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Jüdische Rundschau · 1937-04-06 · Heft 27 (6.4.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 27 (6.4.1937)
Date
1937-04-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 27, 6. IV. 1937 „Nationalität'' war ihm vor allem ein geistig-kulturelles Prinzip. Im Sinne der organischen Volksidee Herders versenkte er sich in Sprache und Dichtung des Volkes, Volkslied und Volkssitten, er wurde einer der radikalen Vorkämpfer der jiddischen Sprache und organisierte den eisten jiddischen Sprachkongreß in Czemowitz, eine Veranstaltung, die damals (1908) große Erregung und scharfe Kämpfe im jüdischen Leben hervorrief. An dem Kongreß nahmen die hervorragendsten jiddischen Schriftsteller teil, und es wurde das Recht der jiddischen Sprache auf Gleichberechtigung mit der hebräischen Sprache, d. h. auf Anerkennung als zweite Nationnlsprache proklamiert. In jener Zeit geriet Birnbaum gelegentlich in heftigen Gegensatz zu den Zionisten, aber rückschauend, jenseits jener Tageskämpfe, müssen wir ihn voll und ganz in die Geschichte der jüdisch-nationalen Bewegung einreihen, denn er wirkte mit an der Entwicklung einer der Kräfte, die später in die Synthese einer neuen Konzeption des jüdischen Nationalismus einmündeten. Wenn man die Gegensätze in der damaligen jüdischen Welt betrachtet, so muß man bedenken, daß der Zionismus nach dem Tode Her/ls und ohne politische Aussichten ein dürftiges, fast nur organisatorisches Leben führte und auch innerhalb der zionistischen Organisation lebhafte Unzufriedenheit mit diesem Zustand herrschte. Cliaim Wei/mann war es, der auf dem Haagcr Zionistenkongreß 1907 in einer großangelegten Oppositionsrede der damaligen zionistischen Leitung vorwarf, daß sie es nicht verstanden habe, die produktiven Geister der jüdischen Wiedergeburt heranzuziehen; er rief aus: „Wo ist Acliad Haam? Wo ist Nathan Birnbaum?" Die politische und die geistige Bewegung waren auseinandergefallen, um! er.st 1011 wurde der Versuch gemacht, sie wieder zusammenzuführen. Nathan Birnbaum war inzwischen in Galizien selbst In die Politik eingetreten, er kandidierte sogar zum Oesterreichischcn Reichsrat, kam in die engere Wahl, doch im letzten Moment wurde durch die Vorgänge, die man damals „galizi>che Wahimethoden" nannte, seine Wahl verhindert. Die-e Wahlbcwcgung, das wußte Birnbaum, hatte eine außerordentliche Bedeutung als Weckung des Selbstbewußtseins der jüdischen Massen, die bis dahin auch seelisch völlig versklavt waren. Nach dem politi-chen Mißerfolg wandte sich Birnbaum wieder der kulturellen Arbeit zu, er gab nacheinander eine Reihe von Zeitungen und Zeitschriften heraus, und später fand er auch Kontakt zu einer westjüdischen Gruppe in Deutschland, die unter dem mißverständlichen Namen „Alljttdentinn" (soll heißen: Einbeziehung aller jüdischen Phänomene) eine intime Berührung der kulturellen Kräfte von Ost- und Westjudentum anstrebten, vor allem eine Kenntnis Ostjüdischer Kultur und Wirklichkeit unter den entfremdeten Westjuden. Diese Gruppe, geführt von Fritz Mordechai Kaufmann, hatte ihr eigenes Organ „Die Freistatt", dessen Hauptstütze Nathan Birnbaum war. Aber durch die Versenkung in das jüdische Volksleben wurde Birnbaum, der seine jüdische Laufbahn als Atheist und historischer Materialist begonnen hatte, immer mehr mit dem Grundelement in Berührung gebracht, das das ganze jüdische Leben in allen seinen Verzweigungen und Acußenmgen offen oder unterirdisch durchflutet: der jüdischen Religion. Die radikale Wendung in Birnbaums Leben dokumentiert sich zum ersten Male in seiner während des Krieges erschienenen Sciuii't „Gottes Volk" (1917). Von der tiefen Erschütterung und dem persönlichen Erlebnis, das dieser Wandlung zugrunde liegt, hat er mit Pathos und doch mit Keuschheit der Seele gesprochen, und auch wer Birnbaum auf den spateren Wegen »einer Politik nicht folgen konnte, mußte sich mit Ehrfurcht diesem gewaltige» seelischen Geschehen beugen, dem, wie allem, was Birnbaum tat, der Stempel unbedingter Ehrlichkeit und persönlichen Einsritzes aufgedrückt war. Die erste religiöse ik'kenntnissciuift war voll heftigster Angriffe auf das ,,| Icidenjudeutum", es war eine große polemische Abrechnung, auch mit »einer eigenen Vergangenheit, Birnbaum hat sputer noch eine Reihe von Büchern dieser Art herausgegeben (,,Um die Ewigkeit" 1920, „Im Dienste der Verhüllung" 1<J27). Er sah nunmehr als einzigen für das Volk vorgeschriebenen Weg die religiöse „Umkehr"', die er selbst an sich erfahren hatte; diese hatte für ihn zur natürlichen Folge auch die Rückkehr zur vollständigen, kompromißlosen Gesetzestreue des p c r tt ü u 1 i c h c n Lebens jedes Einzelnen in orthodoxer Weise. Das Judentum war nun für ihn eine T h e o k r a t i e im biblischen Sinne und die Thora ihr unwandelbares Gesetzbuch. Diese Entscheidung war die Krönung einer Entwicklung, die immer mehr von der bloßen Proklamation zum wirklichen Tun und persönlichen Bewähren überging. In „Gottes Volk" sagt Birnbaum über seinen Weg: „Nachdem ich einmal vom bloßen Gesinnungsnationaliamus zur Forderung weltlichen und dann religiösen W e s e n s j u d c n t u m s vorgedrungen bin, kann es mir schließlich nicht verborgen geblieben sein, daß auch Entjudung des Wesens, einmal vorhanden, durch das jüdisch-nationale Bekenntnis allein nicht gebannt ist." Er erkannte den Abgrund, an den bloßes Bekenntnis ohne kulturellen Inhalt führen muß, und stellte das Beispiel eines im Leben wesenhaft erfüllten Judentums vor uns hin. Freilich, daß er dabei auf die alten, der großen Mehrheit der neuen Generation fremd gewordenen Formen zurückgreifen mußte, machte seinen Weg praktisch nur für wenige gangbar. So bildete sich denn auch eine Zeit lang um ihn ein esoterischer Kreis von Menschen, die sich „Ha-Aulim" (>=» „Die Aufsteigenden") nannten, in einem anderen Sinn all dasselbe Aus Nathan Birnbaums Schriften Vom jädiichen N.tionalgoWhl Das Volk wird erst aktiv national, sobald es nationale« Elend zu kosten bekommt. Aber auch dann ist solche nationale Empfindlichkeit wesentlich verschieden von der sozialen Empfindlichkeit gegenüber wirtschaftlicher Not. Diese wird vom Volke als dauerndes Leid, als beständiges Unglück empfunden Die nationale Not macht nicht diesen Eindruck auf das Volk. Insofern sie sich — und das ist ja zumeist der Fall — in wirtschaftliches Elend umsetzt, sind die Massen nicht dcnkgeschult genug, um den nationalen Beweggrund dahinter zu finden. Sie denken ja überhaupt gar nicht über ihre Misere nach, sie fühlen sie nur.... Dem Volke ergeht es eben mit Wirtschaft und Nationalität so wie dem Einzelmenschen mit Hunger und Liebe. Dauernder Hungerztistand übertönt in ihm die Liebe. Aber ein mächtiges Aufwallen der Liebesglut — sei es in der primitivsten Triebesform, sei es in der Form idealisiertestcr Leidenschaft, — schlägt den hartnäckigsten Hunger zu Boden. Wirtschaftlicher Notstand erdrückt zwar die nationale Empfindlichkeit. Doch ein gewaltiger Ausbruch der nationalen Kraft laßt das Volk Tür einen Augenblick den Notstand vergessen. Kommt einmal so ein großer leidenschaftlicher Moment des Nationatgefühls, d»nn genügt er gewöhnlich auch, um zu siegen oder zu erliegen. Fin solcher Moment wird jedoch nicht durch nationale Parteiführer in dem heute üblichen Sinne herbeigeführt. („Die jüdische Moderne", Wien 1696.) Das Prophetische Ja, kann man denn aber willkürlich in die Geschichte eingreifen? wendet geängstigte Gelehrsamkeit ein. Willkürlich? Spielt sich denn Geschichte, für unsere Augen wahrnehmbar, je anders ab, als daß Menschen sich Ziele setzen, verfolgen, erreichen oder nicht erreichen? Und gibt oder gab es denn je ein anderes Mittel, um sich der Geschichtsgemäßhcil einer ergriffenen Maliregel zu versichern als eine Prüfung ihrer geschichtlichen Folgerichtigkeit? Hat diese Prüfung ein zufriedenstellendes Ergebnis, so kann man wohl hoffen, mit seinen Impulsen und Wünschen auf der richtigen Fährte zu sein. Solch indirekter Beweis ist bei politischen Bewegungen berechtigt und einzig möglich. Direkte Beweise pro fnturo sind einfach ausgeschlossen. Das wäre geschichtliche Kartenaufichlägerci. Die betreiben wir nicht. Dagegen hat die zionistische wie jede große Bewegung etwas Prophetisches an sich. Man muß nur Organe haben es zu merken. (Aus dem Referat „Der Zionismus als Kulturbcwegung", gehalten auf dem I. Zionistenkongreß in Basel 1897.) Die Intellektuellen Bei den Juden läßt sich, weil ihre Intelligen)! nur zum geringsten Teil eine berufliche war, ein bedeutendes Ucbergewicht der idealen Seite der Intelligenz gegenüber der praktischen konstatieren. Der ganze talmudisch-rabbinische Aufbau des Judentums ist diesem ideellen Wirken einer Ocnerationc-nreihe von Intelligenzen zu danken.... Da kam aber die große Wirtschafts- und Geisteswende am Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ließ eine neue jüdische Intelligenz erstehen. Im Westjudentum befand sie sich In Ucbereinstimmung mit seinen Voraussetzungen und Entwicklungstendenzen. Zu dem Volke in Auflösung, Lockerung und Verwaiserung paßte ganz gut eine Intelligenzschicht, die mit diesem Volke nicht mehr rechnete, ja sich sogar meistens englisch von ihm empfahl.... Anders im Ostjudentum. Da gab es noch eine lebensstarke, mit reichen selbständigen EntwicklungsmögÜchkeiten begabte Eigenart. Und man hätte eine Intelligenz erwarten dürfen, die ihre Pflicht gegenüber dieser Eigenart erkennt____ Das Schicksal hat es aber anders gewollt. Es hat vor die Tür der Ostjuden die Westjuden hingesetzt und an dein Beispiel, nach dem Ebenbild der westjüdischen Intelligen/, hat sich die neue ostjüdische Intelligenz geformt, und so ist das ostjüdische Volk um der, Nutzen gekommen, den sonst ein Volk aus seiner Intelligenz zieht. (J)ic Eman/ipation des Ostjudcntums vom Westjudentum", 1009.) Die jiddische Sprache Warum klagen wir, daß wir zu wenig Sinn für Schönheit haben, daß das jüdische Leben die Schönheit verstoßen hat? ____Würden wir schon wirklich mit den wahren Schönheitssinnen empfinden, mit den wahren Schönheitsaugen sehen können, dann müßten wir fühlen, daß das bißchen Polnischsprechen unsere innerliche Schönheit nicht gemehrt, vielmehr das bißchen, das noch da war, zerstört hat. Wir müßten verstehen, daß die Häßlichkeit des Jüdischen nur unserer innerlichen Häßlichkeit entstammt, und welche Bürgschaft von Schönheit in einer Sprache liegt, die man in Ehren hält und liebevoll pflegt____ Warum klagen wir, daß wir zu wenig Kraft, zu wenig Macht in der weit haben?---- Hörten wir denn niemals, was eine Sprache für ein Volk leisten kann? Daß sie seine Kultur umhegt und behütet und daß erst sie dem Volke die nationale Gleichberechtigung bringen kann? Liegt darin nicht viel Kraft und Macht •— und ganz nahe vor uns, in unserem eigenen Mund? (Aus der Eröffnungsrede auf der Sprachkonferenz in Czernowltz 1008.) Auserwähltheit Auserwählt! Wenn man uns ob dieses Anspruches Unbescheidenheit, Anmaßung, Hochmut vorwirft, so sind diese Vorwürfe an die unrichtige Adresse gerichtet---- Wir haben uns nicht selbst auserwählt und unsere Auserwählung geschah auch nicht ob unserer, von uns etwa immer hervorgehobener Tugenden, sondern sie ward durch die Gnade Gottes in seinen Oeschichtsplan eingefügt. Sie gibt uns kein Recht auf äußeren Stolz, sondern auf innere Beseelung---- Wir haben unsere Pflichten aus der Auserwählung nicht immer erfüllt und erfüllen sie heute so gut wie gar nicht. Sic zu erfüllen: unbekümmert um alles, was man uns antut, an uns zu arbeiten, alles zu tun, was zur Läuterung führt, das uns wieder zu Gott hinbringt, alles anwenden, um ein Beispiel zu werden — wir sind es durchaus nicht — ein Beispiel für alle, die gute Beispiele nachahmen wollen. Das ist unsere erste und dringendste Aufgabe gerade fn unserer schweren Zeit. Nur Im Zeichen der Auserwähltheit können wir zur Ruhe, Würde, Kraft, Tat und Wirkung gelangen. (Aus einem Aufsatz vom Juli 1034.) Wort, sephardisch ausgesprochen, „Ha-Olim" (— die nach Erez Israel Einwandernden) sich in der zionistischen Terminologie eingebürgert hat. Daneben hat aber Birnbaum niemals die großen sozialen Volksaufgaben vergessen. Er war einer der ersten, die auf die zentrale Bedeutung des Wanderungsproblems aufmerksam machten („Vor dem Massensturm" 1919), er hat auch in immer wachsendem Maße einer Ueberführung der Juden von der Großstadt auf das Land das Wort geredet. Für die Palästina- Sache hatte der nun abgeklärte und zu einer tiefen menschlichen Güte gereifte Mann innige Sympathie, vor allem für die damit verbundenen Versuche der Schaffung eines jüdischen Landlebens, aber er wünschte darüber hinaus, daß auch in der Diaspora, die ja durch Palästina nicht beseitigt werden kann, die Juden ihr Leben radikal ändern. In der Großstadt mit ihren Wirkungen sah er den eigentlichen Verderber und Vernichter des Judentums — und des Menschentums. Eine höhere jüdische menschliche Einheit, eine religiöse und sittliche Wiedergeburt war nur zu erwarten, wenn es gelingt, die neue jüdische Generation mit dem Landleben zu verbinden. Es ist hier nicht der Ort, die Frage aufzuwerfen, inwieweit solche Gedanken Birnbaums utopisch waren, da ja gerade die Zusammenballung von Juden in Großstädten, trotz allen ihren Schattenseiten, ein das Judentum erhaltendes Moment war, während eine Zersplitterung und Isolierung auf dem Lande in der Diaspora unter den heutigen Verhältnissen leicht zur Auflösung geführt hätte, ganz abgesehen davon, daß auch die wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten für eine solche Entwicklung nur in sehr geringem Maße bestanden. Das alles ist eine Sache für sich. Aber zur Charakteristik Birnbaums und seines reinen Wollens ist die Besessenheit von dem Gedanken der Rückkehr zum Lande in seinen letzten Lebensjahren besonders aufschlußreich. Er war überzeugt, daß es gilt, durch Heiligung des Lebens auf das Kommen des Messias vorzubereiten, und für solche Heiligkeit schien ihm die Stille des Dorfes geeigneter als die wurzellose Hast des Stadtlebens. Birnbaum hat nach dem Kriege in den Reihen der Agudas Jisroel jüdisch-politisch gearbeitet, er war kurze Zeit der Generalsekretär dieser Weltorganisation. Bald aber haben sich auch dort Gegensätze ergeben. Birnbaum hat mit größter Offenheit die Verfallserscheinungen des orthodoxen Lebens der Gegenwart kritisiert, und nach einiger Zeit gab er jede organisatorische Tätigkeit auf und lebte als Schriftsteller und Publizist in verschiedenen Zentren, in Wien und Berlin, und schließlich in den letzten Jahren in Holland, wo er eine Zeitschrift „Der Ruf" begründete, in der er seine Ideen vertrat In den letzten Jahren seines Lebens war er zu einer gottergebenen Frömmigkeit gelangt, in der sein einstmals so unruhiger und stürmischer Geist Ruhe und Glaubensgewißheit fand. Der Ketzer Mathias Acher war umgekehrt und heimgekehrt. Nun ist er von uns gegangen; eines der eigenartigsten und bewegtesten Leben unserer jüdischen Gegenwart ist abgeschlossen. Er war eine der wenigen großen Gestalten der jüdischen Renaissance-Bewegung, die noch unter uns lebten. R.W'. * Birnbaum hinterläßt drei Söhne, von denen der eine, UriCl, als Maler und Dichter, Und der andere, Salömo Birnbaum, als jiddischer Sprachforscher und Uebcrsetzer aus dem Jiddischen hervorgetreten ist. Seine Frau und treue Lebensgefährtin ist ihm vor kurzem im Tode vorausgegangen. Das Begräbnis hat, wie uns aus dem Haag telegraphiert wird, dort am Sonntag unter starker Beteiligung stattgefunden. Die Haager Gemeinde war durch den Oberrabbiner J. Maar- »en, den Rabbiner J. van Gelder und den Oemcindevorstand S. A. Levisson, die Gemeinde Rotterdam u. a. durch den Oberrabbiner A. B. N. Davids vertreten. Alle großen jüdischen Organisationen Hollands sandten offizielle Abordnungen, so der Niederländische Zionistenbund seinen Vorsitzenden Mr. Abel J. Herzberg und den Bundessekretär, die Haager Ortsgruppe ihren Sekretär Mr. Em. Hert/berger, ferner waren vertreten die Agudas Jisroel, der holländische Misrachi, die Exekutive des Weltverbandcs der polnischen Juden (durch Dr. J. Taubes), die ostjüdischen Verbände in Holland usw. Auf Wunsch des Verstorbenen wurde am Grabe nicht gesprochen. m__^m^mm^^mm^__ Der Informationsdienst der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Alijah teilt mit; Die Schule in Dafa n i a h »oll von der englischen Regierung als Ausbilungsstätte für die Jugend-Alijali anerkannt werden. Damit wird die Möglichkeit gegeben sein, 80 Jugendliche anzufordern, die in Daganiah A, Daganiah B, Kinereth A und Kinereth B untergebracht werden sollen. Eine der Kincreth-Gruppen hat bereits vor längerer Zeit das Vorbereitungslager absolviert; für die anderen Gruppen haben Mitte Mir« die Vorbereitungslager begonnen. Für das orthodoxe MBdchenheim in Jerusalem (Beth Zelroth Misrachi) hat die englische Regierung kürzlich 12 Zertifikate bewilligt. Die für diese Alijah bestimmten Mädchen befinden sich gleichfalls schon in einem Vorbereitungslager in Berlin. Das Vorbereitungslager der für das Kinderheim „Ahawah" bestimmten Jugendlichen ist jetzt beendet; die 25 Jungen und Mädchen werden Anfang April zur Alijah kommen. Schließlich wird auch das Kinder- und Jugenddorf Ben Schemen von der englischen Regierung 90 Zertifikate erhalten. Es besteht die Absicht, einen Teil dieser Zertifikate eventuell für ein« Alijah polnischer Jugendlicher zu verwenden. Diese Zertifikate stellen die Jugend-Alijah vor neue große Aufgaben. Ei ist Pflicht, durch Sicherstellung der erforderlichen Mittel die Ausnützung der Zertifikate zu ermöglichen. Hauptschriftl«ittri Dr. Robert W i 11 e h, Marlin ChartoiMnburg 0 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt I-cewenstein, Berlin W 15. Anzeijjcnlciter und verantwortlich für d*n Inhalt der Anwigem Hermann Pinn, Barlin W 15. ÖQltig ArtMif «n FreUlltt« 6 vom 1, April 1630. Verlag und Anzelnnv«rwkltungi Jüdisch« Rundschau, Berlin W 1», Melrwktitr. 10. D.A. Mira 33164. — Druck: Siegfried Schoteen, Bln. Sehöneberg.

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