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Jüdische Rundschau · 1937-03-26 · Heft 24-25 (26.3.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 24-25 (26.3.1937)
Date
1937-03-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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f f Safte % JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 24/25, 26. Hl. 1937 UtWfnOHH UoffanOhH Herrenu n a Damen-Ausstattungen Berlin SM, Friedwichstr&ße 50-31 £PMMH^ HIV MS^I^^ f| £f Zur Lage in Rumänien Eine Botschaft des Königs — Da* Gesetz zum Schutz rumänischer Arbeit jüdischen Familien, die in kleinen Orten isoliert wohnen, die in den letzten Jahren das üefühj der Fremdheit, das sie früher in dieser Art nicht gekannt hatten, erleben nmliten, auch sie mögen in dieser Feier Erhebung und Auflichtung finden, l'n-ere Gedanken schweifen hinüber nach Rußland, wo die Juden, die der Uebei lieferung treu geblieben sind, unter größten Widerstanden und Erschwerungen sich Uie Feier dieses Festes erkämpfen; wir denken an Polen, wo viele Taufende kaum das Nötigste zum Leben haben und dennoch so gut sie können die I estbrauehe zu üben versuchen. Wir denken an E r e z, Israel, wo das Zusammenfallen der beste aller drei Religionen immer eine besonders gefährliche Spannung erzeugt, auch schon in ruhigen Jahren, geschweige denn in diesem Jahre des Schreckens. Sic alle, diese Splitter des jüdischen Volkes, sind in ihrer Art dein jüdischen Schicksal unausweichlich gegenübergestellt. Und doch wird Frühling, doch schlagt das Her/ hoher, doch wissen wir, daß aus all der Not etwas Neues werden wird. Wir können nicht darüber streiten, wir haben auf viele der Einwände, die uns gemacht werden, keine Antwort. Aber tief im Innen! un.-cii wir, daß das. jüdische Volk leben wird, Es kommt mir darauf an, daß in der Stille die Kräfte reifen, die aus dem Chaos, in dem wir heute sind, wieder eine gculnetc Welt schaffen. Wir können nicht an Ahes anknüpfen, da^ nicht mehr lebendig ist. Aus den Wn khs'hkeiten unseres Lebens heraus muß sich das Jmlvui U'ii ei Heuern, vonv.irtawcUend, nicht rückwärts. I >'i'MT Weg hat b c g o n n e n; aber er ist noch lange nicht zu Ende. Amerikanische Juden an Lord Peel W ie ih> >>u;an der amerikanischen /ioni-den mitteilt, ist aus Ameiika ein M e m otanilu in an die unter Vorsitz von 1 oni l'eei ».teilende hgl. U'.ijoi 11 >o-.aiuii abgesandt worden, in «Ii m die I n t e r e s s e ti d e r a in e r i k a 11 i s c Ii c n Jude n am I' ,t ki »! i 11 ,1 \v e r k uai:;ekj.;! werden. Das Memorandum tra;;t die l hit er.-ehrit teil der I 'rasiilenien der Zionistischen Oit.;:i;ii>aiinii Amtiikar., ihr i 1 aueiHirganisation |iada>sah, des arm 1 iUimclivii Kiren Hajes»«*!, de» Judischen Nationalfonds in Aiienka, der l'a!est:ne l eunoinic Curporainm, des American ('oiiimittee fnr i'ak'hline und des Pale-dine Eudowment Funds. In dem Memorandum wird zunächst auf die Vorgeschichte der Iiallou.'d k klaratiun und ani «de Rulle, die die amerikanischen Zinuiva 11 dabei gespielt haben, hingewiesen. Es wird betont, «lab 1<H7 auf Unnul der ll jltuug *-hr britischen Regierung 4(XK> )uni«e Amerikaner sieh freiwillig für die Jüdische Legion in Palästina meldeten und dal! von Amerika ein völlig ausgerüstetes Sauitaiskorps mit Billigung der amerikanischen Behörden an die Palästina-Front entsandt worden ist. Später haben die amerikanischen Juden sich mit grober Emphase für die t. r t e i I u n k d e s M a n d a t s a n ü r o Ii b r i t a n 11 i u n eingesetzt, und der amerikanisch-jüdische Kongreß iahte am 18. Dezember 1916 eine Resolution, Palästina unter britische Schutzherrschaft zu steilen — zu einer Zeit, wo die Mandatsfrage noch keinesfalls entschieden war und andere Mäehte starke Aspirationen auf das Mandat erhoben. In diesem Sinne aulierte sieh auch eine im Jahre HJ1 'j an die Friedenskonferenz gerichtete Petition amerikanischer Juden, die von 5_;oi,s ikisoiieir unterschrieben war. Während der Friedenskonferenz winde dem Präsidenten Wilson eine ähnliche Denkschritt von den in Paiis anwesenden bnhrern der amerikanisilieii Jüdin ul.emitltt. Da« MvmoramhiiH berichtet dann über alle weiteren Schritte der amerikanischen Juden in dieser Sache und erwähnt auch den Vertrag zwischen den V e r e i 11 1 g t e n :> t a a t e n u n d < i r o Ii b r 1 1 a n 11 i e n vom 3. |)ezem!ier l'kk der sich auf die Anerkennung des Mandats durch die Vereinigten Staaten bezog. Im weiteren Verlaufe (Iis M< mi.ratidmio Werden die in a t e r i e 1 i e n Leistungen der amei ikatuseln n Jaden für Palästina aufgezählt, Amerika h. it mehr als Ii Ynikeicn Dollar zum keien i lajessod und dadurch /um Aufbau des Jüdischen Nationalheims beigetta.'e:i; es hat dtncSi die H.nla->ah da» Sanitätswerk, durch das Amerikaiiisi h- |ud;«cne Atr/te-Komitce die Hebräische Unive:-ü.o. durch das Jüdische Arbeiter-Komitee die Arbeitersiedlungen unteisiut/t, ebenso haben antiere Fonds einschließlich di Joint Iks'iibuuon kuiuiimtce zum Anlbau Palästinas In .:;et(:igi-(!. Auch eine Reihe hervorragender amerikanischer ha, h\\ istvidc'er Jmt bei verschiedfiien < ielcgcnheiteii (iutaebten eistjttet. In Anbetracht dieser Leistungen, so ward ausgeführt, haben die amerikanischen Juden ein Recht zu foidim, ö..!5 ,ne Verj.i'ichtnngen England», auf die die anterikanisehen Juden Mir Vertrauen setzten, auch ausgeführt wercb n. I , wird d.11111 tler Meinung Ausdruck gegeben, daß auch die anietikauische Regierung durch den erwähnten Vertrag indirekt für die Ausführung des Mandats verantwortlich sei. Peel-Bericht Ende April Laut „Manchester Ouardiaii" soll Lude April der Bericht der I'eel-Kommissieiti fertiggestellt sein. Das Blatt weist daraut hin, daß dies der erste Lall sein wird, in dem die britische Regierung einen Bericht gleichzeitig dem Parlament und dem Volkerbundsrat vorlegt, Cs Die arabische Tageszeitung ,.l I Dschamea el Isla 111 i a", die bereits vor einigen Tagen Vermutungen über die Entscheidungen der Kgl. Kommission publiziert hatte, meldet aus London, der Bericht der Kgl. Kommission enthalte Vorschläge, die praktisch die Einstellung der jüdische» Einwanderung, den Verbot tl e s Boden- Verkaufs an Juden und die Einsetzung eines Legis lalive Council bedeuten. Die Mandatskommission werde durch die Vorlage des Berichtes vor ein fait accompli gestellt werden. — Von zuverlässiger Seite wird mitgeteilt, daß dieser Bericht der Zeitung jeder Ct rund läge entbehrt. Die Kgl. Kommission soll vielmehr noch immer damit beschäftigt sein, die vor ihr gemachten Aussagen miteinander zu vergleichen, Zu Entscheidungen ist sie noch nicht gelangt Washington als Kongreflort vorgeschlagen Das Administrative Committee der Zionistischen Organisation Amerikas hat beschlossen, der Zionistischen Exekutive die Abhaltung de« nächsten Zionistenkongresses in Washington vonuschlages. Bukarest, 22. Mär«, (JTA.) Anläßlich der Beendigung der gegenwärtigen Session des rumänischen Parlaments wurde vom Ministerpräsidenten Gluorghe Tatarescu eine Kgl. Botschaft verlesen, die die Ergebnisse der gesetzgeberischen Arbeit in dieser Session zusammenfaßt. Die Kgl. Botschaft enthält folgenden bemerkenswerten Passus zu dem vor kurzem angenommenen Gesetz, das Studenten und Schillern die Teilnahme an politischen Kundgebungen verbietet: „Wir sehen in der neuen Maßnahme ein höchst wirksames Mittel zur Aidrcchterhaltling einer höheren Disziplin unter unserer Jugend, deren Enthusiasmus und Energie nicht in Haß und Feindschaft vergeudet werden darf, sondern verwendet werden muß zur Verwirklichung des großen nationalen Ideals der Einigkeit und Brüderlichkeit." Da das Parlament die Oster- und Sommcrferien angetreten hat, ohne daß ihm die neuen Oesetzentwürfe über den Schutz der rumänischen Arbeit und die lieber- Prüfung der Einbürgerungen vorgelegt wurden, rechnet man mit der Möglichkeit, daß insbesondere das neue Arheitssciuit/gesetz durch Notverordnung unter Zustimmung des Königs und des Kabinetts in Kraft gesetzt werden wird. Dali eine solche Absicht besteht, schließt man aus einem Artikel, welcher in der dem Arbcitsministerium nahestehenden „Revue für Arbeit und öffentliches Gesundheitswesen" erschienen ist. Es wird darin mitgeteilt, daß in letzter Zeit wiederholt Besprechungen zwischen Ministerpräsident Tatarescu und den Ministern für Handel und Industrie und für Arbeit abgehalten worden sind. Es sei beschlossen worden, im April eine Verordnung über den Schul« der rumänischen Arbeit zu erlassen. Die Verordnung soll vorsehen, daß in allen Privatuntcrnehniungen 75 >> der Angestellten Rumänen im ethnischen Sinn sein müssen, während 20 % rumänische Staatsbürger anderer Abstammung und 5 Ausländer sein können. Betriebe mit weniger als hundert Angestellten müssen innerhalb eines Jahres, solche mit über htiftiiert Angestellten innerhalb «ines halben Jahres die Voraussetzungen des Gesetzes erfüllen. Für Verstöße gegen diese Bestimmungen sind schwere Geldstrafen bis zu 1U Millionen Lei, Streichung der Importquote« und Entziehung aller Vorteile zur Förderung rumänischer Unternehmungen vorgesehen. Schließlich kann auch das Unternehmen einer gerichtlich einzusetzenden Zwangsverwaltung unterworfen werden. Die Durchführung der Maßnahmen soll in jedem Distrikt von einer aus Vertretern des Arbeitsministeriunis, des Handelsministeriums und des Landesverteidigungsministeriums bestehenden Kommission überwacht werden. Am letzten Schabbat sind in allen Synagogen Rumäniens Gebete um die Wiederherstellung der vor einiger Zeit schwer erkrankten Königin -Mutter Marie gesprochen worden. Der Zentralrat der Juden Rumäniens hat der Königin telegraphisch die Wünsche der rumänischen Judcnheit für ihre baldige Genesung übermittelt, Der geschäftsführende Präsident des Zentralrats, Dr. Wilhelm E i 1 d c r m a n, hat von der Königin folgendes Telegramm erhalten: „Ich danke Ihnen und der gesamten jüdischen Bevölkerung für die aufrichtigen guten Wünsche. Marie." Wohin gingen die entlassenen Wissenschafter? Von Ernst Kahn, Jerusalem Vor uns liegt eine Liste mit dem Wohnort von 1000 jüngeren und älteren tielehrten, die in den letzten vier Jahren Deutsehland verlassen haben. Nicht alle sind Juden; unter konfessionellem Gesichtspunkt «dürfte sogar nur eine Minderheit in diese Rubrik {allen. Keineswegs alle haben in ihrem heutigen Wohnort eine endgültige Stellung gefunden; gar manche von ihnen konnten nur eine v o r ü b ergehe n d e Aufgabe erhalten; anderen ist noch nicht einmal das gelungen. Obwohl die Zusammenstellung Lücken enthalten dürfte, ist sie verhältnismäßig vollständig und zuverlässig und deshalb ein interessantes Dokument; um es gleich vorauszunehmen: das Ergebnis ist in mancher Beziehung überraschend. Von 1000 aus Deutschland ausgewanderten Gelehrten wohnen heute in I. England........« «.......270 davon in London .......... 154 davon in Cambridge ........ 20 davon in t rxford . ,........24 davon in Manchester ........ 15 davon in 24 anderen Orten ..... 96 Z Vereinigten Staaten von Amerika........239 davon im Staate New York 68 davon im Staate Kalifornien......20 davon im Staate Massachusetts (Harvard!) 2t davon im Staate Pennsvlvanien.....16 davon im Staate Connecticut (New Häven!) 12 davon in 21 anderen Staaten ...... 102 3. Frankreich............. . . , 64 davon in Paris ........... 56 i Türkei................ 64 davon in Istanbul......... 45 davon in Ankara..........19 5. Palästina ................. 52 6. Schweiz................ 46 7. Holland................. 38 8. Dänemark (Kopenhagen).......• . . . 10 0. Schweden ......, . ,....... 10 10. Italien (in 12 verschiedenen Orten) ...... 16 II. Oesterreich................ 15 12. Tschechoslowakei (Prag) 13 13. Rußland ,.....,.......... 13 14. Belgien..........>...... 12 15. und 16. Indien und Spanien ....... ..je 10 17. Brasilien................ 0 18. Catiada 8 10. China.................. 7 20. bis 22. Panama, Australien und Kolumbien , ... je 6 23. und 24. Ungarn und Jugoslawien........ je 5 25. bis 20. Argentinien, Aegypten, Ekuador und Iran je 4 30. bis 32. Estland, Polen und Portugal...... je 3 33. bis 37. Norwegen, Peru, Südafrika, Syrien und Griechenland .......... .... je 2 38. bis 46. Burma, Litauen, Guatemala, Ceylon, Irak- Venezuela, Tankanjika, Cypern u. Finnland je 1 insgesamt 1000 Charakteristisch für die Gesamtemigration aus Deutschland ist die Verteilung über so viele Länder: Nach 46 Staaten liahoit sich die Gelehrten gewandt. Nicht charakteristisch aber ist die Art der Verteilung. Vor allem fällt die ganz, außerproportionellc Bedeutung Englands auf, wo nicht weniger als 27 t>» der Wissensehafter leben; und wenn sie auch keineswegs alle in gesicherter Stellung sind, so zeigt das doch die großzügige Hilfsbereitschaft der Briten. In Europa sind 60«« geblieben. Die Vereinigten Staaten kommen mit 24 o0 direkt hinter England; in Anbetracht Der Palästina-Film. Die Uraufführung des neuen Palästina-Films „Hatikwah" in Berlin findet am Dienstag, dem 13. April, statt. (Siehe Inserat Seite 25.) der Größe und des Reichtums des Landes ist das nicht sehr viel; man darf aber wohl annehmen, daß jetzt, nach Ueherwindung der dortigen Krise, die allmählich wieder zu Geld kommenden Universitäten usw. noch manchen Könner aufnehmen werden und daß Amerika vielleicht England überflügeln wird. Interessant ist, daß schon heute in 26 Staaten der Union Vertreter sind. Etwas überraschend ist, daß Frankreich schon an dritter Stelle steht; dagegen ist die prominente Rolle der Türkei teilweise mit dem Aufbau der Universität von Istanbul und dem Bestrehen der Regierung, sich freigewordene Fachleute aus Deutschland zu sichern, zu erklären. Palästina kommt hier erst an fünfter Stelle, während «» bekanntlich für die Gesamteinwandenmg bei weitem an «•tat SW» lieht Dm hingt teilwosc danrit zwamnefl, d*l das kleine Land einstweilen in erster Reihe mehr Menschen der Praxis als der Theorie benötigt; teilweise spielt hier die schon gezeichnete Eigenart der emigrierten Gelehrten mit, die, soweit sie überhaupt Juden sind, ein ungewöhnlich großes Kontingent völlig Assi in i I i e r t c r enthielten, die man sich z, B, nur schwer als hebräisch Dozierende auf dem Skopus vorstellen könnte. Immerhin drückt heute die Alijah aus Deutschland sowohl der Universität wie dem Haifaer Technikum und namentlich dem Forschungsinstitut in Rechowoth ihren Stempel auf. Auffallend gering ist die Zahl der nach Rußland Gewanderten: nur etwa 1 <"o der Emigrierten wird dort nach, gewiesen. Interessant hinwiederum ist es, wie relativ kleine Uehrrseestaatcn wie Kolumbien, Panama, Ekuador, Iran usw. sich Fachleute sicherten. Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß mit der starken Erholung der Welt von der schweren und langen Wirtschaftsdepression auch der Rest der noch Unversorgten einen geeigneten Wirkungskreis finden möge. Das Heuesie U% VMwe Unter dem Vorsitz, von Sir Osmond Elim d'Avijjdor Golds mld hat in London eine Tagung der Am er Jean Joint Rcconstructiou Foundation stattgefunden. An der Sitzung nahm auch der Ehrenpräsident des J"oint Distribution Committee, Felix M. Warbnrg, teil. Die Direktoren der Foundation, Dr. Bernhard Kahn und Dr. Louis Oungre, erstatteten einen ausführlichen Tätigkeitsbericht, der die Grundlage dir Beschlüsse über den weiteren Ausbau des jüdischen Kreditwesens durch die Foundation bildete. Der Rektor der Hebräischen Universität Jerusalem, Professor Dr. Hugo Bergmann, ist au Bord der ,,Queen Mary" in New York eingetroffen/ Prof. Bergmann erklärte, daß Tausende von jüdischen Studenten aus den Ländern Mittel- und Osteuropas bereit seien, die Hebräische Universität zu beziehen, um sich dort für ihren Beruf vorzubereiten. Prot. Bergmann unterstrich die Notwendigkeit, neue Fonds für die Erweiterung der Hebräischen Universität und ihrer Studiencinrichtungen zu schaffen. Der Reichsj u stiz minister hat verfügt, daß auch 'Akten hei den Gerichtsbehörden, die als geschichtlich wertvoll anzusehen sind, nicht vernichtet werden sollen. Als geschichtlich wertvoll anzusehen sind u. a. Akten, die für den Einfluß des Judentums auf das öffentliche Leben, der Wärtschaft, der Kunst, Wissenschaft usw. durch jüdische Sachverständige, PressebcrielitiTsiatter, Kunst- und Theaterkritiker besonders kennzeichnend sind. Der Streik der jüdischen Studenten in W i 1 n a, Öle sich gegen die Einführung einer Gheftositzordnung gewehrt haben, ist nach Abschluß eines Kompromisses abgebrochen worden. Die jüdischen Studenten haben den Vor» schlag angenommen, Sitzplätze in den Hörsälen und Arbeitsplätze in den Laboratorien in Gruppen einzunehmen, denen außer ihnen auch die freiheitlich gesinnten polnischen Studenten sowie die weillntssischen und litauischen Studenten angehören. Andererseits bilden die nationaldemokratischen polnischen Studenten besondere Gruppen. Die jüdischen Studenten der Universität Wien haben zum Zeichen ihrer Sympathie für die in Polen im Kampf gegen die Einführung von Ghefto-Biinken stehenden jüdischen Studenten einen 24stündigcn Hungerstreik proklamiert. Der polnische Sejm hat in zweiter und dritter Lesung ein Gesetz angenommen, durch das es NichtChristen verboten wird, christliche Kult gerate und religiöse Andenken herzustellen und zu vertreiben, Es dürfen auch bei der Herstellung durch christliche Unternehmer keine nichtchristlichen Arbeiter beschäftigt werden. In Posen ist vor einiger Zeit mit Unterstützung einer Reihe von Bankinstituten ein ..Verband zur Stützimg des polnischen Eigentums" gegründet worden, der sich die planmäßige Durchführung des a n t i j ü d i s c h e n Wirtschaftsboykotts zur Aufgabe gemacht hat. Das American Institute o f Public O p i n i o n hat eine Umfrage bei 5000 amerikanischen Juristen über dii von ihnen gewünschte Besetzung einer etwa frei werdenden Stelle im Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten veranstaltet. Die höchste Stimuienzahl erhielt Prof. Dr. Felix Frankfurter von der Harvard-Universität. Der Verteidiger im Prozeß von Tisza Eszlär, Karl Eötvös, erhielt sein erstes Denkmal in Budapest an seinem Stammsitze im Cafe Abbazia, wo der humorvolle Publizist Jahrzehnte hindurch zu sehen und zai hören war. Uauptst hriftleher: Dr. Rok-rt Weltsch, Berlin - Cliarlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Locwe n stein, iäeiiin \V 1&. Aitwigcnleiter und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Arrteigcn. Preisliste 5 vom 1. April 1836, Verlag «nd Anzeigen Verwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W18, Meinekestr. 10. D.A. FebnMW MM», - Druck: Slcfliriad Scheie«. BhU

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