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Jüdische Rundschau · 1937-04-01 · Heft 26 (1.4.1937) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 26 (1.4.1937)
Date
1937-04-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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' Nr. 26, 1. IV. 1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Verhängnis über Safed Schicksal und Hoffnung einer palästinensischen Stadt Von C. Z. Klötzel, Jerusalem Wie wir in Nr. 24/25 berichteten, hat der High Commissioner gleich nach seinem Wiedereintreffen in Palästina Galiläa bereist und besonders der Stadt Safed einen Besuch abgestattet. Dabei wurden ihm von den jüdischen Vertretern die besonders schwierigen Verhältnisse der Stadt dargelegt. Wauchope hat versprochen, für Abhilfe zu sorgen. Der nachfolgende Aufsatz schildert eindrucksvoll die anormalen Verhältnisse in Safed, das heute einer der Sorgenpunkte des Uschuws ist, und die über die augenblickliche politische Spannung hinausreichenden Problerne der jüdischen Bevölkerung dieser einst berühmten Stadt. (Red.) Wer in diesen Frühlingstagen die steile Straße nach Safed hinauffährt, müfite schon ein arger Hypochonder sein, wenn ihm nicht mit jeder Biegung des Weges das Herz lichter und höher schlüge. Es ist die schönste Zeit des Jahres, und es ist eine der schönsten Landschaften Erez Israels. Das Blau des Kinercth-Sees ist eingerahmt von dem Smaragdgrün Blick auf Safed der angrenzenden Ebene, das sich hoch hinaufzieht über die Hänge der Gebirge des Oalils und Transjordaniens. Der Gipfel des Hermon leuchtet weil] vom Schnee dieses Winters herüber, aber die Luft ist warm und geschwängert mit dem Balsam von Millionen Blumen. In den ummauerten Gärten, die der Stadt vorgelagert sind, blühen Kirsch- und Mandelbäumc. Das Gewimmel der Dächer wird überragt von den dunklen Silhouetten riesiger Cypressen und Aleppo-Fichtcn. Man hält, kaum daß man in die Stadt eingefahren ist, vor einem freundlichen Hotel, in dessen Vorgarten vielhundcrtjährige Oelbäumc der Zeit trotzen. Man setzt den Fuß auf den Boden Safeds mit dem Gefühl einer Leichtheit und Bcschwingtheit, wie man sie selten spürt in diesem Lande... Eine Stunde später, nach einem Gang durch die Stadt, nach kurzen, einsilbigen Gesprächen mit zerbrochenen, müden Menschen ist das alles wie weggewischt. Safed liegt in dieser blühenden Landschaft Obergaliläas wie ein Grab in einem Garten. All der Frühlingsfriedcn ringsum täuscht: wir sind in einer belagerten Festung. Für wen immer dieses lachende Grün der Wiesen, dieser Blütenschnee der Bäume, diese balsamische Luft geschaffen sein mag: die Juden Safeds haben keinen Anteil daran. Ucber ihnen lagert das Verhängnis. Safed ist ein Gewirr enger Gassen und Gäfichen. Mitten hindurch führt die „Hauptstraße", Teil der Chaussee, die von Syrien nach Akko führt, und auf der allein ein Wagenverkehr möglich ist. Diese Straße legt einen Querschnitt durch Safed. Ihr jüdischer Teil liegt in der Mitte, flankiert von arabischen Vierteln. Man kann auf dieser Straße und im Auto die Stadt als Jude einigermaßen ungefährdet betreten und verlassen. Aber zu Fuß darf man sieh auch nicht einen Schritt über die Grenze des jüdischen Viertels hinauswagen. In den Tagen der Unruhen war der Weg hier mit Steinbarrikaden und spanischen Reitern verrammelt. Sie sind jetzt hinweggeräumt, aber es ist, als türmten sich statt ihrer unsichtbare, unübersclireitbare Hindernisse. Das letzte jüdische und das erste arabische Haus liegen sich überall gegenüber wie Vorposten zweier feindlichen Heere. Auf dem jüdischen sieht man oft gefüllte Sandsäcke, die einem Polizeiposten als Schutzwall gedient haben. Das arabische liegt meistens finster und verschlossen da; hinter seinen Fensterläden brütet das Unheil. Auf „ihrem" Teil der Hauptstraße können sich die Juden Safeds etwa 300 Meter weit frei bewegen. Und welch ein Glück, daß innerhalb dieser 300 Meter die Post liegt! So kann man wenigstens — Steuern zahlen. Denn das Steuerbüro liegt in Arabisch-Safed, und da kann man nicht ohne Lebensgefahr hin. Die Behörde hat es selbst anerkannt, daß man den Juden nicht zumuten kann, persönlich dort zu erscheinen, zu riskieren, einen Stein an dtn Kopf oder eine Kugel in den Bauch zu bekommen. Sie kann sie offenbar auch nicht auf dem kurzen Wege zum Regierungsgebäude schützen. Aber sie können, ohne irgendeine Gefahr fürchten zu müssen, zur Post gehen und ihr Geld au die Adresse der Regierung abschicken. Die Post wird schon dafür sorgen, daß es pünktlich und richtig abgeliefert wird — 200 Meter von ihr entfernt. Die Juden Safeds sind also in ihrem Quartier eingesperrt wie in einer belagerten Festung. Man kann auch sagen: wie in einem Ghetto. Die Araber hingegen könnten ohne die mindeste Gefahr ins Judenviertel gehen. Aber sie dürfen nicht. Oder doch nur gegen einen Erlaubnisschein, der drei oder fünf oder zehn Piaster kostet. Diesen Zoll erheben nicht etwa die Juden an den Eingängen ihres Viertels, sondern das arabische Boykott-Komitee verlangt ihn, wenn es ausnahmsweise die Erlaubnis erteilt, einen jüdischen Kaufmann oder einen jüdischen Arzt zu besuchen. Wehe der arabischen Frau, die sich ohne diesen Erlaubnisschein zu ihrem jüdischen Zahnarzt schleicht! Wehe dem Fellachen, der versucht, in der Dunkelheit mit seinem Esel die „Biockatle" zu durchbrechen und ein paar Sack Getreide an einen jüdischen Kunden zu verkaufen! Das mindeste, was ihnen passiert, ist, daß sie erbarmungslos verprügelt werden. Die „Passierscheine" des arabischen Boykott-Komitees werden unter der Nase der Regierungsbehörden verteilt. Die Prügel auch. Es ist eine innerarabische Angelegenheit, ein Stückchen palästinensischer „Selbstverwaltung". Sie funktioniert ausgezeichnet . * Auf der Hauptstraße von Safed, zwischen der Allianee- Schule und dem Hotel-Neubau, in dem jetzt Militär einquartiert ist, sieht und hört sich das alles an wie ein Problem von gestern und heute. Die „Verhältnisse im Lande" wirken sich hier ebenso aus. Es werden andere Verhältnisse kommen. Und es wird hier wieder anders aussehen. Die Araber werden die Juden nicht ewig boykottieren. Man wird wieder Steuern zahlen können, ohne den Umweg über die Post zu machen. Es wird wieder möglich sein, am Schabbat-Nachniittag auf den Berg Kanaan zu spazieren, wo eine unternehmende Jüdin große Hotelbauten hat aufführen lassen, denn die Luft ist dort wirklich herrlich und selbst im Hochsommer kühl und der Blick hat seinesgleichen nicht mehr im ganzen Lande. Aber vorläufig ist ein Spaziergang auf den Kanaan mit Lebensgefahr verbunden, und ein Kuraufenthalt, der von Schüssen unterbrochen wird, ist nicht erholsam. Aber, wie gesagt, es werden ja wieder einmal andere Zeiten kommen ... Taucht man aber einmal, von der Hauptstraße abbiegend, im Gewirr der üäßchen des Judenviertels unter, so ändert sich das Bild sofort. Je tiefer man in sie eindringt, desto tiefer wird die Erkenntnis, daß die „gegenwärtigen Verhältnisse" das Verhängnis dieser Stadt nicht erst geschaffen, sondern es nur in überscharfer Weise sichtbar gemacht haben. Daß das Problem des jüdischen Safed nicht vom Ausbruch der Unruhen stammt, und nicht mit der Herstellung „normaler" Verhältnisse verschwinden wird. Und daß seine Lösung nicht von draußen kommen kann, nicht von einem Stimmutigsumschwung der Araber und nicht von einem Erwachen der Regierung aus ihrer Lethargie, sondern daß es ein Problem des Jischuws ist und nur von ihm gelöst w erden k a n n. Ein Gang durch das jüdische Safed von heute gleicht einem Albdruck. Es ist eine* üespensterwelt. Vor dem Kriege, als hier noch 12 000 Menschen lebten, muß in der Enge dieser düsteren Gassen ein fürchterlich zusammengepreßtes Leben geherrscht haben — aber Leben! Heute verlieren sich die 2000 Juden, die geblieben sind, fast spurlos im Labyrinth dieser „Altstadt". (Arabisch-Safed zählt 0000 Einwohner'.) Es ist wahr, es gibt Kinder in Safed, drei oder vier Schulhöfe voll von ihnen. Aber man fragt sich, wer eigentlich ihre Eltern sind? Denn sonst sieht man fast nur Greise und Greisinnen. Zerbrochene, alte Menschen. Es schlürft durch die Straßen Safeds auf Filzpantoffeln, und von drei Menschen brauchen zwei einen Stock als Stütze. Ein fester Männertritt weckt von den Wänden ein überlautes Echo, und die schleichenden Schemen sehen sich erschrocken um. Die {iiiigen Menschen gehen von Safed fort, sobald sie können. Sie können liier nicht leben: wirtschaftlich nicht und geistig nicht. Von zehn Läden in dieser Stadt sind acht geschlossen, „vermacht", wie man hier sagt. Vor den Unruhen waren es von je zehn nur sechs. Der arabische Boykott hat den Prozentsatz der geschlossenen Läden auf 80 "> gesteigert. Die Araber kaufen nichts, und sie verkaufen auch nichts. Während der Unruhen verkauften sie den Juden, die sich nicht aus der Stadt rühren konnten, nicht einmal— Wasser, das von weither in die Stadt geschafft werden muß. 80 °/o aller jüdischen Menschen in Safed weiß auch nicht, wo sie den Bissen Brot für morgen hernehmen sollen. Ein nicht unerheblicher Teil der Bewohner dieser alten Hochburg des Kabbalismus hat seit jeher von der Chalukkah gelebt. Aber die Gelder der Chalukkah tröpfeln nur noch durch das Gatter der europäischen Devisensperre, und Safed ist weit von Jerusalem, wo man sie verteilt. In dieser Stadt voller Gespenster ist indessen nichts unheimlicher als eine Chimäre, die moderne Züge zeigt. Nach den Unruhen von 1120, die in Safed blutige Opfer forderten, wurde in Amerika der „Keren Esrah" („Emergency fund" ~-= Notfonds) gesammelt, und Safed sollte 25 000 Pfund davon erhalten. Eine Summe, mit der schon manches hätte geschafft werden können, was Hilfe bedeutet hätte. Die Verwaltung des Fonds, von alien guten Geistern verlassen, baute 25 moderne Läden und eine riesige unterirdische — Markthalle. Dieses ganze „moderne Geschäftsviertel" hat nie einen Kunden gesehen, denn nie hat auch nur ein einziger Kaufmann von diesen Läden oder von dieser Markthalle Gebrauch gemacht. Das Ganze steht da, durch grellweiße Tünche sich von dem Grau der verwitterten Altstadt abhebend, wie ein groteskes Denk- und Warnungsmal hirnloser Philanthropie. Ein teures Denkmal für das arme Safed! Dicht vor der Stadt, auf einem Bergabhang, liegt der Friedhof mit den Gräbern des Ari und anderer großer Kabbalistcn. Dort weiden heute die Kühe der Safeder Juden. Das ist ihr Ghetto. Denn die jüdischen Hirten sind „lüngelech", denen es schlecht bekommen Würde, wenn sie ihr Vieh irgendwoanders weiden ließen. Und die toten Kabbalisten kümmern stell nicht um ihre alte Stadt; kein Golem wird von ihnen belebt, um die Bedränger ihrer Enkel in die Flucht zu schlagen... Das Verhängnis, das über dem jüdischen Safed lagert, ist der Fluch der Isolation. Das Problem läßt sich mit wenigen Worten umreißen. Safed ist aus einem lebendigen, organisch gewachsenen Zusammenhang herausgerissen worden. Um ihm zu helfen, mehr: um es zu retten, muß ein neuer Organismus geschaffen werden, in den es hineinwachsen kann. Das Schicksal Safeds ist durch zwei Tatsachen besiegelt worden: durch die Grenzziehung zwischen Palästina und Syrien und durch die Motorisierung des orientalischen Warentransportes. Wenn vor dem Kriege in Safed 12 000 Juden (neben Tausenden von Arabern) ihr Brot finden konnten, s<> deshalb, weil ihre heutige Hauptstraße ein winziges Stückchen der großen Karawanenstraße war, die von Akko nach Damaskus führte. An dieser Straße war Safed einer der größten und bedeutendsten Plätze. Auf steiler Bergeshöhe gelegen, war es das natürliche Ruhequartier für Tausende von Menschen und Zehntausende von Tragtieren, die mit Unterkunft, Futter, Nahrung versorgt sein wollten. Heute ziehen die Karawanen nicht mehr über die Jordanbrücke „der Töchter Jak-obs", der Weg von Damaskus zum Meer führt nach Beirut. Aber auch wenn die Grenze nicht wäre, wäre Safed nicht das große Karawanscraii geblieben. Denn das Lastauto wird von dem Von zehn Läden sind acht geschlossen. (Dieses Photo wurde nicht an einem Schabhat aufgenommen.) Foto«: C. Z. KI6U.I hin Denkmal gedankenloser Philanthropie: das niemals be~ nutzte „moderne" (lesehäftsriertel in Safed, das der „Heren Esrah" nach den Unruhen von l'JM haute steilen Anstieg nicht müde, und von Damaskus nach Akko fährt man heute in ein paar Stunden. Das trifft das arabische Safed so sehr wie das jüdische, aber hier ist der Punkt, in dem die „gegenwärtigen Verhältnisse" eine entscheidende Rolle zu spielen beginnen. Das arabische Safed hat rings um sich das arabische Galiläa, für das es einen seiner natürlichen Mittelpunkte bildet. Das jüdische Safed ist völlig isoliert. Denn es gibt kein starkes, volkreiches jüdisches Ober-Galtlä a, in dessen lebendigen < )i ganisuius Safed hineinwachsen könnte. Wer dort auf dem höchsten Punkt stellt und ins Land blickt, blickt auf die verladene jüdische Siedlung L.jn Sethim, auf das verlassene Macluina, auf das verladene Kfar Clultin. Der nächste jüdische Ort j„t Rum-Ii Pinah, wundervoll gelegen — aber ohne Jugend. In Sichtweite liegen andere Pica- Kolonien: Jessod Hama'alah, Misolnnar llajarden, in denen es nicht besser aussieht. Aiejcth hasrliaihnr, heilte eine blühende Kwu/ah, ist der ein/ige I lelnpimkt, abir es liegt schon weit von Safed fort. Das liegt oben auf seinem Berg, und das Leben geht an ihm vorbei. Zu der erzwungenen Isolation kommt die gedauk enlose Vernaclil.Wigunt: „Ich lebe jetzt zehn Jahre in Safed, und uh habe jeden Vortrag gehört», iahen wnrden ist. I s waren genau ■— Vortrag' für Safed. Wir haben nicht Habimah, kein Obel, kein Mattateh der in dieser Zeit hier g zwei! Alle fünf Jahre ei einmal ein Kino. Keine besucht uns. Hier kann nur eins helfen: d i e 1 u n g d e s O!> e r e n (i a i i I mit nach den Koloiiisatioiispriuzipien des Huieii-Konzession in jüdische I laude in Safed auf. Aber fluleh — das ist e jüdische Be s i e djungen Menschen und Zionismus. Als die übet ging, horchte man u Stuck schwerster Arbeit, das langwierige Vorarbeiten braucht, ehe die ersten Siedler den trockengelegten S:mipf pflügen können. Jetzt gibt der Keren K a j e m e t Ii die Losung aus: „Ins Galil!" Es wäre zu viel gesagt, woiite man behaupten, daß die erste Kunde von der bevorstehenden Nationalfonds-Aktion in Safed ein begeistertes Echo gefunden habe. Die Gespenster in der Altstadt hat es wenig' berührt. Aber alles, was in dieser toten Stadt dennoch am Leben ist, das bißchen Jugend, das es dort gibt, die wenigen gebildeten, verantwortungsvollen Menschen, die ein Amt oder eine Aufgabe dort festhält, sie sehen einer» Hoffnungsstrahl. Wenn rings das Gabi sich mit jüdischen Siedlungen füllt, wenn es hier von jungen Menschen wimmelt, wie im Emek, in der Haifa-Bav, im Emek Chefer — überall da, wo der Keren Kajemeth bisher aus Steppe und Einöde Wachstum und jüdisches Leben geschaffen hat — ja, warum soll dann nicht diese alte, einst blühende jüdische Stadt sich wieder erneuern, jung werden, organisch mit dem neuen Leben hier verwachsen? Ein Maler aus Ein Charod Der Name des Malers Chaiin Aptjeker ist nur wenigen bekannt. Seine Ausstellung wurde nicht in einer der Städte eröffnet, sondern in Ejn Charod, wo er schon zwölf Jahre arbeitet. Zwölf Jahre hat er sich mit seiner Arbeit abgeschlossen, lernte mit hartnackiger Ausdauer, bereitete sich mit eigener Hand seine Leinwand vor, trieb unter großen Schwierigkeiten I arben auf, arbeitete dag und Nacht. Im 1 auf der Jahre vernichtete er viele seiner Werke, bis er seinen eigenen Ausdruck fand. fr fing mit L and« s c h a f t s in a I e r e i an. Die Lulle neuer Farben im f and fesselte ihn, so wie jeder von diesen Farben überrascht und augezogen wird, der nur Augen hat, sie zu sehen. Der Maler ging später zum Stilleb e n über und meißelte an ihm wie der Bildhauer an dem Stein. Er wollte die Materie überwältigen, das Objekt über sie stellen, nicht aus Lust am Farbenspiel, sondern aus Verständnis und Gefühl für die Materie, aus der das zu bezeichnende Objekt besteht. Später konzentrierte er sich auf P o r t r ä t - M a I e r e i, hierin ergoß sich seine ganze Schaffenskraft. Es ist nicht erstaunlich, daß ein Maler, der inmitten eines großen Menschen« kreises lebt, gerade dieses Gebiet wählt. Aptjeker malte viele Selbstbildnisse. Er analysierte in ihnen seine Zweifel, die Offenbarungen und die Stimmen, die ihm ertönten — und entdeckte sich selbst in seinen Bildern. Als ob er nicht e i n Mensch wäre, so erscheint er hier, sondern eine Menge, mit vielen Leben. Auf allen diesen Bildern fallen die suchenden Augen auf; es gibt Bilder, auf denen die Augen Dinge von außen suchen, und solche, die suchend nach innen blicken. — In der Ausstellung sind mehrere Bilder eines alten Mannes, eines Vaters aus Ejn Charod. Und auch er erscheint in verschiedenen Formen und Wandlungen. Einer der Väter, der Eltern, in denen noch das Erbe der Vergangenheit lebendig ist, das sich in jeder Falte des Gesichtes zeigt. Und trotzdem -- ist dies Gesicht schon in einen neuen Rahmen gespannt. Dieses Bild wird zum klassischen Ausdruck des Alten —- und seines Zusammentreffens mit der Wirklichkeit, die vorwärts stürmt, in der aber auch eine gläubige Seele wohnt. N. B c n a r i, Ejn Charod Seihst pari rät Foto: Margot Mc Gtwath Brenner (Schluß des Palästinateils)

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