Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 33 (27.4.1937)
- Date
- 1937-04-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU PALÄSTINA Nr. 33, 27. APRIL 1937 aus Poimk und Wirtschaft Die Sicherheits-Verhältnisse Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel- Awiw, 21. April 1937 Aktlons-Comite und Teilungsgeruchte In Jerusalem trat das Aktions-Comit6 der Zionistischen Organisation zur Beratung zusammen. Daß die Verhandlungen in Jerusalem stattfinden, wird von der hebräischen Presse mit Genugtuung hervorgehoben, da vorher der Plan bestand, die Sitzung in Europa einzuberufen, und erst im letzten Moment die Meinung überwog, die auch dieses Mal, wie schon bei zwei früheren Gelegenheiten, Jerusalem als Versammlungsort den Vorzug gab. Daß die Zusammenkunft in der heiligen Stadt stattfindet, mußte freilich mit der Abwesenheit von Weizmann, der aus England nicht abkömmlich ist, und anderen Mitgliedern des Aktions-Comites, die jetzt nicht ins Land kommen können, bezahlt werden. Die Vorschläge zur Teilung bzw. Kantonisierung des Landes werden hier nach wie vor in allen Kreisen mit dem lebhaftesten Interesse diskutiert, jede zuzügliche Information mit Begierde aufgegriffen. Auch die Aktions-Comite-Sitzung wird sich naturgemäß mit diesen Fragen beschäftigen, wenn auch noch keine Entscheidung möglich ist, weil wir ja nicht im vollen Besitze des notwendigen Materials sind. In der arabischen Presse häufen sich die Acußertingert über die in den englischen Zeilungen publizierten Vorschläge, und es werden die verschiedensten Spekulationen über die Stellung der führenden arabischen Persönlichkeiten, insbesondere die des Emir Abdullah (der als einer der Freunde des Teilungsplanes gilt) und des Mufti laut. Die Aeußerungen der „jüdischen R u n d s c h a u" über den Teilungsplan sind von der hebräischen Tagespresse zuerst in telegraphischcn Meldungen, dann in Uebcrsetzungen des Originaltextes wiedergegeben worden, ebenso wie die Aeußerungen englischer Blätter und jüdischer Zeitungen und Körperschaften der Golah. Die Erwartung des Berichts der Peel-Kommission wird naturgemäß durch diese Vordiskussioncn noch stark gesteigert. Palästina und die KrOnungsfelerliehkeiten Wie überall im englischen Imperium werden auch im Mandatsland Palästina Vorbereitungen für den 12. Mai, den Tag der Krönungsfeierlichkeiten, getroffen. Ein festliches Zusammentreffen der britischen Untertanen der Hauptstadt wird vorbereitet ebenso wie Unterhaltungen für Kinder und militärische Schaustellungen. B c n - Z w i, der Vorsitzende dee Waad Leumi, wird als Vertreter der palästinensischen Judenheit an den Zeremonien in London teilnehmen. Er ist vorige Woche abgereist, nachdem man ihm ein feierliches Abschiedsbankett bereitet hatte. Die Anteilnahme der Araber an den Kröntmgsfeierlichkeiten scheint schließlich doch ausgefallen zu sein, da die Einladung aus London zurückgenommen wurde, nachdem der arabische Vertreter unter dem Druck politischer Persönlichkeiten abgelehnt hatte. Das Interesse für die Krönung ist dennoch in arabischen Kreisen groß, da man bei dieser Gelegenheit auf die Amnestie der politischen Verhafteten hofft, die sich im Laufe des letzten Jahres in großen Zahlen in den palästinensischen Gefängnissen gesammelt haben. Amnestie In Syrien Die lang erwartete Amnestie in Syrien ist jetzt endlich eine Tatsache geworden, nachdem sie in ihren Einzelheiten lange diskutiert worden ist. Sie bildet ein wichtiges Nachspiel zu dem syrisch-französischen Vertrag, der den politischen Status des französischen Mandatslandes von Grund auf geändert hat und Syrien auf denselben Weg bringt, den Irak nach dem Vertrag mit England eingeschlagen liat. Die verbannten syrischen Nationalisten, von denen eine Anzahl seit etlichen Jahren im Auslande sitzt, bereiten sich zur Rückkehr in ihre Heimat vor. Auch aus Palästina und Transjordanien wandern verschiedene politisch bekannte Persönlichkeiten ab, denen bisher die Einreise nach Syrien verboten war. Es ist interessant, daß neben einigen anderen auch Fauzi el Kaukji, der aus Syrien stammende Führer der palästinensischen Terroristengruppen, der zur Zeit in Kirkuk im Irak sitzt, von der Amnestie ausgeschlossen wurde. Als Grund wird angegeben, daß er die Organisierung der syrischen Rebellion begann, während er noch als Offizier in französischen Diensten war. Nebi Musa Die Polizei und die Geheimpolizei ist in der letzten Woche wieder in voller Bereitschaft, weil wir unmittelbar vor der moslemischen Wallfahrt nach Nebi Musa stehen, der Stelle in der Nähe des Toten Meeres, die von den Moslems als Grab von Moses angesehen wird, des sie als Propheten verehren. Verschiedene bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten unter den Arabern sind entweder unter Polizeiaufsicht gestellt oder für kurze Zeit verhaftet oder aus ihren Wohnorten in andere verwiesen worden, um ihnen jede Möglichkeit zu propagandistischer Tätigkeit zu nehmen. Außerdem wurde eine ganze Reihe von Kommunisten verhaftet, von denen man aufhetzende und provokatorische Arbeit unter den Arabern fürchtet. Diese werden in der Regel über den 1. Mai hinweg in Haft behalten, da dieser Tag seiner Versammlungen und Demonstrationen wegen von der Polizei aufmerksam beobachtet wird. Die umfassenden Vorbereitungen der Polizei lassen darauf hoffen, daß diese Termine ohne ernste Zwischenfälle vorübergehen werden. Besserung der Wirtschaftslage Wir haben in letzter Zeit mehrmals darauf hingewiesen, daß die ökonomische Entwicklung in Palästina im Moment stark von der politischen bestimmt wird. Solange die politischen Fragen nicht einigermaßen geklärt sind, ist kein kräftiger Aufschwung der jüdischen Wirtschaft in Palästina zu erwarten, da das Kapital sich naturgemäß abwartend' verhält, und jetzt, wo alles in der Schwebe ist, keine großen neuen Unternehmungen gestartet werden. Wir haben also im Moment den Zustand, daß die großen Zuflüsse an Haltung und Leistung der Palästina-Polizei wurden vom Kolonienminister Ormshy-Gore anläßlich der Beantwortung einer Anfrage über die derzeitigen Sicherheitsverhältnisse in Palästina, die der Abgeordnete David Adams am 21. April im Unterhaus stellte, rühmend hervorgehoben. Der Interpellant hatte von dem Minister im Hinblick auf die neuen Mord- und Gewalttaten in Palästina eine Erklärung über die gegenwärtige Lage im Lande verlangt und weiter gefragt, ob der Minister angesichts der fortdauernden Unsicherheit für Leben und Eigentum in Palästina überzeugt sei, daß die dortigen Mi.'iiär- und Polizeikräfte zum Schutz der Bürger und ziir Festnahme der Urheber der sich immer wied:rl-.r'enden Verbrechen ausreichen. Minister Ormsby-Gore antwortete: In Anbetracht der großen Schwierigkeiten für die Sicherung von Leben und Eigentum unter den jetzt in Palästina herrschenden Verhältnissen kann es, glaube ich, eine Genugtuung sein, daß die Zahl der Morde und anderer Gewalttaten sich dank der Tätigkeit der Palästinapolizei in den letzten vier Wochen im Vergleich mit dem unmittelbar vorangegangenen gleichen Zeitraum sehr wesentlich verringert hat. Ich bin überzeugt, daß die Palästina-Verwaltung aktive und energische Maßnahmen getroffen hat, um die schwierige Situation zu meistern. Abg. Adams: Ist der Minister mit Rücksicht auf das von ihm gemachte Zugeständnis davon überzeugt, daß die Verwaltung, wie dies behauptet wurde, in der jetzigen Zeit außerordentlich schlaff ist? Der Kolonienminister: Ich bin vollkommen davon überzeugt, daß die Polizei seit über einem Jahr von dem Beginn der Unruhen an und insbesondere das britische Personal furchtbar angestrengt ist und daß sie ihren Dienst weiter tapfer versieht. Sir Percy Harris: Wurde die Polizei verstärkt? Wurde sie im letzten Jahr zahlenmäßig vermehrt? Minister Ormsby-Gore: Jawohl. Sowohl die britische wie die jüdische in sehr erheblichem Maß. Abg. Wedgwood: Ist nicht die arabische Polizei, da doch in Haifa erst vor einer Woche Personen erschossen wurden, nachdem sie zweimal 'bedroht worden waren, infolge dieses Terrorismus in einem Zustand völligen Zusammenbruchs? Minister Ormsby-Gore: Sie ist nicht in einem Zustand vollständigen Zusammenbruchs. Ich habe gestern eine Anfrage über einen Einzelfall sehr ausführlich beantwortet. Ich habe betont, daß der örtliche arabische Leiter der . Kriminalpolizei Mördern auf der Spur war, die leider jetzt flüchtig sind. Dies zeigt, daß die arabische Polizei mit großer Wachsamkeit und Treue versucht, der weit ausgebreiteten Mordkampagne Herr zu werden. Abg. Wedgwood: Ist das Bandenunwesen nicht zu stark für die Polizei? Minister Ormsby-Gore: Keineswegs. Ich stimme dem zu, daß das Bandenunwesen weit verbreitet ist. Wie der Abgeordnete weiß, handelt es sich um ein Land mit schwierigen Verhältnissen, wo es eine solche verbreitete ernste Situation gibt. Die Polizei steht unter schrecklichem Druck, und ich kann sagen, daß sie außerordentlich loyal, tapfer und energisch war. Commander Locker Lampson: Ist es nicht an der Zeit, daß dieser Terror aufhören soll? Die Frage blieb unbeantwortet. In derselben Unterhaussit/ung fragte der Abgeordnete Wedgwood den Kolonienminister, ob es ihm bekannt sei, daß das Gericht von Safed am 17. April einen als Mörder des Kolonisten Gottfried aus Rosch Pina ausfindig gemachten und identifizierten Araber freigesprochen hat; ob er bekanntgeben wolle, wer die Richter waren und welche weiteren Schritte unternommen werden sollen, um dem Terror in Palästina ein Ende zu machen, durch den Schuldsprüche verhindert werden. Der Minister antwortete, er besitze keine Mitteilungen über den Fall, werde aber vom High Commissioner einen Bericht verlangen. In schriftlicher Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Messer über die Zahl der im letzten Halbjahr bei Angriffen von Arabern in Palästina getöteten und verwundeten Juden teilte Minister Ormsbv-Gore am 22. April im Unterhaus mit, da« vom 12. Oktober 1930 bis zum 12. Februar 1037 ein Jude getötet und vom 13. Februar bis zum 18. März acht Juden getötet und 25 verwundet worden seien. Hierbei habe eine einzige Bombcnexplosion 18 Tote und Verwundete gefordert. In der Zeit vom 10. März bis zum 20. April sei ein Jude getötet worden. Was die weitere Frage des Abgeordneten über Maßnahmen zur künftigen Verhütung von Gewalttaten betreffe, so könne der Minister seinen in letzter Zeit erteilten Antworten nichts hinzufügen. Die neue Arbeiter-Schedule Jerusalem, 23. April. (JTA.) Wie man aus bestunter, richteten Kreisen erfährt, hat die Exekutive der Jcwisli Agency am 16. April der Paläsiinaregierung ein Ansuchen um Bewilligung von 11 0 011 Zertifikaten für die Halbiahres-Schedule April—Oktober 1937 unterbreitet. In einem Begleitschreiben erklärt die Exekutive, daß insbesondere für das neue Elektrizitätswerk am Jarkon zahlreiche jüdische Arbeiter benötigt werden würden. Die von der Regierung zur Feststellung der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes eingesetzte Kommission, der zwei Araber und ein Jude angehörten, hat die Zahl der jüdischen Arbeiter, für die Beschäftigungsinöglichkeiten vorbanden wären, mit SO 0 0 beziffert. Die Entscheidung über die Höhe der neuen Arbeiterschedule haben nunmehr der High Commissioner und das Colonial Office zu treffen. (Wir geben diese Meldungen mit dem erforderlichen Vorbehalt wieder. Red.) Lag b'omer-Feier in Meron Jerusalem, 25. April. (ITA.) Nach Besprechungen des Rabbinats und des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde von Safed mit dem Regierungskommissar haben die Behörden ihre Zustimmung dazu erteilt, daß auch in diesem Jahre die traditionelle Lag b'o mcr-Fcier am Grabe Rabbi Simon Bar Joehais in dem Dorfe Meron bei Safed abgehalten wird. Verstärkte Polizei und Militärabteilungen werden anläßlich der „Hadlaka" (Entzünden der Freitdcnfeuer) die Bewachung der Ortschaft Meron und der Landstralien Safed—Akko und Safed—Tiberias übernehmen. (Lag b'omer fällt auf den 29. April.) Das Krönungsgeschenk des Jischuw Als Krönungsgeschenk für König Georg VI. werden im Auftrag des Jüdischen Nationalrats (Waad Leumi) ein Sefer-Thora und eine Megillath Esther geschrieben. Die beiden Rollen sind aus kostbarstem Pergament hergestellt und erhalten eine künstlerisch ausgeführte Hülle aus Silberfiligran. Menschen und Geld, die die starke Konjunktur in Palästina hervorriefen, abgeebbt sind und sich die Wirtschaft daher an einen mehr statischen Zustand anpassen muß. Uebersicht man die Monate seit Beginn des Jahres 1037, so erkennt man, daß dieser Anpassungsprozeß zwar mit verschiedensten Härten und Schwierigkeiten verbunden ist, aber doch auf vielen Gebieten gelingt. Er äußert sich, wie wir sehen werden, insbesondere in einer Senkung des Lebensstandards, der in den Jahren der Konjunktur sehr rasch gestiegen war. Die Zahlen über den Kapitalimport der letzten Monate zeigen gegenüber dem Rekordjahr von 103-1 eine Senkung von ungefähr 50 <Vo, dagegen keine Verschlechterung gegenüber dem Jahre 1036. Die Zahlungen von Wechseln haben sich in diesen Monaten im Verhältnis zu den drei letzten Monaten des vorigen Jahres etwas gebessert. Die Investitionen zeigen die Neigung, sich eher Wertpapieren als direkt neuen Unternehmungen zuzuwenden, wie sich aus dem stärkeren Verkauf der Papiere der Hypothekenbank und den guten Kursnotierungen an der Tel-Awiwcr „Börse" beweisen läßt. Diese Tendenz, eher Papiere zu kaufen, als neue Unternehmungen zu beginnen, erklärt sich vermutlich aus einer Beschränkung der Anlagemöglichkeitcn nach dem Gründungsfieber der Prosperitätsjahre als auch aus den bestehenden Schwierigkeiten in der Industrie und der Preissenkung beim Orangenexport. Die Situation in der Industrie Ist etwas leichter geworden, weil die Konkurrenz fertiger Waren aus dem Auslande, die sich in der Zeit der Exportprämien stark bemerkbar machte, mit der Verbesserung der Wirtschaftsverhältnisse in Europa und Amerika geringer geworden ist. Auch haben sich bisher die Produktionskosten der palästinensischen Betriebe nicht erhöht, da die notwendigen Rohstoffe noch auf Lager waren und sich die Preiserhöhungen des Weltmarktes bisher noch nicht ausgewirkt haben. Jedoch wird in naher Zukunft sowohl die Frage der Verteuerung der Rohstoffe als auch die Schwierigkeit, bestimmte Materialien in genügenden Mengen zu beschaffen, auf der Tagesordnung stehen. Während so im Durchschnitt in der Industrie eher eine Verbesserung der Lage in den letzten drei Monaten zu konstatieren ist, fällt in diese Zeit auch die Schließung dreier großer U nternehrnungen, eines Eisenwerkes, einer Trikotagenfabrik und einer Konservenfabrik (über diesen letzten Fall, „Assis", haben wir bereits ausführlich berichtet). Es handelt sich bei diesen Betrieben zusammen um ungefähr 300—350 Arbeifer, ihr Neubegimi verlaugt Reor» ganisierung und zusätzliche Mittel. Wir haben auch in diesen drei Monaten noch eine gewisse weitere E x p a n s i o n der I n dust r i e, ungefähr in demselben Tempo wie im Jahre 103'), das natürlich viel langsamer ist als in der Zeit der Konjunktur. Die Situation auf dem Baumarkt hat veh nicht wesentlich gebessert, was schon daraus verstandlich ist, daß dieser Zweig durchaus von der Einwanderung abhängig ist und den herrschenden Verhältnissen entsprechend zurückging. Obwohl damit eines der wichtigsten Arbeitsreservoire zusammengeschrumpft ist, ist die A r b e i t s 1 a g e k e i n e s w e g s als schlecht zu bezeichnen. Wir haben im Lande heute kaum mehr als 3000 jüdische Arbeitslose, eine Zahl, die man als durchaus normal betrachten muß, weil ein gewisser Prozentsatz von Unbeschäftigten immer außer in Zeiten akuten Arbeitsmangels zurückbleibt. Jedoch ist eine starke Verschiebung unter der Arbeiterschaft eingetreten. Der Zug von den Siedlungen in die Stadt, der die Zeit der Prosperity charakterisierte, hat eine rückläufige Richtung genommen, und es sind viele aus der Stadt fortgegangen, einerseits unter dem Druck der Arbeitslosigkeit, andererseits angezoger von der Möglichkeit der Orangenernte. Die Zahl der Arbeiter in der Industrie ist ungefähr stabil geblieben, dagegen hat sich die der im Bau Beschäftigten verringert, während die bei den öffentlichen Arbeiten gestiegen ist. Das bedeutet ein Uebergehen eines Teiles der Arbeiterschaft aus den sehr gut entlohnten Zweigen in die weniger gut entlohnten und damit ergibt sich auch die sehr fühlbare Senkung des Lebensstandards, von der wir oben schon gesprochen haben. Von sachverständiger Seite wird die Verla n g s a m u n g des Wirtschaftsablaufi» auf zirka 50 '■., geschätzt. Neben den Arbeitslosen haben wir jedoch noch eine Anzahl von E r w e r b s lose n (die schwer zu schätzen ist, weil sie statistisch nicht erfaßt werden), darunter viele Angehörige der freien Berufe, die unter der Senkung des Lebensstandards schwer leiden und auch nur sehr schwer unterzubringen sind. Als Ganzes gesehen hat die jüdische Wirtschaft in den letzten drei Monaten sich stabil gehalten, wie auch aus den Einnahmen der Regierung und verschiedenen anderen Anzeichen (Elektrizitätsverbrauch usw.) hervorgeht. Lieber die Tendenzen in der arabischen Wirtschaft ist heute nur sehr schwer genügendes Material zu erhalten. Es scheint jedoch, daß dort die Rückschläge der Unruhezeit stärker zu spüren sind als unter den Juden.