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Jüdische Rundschau · 1937-03-23 · Heft 23 (23.3.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 23 (23.3.1937)
Date
1937-03-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JODISCHE RUNDSCHAO Nr. 23, 23. III. 1937 Kfar Chassidim Ankunft im Dorf Es ist an einem Wintertag. Der erste starke Regen war in großer Menge wenige Tage zuvor aifUcrgeprasselt. Scharfer, kalter Ostwind saust bei strahlendem Sonnenschein von Transjord.inicii daher. F.r hat den Hoden getrocknet, und nur einige, besonders tiefgelegene Stellen sind noch voll von „Hotz", dem aufgeweichten palästinensischen Lehmboden, der wahrend der Regenzeit nicht befahren, fast nicht einmal begangen werden kann. — Kinder tollen in warmen Trainingsanzügen aut den Dorfstraßen herum. 1 s gelingt mir, ein kleines, etwa zwölfjähriges Mädchen in ein Gespräch zu ziehen, und ich gewinne sie für ein paar Minuten als kleine lubrerin. Sie zeigt mir die Anlage des Dorfes: Auf dem I li'igel, den der grolle Wasserturm krönt, ist das Sekretariat des Wand. Das große Steinhaus hinter dem Wasserturm, das ist die Synagoge. Danehen liegt die Schule, danach der Kindergarten. Hier am Abhang wohnt der Raw. Hier ist die Haracke des Arztes, davor die Ambulanz der Kupath Cholim. In einem Kranz um den Hügel herum liegen die Ilauser der Siedler. Der eine Halbkreis war ursprünglich der Ort Nachlath Ja'akow; der andere Halbkreis hieß früher Awodath Israel. Weiter, dort zum Kisehonwäldchcu, liegen an schmaler, asphaltierter Straße die Häuser der Poalej Misrachi. Ich freue mich über die Ortskenntnis meiner kleinen Führerin. Geschichte des Ortes An wimlge«chüt/ter Stelle, auf dem Dache der Synagoge, setze ich mich auf einen Stuhl — er dient wohl nachts dem Schotr.er, der hier oben den ihojektor bedient — und wie ein Märchen ersteht \ »r mir die < i e - c Ii i e h t e d i c s e s O r t e s. Uehcr zehn Jahre ist es her, da wehte in die dumpfen Lern- und SnsdieMoben zweier cha<-'.di*cheti Gemeinden in Polen ein fiUtin-r, starker Luftzug. I in I lauen neuen, echten jüdischen L ebenin Lrez Israel laud den Weg zu den mystischreligiösen (.ha-sidim. Zwei M Inner waicu e-., che sich geistig und sechs, h den Weg zur Verwirklichung von „Thora w'awodah" erkämpften und diese!) Willen zur I at auf die Mitglieder ihrer Gemeinden übertrugen: Der Rabbi von Jablonna und der Nassi von K o s i n i e z. Beide hörten den Hut des neuen Pn'.wtina und wollten beim Wiederaufbau von Erez. Israel nicht ah-eits stehen. Fort mit dein Leben des „Luftincnsclientiims" in der Golah und mit dem N'ur-Beien und Nur-'l räumen von Zion in der Jcschiwab! Die Zeit war gekommen, um mich l rez Israel zu ziehen und den heiligen Hollen in eigener, fi icJüclior Ailuit zu erobern und zu bestellen, bin me-~iani-eher Zeig ergriff «liest* Männer, und der Vision folgte die 'I at. In Reinheit, Naivität und Schaffensdrang ging man ans Werk. Der Jablonner Rebbe gründete eine Sietl!iingsee-(ä',sch;ift „\* a e h I a t h Ja'akow", der Nassi von Kosinicz vereinigte seine Siedler zu der Gruppe „A w o - tl a t h Israel". Mehr als 200 Mitglieder meldeten sich als Siedlungskandidaten Ix-i den Gesellschaften an. Line nach Palästina entsandte Kommission kaufte einen großen Bodenkomplex zwischen Scheich Abrek und Kfar Attah. Man war erfüllt von Idealen, glaubte an eine reinere und bessere Welt und war überzeugt, dal) Wille und Glaube alles vermögen. Es war die Zeit der „prosperlty'' in Palästina während der vierten Alijah. .Man meinte, daß man nur in Polen liquidieren müsse, nach Lrez Israel fahren solle und dort — dort helfen Glaube, Wille und Arbeit. Diese Hoffnung beherrschte auch die Führer und Mitglieder von Nachlaih Ja'akow und Awodath Israel. Sie kamen mit ihren Familien aus Polen, um mit der Siedlung auf dem erworbenen Hoden zu beginnen. Im Gegensatze zu dem Massenstrome der vierten Alijah, der sich nach Tcl-Awiw und in die anderen Städte Palästinas ergoß, kamen diese Gruppen nach Palästina, tun den Weg zur Scholle zu suchen. Kleine Kattflcufe, Händler unu Handwerker, die hinter dem Ladentisch in Warschau oder Kosinicz gestanden hatten oder in dumpfer Werkstatt ihrer Tagesarbeit nachgegangen waren, kamen gläubig und /ukunftsfroh nach Frez Israel. Ohne Erziehung zu körperlicher Arbeit, ohne Hachscharah, — nur Chassidim des Rebln und des Nassi. — Ich schaue auf die Felder und Hügel: Wie kultiviert und gepflegt liegen vii» jetzt vor mir! Ich denke an das Jahr 1024, als ich von Haifa zu Fuß durch die Kischonsümpfc und das Funk Jesreei nach Merchasvia wanderte. Hei Jagur ging gerade die erste, kleine Gruppe von Ghahizim aut den Boden des Kcren Kajemeth Feiisracl. Sümpfe di hüten sich an Stelle des Kisehonflusses. In ihnen brüteten die Anopheles-Mücken, die Verbreiter der Malaria. Außerhalb der Sümpfe war steiniger Steppenbodeu, verkommen und mir mit wilden Disteln bestanden, die ein Marschieren fast unmöglich machten. Mit dieser harten, ernsten, fast grausamen Realität Palästinas wollten dic-e Chassidim »Jen Kampf allein aufnehmen. Nach heroischem Bccmne kamen ihnen Keren Kajemeth L e jisracl und Keren Hajessod zu Hilfe. Die nationalen Kolorü-atinngnM.mzen griffen stutzend ein. Man wollte das Scheitern eines Ko!oni-atio-**vcr-i:rhes verhindern, der mit soviel I ilauben und soviel Hoffnung begonnen war und der eine Chahtzim-Onippe der indischen Welt in Frez Israel verwurzeln sollte, die bis dahin abseits der Palästina-Bewegung gestanden hatte. Der Keren Kajemeth Lcjisrael übernahm 0000 Dunam des von den Gesellschaften erworbenen Bodens und arrondierte damit sein Areal bei Jaguar. Jetzt war es möglich, in großzügiger Weise an die Amcliorationsarbciten der K i s c h o n s ü m p f e heranzugehen und die Malariaherde in diesem Bezirke auszurotten. Den beiden Gruppen Nachlaih Ja'akow und Awodath Israel wurde ihr Ansiedlungsplatz im heutigen Kfar Chassidim angewiesen, und im Jahre 102b erscheint Kfar Chassidim in dem Budget der Kolonisationsabteilung der Jewisii Agency. Schwere Zeiten Zehn schwere Jahre der Eroberung von Arbeit und Boden folgten. Dort der Eukalyptusliain am Flusse erzählt vom Kampfe mit den Sümpfen und der Malaria. Der Betonkanal berichtet von der Entwässerung und Regulierung des Kischonbettes, die frisch gepflügten Felder von Entsteinung und der Ausrodung von Disteln und Unkraut, von der Urbarmachung verödeten Landes. Felder, Gärten und Grapefruit-Pflanzungen zeugen vom Erlernen der schweren landwirtschaftlichen Arbeil. Der Wasserturm kündet von erfolgreicher Brtiiinenbohrung für die Bewässerung intensiver Kulturen. Haus- und Straßenbau im Dorfe zeigen die endgültige Konsolidierung von Kfar Chassidim an. Nach den Plänen des Keren Kajemeth Lejisrael und unter seiner Leitung hat man die Entsumpfung durchgeführt. Instruktorcn der Kolonisationsabtcihmg der Jewish Agency haben ständig für die Hachscharah der Siedler gesorgt und sie in den einzelnen Zweigen der gemischten Wirtschaft unterrichtet. Die Siedler von Nahalal gaben Rat und Hilfe. Sie waren Vorbild für den Aufbau von Kfar Chassidim, 60 Familien — 30 von Nachlath Ja'akow und 30 von Awodath Israel — wurden als definitive Siedler von der Kolonisationsabteilung der Jewish Agency ausgewählt. Sie schlössen sich als Mascha w Owdira auf Boden des Keren Kajemeth Lejisrael zusammen. Nach dem Vorbild von Nahalal ist jede Siedler in AL/ur Chassidim. Foto; Katen H«j»i»od Wirtschaft auf Selbstarbeit gegründet, und ein System „gegenseitiger Hilfe" vereinigt die Siedler zu einer Gemeinschaft des Dorfes. Von den 60 Familienvätern, die damals im Alter von 40 bis 50 Jahren standen, hatten nur zwei in der Ga- Jerusalemer Kunstbericht Eine aufsehenerregende Ausstellung wurde am 8. März bei Steimatz. ki eröffnet: die aus Deutschland bekannte Malerin Käthe Ephraim-Marcus zeigt palästinensische und Pariser Landschaften, sowie Porträts und Kinderbildnisse. In Käthe Ephraim-Marcus erstand dem Land Israel eine ganz eigenartige, überaus starke Schildcrin, die fern von jedem Manierismus, sich mit größtem Geschick der jeweiligen Aufgabe in Farbgebung, Pinsclführuiig und Lichtbehandlung anzupassen weiß. Neben den Landschaften Palästinas und den Pariser Brücken-Bildern sind es vor allem die Kinder- Bilder, die die Künstlerin mit wahrhaft mütterlicher Einfühlungsgabe gestaltet. Kinder des Riesengebirges und aus Paris lachen und weinen neben sephardischen Kleinen aus Erez Israel und Säuglingen aus den Kinderhäusern der Kibbuz.ini. Ungemein reizvoll ist zu beobachten, wie nicht nur der Typus der Kinder wechselt, sondern auch die verschiedenartige Atmosphäre, in der sie leben, Gestalt gewinnt. Zwei Pariser Schriftsteller-Bildnisse beschließen die Ausstellung dieser Malerin, die zu den bedeutendsten künstlerischen Kräften des neuen Palästina zählt. Auf Einladung der „Hitachduth Olej Germania" sprach S a m in v Gronemann über das Thema „Der Jude auf der Weltluihne". Gronemanns Rede voll „Scherz, Satire, Ironie und tieferer Bedeutung'' war der lebhaft-charmante Ausdruck eines unzerstörbaren zionistischen Optimismus, der allen Gefahren mit unpathetischem Heldentum begegnet. Rechtzeitig zu Peßaeh bringt die Jerusalemer Druckerei „Omamitli" eine geschmackvoll ausgestattete Peßach- Haggadah zu wohlfeilem Preise heraus. Für den ideen- Die arbeitende Frau In den nächsten Tilgen erscheint im Verlage des „Hechaluz'' eine Schrift über die Bewegung der arbeitenden Frauen in Um Israel. Wir bringen aus einem Aufsatz, der in diesem Hu eh erseheinen wird, nachstellendes Stück gekürzt zum Vorabdruck. (Red.) Das 'suchen der Chawerah, ihre vielen Kämpfe von dem Augenblick an, da sie den Fuß an Land gesetzt hat, bis heute, das große Ringen um den Ausdruck ihres Strebens nach Selbständigkeit in der Arbeit, in der Oesellschaft, im öffentlichen Leben -- all das führte zur Organisierung der Arbeiterinnen innerhalb der Histadruth, zur Bildung einer Frauenabteilung, die Moazat Hapoalot (Arbeiterinnen- Vertretung) genannt wird.... Insbesondere ist es ihre Aufgabe, neue Ärhcitsmöglichkeiten für die Frau zu suchen. Durch Generationen — besonders bei den Juden — haben sich gewisse Vorstellungen über die Arbeitsunfähigkeit der Frau herausgebildet und sie auf das Gebiet des Haushalts allein beschränkt. — Das chaluzische Ideal hat die Chawerah auf die Landwirtschaft hingewiesen, doch die Landwirtschaft kann noch nicht alle Menschen, die ins Land kommen, aufnehmen. Daher müssen neue Arbeitsmöglichkeitcn geschaffen werden. Für die Frau gibt es z. B. beim Bau Arbeilen, die völlig ihren physischen Kräften angemessen, zuweilen sogar leichter als Hausarbeiten sind: Anstreichen, Fliesenlegern, Tünchen. Dasselbe gilt für viele Arbeiten beim Straßenbau. Hier liegt die Aufgabe der Moazat Hapoalot. Zuweilen muß sie sehr energisch das Interesse der Arbeiterinnenschaft gegenüber Institutionen und Leuten vertreten, die diese Arbeiten vergeben. Achnlicli ist es beim Handwerk: Näheret, Weberei und Wirkerei hat man seit je der Frau zuerkannt, wem wäre es in den Sinn gekommen, daß die Frau auch in der Schreinerei — zumal der modernen mit ihren elektrischen Maschinen -— arbeilen kann, oder bei der Kistenherstellung, einer Arbeit, die für die Frau leicht genug ist? Oder gar in der Schusterei? Dank den Bemühungen der Moazat Hapoalot wurden schon viele bisher unzulängliche Positionen gewonnen und die Chawerah aus der Enge des Haushalts herausgebracht. Aut weiteren Gebieten steht der Kampf gegen alte Gewohnheiten noch bevor. Auch in der Arbeitersiedlung — im Moschaw und Kibbuz - gibt es für die Arbeitcrinnenbewegung viele Aufgaben. Auch hier muß sich die Chawerah zur Selbständigkeit in der Arbeit, zur Verantwortung und Initiative erziehen. Die Frau neigt — ganz im Gegensatz zum Mann — dazu, sich!uth landwirtschaftlich gearbeitet. Alle anderen waren die Kaufleute und Handwerker, von denen wir oben sprachen. Im Jahre 1928 siedelt die Jewish Agency eine Gruppe von 25 Familten des Poel Hamisrachi in Kfar Chassidim an. Der Boden ist urbar gemacht, die Entwässerungsarbeiten sind beendet, die erfolgreiche Bruiinenbohrung gibt Möglichkeiten zu intensiven Kulturen, der Bodenanteil für jeden Siedler wird auf 100 Dunam festgesetzt. 60 Chassidim waren Pioniere für 25 neue, jüngere Siedler aus der Misrachi-Jugcndbewegung. Ich verlasse den schönen Aussichtspunkt auf dem Dache der Synagoge und durchwandere den Ort. Heute leben in Kfar Chassidim 85 Siedlerfamilien mit einer Seelcnzahl von 445. Außerdem beherbergt das Dorf die Beamten des Waad, die Lehrer und den Raw, den Arzt, den Leiter der Konsumgenossenschaft, einen Schlosser und einen Elektrotechniker. Der Moschaw ist auch als Wohnsitz von vielen Arbeitern ewählt worden, die in Haifa oder in der großen Nesherabrik Arbeit gefunden haben. Nach der letzten Zählung beträgt die Einwohnerzahl von Kfar Chassidim über 600. Mit Stolz, wenn auch nicht ganz ohne Sorge, erzählen mir die Siedler, daß Kfar Chassidim in diesem Jahre „selbständig" geworden ist. — „Dem KKL danken wir unseren Bodenanteil und dessen Entsumpfung. Die Instruktorcn haben uns zum Baucrn-Daseiu verholfen. Der Keren Hajessod ermöglichte den Aufbau der Wirtschaften. 75 000 Pfund hat dieser Kolonisationsfonds in die Ausstattung der Wirtschaften investiert. Zu Anfang des Jahres haben wir die Verträge mit dem Keren Hajessod unterzeichnet, und am 1. Oktober mit der Rückzahlung der ersten Rate begonnen. Unser Schicksal liegt jetzt in unserer Hand." Man spricht nicht viel von der eigentlichen Leistung, von den Sorgen und den Mühen. Bartumrahmte Gesichter verbergen die zerarbeiteten Züge. Wenn sie von den Söhnen erzählen, die die Wirtschaft übernommen haben, leuchten ihre Augen. Man spürt, daß hier Menschen mit dem Boden verwurzelt sind, nicht mehr fortzudenken von der Scholle palästinensischer Erde. Und wieder Erweiterung! Die Zeit ist nicht mehr fern, da wird ein neues, junges Geschlecht nach Kfar Chassidim kommen und das Dorfdasein beleben und verschönern. Der Keren Kajemeth Lejisrael hat für die Errichtung eines „religiösen Jugenddorfcs" 325 Dunam zur Verfügung gestellt. Die Pläne für eine landwirtschaftliche Schule, die 200 Kinder aufnehmen wird, sind fertiggestellt. In diesem Jahre sollen die Einrichtungen geschaffen werden, um zunächst 50 Kindern der Jugendalijah aus Deutschland eine landwirtschaftliehe Ausbildung zu geben, einer Jugend, die religiöse Tradition mit neuem, produktivem Leben in Erez Israel verbinden wird. Werner Bloch, Tel-Awiw reichen, wenngleich zeichnerisch zuweilen noch sehr unbeholfenen Buchschmuck sorgte Berurijah Unna. Wir hätten vor allem gewünscht, daß eine in Erez. Israel hergestellte neue Haggadah mehr aus der Anschauung des Landes schöpft, als aus altbekannten, hundertfach verwandten Fllustrationsmotiven. Für sorgfältige Edition zeichnet Rabbiner Dr. Josef Unna verantwortlich. Schalom Ben-Choria * Bei Steimatzki stellt das Photo-Studio der Damen Herta und Dorothee Wcyl eine Reihe ausgezeichneter Biidcr aus. Darunter befinden sich sowohl reportagemäßige Aufnahmen, fast ausschließlich aus Europa, wie eine größere Anzahl Porträtaufnahmen von in Erez Israel lebenden Menschen. Unter den ersteren, die sämtlich interessant im Bildschnitt und hervorragend in der technischen Ausführung sind, werden besonders einige Wiuteraufnahmen aus der Schweiz Aufsehen erregen, die die hier unbekannten Elemente Schnee und Eis mit einer Naturnähe wiedergeben, wie sie nur wirklichen Meistern der Linse gelingt. Die Palästina-Porträts — darunter solche von Ussischkin, S. Schocken, Frau Erich Mendelsohn u. a. — beweisen guten Blick für das Wesentliche einer Persönlichkeit bei ebenso natürlicher wie unkonventioneller Bildkomposition. Am interessantesten sind drei s e f a r d i s c h e F r a u e nbildnissc: das einer wunderschönen „grande dame" und die zweier Zwillingsschwestern „aus dem Volke". Hier haben die Photographien sich mit bestem Erfolg in ein noch wenig erschlossenes Gebiet vorgewagt und sind einem sehr eigenartigen jüdischen Schönheitstyp in hervorragender Weise gerecht geworden. czk. der Initiative sogar auf dem eigenen Arbeitsgebiet zu emV halten. Dabei hat sie zuweilen keine geringeren Kenntnisse als er. — Damit ihre Gleichberechtigung nicht illusorisch wird, ist eine bewußte Erziehung zur Selbständigkeit notwendig. Diese leisten insbesondere die Mischke Poalot (Arbeiterinnen wirtschaften). Im M c s c h c k Hapoalot (Arbeiterinnenwirtschaft) hilft kein Chawer. Die Chawerah ist ganz auf ihre Kraft und Verantwortlichkeit angewiesen. Der eigene Wirtschaftsbetrieb entwickelt in ihr Selbstvertrauen, fachliche und administrative Fähigkeiten. In den Mischke Poalot leiten die Chawcroth den Betrieb in jeder Hinsieht. Wenn sie nach zwei fahren in die Arbeitersiedlungen zurückkehren, bringen sie fruchtbare Aktivität, wertvolle Fachkenntnisse und Interesse für alles in der Wirtschaft mit. Jochewed bat Rache*' Das neue Haifaer Konservatorium. Eingerahmt durch' Ansprechen von Vertretern des Waad Hakchila, des Waad Hadar Hakarmel, des Waad Habinjan usw. und von Gesängen des Sußmaniisehcn Chores fand am 9. März die feierliche Grundsteinlegung für das neue Haifa er Kons er« vatorium statt. Auf dem Grundstück in der Bezalelstraße, gegenüber der „Gculah"-Schule, das der Waad Hadar Hakarmel zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt hat, wird hier das erste, rein diesem musikalischen Zwecke gewidmete Konservatoriums-Gebäude Palästinas errichtet. Außer den verschiedenen Räumen für die Verwaltung und den Unterricht ist ein Konzertsaal für 400 Personen mit einer kleinen Bühne vorgesehen, der schon für sich allein einem dringenden Bedarf abhelfen wird. Das Gebäude ist für die seit vielen Jahren bestehende Musikschule Frau Dunja-Weizmann bestimmt und soll etwa zu Cbanukkah eingeweiht werden. Man hofft, dann auch die im Unterrichrsplan noch fehlenden Fächer (wie z. B. für Blasinstrumente) allmählich angliedern zu können. Aifred Markus, Haifa Musikalisches aus Jerusalem. Zu dem Bericht in Nr. 18 der „J. R.'' wird uns aus 'Jerusalem geschrieben, daß Marcel Noe im Jerusalemcr Sender die „Winterreise" von Schubert nicht, wie irrtümlich angegeben, in hcbräischeT Sprache, sondern englisch sang, und zwar auf vier Abende verteilt, am Flügel begleitet von Karl Salomen. Weiter schreibt man uns, daß er dabei vollendetes gesangliches Können und größte Schlichtheit der Vortragsweise zeigte. Die Darbietung wurde von vielen als das größte gesangliche Ereignis des bisherigen palästinensischen Musiklebens bezeichnet (Schluß des Palästinateils) f

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