Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 28 (9.4.1937)
- Date
- 1937-04-09
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 28, 9. IV. 1937 eine langfristige billigere konvertieren und außerdem die Mittel erhalten, um bestimmte Wirtschaftszweige weiter auszubauen. Rentabilitätsfragen im Zusammenhang mit der Finanzierung der Wirtschaften, der Bildung eines bestimmten EigenkapitaTs und der Bereit- Stellung entsprechender lietriebskredite erhebt sich die Frage nach der Entwicklung der Wirtschaften zur Rentabilität. Wie gesagt, sind in den letzten Jahren in der gemischten Landwirtschaft wichtige Aenderungen vor sich gegangen. Die Mechanisierung der Wirtschaften, also der Ersatz von Handarbeit durch Maschinen, ist fortgeschritten, zuerst auf dem Gebiete des Getreidebaus, der heute fast durchweg mit dem Mähdrescher (Combine) betriehen wird, dann auch in den anderen Zweigen. Es gibt eine Diskussion im Lande darüber, ob man das Tempo der Mechanisierung nicht übertrieben, nicht zu rasch und zu teure Maschinen angeschafft hat. Es liegen noch nicht alle Unterlagen vor, um diese Frage zu entscheiden. Jedenfalls hat die Mechanisierung die finanziellen Kräfte der Wirtschaften stark in Anspruch genommen. Weitere große Investitionen verschlang der notwendige Häuserbau und die Vervollkommnung des Inventars. Jedoch, werden mit dem Ausbau der Methoden und der Ansammlung von Erfahrungen diese Investitionen billicr und auch der Prozentsatz der produktiven Arbeitstage in en Wirtschaften steigt. Diese beiden Tendenzen, die Ersparnisse in Investitionen und die Vergrößerung der Zahl der Arbeitstage, die der Produktion (im Gegensatz' zu denen, die dem Verbrauch gewidmet sind), lassen auf eine weitere Stabilisierung der Betriebe hoffen. Andererseits sind die Lasten, die von den Wirtschatten getragen werden, außerordentlich groß, vielleicht so groß, wie sie sonst kaum eine Landwirtschaft auf der Welt hat. Kindereniehung, Gesundheitsfürsorge, Steuern verschlingen riesige Summen. Der Wachdienst hat im letzten Jahre einen neuen und keineswegs leichten Budgetposten geschaffen. Auch bei noch so guter LntwicUuug werden die Wirtschaften auf die Dauer alle diese Lasten nicht seihst tragen können. Welcher Bauer in entwickelten Ländern null! die schule dir seine Kinder, den Arzt und noch dazu seine Wache selbst bezahlen? Die jüdi«che gemischte Laii<lvviriM-haft kann als durchaus rentabel betrachtet werden, wenn hie einen europäischen Lebensstandard abwirft, wie u einigermaßen entwickelten Ländern entspricht, ohne jedoch noch' Aufgaben erfüllen zu müssen, die normalerweise der R e gier n rt g zufallen, l iier haben wir es mit einer Fra^re zu tun, die auch für den gesainten lischuw gilt, aber sich iialm■gemäfi auf dem Lande noch stärker beir.til.har macht. Ts v, ird eine 7eit kommen müssen, wo man für die Deckung der Sanifats- und Lrziehnngskosten neue Quellen (am nächsten ließt natürlich die K'egicnmg) findet. Die Entwicklung in den gemischten Wirtschaften stellt heute neue tragen, ihre Lösimg erfordert umfassende Untersuchungen der bestehenden und geplanten Produktiorismethodeii, der Absatzmöglichkeiten, der inneren Organisation in den Betrieben. Für diese Untersuchungen werden jetzt auch von der landwirtschaftlichen Arbeiterorganisation Vorarbeiten getroffen. Es ergibt sich schon jetzt, daß auch die gemischte Landwirtschaft," besonders da ihre Produkte sich dauernd verwehren, aufs engste mit dem Schicksal der gesamten Oekonoirtuie im Laude verknüpft ist und daß zu ihre- Regulierung nicht nur sie selbst, sondern alle anderen Wirtschaftsgebiete zu erforschen und zu beobachten sind. Die Araberführer bei Wauchope Das Oberste Arabische Komitee stellt in Abrede, daß anläßlich der Besprechung der Araberführer mit dem High Commissioner (vgl. „j.R." Nr. 27, S. 1) die Fragen des Gesetzgebenden Rates und der Entsendung einer arabischen Vertretung zur Krönung zur Sprache gebracht worden seien. Gegenstand der Besprechung hätten nur die Fragen der Aufrechterhaltung der Ordnung anläßlich des Nebi Musa-Fcstes, des Jaffaer Hafens und der Sicherheit gebildet, (i'alcor) In der in der vorigen Nummer der „Jüdischen Rundschau" auf der ersten Seife abgedruckten Notiz. „Araberführer bei Wauchope" war offenbar ein durch die Telegramm-Uebermitthing entstandener Fehler enthalten. Es muß dort bei der Aufzahlung der Araberführer (statt: „Auni Naschaschibi") heißen: Der Mufti von Jerusalem, Auni (Abdul Hadi) und Naschaschibi (Ragheb Bev). Der Te! -Awiwer Hafen Hie arabische Prct.sc berichtet, dal! der High Commissioner den arabischen Fuhrern anläßlich der ihnen am 1. April gewahrten Audienz erklärt hat, daß die Regierung nicht die Absicht liege, die Bauarbeiten im T e 1 - A w i w e r 11 a t e u e i n s t e 1 I e u zu lassen; eine Vergrößerung des Hafens von Jaffa oder die Schaffung eines gemeinsamen Hafens Sur Jaffa und Tel-Awiw komme nicht in Betracht. Delegation gemäßigter Araber? Die arabische Vcrteidigungspartei des früheren Bürgermeisters von Jerusalem, Ragheb Bev Naschaschibi, hat eine Konferenz abgehalten, bei der über die Möglichkeit der Entsendung einer Del e g atio n nach London gesprochen wurde, che die Meinung des g e in ä (! i g t e n Teils der arabischen Bevölkerung zum Ausdruck bringen soll. Die endgültige Entscheidung über diese Frage wurde vertagt. Wauchope in jüdischen Siedlungen Die Siedler von ,V\ i z p a h unterbreiteten dem High Commissioner, der die Siedlnng besuchte, eine Forderung nach Entschädigung für die gestohlene Viehherde. Sir Arthur Wauchope stellte ihnen Regierungshilfe in Aussicht, fügte jedoch hinzu, da II die -Siedler sich auch an die jüdischen Institutionen wenden müssen. Sodann besuchte der High Commissioner Sedsc Itera, wo ihm die Siedler mit Brot und Salz entgegenkamen. Es wurde darauf hingewiesen, daß der während" der Unruhen erlittene Schaden 2000 Dunam Waldungen und läoo Dunam Oliven und Mandelbäume einschließe. Die Siedler verlangten Entschädigung, eine Verstärkung der Polizei und den Bau einer Chaussee nach Kfar Tabor. Sir Arthur Wauchope besuchte ferner Kfar Tabor. Die Gerüchte um Lord Lloyd ,.Manchester Guardian" befaßt sich mit den in Palästina anläßlich des Aufenthaltes Lord Lloyds entstandenen Gerüchten und erklärt, die Annahme, daß Lord Lloyd das Amt eines H i g h Commissioner für Palästina übernehmen soll, scheine unbegründet zu sein. Der Berichterstatter des „Manchester Guardian" fügt hinzu, daß in jüdischen Kreisen diese Gerüchte nicht ernst genommen werden. Spiegel der Ereignisse Auf das Haus des arabischen Bürgermeisters von S a f c d wurde eine Bombe geschleudert, welche jedoch nicht zur Explosion kam. Zwei Araber wurden verhaftet. Zwei jüdische Krankenschwestern, die skh in Schwesterntracht zu ihrer Arbeit in das Jerusalemer Stadtviertel Jemin Mosche begaben, sind auf dem Wege von Arabern mit Steinen beworfen worden. Eine von innen wurde lekht verletzt. Zwei Araber hielten einen jüdischen Arbeifer in der Nähe von Rischon-le-Zion an, bedrohten ihn mit Revolvern und beraubten ihn seiner Brieftasche. High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat in einer Beratung mit dem Chefsekretär der Palästinaregierung, John Hathorn Hall, und mit den Leitern der Polizei die Sicherhritsverhältnisse in Palästina erörtert. Meldungen der arabischen Zeitungen zufolge soll bei diesen Beratungen ein Bericht an das Colonial Office ausgearbeitet worden sein. Wie die Tageszeitung „Hahoker" meldet, sollen die transjordanischen Streitkräfte durch eine demnächst zu mobilisierende Reserve verstärkt werden. Die zusätzlichen Truppen sollen hauptsächlich die Aufgabe haben, die Erdölleitimg auf transjordanischem Gebiet zu bewachen. Auch die arabische Legion in Transjordanien soll durch weitere 400 Mann verstärkt werden. Auf Grund der Palestine (Defence) Order in Council 1937 hat der High Commissioner eine Verordnung erlassen, durch die die Distriktskommissare oder ihre Stellvertreter ermächtigt werden, Polizeiabteilungen in Gebiete zu senden, deren Einwohner die Unterstützung der Polizei oder der Behörden bei der Unterdrückung von Unruhen verweigert haben. Diesen Polizeiabteilungen sind von der Bevölkerung Unterkünfte und Verpflegung zur Verfügung zu stellen. Anläßlich der Aufstellung eines neuen Grenzkorps von 1500 Polizisten durch die Palästina-Regierung fand im Jerusalemer Klub Menora eine Besprechung ehemaliger Angehöriger der Jüdischen Legion statt. An den Beratungen nahmen auch Vertreter der Jewish Agencv und der Vorsitzende des Waad Leumi. Jizchak Ben Z w i, teil, der die ehemaligen Legionäre über die Organisation und Aufgaben des neuen Grenzkorps unterrichtete. Der High Commissioner hat einen Araber, der wegen Schießens auf Militär zum Tode verurteilt worden war, begnadigt. Die Todesstrafe ist in lebenslängliche Kerkerstrafe umgewandelt worden. Zwei arabische Räuber, die im November den Markt in Sarafend terrorisiert haben, sind in Haifa zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Es verlautet, daß die Araber sich entschlossen haben, den Boykott der K r ö n n n g s f e i e r 1 ic h k e i f e n in London fallen zu lassen. * Von nationalistischen Kreisen wird die Regierung des Irak aufgefordert, eine Abordnung nach London zu entsenden, die dort die Sache der palästinensischen Araber tatkräftig unterstützen soll. Es wird dabei darauf hingewiesen, daß es ausschließlich auf die Intervention des Ministerpräsidenten vom Irak, Said Hikmat Suleiman, zurückzuführen gewesen sei, daß die gegen sechs palästinensische Araber verhängte Todesstrafe vor kurzem in eine Zuchthausstrafe umgewandelt wurde. Aus Anlaß der Neuregelung der staatsrechtlichen Verhältnisse zwischen Frankreich und Syrien wird in Syrien eine Amnestie für politische Verbrechen gewährt werden. Wie die arabische Zeitung „El Islamia" mitteilt, wird diese Amnestie nicht dem aus Syrien verbannten Terroristen Fauzi Bey el Kaukji zugute kommen. Vor einigen Tagen ist in Tel-Awiw die erste Nummer einer Wochenschrift in arabischer Sprache „Hakikah-e! Amr" (Die Wahrheit der Sache) erschienen, die von der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation herausgegeben wird, und zwar an jedem Wochenende als eine Beilage zu der Abendausgabe „Omer". Bei der Ausschreibung des Wettbewerbes um den Baukontrakt für die Ausführung der Bauten am neuen Flug« platz in Ludd hat die Regierung zum erstenmal eine Bedingung gestellt, die als Boykott jüdischer Arbeit aufgefaßt werden muß. Die Bewerber müssen sich verpflichten, daß bei der Ausführung des Kontraktes, dessen Wert £50000 beträgt, zu hundert Prozent arabische Arbeit beschäftigt werden wird, auch wenn ein Mangel an geübten arabischen Arbeitern bestehen sollte. Die Regierung ist nötigenfalls bereit, den Fertigstellungs-Termin zu verlängern, Auf dem Skopus-Berg soll ein R a d i o - S e n d e r errichtet werden, der vermutlich militärischen Zwecken dienen wird. Wie das offizielle Organ der österreichischen Vaterländischen Front mitteilt, ist auf dem Boden des österreichischen Hospizes in Nazareth ein 6000 Bäume umfassender Wald zum Andenken an den Kanzler D o 11 f u ß gepflanzt worden. Ein Teil der Bäume wurde von der Baumschule der Regierung zur Verfügung gestellt. Anläßlich der Einweihung des Waldes wurden an einer Dollfuß- Eiche Tafeln mit dem österreichischen Krukenkreuz angebracht. An der Feier nahmen außer dem österreichischen Generalkonsul Jords auch in Palästina ansässige österreichische Juden teil. Die Konferenz des palästinensischen Mis« rachi in Tel-Awiw beschloß trotz heftiger Opposition seitens des Rechisflügels, keine andere Arbeiterorganisation als den bereits bestehenden Hapoel Hamisrachi anzuerkennen. Die Konferenz brachte in einem weiteren Beschluß ihren Protest gegen jeden Vorschlag einer Teilung Palästinas zum Ausdruck. Ausgrabungen in Afulah Es ist eine bekannte Erscheinung in der Geschichte der Ausgrabungen, daß gerade an Orten, wo die wichtigste Naturbedingung des Menschen, das Wasser, selten auftritt, immer eine Siedlung der anderen folgt von der Urzeit bis auf unsere Tage. Mit Gewißheit kann man daher aus dem Vorhandensein einer heutigen Wohnstätte in derartigen Gegenden auf eine solche Wolmstätte in der Urzeit schließen. Diese Erwägungen haben wohl auch Professor S u k e n i k von der Universität Jerusalem dazu geführt, in Afulah in der Nähe des Wasserturms Ausgrabungen vorzunehmen. Unerwartetes Glück begleitete die Ausgrabungen. Schon in 80 cm Tiefe stieß man auf die ersten Zeichen der Urzeit. Die Grundmauern eines großen, rechteckig gebauten Hauses aus „Sargon- Ziegel von Agade" (früh-assyrische Zeit) wurden in der Hauptsache freigelegt. Vermutlich war dies eine alte Befestigung, da Kultstatten in Palästina gewöhnlich auf den Höhen liegen. Diese Sargon-Ziegel stellen gebrannte, mit der Hand geformte Klumpen aus Lehm dar mit abgeplatteter Unterfläche. Sie eignen sich wohl, auf breiter Unterlage übereinandergeschichtet und mit Mörtel verbunden zu werden, keinesfalls sind sie aber so dicht schließend wie die regelmäßig geformten Ziegel unserer Tage. Es scheint bei ihrer Herstellung überhaupt etwas summarisch vorgegangen zu sein. An vielen Ziegeln sieht man die tiefen Fingereindrücke, welche in dem damals noch feuchten Lehm vor dem Brennen hinterblieben sind. In verschiedenen Schichten wurden S t e i n w e r k z e u g e voigefunden, wie wir sie aus den Museen aller Länder kennen. Die ältesten Zeugen der Vorzeit sind Steinsplitter aus Feuersfein in Form kleiner Messer. Es ist offenbar älteste Steinzeit, da noch keine Politur an ihnen sichtbar ist. Ein Paradestück und eine Ausnahme bildet eine große flache Steinscheibe, gleichfalls aus Feuerstein, welche sorgfältig poliert und an den Rändern mit Schlagmarkcn (Fissuren) versehen ist. Hier handelt es sich entweder um einen sogenannten Schaber oder gar um eine Säge. Dieses Stück ist bisher einzigartig. Es gehört vielleicht schon der nachfolgenden Epoche, der sogenannten chalko-lithischen Periode an, in welcher das Metall neben die Steine zu treten begann. Die Geräte (Steinmesser. Steinchen als Halshänger, zugespitzte Knochen als Gewandsnadeln oder zum handwerklichen Gebrauch) weisen durchweg eine höhere Technik auf. Sie sind sorgfältig poliert. Kl'8HlldlV€MrSlChCHIII<i Ao^M™n»,rL'hunyre Hans Schwarz, Franhfurta.m.,or.BocitanrteimerStr.29.T81.23B77 Auf dieser Stufe scheint auch die Handmühle zu stehen, bestehend aus einem breiten Stein als Untersatz und mehreren faustgroßen Steinen zum Reiben der Körner. Vielleicht gehört hierzu auch ein sorgfältig geglätteter Basaltmörser. Die in dieser Schicht aufgefundenen Gefäße sind teils mit der Hand gemacht, teils zeigen sie deutliche Merkmale der Drehscheibe. Offenbar handelt es sich hier um Import, was bei den großen durch Brand geschwärzten Urnen und bei den kleinen zierlichen mit Röteln gefärbten Gefäßen außer Zweifel steht. Viele sind uns aus den Museen als Gefäße mykenischcr Kultur bekannt. Eine Kanne enthält, was besonders auffallend ist, eine lange rinnenförmige Schnauze und ist an der Gefäßseite mit einem Sieb versehen, d. h. die Gefäßwand ist dort mehrfach siebartig durchlöchert. Ein P a r a d e s t ü c k der Ausgrabungen bilden zwei bronzene Messer, deren Herkunft noch völlig unbestimmt ist und die der Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen werden sollen. — Daß es sich bei diesen Werkzeugen und Gefäßen nicht nur um Gegenstände zur Befriedigung primitiver Lebensbedürfnisse handelt, sondern daß wirkliches Kulturgut vorhanden ist, beweisen die zahlreichen Tonlampen, welche gleichzeitig gefunden wurden. Entsprechend der Verwendung des Brennstoffes, des leichtflüssigen Oeles, sind diese völlig geschlossen. Sie gleichen einer zugeklappten Muschel, haben am oberen Ende in der Mitte eine Oeffnung zum Hineingießen des Oeles und an der spitz zulaufenden Seite eine schnauzenförmige Oeffnung, durch die der Docht hineingesteckt wird. Auffallend ist, daß man diesen Lampen keine Spur des Gebrauchs ansah. Die Bronzemesser mögen vielleicht Rasierklingen gewesen sein, vielleicht auch einem anderen friedlichen Gebrauch gedient haben. Drohend aus der Urzeit Tagen winkt aber das einzige Waffenstück, eine kleine Steinaxt. Aü£ Feuerstein nur durch Schlagen in ihre Form gebracht und noch mit keiner Durchbohrimg für den Stiel versehen, we?st sie darauf hin, daß hier wirklich ein prähistorischer Fund vorliegt. Das letzte Stück, welches geradezu „modern" anmutet, ist eine marmorne Schüssel, geschmackvoll in der Form und sauber poliert, vielleicht aus römischer, wenn nicht gar byzantinischer Zeit. _ St. Erneuerung der Sprache Im Zusammenhang mit der Besetzung des Lehrstuhls für hebräische Sprache an der Universität Jerusalem bringt der „Haarez" einen Beitrag von A. Lewinsohn zur Problematik der Renaissance der hebräischen Sprache. In Palästina habe die Masseneinwandert'uig bewirkt, daß das Sprechen in fremden Sprachen eine stillschweigende Billigung der Oeffentlichkeit erfuhr. Seihst das gesprochene hebräische Wort ist vielfach blutleer, eine Uebersetzungssprache, deren grammatikalische Grundlage und deren Wortschatz die hebräische Seele ersticken. Der Ursprung in der Unkenntnis der Ursprache, der Sprache der Vergangenheit mit allen ihren historischen Erscheinungen, die die Grundlage für den Bau einer jeden Sprache und besonders der hebräischen ist. Diese ist die statische Grundlage, während die Neubildungen und Erweiterungen der Sprache die dynamische Basis bilden. Die Wahl von Professor Torczyner zum Dozenten für dieses Lehrfach zeige die Haupttendenz der Universität, das Problem der Sprache an beiden Polen zu erfassen: Der Sprache der Vergangenheit und der Zukunft, die Geschichte der Sprache, ihre Lehre, ihre Grammatik, die Sprache der Bibel sowie die hebräische Sprache in ihrer Erneuerung und modernen Entwicklung in der Anpassung an die Notwendigkeiten der Wissenschaft. und des täglichen Lebens sollen erforscht werden. Haifas neues Kinderheim. Vor kurzem ist in Haifa das neue „Maon H a j e 1 a d i m" im Geulah-Viertel des Hadar Hacarmel seiner Bestimmung übergeben worden. Das Heim enthält zahlreiche Aufenthalts-, Schlaf- und ärztliche Unrersuchungsräume und im Parterre einen großen Speisesaal. Von den fünfzig Kindern, die das neue Heim beherbergen kann, stammt die Hälfte aus sefardischen Familien. Zwei Drittel der Kinder sind Voll- oder Halbwaisen, die anderen sinn Kinder berufstätiger Mütter, die ihre Kinder dem Heim nur für einige Stunden am Tage übergeben. Die Kinder, die größtenteils aus Haifa stammen, sind drei bis zehn Jahre alt. Den wesentlichsten Beitrag zur Errichtung des großen Baues stellt eine englische Stiftung in Höhe von 2000 Pfund dar. 500 Pfund gab der Waad Hadar Hacarmel, der auch den Bauplatz zur Verfügung stellte, 325 Pfund gab die Pica, und schließlich wurden in Haifa noch Beiträge für den Bau gesammelt. Trotzdem reichten die zur Verfügimg stehenden Mittel noch nicht aus, um das dritte Stockwerk des Heims fertigzustellen, das erst zur Hälfte errichtet ist. In dem Heim sind eine Lehrerin zur Beaufsichtigung der Kinder bei den Schularbeiten, eine Kindergärtnerin und sieben weitere weibliche Kräfte tätig. Alfred Markus, Haifa Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 11. März hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel-AwiW folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 «oige Pfandbriefe 38/55 071/», öHoige Pfandbriefe 33/38, 34/30 —, 6 "oige Pfandbriefe 34/54 103'/«, 6 "'«ige tum. Vorzugsaktien 112*4, gewöhnliche Inhaberaktien 1203/i, P. L. D. C. gewöhnliche Inhaberaktien Q584, 6 e. ige kum. Vorzugsaktien yöy4, Keren Kajemeth Lejisrael 2> 2 «yoige Pfandbriefe 69v'4, Bizur Ltd. 6 o/oige Pfandbriefe 99.