Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-05-07 · Heft 36 (7.5.1937) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 36 (7.5.1937)
Date
1937-05-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653660--30685-2685249
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

JODISCHE RUNDSCHAU Der Alte von Rosch Pinah Von C. Z. Klötzel, Jerusalem Der Weg nach S a f e d führt über Rosch Pinah; mitten in diesem jüdischen Dorf beginnt die Straße mit einer steilen Haarnadelkurve den Berg zu erklimmen, auf dem die Stadt liest. Am Scheitelpunkt der Kurve steht eine Benzinpumpe neben einem Kramladen, dessen Vorplatz von Wein umsponnen ist. Eine Bank ist an die Hauswand gelehnt, und aut dieser Bank sitzen stets Menschen. Wenn man sich an» Stelle der Benzinpumpe einen Brunnen vorsteilen könnte (den es hier aber nicht gibt), so wäre die Illusion eines osteuropäischen Dorfes vollkommen. Rosch Pinah ist ein typisches Reihendorf. Seine weiß und blau gestrichenen Häuser, mit roten Ziegeldächern, stehen rechts und links einer ziemlich breiten, stark ansteigenden Straße. Nach Osten blickt man hinab in die jetzt ff-, . v Eine Dorfstraße in Rosch Pinah smaiagdgrüne Jordanebene. Nach Westen schließt kulissenhaft ein Höhenzug die Szene ab. An seinen Hängen hinauf klettert das arabische Dorf Djauni empor. Gegen diesen Hintergrund heben sich die riesigen Zypressen ab, deren dunkelgrüne, sich oben zur feinsten Spitze verjüngenden Säi.len der ganzen Umgegend ihr Gepräge geben. Ein Gepräge, das mehr an Sudfrankreich erinnert als an Palästina. Ich bin seit mehr als drei Jahren in Erez Israel, aber ich bin zum erstenmal in einem jüdischen „Dorf". Die alten Kolonien tun Tel-Awiw sind schon zu verstädtert und zum Teil verindustrialisiert, um diesen Namen noch zu verdienen. Kfar Witkin sieht heute noch mehr aus wie ein Lager. Nahalal, mit seinen in einem genauen Zirkel stehenden modernen Häusern, von denen eines aussieht wie das andere, hat wenig Aehnlichkeit mit dem, was wir ein Dorf nennen. Aber Rosch Pinah ist eins. Mein Herz öffnete sich diesem Dorfe. Wir waren am frühen Nachmittag gekommen, und es war sehr still aut der Dorfstraße. Ein paar Frauen saßen, mit irgendeiner häuslichen Arbeit beschäftigt, in den Lauben vor ihrer Haustür. Durch ein Hoftor sah mau auf einen richtigen, dörflichen Misthaufen. Und die Hühner liefen auf der Straße umher und schlüpften durch die Hecken. Ich weiß, daß Hühner in den Lul gehören und dort mit Ktinstfuttcr ernährt werden; nur unter diesen Umständen legen sie ein Maximum an Eiern. Aber ich kann mir nicht helfen: all meine Sympathie gehörte diesen Hühnern von Rosch Pinah, die frei herumlaufen dürfen und fressen, was ihnen am besten schmeckt... Wir hatten wenig Zeit, und wir wollten erfahren, wie es um Rosch Pinah steht. Die Straße war leer; der erste beste, der uns begegnen würde, mußte unseren Fragen standhalten. Es war ein alter Mann, der an der Pforte zu seinem Hause stand. Er sah auf den ersten Blick nicht wie ein Bauer aus. Er trug einen städtischen Anzug, dazu — ein in Palästina ungewohnter Anblick — eine Weste und — noch ungewohnter!.— eine altmodische Uhrkette, auf altmodische Art befestigt. Sein Gesicht, von einem gut gestutzten Patriarchenbart umrahmt, zeigte feine, milde Züge. Mau hätte ihn für einen Kaufmann halten können, der sich von den Geschäften zurückgezogen hat. Aber ein Blick auf seine Hände belehrte eines Besseren. Das waren B a u c r n h ä n d e. Braun, wie die Scholle, die sie jahrzehntelang bearbeitet hatten. Siebzigjährige Hände, die niemals wieder all die Falten und Runzeln verlieren werden, die das □riffende des Spatens, das Handstück des Pfluges, der Henkel des Tränkeimers hincingegraben hatten. Diese Hände haben mehr als vierzig Jahre lang jüdischen Boden bearbeitet, sie haben einige dieser Zypressen gepflanzt, die so siolz gen Himmel ragen. Als ich diese Hände sah, wußte ich, daß der Erste, den wir in Rosch Pinah getroffen haben, auch einer der Beste n war, die wir hätten treffen können. Er führte uns in die Stube. Sie war spärlich möbliert, aber sie hatte den Zauber aller Räume, in denen sich ein langes Leben einfacher, arbeitender Menschen abgespielt hat. Ein paar altmodische Famiiienbilder an den Wänden. In zwei gegenüberliegenden Ecken hingen zwei Teppiche ausgespannt. Aul dem einen war ein schreckliches Konterfei von James Arthur Balfour eingewebt. Auf dem anderen sah man Theodor Hcrzl über der Rheinbrücke in Basel, wie er starren Blickes auf eine Schar junger Juden schaute, die am Jcrusalemer Davidsturm vorbeizogen. Dahinter ging eine japanische, weiß Und rot gestreifte Sonne auf oder unter. Während des Gespräches irrte mein Blick immer wieder zu diesen Plüsch- Heroen des Zionismus ab. Im Anfang befrachtete ich sie mit Schieckcn. Als ich fortging, hatte ich gelernt, sie zu lieben.... Unser Gespräch hatte hebräisch begonnen, als es anfing, lebhaft zu werden, verfiel der Alte ins Jiddische. Wir hatten ihn gefragt, wie er und seine Freunde dazu gekommen seien, nach Erez Israel zu gehen. Er mußte ein halbes Jahrhundert tief in den Schacht seiner Erinnerungen hinabsteigen. Es kam alles so lebendig heraus, als sei es gestern geschehen.... Eine kleine, prosperierende Handelsstadt in Rumänien, fast nur von Juden bewohnt. Simchath-Thora 1SS1. Die jüngere Generation sitzt beim Wein, feiert. Es sind Menschen, kren es in bescheidenem Maße gut geht, die eine Zukunft vor sich haben. Aber die Wellen der „Chibbath Zion" sind •chon zu ihnen gedrungen. Und dieses jüdische Fest mit Der Alte von Rosch Pinah mit seinem Enkel F0to>; c. z. Kiöt.ei seinem Zauber, dieses gemeinsame Feiern versetzt sie plötzlich in eine elegische Stimmung. „Warum sind wir hier?" fragen sie sich, „warum sind wir nicht in Erez Israel?'' Ja, warum nicht? Und plötzlich springen sie auf, von einem Taume. erfaßt: nächsten Simchath-Thora werden sie in Eiez Israel sein! Es gab damals noch keinen „Zionismus", HerzI hafte seinen „Jiidenstaat" noch nicht geschrieben, kein Zionistcn- Kongiel! hatte stattgefunden, kein Nationalfonds war gegründet, der Begriff eines „Palästina-Amts" unbekannt, Palästina war eine türkische Provinz. Sie schickten einen aus ihrer Mitte als „Kundschafter", mit Geld zum Kauf von Boden versehen, und er brauchte länger als ein Jahr, bis er sich entschließen konnte, das Gebiet des heutigen Rosch Pinah zu erwerben. Inzwischen waren die Jungen zu Hause all jenen Angriffen und liebevollen Erpressungen ausgesetzt, die ein solcher Plan bei der älteren Generation wachrufen mußte. Ksnn man sich vorstellen, was es damals für eine jüdische Mutter in einem kleinen rumänischen Städtchen bedeutete, wenn ihre eben verheiratete Tochter aus guten, gesicherten Verhältnissen in die wilde Türkei auswandern wollte? Kann man, sich in die Lage des Vaters versetzen, dessen einziger Sohn „Zion erbauen" will, statt einmal das Geschäft zu übernehmen — in bürgerlichen jüdischen Kreisen um 1880? Das ist ein halbes Jahrhundert her, ein halbes Jahrhundert, in der die Welt mehrmals Kabolz geschlagen hat. Palästina lag damals ferner von Europa als heute irgendein Land der Weit---- Und die Jungen, die unter dem Einfluß des Simchath Thora-Weins gelobt hatten zu gehen, sie gingen w i r k 1 i c h! De .• Ergriff des „Chaluz" war damals noch nicht geschaffen. Aber es gab Chaluzim schon um 18S0, „bürgerliche" Chaliiiim. Dieser alte Mann war — nein! — er ist einer von ihnen. Je länger ich ihn anschaue, um so verehrungswürdiget wird er mir.... * Er löffelt in seinem Teeglas und lächelt seinem 15jährigen Enkel zu: „Geh raus, mein Junge, du hast das alles schon zu oft gehört!" Aber der Junge bleibt, er kann, scheint es, die „Rosch Pinah-Saga" nicht oft genug hören. Als sein Großvater mit seinen Freunden ins Land kam, konnten sie buchstäblich nichts von alledem, was man können muß, um zu siedeln. Auch der Begriff eler „Hachscharah" war damals noch nicht erfunden. Vom Lande wußte man kaum etwas. Die einen meinten z. B., Häuser brauche man in Erez Israel überhaupt nicht, dort wohne ein jeder einffch „unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum". Die Frauen wollten kehrtmachen, als sie die arabischen Häuser sahen, in denen sie zunächst wohnen mußten. „Verbrannte Häuser" nannten sie sie, weil sie „ohne Dach" waren. Als die Einwanderer später ihre eigenen Hauser bauten, gaben sie ihnen rote Schieferdächer. Sie sind noch heute (untl heute erst recht) ein Labsal für das Auge. Natürlich ging die .Sache schief, so schief, wie die Alten zu Flaust es vorausgesagt hatten. Manche packten ihre Siebensachen wieder ein und kehrten reumütig zurück zu den rumänischen Fleischtöpfen. Anderen verbot ihr Stolz die Rückkehr, sie gingen nach Amerika. Ein Rest blieb, ließ sich durch Sorge, Not, Krankheit nicht abhalten, beackerte den Boden, baute dieses judische Dorf Rosch Pinah. Sic nannten es den „Eckstein", nach dem Psalmenvers: „Der Stein, den die Bauleute verachteten, siehe, er ist zum Eckstein geworden." Rosch Pinah ist heute wieder ein wenig, in den Augen mancher palästinensischer Kreise, ein „Stein, den die Aufbau-Leute verachten". Und doch wird es wieder zum Eckstein werden____ Als die Not am größten, kam eler Baron, der „bewußte Wohltäter", der Don Quiehote (im edelsten Sinne) unter den jüdischen Millionären, und half den Don Quichotes aus der rumänisch-jüdischen Bürgerlichkeit. Er half aut seine Art — und das ist nicht die Art, die unseren Begriffen eines nationalen Aufbaus entspricht, und man muß darum kämpfen, daß das, was von ihr heute noch übrig ist, besseren Methoden Platz macht. Aber -— vergeßt es nicht! — er half! Die Kolonisten haben sich weidlich mit ihm .......- oder vieln ehr mit seiner Verwaltung herumgeschlagen. Sie kamen bald zu eler Erkenntnis, daß nur kooperative Zusammenarbeit, unter vernünftiger Finanzierung, ihre Zukunft sichern konnte. Sie machten einen Plan und forderten zu seiner Durchführung eine größere Summe. Die Verwaltung fragte zurück, wieweit im Durchschnitt ehe Einnahmen der einzelnen Höfe unter dem blieben, was nach Durchführung des Plaues zu erwarten sei. „Dreißig Goldfrancs pro Monat", war die Antwort. Da ging die Verwaltimg hin und zahlte jedem Siedler monatlich dreißig Franken in bar. Das „Defizit zu decken" seh im ihr leichter und geschäftlich richtiger, als einen konstruktiven Plan durchzuführen. Sie war erstaunt und g!; ,-än!,t, a's eine Anzahl der Bauern sich weigerten, diese Baruntcistutzung anzunehmen. ... Das alles gesehah in Zeiten, die für uns last legendär sind, /wischen 1n>0 mui WH. Nicht allzu weit von Rosch Pinah liegt Deganiah, die älteste Kwuzab, 25 Jahre alt. Nachdem ich in Rosch l'inah war, wird mir fast alles in Erez. Israel sehr jung um! neu erscheinen. ... « Fast alles, was das heutige Erez Israel ausmacht, ist erst nach dem Weltkrieg entstanden. Palästina ist ein sehr kleines Land, von Rosch Pinah ins Fmek Jesreel fahrt mau in einer guten Stunde: aber was dort (und anderswo) geschah, hatte keinen Einfluß auf (»hcrjsdilaa. Rusch l'inah, der „Eckstein" der frühesten Kolonisation in diesem! ei! aber ist des Landes, liegt noch immer au seiiur Stehe nichts auf ihm aufgebaut. Es hat sich nicht vennehrt, es geht langsam zurück. Auch hier geht ein großer Feil der Jugend fort ..... der verhältnismäßig grolle Bodenbesitz des Ortes, viin Arabern extensiv bewirtschaftet, gibt nur für „erste Söhne" Nahrung. Der Enkel des Alten hört ihm zwar immer wieder zu, wenn er ehe Saga von Rosch Pinah erzählt, aber er sieht so aus, als wenn er lieber Lehrer wurde, als Bauer. * Wir kommen auf die heutigen Verhältnisse zu sprechen. Die Beziehungen zum arabischen Nachbardorf Djauni sind gespannt. Auch hier herrscht der Terror der Nationalisten. „Wir haben 50 Jahre Seite an Seite mit ihnen gelebt", sagt der Alte, „da kennt man sich gegenseitig. Jetzt sind wir .broiges' miteinander, aber solche Dinge wie anderswo, nein', die können hier nicht passieren'" Wenige Tage später wurde mitten in Rosch Pinah ein jüdischer junger Mann von einein Hirten aus Djauni auf offener Straße gelötet. ... Die „Tel Aviv" verkauft Das bereits seit dem Herbst des vergangenen Jahres aus dem Verkehr gezogene Passagierschiff „Tel Aviv" ist verkauft worden. Das Schiff gehörte Früher der Arnold Bernstein-Reederei in Hamburg und später eler jetzt in Li- (|Uidation befindlichen jüdischen Reederei Palestine Shinping Co. Das Schiff hat zwei Jahre laug die Linie Haifa—Tricst befahren. Netterwerber ist eine japanische Schiffsmaklerfirma, die ein Drittel des ursprünglichen Erwerbspreises gezahlt hat. * Die Nachricht von dem Verkauf des Schiffes „Tel Aviv" wird viele mit großem Bedauern erfüllen. Vor allem die vielen Hunderte Passagiere, die einmal Palästina-Reisen auf diesem Schiff mitgemacht haben, nicht nur beste Unterbringung und Versorgung genossen, sondern zugleich eine echte jüdische Stimmung, die sich bei jeder Reise des Schiffes einstellte und als Erlebnis nachwirkte. Darüber hinaus aber ist dieses Ende des ersten großen jüdischen Schiffes mit dem stolzen Namen „Tel Aviv" auch ein empfindlicher Rückschlag für den Gedanken d e r jüdischen Schiffahrt überhaupt. An die Begründung der Palestine Shipping Company wurden s. Z. Hoffnungen auf eine Ausgestaltung der jüdischen Schiffahrt geknüpft. Dabei hatte man nicht bedacht, daß es in der heutigen Zeit überaus schwer ist, als kleine Gruppe in den Konkurrenzkampf mit den gewaltigen schon bestellenden Konzernen zu treten. Schiffahrt ist sehr schwer rentabel zu machen. In allen Ländern wird die Schiffahrt vom Staate unterstützt, da sie nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische Bedeutung hat. Die großen subventionierten Gesellschaften können auf rein wirtschaftlichem Wege jede schwächere Neugründung ausschalten. Die „Tel Aviv" hatte keinen Staat und kein organisiertes Großkapital hinter sich, und so ist sie leider auf eler Strecke geblieben. Aber es soll nicht vergessen werden, daß auf ihr jüdisches Schiffspersonal in niederen und höheren Stellungen Gelegenheit zur Betätigung fand und sich ausgezeichnet bewährte. Obwohl der Versuch geschäftlich mißlang, muß die Initiative der Begründer doch anerkannt werden. Vielleicht wird man einst der „Tel Aviv" als eines Vorläufers der künftigen jüdischen Schiffahrt gedenken. _ Arabische Propaganda in London Jerusalem, 2. Mai. (JTA.) Einer Meldung des „Haboker" zufolge beabsichtigt die arabische Delegation, die sich demnächst unter der Führung von Dschemal Hussein! nach London begeben wird, alle m o h a m m e d a n i s e h e n Delegierten, die in London zu der Krönungsfeier versammelt sein werden, zu einer B e r a t u n g e i n z u l a d e n, die einer gemeinsamen Aktion gegen die angeblich geplante Teilung Palästinas gewidmet sein soll. Bei diesen Beratungen wird der aus Syrien verbannte E m i r S c h e i k i b Ars- 1 a n, der Vorsitzende des Arabischen Komitees in Genf, eine führende Rolle spielen. Die Abordnung werde sich insbesondere bemühen, dem Einfluß Emir Abdullahs, der sich für die Teilung Palästinas einsetzt, entgegenzuwirken. Bevölkerungs -Austausch vorgeschlagen? Kairo, Ende April. (JTA.) Der Redakteur der Kairoer Zeitung „El Mo kk ata iu'% Finin Said, der als einer der besten Kenner der arabischen Politik gilt, hat nach der Rückkehr von einer Reise nach dem Irak und Palästina einen Aufsatz über die Gerüchte um den bevorstehenden Bcrieht der Kgl. Kommission veröffentlicht. Er behauptet u. a., daß einer der arabischen taillier von dem Mitglied der Kgl. Kommission, Prof. Reginald Copeland. Einzelheiten über die Teilungspläne erfahren habe. Danach soll auch ein B ev ö1k e r ungs au s ta u seh z wis c he n dem jüdi - s e Ii e n Ii n d d e m a r a!> j s c h e n Teil P a I a s t i n a s vorgesehen sein. Diese Aktion soll nrt Hilfe der angesammelten Reseiven der Pala-tina-Regii nun: dun hget'uhrt werden, die sonst zur Unterdrückung von Unruhen u rw erdet werden müßten. Bevor es zur Durchführung der lYdungspläne kommt, sollen Juden und Araber zu II rr.it ii n z e n über einen Ausgleich eingeladen werden. Sollten d.cse /uisgleichsvcrliaiidliingen ergebnislos verlaufen, dann v erde die Regierung mit allen ihr zur Verfngiuig «teilend« n Mitteln an die Verwirklichung des Teiluugsplanes schreiten. Der Verfasser erklart zum Schluß, sowohl |::dm wie Araber seien im allgemeinen Gegner des Planes, es sei ihm a her v e r s i c h c r t w o r d e n, d a I? c s J u d e n :T i b t, die für eleu Plan sind, weil sie sich von seiner Durchführung die Beendigung des Konflikts mit den Arabern, versprechen. Der erste Mai Der erste Mai ging ohne Ruhestörungen vorüber. Demonstrationen eler Arbeiterschaft fanden am Sam-digabenel in Jerusalem, Tel-Awiw, Haifa und andeien Orten statt. In Tel-Awiw versammelten sich etwa 50 001) Arbeiter im Stadion am Messegelände; das erste Flugzeug des Palästina-Fliegcr-Klubs kreuzte über der Versammlung und wurde mit begeistertem Beifall empfangen. In sämtlichen Reden wurde unterstrichen, elaß jeder Versuch einer Begrenzung des Jüdischen Nationaiheiincs entschlossenem Widerstand begegnen wird. In Haifa wurde eine gemeinsame Versammlung der jüdischen und arabischen Angestellten im Hafen, bei der Eisenbahn und im Postdienst, sowie eler Steinarbeiter, veranstaltet. Vertreter der llistadruth und der arabischen Arbeiterschaft hielten Ansprachen,- wobei letztere zur Aufrechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zwis bcn Juden und Arabern aufriefen. Der Scheich eines arabischen Dorfes am Karmel wies auf die großen Vorteile hin, ehe dem ganzen Lande aus dem jüdischen Aufbauwerk, insbesondere auf dem Gebiete tler Landwirtschaft, erwachsen sind. In einer Versammlung des Palästina-Seefahrts-Vereins berichtete der Hafenmeister von Tel-Awiw, Kapitän Zecv llayam, daß die Anlegestelle etwa 1000 Tonnen Ware täglich abfertige, d. h. zwei Drittel der in Jaffa und die Hälfte der in Haifa gelöschten und verladenen Warenmengen. Der Redner feilte ferner mit, daß der Hafen bereits 500 Angestellte beschäftige, und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, daß es demnächst möglich sein wird, Passagiere an der Anlegestelle zu landen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.