Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 22 (19.3.1937)
- Date
- 1937-03-19
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 22, 19. III. 19 37 Dr. Otto Driesen im Ruhestand Obersfmliendirektur Dr. Otto I) r i e s e n, der Leiter des Frankfurter I' Ii i 1 a n t Ii r o p i n s, der größten jüdischen Schule Deutschlands, die auf das ehrwürdige Alter von 132 Jahren zurückblicken kann, tritt mit linde dieses Schuljahres in den Ruhestand. Otto Driesen hat seine Kindheit in einer kleinen „pädaogischen Provinz" verbracht. Sein Vater war in Segnitz eiter eines Landcrzichungslieims, in dem der heranwachsende Knabe vom Kindergarten bis zum Schülertheater alle jene Einrichtungen des pädagogischen Lebens kennenlernte, deren Entwicklung er spater im jüdischen Schulwesen Deutschlands neue Bahnen weisen sollte. So lebte das, was er in der Schule des Vaters als aus Schülern gebildete Schauspielerpnippe vor Atiren gesehen hatte, in veränderter Form vor einigen Jahren in der „Spielschar" des Philattthropins wieder auf. In Paris, als junger Student, trat er Max Nordau nahe und geriet so in den Bannkreis Theodor H e r z 1 s, freilich ohne den Weg zum Zionismus zu finden. Nach vollendetem Studium an mehreren deutschen Universitäten übte Driesen seine Lehrtätigkeit zunächst in Karlsruhe, später in Charlottenburg aus, bis er 1<)21 als Direktor an das Philanthropin berufen wurde. Ihm ist der bedeutende Aufstieg des Phiiantliropins zu verdanken, das 1<)25 Vollanstalt wurde. Durch die 1**2-1 auf seine Veranlassung gegründete Volksschule beim Philauthropin baute er dieses zur {jrölften jüdischen Schule Deutschlands aus. Ls muß Driesen, der der älteste unter den Leitern unserer höheren jüdischen Schulen war, nachgerühmt werden, dali er mit erheblichem Erfolg bemüht war, das jüdische Schullcbcn den gegenüber früher so völlig veränderten Erfordernissen unserer Gegenwart anzupassen. Otto Driesen ist eine Persönlichkeit eigenen Wuchses. Der weite Horizont seiner geistigen Interessen, die auch Gebiete umspannen, die sonst dem Schulmann fernliegen — all dies ergibt eine fesselnde, freilich in sich bisweilen widerspruchsvolle Persimiichkcit, aber gerade deswegen einen sehr lebendigen, von Tcnipcnmcnt sprühenden, wannen Menschen, bisweilen nicht ..bequem" in der Zusammenarbeit, aber in seiner Geradiiniuknt von bestechendem Charme und immer von Lauterkeit und Vornehmheit der menschlichen Haltung. Dr. Adolf Le Schnitzer Rabbiner Dr. Joseph (Stolp) ist nach iijahriger Amtszeit als Rabbiner der Svnagogrngenieiude Stolp in den Ruhestand getreten. In seiner I atigkeit als Seelsorger und Lehrer hat er sieh in dif>er hinge« Zeit die Liehe und Verehrung der üemeindemitgiicvliT erworben. Durch sein reiches Wissen und seine pdagugiM-'iu Begabung hat er seinen Schülern nicht nur die Kenntnisse der jüdischen Lehre und der jüdischen Geschichte, sondern auch eine Fülle allgemeinen Wissens auf jedem Gebiete vermittelt. Vor allem aber hat Dr. Joseph mit der Kraft seiner L'eberzeugung zsvei Generationen zu aufrechten und selbstbewußten Juden er/ogen. Dr. Joseph war einer der ersten zionistischen Rabbiner in Deutschland und hatte daher in seiner liberalen Gemeinde früher eine« schurren Stand. Lrst nach und nach fand er Verständnis für seine LinstiIlling zu den jüdischen Problemen. Sein richtungwcisi mies Buch „Das Judentum am Scheidewege", das 1W5 erschien, schuf er aus der ticien Erkenntnis der Zusammenhänge des jüdischen Lebens, Das schönste Ergebnis seiner Bemühungen ist die Tatsache, da IS eine grolle Zahl von Siolper Olim in Erez Israel arbeitet, die seiner in Treue und Anhänglichkeit gedenken. — Zur Verabschiedung ihres Mitgliedes versammelte sich die zionistische Ortsgruppe am 4. März zu einem Abschiedsabend, au dem Dr. Joseph über Ramsav MacDonalds Palästinareise sprach. Im AnschluH an den Vortrag sprach die Vorsitzende der Ortsgruppe, Frau Trude Mayer, dem Scheidenden den Dank der Mitglieder der Ortsgruppe für seine jahrzehntelange Arbeit im Dienste der zionistischen Idee aus und überreichte ihm als Erinnerungsgabe ein hebräisches Werk. Am 7. März fand ein F e s t g o 11 e s d i e n s t statt. In der Abschiedspredigt gab Dr. Joseph rückschauend einen Uebcrblick über seine Tätigkeit und über die Entwicklung der Gemeinde in den 33 Jahren seiner Amtszeit. Dr. Neum a n n als Vorsitzender des Gemeindevorstandes und Dr. Rosenberg als Delegierter des Breul!. Landesverbandes sprachen ehrende Worte des Dankes und der Anerkennung. Zu einem letzten Zusammensein trafen sieh der scheidende Rabbiner und die Mitglieder des Vorstandes und der RepräsentantenvcrsanimSung mit ihren Frauen bei einem Abendessen in den Räumen der jeremialoge. Dr. Joseph verlegt seinen Wohnsitz nach Berlin. Ausbildung von Kindergärtnerinnen. Das Jüdische Seminar für Kimierg.iitnciiunen und I iortuennneit, Berlin W 15, Menickestr. 22, beginnt am 21. April mit einem neuen Ausbiidimgslehi gang, der -H) Schuld innen umfalit. Anmeldungen ki.nnen für diesen Kurs nicht mehr angenommen werden; der niiiiiste Kuis |„ .-innt 'Mcrii V)'i>. Einige veenige Haushalt s c h u t e r i n n c n können zu Ostern noch als externe Schiilenniieii aufgenommen werden. Das Seminar zieht im April um: die neue Adresse ist: Berlin-* irunewald, Wangenheinisfr. 36. Die Geschäftsstelle bleibt nach wie vor: Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Abt. Zentrahvülllfahrtsstelle, Berlin-Charlottenbiirg 2, Kautstr. 15S. Die Schriftstellerin Doris W i 11 n e r in Berlin ist am 11. Marz gestorben. Sic war die Tochter eines bekannten jüdischen Ji »in Ii iliMcn und in assimiliertem Milieu aufgewachsen. Als Verfasserin /ahlreicher Novellen aus dem jüdischen Leben und von literarischen Aufsätzen hatte sie eine Leserschaft in den liberalen jüdischen Zeitschriften und Zeitungen. Nach 1933 hat Ftau Vt'ittner sich zum Zionismus bekannt und auch Palästina besucht. Justizrat Dr. Emil Fraenkel, München, bittet uns, allen, die seiner zum 70. Geburtstage gedacht haben und insbesondere den vielen Freunden, die eine Baumspettde stifteten, seinen herzlichsten Dank auszusprechen. Juden und Jüdisches im Rundfunk Freitat!, 19. M.'im!'.,.!. (164S), 12.45: Jüdische Sendung. Sonnabend, 20. Mänt Paris PTT. (431), 21.30: La, Chanson de Fe*. tunio, komische dg, r von Ottenbach. — Toulouse (329), 23.15: „IlripNinten--, von Oihnl.ieh. Montag, 22. MSra:!'.sg (-170). 18.35: Drei Fi. der. von A. Sehünberg. -- Hermniiii (er (54o), 21.10: „l)uKrt!w.t-\ Kinakt.r v. Ottenbach. MÜNCHEN Sa""t»0. den 20. Mlrz, 20.30 Uhr, Itus-Turnhalle, Pllnganstr Straß« 16 DR. HANS FRIEDENTHAL JUDISCHES SCHICKSAL- Resignieren oder planvoll gestalten Zionistische Ortsgruppe München Briefe an die Redaktion „Assimilation Köln, den 16. M.irz 1937 Sehr gwhrte Redaktion! Durch die Ailikel von Dr. Ilirzk-id in Nr. 8 der ,.C. V.- ZeiOing"' und von H. F. in Kl. 20 der ,,juil. Rundschau" ist veii neuem de litgiiit „Assimilation" in die jüdische Diskus iun geu orlen. Mir wheir.t es nur ein Spiel mit Worten, von filier Assimilation im Dali» und im Akkusativ (ich a>dniilieie ..mir'-, ich «issinuiieie „mii'ti") oder von dner „gewellten'' und ,,t.i!it;€'Aul:Un'' As>- Miiub' iun zu reden. .Winihition (- Anceec hnm;, Aiiähnrhin;;) ist ein Natu: ye.seli aolnehtliin, dein Lilie T.ehew esen dieser Tele st.indii; verhallet sind. Die Fm^o i-t mir. itn was ich rnirli;e, huihere. Jeder Men.svh Ufiie'et sieh in einem ständigen Assinii;i i <nsprozeß. Das Ideal die es Prozesses isl, daß tler Kinzi ine in eiiK-r ihm jir'^Vii iu n iiiriiseliüelien Umgehung leM. d. Ii. er assimiliert sieh an seine ei;.;ene Art. Die-e Vurnii.s tziun; ist ee- Keix.ll, bei allen alkeepuete .Masse zusnnuiienh bend n Volkern. Sebald der einzi Ine :i!>er h<'iatisgesj!ien;^ ist aus seiner ihm arlgleiehen VolksRenieinschalt UihI Iniieiiie.e.teilt ist in cm« ihm nieht konforme Oenieinsrhuft, Ih-sU-IiI die (iefahr der Assimilation an ein arlfreimies Idiom. Daraus wirel vei siänd'ich, dali die- Juden des U-ten^, die großenteils in kompakten Massen zu>:inimenlel>< n, weitaus weniger unter den VerfallM.TFelieinunyen liner Assimilation in mililiebigem Sinne zu leiden hatten als die sporadisch verteilten Juden des Westens. Die Assimilation an die eigene Art wirkt konservierend, die an fremde nullo-end. Aufgabe nral Ziel d*-r zeeiisti-chen, d. Ii. na f mal jü-li < hen lVwe;;ung it es darum, dem Juden der (!a hrth (Inrrl; den Auth >u einer Ilelltlst.llte in l'.isi tiea, d. h. eines jüfiirhnatimulen Zent r tmis, und dureh Xtteiminensetdiilj tm<! Kmitenint; alles nalional juilL-eheli Keilte ein V^rbiM zu geben, dem sieh zu assjeiiüeieu, abo an/u^iri-iien, jeder Jude erstrebnsvverter. beirlüekender und ,,1'ekömmlieher'' als alle andere Assimilation empfindet. Die desolaten Whkuiijjen <les sogen. ..Jalifiiuedcrts der Assimilation" Haren m. E. nur deshalb mbglieh, weif es an solehen den auflösenden Tendenzen eintT entwurzelnden Assimi'ation «-ntpegi n .teilenden Kratt fehlte, die gewKsermaljeii <lie W'itkung jein r zu absorbieren vermag. I >er Zionismus hat d. .teil!» niebl ntn eine Htdeuiiing fvir eine Wand rung nai h Paia lina. ^->ndern tbenso seiir fiir eine soMic nach am leren handeln, ja gerade an dieser wild seinekonservierende Sinne der Erhaltung Art nutzbar werden Kraft im jüdischer müssen. Möchte wir mehr bis mm d, eine solche — sagen biologi-che. -- Auf- \ s.in i Olli,. ■<>'■ .1 <tems <lazu lieitragen, diet vi rseliii denen Meinungen da:üiM-r einander zu nähern. 1 bxrhaehtungsvoll Mai tin Heilbrunn Wissenschaftliche Arbeit in Jerusalem? Jerusalem, den 9. Marz Sehr geehrte RedaktionI In der heiligen Siadt Jerusalem gibt es einige Hurhersaiilinlungcn von gewissem Werte. Da4 ist die iiibüotliek der Loge, gut gelegen uml beijuem zu erreiehett. Sies< haftli' hen sos, die die ohne Hille Magazin i-.l ferner die > l'.ibiimhek te-minar, lssen- Torelie besitzt an w Werken nur Bibliothekarin nirht find, n kann. Das zu klein. Da ist ogei annte V. inj ehe n Misrachi-I.ehrerlii vorzüglicher Weise Kabbiniea aufweist, aber nicht fortgesetzt und ergänzt wird. Die neueste lübliolhel. ist die der ,,Alumali", eine Xftergsatinulung, die an Kleinheit nicht üU-Htoten werden kann. Jeder ausfällige Fors« her wird uauii is 11 an die Nalieinalbibbotlak denken, tnr deren bestand jeder gebildete Jude wohl in di r gam'cn Welt seliem etwas getan bat. Die.se Bibliothek i,l in Wiiklidtkiii lür dtii Nicht lozi n'en und Niehls.u Villen ein Ideal, tineiit it hbar. Zwei Piastr n ulj er Fahrgeld zahlen, um dabin zu ge angen, einige Mil noeh hir die Li ih/.ctlcl, und dazu muH er I'aln- und. \\;e U /a il in Mnge Ies 11neu. Aber mit z.\ei l'ia.iein ha! er iwch nielits ineieht, in den citeiisten Fälltn wild er da. Uta Ii, das nicht im I.e esaa! steht, ialor! ei hallen. Kr lauf.' es heute mit Signatur bestellen -— über die Signatur w.iic auch nianeberli i zu sag u, lang und umständlich, wirsie /..lt. der IJenul/.er der i', rlini-r S'adibib i .ihek ni In kennt --, Uli; e.s nioigen zu erhalten, ahn inutj tr jiuirgen wieder zwei Piaster ausgeben und wiedrr Zeil weieien. Nun hat man erbt tili heiwci e die M> K'i hkeit ge- M-jialfen, einmal in der Wedle in der Logen liibliolhek Hüclier der Nationalbibliotfiek zu erhallen. Man braucht also dann nicht auf den Skopus zu faiiren; aber dies ist in Walirlmit nur eine hallte Freude. Bei solchen ]!e-iel'uugen liebt es die Natioii.ebi'hli .thek, den Bestellzettel mit einem doppelten „sduul" (ausgeliehen) gcsieinpelt zurückzuseiw'eu. Msin liiuii dann mindciens »ine Woche aut eine iK-ue üesstellung warten usw. AI i-r manchmal sieht man seine lleatilzeliel üU-ihaupl nicht wieder, und die Bibliothekarin der Logellbibliolbek weib nur III sagen, dali sie nichts erhalten habe. Aul'erdem hat sie naturgemäß mehr Interesse an ihren s-aiali eu He an hern, den Lesern der s, h.iiicii Literatur, die sie iiin'.i -e n, l'nd kommt ein Zettel ohne liueh zurück, so wild er mit Fragezeichen verschen, irgendeine bibüographiscric Angabe, wie man sie sonst kennt, feh't vollkommen. Bisweilen sind dem biagrzeieheu noeh die Wune „ciiii jadua" (unbekannt) zuge-etzt. Man kann also wirklich nicht wi seiisciialtücli in Jerusalem arbeiten, essei denn, daß man Dozent oder Student ist oder nieht mit dem Piiusler zu rechnen hat. J loehachtungsvoll A. Posnel Berliner Lehrkurse Berlin-Wilmersdorf, 15. 3. 1937 Sehr geeinte Redaktion! Bezugnehmend auf den Hrief der Krau Maigarete Katzke in Nr. 20 -der ,.J*. R." mochte ich gegen die Meinung, daii es ki ine geeigneten Lehrer gebe, auf folgendes hinweisen: Aul Y( einlas,ung der Jüdis.hrli (hneindi- Berlin Ii.dl Professor Dr. Unna seit 11)34 in den Lchrraunieii Ka-anenstraläe allwöchentlich am Montag und Mittwoch \on 2ü bis 22 Uhr mit dem schmisten Ertolge äußerst instruktive und erhebende Lehrkurse fiir Lrwaebsenc al). Kr vermittelt Anfängern sowie Fortgeschrittenen die bebniisehell Kenntnisse, die zur Tt ilnahme am t lottesdienst erfoideiheh sind. Fämer lehrt er lielievolle Vertielung in die Heilige Schrifi, gibt Erklärung der Woelienab.chnitte, der „Sprüche der Vater" und der F'eottagsgebete. Von mir selbst kann ich bezeugen, dali ich mich im Verlauf von 1 Vs Jahren unter Plol. Unnas Leitung von einer „blutigen Anfängerin'' zu einer mehr und mehr ..bibelfesten" Anfüngcpin der jüdischen Lehre entwickelt halte. Ergebeast Elly Hamberge! Gruppenverbandstag Oberschlesien Der zionistische Gruppctivcrbantlstafr Oberschlcsien am 1-t. .Marz in G | e i w i f z (O.-S.) gestaltete sich zu einer eindrucksvollen zionistischen Kundgebung und war gleichzeitig eine ergiebige Arbeitstagung, welche das zionistische Leben der kommenden Zeit int Bezirk wesentlich bestimmen wird. Von der Zentrale Berlin waren Dr. Hans Cape II, Dr. H i rs c h f e 1 d, Walter T e m p e 1 anwesend. Alle Ortsgruppen und Arbeitsgemeinschaften der Provinz waren durch ihre wesentlichen Mitarbeiter vertreten. In den Kommissionen, die unter Leitung der Herren Dr. Ca pell, Georg Neuländer, 1/chak Scltkedi, Fritz Tau tagten, beschäftigte man sich mit den zionistischen Aufgaben: Fonds-, Ortsgruppen-, Iwrith-, Makkabi-Arbeit. Vor dem Plenum sprach Dr. Hans Capcll über das Thema ,,Palästina nach der Königlichen Kommission". Die politische uml wirtschaftliche Situation Palästinas wurde einer Analyse unterzogen. Den Höhepunkt bildete das von dem Vorsitzenden des Gruppenverbandes, Rechtsanwalt Dr. Georg Weidmann (Bcuthcn), gehaltene Referat „Die zionistische Situation im Oruppcnvcrbandsbe/irk". Mit Befriedigung konnte festgestellt werden, daß der oberschlesische Zionismus ein starker Faktor tles jüdischen Lebens in der Provinz geworden ist und dali der Großteil der obersehlesischen Juden ihr Bekenntnis zum jüilisclieu Volkstum durch die Mitarbeit in der zionistischen Bewegung kundgegeben haben. Durch Zustandekommen einer Einheitsfront aller jüdischen Gruppen war es im Bezirk möglich, wertvolle jüdische Arbeit zu leisten. Jetzt gelte es, diese Einheitsfront zu erhalten. Die Versammlung bekundete ihr Einverständnis mit diesen Ausführungen durch stürmischen Beifall. Im Anschluß daran gab Rechtsanwalt Schindler (Hindcnburg) unter jubelnder Zustimmung der Versammlung bekannt, dali tler Ortippeiiveiband in Würdigung der Verdienste Dr. Weißmanns einen „Dr. G e o r g - W e i ß m a n n - I i a i n" in Erez Israel pflanzen wolle. Eine sofort eingeleitete Sammlung ergab bereits das Ergebnis von 212 Bäumen. Rechtsanwalt Schindler dankte auch den sonstigen Mitgliedern des Synago- Saiverbandes, insbesondere unseren Gesinnungsgenossen Salo u 11 m a n n und Arnold Wiener für ihre tatige Mitarbeit. Nunmehr begann die umfangreiche Aussprache, bei der sich auch der Senior des obersehlesischen Zionismus, Rechtsanwalt Wunderlich (Oppeln) beteiligte. F. T. KKL-Mifarbeiter-Tagung für Bayern. Der Zionistische Gruppenverband für Bayern veranstaltete in Nürnberg eine Tagung der KKL-Mitarbeiter, die von ()0 aktiven Mitarbeitern und Vertrauensleuten, darunter 30 aus Orten außerhalb Nürnbergs, besucht war. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Gruppenverbandes, Dr. J. Bamberg er, Nürnberg, erstattete Adolf Pollak, Jerusalem, ein Referat über Gegenwart und Zukunft der jüdischen Siedlung in Palästina. Er behandelte insbesondere die Frage der Aufnahmefähigkeit des Landes und schilderte die Bedeutung der neuen Siedlungsgebiete, um schließlich auf die künftigen Möglichkeiten großer jüdischer Siedlung einzugehen. Am Nachmittag sprach Dr. Richard Eisen, München, über ,,KKL-Arbeit in Deutschland". Fritz Stein, Bamberg, beschäftigte sich mit den besonderen Verhältnissen und Möglichkeiten der KKL- Arbeit in Klein- und Dorfgemeinden. In der Aussprache wurden die wichtigsten Fragen der praktischen Arbeit besprochen, wobei eine besondere Rolle die Bearbeitung der Landgemeinden spielte. Außerhalb der eigentlichen Tagung war Gelegenheit zu einer Besprechung von Fiagen der allgemeinen Arbeit, an der sich auch Dr. Georg Josephthal Beteiligte, Ankündigungen aus dem Reich Bcrnburg: ZOO. Am 21. Mär* Vorträge von Dr. Walter Groß, Nachmittags: „Die Lage der zionistischen Hcwegmig"; abends: „Vergangenheit, und neue Schnelling — das Werk des Zionismus in Palästina". .— Dessau: Am 11. April, Jüd. Kulturbund Anhalt Maiion Koegel: Lieder und Chan.Miiis aller Länder. — Dortmund! ZOG. Am 22. März, 20.30 Uhr, Vortrag Kahb. Dr. M. Nußbaum! „Unser Recht auf die Heimat —• Palästina und die Kgl. Konv uiission — Vor der Ent-ehei<hing" (Synagoge). — Am 23. Mänt 2Ü.30 Uhr, iprieht in einer Kundgebung Kahb. Dr. M. Nußbaum über „Unser Recht auf die Heimat -- Palästina und die Kgl. Kommission — Vor der Kntjcheiilung" (fb.tchsaal, lileielisli.). — EtMItt Am 20. Mar/, 19.30 Ihr, im Jugendheim, Saarbnieker Straße (Musiki.ialj, KlternabeiMi des „llascboiiier lbuair". Programm: 1. Zwiegcaprjch; 2. Wie wir in den Hund kamen; 3. Chor; 4. Aussprache) 5. Chor; 6. Auf Baumaktioii; 7. Die Kinder aus Erez Israel wollen auf Sehlichut in die Galuth; ß. Chor. —. Frankfurt a. M.i Am 23. Mar», 20.30 Uhr, Hörsaal Unterlindau 21, Kabb. Dr. Lothar Rothschild, Saarbrücken: „Alter und neuer Territorialioiitus — Zionismus-'. —- Cbug Iwri, Jugendheim. Am 20. Marz, 10 Uhr, Pr. Kundl „Aus der hebräischen Presse". — Hamburg-Altona: Misrachi-OG, Mitgliederversammlung am 22. Marx, 20.15 Uhr, Eppe-ndoiferbaum 6, Casie willkommen. — Karlsruhe: Am 19. Marz, 20.30 Uhr, Karl. Friedrich Loge, Kriegstr. 154, V'orliag Liehts „Wanderung nach PalS« aliii.v. Wunderung nach Uebersee". — Köln: ZOG. Am 20. Marl üneg St habbat des KKL (nur für Mitglieder der Jugendbünde) 20.45 Uhr, im Heim, Cäcilieiistr. 18-22. — München: ZOG. Am 20. März, 2Ü.30 Uhr, in der Turnhalle des Jtus, Voitrag Dr. Hanj f'iiedenthal: „Jüdisches .Schicksal — Resignieren oder planvoll ge. stalten". — NeuB: Veranstaltung des KKL, liezirksverband Rhein» laiul Wc ifalen, in der Synagoge, um 20.30 Uhr, Vorführung de? neuesten KKI.-Monatv.ehau, Begleitworte Hans Damidt, Düsseldorf, —« Stettin: Am 22. M.irz Jüdischer Kulturbund: Marion Koegel: I.icdet und Ch.ircons aller Länder. — Am 23. März, 20.30 Uhr, Mitglieder-, veianstaltung, Friedrirh-Karl-Str. 3, Hof, rechts, 2 Treppen, Vortrag Adolf l'ollak: „Palästina von heute —• Probleme jüdischer Wanderung und Kolonisation", Der Kulturbund Mecklenburg veranstaltete mit großem Erfolg in Schwerin, Rostock und Stralsund einen heiteren Abend mit „Alfons F i n k". Die Städtische Jüdische Volksschule in Duisburg feiert am 21. März das zehnjährige Bestehen. Die Schule zählt nahezu 200 Schüler. Rabbiner Dr. Max Nussbaum »pricht über Palästina im Brennpunkt m jüdischen uieifprobiematik Die Situation der Juden In der Welt - Die Galuth; Wirklichkeit, Illusionen u. Befreiung&tendenzen / Außerpalä»tinenitjche Emigration s Terrltoriallimus und Alljah / Vor der Enttdieldung der Königlich, Kommiulon / Die Zukunft Er«i Israeli/ Der Glaube an unierVolk Unterollen Umständen DORTMUND DÜSSELDORF Montag, den SB. Oamelndahaus Mlrz, M.19 Uhr, Dienstag, den S3. Marz, 20.30 Uhr. Ibach-Baal Zionistische Vereinigung für Deutschland