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Jüdische Rundschau · 1937-04-16 · Heft 30 (16.4.1937) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 30 (16.4.1937)
Date
1937-04-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 30. 16. IV. 1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 1t Ein neuer Hafen Jaffa—Tel Awiw? Anläßlich des von uns schon gemeldeten Konfliktes wegen des Anlegens des Touristenschiffes „Marictte Facha" in Haifa (statt in Jaffa), worauf die Araber den Touristen das Betreten des Tcmpelplatzcs verwehrten, schreibt die Tel-Awiwer hebräische Zeitung „Haarez.": Das Widerstreben der jüdischen Passagiere vier „Marietta Pacha", nach dem Hafen von Jaffa zu fahren, um das Schiff zu erreichen, ist natürlich und verständlich. Natürlich und verständlich ist auch die Anordnung der „Messageries Mariiimes", wie jedes Oeschäftstinternehmcn auf die Kundschaft Rücksicht zu nehmen und das Schiff daher in Haifa anlegen zu lassen. Aber wir wollen auch nicht verkennen, daß die Hafcnbcdicnstcten von Jaffa Grund zur Aufregung haben. Die arabischen Körperschaften haben verschiedene Maßnahmen getroffen, um einen Druck auf die französische Linie auszuüben, von Protesttelegrammen und Interventionen beim französischen Konsulat bis zum Verbot des Besuchs der Omar-Moschee für die Scliiffsrcisenden. Dabei handelt es sich gar nicht um eine politische Angelegenheit. Nicht aus polit ischen Gründen weigerten sich die jüdischen Reisenden, nach dem Hafen von Jaffa zu gehen, und nicht durch politischen Druck läßt sich diese frage lösen. Die Juden gehen nicht darauf aus, den Hafen von J a i f a zu vernichten. Nur weil ihnen kein anderer Ausw e g blieb, nachdem der Hafen von Jaffa für sie gesperrt wurde, schritten sie an den Bau des eigenen Hafens. Die Juden werden sich nicht weigern, an dem Bau eines neuen Hafens teilzunehmen, der die gemeinsamen Bedürfnisse von Td-Awiw und Jaffa befriedigt, wenn nicht nur der arabische Mann, sondern auch der jüdische Bürger das Gefühl haben wird, daß dies sein Hafen ist. Die Frage eines solchen Hafenbaus beschäftigt jetzt die Regierung. Auf diesem Wege kann die Regierung einen Ausweg sowohl fiir die Hafenarbeiter von Jaffa finden, die von ihren F ührern irregeführt worden sind, wie auch die Bedürfnisse der beiden großen Städte im Süden des Landes befriedigen. MUSIK UND KUNST Der Absatz der Orangen Das Wirtschaftsblatt des „Haarez" wendet sich gegen einen Vorschlag, den M. Smilanski im Pflanzerorgan „Bustanai'' gemacht hat, in Zukunft einen Teil der Orangener n t e in Palästina zu vernichte n, um beim Export bessere Preise zu erzielen. Dieses Mittel, das in Amerika mit Weizen, Kaffee usw. angewandt wurde, sei untauglich, weil die Ernte der anderen Exportländer — Kalifornien, Spanien und Südafrika - - auf den Markt drücken werde. vVir können noch hinzufügen, daß die Qualitäts frage iine große Rolle spielt. Vor zehn Jahren waren alle Jaffa- Drangen, die man im Ausland bekam, tadellose Qualitätsfrüchte, die den beispiellosen und begründeten Ruf dieser Frucht rechtfertigten. In den letzten Jahren hört man in vielen Ländern Klagen, daß das Niveau nicht gehalten wurde und teilweise minderwertige Früchte zum Versand kommen. Es sollte die Haupt sorge aller an der Orangenindustrie beteiligten Kreise sein, eine Einhaltung der guten Qualität der Früchte zu sichern, da nur dies Aussicht schafft, auf die Dauer den Markt zu behaupten. Die neue Einwanderungs-Quote Jerusalem, 13. April. (JTA.) Meldungen der palästinensischen Presse zufolge hat die von der Palästina-Regierung zur Feststellung der Aufnahmefähigkeit Palästinas im Halbjahr April bis September 1937 eingesetzte K o m in i s s i o n ihre Arbeiten abgeschlossen und der Regierung bereits ihren Bericht vorgelegt. Obwohl die Kommission aus zwei Arabern und einem Juden besteht, hat sie ihre Vorschläge mit S t i m m c n e i n h e 11 i g 1% e i t erstattet. Die beiden arabischen Beamten sind erst vor kurzem dem jüdischen Beamten beigegeben worden, der mit der Vorbereitung der Arbcitereiiiwanderungsschcdulc beauftragt war. Es verlautet, daß der einstimmige Bericht der Kommission sich für die Zulassung einer stärkeren jüdischen Einwanderung nach Palästina ausspricht. Weiter wird mitgeteilt, daß auch tlie Jewish Agcncy die Vorschläge für die neue Schcdtile bereits fertiggestellt und der Regierung unterbreitet hat. Phantasien über Verschwörung Zwei syrisch-arabische Zeitungen bringen sensationelle Berichte über die augebliche Aufdeckung einer jüdischen Verschwörung in Palästina, die die Ermordung des Mufti zum Zweck habe. Es wird behauptet, daß die Rädelsführer — die Vertreter der PICA in Tiberias und Sedschera sowie der Vize-Bürgermeister von Haifa, Sabbatai Lcvy — £ 2000 an drei Kaukasier gezahlt hätten, damit diese'den Mufti beseitigen; sie seien sogar schon verhaftet worden. — Selbstverständlich ist an diesem Berichte kein einziges Wort wahr. Es handelt sich offenbar um einen Versuch, im Zusammenhang mit dem kommenden Nebi Musa-Fcste die Gemüter zu entflammen. Neugründungen in der Lebensmittel - Industrie J e r u s a 1 e m, April. (JTA.) In den letzten Monaten sind in der Lebens m ittelindustrie Palästinas erhebliche Veränderungen, Neugründungen und Erweiterungen erfolgt. Eine Reihe neuer Mühlen wurde gegründet. Auch die Mazzotfabrikcn haben zu Peßach ihre Produktion gesteigert. Großes Interesse finden die Bemühungen um die Verwertung der Z i t r u s - A u s s c h u ß f r ü c h t c. Die Jaffa- Orange Products Cooperative Society in Rechowoth hat ihre aus technischen Gründen stillgelegte Erzeugung wieder aufgenommen und stellt durch Konservierungsmittel haltbar gemachten reinen Zitrussaft her. Die Jerusalemcr Schokoladenfabrik Nephct, die WH gegründet worden ist, wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Elite Chocolate and Sweet s Factory in Ramat Gan hat ihre Anlagen vergrößert und beschäftigt jetzt 200 Arbeiter. Neuerdings wird auch Kunsthonig erzengt. Die Konservenfabrik Primason hat in ihrem Produktionsprogramm acht Sorten Fisch und 17 Sorten Gemüsekonserven. Jüngst wurden auch Versuche zur Konservierung von Orangen mit und ohne Schale in Büchsen angestellt. In Tcl-Awiw ist von einer Butter- Eintuhrfirma ein Kühlhaus mit Eisfabrik errichtet worden; eine zweite gleichartige Gründung ist geplant. Der Präsident des Jüdischen Naiionalfonds, M. M. U ssisch k i n, hat einen Drive zur Verstärkung der jüdischen Kolonisation im H u I e - G c b i e t proklamiert. Konzert des Palästina-Orchesters Michael Taube brachte in seinem zweiten Konzert außer der Figaro-Ouvertüre und Dvoraks 5. Symphonie als Novität Alexander Wepriks Orchesterwerk: „Tänze und Lieder des Ghetto", op. 12, aus dem Jahre 1927. Wcprik ist — neben Alexander Krein, Darius Milhaud — vielleicht der begabteste Neuerer auf dem Gebiete der modernen jüdischen Musik. Seine Ausdruckssprache hat etwas ungewohnt Gradliniges, Trockenes, Unverschnörkeltes, Knappes. Das prägt sieh auch in seiner Vorliebe für die Verwendung von Holzbläsern und Schlagzeug, sowie für eine schlagzeugartige Benutzung des Pianoforte (als Solo-, aber auch als Orchesterins'.rument) aus. Weprik verwendet gern synagogale Motive (im „Kaddisch" und in der 2. Klaviersonate) sowie chassidische Nigunün (Tänze und Kinderstücke für Klavier, Lieder und Tänze des Ghetto, Suite für Violine, Totenliedcr für Bratsche und Klavier). Seine zwei jiddischen Lieder haben starke russische Anklänge — überhaupt hat er viel Russisches in Technik und Rhythmus, wie auch die eben hier gespielten „Lieder und Tänze des Ghetto" manche instrumentale Anklänge an den frühen Stravinsky hören lassen. Bei all dem ist Weprik aber durchaus selbständigen und originellen Stils. Taube gestaltete das Werk mit viel K'am'schönhcit, besonderes Lob verdient das Cello-Solo am Schluß — der Komponist Bad Trentschin-Teplitz erfüllt Ihre Sehnsucht nach Heilung, Erholung und Ausruhen Herrliche Karpathen-Landschaft Billige Pnuschalkuren gegen Rheuma, Gicht, Ischias Kostenlose Prospekte und Auskünfte - «uih Ober Reisekreditbriefe - durch Frau H. A rchenhold, Breslau, Kaiser-Wilhelm-Straße <Xt-<iH, Telefon: SI-300 hätte cs sich vielleicht noch etwas eckiger und — gleichzeitig — dynamischer gewünscht. Solist des Abends war der russisch-jüdische Komponist Benno M o i s c I w i t s c h, der Tschaikowskys B-Moll-Konzert mit feinsinniger Musikalität und Klangkultur, mit der erforderlichen romantischen Stilauffassung und mit dem selbstverständlichen bravourösen Rüstzeug erstehen ließ. Bei günstigerer Akustik und noch diskreterer orchestraler Farbgebung wäre sicher noch manches Blühende und Effektvolle des Werkes konzertanter zum Ausdruck gekommen. Alice Jacob-Loewenson Zweites Taube-Konzert in Rechowoth. Das zweite Konzert für Poalim unter Leitung von Michael Taube trug eine besondere Note durch das Auftreten des erst 19jährigen Geigers Lorand F e n y v e s, einem- Mitglied des Palästina- Orchesters. Fenyves spielte das Violinkonzert D-Dur von Paganini mit beseeltem Ton und vollendeter Technik, wobei besondere Beachtung die von dem Solisten selbst komponierte Kadenz, verdient. Es ist erfreulich, daß das Orchester aus seiner Mitte heraus hervorragende Solisten zu stellen sich bemüht, so daß man nicht immer auf auswärtige Künstler angewiesen ist. Das Violinkonzert wurde von der Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit" und der Symphonie „Aus der neuen Welt" von Dvorak umrahmt. Beide Werke hinterließen in der Interpretation Taubes einen entschieden ausgereifteren Eindruck als bei der ersten Aufführung, wobei auch diesmal das exakte Spiel der Blechbläser lobend erwähnt sei. Seew Eisner Konzerte. Alexander Bodanoff gab im Beth Hechaluzoth Jerusalem einen Abend mit Liedern von Schubert, Brahms, Wolff, Schumann und Mahler. Am Klavier: Adolf Daus. — Die Jerusalemer Altistin Anna Hirsch-Fellheimcr gab einen Abend mit Gesängen von Purcell, Händel, Brahms, Debussy und Wölpe. Am Klavier; Irma Schoenberg. — Der Pianist Moise witsch gab in Jerusalem ein Solokonzert mit Werken von Bach bis Poulenc. — In der Evelina de Rothschild Hall fand ein Konzert statt, das ausschließlich den Kompositionen jüdischer Musik Mosche Rappaports gewidmet war. Auf dem Programm standen ein Streichquartett für Cello, Violine und Gesang. Mitwirkende: Malca Torcz. yner, S, Weißfisch, Marcel Noe, Philipp Scharf, das Radio-Quartett (Scharf- Fraenkel-Mirkin-Stuchgen) sowie der Komponist. Die Eröffnungsrede hielt Prof. N. H. Torczyner. Ein Jahr Radio Jerusalem Wenn man die Programme der größeren europäischen Sender mit denjenigen des Jerusalemer Radios vergleicht, muß man feststellen, daß die europäische Welt zwar naturgemäß über einen ausgewählten Stab von Küns.iern internationalen Niveaus verfügt, daß ihre Programmgestaltung aber sehr häufig hinter der hiesigen zurückbleibt. Und das will viel heißen: das Jerusalemer Radio leidet an ständigem Mangel an ausreichendem Budget, Notenmaterial, zulänglichem Orchester sowie am Fehlen eines höchstqualifizierten Mitarbeiterstabs. Wenn cs dem Programmleiter Karl Salomen trotzdem gelungen ist, während eines Jahres — das noch dazu das erste, schwierigste war — eine erstaunliche Fülle interessanter, geschmackvoller, vielseitiger und unterhaltsamer Programme zu konstruieren, über technische, künstlerische, finanzielle und diplomatische Schwierigkeiten hinwegzukommen, so beweist das eine erhebliche Eignung für diese spezielle Aufgabe. Dabei wird Salomon einmal durch seine eigene vielseitige musikalische Begabung unterstützt — wir haben ihn wiederholt als Sänger, Begleiter, Dirigent und Bearbeiter hören können —, außerdem hat er aber eine treue und immer gut funktionierende Hilfe an seinen ständigen Mitarbeitern: dem Studioensemble Scharf, Frenke!, M i r k i n, S t u e b g e n, das sich beliebig zu einem kleinen Kammerorchester erweitern läßt (ständige Leitung: Hans Schlesinger), dem Begleiter Erich Sachs sowie dem Geiger Sascha Parties. Engel-Gedenkfeiern: Unter den mehr oder weniger gelungenen Engel-Feiern, die hier gelegentlich des zehnjährigen Todestages stattfinden, heben sich zwei Radioveranstaltungen rühmlich heraus: die Darstellung der „Dvbuk"- Stiite durch das Studio-Ensemble und M. Rowinas Vortrag über die Dvbuk-Musik. Letzterer enthielt eine beachtenswerte Analvse einiger Takte. Leider muß aber immer wieder betont werden, daß Joel Engel — so liebenswert er als Mensch und Pädagoge im Andenken seiner Freunde und Schüler hier im Lande fortlebt — kein bedeutender Komponist gewesen ist. Und darüber helfen auch die schönsten Reden, die besten Analysen und die talentiertesten Interpreten nicht hinweg. Bei aller Liebe und Gewöhnung darf man doch nicht darauf verzichten, gewisse Maßstäbe zu gebrauchen. Verdi na Schlonskys Gesänge, durchaus jüdischvolkstümlich, dabei nicht konventionell in Melodik und Begleitung, manchmal in den Proportionen nicht ganz getroffen, wurden von Sara Petschaft verständnisvoll interpretiert. Basia Plischuk (Violine) und Adolf Odnoposoff (Cello), zwei ausgezeichnete Mitglieder des Palästina-Orchesters, interpretierten Ravel und Bartok mit viel Stilgefühl, aber ohne bezwingende Kraft der Gliederung und Plastik. Friedrich Gernsheims 2. Cellosonate erfuhr durcM Daniel Hofm ekler eine saubere und klanglich schöne Wiedergabe, der es jedoch an kräftig zupackender Monumentalität fehlte. Immerhin bewies Hofmeklcrs Interpretation, daß dieses Werk geeignet ist, die recht ärmliche Celloliteratur wertvoll zu bereichern, wozu Erich Sachs' vorzügliche Begleitung das ihrige beitrug. Jakob Schoenbergs interessante „Horra für Klavier" wurde ebenfalls durch Erich Sachs aufs wirkungsvollste vorgetragen. Das Stück hat alle Vorzüge moderner Rhythmik und pianistischer Schreibweise. Hans Schlesinger dirigierte Michael Gncssins „Jüdische Hochzeit auf dem Ball des Bürgermeisters" (aus der Musik zu Gogols Revisor), ein sciir charakteristisch instrumentiertes, dafür aber um so unbekannteres Werk des bekannten russischjüdischen Komponisten. A. J.-L, Das Bezalel-Museum Nach mehr als einjähriger Schließung wurde dieser Tage das B e z a I e I - M u s c u in, in renovierten Räumen und beträchtlich erweitert, dem Publikumsbesuch wieder freigegeben. Das Museum, welches 100h von Professor Boris Schatz gegründet wurde, steht heute unter der Leitung seines Mitarbeiters M. Narkiß, der sieb, vor allem durch _ seine Forschungen über pa'avincn-i-ihe und jüdische Numismatik und Folklore einen Namen gemacht hat. Das Museum, in einem sehr hübschen Gebäude, nahe dem Stadtzentrum untergebracht, erstrebt gleichermaßen den Ausbau seiner Rüder- und Skulpturcnsimmlung, wie die Pflege seiner bedeutenden Abteilung für jüdisches Kunstgewerbe (vor allem Kultgeräfe). Unser hesoudeies Interesse erregt naturgemäß der Saal, der den zeitgenössischen palästinensischen Malern gewidmet ist. -- Reife Arbeiten von Rubin, Jakob Steinhardt, Mokadv, Frankel, Schmidt, Guttmann und Broustein, sowie einige charakteristiMlie Plastiken des überaus begabten Ben-Zwi gehen eine Auslese des knnstlemchen Schaffens im jungen Palastina. Die Abteilung für allgemeine (nicht nur palästinensische) Graphik enthält unter anderem Blatter von Rembrandt, Sarto, Rodin, Münch, Slevogt, Cormtli, Struck, Zorn, Chagall. Sdon dieses Herausgreifen einiger berühmter Namen aus der Fülle des vorhandenen Materials zeigt zweierlei: erstens, daß das Rczalcl-Museiim durchaus nicht als „Heimatmuseum" geplant ist, sondern große europäische Kunst vermitteln will, zweitens aber, daß es noch nicht gelungen ist, eine einheitliche Linie in die Sammlung zu bringen. Daraus ist der Leitung des Museums, kein Vorwurf zu machen, denn (wie alle palästinensischen Museen) ist das Bezalei-Museum ausschließlich auf Schenkungen angewiesen. Und Schenkungs- Sammlungen tragen meist den Stempel der Zufälligkeit. Die ücmäldcabtcilung, wesentlich kleiner als die Tcl-Awiwer Sammlung, enthält Werke von Israels, Liebermann, Lesser Urv, Kißling, Max Band, Jehudo Epstein, Salomon J. Salomon u. a. Die Plastik ist mit einigen ausgewählten Arbeiten von Antokolsky, Glicenstein, Jacob Epstein (um nur einige der bekanntesten Namen zu nennen) vertreten. Daß die Münzenabteilun g, die sehr alte und seltene Stücke enthält, besonders gepflegt ist, versteht sich bei einem so bewanderten Konservator wie Narkiß von selbst. Besonders reizvoll ist auch die Sammlung jüdischer Medaillen aller Länder und Epochen. Unter der K u 11 g e r ä t e - S a in m 1 u n g sind besonders zwei Räume, die aussch'ießlich Chanukkah-Leuchter enthalten, hervorzuheben. Unter anderem findet sich hier der älteste Metali-Leuchter des jüdischen Kultes, sowie die Menorah des Rabbi Israel Baal-Schein. Eine wesentliche Bereicherung erfuhr das Museum durch die Leihgabe des Munrhener Sammlers Dr. Heinrich Feucht wanger (jetzt Jerusalem), der seine bedeutende Kultger.itc-Sammlung dem Museum zur Verfügung stellte. S c h a 1 o m B e n - C h o r i n Presseschau Ein arabischer Verständigungsvorschlag Im „H a a r e z" berichtet S. G o t t I i c b, der eine Reise durch die arabischen Lander unternommen hat, über eine Aussprache mit dem Führer der nationalen Moslems des Libanon, Muhamad al Salam und anderen Mitgliedern des Moslemischen Komitees in Beirut. Zur Palastina-Fiagc habe Salam erklärt, er sei sicher, daß es einen Weg der Verständigung z w i s ehcn Juden und Arabern gebe. So ließe sich z. B. über die einmal in Vorsehlag gebrachte Lösung sprechen, daß als Vorbedingung für eine jüdische Majorität in Palästina die Einbeziehung Palästinas in eine arabische Föderation garantiert wird. Die Frage der jüdischen Einwanderung müsse zwischen Juden und Arabern, ohne Einmischen Dritter, auf freundschaftlichem Wege gelöst werden. Die Fehler der Vergangenheit ließen sich noch gutmachen. Die Juden konnten den arabischen Ländern in vielem behilflich sein: als Gegenleistungwurden die Araber auf ihre Volksgenossen in Palästina dahin einwirken, daß sie ihre Einstellung zu den Juden ändern. Gastvorlesung an der Hebräischen Universität. Am 29. März 1037 las an der Hebräischen Universität in Jerusalem als Gast Prof. Dr. Samuel K r a u ß, der derzeitige Rektor des Isr. Theologischen Seminars in Wien. Das Thema der Gastvorlesung lautete: „Ein Kapitel aus der Geschichte der Herrschaft Roms in Erez Israel". Der Redner behandelte vor einem erlesenen und nicht kleinen Publikum eine Inschrift des Kaisers Diokletian in Tyros nach sprachlichen, historischen und rcligionsgcschichtlichcn Gesichtspunkten und verstand es, sie in den Rahmen der allgemeinen römischen Hcrrschaftsgeschichte einzurahmen. Einleitende und Schlußworte sprach Prof.!. N. Epstein. Am Abend desselben Tages sprach Prof. Krauß bei der „Gesellschaft zur Erforschung Erez Israels und seiner Altertümer" über das Thema „Erez Israel im Leben und in den Werken des Maimonides''. Spenden an die Jerusalemer Autographen- und Porträtsammlung sind unmittelbar an die Jewish National and Univcrsity Library, Jerusalem, P. O. B. 1047, oder an die Zentralsammclstelle der Jüdischen National- und Universitäts-Bibliothek, Berlin W15, Meinekcstr. 10, zu richten. (Schluß des Palästina-Teils) Linoleum für Treppen. Litten, Zimmer und Küchen Anschläge kostenlos ia Refer. / Gegr. 189t Großes Lager in Cocos-, Boucle» u. Velourllufem Fritz Stoehr Memhardstr. 18 frühere MDnzatr. 17 Ruf: 51 12 86-07 1

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