Feuerwehr. Das Fehlen einer systematischen Feuerbekämpfung hat schon immer und nicht zuletzt während der letzten Unruhen Anlaß zu der Forderung gegeben, eine Feuerwehr in Haifa zu schaffen. Angesichts des mangelnden Interesses bei den amtlichen Stellen blieb es jedoch privater Initiative überlassen, Finanzierung und Organisation zu übernehmen. Nach langer Vorbereitung, Sammlung von Geldern und Freiwilligen ist nun vor kurzem die „Mechabej-Esch Mitnawdim Haifa-Hadar Hakarmel", die freiwillige Feuerwehr, gegründet worden. Nun sind auch die notwendigen Materialien eingetroffen, vor allem ein hochmoderner Löschwagen mit einem Wassertank von IV» cbm Inhalt, einer über 8 m hohen Holzleiter, die noch durch eine 17 m hohe Stahlleiter ergänzt wird, einem Schaumlöschgerät usw. Der Wagen ist für eine 14köpfige Mannschaft eingerichtet; dazu kommt noch ein Mannschaftswagen für weitere sechs Mann. Eine grolle Sirene mit einer Reichweite von 4 km gegen und 6 km mit dem Wind dient dem Feueralarm. Die Regierung hat die Einrichtung der Feuerwehr durch die Gewährung von Zollfreiheit für die importierten Materialien unterstützt. Eine große Anzahl von Freiwilligen ist bereits organisiert und wird zur Hälfte zur Feuerabwehr, zur Hälfte zum Ordnungsdienst geschult. Zur Wasserlieferung bei Bränden können die städtischen Sprengwagen herangezogen werden. Außerdem wird in der nächsten Zeit der Waad Hadar Hakarmel für die Aufstellung von etwa 100 Wasserhydranten sorgen. Auch in den umliegenden Siedlungen werden Hydranten aufgestellt werden, da die Haifaer freiwillige Feuerwehr die reuerabvvehr auch im weiteren Umkreis Haifas bis ins Emek Jesreel (z. B. Nahalal) übernommen hat, wozu bereits eine Reihe von Verträgen mit den Siedlungen abgeschlossen wurden. Die Feuerwehr wird einstweilen provisorisch in einer Baracke auf einem für diesen Zweck zur Verfügung gestellten Grundstück in der Pewsnerstraße stationiert, wo auch ein Uebungsturm zur Ausbildung der Feuerwehrleute errichtet wird. Später wird sie in das Gebäude übersiedeln, das der Magen David Adom in der Arlosoroffstraße bauen will, und in dem spezielle Räumlichkeiten für sie vorgesehen sind. Die Haifaer Reuerwehr ist vor allem das Werk des Rechtsanwalts Nimzawi und der Herren Ing. Mayerstein, Franz L e v y und Jack Sachs. Alfred Markus, Haifa Das Zionistische Informattons-Büro für Touristen, das bereits in Jerusalem (Julian's Wav, P.O.B. 485; Telephon: 4'20) und in Tel-Awiw (10, Rothschild Bvd., P.O.B. 1559, Telephon: 870) Zweigstellen hat, teilt uns mit, daß in Haifa ab 1. April eine neue Zweigstelle eröffnet wurde, und zwar im Palafric-Haus, New Business Centre, Zimmer 41: Telephon: 1565. (Schluß de« Palüitina-Telli)