Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-04-01 · Heft 26 (1.4.1937) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 26 (1.4.1937)
Date
1937-04-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653650--30530-2685084
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

*Mn&x-mmrwmm r ' ' }'>• ' 1» r'< .1 ' * f-', ' .! /' rfl u * .f, f'l f» « ' i t : I •i* *' "V Ltf: 1 .1U ■ r i" bf f,,, K S /: ff |! # ij! - < i kli « i 1 I I S«lte 14 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 26, 1. IV. 1937 Wie gestalte ich den 8chabK>at? Für Schabbat, 3. April; 8.Tag Peßach I. Schlr ha'Schlrlm An diesem Schabbat wird Schir ha'Schirim gelesen. Wir schlagen deshalb für A eitere vor, sich über dieses Werk m unterhalten. Wir wollen zunächst untersuchen, warum dieses Lied am PeBach eingeschaltet wird, (Siehe zu dieser Frape: B. S. Jacobson, „Peßach", S. 45 ff.) Ueber die besondere Bedeutung gerade dieses Buches, das als „heiliger denn heilig" gilt für die gesamte Weltanschauung des Judentums, finden sich bemerkenswerte Hinweise im 1. Kapitel des 2. Bandes von „Heidentum, Christentum, Judentum" (Max Brcxi), wo sich auch eine interessante Neukonstruktion des Hohen Liedes findet. Eine schöne Deutung: dieses Werkes gibt Josef Carlebach in seinem Buche „Das Lied der Lieder" (Hermon- Veriag, Frankfurt Main), wo insbesondere Stellung genommen wird zu der Frage: Allegorie oder Liebeslied? (zum Teil abgedruckt in „Peliaeh" von B. S. Jacobson) In diesen Tagen ist im Verlag des „Israelitischen Familicnblatls" eine feine Umdichtung ins Deutsche von Meir Bros er erschienen, die sich sehr gut zum gerneinsamen Lesen eignet. Wichtige Bemerkungen finden sich auch im Vorwort und in der Einleitung. II. Der „Piut" Tür Jüngere empfehlen wir die ausführliche Analyse eines „Piut" aus der Peßach-Lihirgie. Man wird zunächst die verschiedenen formen des „Piut" 'aufzählen und ihre charakteristischen Merkmale angeben. Wir werden dann die eigentümliche Sprache dieser Dichtungen auf ihre Besonderheiten untersuchen und die dem „Piut"' eigentümlichen Kunstformen herausarbeiten. Zur Vorbereitung beimt/en wir: „Der jüdische Ck.ttesdierM" von I. Hbogen. (2. Auflage S. 280-353.) I.E. Peßach kulturgeschichtlich Die nachstehenden Gedanken, die nicht ohne Widerspruch bleiben dürften, können u. E. zur Grundlage einer Diskussion über die Entstehung des Peßacltjestes dienen. (Red.) Peliaeh war einst, ebenso wie die anderen Volksfeste des biblischen Altertums, ein Natur fest von bäuerlich-ländlichem 1 iiisiiil.iL'. Das Volk, das mit seinem Boden verwachsen war, hatte noch eine starke naturhaite und unmittelbare Beziehung zu den I esten, die der Ausdruck seiner ganzen Lebensweise und geistigen Haltung war. Die alte Zeit kennt noch nicht die sp.iter so geläufige Uebertragung des großen geschichtlichen Ereignisses» vom Auszüge aus Aegypten auf das f est. Die Volksreligion, wenigstens so weit sie auf dem Lande vorherrschte, hatte sich noch nicht von den magischen Beimischungen und den Einflüssen der Umwelt beireit. Daher stehen noch viele Festesformen und Festbrauche im Zeichen der primitiven Vorstelhmgswelt, denen später echte und wahre Religiosität die Wendung ins Ethische, unter besonderer Betonung des Religiös-Nationalen, gegeben hat. Als nun der Frühling ins Land einzog, die Natur zu neuem Leben erwachte, da schickte sich der Mensch an, das „Fest des Frühlings" oder den Ol jag ha-Awiw, wie ihn die Bibel bezeichnet, zu feiern. Wenn wir heute noch manch erhaltenen Rest ehemaliger Bräuche und Zeremonien vorurteilslos betrachten, so gewinnen wir den Eindruck, daß dieses Fest einst das Fest der Herde auf der Weide und des Bauers auf dem Acker war. Wir können sogar so weit gehen und sagen: der Feiertag, der heute mit dem großen nationalen Befninngsakt aus Aegypten in Zusammenhang gebracht wird, bestand ursprünglich aus zwei voneinander völlig unabhängigen Festtagen, die die Juden auf verschiedenen Kulturstufen gefeiert haben. Erst eine spätere Zeit hat die beiden Feste innerIich gewandelt und miteinander verschmolzen. Nomaden oder I lalbnomadcn, wie die hebräischen Stämme vor der Laudchuiahme waren, wandern mit ihrem Kleinvieh von VX'cidcgrund zu Wcidegnim! und leben hauptsächlich vom Ertrag der Herde. Ihre Lebensweise ist von patriarchalischer Schlichtheit. Mit Ausnahme von f'amilienfestlichkeiten oder den sonst wiederkehrenden Jahresfesten, wo ein Opfer dargebracht und gemeinsam verzehrt wird, ist der Fleischgenuü recht selten. Kommt nun aber der Frühling und die Schafe und Ziegen haben Junge geworfen, dann nimmt der nomadische lbrte das Erste und Auserlesenste seiner Herde und bringt es als Opfer dar. Damit verbindet er das Fest des Frühjahrs und der Fruchtbarkeit. In der Nacht des 14. Nissan beim l'riihiing.svoliniorhl versammelt der Ilalbnomade seine Eigenen und Angehörige und schlachtet das Peßaeh-Lamm, Dann wird es auf dem Feuer gebraten (eine echt nomadische Sitte, zumal es noch an anderen, bequemeren Bratmöglichkeilcri Milte) und noch in derselben Nacht ganz verzehrt. Em die Dämonen und bösen Deister, die für den primitiven Menschen eine kaum wegzudenkende Realität bedeuten, 7u besänftigen, bringt man ihnen das Blut des Opfers in der Form dar, indem matt es am Eingang des Zeltes streicht, um Menschen und Vieh vor Seuchen und Tod zu schützen. 1 ür den Bauer, den seßhaften Menschen jedoch ist das Fest ein Fest der Erde und des trächtigen Ackers. Es ist die Zeit, wo die Ernte beginnt. Der Bauer weiß, daß er Gott für seinen Segen auf Flur und Feld Dank schuldet und so nimmt auch er das Erste und Beste des Ackers, eine Eiandvoll Gerste, und bringt sie dar. Mit diesem Dankopfer, das gewöhnlich im Heiligtum dargebracht wird, ist auch das Freudenfest verbunden, das nunmehr der Landmann im Kreise seiner Familie und der Oemeinschaft begeht. Manche biblischen Stellen weisen ausdrücklich auf den Naturcharakter des Festes hin. So z. B. 5. B. M. 16,9, wo es heißt: ,r..wo man zuerst die Sichel an die Halme legte". Ist aber die Ernte im vollen (lange, so findet der Bauer nicht die Zeit dazu, um die Brote mit Sauerteig zu backen. Daher werden während dieses Festes ungesäuerte Kuchen neben anderer Nahrung verzehrt. In diesem Zusammenhange ist noch interessant, auf den kulturgeschichtlichen Zusammenhang zwischen dem einstigen Oetreideopfer des Bauern und der späteren Sitte der Omerdarbringung hinzuweisen. Der uralte Festbrauch, die Früchte des Fehles, bevor sie von einem Menschen genossen waren, der Gottheit zu opfern, hat sich also nach Jahr- DESSAU Sonn,«0. d*n 4. April 1937,20.15 Uhr Gemeindehaus, Steinttr. 11-14 DR. DAVID SCHLOSSBERG JOdiscfiB not-Jüdische Wanderung Zionistische Ortsgruppe Oessau Briefe an die Redaktion Eltern im Kibbuz Giwath Brenner, 23. März 1037 Sehr geehrte Redaktion! Gestatten Sie einer seit Ober iwei Jahren im Kibbuz Wx-iulm Mutter, zu den so fürsorglich«« Ausführungen des Haarez (siehe „Jüd. Rundschau" Kr. 19) über „Klicrn im Kibbuz" Stellung zu nehmen. Iiier leben rirka 40 Eltern. Per älteste Vater ist 74, die jüngste Mutter ist 45 Jahre alt. Alle, mit kleinen Ausnahmen, arbeiten. Die Männer in Werkstatten, wie Schuhmacherei« Schlosserei, Tischlerei, Buchbinderei, Glascr.ubcitcn und landwirtschaftlichen Zweigen, wie Hühnerfarm, Orangerie, Baumschule und Gemüsegarten usw. Ein Teil arbeitet ganztags, die Mehrzahl halbtags. Die Frauen nähen, flicken, stricken, kochen, an'lere schälen Früchte in der Marmeladefabrik usw. Wenn man bedenkt, daß die Eltern nicht etwa zur Arbelt .je.'.*u:.;;on werden, sondern aus eigenem Antrieb und moralischer Verpflichtung arbeiten, so kann der Eindruck des Gnadenbrotes bei ihnen nicht aufkommen. Würden die Eltern in Erwägung ziehen, ob ihre Kinder außerhalb des Kibbuzes in der Lage wären, ebenso für sie tu sorgen (zeitweise Arbeitslosigkeit niitcingerechnel), so würden sie zur Einsicht kommen, daß für sie das äußerste getan wird. Zieht man nun in Betracht, daß sich die Kibbuzim ökonomisch nicht mit bürgerlichem Wohlstand, sondern nur mit Arbeitern messen können, so muß man anerkennen, was durch haue Arbeit geleistet und den Filtern geboten wird. Sie sind ' jeder Exiitenzsorge enthoben. Die Verpflcgung ist vorzüglich, gesund und klüftig, hat man doch eigene Milch und Milchprodukte, sowie Für, Geflügel und Gemüse. Das gemeinsame Essen allerdings ist eines der schwersten Probleme; Disziplin eine schwere Rache. Selbstverständlich empfinden Iresonders die Frauen den Verlust der langjährigen Selbständigkeit sehr schmerzlich und es fällt ihnen schwer, so manches Gericht auf andere Art gekocht zu essen. Man bemüht sich aber, unter das „früher war es andere" einen dicken Strich zu machen, und gewöhnt sich mehr oder weniger schnell an die neuen Bedingungen. — Auch die kulturellen Bedürfnisse werden in allen Funkten befriedigt. Die große Bibliothek, die u. a. auch eine stattliche Anzahl neuester Bücher in jiddischer Sprache enthält, wird von den Eltern sehr fleißig benützt, al>er auch die zahlreichen talniudischen Werke werden eingesehen. Außerdem fehlt es nicht an allgemeinen kulturellen Veranstaltungen, wie Konzerten, Aufführungen, Vorträgen, sowie Kinderfesten an den Feiertagen, die mit zu den schönsten Erlebnissen gehören. Was die religiöse Frage betrifft, muß ich gestehen, daß die jungen Metischen nicht immer den nötigen Takt beweisen, um unsere religiösen Gefühle zu berücksichtigen, aber andererseits wird den religiösen Bedürfnissen der Eltern in jeder Beziehung Rechnung getragen. Wir halwn drei Siire Thora, es wird täglich mit Minjan gebetet, allaljendlich werden Scbijtirim abgehalten usw. Auch an freudigen Anlässen fehlt es nicht, an denen die Eltern vorwiegend teilnehmen. So hatten wir zum Beispiel letzte Woche sielwn Trauungen unter freiem Himmel und auch der Mohcl aus Kechowolh wird oft in Anspruch genommen. Was die Erziehung der Kinder anbetrifft, fällt es uns oft schwer, unseren Einfluß nicht geltend machen zu können, alwr wer kann Eltern dieses elementare und natürliche Recht der Erziehung ihrer Kinder vorenthalten? Eine Zuhilfenahme von Sozialfürsorge- oder Rabbinatsjtcllen ist vollkommen unangebracht. Die Zustimmung des Kas.senverwalwalters ist nicht „bei jeder Kleinigkeit" nötig, denn es besteht ein Elternrat, der sein Budget verwaltet und sich mit allen die Ellern betreffenden Fragen eingehend beschäftigt. Wohin würde es führen, wenn ein so großer Haushalt von 650 Menschen ohne Budget wirtschaften würde? — Allerdings bestehen innere Konflikte unter den Eltern, die oft zu Reibungen führen. Die 40 Eltern, die hier sind, stammen aus verschiedenen Gegenden des Ostens, man streitet sich wegen sephardischer oder aschkena>ischer Minhagim, es gibt Chassiditn und Misnagdim, die sich oft hitzig bekämpfen. Das Eingreifen eines fremden Rabbinats ist überflüssig, denn in den Kibbuzim gibt es unter den Ellern viele thoratreue talniudisebe Größen. Ich habe schon verschiedene Kibbuzim besucht und interessierte mich vor allem iür die Verhältnisse der Eltern. Ich kam zur Einsicht, daß es überall im Grunde genommen dieselben Probleme sind, mehr oder weniger kraß, je nach Zusammensetzung der Eltern. Ueberall dieselben Erscheinungen, Depressionen, Konflikte mit sich und den arideren, ein Mehrgelten und Einander-beherrschen-wollen, man will nicht auf die frühere Geltung verzichten usw. Ich möchte schließen mit den Worten, die mir ein alter frommer Vater in einem Kibbtiz sagte, als wir unsüber die religiöse Frage im Kibbuz unterhielten: „Kukt, wos unsere Kinder hoben mit Blut un Schweiß tm Verlust iun Leben geschaffen fun Mtdburjes (Wüsten) und Steiner und wie senen sei mekajim kowed die Eltern. Gott soll sei dos rechenen." Erna Schärf Giwath Brenner (früher Zürich) „Chazaas" Meschck Jagur, 19. März 1937 Liebe „Rundschau"! Mit großem Vergnügen lesen wir den neuen Roman „Volk Israel lebt", weil das äußere Schicksal seines Helden so oft dem unseren entspricht. Auch wir „Neue" wohnen in einem unfertigen Neubau und werden von Verputzern und Schreinern vertrieben, auch wir verderben uns gründlich den Magen mit t Ibstsuppe .... Jede neue Fortsetzung ruft Heiterkeit hervor, weil sie so aktuell ist. Eines hat uns alxir nicht gefallen, wenn es auch nicht sehr wichtig ist- Wir arbeiten nämlich zum großen Teil im Steinbruch und haben vertrauten Umgang mit den Fachausdrucken dle-.es halten Gewerbes. Also: „Chazaz" beißt nicht „Steinbruch", sondern „Schotter". Steinbruch heißt „Maehzewah", ein Wort, das bei vielen noch mit Vorstellungen aus einem der Dantcschen Höllen bezirke auf« engste verbunden ist. Man kann also nicht gut von „maschinisiertem Chazaz" sprechen, denn einstweilen haben sich die vielen Schottersteine (leider!) noch nicht in Maschinchen veru-andelf, sondern wollen geduldig in Körben auf der Schulter durch Staub und Hilze — getragen werden. Wir halten es aber dem Verfasser zugute, daß er «ich nur vorübergehend mit „Czazaz" befaßt hat, und selten ihn mit Freutie bereits beim Kutschieren durch den Bots angelangt, für uns ein großer Fortschritt. Wir sehen dem weiteren Schicksal unseres Kollegen mit Interesse entgegen und hoffen nur, daß er nicht vor seelischen Qualen und innerer Zerwürfnis den (mit Chazaz gut und glatt gepflasterten) Weg aus Tel- Hamon zur Stadt nimmt Schalom! Walter Goeti Lustiger Druckfehler Tel-Awiw, den 21. März 1837 Sehr geehrte Redaktion! Zu der in Ihrer Rubrik „Briefe, an die Redaktion1' veröffentlichten Zuschritt „Ein hebräisches Wort" in Nr. 18 möchte ich hinzufügen: Einen klassischen Beleg für die vor» einer englischen Zeitschrift behauptete „Identität" von „brith" und „british" liefert die vom „Royal Institute of International Affairs" unter Inform. Departm. Fapers Nr. 20 herausgebrachte Broschüre „Grcat Britain and Paiestine 1915-1936" auf Seite 78(2) in dem Wortlaut: „The best known Tewish group was »he British "Shalom ....." Vielleicht ist si hon d.-.-, was sich heute in unserem Lande abspielt, der „Britische Frieden" (Fax Bi itannica)?! Mit palästinensischem SchaJom H. Woznaoski hunderten noch in der Institution des Omar, die im Tempel zu Jerusalem am ersten Tafje des Mazzothtestes beobachtet wurde, erhalten. Aui der Stufe der Seßhaftigkeit verschmolz sich die alte Peßach-Feier der Halbnomaden mit dem agrarischen Fest des Landmannes zu einem einzigen Naturfest von Feld und Herde. Nach und nach verblaßte der ursprüngliche Natursinn dieses Festes, der einer geschichtsphilosophischen Auslegung Platz machen mußt«. Noch in Aegypten, bevor die Befreiung vor sich geht, schlachtet jede Familie ein junges Schaf oder eine junge Ziege, mit deren Blut Pfosten und Oberschvvelle der Haustüren bestrichen werden. Das Blut ist nun ein Zeichen für den Verderber (JVnpB 2. B. M. 12, 13; das hier noch leise die Vorstellung der Nomaden nachklingt, braucht erst nietet besonders betont zu werden), der auszieht, die Erstgeborenen 'der Aegvptcr zu 'töten, damit er die Juden schone. Dabei wird natürlich das Wort „Peßach" als „schonend vorüberziehen" erklärt. Während also die Bibel genauestens das Peßachopfer vorschreibt, fügt sie hinzu, daß das Opferfleisch zusammen mit ungesäuerten Broten verzehrt werden muß. Sowohl den eigenartigen Brauch des Peßach-Larnmes wie der Mazzot erklärt man mit der Tatsache des Auszuges aus Aegypten. In diesem Zusammenhange ist es nicht uninteressant zu erwähnen, dafS das Pcßaclifest in seiner späteren Form und historischen Interpretation in der biblischen Zeit, zumindest aber bis in die Zeit Joschijahus, kaum ausgeübt und beobachtet wurde. Das beweist eine Bemerkung des historischen Berichtes in 2. Kön. 23,22 und Chr. II, 35,18. Dort heißt es, Joschijah ließ das Pcßachfest feiern, denn „wie dieses Peßach ist keines seit den Tagen der Richter ... und die ganzen Tage der Könige in Israel und in Juda gefeiert worden.*• Es scheint also,'daß Joschijah, nach der von ihm im Jahre 622 v. Chr. durchgeführten religiösen Reformation, das Peßach-Fest zum erstenmal als öffentlich-kultisches Fest, nach den Vorschriften des 5. B. M., im zentralisierten Heiligtum in Jerusalem begehen ließ. Seine heutige Sinngebung und Form hat das Fest wahrscheinlich erst in den Zeiten nach Joschijah, sicherlich aber nicht vorher, bekommen. Das ehemalige Fest des Frühlings und der Natur ist auf einer höheren Stufe der religiösen Entwicklung idealisiert und verklärt worden. Zusammen mit seiner historischen Inferoretation hat es seine transzendentale Deutung erhalten. Der Chag ha-Mazzoth und Chag ha-Peßach ist zum großen Festtag der Erlösung aus der ägyptischen Knechtschaft geworden, der nationale Festtag vom Werden des jüdischen Volkes. Dr. Jacob Meitlis Wissenschaftliche Zeitschriften zur Einsicht Von den ausländischen wissenschaftlichen Zeitschriften aus den Gebieten der Naturwissenschaften, Medizin, Geschichte und Rechtswissenschaften sind weitere neue Nummern von der Oroßioge U.O.B.B. zur Verfügung gestellt worden. Für Frankfurt a. M. und Umgegend steht die Sammlung im Vereinshaus, Eschersheimer Länder. 27, Tel. 56 057, von 10 bis 1 Uhr und auf besonderen Wunsch: Montag, von 5 bis 7 Uhr, und Dienstag bis Donnerstag, von 7 bis 8 Uhr, zur Benutzung bereit, Postschlüsse nach Uebersee Vom 1. April bis 6. April (Abkürzungen: PA. =■ Postamt; BPA. Bahnpostamf; Flh. Flughafen) Palästina. Schiff: 2. April Hamburg (PA. 1) 15 Uhr; '4. April München (BPA. 1) 9 Uhr; 6. April Frankfurt a. M (BPA. 19) 19 Uhr; 7. April München (BPA. 1) 9 Uhr. —. Bahn: 3., 5. April München (BPA. 1) 9 Uhr (Leitverrnerk: „via Belgrad—Aleppo"). — I.uft: 3., 7. April Berlin (PA. C 2) 6 Uhr; 3., 7. April München (BPA. 1) 10 Uhr. Vereinigte Staaten von Nordamerika. Schiff: 2. April Hamburg (PA. 1) 19 Uhr; 3. Aprii Berlin (PA. C 2) 8 Uhr zu „Europa" 4. April Cherbourg. — 5. April Hamburg (PA. 1) 19 Uhr; 6. April Berlin .(PA. C 2) 8 Uhr zu „Normandic" 7. April Le Havre. — 6. April Hamburg (PA. IJ 17 Uhr; 7. Anrit Berlin (PA. C 2) 8 Uhr zu „Manhattan" 8. April Cherbourg. — Luft: Fahrten des Luftschiffes „Hindenburg" und Nachbringeflüge von Köln zum Dampfer finden bis auf weiteres nicht statt. Südamerika. Schiff: 5. Aprit Berlin (PA. C 2) 16 Uhr; 6. April Hamburg (PA. 1) 6 Uhr zu „Cap Arcona" 6. April Hamburg. — Luit: 3. April Berlin (PA. C 2) 9 Uhr; 3. April Frankfurt a. M. (BPA. 19 oder Flh.) 13 Uhr Air France. — 7. Aprii Berlin (PA. C 2) 21 Uhr; 7. April Frankfurt a. M. (BPA. 19 oder Flh.) 24 Uhr Deutsche Lufthansa. Südafrika. Schiff: 7. April Berlin (PA. C2) 14 Uhr; 7. April Hamburg (PA. 1) 19 Uhr; 7. April Köln (BPA. 10) 2t Uhr zu „Winchester Castle" 9, April Southampton nach Kapstadt, Johannesburg und Pretoria. — Luft: 2., 6. April Berlin (PA. C 2) 20 Uhr. — 2., fiu April München (BPA. 1) 24 Uhr. _ Juden und Jüdisches Im Rundfunk Sonnabend, 3. Aprili Preßburg (1004), 20.35: Offenbach: Madame Favart. — Luxemburg (1304), 22.25: Uraufführung, Klavierkonjert Jeriv Fitelberg. Sonntag, 4. Aprils "Prag (470), 19.45: Alexander Kipnis singt. Rabbiner Dr. Max Nussbaum spricht über Palästina im Brennpunkt m ionischen weitprobiematm Die Situation der Juden in derWelt <• Dia Galuthi Wirklichkeit, Illusionen u. BefreiungstendenMft / Außerpalästinensisdie Emigration s Territoriolismui und Aliiah /» Vor der EntsaSeidung dar KSniglidi. Kommi»»lon ✓ Die Zukunft Erex Urarit / Der Glaub» an unterVolk /Unter allen Umständen CHPMNITZ Dionotag, d»n 8. April 1*37, 0O.1S Uhr, I I ,„ „-r 8yBaB08- Zionistische Vereinigung fOr Deutschland I I' \ \ k aOfi.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.