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Jüdische Rundschau · 1937-04-20 · Heft 31 (20.4.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 31 (20.4.1937)
Date
1937-04-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 31, 20. IV. 1937 Jüdisches aus CSR Von unserem Prager Korrespondenten Seite 6 Die polnische Madagaskar-Expedition Warschau, 14. April. (JTA.) An der Expedition, die von der polnischen Regierung zur Erforschung von Einwanderung-.ni<Vlichkeiten für Juden nach Madagaskar entsandt wird, wtnlcii drei Fachleute teilnahmen. Die Expedition wird Ende April abgehen und ungefähr ein halbes Jahr lang in Madagaskar bleiben. Die Expeditionsteilnchmer sind von der polnischen Regierimg im Einvernehmen mit der französischen Regierung' ausgewählt worden. Es sind dies der polnische Weltrcisende und Verfasser einer Reihe von Reisclnicheni, Major H. 1 epecki, Agronom Salonion Dyk und der Direktor der Jeas (Gesellschaft Elias in Polen), I eon Aller. Alle diese Personen nehmen nur in persönlicher Eigenschaft, nicht aber als Vertreter von Organisationen an der Expedition teil. Urteil gegen Teilnehmer am Pogrom in Minsk-Mazowieck Warschau, M. Aniil. (JTA.) Vor dem Warschauer Kreisgcricht wurde a:u Ii. April der erste Prozeß im Zusammenhang mit dem Pogrom eröffnet, der im Juli 1036 in M i n s k - M a z o w i e c k stattgefunden hat. Zu dem Pogrom kam es nach der Ermordung eines polnischen Sergeanten durch einen geisteskranken Juden. Wegen Teilnahme an den Ausschreitungen, durch "die über 4000 Juden gc7witn?cn worden wi>r:;, <l »s Städtchen r.t \vrh«.-en, waren in dem ersten Prozeß zehn Nationaldemokrateii angeklagt. Sämtliche Beschuldigten ei klärten, bei den Ausschreitungen nur zufällig anwesend eewesen zu sein und an ihnen nicht teilgenommen zu liaben. En I ante der Verhandlung wurde ein Bild von den e r eien hatten Vorgangen in Minsk-Mazowieck entrollt. Von den Aiifi!,l;c.;en wurden fünf freigesprochen, v i . r winden /u - e c h s Monaten Gefängnis vi rir ' e; l!, 11 . l! i winde conti die l'ntcrsiichungshaft atigerechrul. St winden <le-!ia!h sofort auf freien Fulf ges.l/i |), r 'ehm.- \i!-'-k':r,.e, ein .Minderjähriger, wurde zur i'<!e 11. h:;.n in ne I '■■ ■ ■ e rn nesau sia it verurteilt. Die jüdischen Anwälte In der „Jur. Woclu n- In i:t" werden Zahlenangaben über die d e n t s e Ii e A n w a i l s e Ii a f t nach dein Stand vom E Januar Vffi vi r..: keit': kk Ikiii.ieii gibt es zur Zeit im ganzen Reit h 1S"0| |zlv bK-iiiv. .die, \oit denen 2 2 7 3, also 1 2 P r o /. e n t, j d i > c- Ii d er n i c h t a r i s c h sind. I 'iiier den OfMX) pieuliisi heil Auw.dt«, n sind I3e7 jediseh oder nichtarisch unter den?10l a<:!VtpretiI(i«cht-n Anwälten befindet! sich -!Q(> Juden oder Nielga; k r. Sonderangebot der PALTHEU Zur beschleunigten Einwanderu.iw nach Palästina Die Palästina-Treuhand Steile zur Beratung Deutscher Juden G.m.b.H., Berlin SW b% Fricdrichstr. 218, teilt folgendes mit: Am 15. April 1937 ist an den nachstehend bestimmten Personenkreis ein Transfer-Sonderangebot der Trust & Transfer Office „Haavara" Ltd., Tel-Awiw, ergangen, durch welches die Einwanderung nach Palästina beschleunigt werden soll: Beteiligen können sich alle Personen, die auf Kapitalistenzerlifikat (AI) nach Palästina einwandern wollen, ein solches Zertifikat noch nicht besitzen und a) entweder bei der Reichsbank für den Erwerb des Vorzeigeifcldes unter den Nummern 1771 bis 3000 vorgemerkt sind oder b) mit dem Betrage des Vor/eigege'des anstatt bei der Reichsbank bei der Paltreu bis Nr. 25(3 zur Einzahlung auf Sonderkonto I vorgemerkt waren und das 55. Lebensjahr noch nicht überschritten halten. Angeboten werden 110 Einheiten ä kP lOftl) zu 26 202 Reichsmark. Die Einheit von «;!' P'aO setzt sich zusammen aus kP 850 in bar und kp 210 in Wertpapieren der Nir Ltd. Zeichnungsschlui.»: 30. April 1937. Nähere Einzelheiten sind bei der Palästina-Treuhand- Stelle zur Beratung Deutscher Juden G.m.b.H., Berlin SW 68, Fricdrichstr. 21S, dem Palästina-Amt Berlin, seinen Zweigstellen und bei den Devisenberatem zu erfahren. ——WW—W ■! ——— sm arbeiten Sie sind siek/ekn. achtzehn und neunzehn Jahre alt, niehf jüneier als die ehri.-tlieheu Gürtm;rgcscllen meiner llaili-.eiinr.ik, ihr Zinarcl tenrauclicn, ihr \icles ideologisches (li'si liiiiiiier, Kik'ui/. Ch.iki/uiib, Clscw rah distanzieren mich in meiner Freundschaft ein Wellie; um ihnen, ich sage, wenn wir aHein sind uml -ie ne-h! arbeiten wollen; Das ist nicht an-Oiiikie mhi dir, kette s,!r"ui. arbeite so, wie es sieh Eines "1 ai.;e^ er/aiill mir ll.inni, es hätte siel) jemand, der mit mir im P.irdvss arbeitet, bc-chwert, ich sei ein Antreiber. Das nennen sie antreiben: Wenn ich Anständigkeit \ erlange. Jeh ariieile \;el mit Knrlehen zusammen, der nicht zur N'o.ir Germini gehört. Km klicn ist von einer sehr komischen JE.Eii. hhvit. die da/u herausfordert, daß imin ihren 'krätier kaiveli.!,h ».rimirre mich, daß ich eine Zeitlang nicht daxon abließ, ihn zu hänseln. Schließlich hat er mir einmal eine Ohrfeige gegeben, so verbitten nur er. Nachher sind wir die besten Freunde geworden. Karlrhen ist ein guter Arbeiter. Er hat; dieses Anstandsgefühl, daß man arbeiten muß. auch wenn zufällig mal kein Vntik dabei ist, daß man nicht, arbeitet wegen der Vatikim, sondern wegen der gemeinsamen Sache. Trotzdem, mit jedem neuen Vatik, der uns nieht kennt, liaben wir neue Ringkämpfe, um ihn <\»\• n zu überz.eir.',en, dnß wir Arbeiter sind. Aber es gibt keinen anderen Weg. Die Ablösiineren de>- Bewässerer zu den Mahlzeiten wurden bei fortschreitender Hitze nicht mehr so pünktlich durchgeführt, Ixe^nnders ein dünge x on der Nour Clermnni, die doch bloß bis um elf Ehr vormittags arbeitete, hatte eine unverschämte Art, wenn er zur Ablösung bestimmt war, zu bummeln und uns hungric stehen zu lassen. Schließlich gaben uns Ben F.zew und l'ahiew den Rat, den Serem (Strom) einfach hinOber/nleiten in die Akazien, die sowieso bcw.tssert werden mußten, und das Wasser laufen zu lassen und essen zu gehen. Eines Morgens, als wir wieder großen Hunger Indien und dieser Eiimmel nieht kam, sagte ich zu Kurlchen; Komm, wir schicken das Wasser zu den Akazien und gehen essen. Da schlendert plötzlich Garran heran, jener Vntik, der zu Hanois Geburtstag die Rede gehalten hatte von den verschiedenen Eelrensiorinen, und schreit uns_ an, was das eigentlich für eine Art sei. so einfach das Wasser lauten zu lassen, so einlach das Wasser zu verschwenden; wenn wir keine Emst bat t an zum Bew ässern, dann sollten wir es sein lassen, und so weiter. Unsere Argumente hört er gar nicht, so aufgeregt ist er. Zufällig führt Barnowski vorbei, der wie neulieh Härtel Steine h. 1. Prag, 18. April 1037 Hebräisch Im Wechselrecht In der derzeit gültigen tschechoslowakischen Wechselordnung ist in § 100 die Bestimmung enthalten, daß ein Wechsel und eine Wechselerklärung ungültig sind, wenn sie in hebräischer Sprache oder Schrift abgefaßt wurden. Es ist dies in der gesamten tschechoslowakischen Gesetzgebung der einzige Fall, der eine antiiüdische Spitze enthalt. Im Hinblick darauf, daß sich die Tschechoslowakei auf der internationalen Konferenz zur Vereinheitlichung des Wechselrechtes im Jahre 1Q3U in Genf verpflichtet hat, das Einheitswcchselrecht einzuführen, dessen Vorlage auf jener Konferenz gebilligt worden war, arbeitet man jetzt im Präger Justizministerium an der Novellisieiimg des derzeitigen tschechoslowakischen Wechselrechts. Der zionistische Abgeordnete Dr. Angrlo Gold stein benüt/te diese Gelegenheit dazu, um beim Justizrninister Dr. Derer zu intervenieren, daß der erwähnte § 109 in der neuen Novelle ausgelassen werden soll. Dr. Derer erkannte die vorgetragenen Beweggründe Dr. Goldsterns an, von denen besonders die Erschwerung von Wcchseltransaktioncn in Karpathorußlaml und die Schwierigkeit im Handel mit Paliistina zu erwähnen sind, und versprach, dem Lcgislativ-Referat des Justizministeriums die Anregung zu geben, daß in der neuen Fassung des Wechselrechtes jener Paragraph, der eine Diskriminierung der hebräischen Sprache und Schrift einschließt, ausgelassen wird. Evakuaiiousfra<re im Abgeordnetenhaus Kürzlieh hat im außenpolitischen Ausschuß des Prager Parlaments der Abgeordnete der slowakischen klerikalen Volkspartci die Forderung nach Evakuierung der Juden in der Slowakei erhoben und ihre Auswanderung nach Biro- Bidjan empfohlen. In der vergangenen Woche antwortete im Plenum des Abgeordnetenhauses Abg. Dr. Gold stein in entschieden ablehnender Weise auf die Rede Siilors. In einer Versammlung der Jüdischen Partei in Bratislava war vordem die offizielle Autwort der Jüdischen Partei in folgender Erklärung gegeben worden: „Die AeuHertingen des Abg. Sidor haben die Empörung aller erregt, die die tschechoslowakische Verfassung achten. Die krage der Auswanderung ist eine Frage, die jeder Jude für sich selbst entscheidet. Wer auswandern will, wird auswandern und wer dableiben will, wird dableiben. Die Aeulierung Siilors, ,tnan müsse den Juden zur Auswanderung Lust machen', bedeutet die Absicht, die Verhältnisse hier für die Juden unerträglich zu gestalten. Gegen alle solche Versuche, die auch von der demokratischen Mehrheit des Staatsvolkes mißbilligt werden, wird die jüdische Bevölkerung der Tschceho-Iowakci mit allen verfassungsmäßigen und gesetzlichen Mitteln bis zur letzten Konsequenz kämpfen." Gauleiter Groh6 über die Judenfrage Nach einem Bericht des „Westdeutschen Beobachter" in Köln sprach Gauleiter Grobe vor dem Führerkorps der niederrheinischen SA. über aktuelle Tagesfragen. Er ging dabei, wie die Zeitung schreibt, ausführlich auf die Judenfrage ein. Er betoute, daß die SA.-Führer die Klärung aller mit dem Judentum zusammenhängenden Fragen in den Mittelpunkt ihrer weltanschaulichen Arbeit innerhalb der SA.-Einheiten stellen müßten. Aus den Kreisen, die auch früher schon gesagt hätten: Ja, wenn ihr in der Judenfrage nicht so starr uml stur wäret, könnte man sich mit euren Anschauungen eher vertraut machen, kämen auch heute wieder die Einwände, die dazu dienen sollten, eine Lanze für die Juden zu brechen. In den Grundsätzen des Nationalsozialismus aber gebe es keine Auseinandersetzungen. Der Vieh - Versichcrungsvcrehi Geislingen beschloß, von Juden gekauftes Vieh nicht mehr in die Versicherung aufzunehmen. vom Gilboa holt, jener Vatik aus Deutschland mit dem Bildcrarehiv, und da Gurren schon längst polternd und grollend abgezogen ist, gehe ich an Barnowski heran und versuche, ihn wenigstens auf meine Seite zu bekommen. Ben Ez.ew verschwende noch ganz andere Wassermengcn, sage ich. End Garran überhaupt gehört zu jenen Vatikim, die mitten in der Arbeit zwei Stunden austreten gingen. So darfst du nieht anfangen, antwortet Barnowski ernst. Auch Garran hat seinerzeit nicht so angefangen. Nach zclyi Jahren darl'gl du auch zwei Stunden austreten gehen, Aber heute: Wer sieh nicht selbst auf die. Finger schaut, der geht ganz zugrunde. Man darf sieh nicht an die schlechten Beispiele halten, nur an die guten. Wenn du schon so lange gewartet hast auf die Ablösung, kannst du noch ein paar Minuten warten. Ich glaube nicht, daß Ben Ezew dir solche Ratschlage gibt. Am nächsten Abend erzählt mir Karlchcn freudestrahlend, ich habe den Tag über nn einer anderen Stelle gearbeitet, dnß er heute mit Ben Ezew Teller bewässert habe und daß wieder Bnrnowski vorbeigefahren sei und daß Ben Ezew in Gegenwart Barnowskis einen dreimal so starken heuen w ie den gestrigen zu den Akazien geschickt habe, um nach einer Stunde vom Essen zurückzukehren. Da sei Karlchen an Barnowski herangegangen und habe das Gespräch von gestern wieder aufgenommen. Und Barnowski sei still geworden, habe mit den Achseln gezuckt. Pnrdcss ist nicht Ealicha (Getreide). Dieser Garran kommt alle vierzehn Tage einmal herunter und reißt gleich die Schnauze auf. Schließlich wurde Karlchcn der einzige aus Deutschland, den ich gern hatte. Einmal ist Dachs unten im Pnrdess. Dachs gehört zu meiner Generation, er ist einer von denen, die krampfhaft versuchen, in die Angelegenheiten des Mescheks einzudringen, ihr Interesse mit den Interessen der Alten zu identifizieren. Daraus ergibt sich, daß er sich manchmal vorlaut in die Gespräche der Alten mischt, ohne richtig mitreden zu können. Es wird dann plötzlich still und man sieht ihn erstaunt an. Wieder einmal mischt sich Dachs in ein Gespräch. Er wirft irgendeine Behauptung hin und beginnt den Salz mit: Wir. Da dreht ihm Ben Ezew plötzlich das Gesicht zu und lächelt fein und fragt: Wir? Wer ist das: Wir? So, als ob er sagen will: Noch hast du kein Recht, für den Meschek zu sprechen. Aber ich sehe, daß Dachs plötzlich zusammensinkt und von nun an ganz niedergeschlagen ist den ganzen Tag. Nachher nehme ich Ben Ezew beiseite und frage ihn: Ich beobachte bei dir in der letzten Zeil einen gewissen Haß gegen alle aus Deutschland Gekommenen. Stimmt das? Ehrenbürger einer dculschbähsoischen Stadt Die Stadtgemeinde Bensen in Nordböhmen ernannte den praktischen Arzt Dr. Josef Salus in Anerkennung seiner großen Verdienste, die er sich durch ein ganzes Mensclienalter als aufopfernder Arzt und Wohltäter erworben hat, /um Ehrenbürger. Dr. Josef Salus, ein Zionist, wirkt seit 1S01 in Bensen. Dr. Salus ist auch ein namhafter Alpinist, Ein Sohn von Dr. Salus, Emst Salus, lebt schon seit vielen Jahren in der Kwuzah Chefzibah (Fleth Alpha) in Palästina. Landeskonferenz des KKL Am 11. April fand in Prag die Landeskonferenz des Kereu Kajemeth l.cjisiael statt, die von zahlreichen Delegierten aus allen Teilen der Tschechoslowakei besucht war. Aus dem Rechenschaftsbericht geht hervor, daß die Einnahmen des KKE in der Tschechoslowakei mit Kc. 2 400 000 eine Rekordhöhe erreicht haben. Von diesen wurden Kc. 914 00(1 durch die Sonderaktion „Volk in Not" aufgebracht, während Kc. 1200 000 auf die normalen Spcndenzvveige entfallen. Die Eingänge aus der IMI-Sarnmcltasehe haben zum ersten Male die 100(100 Kronen-Grenze überschritten. Eine Sachlotterie biach c einen Reingewinn von Kc. 120 000. In Prag wurden im vergangenen Jahre Kr. 3S6 421 aufgebracht, das sind 12S ",> des übernommenen Kontingents. Den größten Teil der Koiifereiuverhandiungen füllten Besprechungen über die bevorstehende große Gabi-Aktion aus. Alle Vorbereitungen für diese Aktion wurden bereits in mustergültiger Weise getroffen und es wird mit einer erfolgreichen Aktion gerechnet. Zionistische Literatur in tschechischer Sprache Soeben erschien als zweiter Band der „Bücherei des KKL", die zionistische Literatur in tschechischer Sprache ediert, eine „G e s c h i c h t e des Zionismus" von Dr. Elans Lichtwitz.. Es ist das erste Mal, daß dieses Thema in tschechischer Sprache behandelt wild. Man wird den Wert dieser Editionen richtig ermessen, wenn man bedenkt, daß bereits über Sb'\> aller jüdischen Kinder in der Tschechoslowakei Schulen mit tschechischer oder slowakischer Unterrichtssprache besuchen. Aufführungen der zionistischen Jugend Als Auftakt der großen Galil-Aktion des KKL veranstaltet die zionistische Jugend in Prag, Teplitz-Schoiiau, Karlsbad, Aussig, Botlenbach und Reichenberg große Feiern. In Prag wird die Revue „Das Lied von der Rückkehr", in den übrigen Städten die Szencnfolge „Ein Volk — ein Land" aufgeführt. Alle Aufführungen weiden von Ist Reis (Giv.at Brenner) geleitet. — Auf der Landeskonferenz des KKL in l'rag wurde der Beschluß gefaßt, im kommenden Jahre einen großen gesamtstaatlichen zionistischen Jugendtag zu veranstalten. Niederlage der Cuzisten in Bukarest I nkarest, 13. April. (JTA.) Bei den am 16. April in Rumänien durchgeführten Gemeinde wählen haben die cxtrein-judciifeindlichcn Christlich-Nationalen unter der Führung von Prof. Cuza und Octavian Goga in der Hauptstadt Bukarest eine vernichtende Niederlage erlitten, obwohl ihre mit außerordentlichen Geldmitteln geführte Propaganda vor der Wahl das Stadtbild fast völlig beherrscht hatte. Es wurden in Bukarest für die Liberale Regierungspartei 1i()S7, für die Nationale Bauernpartei 9559 und für die Christliche NatiotialpaHei 3478 Stimmen abgegeben. Die Christlich-Nationalen konnten ebenso wenig wie die Anhänger des früheren Ministerpräsideuten Vaida Voevod auch nur ein einziges Mandat erringen. Im übrigen steht die Mandatsvertcilung noch nicht endgültig fest. Die Liberalen durften 27 bis 32, die nationalen Bauern 4 bis 6 Mandate erhalten. Auf die unter der Führung von Gheorge ßratianu stehenden Unabhängigen Liberalen sind drei Sitze entfallen. ■■««■»■■■■■■■■■■■■■■■■■■HM Er regt sich ouT Ober diesen Verdacht und tut ganz un« schuldig. Noch am selben 'Lag bei einer passenden Gelegenheit fragt er in meiner Gegenwart Karlchen: Höre mal, Karlchen, hast du auch den Eindruck, daß ich die aus Deutschland Gekommenen hasse? Dajan behauptet, ich hätte keine guten Beziehunsen zu euch. Das sagt er in einer Weise, aus der ich entnehme, er sei tiberzeugt von «einen guten Beziehungen zu Karlchcn und von der effektvollen Art, in der mich Karlchen jetzt widerlegen würde. Aber Karlchcn, mit dem ich schon vorher über die Sache gesprochen habe, sagt mit seiner ganzen naiven, neunzehnjährigen Selbstsirherheit: Na, sehlechte Beziehungen nicht, aber deine Bemerkung zu Dachs vorhin war etwas dumm. Ich nehme an, daß Ben Ezew seitdem wirklich die aus Deutschland haßt. Im allgemeinen fühlten wir uns in der Zeit der Bewässerung wohl. Man kümmerte ßjch nicht um uns, wir arbeiteten tagelang selbständig, ohne einen Vatik zu sehen. Am Abend machten wir Bahlcw Rechnung, wieviel wir geschafft hatten, und Bahlew war nicht von denen, die kleinlich nachrechneten oder hei denen ein Arbeitstag mehr oder weniger eine Rolle spielte. Manchmal stand ich den ganzen Tag allein auf weitem Feld, keine Mensc henseele war zu sehen, ich hatte meine Turiah und mein Wasser und arbeitete stillschweigend in, der glühenden Sonne. So sali mich Zadok eines Tages von weitem, jener Vntik, der mir damals anläßlich der Insektenschnehtel die Rede gehalten halte, er fuhr auf der Chaussee vorbei, mit einem Wagen. Er lächelte und winkle mit der Peitsche und rief herüber: Nun bist du schon Mumche (Fachmann) im Bewässern. Noch war ich nicht Mumche. Aber diese Bewüsserungsstunden in einsamer Landschaft, zu Füßen des Gilboa, im Angesicht eines riesigen Panoramas, waren die glücklichsten Stunden meines Lebens. Hirsch kauPe seine Seele frei, mit einer kurzfristigen Prix atanleihe von sechs bis acht Prozent, die er dem stets geldhungrigen 'Tel Ilamon versprach. Seine Familie war längst auscinandergelallen: Seine Frau lebte in Chederah, bei einer Freundin, sein Sohn in Klar Esraehim, in einem Internat für Kinder aus Deutschland, Schon seil einiger Zeit hatte man beobachtet, daß Hirsch» Feuereifer bei der Arbeit nachließ, daß er zusammenklappte und erklärte, nicht weiter zu können. Dabei pflegte er naiv zu sagen: Für das Geld, das ich Tel Ilamon gebe, darf ich wohl mal ein« Pause machen. Er empfand nicht die eigenartige Komik seiner Situation und spracli ganz, offen über die Dinge. (Fortsetzung folgt.)

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