Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 28 (9.4.1937)
- Date
- 1937-04-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 28, 9. APRIL 1937 Unsere Landwirtschaft Fortschritte der Siedlung Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. T e 1 - A w i w, Ende März In der großen Öffentlichkeit ist in den letzten Jahren das Interesse für die landwirtschaftliche Siedlung, insbesondere die gemischten Betriebe im Gegensatz zu den Plantagen, etwas schwächer geworden. In den Jahren der Prosperity war die städtische Entwicklung und die Expansion der Zitrusplantagen so stark, daß sie die der anderen Wirtschaftszweige überdeckte. Als dann die Konjunkturkurve abschwoll, haben die politischen Dinge alles andere in den Hintergrund gedrängt. Auch wirtschaftliche Fragen wurden hauptsächlich unter dem Aspekt der Politik betrachtet, z. B. die Vergrößerung der Eigenproduktion der Juden im Zusammenhang mit der Lebensmittelversorgung während der arabischen Streiks usw. Unter diesen Umständen sind eine ganze Reihe von Erfolgen, neuen Entwicklungen und neuen Schwierigkeiten, die sich im Laufe dieser Jahre zeigten, eigentlich nur in „Fachkreisen", also in solchen, die mit der Landwirtschaft unmittelbar zu tun haben, in den zuständigen Institutionen und innerhalb der Arbeiterschaft genauer beobachtet worden. Dabei ist jedoch die Entwicklung der letzten Zeit von großem Interesse und weist eine ganze Reihe von neuen und wichtigen Tendenzen auf, bringt auch Probleme in den Vordergrund, die bisher nicht bestanden oder sich nur andeuteten. Dia zwei neuen Vorposten In der schwersten politischen Zeit, als die gesamte Palästinafrage von neuem zur Debatte stand und die Verhältnisse der öffentlichen Sicherheit Grund zur größten Sorge gaben, hat sich das Netz der landwirtschaftlichen Siedlungen um zwei neue Punkte vergrößert: bei Beth-Schan, in der Jordansenke wurden „H assade h" und „Tel-Araa 1" gefrundet. „Hassade h", eine Gruppe des „Kibbuz Meuchad", es kollektiven Arbeiterverbandes, der überall im Lande seine landwirtschaftlichen und städtischen Abteilungen besitzt, umfaßt vorläufig 40 Menschen. „Tcl-Amal" mit seinen 30 Mit- §Hedem gehört zum Landesverband des Haschoiner Hazair. ntsprechend den sehr schwierigen Verhältnissen im Lande und besonders in der Gegend von Beth-Schan ähnelte die Gründung dieser neuen Punkte fast dem Bau eines Grenzpostens in Kricgszeifcn. Möglichst rasch mußten die ersten Arbeiten vollzogen werden, die Hilfe der umliegenden Kwuzoth wurde dafür in Anspruch genommen. Und nicht nur die ersten Bedürfnisse der Siedler, primitive Unterkunft, Wasser- und Lebensmittelversorgung galt es zu decken, sondern man mußte auch mit den Verteidigungsnotwendigkeiten rechnen, sofort eine Schutzmauer, Stacheldraht, Scheinwerfer aufrichten. Ueber den Erzählungen von der Gründung der ersten Siedlungen im Emek liegt viel von der Romantik des Grenzerlebens, der Kombination von Pflug und Gewehr, der unausgesetzten Wache, des Kampfes mit dem schweifenden Menschen und der Natur. Die Besetzung der Böden von Tel- Amal und Hassadeh jedoch weist einen weit grimmigeren Charakter auf, der mit Romantik nur wenig zu tun hat. Die Pflüger zogen vorn ersten Tage an mit dem Gewehr auf dem Rücken aus und hatten sich vom ersten Tage an gegen Anfriffe zu verteidigen. (Ueber diese Gründung berichtete einer er ersten Mitglieder des Kibbuz „Hassadeh" in Nr. 8.) Ist so die Gründung dieser zwei neuen Vorposten eines der Zeichen für den ungebrochenen jüdischen Siedlungswillen im Lande, der auch in den schlimmsten Tagen sich von neuen Unternehmungen nicht abschrecken ließ, so ist sie zugleich der Beginn eines großen wichtigen und interessanten Wirtschaftsunternehmens. Bisher lag der östlichste Punkt der Emcksicdlungen in Beth Alpha. Erst aut der anderen Seite der Jordansenke schlössen sich die weiteren Punkte, Deganiah und seine Nachbarn, an. In diesem Zwischenstück besitzt der Kcren Kajerneth Lejisrael 25 000 Dun am, die in verschiedenen Blöcken verstreut sind. Von diesen sind 10 000 Dunam mehr konzentriert, und auf' diesem Areal hat man vorläufig 2500 Dunam für Tei-Amal und Hassadeh bestimmt. Die Besetzung der Böden im gegenwärtigen Moment W3r zu einem Teil deshalb nötig, weil die Araber der Umgebung dort zu pflügen begannen, obwohl der Boden den Juden gehörte. Wir haben in Jahren langer und bitterer Erfahrung gelernt, daß dieses Pflügen auf fremdem Boden oft jahrelange Prozesse zur Folge hat. Man darf deshalb derartige Situationen wenn möglich erst gar nicht entstehen lassen (die Vertretung der Agency hat vor der Königlichen Kommission ausführlich über diese eigenartigen Rechtsverhältnisse, die mit der Aufrechterhaltung eines" großen Teiles der früheren türkischen Bestimmungen zusammenhängen, Beschwerde geführt.) Verfallene Zivilisation Mit der Gründung von Tel-Amal und Hassadeh beginnt die Siedlung im Block von Beth-Schan und damit ein neues und interessantes Kapitel der Siedlungsgeschichte. Die Gegend ist früher dicht besiedelt gewesen und bekannt für ihren großen Wasserreichtum und eine Reihe von Quellen. Hier hat in frühen Zeiten ein ausgedehntes System von Kanälen und Dämmen bestanden, das die Irrigation in der Gegend sicherstellte und die zur Verfügung stehenden Wasser regulierte. Berichte aus dem 10. Jahrhundert weisen noch eine dichte Besiedlung der Gegend auf. Dann begann die Vernachlässigung der Bewässerungswerke, und im zwölften Jahrhundert lauten die Berichte bereits viel ungünstiger. Die Verhältnisse haben sich dann dauernd verschlechtert, und die unregulierten Quellen begannen Sümpfe zu bilden, was wieder zu einer Vcrsalzung des Bodens führte. Eine weitere Folge war, daß die Fellachen, die früher hier ansässig waren, nach und nach Beduinen Platz machten. So ist die Gegend um Beth-Schan heute arm und dient der Schafweide und dem extensiven primitiven Ackerbau. Die erste Aufgabe der Siedllingsinstanzen ist eine genaue Erforschung der dortigen Arbeitsbedingungen und die Aufstellung eines Wirtschaftsplanes, der in erster Reihe von der Bewässerung abhängt. Da viele der Quellen Salz fuhren und daher zur Bewässerung ungeeignet sind, wird man Bohrungen vornehmen müssen, um süßes Wasser zu erschließen. Erst wenn man weiß, wieviel Wasser und zu welchen Preisen zur Verfügung steht, wird man einen Wirtschaftsplan ausarbeiten können. Bisher steht teils vom Keren Kajerneth, teils vom Keren Hajessod durch die Pasa (Palcstine Agricultural Settlement Association) eine Budget für je 25 Wirtschaftseinheiten, jede ä 150 Pfund, zur Verfügung. Intensivierung der bestehenden Wirtschatten Bis vor einigen Jahren bedeutete Neukolonisation in Palästina ausschließlich die Uebernahrne von nicht bearbeiteten oder primitiv bestellten Böden in die von den Jude« eingeführte moderne Bearbeitungsart. Mit der Entwicklung der Wirtschaften konnte ein neuer Weg beschritten werden, nämlich die Intensivierung der bestehenden Siedlungen, so daß die Bodeneinheit kleiner bemessen und damit die Siedlerzahl vergrößert werden konnte. Der Schlüssel dieses Intensivierungsprozesses liegt vor allem in der Beschaffung von reichlichem und billigem Wasser. Hier hat man in den letzten Jahren beträchtliche Erfahrungen gesammelt, eine Reihe von neuen Methoden ausprobiert, neue Arbeiten des Wassersuchens und der Bohrungen eingeführt. Zugleich hat sich auch gezeigt, daß sowohl in der Beschaffung von Wasser wie in seiner Bewirtschaftung und seiner Anwendung im Betrieb noch außerordentlich viel zu lernen und auszuprobieren ist. Wir sind durchaus darauf angewiesen, auf möglichst kleinen Flächen möglichst viele Menschen unterzubringen, und d'e intensive Bearbeitung, die dafür notwendig ist, läßt sich nur durch entsprechende Bewässerung erzielen. Augenblicklich sind in den nationalen Siedlungen vor allem zwei große Wassergesellschaften an der Arbeit: die eine, von „Nir" gegründet unter dem Namen „Mekoroth", bedient den Block, der vom Kischon bewässert wird und sich von der Haifa-Bav nach Osten erstreckt. Eine zweite, von der „Pasa" nach dem Beschluß des 19. Zionistenkongresses gegründete Gesellschaft, hat sich als erstes <ie Versorgung von 33 Siedlungspunktcn zur Aufgabe gestellt. Ein Teil davon liegt im Emek Chefer, der andere umfaßt die Gegend von Tel-Mond, dazu kommen öestimmte Stellen in Judäa und noch an anderen Orten im Lande. Es handelt sich hei diesem Werk zum Teil um die Anlage von neuen Irrigationswerken, zum Teil um die Vergrößerung bestehender. Man hofft, die bewässerten Areale dadurch um J/3 zu vergrößern. Es ergibt sich damit die Möglichkeit, die dem einmal der eine, einmal der andere" Zweig in der Wirtschaft besonders betont wird. Finanzierungsmethoden Ein altes, aber deswegen nicht weniger aktuelles Problem der gemischten Landwirtschaft ist die Bereitstellung genügenden Betriebskapitals. Heute kommen die den Betrieben zur Verfügung stehenden Gelder aus vier Quellen, die man ungefähr folgendermaßen charakterisieren kann: die erste Quelle sind die öffentlichen F o n d s, also Keren Hajessod, Keren Kajerneth, die Gelder der „Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden", die ja auf dein Umwege über die Ansiedlung der Juden aus Deutschland auch der allgemeinen Siedlung zugute gekommen sind. Dieses sind langfristige Kredite, bis zu zwanzig Jahren Laufzeit, die niedrig verzinst werden, hauptsächlich der Neugrüiidung von Siedlungen gedient haben und den Wirtschaften eine weite Bewcgungsmöglichkcit lassen. Bekanntlich haben die nationalen Siedlrngen im vorigen Jahre bereits mit der Rückzahlung der Gelder an den Keren Hajessod begonnen. Am 30. September vorigen Jahres war die erste Rate fällig, und es wurden im ganzen 6000 Pfund zurückgegeben. Jet/t am 30. März kommt die zweite Rate zur Rückzahlung. Die zweite Kreditquelle sind andere öffentliche Institutionen (z. B. die Arbeitcrbank, „Nir", die Zentralbank für Genossenschaftswesen, die halhlangfristigc bis kurzfristige Anleihen gewähren und höhere Zinssätze nehmen. An dritter Stelle stehen die kurzfristigen Kredite der Händler, die naturgemäß sehr teuer sind, und schließlich ist als vierte Quelle das Ei gen kapital der Siedlungen zu nennen, soweit es vorhanden ist. Mit Recht ist der Be»inn der Rückzahlungen nn den Keren Her lajcssod als ein Zeichen begrubt worden, daß die entsprechend auszubauen und eine unterzubringen. Betriebe sich auf eigene Füße stellen, nicht nur sich erhalten, sondern auch mit der Amortisicrunir der investierten Summen bestehenden Stellen entsprechend auszubauen und eine weit größere Siedlerzahl Neue Probleme Diese großen Perspektiven, die auf den bereits vorhandenen Böden die Unterbringung beträchtlicher neuer Siedlerzahlen versprechen, haben selbstvcrständ'ich attraktiv gewirkt und große Hoffnungen für die Zukunft geweckt. Bei der Bearbeitung der mit diesen Versuchen verbundenen Pläne zeigte sich jedoch sehr bald, daß hier nicht nur große neue .Möglichkeiten, sondern auch neue Probleme entstanden. Die Umwandlung von unbewässerten in bewässerte Böden bedeutet eine Umstellung der bestehenden Wirtschaften. Zweige, die heute zentrale Bedeutung haben, werden in den Hintergrund gedrängt, neue, die bisher in geringem Umfang betlieben wurden, treten an ihre Stelle. Es kommt in der Regel nicht nur darauf an, daß genügend Wasser da ist, sondern au'-h darauf, daß es billig genug ist, um eine genügende Verdienstmöglichkeit bei den neuen Kulturen übrigzulassen. Außerdem bedeutet die Vergrößerung der bewässerten Flächen eine entsprechende Vergrößerung der Produktenmenge, und es muß entschieden werden, welche Produkte vom Markte aufgenommen werden können, in welchen Mengen, zu welchem Preist. Bei diesen Kalkulationen müssen die Verhältnisse im Lande in Betracht gezogen werden, die sich jedoch sehr rasch ändern (man denke nur an den plötzlichen großen Autschwung des jüdischen Gemüsebaues im Lande, der durch den arabischen Streik erzwungen und ermöglicht wurde.) Und nicht nur die palästinensischen Bedingungen, sondern auch die in den umliegenden Ländern und schließlich die auf dem Weltmarkt spielen eine wichtige Rolle. Um nur ein Beispiel dafür herauszugreifen, wie das Schicksal der gemischten Landwirtschaft von den Verhältnissen in Palästina, denen der umliegenden Länder und schließlich dem Weltmarkt abhängig ist: In den letzten Jahren hat man die Viehzucht im Lande stark ausgebaut und dafür Rassevieh aus veischiedcnen europäischen Ländern eingeführt. Futter für den Betrieb wurde in vielen Fällen im Auslande gekauft, weil es billiger war als der Eigenbau. In diesem Jahre sank nun in Palästina die Kaufkraft und damit die Nachfrage nach Milch. Zugleich aber stiegen die Futterpreise auf bisher ungeahnte Höhen. Denn die umliegenden Länder, in erster Reihe Aegypten, die billiges Futter nach Palästina geliefert hatten, verkauften es jetzt in großen Mengen und zu gesteigerten Preisen nach Europa, das für Rüstungs- und Vorratszwecke große Mengen benötigte. Damit entstand für die jüdische Milchwirtschaft eine prekäre Situation. Augenblicklich ist die Lage etwas besser geworden, da vor der neuen Ernte die Futterpreise wieder gesunken sind und die Regierung den Zoll heruntergesetzt hat. Man sieht an diesem Beispiel, mit wie komplizierten Faktoren die Pläne der Wirtschaften zu rechnen haben, insbesondere wenn sie entscheiden sollen, welche Zweige auszubauen sind und in welchem Maße. Die Ver'nältnisse ändern sich dauernd, einerseits durch die Einwanderung und die damit verursachte Entwicklung des Landes, andererseits durch die heute so überaus unstabilen Verhältnisse der Welt. Es will gelegentlich überhaupt scheinen, als sei es unmöglich, Pläne für längere Sicht zu machen, da man nicht wissen kann, wie sieh die Dinge morgen gestalten. Die Konsequenz ist eine möglichst starke Festigung der eigenen Position, um so wenig wie möglich von äußeren Faktoren abhängig zu sein und zugleich eine mögliehst große Elastizität, die die Wirtschaften befähigt, sich an die dauernd ändernden Verhältnisse anzupassen, iniiiiiiiiifflimiiiiMiiiiiHiimiimiiiiiiiraiiiHiiiiHiiMiiiiiiMiiiii.....miiiimiint.....imiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiimiiiiiiiiMHiiiiiiimiiniiMtiiimniiii......iihiiiiiiiiiihiiiii.....iiiiiuiiiiim..........iiiiuimiiiiiiiiiiii...........i.....niwmuiiiiiiiinniiwiiiiiiiiiiiiiniiiiimiiiiit Weniger Terrorakte fn Beantwortung der von den Abgeordneten Thomas Williams und Geoffrcy M and er gestellten Fragen gab der Kolonienministcr < > r m s b y - G o r e Dienstag abend folgende Erklärung im Unterhaus ab: „Ich freue mich, sagen /u können, «laß die Anzahl der Verbrechen in den letzten 10 ragen sieh verringert hat, und daß das allgemeine Gefühl der Unsicherheit weniger akut ist. Ihn einer Zunahme von Gewalttätigkeiten vorzubeugen, hat die Palästina-Regierung eine Reihe von M a ß n a h m e n beschlossen, bei deren Durchführung das Militär der Zivilmacht weitere Hilfe [eisten wird." zu beginnen imstande sind. Jedoch darf in diesem Zusammenhang nicht übersehen werden, daß die Rückzahlung der in- \esfitionen die Frage genügenden und billigen Betriebskapitals noch akuter macht, da ja die Wirtschaften gezwungen sind, Kapital für die Zahlung der Schulden aus den Betrieben herauszuziehen. Aus der Aufzählung der vier oben genannten Quellen und ihrer Abstufung nach Kreditlänge und Zinshöhe ergibt sich bereits, daß die finanzielle Situation jeder Wirtschaft Von dem Verhältnis der von ihr benutzten Kredite zueinander abhängt. Hat eine Wirtschaft einen hohen Prozentsatz von Keren Hajessod-Getdern, sagen wir 50 c'o und mehr, während aus den arideren Quellen nur relativ wenig bezogen wird, so ist ihre finanzielle Situation gut. Ist sie jedoch gezwungen, sich in der Hauptsache auf kurzfristige und teure Kredite zu beschränken, so ergeben sich große Schwierigkeiten. Das Ziel der Finanzpolitik in den Wirtschaften ist deshalb (natürlich neben der Erhöhung des Eigenkapitals) die Erhöhung der langfristigen Kredite und die Ablösung der kurzfristigen, für diese Aufgaben besitzen wir im Lande keine zentrale Institution. Der Keren Hajessod ist vor allem für die Neugrüiidung von Wirtschaften bestimmt und kann außerdem nicht allen an ihn gestellten Anforderungen genügen. (Vielleicht wird die Gründung der „Pasa" eine Erweiterung »eines Arbeitsradius mit sieh bringen.) Die oben genannten halböffentlichen Institute leisten zwar Gutes, reichen jedoch nicht aus. Die vor ungefähr einem Jahr geschaffene landwirtschaftliche H y p o t h e k c n h a n k der R e g i e r u n g wiederum, die berufen wäre, hier eine Lücke auszufallen, nimmt S <•<> (!) Zinsen und hat sich auch bisher den besonderen. Bedingungen der aut nationalen! Boden stehenden juaNcIn-n Siedlungen nicht angepaßt, so daß sie de facto bisher für die jüdische Wirtschaft kaum von Nutzen gewesen ist. Es werden jetzt Schritte unternommen, um das im Lande vorhandene Bank kapital (insbesondere bei der Anglo-Palcstine-Gompnny) für die landwirtschaftliche Kreditgewährung nul/bar zu machen. Die Zeil für einen solchen Schritt ist günstig, da die Banken einen Ucbcrl'iuß an Geld haben, den sie nicht anwenden können, so daß ehe Möglichkeit besteht, Gelder hiilig und auf lauge Fristm zu bekommen. Die Anglo-Palesliiie-Conipany, die sich bisher hauptsächlich industriellen und Handelskrediten gewidmet hat, scheint nicht abgeneigt, größere Summen in der Landwirtschaft zu investieren. Damit könnte mau kurzfristige teure Anleihen in Eine neue Siedlung Am 21. März wurden im Emek Hajardcn auf Boden des Keren Kajerneth zwei neue Kwuzoth von der zweiten Gruppe, die. jeizi im Jordantal zur Ansiedlung kam, gegründet, die Sicdlungs* punkte Massada und Ejn Ha» kore (siehe Berieht in Nr. 26). Das Bild zeigt eine der Siedlungen wenige Tage nach ihrer Gründung Foto: KS.L