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Jüdische Rundschau · 1937-04-20 · Heft 31 (20.4.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 31 (20.4.1937)
Date
1937-04-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JODISCHE RUNDSCHAU gm Nr. 31, 20. APRIL 1937 Ein großer Tag Vorstoß ins Jordantal Von unserem palästinensischen Korrespondenten „Tel-Amal" und „Hassadeh", „Massadah" und „Ejn Hakoreh" — die Namen der vier neuen Siedlungen in der Jordansenke waren in letzter Zeit fiir die Juden in Palästina das Symbol ihres ungebrochenen Aufbauwillens und das lebendige Zeichen der Fortsetzung des Siedlungswcrkes trotz überwältigender Schwierigkeiten. In der Kette der Wirtschalteii in der Jordansenke, die damit erweitert wurde, ist vor einigen Tagen wieder ein neues Glied gebildet worden. Die Oiründung von Beth Joseph, einem Moschaw Owdim in der Jordanserike, setzt das hartnackig gehaltene Werk fort. Ueber dieser letzten Neugriindung liegt ebenso wie über der ihrer jungen Vorgänger der Glanz eines bescheidenen romantischen und dabei realistischen Heroismus. So wie bei den vorigen Malen alle bestehenden umgebenden Wirtschaften dem neuen Punkte am ersten Tage zu Hilfe kamen, damit die notwendigen Unterkünfte und Verteidigungsstellungen so schnell wie möglich fertiggestellt werden konnten, so geschah es auch dieses Mal. Aus den umliegenden Kwtizoth der Jordanscnke sammelten sich noch vor Sonnenaufgang die Kameraden. Aus den Moschawim und aus den Kwtizoth der Ebene Jesreel kamen die alten Vorkämpfer der Sicdlungshewegung, um eine helfende Hand zu leihen. Die alten Vater arbeiteten zusammen mit ihren erwachsenen Söhnen und die ausgewählten Veteranen, die in der Dunkelheit vor Sonnenaufgang hinausgingen, um an der für den Wirtschaftsliof ausgewählten Stelle die mannshohen Disteln abzumähen, mögen wohl nachdenkliche Blicke in die Vergangenheit getan hohen und gedankenvoll ihre Söhne auf ihrem Wege haben folgen sehen. Die neue Siedlung ist eine Fortsetzung des alten Werkes und zugleich auch die Fortsetzung der Gene- Tationen. Wie schon bei den früheren Unternehmungen dieser Art war vorher alles genau organisiert. Die nötigen Menschen standen zur Verfügung, die nötigen Materialien waren vorgearbeitet und brauchten an Ort und Stelle nur zusammengefügt und aufgebaut werden. Ein Wachtfurm mit Scheinwerfer, eine Schutzmauer, ein Stachcldrahtzaun, eine Baracke zum Essen und Schlafen. Ein neues Schild am Rande der Eisenbahnschienen, das den Namen ,,Beth Joseph'' trägt und wo der Zug zum ersten Male hält, in einer bisher unbebauten Gegend, die plötzlich auf einen Schlag von arbeitenden Menschen wimmelt. Schon am Nachmittag ist die dringende Arbeit getan, an der alle, alt und jung, die Siedler, die Nachbarn und die Gäste teilgenommen haben, und man findet sich zusammen, um die Gründung dieses, neuen Unternehmens in feiern. Es sind große Stunden für die Teilnehmer und große Stunden für den gesamten Jischuw, dessen Vorposten hier arheiten. Aber es gibt in der Zeit, durch die wir gehen, keine reinen Freudenfeiern. Die Einweihung beginnt mit einer Toten rede, einer Würdigung von Joseph Ahronow i t s c h, dessen Namen der neue Moschaw trägt. Gibt es (loch heute keine Feier, keine Veranstaltung im Lande, die ohne den Nachruf auf einen der Toten beginnen kann. So war es im Jordantale, so war es in den galiläischeu Bergen, in Jawnicl, wo ebenfalls ein neuer Moschaw gegründet wurde. Beth Joseph liegt 9 km von Beth Schau (Beisan), der arabischen Stadt in der Jordanscnke, und 0 km von Dclbamieh entfernt. Es sind Böden des Keren Kajemeth, die liier zur Besiedlung kommen, zu Beginn durch 10 Siedler, die sich in Form einer kooperativen Siedlung (Moschaw Owdim), wo jeder sein abgeteiltes Stück Boden hat, zusammengeschlossen haben. Die Böden, die jetzt in Bearbeitung genommen werden, haben eine bedeutsame politische Geschichte hinter sich. Für sie galt das sogenannte M i: d a w a r a h - Abkommen, das;')21 unter dem Oberkommissariat von Sir Herbert Samuel geschlossen wurde und große und fruchtbare Sfaatsländereien in der Beth-Schan-Gegcnd den Arabern zu billigen Bedingungen zur Verfügung stellte. Ohne Frage waren die Absichten der Regierung wohlwollend, aber ebenso fraglos war sie in ihrer Ausführung sehr schlecht beraten. Denn das Mudawarah-Abkommcii entwickelte sich zu einem der Skandale der Administration, weil große Flächen an einzelne Besitzer gingen, sie nur wenig oder nur extensiv bearbeitet und schließlich zu einem Spekulationsobjekte wurden. Böden, die die Araber um geringes Geld von der Regierung erhalten hatten, wurden später um erhebliche Summen weiterverkauft. Eine Entwicklung der Beth- Schan-Uöden im Gefolge des Abkommens fand nicht statt. Sic beginnt erst jetzt, mit der Besiedlung durch die Juden. Der neue Moschaw bei Jawnicl heißt M i s c h m a r Hasch loschah (Die Wacht der Drei), im Andenken an die drei jungen Juden, die vor kurzem dicht neben Jawnicl erschossen wurden. Der Boden gehört der Pica (Palestine Jewish Colonisation Association); es werden zuerst dreißig Siedler untergebracht, denen im Laufe des Jahres weitere dreißig folgen sollen. Die Neugriindung von Siedlungen, die in letzter Zeit Schlag auf Schlag erfolgt, ungeachtet aller Gefahren und Schwierigkeiten, ist die stärkste Ermutigung für die im Kampfe sichenden palästinensische Judenheit. Sie stellt zugleich auch große Aufgaben. Ist doch der heroische Auftakt der Ansiedhing eben nichts als ein Auftakt und nach den ersten erregten und begeisterten Wochen folgt der schwere tägliche Kampf um Produktion und Absatz, um Basierung der Punkte, um Kredite und Wasserbeschaffung. Die Siedler sind in diesem Kampfe die Front, die Vorposten, und sie können nur durchhalten, wenn ihnen der nötige Nachschub an Mitteln hilft, wenn sie das Volk, für das sie arbeiten, in ihrer Stil'ung hält. Für die nationalen Institutionen erwächst mit dieser Neusiedlung gesteigerte Verantwortung, und die Judenheit der Gallith wird zu zeigen haben, ob sie versteht, was hier getan wird, indem sie Palästina die nötigen Mittel zur Weiterarbeit zur Verfügung stellt. Ejn Hakorch und M a s s a d a h, die beiden neuen Siedlungen in der Gegend von B e i s a n, waren am letzten Freitag einem U e b e r f a 11 ausgesetzt. Aus den umliegenden Bergen wurde eine halbe Stunde lang auf die Siedlungen geschossen; Wächter erwiderten das Feuer und vertrieben die Angreifer. Vorkehrungen für Nebi Musa Beratungen bei Wauchope Wie die arabische Presse berichtet, hat im Regieriiiigshaus in Jerusalem unter dem Vorsitz von High Commis-äoiicr Sir Arthur Wauchope eine wichtige Besprechung über die Sicherheitsverhältnisse in Palästina im Hinblick auf das bevorstehende Nebi Musa-Fest stattgefunden. An der Beratung beteiligten sich die Leiter der Regierungsdepartments, die Kreiskommissare, sowie höhere Polizeioffiziere und Truppenführer. Im Zusammenhang mit dem am 22. April beginnenden Nebi Musa-Fest werden S i c h e r Ii e 11 s v o r - k eh ru ngeu insbesondere in Jaffa, Nablus und Hebron getroffen. Mehrere hundert Mann Militärpatrouillen wurden zur Bewachung der Vcrkehrsvcrbindungen in die Gebirgsgegenden entsandt. In der Gegend von Nazareth wurden 20C Mann Militär in voller Kriegsausrusttmg bereitgestellt. Sie erhielten auch eine Funkausrüstiing, um im Bedarfsfall weitere Sicherheitsabteilungen alarmieren zu können. Einer Meldung des „Feiestin" zufolge wurden aus Aegypten Detektive berufen, um anläßlich des Nebi Musa-I estes die Bewegung ägyptischer Araber in Palästina zu überwachen. Die Regierung trifft alle Maßnahmen, um Ruhestörungen während des Nebi Musa-Fesfes, insbesondere in der Zeit der großen Prozessionen, zu verhüten. Im übrigen sind teilweise Einschränkungen für die diesjährigen Nebi Musa-Prozessionen angeordnet worden. In Port Said ist ein englisches Kriegsschiff eingetroffen, das eine größere Abteilung Militär für Palästina und Aegypten gelandet hat. Die neuen Truppen sind als Ablösung für Abteilungen bestimmt, die nach England zurucktransporticrt wurden. Arabischer Polizeioffizier ermordet Halim B a s t a, Assistent des Polizeichefs von Haifa, wurde, als er sein Haus verließ, um ins Amt zu gehen, von drei Arabern, die neun Revolvcrscliüsse auf ihn abgaben, erschossen. Ein arabischer Polizist, der ihn begleitete, wurde ebenfalls getroffen und starb bald darauf im Krankenhaus. Ein arabischer Knabe, der in der Nähe stand, wurde verwundet; die Täter entkamen. Das arabische Viertel von Haifa wurde sofort abgesperrt und sämtliche Häuser wurden durchsucht. De. Moni wurde von drei Arabern ausgeführt, die Fellachenkleiduug trugen. Sie hatten Basta vermutlich laiigere Zeit aufgelauert. Der Anschlag erfolgte in der Nähe des Hauses des Polizeioffiziers. Basta trug Zivilklcidung. Die Attentäter gaben aus Repcticrpistoleii etwa zwölf Schüsse ab. Der Offizier und der Polizist wurden von den ersten Kugeln getroffen. Sie wollten fliehen, es gelang ihnen jetloch nicht. Die nächsten Schusse töteten Basta aut der Stelle, sein Begleiter wurde so schwer verwundet, daß er wenige Stunden darauf im Krankenhaus starb. Außerdem wurde ein kleiner jüdischer junge durch eine Kugel verletzt. Eine ernste Gefahr für das Kind besteht nicht. Als die Attentäter das Feuer eröffneten, riefen sie den arabischen Passanten zu, sie mögen sich in Sicherheit bringen. In dem durch die Schusse hervorgerufenen Tumult gelang es den Angreifern, zu entkommen. Sämtliche Zufahrtsstraßen von Haifa wurden sofort polizeilich abgeriegelt, die die Stadt verlassenden Autos durchsucht. Trotzdem ist es bisher nicht gelungen, der Mörder habhalt zu werden. Die Polizei unternimmt die größten Anstrengungen, um ihnen auf die Spur zu kommen. Das erste Attentat auf Basta wurde im Oktober v. J. verübt. Er wurde damals am Hahe verwundet und mußte drei Wochen lang im Kiankenhaus behandelt werden. Basta hatte in der l'alastinapc.lizei von den eisten TatM-n der britischen Okkupation an gedient. Wählend des Uiiriihejahres 1"29 wurde er bei Ramaih v i wendet. Schon damals zeichnete er sieh durch energische Haltung g g■ uuher den Terroristen ans. Bei der ( »bdiiktioii wurde teM..e-tel!t. daß Basta von neun Kugeln a:> Kopf untl Brust reiroiun worden ist. Der Ermordete war ¥) Jahre alt und lukimiie sich /um koptischen Glauben. Als Feite r d er Hai i a v r K ri in i n a 1 p o I i z e i wurde Halim Basta wiederhol! u.m feiron-teii bedroht. Im Oktober PHO wurde er verwundet und konnte erst vor kurzem seineu Dunst weder aiiliiehi'ieii. erklaile aber, daß er sieh von den Drohungen m du einschlicht-, rn lassen werde. Ein Araber, dir der lielcihcimg au der I nm.rdung von Halim Basta, dem Assistenten des I 'oh /ni hcf.s von Ilaifa, verdächtigt wird, ist v erhaltet worden. Die hebräische Presse bedauert den Tod Bastas und erklart, daß dieser inuticc Mann als neues unschuldiges Opfer der Gesetzlosigkeit eetallen ist. Um den Teilungsplan Diskussionen und Gerüchte Die Zeitschrift „O r e a t Rritain and the Fast" nimmt zu den Vermutungen über die bevorstehende Entscheidung der Kgl. Kommission Stellung und erklärt, die Forderungen der Juden und die der Araber seien miteinander unvereinbar, und es sei zu erwarten, daß keine der beiden Parteien mit dem Bericht der Kommission zufrieden sein wird. Wenn die Regierung einmal ihre neue Politik erklärt haben wird, dann werde ein jeder wissen, woran er ist. Die Beseitigung der U n g e w i ß h e i t werde an sich schon ein Segen sein. Weder Proteste noch Drohungen dürften die Mandatarmacht zu einer Aeuderung dieser Politik veranlassen. Diese werde vielleicht sogar nach anfänglicher Bestürzung von beiden Seiten zunächst insgeheim und dann offen b e g r ü ß t werden. Es sind in Palästina Gerüchte im Umlauf, denen zufolge High C'onimissioner Sir Arthur Wauchope ein Gegner des Planes, Palästina in Kantone oder auf andere Weise zu teilen, sei. Angeblich hat der High Commissioner diesen Standpunkt bei seiner letzten Besprechung mit dem Vorsitzenden der Exekutive der Jewish Agencv, David Ben Gurion, zum Ausdruck gebracht. Der Oberste Arabische R a t hat eine außerordentliche Sitzung abgehalten, in der der angebliche Vorschlag der Kgl. Kommission besprochen wurde. Die arabische Presse nimmt weiter gegen die Teilungspläne Stellung. Die Biälter fordern die Vertretungen der arabischen Städte auf, tiein Beispiel des Stadtrates von Ga/a zu folgen und Protestresolutionen gegen die geplante Teilung des Landes zu fassen. Gleichzeitig wird der Zweifel daran zum Ausdruck gebracht, daß die Proteste der Juden gegen die Tcihingsabsiehtcn aufrichtig sind. Manche Zeitungen halten sogar die ursprüngliche Version aufrecht, wonach das Tcihmgsprojekt v o n d e n J u d e u unterstützt werde. Die Tageszeitung „El Dschamea el Islamia" spricht sich mit Vorbehalten für die Z. u 1 a s s u n g e i ncr j ü - d i s c h c n Ein w a n d e r u n g g e r i n g e n U in f a n g e s aus. Der Kantonisicrimgsplan wird aber auch von dieser Zeitung entschieden abgelehnt. „Dawar" erfährt, daß die englischen Beamten, die in Jerusalem in geheimer Sitzung von der Kgl. Kommission vernommen wurden, dieser einen Plan unterbreitet hatten, der jede weitere Entwicklung der jüdischen Kolonisation verhindern soll. Danach sollte Palästina nicht in zwei Kantone, sondern in eine g r ö Ii e r e Z a h I a u t o n o m e r Gebiete eingeteilt werden; die jüdischen Gebiete würden sein: Emek Jesret'l, Obergaliläa, Untcrgaliläa, Samana, Scharon-Ebene /u. a.m., wogegen Nazareth. Kreis Rani all a und Kreis Bethlehem christlich-autonome Gebiete sein sollen. Der ganze übrige Teil des Landes soll aus Gebieten mit arabischen Selbstverwaltungen bestehen. Jerusalem soll die zentrale Hauptstadt und Sitz des Kantoualrates, der eine Art Landesparlament darstellen würde, sein. Der Kantonalrat soll sich mit wirtschaftlichen Angelegenheiten befassen, die politische Verwaltung in den Händen der Mandatarmacht bleiheu. Weder die Stellung der Kgl. Kommission, noch die der Palastina-Regierung zu diesem Projekt sei, schreibt ,.Dawar", bekannt. Abdullah in Jerusalem Jerusalem, 1". ApuL (JTA.) Emir Abdullah vor! Transiordanien ist auf der Reise zu den Kronungsteierliellkeiten in London am Freitag in Jerusalem eingetroffen. Weder der (iroßiuufti von Jerusalem, noch irgendeiner seiner Anhänger halten sich zur Begrüßung des Emirs eingefunden. Anläßlich ries Aufenthaltes Emir Abdullahs in Jerusalem fand in dem Hause des Rechtsanwalts Hassan Sidky Dajani eine B e r a t u n g statt, an der auch der tiuhtre Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Hey Naschaschibi, der gegenwärtige Bürgermeister Dr. Iliwein Khaldi und der Sekretär des Obersten Arabischen Komitees, Auni Bc\ Abdul lladi, teilnähme.'!. Es verlautet, daß die Plane besprochen wurden, die der Emir in London politischen Kreisen vorlegen will. Im Zusammenhang damit wird in einer in N a h I u s erscheinenden arabischen Zeitung gegen den Emir der Vorwurf erhoben, daß die Plane einer Teilung Palästinas von ihm ausgegangen seiui, weil er die Herrschaft über den arabischen Teil Palastinas anstrebe. Um die Verwirklichung dieser Plane zu fördern, unternehme der Emir .auch die Reise nach London. Er wolle dort die in Palästina begonnenen Verhandlungen mit den Mitgliedern der Kgl. Kommission fortsetzen und die von ihm gewünschte Teilung Palästinas mit den maßgebenden britischen Faktoren erörtern. Der 19. April Die arabische Zeitung „A I -1 s 1 a m i a" regt an, daß der 19. April, Jahrestag des Ausbruchs der Unruhen, als arabischer nationaler Feiertag proklamiert werden soll. Die jüdische Bevölkerung hat den Tag durch Abhaltung von Gedciik-üottesdienstcn für die Opfer der Unruhen begangen. _ Neuer Schritt des Irak? Jerusalem, IS. April. (Palcor.) Die arabische Presse berichtet über ein Memorandum der irakischen Regierung an die englische Regierung, worin die Forderungen der palästinensischen Araber dringend befürwortet und ein Verbot der jüdischen Einwanderung und der Bodenvcrkätite an Juden, sowie eine nationale Regierung gefordert werden. Die Meldungen über eine Reise des irakischen Au", uministers nach Palästina entsprechen nicht den Tatsachen. (Diese Nachricht steht im Widerspruch zu anderen Nachrichten, wonach die gegenwärtige Irak-Regierung sich an den panarabischen Plänen desinteressiert, vgl. „Verträge im Nahen Osten" auf S. 1.) Um den „Grünblatt-Plan" Von unserem gl.-Korrespondenten Wir berichteten vor einiger Zeit über den Plan zum Ausbau des S t r a n des von Tel- A w i w, der nach seinem Initiator „Grünhkitt-Plan" heißt, und stellten damit im Zusammenhang eine Reihe von Fragen, die bei der Beurteilung dieses Projekts entstehen. Vor allem erhoben wir ernstliche Zweifel, ob durch dieses Projekt nicht die Erholungsmöglichkeiten für die Masse der Bevölkerung stark beschnitten würden, ob die Finanzierung und die Kontrolle der Oeffentlichkeit genügend gesichert sei, ob sich hier nicht ein Feld für Spekulation öffne usw. Insbesondere beklagten wir die Tatsache, daß ein so wichtiges und großes Projekt sozusagen bei geschlossenen Türen beschlossen werde. In den letzten Wochen nun hat die Öffentlichkeit begonnen, sich mit dem Plane zu belassen. Sowohl in Artikeln in der Presse, in Briefen an die Redaktionen palästinensischer Zeitungen, wie auch in verschiedenen Gremien wird für und wider das Projekt diskutiert. Es verlautet, daß auch die Aerzteschaft sich mit der Sache zu beschäftigen begonnen hat, und es sieht so aus, als wolle sich eine gründliche Diskussion — wenn auch etwas verspätet — entwickeln. Diese Tendenz ist aufs wärmste zu begrüßen, und wir hoffen, daß die von uns angedeuteten Fragen jetzt sachverstäiidige und umfassende Behandlung erfahren.

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