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Jüdische Rundschau · 1937-04-30 · Heft 34 (30.4.1937) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 34 (30.4.1937)
Date
1937-04-30
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sdfc 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 34 30. IV. 1937 Dom Andenken Abravancls Dr. Abraham Hcschcl: „Don Jizchak Abravanel". Erich Reiß Verlag, Berlin 1937. Einen literarischen Niederschlag hat die Säkular-Erinnerung an Abravanel nunmehr durch Dr. Heschel, den Maimonides-Biofrraphen und Preisträger für eine Abhandlung über die Prophetie, erhalten. Einer Anregung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden fob'end, bringt Heschel aut knappstem Raum alles Wissenswerte über Leben und Leistung des letzten jüdisch-spanischen Staatsmannes und Gelehrten, er zeichnet vor allem den welthistorischen und eeistesgeschichtlichen Platz mit klaren Strichen, auf den die Vorsehung den ausgezeichneten Mann gestellt hat. Viele treue spanische Juden kommen (besonders im Orient) in den Bann der Weltmüdigkeit und .Mystik; manche Gemeinden verfallen in Agonie. Abravanel aber wird Wegweiser für die gesamte Judenheit in Ost und West, für die selbst der „gerusch Sefarad" nur Episode blieb. Mochte immerhin der spätere, soziale und geistige Wiederaufstieg vom mitteleuropäischen Räume, also vom aschkenasischen Judentum ausgehen, so hat doch Abrr.vancl, insbesondere durch neue Methoden der Biheborschung, der historisch-kritischen Behandlung der Schrift, ja als ein erster jüdischer Humanist der modernen Wissenschaft vom Judentum vorgearbeitet. Heschel überrascht durch die grolle Beherrschung des Stoffes und glückliche Formulierung seiner Urteile und Wertungen. Seine kleine Schrift wird in vorbildlicher Weise dem Andenken eines Großen in Israel gerecht. Dr. S. Samuel, Berlin Das Neuesie in Kürze Ein jüdischer Minister in Kanada. Infolge der Unstimmigkeiten iiber den Automobüarbviti'rstreik ist David K r o I, der Arbeits in i :ii s', e r di> Staate* Otstario, zurückgetreten. Krol war der erste und bisher eui/i rc jüdische Minister in Kanada, Er j»t jS Jahnait, und mm darf -..ine Karriere, die schon jetzt erstaunlich genug ist. n >:h n.cht tur abgeschlossen halten Krol st.ntmt aus subr einfachen Verhältnissen; er wurde in Mo.sk.v.i ueboren, sein Vater war Viehhändler, konnte sich in RuliLiml nicht er»'ihren und wanderte nach Kanada;«th, .y» dr S •:,<• vier J :'sre a'i war. David Krol besuchte m Wurisor (Kanada) de Volksschule, spater begann er /u simivcti, KL') absolvierte er die Universität, praktizierte tun! Jahn als keehtsauv, alt und wurde rasch iu Ontario por»u'.<r. Hin wurde < r /um Pin genr.cis.ter von Wiiulsor gv\v.ii''l, V>>: üi!" zwei \\t.:U->e Jahlc «wedcrgcwiihlt. (Windsor hat oOti;«) l i;iv,..biit.r. dai iiiit.r* 1J!K» Juden.) Seinen früh erfolgreich" u p .b;i-- heu i alegkciuni ceiiugte das enge Arbeitsgebiet nicht, die liberale Partei unterstützt« ihn, und mit den weitaus mcisicti Summen wurde er 10 jl ins Parlament von Oritario g.;w,dtit, b.i'd darauf erhielt er sein Minister-Poiicfcuiüc. In sein Ressort iie! übrigen.- die Obhut über die kniende.i neu I tinl'.nge, die seinen Samen weit über den kaiiadiM he» Staat liniaiis berühmt gemacht hat. Ehrung für Erleb M;::idePohn. Aus L o n d o n wird uns berichtet; 'Iu Ehren de« Architekt', n Erich Mcudclsohii anläßlich seines Mi. (h-burNt.v'i-s wansta'tetcii die hervorragendsten Architekten und Bildenden Künstler ein Festessen im Athrnaeiim Chili Carlton Gardens. Den Vorsitz führte Sir William Rothenftein (Royal Acadcniv). Es wurde Mendelsohn eine Adresse überreicht, worin die große Bewunderung für sein Werk ausgesprochen und dessen ,,außerordentlicher Einfluß auf die Architektur in allen Landern" anerkannt wird. Die Universitäts-Aktion in Stockholm, über die unser IE R.-Korrespondent in Nr. >1 berichtete, wird intensiv fortgeführt. So hatten sich im Hause von Herrn und Frau A. G ott f a r h ein Kreis von Interessierten aus der Stockholmer jüdische il Oci leiulii hkeit zu einem U n i v e r s i t ii t s - Tee zusammengeiunuen, de den Ausführungen Dr. K a p 1 u n» Kogans über die Geschichte und Bedeutung der Jcrusalemer Universität angeregt folgten. Hierauf ergriff Oberrabbiner Prof. M. Elirenortis das V. ort, um den Versammelten die finanzielle Hilfe, die die Universität braucht, ans f lerz zu legt u. Neue Synagoge in Cambridge. Am -">. April fand in Cambridge diu ( numd .k nk g.mg i'.ir cumneu Synagoge statt. Vor der Feier veranstaltete die „Cambridge Hebrew Congrcpation'- ein I uueh. Ks sprachen der Professor für Botanik Dr. Rcd.-üffc Salomen, Sir Robert W a i 1 e y - Cohen und ein Vertreter der Studentenschaft. Beim anschließenden MnH-'ovC icbet in der alten Synagoge predigte Rev. Collen, Birmingham, über „W.-sehsfhaft und Religion''. Auf dem Gr.mdstück legte dann Sir Robert Wailcy- Cohen den (iitiui'-.tein zu dem Neubau. S. E i 1 e r u Der Pliotoj'raph Z. Kluger aus | el-V.viw stellt in Paris, London, AnisHudaui ine! \v>, n 77 seiner Bilder unter der Devise „Jewisb l'a1's!;re in Putin es" aus. Die Ausstellung m Paris findet \>.:n Ct. April b;s #.. Mai iu einer der grollten Kunstgalcrien des Pariser Zentrums statt. Senator Justin Godart wird die Atisbtvllung eroffnen. Die Londoner Ausstellung wird von der Zionistischen Organisation unterstützt. In Amsterdam wird die Ausstellung in einer jüdischen Ktuistgalene statt i aolen. In Wien organisiert und leitet die Ausstellung Prof. Dr. ,\\.tx E;>Jcr. Außer 7. Kluger wird auch Gal-Eser als Aueabur ca. in Photos ausstellen. Die Pernionc Peü.e, San Rcmo, erste .-Ii eng r ea- ,t In.. ,,-s hat eine eigoi«- S '.• ' ',■ , und n Vereintur P-.H.n;• .• 111 i• "• r I:..;«<•• N. 1*4, i.t die U o' k:vi.:u. D.i. Ihn. AuUicl.t de* Hamburger ANTWORTEN DER REDAKTION Theodor Zoudok. Daß wir für die wissenschaftlichen Leistungen eines Marines wie L e v y - B r ü h 1 Verständnis haben, geht schon daraus hervor, daß wir anläßlich seines Geburtstages eine V. uiubgimg veröffentlicht haben. Das Miß. Verständnis entsteht erst dann, wenn jemand, wie etwa die Schreiberin jenes Briefes in Nr. 32. gegen den Sie sich wenden, auf die Rhu' kommt, irgend jemand wolle einen solchen Mann als Vorbild auf j ü d i s c h e in O c b i e t hinstellen. Seine unbestrittenen Verdienste liegen anderswo, und niemand von uns wird Verdienste eines judischen Menschen nur dann, wenn sie im jüdischen Bezirk liegen, anerkennen wollen. Wir {glauben, daß nach Klarstellung dieser Dinge eine weitere Diskussion überflüssig i-t. Ls ist, wie Sie schreiben: „Die biblischen Helden können wir als Vorkämpfer verehren und gleichzeitig in ihrem Sinne handelnd, der neuen Zeit das geben, was ihr gebührt. Dazu müssen wir in erster Linie die Tatsachen erkennen, ohne uns zu verbohren und durch falsche Engstirnigkeit den Weg noch mehr zu verbauen.'' Der Reichskriegsminister und der Reiclismiuister des Inr.ern geben eine' Neufassung der Verordnung über die Musterung und Aushebung bekannt, die am 1. Mai 1037 in Kraft tritt und die bisherige Verordnung ersetzt. Die Nct'formuiierung bringt eine Anpassung an die im Laufe der Praxis entstandenen Bedürfnisse. Bei dieser Gelegenheit sinn die Vorschriften eingefügt worden, die durch die An» k'icicluing der A b s t a ni m u nig s b e s t i m m u n g e n an die Nürnberger Gesetze und an das Gesetz zur Aenderung des U'fhrgesctzes vom 26. Juni 1936 notwendig geworden sind. § 19 der neuen Verordnung bestimmt; „D i e n s t p 11 i c h tige Juden im Sinne des § 5 der I. Verordnung zum Reichs» b.irgrrgesetz vom 14. November 1935 werden im Frieden zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht nicht heran» K e regen. Sie sind der Ersatzreserve II zuzuweisen. Dienstpflichtige jüdische Mischlinge im Sinne des § 2 der I. Verordnung zum Rcichsbiirgergesetz haben die aktive Dienstpflicht und Arheitsdienstpflicht zu erfüllen." Die „Westpreuflische Zeitung" in Elbing meldet, daß die Zigarrenfabrik Locser (V Wrglff in Elbing, eine der größten Zigarrenfabriken Europas, jeit dem 1. April 1937 nunmehr in rein arischen Besitz übergegangen sei. Die „Zevener Zeitung" berichtet, daß auf einer Sitzung der Viehverleiler des Kreises Bremervörde Kreispropagandaleitcr Fricke über grundsätzliche Fragen des Judentums, insbesondere über die Ausschaltung des jüdischen Vi eh Ii and eis aut den Viehmärkten gesprochen habe. Die Forderungen des hebräischen Schulwesens In Polen wurden im Zusammenhang mit der Reorganisation der höheren Schulen von Oberrabbiner Senator Dr. Moses Sehorr dem Bildungsministerium in einer Reihe von Interventionen und anläßlich einer außerordentlichen Audienz vorgetragen. Die Erfüllung einer Reihe dieser Forderungen wurde zugesagt. Gegenstand der Besprechungen waren die Organisation des höheren jüdischen Schulwesens, die Einführungvon Lyzeen und die Gründung pädagogischer Anstalten zur Heranbildung von Lehrern für die hebräischen Schulen Polens. Die üblichen Aufmärsche und Ausflüge der Schuljugend anläßlich Lag b'omer finden in diesem Jahre iu Polen aus Sicherheitsgründen nicht statt. Vor kurzem ist der frühere evangelische Pastor Mosche Schiff, der z.wöh Jahre lang bei der evangelischen Juden» niission in Warschau gewirkt hat, zum Judentum zurückgekehrt. Gleiehze'tig hat er seine beiden fünf und sieben Jahre alten Knaben, die evangelisch getauft waren, dem Judentum zugeführt. In einer jüdischen Kolonie bei Wilna wurden mehrere Häuser durch Feuer vernichtet. Der Schaden ist erheblich. Der Verband der Vereinigten Landmesser Polens hat den Beschluß gefaßt, daß Juden und Personen jüdischer Abkunft nicht Mitglieder des Verbandes sein können. Die Mitglieder der Kommission, die in Madagaskar eine Untersuchung über Einwanderimgsniöglichkciteti für Juden durchführen soll, Major Lepecki und Victor Alter, sollen in Paris von dem französischen Kolonienminister Moutct empfangen werden. In den Kreisen der jüdischen Auswanderer-Hilfsverbände wird die Einberufung eines jüdischen Wanderungskongresses für Sommerende P)i7 geplant. Auf dem Kongreß sollen sämtliche mit jüdischer Wanderung zusammenhängenden Probleme beraten werden. In Anwesenheit von 2000 Delegierten fand in New York die Jahresversammlung der Elias (Hebrew Shelterüig and Immigrant Aid Society) statt. Auf der Konferenz wurde der verzweifelte Kampf der Juden Europas um Auswanderungsmög'lichkeiten geschildert. Unter der Leitung von Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz wurde in London eine Aktion eingeleitet, um che jüdische weihliche Jugend jüdischer Erziehung zuzuführen. Die zu diesem Zweck veranstaltete „M ä d c h e u e r z i e h u n g s - w o c h e" wurde mit einer Massenversammlung in der Shoreelitch Town Hall eröffnet. Der Direktor des Keren Hajessod, Leib J a f f e, hielt am 22. April im litauischen Rundfunk einen Vortrag in hebräischer Sprache über den Aufbau Palästinas, Dm ehemalige Gesandte der Vereinigten Staaten iu Schweden, Lawrence A. Steinhardt in New York, ist von Präsident Roosevelt zum Gesandten in Peru ernannt werden. Gesandter Steinhardt ist Jude. Die Exekutive der Jewish Agency gab den Mitgliedern ehr nach England entsandten Handelsdelegation des palästinensischen Industriellen - Verbandes ein Abschiedsfrühstück, bei dem die Möglichkeiten für eine Verstärkung der Handelsbeziehungen zwischen England und Palästina erörtert wurden. Durch eine statistische Erhebung wurde festgestellt, daß sich unter den 1 150000 Studenten, die an 1319 Universitäten und Colleges in den Vereinigten Staaten uuel Kanada studieren, 105 000 Juden befinden. Sic bilden 9,1 «> der gesamten Studentenschaft. Auf je 42 Juden entfällt ein Hochscliiiler. Am 26. Mai findet in Paris die Gencralversatninung des französischen „Verbandes der Gläubigen" statt, dein Katholiken, Protestanten und Juden angehören. Der französisch-jüdische Dichter Edmond FI e g wird den Vorsitz führen. Am 18. April fand in Paris eine Konferenz des Keren Kajcmeth Frankreich statt, zu der 110 Delegierte (Vertreter der Wizo, der Pica usw.) als Vertreter von 420 Orten Frankreichs und Nordafrikas erschienen waren.!m Älter von 02 Jahren ist in Wien der ehem. Univers!» tiitsprofessor Dr. Samuel Klein gestorben. Er hat auf dem Gebiet der Augenheilkunde Bahnbrechendes geleistet. In der Ehrenreihe des Jüdischen neuen Friedhofes Budapest wurde das Grabdenkmal für den vor zwei Jahren verstorbenen Eigentümer und Redakteur der zionistischen Iaido Sz etiile, Dr. Josef Schönfeld, im Beisein eines überaus zahlreichen Pub ikiiins eingeweih . Gioßrabbiner Dr. Simon Hevesi hielt die Liiiwe'hungsrede. Wie aus Wien berichtet wird, wurde an dem Gebäude» komplex, der den Namen „Heine-Hof" getragen hat, die Tafel mit der Bezeichnung „Heine-Hof entfernt, gleichzeitig auch das am Eingang angebrachte Relief mit dem Kopf Heinrich Heines. Die Ze tsehrift „Der Jüdische H a n d w erke r", Or» gan des jüdischen Mittelstandes, behandelte in einer Sonderausgabe die Probleme der wirtschaftlichen Werbung. Kunst-Notizen Bei dem am 2. April in Brüssel dureh'reführtcn internationalen Wettbewerb Ysaye hat von 120 Geigenkünstlern der jüdische Geigenvirtuose David Oistrach (Rußland) eleu ersten Preis gewonnen. Die belgische Königin belohnte den Künstler, der aus dem Endturnier der 12 besten Virtuosen als Sieger hervorging, mit einer Ehrengabe von 50 000 fr. aus ihrer Privatkasse. Die Tänzerin Eva Münz er ist in der Tschechoslowakei mit großem Erfolg aufgetreten. Hugo Schuster wurde für die kommende Spielzeit als Schauspieler mit Regievcrpflichtting an das Stadttheater in Troppau (Tschechoslowakei) engagiert. Die Pierrotlieder von Max Kowalski sind von dein Baritonisten Ernst Woiff bei der Columbia in New York aut Schallplattcn gesungen worden. Dr. Moses Ca rner hielt in London einen Vortrag über das moderne Lied in Oesterreich unter Mitwirkung der Sopranistin Erika Storni. Martin Pi estreich, früher Kapellmeister am Stadttheater zu Dortmund, hat sich in New York als Konzert» begleiter und Pianist niedergelassen. Max Raymer-Unterm a y er (New York) sang erfolgreich in zwei Konzerten iit New York, einem Konzert ,.in Habana und bei einem Radioabend in Ihbaua. Nach vier Konzerten am Radio wurde er für jeden Sonntag an eine Radiostation in New York verpflichtet. Ferner wurde er als Lehrer für Gesang und dramat. Darstellung an das New York College of Music engagiert. Seine Arbeiten, 10 Bilder über die Synagogen Bechhofen und Kirchheim, sind mit einem Aulsatz im Menorah Journal veröffentlicht worden. Von A. N. Stenzcl ist bei I. Narodizki, London A 1, ein neuer Band jiddischer Gedichte, „Londoner Sonette" erschienen. Es sind insgesamt fünfzig Sonette, die londoner Impressionen darstellen und das Bild der Stadt mit Assoziationen an Shakespeare' und seine Figuren, an Rothschild, Montefiore verweben, was dem Dichter zuweilen mit erstaunlicher Einfachheit und Ueherzeugungskraft gelingt. Wie aus Prag gemeldet wird, beabsichtigt die Stadigemeinde die Statue „Moses schreibt die zehn Gebote", die. viele Jahre im Vestibül der Ocffentlichen Bibliothek stand, aut den kleinen Platz gegenüber der Alt-Neu-Synagoge aufzustellen. Zu der Notiz, daß das Drama „Theodor II e r z 1" von Rbelbo in der Regie Max Reinhardts in New York vorbereitet wird, wird uns mitgeteilt, daß die Erstaufführung, sowie die geplante Veröffentlichung des Buches, auf 1938 verschoben wurde. Chassidismus Dr, S. A. Horodetzki: Der Chassidismus und seine Führer. Verlag Tomor, Wilna 1937. In verschiedenen hebräischen, jiddischen und detitschen Arbeiten hat Dr. S. A. Horodetzki viel Wertvolles über jüdische Mystik, Kabbala und Chassidismus publiziert. Seine neue umfangreiche Arbeit „Der Chassidisuius und seine Führer" enthält keinen wissenschaftlichen Apparat, aber viele schöne Früchte früherer und neuerer wissenschaftlicher Bemiiluing und somit den Extrakt, die Zusammenfassung und Beurteilung der erworbenen Erkenntnis. Es ist ein wohlausge- Vogencs Werk, dem man sogleich anmerkt, warum es nur jidehsch geschrieben werden konnte: weil es nämlich all das Volksmäßige der chassidischen Bewegung und ihrer Heroen, das Konkrete uuel Unbedingte in keiner anderti Sprache so im guten Sinne uniiuvnriscb, tinhistorisch, untbeologisch, so gar nicht schulmäßig, so schlicht und recht, sinnfällig und handgreiflich hätte geben können. Horodetzki verzichtet darauf, den Chassidismus, seine Gestalten und Richtungen historisch oder philosophisch in andere Zusammenhänge ausdrücklich einzuordnen. Das hat Uiibnow getan, das hat, mit weniger Material, mit gläubiger Naivität, Hillel Zeitlin versucht, das hat in großem eigenem Stil Buber vollbracht. Aber während Buber -~ „Der große Maggie! und seine Nachfolge" ist soeben bei Schocken in neuer Auflage erschienen — die großen Chassif.liin vom Baal Schern bis zum Riziner selbst zu Worte brachte, ihre Lebensschicksale indessen gesondert umriß uuel die Charakteristik des Ganzen, seiner Wandlungen und der Einzelnen wiederum gesondert vornahm, geht das bei Horodetzki wieder in eins zusammen, und von jedem großen wird bei ihm immer zugleich eine Zusamincnsch.au von Leben, Werk, Wirkung und Nachfolge vergetragen, soweit die Ucbcriieferung reicht. Sie reicht iu vielen Fällen nicht sehr weit, im großen ganzen stehen auch Horodetzki nicht mehr Quellen zur Verfügung als Buber, Dnbnow oder Zeitlin; auch kommt es ihm nicht auf den Effekt der Originalität an. Trotz alledem entwirft er ein grundeigenes Bild, dessen Vorzüge in erster Linie die Sauberkeit der Konturen und die schlichte Treue gegenüber der Tradition sind. Horodetzkis Werk enthält zwei Bücher, das erste beginnt mit dem Kapitel über eleu Baal Schein uuel schließt mit Schucur Salman von Ladi; das zweite berichtet von den Kindern und Enkeln des Baal Schein, von Rabbi Nachmau, vom Tschcrnobiler Maggie! und seiner Dynastie, von den „heiligen Kindern", von der Lubawitscher Dynastie und schließt mit der „L.udmirer Maid". Der Kreis ist also etwas weiter gespannt als bei Buber, und überhaupt ist Horoeicuzki weniger streng im Urteil über das Eigentliche und das aus der Betrachtung Auszusondernde am Chassidismus. Seine Toleranz führt ihn weitaus mehr zum einfachen Berichten als zum Sondern. Ein besonderer Reiz des Buches ist in den Illustrationen zu finden, zeitgenössischen Porti äts vom Wilnacr Gaon, Rabbi Sehn cur Salman, Rabbi Abraham, dem Maggid von Trisk, Rabbi Jochanan von Rachmistriwka, Rabbi David von Talna, Rahbi Aliroii von Tschcrnobil, Rabbi Jakob Jizchak von Makarivc und Rabbi Mendel von Lubawihch. Diese Bilder, von denen manche naiv und kunstlos sind, haben wie das Buch überhaupt doch alle etwas schlicht Einprägsames und Anheimelndes. H. Ihre Umzüge und Transporte jeder Art nach allen Teilen der Welt Gepäckbeförderung / Lagerung Verpackung / Versicherung durch BRASCH & ROTHENSTEIN INHAtlR HARtY W. HAMACHER Hauptgeschäft: BERLIN NW40, Lüneburger Strafte 22 / Ruft _Zwelgnlederlaiiungen an allen vorkehrswichtigen Plätzen 35 66 41

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