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Jüdische Rundschau · 1937-03-23 · Heft 23 (23.3.1937) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 23 (23.3.1937)
Date
1937-03-23
Page
– (sequence 8)
Language
German
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JODISCHE RUNDSCHAU AUS DEM REICH Nr. 23, 23. MÄRZ 1937 Münchener Chronik Von unserem Berichterstatter Eine der repräsentativsten Veranstaltungen war eine Kundgebung der Münchcncr Gemeinde und des Keren Hajessod in der Hatiptsynagoge; Dr. Michael Traub hielt das Hauptreferat. Zu seiner Begrüßung sprach Dr. N e u - mever. der Vorsitzende der üemeinde, herzliche Worte; Rabb. Dr. Baerwald nannte die Mitarbeit am Neubau Erez Israels ein heiliges Werk, das die Parteiunccn überwindet; Rechtsanwalt Dr. Perlmutter hob die Bedeutung der KH.-Arbeit sowie der gesamten Palastina-Arbeit für das Schicksal des jüdischen Volkes hervor. Das Referat von Dr. Michael Traub schilderte die jüdische Politik vor der König). Kommission sowie die Aufgaben der nächsten Zukunft. — Die Wizo veranstaltet eine Reihe Palästina-Abende, bei denen u. a. Fanny Lieber einen Ucbcrblick über die Institutionen de- Wizo in Palästina gab. In einem Werbeabend entwickelte Adolf Pollak Gedanken über das Thema „Die jüdische Frau und Erc/. Israel*'. — Im Jüdischen Lchrhaus sprach Rabb. Dr. Moses Esche Ibach er (Düsseldorf) über das Thema „Jüdische Eigenvvelt und Umwelt im Talmud und Schulchan Aruch". Ein Verlust für das jüdische Leben Münchens ist der Fortgang von Dr. Mordechai Ehrcnkranz nach Palästina. Seit mehreren Jahren hat er seine reichen Kenntnisse und seine ganze Persönlichkeit in den Dienst der hebräischen Sptachschulc und der gesamten hebräischen Kulturarbeit Münchens gestellt. Seine zahlreichen Schüler und Freunde bedauern seinen r'ortK'anji und begleiten ihn mit ihren besten Wünschen auf seinem Weg in die neue Heimat. Aus dem Gemcindclcbcn ist der 70. Geburtstag von Felix F e u c h t w a n g e r /u erwähnen; er gehört dem Vorstand der Kültusgcincinde an und ist ihr Sachberater in Grundstück- und Bausachen. -■ Aus Anlaß des 70. Geburtstages von Oberlandcsgcrichtsrat a. D. Dr. Alfred N euiney er stifteten der Landesverband, die ZOG., der Kil., die Jcwish Agcncy und der KKI. einen in Palastina auf dem Namen des Jubilars zu errichtenden Garten von MIO Bäumen. Von den Veranstaltungen der Gemeinde ist vor allem die I cier am Heid t n g e d e n k t a g hervorzuheben, in deren Mitk lpmikt eine Ansprache von Rabb. Dr. Baerwald stand. — in vier letzten Sitzung von Vorstand und Gemeinde- Vertretern erstattete Dr. O est reich Referate über Finanztmd Baufragen. Im Schhiüwort begründete der Gemeindevorsit/uide Dr. Ncumeyer u. a. Recht und Pflicht der Gcsamtgemeinde zur Mitarbeit an der gemeindlichen Volksschule, deren Gedeihen alle Kreise aufs lebhafteste berührt. Einige hervorragende Konzerte gaben dem künstlerischen Leben der letzten Wochen das Gepräge. Im Konzert des O rehesters der j ü d i s c Ii cn Kultur b ü n d e unter Leitung von Prof. Prower konnte man wieder feststellen, welche intensive Erziehungsarbeit dieser Dirigent an dem Orchester bereits in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit geleistet hat. Nach der Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt" von Mendelssohn horte man die selten aufgeführte C-Dur- Symphonie von Mozart in meisterhafter Wiedergabe. Das Publikum war tief ergriffen. — Von nicht minder starker Eindruckskraft war der Klavierabend, den Grete Sultan gab. Ihre meisterliche Technik und einfühlende Musikalität ließen aufhorchen, besonders in drei Klavierstücken op. 11 von Schernberg. Dieser gedrängte Ucbcrblick gibt nur eine schwache Vorstellung von der Reichhaltigkeit des jüdischen Lebens in München, das trotz der zahlenmäßigen Verringerung der Gemeinde an Intensität nichts zu wünschen übrigläßt. Familien - Nachrichten Herr 0. II r r r m a » n <• h n, 1'ivnzSati (Urkcrmatk), begeht am 3. April den 80. d-burtsiag. Herr .Vi..!- I. .Mi!, ii s. her, <*.uUü, IliUcrs.tr. 36-38, begeht am 31. Marz den 30. Gelmn.« IZ. Frau Thvi. \V e i 11 r, Ih.tt'en (Sann, beseht am 1. April den 80. (ietmn.,!:-.-. Bar Mizwah-Termine Am 27. M,!i ttj. N,I..,••,..! K.,,',;„ s.,|„, v,m I.ev>- Kahn, Genvi«<Hi M.,i!]. ...... Waller Kohn, zur Zeit Hger (i.'SR,), Sohn d. ■ A it.-i K-hn, Mj:;1 h, Ii.i!,.-,d tr. 13, -- Am April (29. SU- ,','u:): Ad'iii <;<•»!£•- h, So'm von Heinrich (kilidi, I-ronkfurt am Mai-:, W-,;;,,.«;,. ,r. 8-t. Künstlerisches und geistiges Leben Aachen. Der Aachener Synagogenchorverein brachte in seinem diesjährigen Konzert hauptsächlich Mendelssohnsctie und Schubertsche Chormusik zu Gehör. Die Anforderungen wurden von dem Dirigenten Richard Heidelberg und seinem ausgezeichneten Chor restlos erfüllt; die Darbietungen waren nicht nur relativ, sondern auch absolut vorzüglich in jeder Beziehung und wurden von Hans Dusch an der Orgel hervorragend begleitet. — Die Solisten des Abends hatten sich recht schwierige Aufgaben gestellt. Johanna Wcsly (Alt) hat ein schönes, ausgeglichenes Organ und gute musikalische Schulung und Technik. Die Engelstimmen in dem Terzett aus dem „Elias" (R. K a n s t e i n, Th. Löwcnstci n) leiteten zart den darauf folgenden Chor „Siehe, der Hüter..." aus dem „Elias" ein. Frau C o h n -11 e i d e n f e 1 d (Sopran), Köln, stellte gutes musikalisches Können mit Sologesängen und vor allem in der Partie der Mirjam unter Beweis. Oherkantor Alt, Aachen, bot ebenfalls in Sologesängen den Genuß seiner prachtvollen Stimme. Dr. Ernst Kaufmann Krefeld. „Aufbruch ~ Aufbau" war das Motto eines Rczitationsabends, zu dem die Zionistische Ortsgruppe eingeladen hatte. Max Koninski füllte den Abend mit einer Vortragsfolge aus den Werken moderner jüdischer Autoren. M.-GIadbach. Eine Veranstaltung mit der Altistin Lisbet Dührenheimcr (Mannheim) und Hilde Kiest adt (Düsseldorf) am Flügel erzielte lebhaften Beifall. Leider war der Besuch sehr mäßig. Nordhausen. Im Jüdischen Kulturbund löste in dieser Saison ein künstlerischer Abend den anderen ab. Frau Hcrrnstadt-Oettingen, Willi. Guttmann, Dr. Anneliese Landau, Wolfgang Ros6 ernteten bei ihrem Auftreten große Erfolge. In einer Veranstaltung am 7. Februar hörten wir Charlotte Salomonsky (Rosen), begleitet von Erna Klein. P. F. Nürnberg. Die im Ostring Nürnberg - Fürth zusammengeschlossene jüdische lugend veranstaltete zugunsten der Jüdischen Winterhilfe ein Konzert, in dem Rezitationen, solistische und Orchester-Darbietungen abwechselten. Der Erfolg des ersten Konzertes war so groß, daß eine Wiederholung notwendig wurde. Um die Darbietungen hatten sich vor allein die Herren Dr. T c u t s c h, Grün bäum und S. Müller verdient gemacht Rathenow. Am 3. Februar gab Wilhelm Guttmann einen Arien- und Lieder-Abend. Er wurde am Flügel von Erna Klein begleitet. 30 Jahre Volksschule „Morijah" in Köln. Das 30jährige Bestehen der Volksschule Morijah wurde am lü. März begangen. Die Feier wurde eröffnet durch einen von Lehrer Simons verfaßten Prolog. Dr. Harth, der seit Gründung Leiter der Schule ist, begrüßte die Erschienenen und gab einen Ucbcrblick über die Entwicklung der Morijah. Heute zählt die Anstalt zirka 170 Schüler, die auf 6 Klassen verteilt sind, Genieinderabbiner Dr. David Carlebach beglückwünschte die Schule zu ihrem Jubiläum und erteilte den Chower-Titel dem Leiter Dr. Harth, dem ebenfalls seit der Gründling sich mit ganzer Kraft der Schule widmenden Dr. Moses Stern, dem Direktor der hühehen Schule Jawne, Dr. Klibansky, für seine Verdienste um das jüdische Schulwesen und dem Schularzt, Dr. Julius Ochs. — Der Vorsitzende der Synagogengemeinde Adali Jeschurun, die Trägerin der Morijah ist, Jonas Wolf, entbot die herzlichsten Glückwünsche der Gemeinde und übermittelte innigsten Dank dem gesamten Lehrerkollegium für seine hingebungsvolle Tätigkeit. Er verlas einen Brief der Reichsvertretung, die es bedauerte, nicht beim feste vertreten sein zu können und unter herzlichen Glückwünschen ihre Verbundenheit mit der Schule zum Ausdruck brachte. — Sodann begann die eigentliche Schulfeier, die aus Darbietungen der einzelnen Schulklassen bestand. Alle Schüler und Schülerinnen boten ihr Bestes. Alles ohne Ausnahme, insbesondere die in reinem Hebräisch vorgetragenen und gespielten Stücke, atmete den jüdischen Geist, der an der Schule herrscht. Umrahmt wurde die Feier von Gesängen, dirigiert von Oberkantor Söffe und begleitet von Julius Goldberg. — Der Vorsitzende des Schulvercins, isaac van Clecf, sprach allen Teilnehmern aus dem Herzen, wenn er den Dank aller Zuhörer Lehrern und Schülern für das Gebotene aussprach. Das Jüdische Lehrhaus Karlsruhe benutzte die Anwesenheit von Dr. Kaleko beim Zionistentag in Mannheim zur Durchführung eines hebräischen Vortrags. Im großen Saal Stuttgart. Am 22. Februar sprach Lehrer Makowsky im jüdischen Lehrhaus über Josef Truinpeldor. Da der Vortrag in leichtem Hebräisch war, konnte die sehr zahlreich erschienene Zuhörerschaft leicht folgen. Zionistisches und Gemeindeleben Altcnburg (Thüringen). Am 15. Marz, dem ersten Todestag von Kabb. Dr. Schütian, wurde eine ' Irdeukstundc abgehalten. Lehrer G i 1 d i n g o r i n hielt die GedäelttnUamprachc, Bayreuth. In einer von der f icincinile veranstalteten VerKamm-1 lang gab Dr. Richard Eisen (München) einen Ueberbliek über die Lage der rala^li.na-l'oliiik nach der V ntci suehuiig-vKommisbion. Glatz. Arn 18. Februar sprach Dr. T i e Ii a n e r in der Geine'mdcvc-!>anim!u!ig über: ..J'alioina und die Königl. Kommission". Die Ortsgruppe wurde in eine Arbeit^croeiiiscliaft umgewandelt, deren Leitung Bernhard Süßkind übernahm. Görlitz. Dr. Hans Prinz. Bre-Iau, sprach in der ZOG. über das Thema: „Was, hat das jüitiselie Volk von den Verhandlungen der Kgl. Kommission zu erwarten?" Guben. Am 20. Februar sprach in der ZOG. Dr. Rabatt, Herlin, über: „I'ala^tinawandeiung —• Uelver.secwanderung". Zum Vorsitzenden der OG. wurde Dr. Max Redlich. Fräulein Ena Hopp zur Schrill Iii hr er i i> gewühlt. Herne. Am 6. Marz veranstaltete die Z< )G. eine TrumpcMor- Gedenkteier. licrnd Bergwerk hielt, die Gedenkrede. Die Feier war von Gesängen der zionistischen Jugend umrahmt. Krefeld. Am 8. Marz sprach in der /< >' . Herr Neubörger über das Thema „Engländer — Araber — Juden". Mülheim-Ruhr. Am 16. Marz zeigte Hans Damidt die Licbtbildslreifcn Nr. 2 und 3 des KKI.. Ankündigungen Düsseldorf: ZOG. Am 23. Marz, 20.30 Uhr, spricht im Ibach-Saal, lileieh,tiaße, Rabb. Dr. M. Nußbaum, Berlin, über: „Unser Recht auf die Heimat". — Krefeld: ZOG. Am 24. März, 20.30 Uhr, spricht in der Nicdcnhemiv. hen Loge Hans Damidt, Düsseldorf, über: „Nationale Bodenpolitik in I'aia-tina". — Moers: ZOG. Am 24. Miirz, 20.30 l lir, spricht in der Synagoge, Dr. Fr. Ikenlrerg, über das Thema: „Lnglündcr — .Araber —- Juden". — Oberhäusern ZOG. Am 23. Marz, 20.30 Uhr, spricht im Gemeindesaal Dr. G. Buetow (Kohr) über das Thema: „Jüdische Volksmusik" (mit Schallplatl.cn). — Stuttgart: Am 24. Miirz Generalver-aimnlung der ZOG., Gaststätte Hloch, Rotebühl-.tr. 1 b. Beginn 20.30 L'hr. Mitgliedskarte mitbringen. des Lehrhauses versammelte sich ein Kreis von Menschen, die bereits einige Kenntnisse der hebräischen Sprache erworben haben, um den Vortrag Dr. Kalekos „Die hebräische Sprache im Prozeß der nationalen Wiedergeburt" zu hören. Die Zuhörer (unter denen sich viele führende Persönlichkeiten des Karlsruher Judentums befanden) folgten den Ausführungen mit größter Aufmerksamkeit. Anschließend gab der hebräische Lehrer Lupoliansky den Inhalt des Vortrags kurz in deutscher Sprache wieder. Dr. Weil (Mitglied des Kuratoriums des Lehrhauses), der den Abend mit einer kurzen hebräischen Ansprache eröffnet hatte, dankte zum Schluß dem Redner für seine lehrreichen Ausführungen. Am nächsten Morgen waren zwei Chugim angesetzt, in denen Dr. Kaleko zusammen mit den Lehrern eine Ssichah durchführte. — Auf Initiative des Oberrats wurde in Mannheim eine Konferenz der jüdischen Lehrer Badens unter Beteiligung von Dr. Kaleko einberufen, bei der das Programm für die Fortbildung der Religionslehrcr festgelegt wurde. Die Konferenz beschloß, Wochenendkurse für Religionslehrcr einzurichten. Ferner wurde die Gründung von Sonderk ursen Tür die Lehrer über den Unterricht in jüdischer Geschichte und hebräischer Literatur angeregt. L. Ein Chaluzzentrum in Thüringen. Im Beth Chaluz fand am 14. März eine Gedenkfeier für den verstorbenen Rabb. Dr. Max Schüft an, Erfurt; statt, an der Vertreter der ZOG. Thüringen, der Meininger jüdischen Gemeinde, die jüdischen Einwohner von Bibra, die auF llachscharah befindlichen Chawerim des Hechaluz teilnahmen. Bernd Bergmann sprach für den Hechaluz, weihte das Beth Chaluz in Bibra auf den Namen Beth Max Schuf tan. Oberlehrer Grünstein, Meiningen, hielt die Gedenkrede. Die Techesaknah beendete die eindrucksvolle Feier. — Das Hachscharahzentrum verdankt seine Entstehung der Bemühung von Israel Otto (Leipzig) und Herrn Eisemann (Meinigen). EMPFEHLUNGS- ANZEIGEN AUS DEM REICH Kaufen Sie, was Sia brauchen, bei den Firmen, die ihre Erzeugnisse im Anzeigenteil der „Jüdischen Rundschau" empfehlen; Sie erfüllen damit eine Pflicht der Solidarität t Restaurant S-ClltVflPZ München, Schlosserstr, 2 3 Minuten vom Hauntbahnhof Haus von Weltruf HECHT & DAVID Seidanstoffe d.„.i.,i woiistoff« B"'e««a« Aach Ihr Randfunkgerät von Heinz Baruchtsy: Bratlau 13, Höfchenstraße 59, Ruf 30 936 Teilzahlung bis 10 Monat*?. Jui. UPiesDader nacht. Matratzenu. Polstermübelfabrik Frankfurt a. M. Spezialität: Schlafcouches Bettcouches und Schlaraffiamatratzen Beachtung*! 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