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Jüdische Rundschau · 1937-04-27 · Heft 33 (27.4.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 33 (27.4.1937)
Date
1937-04-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 33, 27. IV. 1937 Abschluß der Orangensaison Zur Lage der Zitrus-Industrie Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. T e 1 - A \v i w, 15. April Rekordernte und schlechte Preise Die diesjährige Orangensaison nähert sich ihrem Ende. Noch liegen nicht alle Unterlagen vor, um ein genaues und vollständiges Hüd über ihre Resultate zu geben, aber wir stehen dicht vor ihrem Abschluß, und das Material, das an den verschiedenen Zentren zusammenläuft, genügt, um eine ungefähr e Bilanz ziehen zu können. In den früheren Jahren war die Saison bereits Ende März, spätestens Anfang April abgeschlossen, aber verschiedene Umstände haben in diesem Jahre eine Verlängerung erzwungen. Palästina hatte in der Saison 103 i 35 schon 7i'4 Millionen Kisten Zitrusfrüchte exportiert. Der Winter 1035 36 brachte dann einen Rückgang auf ca. 6 Millionen Kisten, weil die Ernte durch die ungewöhnlichen Chamsine im Mai des Jahres litt. Die Saison 1936 37 brachte wieder eine Rekordernte. Obwohl 1—l!t. Millionen durch die Sturmschäden des letzten Winters fortgefallen sind und die ganz grollen Früchte, von denen hundert in eine Kiste kommen, von der Verse,iduug ausgeschlossen wurden, blieben immer noch mehr als 10 Millionen Kisten für die Verschiffimg übrig. Das ist eine Menge, wie sie Palästina noch niemals auf den Weltmarkt gebracht hat. Wie sich bau! zeigte, war jedoch diese Rekordernte ein zweifelhafter Segen. Denn es erhob sich sein bald die Frage, wer diese IcoIonkiU n Massen von Orangen, die das Land produzierte, verzehren sollte. Es wäre jedoch falsch, wollte man den Preissturz, den der Winter 1030 37 für die ZitrusindiMi ic brachte, in der I lauptsaehe auf die große Ernte sind die Expansion der Plantagenwirtschaft, die sich jetzt auszuwirken beginnt, zurückführen. Die Gründe für die schierinen Preise sind mannigfach und hängen sowohl mit palästinensischen wie mit ausländischen Faktoren zusammen. Kalifornien, Spanien und Palästina l ur die palästinensischen Pflanzer, die noch immer in der Hauptsache' auf den englischen Markt angewiesen sind, da dieser den Löwenanteil der Ernte aufnimmt, wahrend der Kontinent nur relativ geringe Mengen absorbiert, spielen die heulen andcicn großen Orangeuproduzenten, Kalifornien und Spanien, eine wichtige Rolle. Kalifornien hat in diesem Winter unter einer schweren Frostattacke gelitten, die die Pflänzlingen dort ebenso wie die diesjährige I rate >• Inver geschädigt hat. Jedoch änderte das die 1 age anl dem engli-chen Markte nur wenig, da dieser in der Wintersaison, die für die Pakistinaorangen in Betracht kommt, nur relativ wenig aus Amerika bezieht. Mit dein spanischen Markte, der der eigentliche Konkurrent für Palästina ist, erlebte man jedoch große und durchaus unliebsame Ueberrasclumgcu. Zu Beginn der Saison hieß es, daß Spanien wegen des Bürgerkrieges ausfallen würde, und in der Tat kam von dorther in den ersten zwei Monaten sehr wenig Ware. Dann änderte sich mit einem Schlage das Bild. Die Spanier brachten mit großen Anstrengungen die notwendigen Traiisportmöglichkeiten auf und-verschifften ihre Ernte im Laufe von ungefähr zwei Monaten nach England, weil sie dringend Bargeld brauchten. Der Markt wurde also mit einem Schlage von riesigen Mengen von Orangen überschwemmt, so daß ein Preissturz eintrat, und zwar genau in der Zeit, als auch die palästinensischen Sendungen in rascher Folge eintrafen. Fruchttäule Das war aber nur ilie eine Seite der Medaille. Verschlimmert wurde die Situation dadurch, daß die palästinensischen Früchte /u einem Teil in unbrauchbarem Zustand in den englischen Hafen ankamen, so daß sie entweder uiiverv.imlbjr waren oder neu gepackt werden mußten. Es gab Sendungen, die Fk zu 50 < \crdorhcne Ware enthielten, und im I Jurchsclinitt w ird die Fäulnis in den Früchten auf 20 ül . ge-ehgzt. Der damit verbundene Ausfall an Mengen und die Küsten für Neupackung in England waren i ihebüch. In den Monaten, die seit dem Atinn im d< r I i :k htl.iuic vergangen sind, hat man dem t'cbci nach f.irscht. In der Versuchsstation in Rechowoth ist man der Sache auf den (irtind gegangen, die verschiedenen Fa Jiz.cit-v'.] ritten haben einschlägige Artikel publiziert, überall m den PiFnnzungi n und Packhauscni wird die Frage besprochen, f s bat sieh herausgestellt, daß die ungewöhnlich heftigen Regen the-es Winters die auch in normalen Jahren vorhandi neu Erreger der Fäule stark verbreitet haben und daß vor allein heim Pflücken und Packen die Früchte nicht zum 'I rechnen kamen, so daß sich die Fäulnis auf den Schiffen nach Belieben ausbreiten. Von verschiedenen SachveM.indigen ist die Ansieht geäußert worden, daß bei entsprechend \or>iehtercr Behandlung der Frucht der Faulnispro/t Ii sieh auf ein Minimum reduzieren laßt und damit große Verluste vermieden werden können. Es sind in allen Details entsprechende Vorschriften ausgearbeitet worden. Freilich hatte eine wirksame Aktion sofort einsetzen müssen und nicht erst, nachdem das Unglück bereits geschehen war. Transport, Verschiffung Es ist durch verschiedene Versuche bewiesen worden, daß die Fruchte nicht so leicht dem Verderben ausgesetzt sind, wenn sie wenig bewegt werden müssen, daher keine Wunden tind Flecken erhalten und möglichst glatt von den Plantagen in die Häfen transportiert und von da in entsprechend ausgestatteten Schiffen verfrachtet werden. In vielen Fallen wurden jedoch alle diese Bedingungen nicht erfüllt. Die N c!> c n w e g e, die von den Plantagen zu den Chausseen fuhren, sind für Lasttransport ungenügend und die Frucht kommt oft schon beschädigt in die Packhäuser. Von dort wieder reichen die Transportmöglichkeiten in die Fiafcn nicht aus, denn wenn sich die Eisenbahnen in diesem Jahre auch bereits um Verbesserungen bemüht haben, so gab es doch in der brennenden Saisonperiode nicht genügend Lade» Waggons und niefit genügend Lagcrmöglichkcifen auf den Umladestationen und in den Häfen, wo die Frucht vor den Einflüssen der Witterung geschützt werden konnte. Die Bedingungen wurden dieses Jahr noch dadurch kompliziert, daß für die jüdischen Sendungen der Hafen von Jaffa nicht benutzt wurde, so daß sich der Druck auf Flaifa stark erhöhte. Hie Tel-Awiwer Anlegestelle bewältigte zwar ihre fast 400 OOfl Kisten, was für den Anfang eine gute Leistung war, aber sie konnte in ihrem gegenwärtigen Zustande das Hafenproblem nicht lösen. Schließlich kam noch Mangel an genügendem Frachtraum in bestimmten Zeiten dazu und ungenügende Bedingungen in den Dampfern. Es ist dieses Jahr der erste Versuch mit einem Kühlschiff gemacht worden; vielleicht wird dieser Weg sich rentieren. Schließlich muß noch erwähnt werden, daß die paläst::...... sehen .Marken in der letzten Zeit in London einen schlechteren Namen bekommen haben, was wohl zu einem Teil aui die viele junge Frucht, die an Qualität der alten nachsteht, zu einem anderen auf die erwähnten Mängel zurückzuführen ist. Rentabilität Es ist natürlich, daß man unter den angegebenen Bedingungen dieses Jahr schwere Klagen von den Pflanzern hören kann. Und es fehlt nicht an pessimistischen Darstellungen der Sachlage und der Perspektiven für die Zukunft. Von manchen Seiten wird behauptet, daß dem Pflanzer, nachdem er alle Ausgaben bezahlt habe, überhaupt nichts übrigbleibe. Bei Rechnungen, die jetzt angestellt worden sind, ergibt sich jedoch eine keineswegs gute, aber auch nicht verzweifelte Situation. Wir haben — im Durchschnitt gerechnet —• einen Rückgang der Verzinsung von ca. 10 "o auf 5—6 .-> des investierten Kapitals. Diese Rentabilität bleibt freilich weit hinter den optimistischen Rechnungen der fieberhaften Pflanz.ungsjahre zurück, wo man dem Kapital, das in die Zitrushranche ging, eine Verzinsung von 13 o,'o versprach. Aber für eine landwirtschaftliche Investition — und Zitrusbati ist schließlich doch Landwirtschaft, wenn er in Palästina auch als Industrie betrachtet wird — ist eine Verzinsung von 5—6"o noch keine Katastrophe. Das gilt jedoch unter einer Voraussetzung, daß nämlich in den Pflanzungen billiges Geld steckt, das keine übermäßigen Zinsen abzuwerfen braucht. Das ist jedoch in vielen Fällen nicht der Fall. 5—6 «'• genügen nicht zur Abdeckung von Schulden und außerdem finden sich viele Pflanzer bei dem beschnittenen Verdienst dieses Jahres ohne Bargeld. Sie haben zwar Besitz, aber keine flüssigen Mittel zur Verfügung und daher vielfach auch Schwierigkeiten bei der weiteren Bearbeitung ihrer Pflanzungen. Es werden von verschiedenen Seiten, sowohl von den Verkatifskoopcrativen wie auch von den Banken, Versuche zu einer Lösung oder wenigstens Erleichterung der entstandenen Komplikationen gemacht. Was die Lage unter den Juden anbetrifft, so besitzen wir ziemlich genaue Unterlagen, denn sie sind fast durchweg organisiert, erhalten die ihnen notwendigen Kredite aus bestimmten Quellen und versuchen auch gemeinsam mit der Lage fertig zu werden. Ueber die Araber dagegen, in deren Händen sieh ungefähr -10 "o der palästinensischen Ernte befindet, können wir nur nach vagen Schätzungen und halb zufälligen AMtteihmgen urteilen. Seit langem waren die Araber den Juden gegenüber im Nachteil, weil sie schlecht oder gar nicht organisiert waren, und daher sehr viel schwerer mit der Kreditfrage zu kämpfen hatten. Dagegen wirtschafteten sie durch die arabische Arbeit mit billigeren Produktionskosten. Wae sich dieses Jahr die Lage gestaltet hat, ist, wie gesagt, schwer zu übersehen, aber alle Nachrichten, die zusammenlaufen, deuten darauf hin, daß dort die Verhältnisse noch schlechter als bei den luden liegen. Die Krise, die zur Zeit die Orangenwirtschaft erfaßt hat, ist also eine „all-palästinensische". Vorsehlage zur Abhilfe Es ist natürlich, daß bei der geschilderten Situation die Kritik der gegenwärtigen Arbeitsweise sehr scharf ist, und daß an allen möglichen Stellen die Wege zur Abhilfe diskutiert werden. Man verlangt Verbesserungen: in den Plantagen selbst, also heim Pflücken und Ueberführen der Frucht in die Packh.äiiser, Bekämpfung eventuell sich zeigender Krankheiten, vorsichtiges und sachgemäßes Packen; beim Transport zu den Häfen also gute Nebenwege, genügende Waggons und Lagerungsmögüchkciten; bei der Oberste Repräsentanz der arabischen Länder? Jerusalem, 23. April. (JTA.) Pressemeldungen zufolge beschäftigt man sich in arabischen Kreisen ernsthaft mit dem Plan der Schaffungeiner obersten arabischen Reil r ä s c ii f a n z, die Vertreter aller arabischen Länder umfassen soll. Den Vorsitz dieser Repräsentanz soll der König des Hedschas, Ihn Sand, übernehmen. Alle allgemein arabischen Fragen, darunter auch das Palästinaproblem, sollen von dieser Repräsentanz behandelt werden. Es wird weiter behauptet, daß der Plan auch in britischen Kreisen Anklang findet, weil man sich in England davon überzeugt habe, daß Vereinbarungen, an denen auch Ibn Saud beteiligt ist, genau eingehalten werden. Die arabische Zeitung „Feiestin"- meldete vor kurzem, daß der Ministerrat des Irak sich in einer außerordentlichen Sitzimg mit einem Memorandum befaßt habe, in dem die Regierung des Irak ihren Standpunkt in der Palästina-Frage der Britischen Regierung auseinanderzusetzen beabsichtigt. Die Britische Regierung solle in diesem Memorandum aufgefordert werden, die Forderungen der Araber Palästinas nach Einstellung der jüdischen Einwanderung, Verbot des Bodenverkaufs an Juden und Einsetzung einer nationalen arabisrhen Regierung zu erfüllen. Außerdem enthalte die Denkschrift noch eine Reihe wichtiger Vorschläge; es sei aber noch nicht an der Zeit, diese zu veröffentlichen oder auch nur anzudeuten. Arabische Zeitungen berichten aus Bagdad, daß der Ministerpräsident der Irak-Regierung, Hikmet Suleim a n, und der Einanzminister, Dschafar Abu A t a m a n, im Parlament Erklärungen gegen die geplante Teilung Palästinas abgegeben hätten. Die arabische Halbmonatsschrift ,,Meraat al Scherk" schlägt vor, daß das Oberste Arabische Komitee eine allgemeine Konferenz der Araber Palästinas einberufe, auf der eine Vertretung der arabischen Bevölkerung gewählt werden soll. Das Blatt erklärt, das Oberste Arabische Komitee nehme eine Stellung ein, die ihm nicht zukomme. Das arabische Volk werde infolge des Berichtes der Kgl. Kommission vor wichtige Fragen gestellt sein, zu deren Entscheidung das Oberste Arabische Komitee nicht befugt wäre. Im Anschluß an d'ese Befrachtungen werden die Teilungspläne erörtert. Eine Teilung würde aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich sein. Viel wahrscheinlicher sei es, daß man eine Lösung durch Umwandlung des Landes in eine Kronkolonie anstreben werde. Die Juden würden im allgemeinen einer solchen Lösung zustimmen. Dagegen würden es nur die Araber sein, die vollständige Unabhängigkeit erstreben. Schlägerei am Nehi-Musa Nach Eintreffen des N e b i - M u s a - P i I g e r z ti g e s aus Nablus kam es in Jerusalem zu heftigen Ausschreitungen. Zwischen Anhängern der Partei des Mufti und derjenigen der Naschaschibi kam es wiederholt zu Schlägereien, wobei acht Personen durch Stockhiebe und Steine verletzt wurden. Sechs Araber wurden verhaftet. Die Polizei hatte umfassende Vorb^reitnniren getroffen. 35 Araberführer $'<■•■' a--------w'wn bzw. in Schutzhaft genommen worden. Alle IHre Bücher bcllcMstisdte und ladt wisscnsdiaftlldie fedet Art von der Buchhandlung am 2Soo Fr Hz Ring Charlottenburg, Joacbimsthaler Straße 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde Telefon 9165 06 Zusendung nach allen Stadtteilen Verschiffung also genügenden und der verderblichen Ware entsprechenden Laderaum; bei der Kontrolle der Frucht durch die Regierung also Verhinderung schlechter Sendungen. Diese Forderungen wenden sich zum Teil an die Pflanzer selbst — es wurde von vielen Seiten darüber geklagt, daß bei genauerer Aufsieht und vorsichtiger Behandlung der Frucht die Pflanzer selbst vieles von ihrem Unglück hätten vermeiden können —, zum Teil an die Regierimgsbehörden, also die Eisenbahnen, Häfen, die Departments für Wegebauten (öffentliche Arbeiten) und Frucht- Kontrolle. Von der Regierung verlangt man außerdem mit vergrößertem Nachdruck aktive Hilfe für diesen wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes, Schutz der palästinensischen Interessen bei Handelsbeziehungen mit nach Palästina importierenden Ländern, Lösung der alten Frage der Imperial Preference und eine Erleichterung der Besteuerung der Pflanzungen. Diese letzten Forderungen sind alt, sie sind heute jedoch naturgemäß wieder von brennender Aktualität, und in Pflanzerkreisen versucht man auf das Oberkomtnissariat den entsprechenden Druck auszuüben. Schließlich diskutiert man überall lebhaft die Frage der Neuorganisierung des O r a n g e n e x p o r t s. Es handelt sich um einen Vorschlag zur Vereinigung der bestehenden Kooperativen und Gesellschaften, wobei die .Meinungen darüber geteilt sind, ob der Zusammenschluß sich nur atit den Verkauf oder auch auf das Packen erstrecken soll. Die Vorschläge umfassen, den herrschenden Verhältnissen entsprechend, nur die jüdischen Produzenten, die freilich heute bereits 53 «o der Ernte kontrollieren. Linter den Arabern ist die Organisierung noch in ihren Anfangsstadien, und eine der Forderungen der Pflanzer geht dahin, daß die Regierung sich aktiv um die Organisierung der arabischen Pflanzer kümmern soll, da ohne eine Organisierung der gesamten palästinensischen Zitrusindustric eine gründliche Gesundung nicht durchzuführen ist. Bei der starken Herabsetzung der Rentabilität ist es selbstverständlich, daß die Pflanzer in ihren Plantagen selbst nach S p a r m ö g 1 i c h k e i t e u suchen. Die Ausgaben bei der Bearbeitung, wie Wässern, Hacken, Düngen usw., werden im einzelnen daraufhin analysiert. Die Forderung nach billigerer Elektrizität für die Bewässerung wird gestellt, die Möglichkeiten für Mechanisierung und geringere oder billigere Düngung untersucht. Unter den übrigen Posten, die verringert werden sollen, ist auch der für Löhne. Ihre Herabsetzung dürfte jedoch volkswirtschaftlich von bösen Folgen sein, da sie eine weitere Einengung der Kaufkraft mit sich bringen und damit die bestehenden Wirtschafts« Probleme noch verschärfen würde. Für die Pflanzer selbst dagegen ist die Herabsetzung der Löhne nur eine sehr geringe Ersparnis, da diese nicht mehr als 25 "V> der Bearbeifungskosten ausmachen. Die Palästina« irtschaft ist dringend an der Stützung der Zitrusnroduktion als einem ihrer wichtigsten Zweige interessiert: ihre Gesundung muß jedoch im Einklang mit dem Vorteil der üesamtwirtsehaft und nicht gegen diesen erfolgen. Und eine Hebung der Gesamtwirt schaff läßt sich heute in erster Reihe durch eine Ausweitung der Kaufkraft erreichen. Libanesische Sympathieerklärung Der arabische Bischof M u b a r r e k, Oberhaupt der Katliolisch-Maronitischen Kirche in Beiruth, der sich demnächst auf eine Furona-Reise begibt, war Redner bei einem Empfang, den die Jüdische Gemeinde von Beiruth für den maronitischen Patriarchen Arida veranstaltete. Der Bischof erklärte, daß die Maroniten au den Leiden der Juden tiefen Anteil nehmen. Die Juden hätten nach Palästina Wohlstand und Kultur gebracht; ihr Werk werde jedoch zu zerstören versucht. Seine Gemeinde verfolge mit lebhaftem Interesse die Tätigkeit der Zionisten in Palästina und wünsche ihren Bestrebungen vollen Erfolg. Der Veranstaltung wohnten führende katholische Geistliche und arabische Journalisten bei. Die Rede des Bischofs wird als eine öffentliche Erklärung der Sympathie des Libanons mit dem Zionismus angesehen. Die neue Straße auf den Karmel, die das jüdische Vierte! H a d a r H a k a r m e 1 direkt mit dem Karmel v e r ■ bindet, wurde vom Distrikt-Kommissionär Keith-Roacls feierlich eröffnet. Die Straße wurde von der Regierung, dei Stadt Haifa und dem Waad Hadar Hakarmel sowie der Anliegern gemeinsam erbaut. Sie wurde erst dadurch ermöglicht, daß der an deai Karmel liegende Teil, in den sie endet durch einen Kauf der Gruppe Löwy in den Jahren 1033 '34 von dem Conte Jodid in jüdischen Besitz überging (zugleich mit den von demselben Verkäufer erworbenen Böden bei Zemach, auf denen jetzt die neue Siedlung der Mifa! Arlosoroff begründet wurde). Die Straße ist 10—15 Metel breit und gewährt herrlichen Ausblick auf die Stadt Haifa und auf das Meer. Es sei allen Touristen, die Haifa besuchen, empfohlen, auf dieser Straße auf den Karmel zu gelangen. Autostraße Palästina—Irak. Sir Robert Waley Cohen gab in London im Namen der Palestine Corporation einen Empfang für die palästinensische Hanilels-Delegation, die augenblicklich in London weilt. Er teilte bei dieser Gelegenheit mit, daß die Palästinn-Regierung beschlossen habe, eine Autostraße von Palästina nach dem Irak zu bauen. Er selbst und General Sir Travers Clarke habe vor zwei Jahren der Palästina-Regierung den Vorsehlag gemacht, nach dem Irak eine erstklassige Autostraße zu bauen. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 20. April hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel-Awiw folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 "„ige Pfandbriefe 38 55 öS'-,, 6 '"..ige Pfandbriefe 33 36, 31 39 —, 6 ««.ige Pfandbriefe 3151 l()2i,, 6 »..i«« kuin. Vorzugsaktien 113* „ ggewcihnliche Inhaberaktien 120!h, P. L. D. C. gewöhnliche Inhaberaktien 98, 6 <n,ige kirnt. Vorzugsaktien 97i'5, Keren Kajemeth Lejisrael 2«; <•,,.ige Pfandbriefe 69','*, Bizur Ltd. 0 o/o ige Pfandbriefe 99. Hitachdiith OleJ Austria-Haifa. Bei der Generalversammlung wurden nachfolgende Funktionäre in den Vorstand gewählt: Präsident: Willi Goldschmidt, Geschäftsführender Vizepräsident: M. I). Klepner, Vizepräsident: Josef Schock, Sekretariat: Jenny Sußmann, Kassierer: Josef Thieberger, Beisitzer: Ing. Adolf Roth und Heinrich Stoeckel.

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