Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 29 (13.4.1937)
- Date
- 1937-04-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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- Tiberias 4× ep/1048138
- Haifa 2× ep/1047930
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 29, 13. APRIL 1937 Spiegel der Ereignisse Der Fall „Assis" Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 4. April 1937 Stagnation und Industriekrise Wir haben vor einiger Zeit im Zusammenhang mit einer Uebersicht über die Wirtschaftslage im Lande bei Abschluß des Jahres 1936 kurz über die Situation der Industrie berichtet. Diese hatte in den Jahren der Prosperität einen starken Aufschwung genommen. Der Prozeß der Industrialisierung Palästinas, eines bis vor kaum anderthalb Jahrzehnten noch völlig agrarischen Landes, der mit der verstärkten jüdischen Einwanderung der Jahre 1025,1926 begann, hat in der Krise, die dieser ersten Aufschwungswelle folgte, einen starken Rückschlag erlitten. Eine ganze Reihe von jungen Unternehmungen, die insbesondere von Juden aus Polen damals gegründet worden waren, hielt der Senkung der Konjunkturkurve nicht stand und mußte entweder umorganisiert oder neu kapitalisiert werden. Es zeigte sich in dieser Zeit nach 1925 bereits eine Erscheinung, die wir jetzt sich wiederholen sehen: Gründer von Industrien waren entweder mit zu geringen Mitteln an ihre Aufgabe herangegangen, oder sie hatten die Arbeitsmöglichkeiten für den Moment überschätzt, oder sie hatten nicht die nötigen Kenntnisse des Faches und der Leitung. Die Folge war, daß die Unternehmungen bei abnehmender Einwanderung und verengtem Markte in Schwierigkeiten gerieten. In der Reorganisationsperiode, die später folgte und die ungleich steilere Konjunktur am Anfang der dreißiger Jahre vorbereitete, kamen dann viele der gefährdeten Betriebe, und zwar besonders die größeren, wieder auf die Beine. Die Gründer und Kapitalgeber hatten an dem ersten Versuch in der Regel Geld verloren, der zweite oder dritte Besitzer oder Unternehmer hatte jedoch dann bereits die Möglichkeit, aus den Fehlem der Vergangenheit zu lernen, und er hatte außerdem einen billigeren Start als seine Vorgänger. So war die Krise von 1926/1927 auf dem Gebiete der Industrie zugleich ein wirtschaftlicher R e i n i g tm g s p r o i. c ß, der zwar viele Einzelne schwer betraf, insgesamt aber die Grundlage für die Expansion der nächsten Nlütcpcriode legte. Der neue Aufschwung, der zur Prägung des Begriffs von dem „palästinensischen Wirtschaftswunder" führte, war bekanntlich von für palästinensische Verhältnisse ungewöhnlichem Ausmaß, und er brachte neben der Plantagcinvirtschaft insbesondere erhebliche Investitionen auf industriellem Gebiet. Haifa, wo sich schon in der ersten Zeit die wenigen größeren Industrien des Landes konzentriert hatten, sah ein ganz neues Industrieviertel in der Bay erwachsen. Tel-Awiw und seine nähere und weitere Umgebung folgte nach. Sowohl die Zahl der hergestellten Artikel als auch ihr Wert und ihre Massen wuchsen rasch an. Das industrielle Gründlingsfieber hielt an, solange der Kapitalimport und die Einwanderung anhielten. Und die sich mehrende Kaufkraft nährte fast alle neuen Unternehmungen bei Beginn der Produktion in befriedigender Weise. Ein erster Rückschlag kam bei der „A b c s s i n i e n k r i s e" vor bald anderthalb Jahren. Er zeigte sich als erträglich, wurde aber bald danach von der langen Belastung der Unruhen gefolgt. Einengung des Kapitalimports, Sinken der Einwanderung, empfindliche Verminderung der Kaufkraft wirkten zusammen, um die Industrie zugleich mit den anderen Wirtschaftszweigen auf eine lange Probe zu stellen. Diese Probe war besonders hart, weil die neuen Betriebe nicht nur mit den eben genannten Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, sondern sich überdies in der Zeit ihrer Kinderkrankheiten befanden. Die Fehler, von denen wir im Zusammenhang mit den ersten Industrialisierungsversuchen in den Jahren 1925 1026 gesprochen haben, wiederholten sich von neuem. Ungenügende Kapitalisierung, ungenügende Fachkenntnisse, Uebcrschätzung der für die nächste Zeit gegebenen Absatzmöglichkeiten zeigten sich bei einer ganzen Reihe — natürlich nicht bei allen — neuen Unternehmungen. (Daß auch Faktoren der Weltwirtschaft eine Rolle spielten, versteht sich von selbst.) Es ist oft darauf hingewiesen worden, daß die neuen palästinensischen Betriebe längere Zeit hindurch eine beachtliche Widerstandskraft zeigten, der noch gewisse Stützungsaktionen von selten der nationalen Institute und der Banken zu Hilfe kamen. Dennoch haben in der letzten Zeit mehrere Fabriken ihre Arbeit einstellen müssen und werden sie nur mit Hilfe von neuen Kapitalien und bei Umorganisierung des Betriebes wieder aufnehmen können. Der Fall „Assis" Unter den Unternehmungen, die im Laufe der letzten zwei Jahre in Schwierigkeilen waren, ist auch die Fabrik „Assis" in Ramath-Gan bei Tel-Awiw, die Obstsäfte und Gemüse- und Obstkonserven herstellt. Es ist eines der bekanntesten Unternehmungen im Lande, dessen Produkte überall zu finden sind. Unter den E i n w anderem aus Deutschland ist es rasch besonders bekanntgeworden, weil es an Transferenteu Aktien ausgab und die meisten in den letzten Jahren investierten Gelder aus dieser Quelle stammten. Die Schwierigkeiten, in denen sich der Betrieb befindet, beruhen auf verschiedenen Gründen. Die allgemeine Wirtschaftslage hat auch hier ihre Rolle gespielt. Daneben scheinen jedoch mangelnde Leitung, zu teure Kapitalbeschaffung, Fehler in der Produktion mitgewirkt zu haben. Man hat sich in der letzten Zeit von verschiedenen Seiten bemüht, dem gefährdeten Unternehmen zu Hilfe zu kommen. Jedoch scheint es nicht mehr zu vermeiden zu sein, daß erhebliche Kapitalien, die in den Betrieb investiert sind, verloren gehen. Nur bei einer Reorganisierung der Fabrik, die vermutlich mit einem Uebergang in neue Hände verbunden ist, wird sich die Fortführung des Unternehmens ermöglichen lassen. Die Betroffenen Nach Angaben, die in einer Versammlung der Aktionäre von „Assis", die vor einigen Tagen in Tel- Awiw stattfand, gemacht wurden, sind in die Fabrik Werte von rund 61000 Pfund hineingesteckt worden. Davon sind 15 000 Pfund gesicherte Forderungen, die in den Händen von Banken liegen, 15 000 Pfund ungesicherte Forderungen und 31 000 Pfund Aktien. Persönlichkeiten, die den Betrieb genau kennen, schätzen das eingebüßte Kapital auf zirka ein Drittel Politik und Terror Im Stadtgarten von N a z a r e t h wurde ein Araber aus Damaskus von einem anderen Araber erschossen. Ibrahim Yussef, arabischer Rechtsanwalt und Mitglied der Stadtverwaltung von Tiberias, wurde erschossen, als er in einem Dorfe bei Safed der Hochzeit seiner Schwester beiwohnte. Wie berichtet wird, ist es der Polizei gelungen, eine etwa 100 Mitglieder zählende arabische Terroristen- Gesellschaft auszuheben und in den Besitz von Mitgliederlisten und Dokumenten zu gelangen, die auf Verbindungen mit Kommunisten hinweisen. Mehrere Personen wurden verhaftet. Mr. Andrew s, der neuernannfe Sonderkoinmissar für Sicherheit im Norden, berief die Dorfältesten aus dem Kreise Tiberias zu sich und warnte sie, daß sie verantwortlich gemacht würden für sämtlichen Schaden, der in Getreidefeldern in jüdischen Dörfern der Gegend angerichtet werde. Ein arabischer Geheimpolizist ist in Akko auf der SfraHc angeschossen und schwer verwundet worden. Sechs Araber wurden in Haft genommen. Fünf Araber wurden beim Verlassen der Omar-Moschee von einem Beduinen überfallen, der Schüsse auf sie abgab. Einer der Araber wurde leicht verletzt; die übrigen vier, von denen zwei Streikführer aus Dörfern in der Umgegend von Jerusalem sind, erlitten schwere Verletzungen. Man nimmt an, daß der Ueberfall aus politischen Motiven erfolgte. Im Laufe der Nacht kam es bei Jawniel zu einem Kugelwechsel zwischen Arabern und jüdischen Hilfspolizisten. Getroffen wurde niemand. Pinchas Kaplan, ein Werkleiter beim Departement für Öffentliche Arbeiten, wurde auf der Akko—Saf cd-Chaussee von Arabern mit Steinen und anderen Gegenständen bombardiert und schwer verletzt. Er wurde nach dem Hadassnl'-Krankenhaus in Ilaifa gebracht. Der Gouverneur von Jerusalem hat eine Reihe von Maßnahmen zur Sicherung der öffentlichen Ruhe und Ordnung anläßlich des Nebi M u s a - F e s t e s, das auf den 22. April fällt, getroffen. Neun Führer der radikal-nationalistischen arabischen Jugend (Schabab) in Jerusalem, Hebron und Bethlehem haben eine Kaution von je 25 Pfund hinterlegen müssen. Es wurde ihnen verboten, ihren Wohnort ohne besondere polizeiliche Erlaubnis zu verlassen; sie haben sich täglich bei der Polizei zu melden. Die Palästina-Regierung hat der wiederholten Forderung der Jcwish Agency, daß die Gehälter der jüdischen Hilfspolizisten von der Regierung gezahlt werden sollen, stattgeben. Bisher trug sie nur die Hälfte der Gehälter, während die andere Hälfte von den Siedlungen oder den jüdischen nationalen Körperschaften aufgebracht werden mußte. Die Regierung hat der Siedlung Mizpah £ 300 für den Ankauf von Vieh bewilligt, das die vor einigen Wochen geraubte Herde ersetzen soll. Die Jcwish Agency und die Pica haben ebenfalls Beträge für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Wirtschaft Die arabische Tageszeitung „Feiestin" teilt mit, daß von der Palästinaregierung eine Anleihe von 2i'.> Millionen Pfund zur Durchführung öffentlicher Arbeiten aufgenommen werden soll. Es sollen hauptsächlich Straßenbauten durchgeführt und verschiedene militärische Objekte errichtet werden. Die erste Rate der Anleihe soll die Regierung schon im Oktober erhalten. Im Laufe der jetzt zu Ende gehenden Zitrussaison sind bis zum 30. März fast 10 Millionen Kisten Zitrusfrüchte ausgeführt worden, um fast vier Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Die Gesamtsumme umfaßt 8 610 000 Kisten Orangen, 1 139 000 Kisten Grapefruit und 59 000 Kisten andere Zitrusfrüchte. In dem neuen Hafen Tel-Awiw sind 28-1000 Kisten verladen worden, in Haifa über 6 Millionen. Da die Orangericrnte nunmehr abgeschlossen ist, hat die Histadruth einen Aufruf a n d i e s t ä d t i s c Ii e n A r - beiter, die bisher in den Pflanzungen beschäftigt waren, gerichtet, in dem sie aufgefordert werden, in die Siedlungen des Emek Jesreei und Galiläas zu gehen, um bei den landwirtschaftlichen Arbeiten und beim Wachtdienst mitzuhelfen. Die wirtschaftliche Depression in Jaffa ist ersichtlich aus dem enormen Preissturz auf dein Immohilienniarkt; die Häuserpreise sind verschiedentlich auf ein Drittel gefallen, während die Bodenpreise auf die Hälfte gesunken s-"t. des investierten. Wie dem auch sei, ist es nach den bisherigen Erfahrungen in der palästinensischen Industrie wahrscheinlich, daß sich ein Käufer für das Unternehmen finden, dieses also fortgeführt und dann auf eine rentable Basis gestellt wird. Jedoch besteht nicht nur das Problem der Fabrik, sondern das der Aktionär e, die jetzt vor der Gefahr stehen, daß ihr Geld verloren ist. Es handelt sich dabei nicht um Menschen mit großen Mittein, die einen Verlust verschmerzen können, sondern um Angehörige des Mittelstandes, in der Hauptsache aus Deutschland, die auf ihre Investition angewiesen sind und für die der Zusammenbruch der Fabrik und der damit verbundene Verlust von Kapital einen schweren Schlag bedeutet. Die Aktionäre bemühen sich, ein Arrangement zu erreichen, um wenigstens einen Teil ihres Kapitals damit zu retten. Sie versuchen dabei das Interesse der Öffentlichkeit und die Unterstützung der nationalen Institutionen zu gewinnen. Der Aktionärversammlung, in der auch die Presse vertreten war, lag bereits ein Brief der J e w i s b Agency vor, in dem sich diese zusammen mit der „Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden" und der Leilung der „Haavarah" (die Aktionäre sind, wie gesagt, hauptsächlich Transferenten) bereit erklärt, die Ansprüche der Betroffenen zu stützen und ihnen einen Anwalt für die Wahrung ihrer Interessen zur Verfügung zu stellen. Ebenso wurde in dieser Versammlung bekanntgegeben, daß die Banken, die Inhaber der gesicherten Forderungen sind, sich verpflichten, keine Schritte zu unternehmen, ohne sich mit einem zu wählenden Vertrauensmann der Aktionäre in Verbindung zu setzen. Wenn also die Aktionäre selbst, von der Ocffentlichkeit und der Leitung des Jischuw unterstützt, Die Norwegische Mittelinccrlinie hat beschlossen, einen direkten Schiffsverkehr Saloniki — Tel-Awiw einzurichten. Im Laufe des Monats März liefen 30 Schiffe den Tel« Awiwer Hafen an, während 12 500 Tonnen Waren gelöscht bzw. verladen wurden. i Der Waad l.eumi hat die amtliche Mitteilung erhalten, daß die Regierung deinnaclt*t eine Quarantäne-Station in Tel-Awiw einrichten -wird. Bisher bestand eine solche Station nur in Jaffa. Dies ist eine Vorbereitung für die Ocffnung des Hafens von Tel-Awiw, der bisher nur dem Fracht-, verkehr diente, auch für den Passag-ier verkehr. Verschiedenes Die Mitglieder der Exekutive der Jcwish Agency Elieser Kaplan und Dr. Werner Senator sind nach Palästina zurückgekehrt. Der Waad Lcumi hat beschlossen, eine Tagung der Assefath ilaniwcharim für Mai einzuberufen, um die sich aus dem Bericht der Kgl., Kommis>ion ergebende politische Lage zu erwägen. Die w'aliicn zur Assefath Hsniwcharim, die demnächst stattfinden sollten, sind vorläufig aufgeschoben worden. In Tel-Awiw fand ein Fiimfan-; ztr Uhren der neu ernannten Konsuln für Polen in Jerusalem und Tel-Awiw statt. VcrtreU-r der |e\vish Agencv, der Tei-Awiwer Stadtverwaltung sowie anderer indischer Körperschaften begrüßten die hhrenjä^te. Generalkonsul H u I a nick v drückte in seiner Antwortnote seinen Ahseheu vor Gewalttaten in Palästina und vor antijüdischen Ausschreitungen in Polen aus; er erklärte, daß Polen an einem Ueberschuß avi Bevölkerung leide, und da II Palästina in der Lage sei, eine große Anzahl von Einwanderern aus Polen aufzunehmen. Für die Piloten und Passagiere der neu eröffneten Fluglinie P o i c n--P a I ä s t i n a wurde in Tel-Awiw ein Empfang veranstaltet, au dem der polnische GeneraU konsul lltilanicki, Vertreter der Jcwish Agency. der Stadtgemeinde von Tel-Awiw und der Tel-Awiwcr Banken teilnahmen. Bürgermeister Israel Rokach hielt an die Gäste eine Ansprache und forderte sie auf, dafür zu wirken, daß Polen die Offenhaltung der Tore Palästinas für jüdische Einwändening unterstütze. Der Generaldirektor der Anglo-Palestipe Bank, S. Iloofien, trat für stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden I andern ein.! Am 20. April verlaßt der frühere Gouverneur des Jerusalemer Distrikts, C a m p b e I 1, Palastina. Er wird sich mit seiner Familie in der Schweiz niederlassen, wo er ein Landgut erworben hat. Der T e I - A w i w e r Stadtrat hat von der Regierung die Mitteilung erhalten, daß diese C 5 000 für die Anpflanzung eines nach Dizengoff benannten Stadtparkes (Gan Mcir) in Tel-Awiw bewilligt bat. Der High Commissioner hat dem S c h .. a r e - Z e d e \i Krankenhaus in Jerusalem, das er vorige Woche besichtigte, einen Beitrag von £ 70 zukommen lassen. Der Keren Kajerneth Lejisrael erhielt den Betrag von £ 13 000, der ihm von einem Juden in Europa vermacht wurde. In Jerusalem fand die zweite Konferenz der Mikrobiologischen Vereinigung Palästinas in Anwesenheit von etwa 50 Mitgliedern aus jerusaktn, Rechowoth, Tel- Awiw und Haifa statt. Den Vorsitz führte Universitätsprofessor L. J. Kligler. Die Archäologische Expedition des Orientalischen Instituts von Ohikago hat in Meggido ein Palais, das im 15. Jahrhundert v. Chr. von Aegyptern erbaut wurde, aufgefunden. Drei Räume enthielten noch geschnitzte Elfenbein- Schnallen, Goldgescbirr, Juwelen und Parfuinkrügc. Die Palästina-Regierung hat der Automobile Club and Touring Association <>f Palestiue die Ermächtigung zur Ausgabe von internationalen Zertifikaten für Kraftfahrzeuge, internationalen I uhrerseheincii und internationalen Fiskalerlaubnissen erteilt. Elieser Leonhard S k 1 a r z, ein Siedler aus Beth Alpha, hat die Medaille „Order ot the British Smpire" erhalten. In Haifa wurde unter dun Namen Chowcwc Hatissa ein Verband für Flugsport gegründet. Linter großen Schwierigkeiten ist in Mekka eine Radio- Station errichtet, so daß die Gebete des Islam jetzt per Rundfunk in die mohammedanische Welt gesandt werden. Da Niehtmohammedaueru der Zutritt nach Mekka verboten ist, wurden vier Mohammedaner eigens zur Ausbildung nach London geschickt, um den Sender bauen zu kennen. weiter mit allem Nachdruck ihre Interessen verfechten, so ist vielleicht doch noch ein Arrangement zu erreichen, bei dem ein Teil der gefährdeten Kapitalien zu retten ist. Geschäft, Propaganda und Zionismus Soviel über die finanzielle Seite der Angelegenheit. Der Fall „Assis" hat jedoch noch einen anderen Aspekt, der von prinzipieller Bedeutung ist, nicht mir die Betroffenen angeht, und einmal in aller Klarheit aufgerollt werden muß. Es handelt sich einerseits um die G e s c h ä f t s r.i o r a I, andererseits um eine geradezu unerträglich gewordene Verfilz u n g von materiellen Interesse n, z i o n i s t isehen S c h I a g w o r t c n u n d Propagand a. Es wird von vielen Aktionären die Beschuldigung ausgesprochen, daß man sie von Seiten der Leitung des Unternehmens lange Zeit über den wahren Stand mit Absicht im unklaren gehalten bat. Insoweit diese Anklagen stimmen und beweisbar sind, werden sie Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung sein müssen, die jetzt vorbereitet wird. Wir haben uns also vorlaufig hier nicht damit zu beschäftigen. Etwas anderes ist es schon, wenn sich die Aktionäre darüber beschweren, daß ihnen Bankiers im Lande — es handelt sich in diesem Falle um Einwanderer aus Deutschland — Aktien zu einer Zeit angepriesen hätten, wo sie bereits über den prekären Stand der Fabrik g e n a u unterrichtet waren. Hier handelt es sich um Geschäftsmethoden, die nicht Angelegenneit des Gerichtes, sondern der öffentlichen Meinung sind, und gegen die unerbittlich Front gemacht werden muß. Viel schlimmer jedoch ist es, daß alle diese Versuche, wie überhaupt alles, was in Palästina geschieht, ohne Unterschied