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Jüdische Rundschau · 1937-03-23 · Heft 23 (23.3.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 23 (23.3.1937)
Date
1937-03-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 23, 23. III. 1937 Briefe an die Redaktion Misratlii Hnwathik Jerusalem, den 12 Maiz 1937 Sehr gcrliitc K.daktioii! .Sie bringt n in Si. 1'". eine N»< .nrithf uhci den „Mi-M-hi Hawathik", di<- imiutretteüd j»t. Der „Mi.r.-uhi 11 an .nhlk" hat sich W'-fk-/;mf!:r!<i>i n»cli »einr Aoiiövimg he -IiU-m-ii. Im h ii lediglich davon Ali-t;in<i j»rruannien, in Frei Israel eigene 1 in .rnaippen m bilden. Als parlamentarische (i ruf|ie besteht er wtit r r, Ith rjrlw die-* Heri"htigunp im h.i a, ( i -nandnis mit Rabbi M. 1 i ,; r o w k i. Mit Iii und i< hrn (büßen Dr. O. \V o I f s be r g Der Zugang zur Klagemauer München, den 11. Marz ln37 Sehr tjpehite R, I 11.-1..-;* Die arabi-ei,..,! C.rrV n de.« Jahre-; IMG nr,I HF t! nth v< r btmriene Ihn .V'dirn dci \ ri - kehr..weo,., du- -< > }.«>■ «m, haben t i>- r,, ,). , ,., .., I, liehen jüdiudirn ] m m .-, n 7n der Kii-[f(t:-ni«";> ai: \! i i. venvahune erin-nf t; m ■ hndas Im - her ieh>-. U \: i'.ia .. stiirh .'er «•tnC, «mm 1 1 .•ha und Tel ,\<vi\v iirt.l <hr . an,, •. dir^en \h r;-.!.■ . ., . - .. r,, we-.t:i -h«n und ,, >'j h, •, i .„ , Wer! „tj, |! ,a; ... tiK^filt >«.•:. :,. I . rar ha> mail r.! > I .; ,f V...rf lern Tr:r, \V. \\'. i.d. Jr 'ein Pe nn her Jerusalems in ia ra nulhi.lrn, data man vom i.'.mIhii Vintel iltr Altstadt ra ührr dir arabische a; at vi i a;',t: Wahlen lmih, Uli; a K'.i jemaucr zu gelang! u. Inda sie nur vi>iif>rr Maurr- >; ia hhi in hr. itni rlnan unuiin 'hanni /hat; na.; zu schallen, der la Sni.tatln;: tlirM~ Wc.r's Werth, |, U i,ä;trr (>t...ia!ieii »ärdc. , daa, ih >hn dt i lhdi war. »»• Jev.i-.li Agciicy m»!IIv im ai m mit dn hcmuifj der A^u- J l lrt.a dl.; riu i hahon FeU.1 - dir v. a 1 Ii. Irin, dir „rdi auf ■ ■ \\ i a,;r V. i -i in njri beii' a ,;, z.an Anhih ih hinan, vuli M la.'tt ah mg unver/Üy-;a 1 ha *n dun;; rillt -> kura: d nam it trlh iia.T'1 Ztlgangs I >r. \V r r m r <" a Ii n in a n n Postschlüsse nach Uebersee Vom 2.5. AUi v l>is 31, WM/. (Abkur/un^en: PA. =- Postinit; Id'A. Balmpostamt; I Hl. ■■ I lllrdl.llhi!) Paläslina, Schiff: 2i. \\.„,! i.ankfnrt a. M. (BFA 10) 10 Uhr; •24. Mar/ Mim-ahni fIii»A I) «» Uhr: 2h. Mh,v I lamhurg (P/\ 1) Ih 1-l.r; 27. Mar/!l.amh!tir (PA 1) 15 Uhr; 3t). Mar/. Alunrheri (lU'A 1) OUhr; hl) Mar/ I r.ankltirt a. M. (BPA 10) 10 Uhr: 51. Mar/ Mnnrhr,, ,HI'A 1) 0 Uhr. - Bahn: 25., 27., 2<h Mar/, 1 April Mundn n (K|>A 1) o Uhr (Lritvcrmerk; ,.vt,i (ha-rad M,.,»pt,-) LuTt : 21, 27., 31. Mär/ Berlin ifl'A <: 2) Ii Uhr; 21., 27., .51. .Mar/ München (Bl'A 10) 10 Uhr. Vereinigte Sinalon von Nordamerika. Schiff: 24. März Hambtir-d (PA Ii l'i Ulli; 2h Mar/ Berlin (PA C 2) 8 Uhr zu „Kremon- 2h. Mar/ r.hviSn.urj;. 20. März Hamburg (PA 1) 10 Uhr; in Mar/ Merlin (PA C. 2) S Ulir zu „Queen Mary" Jl. Mar/ ein rbonn;. - '51. März Berlin (PA C 2) 21 Uhr; 1. April Hamburn (PA 1) t Uhr zu „Hamburg'' 2. April aierbouiR. . - |,uft: Fahrten des Luftschiffes „Hmdenburii" und Nachbrinnrflisge von Köln zum Dampfer finden bis auf weiteres nicht statt. Südamerika. Schiff: 2'i. Mar/ Berlin (PA C 2) IS Uhr; 23. Mar/ Frankfurt a. M. (BPA 10) 10 Uhr; 24. .Mär/ A'tihnchen (ÜPA 1) 0 Uhr zu „(honte Oratule" 25. März Uienna. - 25. Mar/ Berlin (PA C 2) U Uhr; 25. März Köln (Bl'A HO 21 Uhr; 2h. Marz Frankfurt a. M. (BPA 10) $ Uhr /i! ,,i U;hla:ui P.dnot" 27. Marz Boulognc. — Luft: 2t. Marz Btrlin (F'A C 2) 21 Uhr; 24. Marz Frankfurt a. M. (BPA lo rulrt I ih) 21 Uli, I) id.ehe Lufthansa. •- 27. März. Berlin (PA C 2) 0 Uhr; 27, Mär/ Frankfurt a. M. (BPA 10 oder Mb) 1! Uhr Air France. "i 1 März Berlin (PA C 2) 21 Uhr; '51. M.,r/ Frankfurt a. M. (BPA 10 oder Pili) 21 Uhr DctiUehc I.iilth.ansa. Südafrika. Schi.f: 2 h Mar/ Hamburg (PA 1) 19 Uhr; 21. Mar/ BYriin (PA C 2) 1! Uhr; 21. Alärz Frankfurt a. M. «(••P. I") I" l'hr /u ,1 >;iilio" 2h Mar/ Marseille. - Luft: 2< : 2h;;u. Mar/ Berlin (PA C 2) 20 U'iir — 23; 2d.; 30. Mar/ Mimchen (Bl'A 1) 21 Uhr Jüdische Künstler in Holland Gegen Ende der Saison Ereignisse. Bruno Walter das Konzerfgeboiiw-Orchestcr R. L. Den Haag, 14. März häufen sich die künstlerischen dirigierte mit großem Erfolge Besondere Erwähnung verdient die konzertmäfligc Aufführung von Webers „Euryanthe" und die meisterhafte Wiedergabe der 3. Symphonie von Oustav Mahlcr, die bei allen Hörern einen unauslöschlichen Eindruck hinterließ Bruno Walter wird auch in der kommenden Saison eine Reihe von Konzerten hier leiten. Großer Beliebtheit erfreut sich hier Jssay Dobrowen, der eine Reihe von Konzerten des Haager Residenz-Orchesters dirigierte. Frieder Weiß mann gab mit dem Konzertgebouvv- Orchcster in Amsterdam eine koiizertmiißigc Aufführung der „Meistersinger", in der unter anderen Walter Olitzky den Beckmesser sang. Der holländische Dirigent Albert van R a a 11 e spielte mit großem Erfolg in Budapest und erhielt die Ehrenmedaille der Stadt. Auch eine Reihe von bekannten Solisten konnte man hören. In erster Reihe seien hier die beiden Cellisten Emanuel Feuermann und Max Orobio de Castro genannt. Von Pianisten sind zu nennen Arthur Rubinstein, Franz üsborn, Leopold M ü n z c rf Nadja R e i - s c n b e r g. Fritz K r e i s I e r wird seinen einzigen Abend in Holland am 6. April im Haag geben. Die hollandische Filmproduktion befindet sich noch in den Anfängen und die Zahl der gelungenen holländischen Filme ist noch gering. Jetzt gelang es der Regie Dr. Ludwig Bergers, der von seiner Tätigkeit bei den Reinhardtbiilinfn und bei der Ufa bekannt ist, mit der Verfilmung von Shaws „Pygmalion" einen großen Erfolg zu erzielen und dadurch dem holländischen Film neue Wege zu weisen. Einen erheb« liehen Anteil an diesem Erfolge hatte die von Berger für den i ihn entdeckte Darstellerin der Titelrolle, Lily Bouwmeester. Auch die Verfilmung des Buches „Helene Willfür" von Vicki Bauin, die eine hervorragende Leistung der Regie Jean Benoit-Levys darstellt, fand sehr großen Beifall. Der Präsident der französischen Republik, Lebruii, hat den bekannten holländisch-jüdischen Gelehrten Dr. U'. J. d e H a a s, Professor der Staatsuniversität in Lcyden, aim Offizier der Ehrenlegion ernannt. Die hebr8ische Zeltschrift „Mosnajim", die einzige repräsentative hebräische Zeitschrift der Gegenwart, hat nach einer Unterbrechung von einem Jahr ihr Erscheinen wieder aufgenommen. Es var dazu, wie aus dem Vermerk in dem lieft hervorging, die Unterstützung des Bialik-lustilutes der Jewish Agency nötig, und es ist betrüblich, daß eine solche Zeitschrift nicht ohne Unterstützung existieren kann. Das vorliegende Heft unter der Redaktion von Lachower und Fichmann zeigt wieder die gewohnte Vielseitigkeit. Am wichtigsten sind die belletristischen Beiträge; darunter ist ein Gedicht von Sehn e u r, eine Geschichte von H a s a s und eine Erzählung von Jizchak Sehern i. Mehrere Beiträge sind Ach ad Haam gewidmet, offenbar anläßlich des zehnten Todestages, darunter ein Essay von Dr. Wois- I a sv s k i und eine geistesgcschichtliche Analyse Achad Haams und Berdyczcwski* von Jakob Eich mann, der seiner Arbeit die feine Bemerkung vorausschickt, daß seit den Tagen Hilleis und Schammais in der jüdischen Geistesgeschichte häufig ein kämpfendes Paar auftritt, dessen beide Persönlichkeiten in ihrer Art Wesentliches schaffen; man denke auch an das Paar Baal Schern-Gaoti von Wilna. So ein Paar sind in unserer neueren Geschichte Achad Haam und Berdyczewski. — Von Bcrdvczewski sind auch Briefe an Brenner aus dem Jahre 1011 veröffentlicht. Der ausgezeichnete Publizist Elicser S t e i n m a n n sagt wieder einige offene kritische Worte, wie der Jischuw sie hören muß, wenn er nicht der Gefahr der Erstarrung und des Phraseiittims erliegen soll; in dieser Hinsicht wirkt Steinmatiu erzieherisch. Eine ganze Reihe von Aufsätzen behandeln hebräische Neuerscheinungen und andere Wissensgebiete, angeschlossen sind literarische und künstlerische Glossen. Wir wünschen der Zeitschrift, die den Sammelpunkt des hebräischen Schrifttums in Palästina bildet, daß das verdiente Intercss? das Publikums sich ihr in steigendem Maße zuwendet. Vielleicht sollte auch der ernste politische Essav, der bisher vollständig fehlt, von ihr gepflegt werden, um dem gebildeten hebräischen Leser auf diesem Gebiet weitere Horizonte zu eröffnen. (Jährlicher Abonneinentsprcis in Palästina 1 Pfund, im Ausland 0 Dollar. Adresse: „Mosnajim", Tel-Awiw, P.O.B. 50.) Die „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" bring-f das 1. Heft ihres 81. Jahrgangs als Festschrift für Prof. Eugen Mittwoch heraus, der bekanntlich im Dezember den 00. Geburtstag feierte. Diesem Anlaß entsprechend ist auch die Mehrzahl der Beiträge des fast 200 Seiten starken Heftes orientnüstischen Studien gewidmet. Hans Lewy, Bernhard Heller, Moses Goldmann, Moses Sister, Jefim Schirmann, Isaac Markon, Walter Fischcl, Erwin Rosenthal — sie alle wissen aus den Beziehungen zwischen Judentum und Islam vielerlei Neues herauszuarbeiten. Daneben findet sich auch eine Reihe von Beiträgen aus anderen Gebieten; die Philosophie wird durch Arbeiten von Max Wiener, Leo Strauß und Jakob Neubauer vertreten; Leo Baeck zeichnet eine religionsgeschichtliche Linie an Hand der Entwicklung des Begriffes „Menschensohn"; der unermüdliche Immanuel Low gibt eine Darstellung über „Das Eisen" in der jüdischen Literatur; mit textkritischen Arbeiten sind Alexander Sperber und Arthur Spanier und Chaim Boroiliansky vertreten; und schließlich finden sich noch zwei geschichtliche Mitteilungen von f. Elbogcn und Louis Lewin. Eine Arbeit über die jüdische Presse. Eine Disser« t a t i o n über das Thema „Die wichtigsten jüdischen Zen hingen in Deutschland in der Zeit vom November 1918 bis Januar 1033" ist von Frau Lotte Schlesinger aus Breslau zur Erlangunp der Doktorwürde an der Philosophischen Fakultät der Universität Köln vorgelegt worden. l>ie umfangreiche Arbeit beschäftigt sieh nach einem Rückblick auf die Geschichte der jüdischen Publizistik und der wichtigsten jüdischen Ereignisse in der Zeit seit der Emanzipation und einem Ueberblick' über die verschiedenen jüdischen Richtungen mit der Arbeit der jüdischen Presse in Deutschland in der angegebenen Zeit und untersucht die Stellungnahme der einzelnen Blätter zu den verschiedenen damals aktuellen Problemen. Die Arbeit, die auch ein längeres Kapitel über die „Jü* d i s c h e R u n d s e h a u" enthält, ist äußerst instruktiv. Einige kleine Irrtüme* sind allerdings zu berichtigen, so insbesondere bei der Darstellung der verschiedenen zionistischen Richtungen. Der „P.rith Sehalom" ist niemals von Achad Haam geführt worden, noch hat der Kulturzionismus auf die jüdisch-politische und wirtschaftliche Eigenart in Palästina verzichtet. Auch ist der Gedanke des „binatioualen Staates" nicht dahin aufzufassen, daß Juden Bürger eines arabischen Staates in Palästina werden sollen. Die „Hitacluiuth" hat seinerzeit nicht nur Mitglieder in Palästina gehabt, sondern auch in vielen Ländern diT Welt. Der „Hapoel Hazair" in Palästina ist längst in der palästinensischen Arbeiterpartei aufgegangen und hat niemals marxistische Gedanken vertreten, sondern war betont national und antimarxistisch. Trotz derartiger kleiner Mängel verdient die Arbeit volles Interesse. Der englische „Habonim" besteht schon seit mehreren Jahren, und wurde zuerst als ein neutraler jüdisch-kultureller Jugendbund gegründet. Der Bund war jedoch von Anfang an auf P a 1 ä s t i u a - A r b e i t eingestellt, und besonders unter den Führern waren viele Zionisten. Im Laufe der letzteti Jahre wurde der Bund mehr und mehr aktiv zionistisch, und auf der Habonim-Konferenz, im Dezember wurde der letzte Schritt getan: der Habonim trat in die F.Z.Y. (Zionistische Jugend-Föderation) ein und wurde dadurch auch offiziell zu einer zionistischen Jugendbewegung. Die Wichtigkeit dieses Schrittes kann man nicht unterschätzen, da der Habonim bei weitem der größte Englisch-Jüdische Jugendblüte! ist, und auch in Südafrika eine Zweigbewcpmg besteht. Aus dem Bundesorgan „Hon Habonim" (1. Vierteljahr 1937) ist zu ersehen, daß sich auch engere Beziehungen zwischen dem Habonim und dem englischen Hcchaluz anzubahnen beginnen, und es ist zu hoffen, daß nicht nur wie bisher in Einzelfällen, sondern Nachwuchsbcwegung des Hcchaluz wird. Das ist frisch und nett geschrieben und enthält Artikeln (z. T. aus dem Hebräischen und aus Rundschau" übersetzt) Berichte, die einen die Arbeit der Gruppen geben. Das Erholungsheim der Breslauer Logen U. O. B. B. in Krummhübel (Riesengcbirße) ist seit vielen Jahren das Ziel jüdischer Erholungsuchender. Das Logenheini ist dazu übergegangen, in den Monaten außerhalb der Hochsaison, Gäste zu ermäßigten Preisen aufzunehmen. Anfragen an die Geschäftsstelle des Kuratoriums zu Händen von Felix Perle, Breslau 1, Striegauer Str. 2. der Haboniin offiziell, die „Hon" selbst außer guten der „Kinderguten Einblick ill S. Ellern tem Ion: Den ihm >! ut n innren /.iunisten. Weil ich arbeiten gehen wolllt. Weil es mieh /u nieinen Freundem mich Tel Harn.ai /.i_;. Weit ich mit der Turiah Palästinn aufbauen wollte. Wie |,einliih, dieser pa'.heli^eh redende Kapitalist. Ich lasse ein lannes .,vh" vernehmen. Warum? fnigt Kirsch, zieht die Srhultern hoi-b, ("dinel die linke Hand. Oder wie nenri.it du das"' hin Inlhhen Idealismus muh doch der Mensch haben. Fh Ihn Ihin I undvieiv iJahre alt. Sehe fch so aus? Nur der Ideali-mus hat mit Ii 111:11; erhalten. Ich snne: Ich halte mir nichts um Idealismus. Mit Idenl iMmw kann ihm Beden srii« int;en. Aber die Praxis hat einen üe-heimen Sinn, und dieser "eheime .Sinn ist die Materie, Da predesherc ieh can/, entschieden, ruft Hirsch heftig, legt aller als G»s.: r.fUmai.n sofort ein Kompliment, ein. Natürlich bi!lh;e ich dir zu, ciaR du oul' deinem Gebiet sehr belesen bist und dich sehr jziif ausdrücken kannst. Aber, seine Stimme Meint wieder, der Zeigefinger bewegt sich lehrhaft durch che I.uf!, jetzt kommt das große Aber: Warum bin ieh /um Beispiel in den Kibbuz gegangen und nicht in die Sindt? Ich weiß nicht, sage ieh und zucke mit den Achseln. Diese Sache ist mir überhaupt dunkel. Wahrscheinlich wirst, du eines Tnges wieder gehen. Nur Geistesgestörte handeln ausschließlich im Sinne des Idealismus. Hanni mischt sieh ein in das Gespräch, so wie sich Frauen cinmist hen, mit dein einzig richtigen Gedanken, aber so schüchtern, dnft man sie überhören muß, Ith glaube, wir machen einen Fehler, sagt sie. Wir verwechseln dauernd Idee und Idealismus. Idealismus ist eine ganz philosophische Richtung. Man kann für eine Idee leben. Nur ob man für die Idee des Idealismus leben kann: das ist die Frage. Schon trompetet Hirsch über sie hinweg: Und darauf will ieh hinaus. Wie sagte doch Hanni so richtig? Man kunn für eine Idee leben. Ob die Idee nun Idealismus heißt oder Materialismus, das ist ja nicht wichtig. Eine Idee muß man haben, das halt jung. Wo w3re ich heute hin, wenn ich nicht immer mit Begeisterung gelebt hätte, mit dem Gednnken an Palästina, mit dem Gedanken an Tel llamon. Diese Sorte von Schwätzern ist mir unerträglich. * Hanni wird acht Tage aus der Küche herausgenommen, als Schomereth Laila in eins der Kinderliüuscr gesetzt. Nachdem man sie in die richtige Sehmirahstunmung gebracht hat durch Darstellung der Verhältnisse, unter denen vor zehn Jahren in den Tubutim KindcrscJirairoh stattgefunden hat, als noch die arabische Landstraße mitten durch das Lager ging lind die Schomereth spät in der Nacht von einem Kinderhaus zum zweiten die Landstraße überqueren mußte, darf sie um acht Uhr antreten, in dem Haus des Gnn Knchol und des Gan Jarok, der Drei- und Vier-, Fünfuntl Sechsjährigen. Während in diesen Kindergärten nur eine Schomereth Laila angesetzt wird, übernachten in dem zweiten Kinderhaus zwei Wüchterinnen, da hier die Kleinkinderstation ist, deren Wartung gerade nachts erhöhten Einsatz erfordert. Die KindcrhHuscr sind ausgestattet:' mit einer außerordentlichen Sorgfalt und Großzügigkeit. Man hat luftige Spiel- und Schlafzimmer gebaut, hübsche Möliel auf Maß angefertigt, sogar die grünen porzellanenen Lokusltecken sind Maßarbeit, haben Höhe und Umfnng der Stühlchen. F.fne eigene Küche stellt das Essen her, das auf reizendem einheitlichem Kinderporzellan serviert wird, an langen Tischen, die entsprechendes Format haben. Die Kinder leben wie die Fürsten, spielen kollektiv mit dem schönsten .Spielzeug, werden an Umgang mit: Tieren und Pflanzen gewöhnt und zu allen möglichen kunstgewerblichen Bastelarbeiten herangezogen, von deren Ergebnissen die Sehränke voll sind. Die Schomereth, die um acht Lüir dus Kinderhnus betritt, findet in dem Ankleideraum sauber an den mit Namen versehenen Haken die einheitlichen Kleider, auf Ständern snuber die gleiclirnlißig aufgestellten, einheitlichen Schuht. Neben der Treppe ist im Parterre und auf den beiden Etagen je eine Station zum Ankleiden, Waschen, Verbinden, Notdurft verrichten eingebaut. Diese Stationen bleiben die ganze Nacht hell, während in den von ihnen ausgehenden Gängen, die die Schlafzimmer der Kinder enthalten, die Schomereth mit einer Windlampe Licht hineintragen muß. Die Kinder haben sich derart an die Einrichtung der Schomereth gewfthnt, daß um acht, viertel neun, während noch der Rest der Eltern beschäftigt ist, die Kinder ins Bett zu bringen, der Schomereth die Aufgab« zufällt, mit der Lampe durch die Gänge zu gehen und sieh zu zeigen. Dann ertönen erleichterte Rufe: Die Schomereth ist da, und die Kinder schlafen ein. Um neun Uhr ist, es endlich still. Die Schomereth Iwginnt, im Schein ihrer Windlampe die Spielzimmer zu säubern, den Boden zu wischen, das Spielzeug zu ordnen, aus den Stationen die kleinen Puclütn zu entfernen und zu leeren, die Matten auszuklopfen, die Treppen zu fegen und womöglich, wenn sie Zeit hat, die Schuh« zu putzen für den nächsten Tag. Neben der Zentralstation im ersten Stockwerk hängt, ein« große Uhr, an der muß sie die Stadien ihres zweiten Arbeitsprogramms ablesen, da» störend mit dem ersten kollidiert: Zu gewissen Zelten gewiss« Kinder auf das Töpfcheo zu setzen. Verspätungen von einer Minute haben zur Folge, daß die Kinder in einem See liegen. Meistens sind in jedem Zimmer ein oder zwei Betten lever, dann wechselt die Schomereth den Pyjama des Kindes und legt es in ein anderes Bett. Natürlich gibt es auch Kinder, die neben ihrem Bett ein Töpfchen stehen haben und selbständig die notwendiger! Maßnahmen ergreifen. So wird es langsam zwölf, bisweilen klappt unten zu später Stunde die Tür, und einige Männer gehen vorbei, hinauf auf das Dach, wo sie zu rumoren heginnen, einmal löst sirh ein Schuß und rollt schnurig durch die hohlen Korridore des Kinderhauses. Ueberhuupt sind dio akustischen Verhältnisse derart, daß jedes Geräusch aus dem C'hadar Oehel, Klappern mit dem Gesehirr, Lachen, Reden, Musik in einer Lautstärke durch das Kinderhaus hallt, diu keineswegs dem Raumabstand dieser zwei Häuser entspricht« Um zwölf Uhr kommt eine der Schomrolh aus dem zweiten Kinderhaus und holt Hanni ab. Man ißt drüben die mitternächtliche Schmirahmahlzeit, Brot, Bulter, Ei, trinkt Kakao, jeder geht zurück an seinen Platz. Langsam bewegt sich der Zeiger der Zeit, zwei, drei, vier, um fünf können die Schomrolh gehen. Sie treten hinaus in Dämmerung, kühlen Morgen, mit den Sternen verblassen die Gespenster und Spannung verursachenden Eindrücke der Nacht. * Barnowski, eingewandert aus Deutschland in der Zeit; der zweiten Alijah, besitzt das vollkommenste Archiv für Tel Ilamon-Photos, vier dicke Riesenmappen, mit dokumentarischen Bildern des Nationalfonds und erster Filmversucho. Er zeigt mir seine Bilder eines Tages. Es ist wie jene® Kinderspiel, kleine Diapositive in einem kleinen Rohr, ich sehe durch ein kleines Rohr auf die Geschichte Tel Hamons. Photooptäk faßt zusammen, verkürzt, macht übersichtlich. Plötz.lich merke ich, was ich bisher nicht gemerkt habe: Daß das alte Tel Hamon der Tabatim und das neue Tel llamon Kumis Gebirgsdörfer sind, hübsche weiße Häuserflecke am Abhang des Gilboa, in Pnrdcss und Kerem unten klettert man ja über ausgetrocknete Wndis, pendelt jeder Steinwurf, jeder Rut zwischen den hängenden Wänden der Kamine hin und her. Und nun fremd die embryonalen Stadien Tel Hamons, des Eniek Jisraels: Graues Flachland in der Tiefe der Talsohle, mit großen trüben Sumpfaugen, keine Bftume, keine Felder, keine Häuser, arabisches Vieh im Sumpfwasser wie heute in Chulc, die Jünglinge Bar Koach, Ben Ezew, Bahlcw, Akiba kommen, schlafen in Zelten, ziehen Gräben und legem Tonröhren. (Fortsetzung folgt)

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