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Jüdische Rundschau · 1937-04-20 · Heft 31 (20.4.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 31 (20.4.1937)
Date
1937-04-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 31, 20. IV. 1937 Spiegel der Ereignisse Um die öffentliche Sicherheit Die Meldungen arabischer Zeitungen über politische Unterredungen zwischen dem militärische n 0 b e r b e I e hl s - ha her und führenden Arabern werden in Regierungskrisen d e n: e n t i e r t. Der neueniannte Distriktsbeamte für den Norddistrikt, Mr. Andrews, hat die dieser Tage im Beisan-Gebiet iieuerrichtete Siedlung l'.eth Joseph besucht und sich damit einverstanden erklärt, dal! eine Abteilung jüdischer Hillspolizci in der Siedlung Dienst tue. Die arabische Tageszeitung „Feiestin" fordert den High Commissioner auf, bei der Regierung in London dahin zu wirken, daß die anläßlich der" Krönung zu gewährende Amnestie auf möglichst weite Kreise erstreckt werde. Das wurde, sehreibt das Blatt, das beste Mittel sein, um eine Annäherung der Volksmassen an die Regierung herbeizuführen. Die Amnestie sei gerade jetzt besonders wichtig, weil sie vor der Veröffentlichung des' Berichtes der Kgl. Kommission gewahrt werden wird. Der jüdische Schriftsteller und Pädagoge J. L. Bartich wurde verhaftet, weil ein Araber ihn beschuldigt hatte, seinen Bruder ermordet zu haben. Als es sich herausstellte, dal! die Angaben des Arabers völlig aus der Luft gegriffen waren, wurde Baruch auf freien büß gesetzt, und die Polizei entschuldigte sich für den Mißgriff. Der Araber, der Baruch angezeigt hatte, wurde wegen Verleumdung verhaftet. Auf Anordnung des High Commissioner sind drei Juden, die im Zusammenhang mit den letzten Unruhen in Tibcrias /u /wei bzw. einem Jahr Gefängnis verurteilt wurden, auf treten Büß gesetzt worden. Bin Araber, der unter der Anklage stand, den Landwirt (jot'nned in rö-eh i'mali ei mordet zu haben, wurde vom Richter in Safed f r e i g e s p r o c h e n, obwohl der Angeklagte vom Bruder des' Ermordeten wiedererkannt und von Pohzrihtmdwi aufgespürt w ordm war. Bin etwa _')j,ihm«i-r Araber wurde bei I'etach Tikwah e r s c h o s s e n autgcnitulen. Sechs bewaffnete Araber aus dem I I.mran wurden im Zusammenhang mit diesem Mord verhaltet. Die Polizei hat in einer Reihe von arabischen Durfern in der Genend von Nablus grundliche W a f f e n s n eh u n - gen abeehalliii. In einem Dorfe sollen die Bewohner aufgefnrdcit wordi n sein, s untliche Gewehre abzuliefern, andernfalls das Dort mit einer Kollcktivstrafe belegt würde. Das Haus eines Bcnmvn de- < 'bersten Aiabin-hen Kouiitees in der Nahe \on Jeru-afem winde ebenfalls durchsticht. In J e r u s a 1 e m i>i ein jüdischer Arbeiter von einem arabischen übe: leben worden. Die Polizei nahm den Angreifer fest und brachte ihn > »fort vor den Richter, der ihn zu sieben Innen ( o unguis verurteilte. Bin Araber, bei dem ein Revolver mit seelo. Patronen gefunden worden war, ist auf Grund der Au-iiühiacbc-timmiingen zu fünf Jahren Qef ä n g n i s verurteilt w orden. Es ist der Polizei gelungen, einen Araber festzunehmen, der vor einer Woche ein Alternat auf einen arabischen Geheimpolizisten in Akko verübt hat. Der Verhaftete wurde von dem schwerverletzten Geheimpolizisten, der in hoffnungslosem Zustand im Krankenhaus von Akko liegt, sofort als der Angreifer wiedererkannt. Es stellte sich heraus, daß der Angreifer ein Mitglied der Terroristen bände war, die unter der Führung des Scheichs Az Eddin el Kassein im Winter bei dem Abbruch der Palastinaunruhen in den Bergen von Dschenin im offenen Kampf mit der Polizei stand. Im Zusammenhang mit dem Mord an der jüdischen Koloxiisteufrau Mali Engelhardt in Jarkona wurden drei Araber als der Tat verdächtig verhaftet. In das Haus des arabischen Bürgermeisters von Gaza wurde eine Bombe geschleudert. Schaden wurde nicht angerichtet. Ein Araber wurde verhaftet. In Nablus sind in der Nacht Schüsse auf die M'ohnung eines a r a 1> i s c h e n Richters abgegeben worden. Im Zusammenhang mit dem Mord an Isaac Ka scher im November 1'»j'> wurde in T u I k e r e m ein 20jähriger Araber verhaftet. Er wurde von drei jüdischen .Arbeitern aus Kfar Witkm, che Augenzeugen des Verbrechens waren, Wiedererkannt. Auf ein jüdisches Auto, in dem zwei Arbeiter und ein Chaufieur zu den Werken der Palestine Potash Company am Sndende des Toten Meeres zurückfuhren, wurden 20 Schlisse abgegeben, die jedoch niemanden trafen. Aelniliche L'ebeiialie wurden au dieser Stelle wahrend der Unruhen verübt. In Jaffa haben IS hervorragende arabische Kaufleute, unter ihnen angebndi auch der Bürgermeister der Stadt, von Terroristen Drohbriefe erhalten, in denen sie aufgefordert wurden, größere Beirage nir Finanzierung neuer l'tmihen znr Vertilgung zu stellen. Die Drohbriefe waren von der ..Sehwarzen Hand" unterzeichnet. Zwei jüdische Arbeiter, ehe beim Pflügen der Felder bei Mise h in a r IIa jarden einen Traktor bedienten, vertrieben arabische Terroristen, von denen sie beschossen worden waren. Wirtschaft In der „Palestine Gazette" wird amtlich bekanntgegeben, daß der V e r w a 11 n n g s u b e r s c h u ß der Palästina- Regierung Ende Februar EH7 (d ä Millionen Pfund betrug. Das Rechnungsjahr 1036/37 der Stadtverwaltung Haifa erbrachte einen Vcrwaltungsüberschuß in Höhe von IS 032 P f u n d. Die Luftverkehrslinie Brindisi — Haifa, die von der italienischen Luftverkehrsgesellschaft „Ala Littoria" betlogen wird, ist eröffnet worden. Sämtliche Exemplare der zweiten Ausgabe des „Hakiket ei Amr" (der von Juden herausgegebenen arabischen Zeitung) waren in Jerusalem am Tage der Ausgabe bereits vergriffen. 80 l,o der Blätter wurden von Arabern gekauft. Dem Jüdischen Nationalrat wurde vom Chief Sccretary bekanntgegeben, daß von jetzt ab die Schutzimpfungen der Einwanderer in Fel-Awivv stattfinden werden, damit diese nicht genötigt sind, wie bisher, nach Jaffa zu gehen. Das Departement für öffentliche Arbeiten erließ eine Ausschreibung für den Bau von B e a m t e n w o h n u n g c n und eines Hotels am Flughafen bei Lydda. In den Bedingungen findet sich die Bestimmung, daß der Unternehmer sich verpflichten muß, nur arabische Arbeiter einzustellen. Zur Einstellung nichtarabischer Facharbeiter bedarf es der besonderen Genehmigung der zuständigen Behörde. Jüdische Unternehmer sind zum Wettbewerb nicht zugelassen. Das ist also schon eine Art praktischer „Kantonisierung". Die japanischen Schiffahrt sgesclls'chatten beschlossen, Palastina in die Rouie ihrer Schiffslinien zwischen dem Fernen Osten und Europa einzubeziehen. Das erste japanische Schiff „Lyons Main" traf am EL April ein und das /weite Schiff „Lyma" Maru" wird am 14. Mai in Haifa eintreffen. Ein japanischer Agent kam nach Palästina, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Verschiedenes Wie Palcor vom 18. d. M. meldet, war zu dieser Zeit (Sonntag* bereits ein groller Teil der Mitglieder des A k - t i o n s - C o m i t 6 s in "Jerusalem zu der am 20. April beginnenden Tagung eingetroffen. Der Vorsitzende des W'aad Leuuii, Jizchak Ben Z w i, ist am 13. April nach London abgereist, um als Vertreter der Juden Palästinas an den Kröuungsfeieriichkeilen teilzunehmen. Offiziell wird mitgeteilt, daß die an den Sekretär des Obersten Arabischen Komitees, Auni Bey Abdul FI a d i, ergangene Einladung zu der Londoner Krönungsfeier zurückgezogen worden ist. Auni Bey hatte vor einiger Zeit unter dem Druck der extremen arabischen Nationalisten erklärt, daß er dieser Einladung nicht Folge leisten werde. Der 22jährige Zwi Sc hoch et, Mitglied der Kwuzah Ramat Rachel, kam ums Lehen, als ein mit Pottasche geladener Lastwagen auf der Jericho-Chaussee sich überschlug. Der Chauffeur erhielt leichte Verletzungen. Im Alter von 78 Jahren ist Simcha Jacobs ohn, einer der Gründer der Kolonie Rischon le Zion, gestorben. Das Thentergebättde in H e r z 1 i a h brannte im Laufe der Nacht nieder. Der Schaden wird auf 3000 Pfund geschätzt. Die ehemaligen jüdischen Legionäre, die an der Eroberung Palastinas im Weltkrieg teilgenommen haben, veranstalteten in Tel-Awiw einen Empfang für den ehemaligen Kommandanten der Legdon, Coionel Patterson. Vertreter der Stadtverwaltung und aller nationalen Institutionen nahmen an dein Empfang teil. Aus der Altstadt von Jerusalem ist dieser Tage die letzte T h o r a - L e h r s t ä 11 e, die dort noch bestand, die vor achtzig Jahren gegründete Jeschiwa ..L'z Chajim", verlegt und mit ihrer Unterabteilung in der Neustadt vereinigt worden. Wahlen zur Assefat Haniwcharim verschoben. Unser palästinensischer gl.-Korrespondent schreibt uns: In der letzten Sitzung des Waad Leunii (Nationalrat) wurde beschlossen, die Wahlen zur Assefat Haniwcharim (DelegiertenversamniT lung), die für Mai angesetzt waren, um ein halbes Jahr zu verschieben. Dieser Beschluß ist ohne Frage richtig. Die herrschende Atmosphäre ist Wahlen nicht günstig. Da die Vorbereitungen bereits weit gediehen sind, entstehen gewisse Schwierigkeiten mit der Komplettierung und Kontrolle der Wählerlisten. Da bei dem gegenwärtigen Svstem jedoch einige Unzulänglichkeiten bestanden, wurde ein Vorschlag gemacht, verschiedene Verbesserungen bis zum Herbst durchzuführen. Auch der Vorschlag, in den orientalischen Gemeinden für die Annahme von Familiennamen im europäischen Sinne zu sorgen, ist von Interesse. In diesen Kreisen geht die Namensgebung noch auf einfache Weise, ohne klare Scheidung von Vorname und Familienname vor sich, so daß eine Identifizierung des Einzelnen oft Schwierigkeiten macht. Tel-Am iwer Kunstbericht Konzertabend. Vier Schüler der Konzertschule D. Rocca wurden in einem Konzertabend mit klassischem Opern-Repertoire dem Publikum vorgestellt. Die Begleitung am Flügel hatte Kapellmeister J. D. Jacobson übernommen. Shmuel Berlin ist kein Heldentenor großer Klasse. Am besten gelingt ihm ein rein lyrisches Stück wie die Arie aus „Vittoria". Die Stimme ist nicht sehr groß und wird im Forte mühelos vom Partner zugedeckt. Die Stimmgebung wirkt nicht immer sehr natürlich und die Höhe ist oft noch unsicher. Der Bariton von Frederic J ü rgcnsoti ist kräftig und wirkt im Vortrag ausdrucksvoll. („Othello" und „Bajazzo".) Die Stimme klingt jedoch immer leicht belegt. Bei Mira Slutz. kin, einem dramatischen Sopran, wäre technisch viel zu verbessern. Sie erreicht zwar in Verdi- und Puccini-Arien die notwendigen Höhen, hält sie dann sogar mit sicherer Kraft und ist im Ensemble-Gesang ihren Partnern gewachsen. Aber sie wendet sichtlich für das Erreichen der hohen Lagen derartige Anstrengungen auf, daß von leichter und richtiger Tongebtmg keine Retle sein kann, lieber außerordentlich schönes Material verfügt die junge Palästinenserin Zipora Cohen (Koloratur-Sopran). Sie singt ihre Koloraturen mit großer Leichtigkeit und verfügt über eine — für eine Debütantin mitunter allzu — große Sicherheit. Die Stimme könnte noch ein wenig Wärme und Schmelz vertragen, ebenso wie der Vortrag noch um vieles ausdrucksvoller werden muß. Tanzabend. Tile Rössler gab im Mograbi-Theater ihren diesjährigen Tanzabend. Die Darbietungen der Rössler wirken größtenteils weniger intuitiv als sehr sorgfältig, und mit viel Wissen um die Dinge des Tanzes durchkomponiert. Sie gehört auch nicht zu den Tänzerinnen, die „dramatisch" werden. Es geht ihr weniger darum, eine Handlung, als vielmehr Musik in tänzerische Bewegung umzusetzen. Bei der gerade unter diesem Gesichtspunkt meist gut gewählten Musik wirkt aus mehreren Gründen die Aufnahme des (schon an sich zu langen) Chopinschen Traucrmarsches befremdend. Die Wiederholung des Themas im Musikalischen verstärkt beim Hörer eine bestimmte Reaktion, während die Wiederholung im Choreographischen nichts Neues mehr aussagt. Die Wirkung der reinen Musik wird also durch den Tanz herabgemindert statt gesteigert. Von palästinensischen Kompositionen sindr zwei Tänze zur Musik von Käthe Jacob zu erwähnen, besonders originell ein „Poeme" (Klavier, Flöte, Glöckchen), sowie ein Maskentanz zur Musik von Riwkah G w i 1 y, die auch am Flügel assistierte. Im ganzen wurde, von einer selbstverständlichen Beherrschung des Technischen abgesehen, die Fähigkeit Leichtes, Graziöses und Groteskes auszudrücken, ebenso bewiesen, wie Sinn für die ernste, diskrete, getragene Komposition. Für die geschmackvollen Kostüm-Entwürfe zeichnen Genia Berger und Miron Sitna. Ein film. Im Beiprogramm der „Mograbi-Lichtspiele" sah man einen von der „Tekufah-Gesellschaft" hergestellten Film, der den Betrieb der „Sova-Bäckerei" in Tel-Awiw demonstriert. Die Kamera verfolgt den gesamten Arbeitsgang vom Moment, da die MehTsäcke in den Fahrstühlen Das Geheimnis um Zwanger Im Gegensatz zu verschiedenen in der Weltpresse erschienenen Berichten (die von einer Spionageaffäre sprachen, Red.), sind die Polizeiuutersuchungen im Zusammenhang mit der Ermordung von Jakob Z w a n g e r, dessen Leiche in der Nähe Tci-Awiws entdeckt wurde, noch nicht abgeschlossen, Sämtliche Meldungen beruhen auf Hörensagen. Die Untersuchung wird unter Wahrung strengsten Geheimnisses durchgeführt. Gegen Reuben S c h e n z v i t, der im Zusammenhang mit dem Mord verhaftet wurde, ist noch keine Anklage erhoben worden; er ist vom Polizeirichter bis zum 2S. April in die Untersuchungshaft zurückgeschickt worden. (Palcor.) Lord Peel und Leon Blum Die palästinensische Tageszeitung „Haboker" hatte gemeldet, daß im Zusammenhang mit der bevorstehenden Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission Beratungen der Vertreter von vier Ministerien mit dem Vorsitzenden der Kgl. Kommission, Lord Peel, stattgefunden hatten, und daß dieser sich in den nächsten Tagen nach Paris begeben werde, um dort mit Ministerpräsidenten Leon Blum zusammenzutreffen. Die Meldung des palästinensischen Blattes wurde vom Kolonienministcrium dementiert. Arabische Delegationen In diesen Tagen begeben sich nach London zwei weitere arabische Delegationen, von denen die eine vom arabischen IT auenverband, die andeie von der Naschaschibi-Parlei entsandt wird. Beide Delegationen werden in London mit der Abordnung des Obersten Arabischen Ausschusses im Sinne der proarabischen Propaganda zusammenwirken. Schmetterlings-Ausstellung in Tel-Awiw. Uns wird geschrieben: Einer wiederholten Einladung interessierter Kreise folgend, hatte sich der in Tel-Awiw praktizierende Arzt Dr. Paul Reich entschlossen, eine Ausstellung seiner umfangreichen Sammlung von Schmetterlingen aus allen Welttei'en zu veranstalten. Der Zweck dieser Ausstellung sollte in erster Reihe sein, nicht nur einem größeren Kreis von Erwachsenen, sondern vor allem den Schülern und der heranwachsenden Jugend Gelegenheit zu geben, eine Familie aus dem großen Heer der Insekten näher kennen zu lernen, zu der die interessantesten und farbenprächtigsten Geschöpfe überhaupt gehören. Zu dieser praktischen Seite traten noch wissenschaftliche, kulturelle, pädagogische und ästhetische Gesichtspunkte hinzu. Ein Komitee hatte die für die Ausstellung notwendigen, zum Teil recht schwierigen Vorbereitungen getroffen. Am 11. März wurde die Ausstellung in der Aula des Handelsgymnasiums in der Geulastraße durch eine Einweihungsfeier, der etwa 100 geladene Gäste beiwohnten, eröffnet. Bei der Eröffnung hielten Ansprachen der Schuldirektor Dr. Auerbach, ferner Dr. B a r r a s c h, Lehrer für Biologie an dieser Schule, dann Herr Feld m a n n, Redakteur der naturwissenschaftlichen Zeitschrift Hatteva Vehaaretz. Weiterhin Dr. Seide vom Vorstand der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft in Tel-Awiw. Zuletzt sprach Dr. Reich in einem längeren Vortrage über die Entstehung und Anordnung seiner Sammlung und teilte das Wichtigste über die in .der Ausstellung vertretenen Schnietterlingsfamilien mit. Der Besuch der Ausstellung war sehr rege. Auch Vorträge mit Lichtbildern wurden im Rahmen der Ausstellung gehalten, die alle überfüllt waren. Es sprachen: Dr. Barrasc.h über die Entwicklung, den Bau und das Leben des Schmetterlings. U. Feldmann über das Thema: Der Schmetterling und die Blüte. Dr. Klein von der Versuchsanstalt in Rechowoth über die Schädlinge unter den Schmetterlingen Palästinas. des Gebäudes verschwinden, bis zu dem Augenblick, da die Ware in den Besitz des Konsumenten gelangt. Es wäre anzuregen, daß die palästinensischen Kinos, statt der oft zweitklassigen Kurzfilme ausländischer Produktion, regelmäßig derartige palästinensische Erzeugnisse laufen ließen. Für das konzentrierte Szenarium zeichnet Erich Brock, für die ausgezeichnete Photographie Walter K r i s t e 11 e r. Vorträge. Schimon El a 1 k i n sprach anläßlich der bevorstehenden Premiere von O'Neills „Kaiser Jones", auf Einladung des „Theatron Ivri" über „O'Neill und sein Werk". An das Referat schloß sich die sehr wirksame Vorführung einer unter Regie von Alfred Wolf bereits fertiggestellten Szene des Stückes. Für die Alijah aus Deutschland gab es eine analoge Veranstaltung mit einem Vortrag in deutscher Sprache. Der Tel-Awiwer Wizo-Club entfaltete in der vergangenen Saison eine lebhafte Tätigkeit im Rahmen der deutschsprachigen Gruppe, die noch nicht imstande ist, hebräischen Veranstaltungen mühelos zu folgen. Man hörte Vorträge über Fragen der jüdischen Kultur, Kunst, Literatur, auch der Politik, sowie über aligemeine l.andesprohleme. In diesem Rahmen sprach — nach Einführungsworten von Frau Dr. Nadja Stein — Alice Jacob-Locwenson über „Das Echo des Ostens in der jüdischen Musik". Ein künstlerischer Klub. Unter der Devise „Hechal- Omanuth" hat sich in Tel-Awiw ein Klub konstituiert, der sich keine geringere Aufgabe setzt, als eine Dachorganisation zu bilden für die Kunstzweige: Literatur, Theater und Film, Musik und Gesang, Malerei und Bildhauerei und Architektur. Darüber hinaus eine Kunstakademie für alle genannten Zweige zu entwickeln und schließlich ein eigenes Gebäude zu errichten, das den genannten Zwecken dienen soll. Der erste Abend, der dem palästinensischen Theater gewidmet war, ließ leider die gründliche Vorbereitung vermissen, die man bei einem so weitgestreckten Programm hätte erwarten können. Nach Eröffnungsworten des Vorsitzenden Josef Kastell ergriff Moshe Ff a 1 e v y, der Leiter des „Obel", das Wort. Halevy erinnerte an frühere Versuche, ähnliche Vereinigungen zu gründen, und sieht in diesem erneuten Zusammenschluß den Beweis, daß ein dringendes Bedürfnis besieht, den Künstlern in Palästina ein gemeinsames Forum zu schaffen. In einer anschließenden Diskussion ergriff der Schriftsteller Nathan Grünblatt das Wort, der den oft beklagten Reaktionsmangel des Publikums als Schuld der Bühnen bezeichnet. Bevor Moshe Halevy das Schlußwort ergreift, sprach noch die Theater-Berichterstatterin des „Üavar", Lea Goldberg. Sie betont, daß auch die scheinbar hebräischen Neuschöpfungen wie „Shabbatai Zwi" und, aus dem alten „Ohel"- Rcpcrtoirc, „Jacob und Rachel" und „Megillath-Esther", im wesentlichen keine Neuschöpfungen, sondern eine Bearbeitung historischer Stoffe darstellten. Es sei ein Fehler, bei den Autoren Stücke mit einem bestimmten Thema oder nach einem bestimmten Schema zu bestellen. Manfred Geis (Schluß des Palästinateils)

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