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Jüdische Rundschau · 1937-05-07 · Heft 36 (7.5.1937) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 36 (7.5.1937)
Date
1937-05-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JÜDISCH! RUNDSCHAU Nr. 36, 7. V. 1937 Eine dringende Frage Was tut die Exekutive für die körperliche Erziehung der Jugend? Vertrag zwischen Irak und Syrien gl, T e I ■ A w I w, Ende April In diesen Tagen wurde in Damaskus ein Freundichaftsvertra'g zwischen Irak und Syrien unterzeichnet, der neben anderen Punkten ökonomische Kooperation zwischen den beiden Ländern und den Austausch von Informationen vorsieht. Von syrischer Seite zeichnete außer dem Vertreter des neuen Syrien auch Comic de Martel im Namen Frankreichs, F.s verlautete vor kurzem, als Comte de Martel zu einem Besuch in Bagdad war, daß er mit der dortigen Reicrung eine Aussprache über die Beziehungen zwischen den eiden Ländern gehabt hatte. Die Unterzeichnung des Vertrages in Damaskus bestätigt jetzt diese Vermutungen. Wir haben hier einen der in letzter Zeit häufigen Versuche, die Beziehungen zwischen den neuentstandenen Staaten des Nahen Ostens in geregelte diplomatische Formen zu bringen, die um sii interessanter sind, als sie mit der Kooperation — manche meinen unter aktiver Initiative -- jener europäischen Mächte unternommen werden, die bisher die Mandatare für die neuen Staatsgebiete gewesen sind und sie jetzt in ihre unabhängige nationale Laufbahn entlassen. Wenn Irak heute mit Syrien einen Vertrag schließt, so hat er auch etwas mit England und Frankreich zu tun, der Einfluß der Europäer ist durchaus spürbar, zugleich aber ist es eine sehr wichtige Neuerung, daß eben nicht die westlichen Mächte im Vordergründe Stehen, sondern die östlichen Nationalstaaten. Wir belichteten vor kurzem, daf! Irak von der Unterzeichnung des Vierstaatenvertrages, der zwischen der Türkei, Iran, Afghanistan und Irak abgeschlossen werden sollte, in letzter Minute zurückgetreten sei. Wir gaben damals der Vermutung Ausdruck, daß eventuell England hier interveniert habe. Unterdessen wurde hier die Version laut, daß die Türkei selbst Zweifel an dem Vertrage bekommen habe. Jetzt wird gemeldet, daß sich der irakische Außenminister nach der türkischen Hauptstadt begibt, um unter anderem über den geplanten Vicrervertrag zu vi iliam.Iein. Dieser Veitrag. der vier der Staaten des Nahen ("Mens umfaßt, scheint also in diesem Falle nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben zu sein. Pfadfinder in Palästina. In der Londoner „Times" erf-vhieii cm Bericht über eine Reise englischer Pfadfinder nach Aegypten und Paki-tma von W. A. L i b I y, dein Direktor \om Wyclifie Golk ge, Stonehouse in (ilocestcrshire. Nach eine" Schilderung der Reise durch Aegypten fahrt der Vertasscr der Zuschrift fort: „Durch vorheriges Arrangement mit den ,H. P. Seouls' in Jerusalem traf uns ein jüdischer Pfadtändcrfuhrer in Haifa und nahm unsere Interessen wahrend der zehn 'läge in Palästina wahr. Infolgedessen kamen wir viel in Kontakt mit diesen jüdischen Pfadfindern, die eine außerordentlich starke und gutarbcitende Körper- Schaft zu sein scheinen, und die volle Anerkennung durch, und Anschluß an das .Imperial Seout 1 leadipiarters' sehr wünschen. Die Wärme ihres Willkommens überraschte uns manchmal." Der Verfasser erzählt dann weiter, wie die englischen Pfadfinder in Haifa au den Tanzen und Spielen von 120 Pfadfindern teilnahmen. ..die die Dastgeher mit außerordentlicher Libhaftigkiit bell leben" (gemeint ist wohl die Horrah). In Tiberias bereiteten ihnen die örtlichen Pfadfinder ein begeistertes Willkommen und schenkten ihnen ein Photoalbuni mit Blicken vom See Oenczareth. In Jerusalem hatten die dortigen Pfadfinder ihnen in Uebereinkunft mit den Behörden der Hebräischen Universität ,.einen idealen Lagerplatz arrangiert, wo wir jeden Morgen die Sonne über den Bergen von Moab und dem Toten Meer aufgehen sehen konnten". An der Omar-Moschee und im EmH< wurden die englischen Pfadfinder „von arabischen Pfadfindern mit gleicher Wärme begrüßt". „Nach einem Lager am Toten Meer und der Rückkehr via Jerusalem nahmen wir während eines Wochenendes in Tel-Awiw an einem eindrucksvollen Treffen von 650 Rovers, Scouts, See-Scouts und Uuides (englische Namen der verschiedenen Pfadfinder-Kategorien) teil." Der Verfasser schließt mit einer Bemerkung über den Wert der Scout- Bew egung in der internationalen Sphäre. „Hier ist eine große Brüderschaft der Jugend, ein wirklicher Völkerbund," S. E 11 e r n Palestine General TIrne-Table (Sommer-Ausgabe 1037). Sie enthalt die Fahrpläne von KJO Autobuslinien des Fern- und Nahverkehr* im Lande, die Eisenbahnen, Schiffslinien und die fünf jetzt im Verkehr mit Palästina tätigen Fluglinien (je eine ägvptisrhe, englische, holländische, polnische und italienische). Der Plan ist als Faltblatt aufgemacht, wodurch mit Hilfe d'T beigegebenen Verkehlsk.irte die Auffindung jeder Verbindung erleichtert wird. Iwrith! Iwrith! Von Ansei m B i n g I. „W:e alt ist Ihr kleiner jefzt?" ..Schon ein Jahr und zwei Monate!" „F:n entzückendes Alter! Man entdeckt jeden Tag etwas Neue „Ja, und wenn sie erst zu sprechen anfangen!" „Was werden Sie denn mit ihm sprechenV" „I w rith?•' ..Ne;ii. i1 i) k ■im nicht iwrifh mit ihm sprechen, dazu kann ich >e!b-t zu wenig. Nein, ich muß so reden, wie ich es gewohnt bin. Im Kindergarten lernt er spater von selbst hebräisch." „(Hauben Sie nicht, daß das eine ziemliche Verwirrung In dem kleinen Gehirn anrichten wärd: zu Hause deutsch, int Kindergarten hebräisch? Das dreijährige Töchterchen Unseres Nachbarn sagt: .gib mir meine Kowall-Mütze', ,das ist ein jam gadoi', ,suse mal kzat' (sus - rucke weiter, k/at ein bißchen), ,bist du maskimn, Mutti?' (maskima »• einverstanden). Das ist ja eine gewässe Zeit recht lustig, aber auf diese Weise kommt eine Mischsprache zustande, die für das Erlernen beider Sprachen gleich hinderlich ist." „Das ist nur ein Durchgangsstadium; die Kinder lernen schon iwritli, das können Sie mir glauben!" ..Zweifellos lernen sie iwrifh, aber sie werden es nachher im Kindergarten schwer haben — und besonders in der Schule." „Das kann ich durchaus nicht einsehen; denken Sie doch an die Kinder der Grenzländer! Wissen Sie, in Basel spricht man deutsch, französisch, ,sehwitzer-dfitsch', und die Kinder lernen spielend beide Sprachen nebeneinander, und es macht ihnen überhaupt keine Schwierigkeiten." „Es gibt natürlich eine zweisprachige Erziehung, das bestreitet ja niemand. Ich kenne eine Familie, am Hamburg stammend, deren beide Kinder in Buenos Aires geboren und zwei oder drei Jahre in die dortige Schule gegangen sind. Die Eltern kamen auf kurze Zeit nach Hamburg zurück. Zu Hause sprachen die Kinder meistens spanisch und in der Schule deutsch, aber ich hatte immer das Gefühl, daß sie in keiner Sprache wirklieh heimisch wären." „Wenn es nach Ihnen ginge, so sollte wohl jeder Mensch eine einzige Sprache sprechen und sich damit be- Mit Recht wird in unserer Auffassungvom Wesen der Zionistischen Organisation immer betont, daß ihr vor allem staatliehe Aufgaben in Palästina zufallen. Bei der Fülle der Probleme und den großen Schwierigkeiten des Palästina- Aufbaus scheint es, als oh eine der wichtigsten Aufgaben vergessen und .gleichsam „unter den Tisch gefallen" wäre: die körperliche Erziehung der Jugend, die im Lande auf w ä c h s t, Wie wenig Verständnis überhaupt für die Sorge um die aufwachsende Generation zu finden ist, zeigt die Planung der Stadt Tel-Awiw. Ein Bück auf die Karte dieser Stadt erinnert uns an die berühmte Geschichte von den Schildbürgern, die beim Bau eines Hauses die Fenster vergessen hatten und dieses Versäumnis wieder gutzumachen versuchten, indem sie das Licht in Säcken ins Haus schleppten. Man hat nämlich vergessen, daß zu einer Stadt nicht nur Häuser, sondern auch grüne Plätze, Parkanlagen und Spielplätze gehören, auf denen die Einwohner dieser heißen und staubigen Stadt, vor allein aber die Kinder, Erholung finden und ihren Körper in Spiel und Sport üben können. Neuerdings hört mau sogar von einem Plan, der den Strand bebauen will, so daß damit auch die letzte Erholungsstätte für die Bewohner von Tel-Awiw verschwinden würde. Es scheint völlig unklar, wie man die schweren Versäumnisse wieder gutmachen will. Der Schaden aber, der hier angerichtet wurde, scheint gering im Vergleich zu dem Schaden, der entstehen wärd, wenn man weiter wie bisher die körperliche Ausbildung der jüdischen Jugend im Lande privaten Sportvereinen überlassen will, für die es im Budget der Zionistischen Organisation keinerlei Subvention gibt. Wenn man weiß, welche Riesensummen sämtliche Kulturstaaten für die sportliche Ausbildung, für Anlage von Sport- und Trainingsplätzen in ihr Staatsbudget einsetzen, so wundert man sich über die Rückständigkeit und den Mangel an Instinkt, den trotz allen Mahnungen seitens weniger Einsichtiger ein Kongreß nach dem anderen beweist, indem es bisher noch niemals gelungen ist, auch nur ein Pfund in den Haushalt der Organisation einzusetzen, das der körperlichen Ertüchtigung der Jugend des Jischuw dient. Es gibt in ganz Palästina nicht einen Sportplatz, der diesen Namen verdient. Es gibt nicht eine Aschenbahn, wenn man von den kümmerlichen Versuchen absieht, die der Makkabi und in geringerem Umfange auch dcrHapoel unter unendlichen Opfern gemacht haben. Wir stehen zum „Schülertag" in der Universität Am 28, April wurde In der Hebräischen Universität zum ersten Male der Schülertag gefeiert, eine Veranstaltung, von der man hoffen darf, daß sie zu einer ständigen Einrichtung wird, lieber 300 Schüler der obersten Klassen der Gymnasien und Lehrerseminare des Landes, Insbesondere aus Jerusalem und Tel-Awiw, waren der Einladung der Hebräischen Universität gefolgt und verbrachten einen festlichen Tag auf dum Skopus. Mit ihnen kamen 5!) Lehrer und zahlreiche Freunde der Hebräischen Universität aus den Städten und Siedlungen. Anwesend waren ferner Bevollmächtigte der Unterrichtsabteilung des Waad Leumi, der LehreiVereinigung, der Vereinigung der Freunde der Hebräischen Universität, der Organisation der Universitäts-Absolventen sowie der Studenten-Organisation. Pünktlich um ',..•9 Uhr trafen die Gäste ein und wurden im Klubhaus, wo ein Frühstück für sie vorbereitet war, von dein Leiter des Studenten-Sekretariats der Hebräischen Universität begrüßt. In sechs Gruppen geteilt wurden sie durch die Institute und Abteilungen der Universität geführt, wo Mitglieder des wissenschaftlichen Stabes ihnen Informationen über die verschiedenen Forschungs- und Lehrgebiete gaben. Nach dem Rundgang fanden sich alle Gruppen im Amphitheater zusammen und kehrten von hier unter den Klängen des aus Schülern des Herzlia-Gymnasiums in Tel-Awiw bestehenden Orchesters zum Klubhaus zurück. Im festlich geschmückten Solow-Saal sprachen die Dekane der beiden bestehenden Fakultäten und Vertreter der verschiedenen Organisationen. Namens der Gäste antwortete Dr. Ch. Bugraschow. Die Feier, die sich bis -1 Uhr nachmittags ausdehnte, kann als überaus geglückt bezeichnet werden. gnügen? Das können Sie doch nicht im Emst fordern? ~- Sehen Sie, unser Hauswirt, ein Bagdader Jude, spricht ein blendendes Französisch, schreibt englische Briefe, liest die arabische Presse und verständigt sich mit uns jiddisch. Das ist wunderbar!" „Nun ja, alles kann er, aber wahrscheinlich kein einwandfreies Hebräisch. Ich sage Ihnen, daß dieser Levantin i s m u s gar nicht nach meinem Geschmack ist. Sicherlich überschätzen Sie seine Sprachkenntnisse! In jeder Sprache wird er die gebrauchlichsten Wendungen kennen, und sein Wortschatz wird die abgeleiertsten Floskeln umfassen. Soetwas blendet nur auf den ersten Blick. Wenn Sie genauer hinsehen, werden Sie finden: eine wirkliche Muttersprache hat der Mann nicht, eine Sprache, in der er träumt, in der er leine persönlichsten Gedanken formulieren kann." „Der Mann will ja auch gar keine philosophischen Gedanken formulieren, dazu hätte er auch keine Zeit, Er ist Geschäftsmann, ein Mann der Praxis, »ehr In Anspruch genommen, dauernd auf Reisen, Er muß diese Sprachen sprechen. Das ist im Vorderen Orient einlach notwendig." „Lassen wir Ihren Hauswirt also In 30 Sprachen sprechen, aber denken wir an Ihren kleinen Junten." „Ich sage Ihnen ja, der wird es schon schaffen. Davor ist mir nicht bange!" „Sie vergessen eine ganz wesentliche Frage." „Welche?" „Sie sprechen mit Ihm also deutseh, und er kommt mit drei oder vier Jahren in den Kindergarten, er lernt hebräisch, er spricht zunächst einfachste Satze; Sie können ihn noch mühelos verstehen. Nach einem halben Jahre ändert sich das Bild; er bringt Worte und Sätze, kleine Märchen, größere Ereignisse, er erzählt von einer Feier, vom Puppentheater, er bringt Ihnen seine kleinen Freunde und Freundinnen ins Haus, Sie treffen auf der Straße die Eltern seiner Freunde, es ist eine Elternvemammlung im Kindergarten — und: Sie verstehen Ihren Jungen nicht! Sie verstehen seine Sprache nicht, können seinen Interessen nicht folgen, er entfremdet sieh Ihnen " „Ja, so habe ich mir das noch nie vorgestellt. Aber das Ist ja schrecklich!" „Hebräisch sprechen oder nicht sprechen ist jedenfalls eine ernste Entscheidung, Sie sehen es selbst ein!" II. „Herein!" „Kann ich den Lehrer des '4. Schuljahres sprechen?" dritten Male vor der Makkabi ah, den nationalen Kampfspielen des jüdischen Volkes, die im Frühjahr 1938 in Tel- Awiw stattfinden soll. Aber weder die Exekutive noch die Stadtverwaltung von Tel-Awiw rühren auch nur einen länger dazu, um den tausenden jüdischen Sportlern aus der ganzen Welt eine Kampfbahn zu schaffen, die wenigstens dem Niveau einer kleineren Mittelstadt eines europäischen Landes gleichkommt. Am bedenklichsten aber scheint uns, daß für die turtierische und sportliche Ausbildung der jüdi seh en Schuljugend im Lande so gut wie nichts geschieht. Es gibt keine Ausbildung von Turnlehrern im Laude, und es kann sie auch nicht geben, da hierfür keinerlei Institut besteht. Man verläßt sich darauf, daß unter "den Einwanderern sich auch einige Turnlehrer befinden, die ihre Ausbildung in der Gallith erhalten haben. Von einer systematischen Fortbildung ist nicht die Rede. Die Schuljugend wächst in einem hohen Maße undiszipliniert auf. Disziplin und Einordnung, Stählung des Körpers und Erziehung zur Höchstleistung sind Dinge, die im Erziehungs-Departmetit der Exekutive anscheinend keine Rolle spielen. Was ist zutun? In einem Augenblick schwerer politischer Entscheidungen darf der Kongreß nicht eine der wichtigsten Aufgaben vergessen, die ihm anvertraut sind: die Sorge für die Jugend, die im Lande aufwächst. Deshalb fordern wir, daß der Kongreß die Schaffung einer Hochschule für Leibesübungen und einer Ausbildungsstätte für Turn - und Sportlehrer in Palästina beschließt und die Mittel dafür zur Verfügung stellt. Wir vertrauen auf die Einsicht der zionistischen Führer. Ebenso wie die Juden in Palästina zur Landwirtschaft zurückgekehrt sind, muß es gelingen, aus den Bezirken des reinen Intellekts die Rückkehr zur Ertüchtigung des Körpers zu linden. Wehe uns, wenn in den Städten unseres Landes ein neues Ghetto-Geschlecht heranwächst! Es ist schon sehr spät, und viel ist versäumt worden. Mancher Schaden wird nicht wieder gutzumachen sein. Sicherlich aber ist es nicht zu spät, mit Energie und Tatkraft auch diese Aufgabe zu meistern, die zur Schaffung eines gesunden, lebensfrohen und harmonischen jüdischen Volkes in Erez Israel gehört. Hans Friedenthal Spielzeug-Ausstellung. Frau Vera Rosenbaum hat in einer hingebungsvollen, verständnisreichen und geschickten Art eine Spielzeug-Ausstellung angefertigt, die in allen ihren Teilen gut durchdacht und dem Kindesalter angepaßt ist. Es ist keine Darbietung von üblichem, käuflichem Spielzeug, sondern alle Stücke sind selbst entworfen und selbst von Frau Rosenbaum und einigen Kindern zusammengestellt. Am 17. April wurde die Ausstellung in P et ach Tikwah gezeigt. Die Kupatli Cholim inszenierte die Veranstaltung. Dr. Fritz Loeben stein, der die Ausstellung eröffnete, ging in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Spiels für das Leben des Kindes und den besonderen Sinn und Zweck der von Mutter und Kind selbst bearbeiteten Spielsachen ein. f. e. Der Photograph Dr. Nachum Gidal, Jerusalem, zeigt in den Räumen der Gallery Stcimatzky eine reiche Ernte seiner Palästina-Aufnahmen. Zahlreiche Bilder waren uns schon aus Presseveröffentlichungen und früheren Ausstellungen (etwa 1035 in Lttzern beim XIX. Zionistenkongreß) bekannt, aber die mit großer Einfühlungsgabe und reifster Beherrschung aller Techniken der Kamera geschaffenen Aufnahmen erfreuen immer wieder, zumal in dieser Fidle und Zusammenstellung, die ein lebendiges Bild der Wirklichkeit Erez Israels, seiner verschiedenartigen Menschen (von den Clialuzini der Kolonien bis zu den sefardischen und aschkenasischrfi Männern und Frauen des „alten Jischuw" und den abessinischen und koptischen Mönchen Jerusalems) und Bauten, seiner Bäume, Tiere unu Pflanzen vermittelt. Schalom Ben-Chor in In Lydda traf ein polnisches Sportflugzeug für den Palästina-ITiegerklub ein. Das Flugzeug hat nur zwei Sitze außer dem Führersitz. „Bitte, nehmen Sie Platz. Ich habe Sie hierher gebeten, um mit Ihnen über Ruth zu sprechen." „Ja, bitte?" „Sehen Sie, es ist für Ruth sehr schwer, mit der Klasse Schritt zu halten. Sie versteht zu wenig. Ich begreife ja, daß es iiir schwerfallen muß." „Verzeihen Sie, als ich das letzte Mal liier war, sagten Sie mir, daß Ruth Nachhilfestunden in der Sprache braucht. Sie bekam auch Stunden, aber Sie müssen verstehen, daß das In der heutigen Zeit sehr schwer ist. Wir haben nicht das Geld für die' teuren Stunden und mußten damit aufhören. Aber Ruth muß doch auf irgendeine Art das Niveau der Klasse erreichen können, sie ist intelligent genug. In Breslau war sie eine der besten der Klasse. Es ist nur die Sprache, die ihr die Schwierigkeiten macht." „Natürlich, nur die Sprache, und eben deswegen bat ich Sie, herzukommen," „Verzeihen Sie, daß ich Sie unterbreche. Ich habe mit unseren Freunden gesprochen. Hanna und Michael, die in der 3. Klasse Ihrer Schule sind, haben die gleichen Schwierigkeiten. Wir dachten nun, daß 'vielleicht die Schule für diese Kinder einen Nachhilfekursus einrichten würde." „Davon sprachen die Kollegen in der letzten Konferenz. Bei einer Zahl von 220 Kindern sind nur 6, die noch Sprachschw ierigkeiten haben. Leider ist es der Schule unmöglich, für ö Kinder einen Sonderkursus einzurichten." „Aber irgendetwas muß die Schule doch tun!" „Ich glaube, daß die Schule hier tut, was sie kann, indem sie das reinhebräische Milieu schafft. Darüber hinaus wäre es an Ihnen, dieses einheitliche Milieu zu verstärken." „Was sollen war tun? Sie wissen, daß mein Mann und Ich berufstätig sind. Wir können nicht — noch nicht — hebräisch sprechen. Unsere wenigen Worte und Sätze würden für Ruth keine wesentliche Hilfe sein." „Ich rate Ihnen, sie nachmittags zu Freundinnen zu schicken, damit sie mit ihnen gemeinsam Schularbeiten macht, spielt und dabei sprechen lernt." „Meinen Sie?" „Sie dürfen mir glauben, unter Kindern ist die gegenseitige Beeinflussung oft stärker als der Einfluß der Erwachsenen auf sie ist. Ich verspreche mir sehr viel davon." „Damit bin ich gerne einverstanden, und außerdem.. " „Außerdem: ich sagte es Ihnen schon häufig, wenn Sie sich entschließen könnten, wenigstens am Schabbat, wenn Sie frisch und ausgeruht sind, mit den Kindern hebräisch zu

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