Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 22 (19.3.1937)
- Date
- 1937-03-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Chefsekretär der Palästina-Regierung, John Hathorn H a 11, wird als Vertreter der Mandatarmacht vor der Ständigen Mandatskommission bei ihrer im Mai stattfindenden Tagung in Genf erscheinen. Die Regierung Transjordaniens hat eine Verfügung erlassen, durch die das Tragen von Waffen nahe der Palästina-Grenze verboten wird. „Feiestin" teilt mit, daB der Distriktskommissar für Jerusalem sämtliche Bürgermeister der Orte des Jerusalemer Distrikts zu sich geladen und streng aufgefordert hat, für die Ordnung während der kommenden mohammedanischen Feiertage zu sorgen. Das Mufti-Organ „El Liwaa" teilt mit, daß die Regierung KKX) I) u n a m Staats b o den zwischen den Kolonien Rechowol und Gedera für jüdische Kolonisation zur Verfügung gestellt hat. Die benachbarten arabischen Dörfer hatten dagegen protestiert. Der Araber, der während der Unruhen einen Ueberfall auf den Jerusalemer Kaufmann Izchak Cohen verübte und nach Transjordanien fluchtete, ist von der transjordanischen Regierung der Palästinapolizei übergeben worden. Ein jüdischer Wächter in Kfar Jecheskiel überraschte zwei Araber dabei, wie sie ein jüdisches Feld abernteten. Die Araber stürzten sich auf ihn und versuchten, ihn mit einer Sichel /n erschlagen; es gelang ihm jedoch, einen der Angreifer zu fassen und der Polizei zu übergeben. Die Telephonverbiiulung zwischen Jerusalem und Hebron wurde unterbrochen. Es stellte sich heraus, da Ii die Drähte durchschnitten worden waren. Eine Räuberbande raubte eine Arabern gehörende Herde in der Nahe der Syrischen Grenze, wobei ein Bauer getötet und der Hirt verwundet wurde. Maskierte Räuber überfielen einen arabischen in Regierungsdiensten stehenden Tierarzt, der von einem Polizisten begleitet war, in der Nahe von L u d d. Der Polizist wurde verwundet. In Sa f cd sind acht arabische Agitatoren verhaftet worden. An den Moscheen in 1 i a i i a und A k k o sind am Montag rote Plakate angeschlagen worden, durch die die Gläubigen aufgefordert werden, Mittel für die ..Kämpfer in dem heiligen Krieg zur Rettung Palästinas" zur Verfugung zu stellen. Die Aufrufe sind unterzeichnet von der „Organisation Nebi Mohammed." Die Kolonie M i / p a h ist von Terroristen beschossen worden. Auch in der Gegend von Posch Pin ah kam es zu einer Schießerei. Wirtschaft Laut „Feiestin" haf sich die Regierung bereit erklärt, 300 Arbeifer aus Dschenin im Hafen von Haifa zu beschäftigen. 2W Arbeiter wurden bereits nach Haifa geschickt. Als man in Dschenin bekanntgab, daß noch 50 Arbeiter fehlen, meldeten sich 2000 Bewerber aus den umliegenden Dörfern. Auf Grund des Gesetzes zur Verhütung von Verbrechen hat der Vizegouverneur von Haifa einige Dutzend Araber aus Dschenin aus Haifa ausgewiesen. Nach den letzten Zählungen der Jcwish Agency leben heute auf Keren K a j e m e th - B o d e n in Stadt und Land etwa '15 000 Menschen, (las sind 11 d.er gesamten jüdischen Bevölkerung Palästinas. In ländlichen Besitzungen des Keren Kajemeih leben 31600 Personen, somit ein Drittel der gesamten jüdischen Landbevölkerung. Der Export von Pottasche und Bromsalzen aus dem Toten Meer durch die P a 1 e s t i n e P o t a s h Comp, ist im Jahre WM» gegenüber dem vorangegangenen Jahr um 70 o;0 gestiegen. Bei den Bromsal/.eii allein beträgt die Steigerung 87"..-., bei Pottasche <>6|!.». Der vermehrte Export ist zum Teil auf die erhöhten Anforderungen der Rüstungsindustrie zurückzuführen. Die auf einer Konferenz der arabischen Handelskomitees Palästinas eingesetzte Kommission für Industrieangelegenheiten hat beschlossen, Eachri Naschaschibi nach Damaskus zu entsenden, damit er dortige Geologen zu einer Prüfung von Boden in Pal.i-.tina veranlasse, die für die Entwicklung einer Z c m e n t i nd ii s t r i e geeignet sind. Die Indnsfriekommission beabsichtigt, in Palastina eine, arabische Zementfabrik zu errichten. Verschiedenes Die palästinensische Bahnverwaltung bat vor kurzem auf Grund der Vorschlage von Sir Felix Pole vorbereitende Arbeiten zum Bau einer Bahnstation in unmittelbarer Nähe von Tcl-Avviw in Angriff genommen. Nunmehr hat eine Besprechung zwischen Vertretern der Bahnverwaltung, der Tel-Awiwcr Stadtverwaltung und der Distriktsbehörden stattgefunden, in der die Vertreter der Stadt Tel-Awiw verlangten, daß die Bahnstation innerhalb des Stadtgebietes errichtet werde, und zwar an der Jchuda-Halevy-Straße, entweder zwischen der Hcrzl-StraRe und Nachlat Benjamin oder an der Ecke der Harakevet-Stralle. Nach Veröffentlichung im Amtsblatt sind für Jerusalem neun neue S t a d t b a u p 1 ä n e vorläufig genehmigt worden. Die im Haifa er Hafen angestellten jüdischen Lastträger haben zu dem Fonds, der zum Ankauf von Vieh für die beraubten Siedlungen Mizpah und Kfar Hachoresch .eröffnet worden ist, £ 10 beigetragen. Aus Gründen der öffentlichen Sicherheit ist die Vorführung eines Bildstreifens, der den Zug nach Tel Chaj am Todestage Joseph Trumpeidors zeigt, in den palästinensischen Kinos verboten worden. Der Vertreter einer englischen Filmgesellschaft hält sich gegenwärtig in Jerusalem auf, um die Vorarbeiten für eine Verfilmung von Col. Lawrence „Aufstand in der Wüste" zu treffen. Der ganze Eeldzug von Akaba bis Damaskus soll den Hintergrund des Films bilden, und die Bilder sollen an Ort und Stelle aufgenommen werden. In Palästina ist die Vorsitzende des zionistischen Frauenverbandes Hadassah (Amerika), Frau Schoschanna Jacobs, in Begleitung ihres Gatten, Eduard Jacobs, zu mehrmonatigem Aufenthalt eingetroffen. Die in Jerusalem lebenden Juden aus Hebron haben den Siedlern von Kfar G i 1 a d i auf ihre Bitte hin eine Thora- Rolle geschenkt. Die Einbürgerungs-Frage Tel-Awiw, im März 1937 Wir haben, um dem Leser einen Eindruck vom Abiauf der kulturell wichtigen und interessanten ,,Oeffentlichen Prozesse" in Tel-Awiw zu vermitteln, in früheren Nummern der „J. R." einige ausführliche Protokolle solcher Verhandlungen wiedergegeben und begnügen uns heute mit einem zusammenfassenden Referat über ein „Gericht", dessen Anklage sich gegen diejenigen wandte, die — obwohl sie rechtlich dazu in der Lage sind — die palästinensische Staatsbürgerschaft nicht erwerben. Bekanntlich kann jeder Palästinenser werden, der, im Besitze eines Zertifikats, zwei Jahre im Lande seinen Wohnsitz gehabt hat. Laut Angabe beträgt die Zahl derer, die im jüdischen Lager von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen, 140000—150 000. Diese Massen nehmen sich selbst das Recht, das öffentliche und innerpolitische Leben des Landes mit zu bestimmen, wenn man von der einzigen Ausnahme absieht, daß in Tel-Awiw sich auch Ausländer an den Stadtrats- Wahlen beteiligen können, während in Jerusalem und Haifa der jüdischen Bevölkerung der Einfluß versagt bleibt, den sie zahlenmäßig ausüben könnte. Der Schaden, der dem Jischuw durch diese Versäumnis entsteht, ist schon jetzt unermeßlich und könnte in einem Moment, in dem etwa die politische Konstellation Palästinas Aendertingen erfahren sohle, geradezu existenzbedrohend für die jüdische Gemeinschaft in Erez Israel werden. Man versuchte, an diesem Abend die Ursachen zu klären, die zur Unterlassung einer so wichtigen Pflicht führen. Selbstverständlich wirkt in erster Reihe die zweijährige Karenzzeit der Regierung hemmend, dehn der neue Einwanderer, der mit dem Zertifikat in der Tasche palästinensischen Boden betritt und die Zelte hinter sich abgebrochen hat, wäre begreiflicherweise gerade im Anfang seines Aufenthaltes viel eher geneigt, auch die neue Staatsbürgerschaft zu erwerben als nach zwei Jahren, wo er meist von Existenzfragen so in Anspruch genommen ist. daß ihm die „Politik" nur noch wenig interessiert. Verstärkt wird solche Indifferenz dadurch, daß dem Inhaber eines ausländischen Passes im Lande — und auch außerhalb desselben — scheinbar keinerlei Nachteile, mitunter sogar Erleichterungen zuteil werden. {Visurn-Zwang, „Native"-Einstellung der Polizei- und Regierungs-Stellen usw.) Zweifellos fällt auch die Einstellung einiger schwer ins Gewicht, die nach Palästina ohne innere Beziehungen kamen, mehr oder weniger gezwungen,, die Länder, in denen sie bisher wohnten, zu verlassen, die auch in den ersten zwei Jahren — sei es durch eigene Schuld oder nicht — sich nicht an das Land assimilierten und die bei einem Konjunkturrückgang bereit wären, wiederum zu emigrieren, wenn ihnen die Möglichkeit dazu gegeben ist. Nach Ansicht der Redner stellt auch die jüdische Frau dieser Frage allzu gleichgültig gegenüber, anstatt dafür Sorge zu tragen, daß ihr Mann und ihre Kinder vollberechtigte Staatsbürger werden. Die Verhandlung zog sieh bis nach Mitternacht hin. Das Urteil gibt einen Ueberblick, welche Punkte im Laufe des Prozesses, außer den hier erwähnten, noch berührt wurden: Der Angeklagte erfülle aus tibergroßer Nachlässigkeit nicht seine Bürgerpflichten gegen sich selbst, seine Familie, gegen den Jischuw im Lande und gegen sein Volk in der Golah. Mitverantwortlich seien die Aemter, Vereinigungen und Verbände, die diesen Verstoß ihrer Arbeiter und Mitglieder dulden, ohne dagegen Stellung zu nehmen. Gleichfalls schuldig sei die inländische Presse, die die Oeffentlichkeit nicht genügend über das Problem aufgeklärt habe. Das Gericht appelliert an die Landesregierung, die Einbürgerung zu erleichtern. Das Gericht hofft, daß im Zusammenhang mit dem ,,M o n a t der Einbürgerung" — der im Lande proklamiert ist — grundlegende Acnderungen in dieser Frage um sich greifen werden, und daß jeder Palästinenser werde, der rechtlich die Möglichkeit dazu habe. Die Organisationen, Aemter und Verbände seien insbesondere verpflichtet, innerhalb eines Monats ihren ganzen Einfluß in dieser Sache — bis zum endlichen Erfolg — geltend zu machen. Manfred Geis HilUting, auf dem Hornel Aus Haifa wird uns geschrieben: 21. März, Frühlingsanfang, — so steht es in den Kalendern Europas. Nässe, Kälte und scharfe Winde lassen kaum daran glauben. Und empfindlichen Menschen bedeutet dieser lange Winter eine dauernde Gefahr. In Palästina aber pflückt man schon im Februar Blumen in warmer Frühlingssonne. Unter dem strahlenden Himmel liegen saftige grüne Wiesen, überstreut mit Anemonen und Alpenveilchen, mit Krokus und Narzissen vom dunkelsten Rot bis zum zartesten Lila. Mild und erfrischend ist die Luft; alles ist gereinigt und belebt durch die Regengüsse der vorigen Wochen. Der Gesundheitszustand ist auf vollster Höhe, die Stimmung — trotz allem — froh und mutig. Täglich kann man spazieren gehen, weite Wanderungen unternehmen, Luft- und Sonnenbäder genießen und die strahlende Freudigkeit der Natur erleben, deren suggestiver Einfluß gerade für zarte und geschwächte Menschen so wohltuend und segensreich ist. Palästina ist in diesen Monaten nicht weniger anmutig als die Riviera, und die waldreiche, immergrüne bergige Land- 2ä'^%#?^^ .'..v . Boden ist Freiheit Nur auf eigenem Boden werden wir unser Leben frei gestalten können Spendet zu Peßacli Boden iür die Freiheit unserer Minder KEREN KAJEMETIl EEJISRAEL Berlin W1S,Meinekcst r. 10/ Postsdheikkto.Bcrlin 28247 schaff des Karmel ist der schönste Teil. Da, wo die Hügel des Karmel die herrliche Bay von Haifa im Süden begrenzen, wo man von jeder Bergspitze weit über das grüne Emek die schneebedeckten Kuppen des Hermon und Libanon sieht, und nach der anderen Seite die fruchtbare Küstenebene fast bis in die Gegend des neuerschlossenen Emek Chefer, dort ist in Farben und Formen der Brennpunkt landschaftlicher Schönheit. Mit natürlicher Berechtigung entsteht hier der Luftkurort „Har-Hakarmel". Und jeder Reisende findet hier, wie er es sucht — Erholung, Vergnügen, Erlebnis. Pensionen, Hotels, Sanatorien dienen der erholsamen Ruhe, in jedem Hause findet man Aufwartung, Fürsorge, Bequemlichkeit und die Ernährung, die man an ähnlichen Orten der Weit zu finden gewöhnt ist. Von größter Bedeutung ist die Möglichkeit der Erholung unter ärztlicher Ucbcrwachung in den modern eingerichteten Sanatorien und ärztlich geleiteten Heimen. Man ist bemüht, durch Anlage von Parks, Verbesserung der Wege und Promenaden, Aufstellen von Bänken dem Spaziergänger alle Annehmlichkeiten eines Kurorts zu bieten. Kulturelle Veranstaltungen, Tanzabende sorgen für die Abwechslung, Konzerte und Vorträge für Zerstreuung. Der untere Teil der Stadt ist durch gute Verbindung schnell zu erreichen. Und das Erlebnis? Wer einmal im Februar oder März aus dem trüben kalten Europa fortreiste und bei Regenwetter frierend in Triest das Schiff bestieg, der konnte beobachten, wie nach dem dritten oder vierten Tag der Himmel strahlend blau wurde, die Reisenden plötzlich ausgelassen und bester Laune und wie ihre Gesichter sich bräunten. Die Begeisterung über die Einkehr nach Erez. Israel und die Freude an der herrlichen Natur vereinigen sich zu einem starken, eigenartigen Ausdruck von Beglücktsein. Als Warnung für NctieinWanderer in Palästina, die nicht begreifen wollen, daß Palästina nicht Europa ist, möge folgende Geschichte, die sich vor einigen Tagen zutrug, dienen. Drei Mädchen beschlossen — wiewohl sie bereits zwei Jahre im Lande sind — eine Fußtour durch das Galil zu unternehmen, das heißt also, trotz der bedeutend erhöhten Unsicherheit dieser Zeit durch das Land zu wandern, und zwar gerade durch jene Teile, wo die Verhetzung augenblicklich am größten ist. Trotz der Vorfälle von Tiberias und Safed also machten sie sich auf die Wanderung, kamen nach Safed und beschlossen, von hier nach Rosch Pinah zu geben. Sie taten noch ein übriges und wählten den kürzeren, von Autos selten befahrenen Weg. Nach kurzer Zeit verirrten sie sich und kamen in ein arabisches Dorf. Es fiel ihnen zwar auf, daß man sie mit maßlos verwunderten Blicken anstarrte, etwa wie man Gespenster, die am hellichten Tag auftauchen, anblicken mag, aber sie gingen weiter, bis sie etwa hundert Schritte nach dem Dorf auf eine arabische Straüenarbeitcrkolonne stießen. Sie fragten den Vorarbeiter nach dem Weg. Dieser, gleichfalls ein Araber, wußte vor Erstaunen, plötzlich drei jüdische Mädchen vor sich zu sehen, zuerst nicht, was er sagen sollte. Dann aber warnte er sie, weiterzugehen. Die .Gegend sei für sie sehr gefährlich; in dem Dorf, das sie eben durchquert hatten, sei seit 1029 kein Jude gewesen. An ein Weitergehen sei nicht zu denken; sie müßten daher unbedingt zurück. Die Mädchen gingen also wieder zurück. Kaum aber hatten sie den Rand des l>orfes erreicht, als eine Gruppe von etwa fünfzehn Burschen auftauchte, die sie umringte und bösartig zu werden begann. Da überdies eines der Mädchen aus Müdigkeit nicht mehr weiter konnte, war die Situation überaus gefährlich. Als eine kleine Karawane arabischer Frauen auf Eseln vorbeikam, gelang es ihnen, sich von den Burschen loszureißen und zu dem Vorarbeiter zurückzulaufen. Dieser fragte seine Arbeiter, ob einer bereit sei, die Mädchen durch das Dorf zu begleiten; er werde ihm die Zeit auf den Lohn anrechnen. Die Arbeiter weigerten sich, weil sie fürchteten, im Dorf erschlagen zu werden, Zufällig kam dann ein arabisches Auto vorbei, aber auch der Chauffeur lehnte es aus dem gleichen Grunde ab, die Verirrten zurückzubringen. Der Vorarbeiter zog ihn dann aber beiseite, sprach etwas mit ihm, stieß die Mädchen in den Wagen und der Chauffeur fuhr in rasendem Tempo unter einem Steinhagel durch das Dorf. Er fuhr mit ihnen bis nach Safed und lieferte sie in der Polizeistation — als „Illegale" ab. Die Mädchen wurden sofort verhaftet und wurden erst nach Stunden, als ein jüdischer Polizeioffizier kam, freigelassen, nachdem man durch Recherchen festgestellt hatte, daß sie legal waren. Sie hatten ihre Rettung einer Idee des Vorarbeiters zu danken, der dem Chauffeur gesagt hatte, daß die drei Illegale seien und er die drei Pfund Kopfprämie verdienen könne, wenn er sie der Polizei abliefere. Wäre die Habsucht des Chauffeurs nicht größer gewesen als seine Feigheit, dann wäre die Sache wahrscheinlich sehr schlimm abgegangen. Ich erzähle diese Geschichte nicht allein als Warnung, sondern insbesondere darum, weil derartige Ergebnisse strafwürdigen Leichtsinns in Palästina durchaus nicht als Privatangelegenheiten betrachtet v/erden dürfen. Besonders in Zeiten, da jeder Vorfall die ungeheure Nervenspannung, in der wir seit Monaten leben, zur Explosion bringen kann, ist jedes einzelne Mitglied der Gemeinschaft verpflichtet, sein Tun nicht vom privat-individuellen Standpunkt abzuwägen, sondern stets die etwaigen Folgen für die Geineinschaft im Voraus zu bedenken. Es geht nicht an, Ausflüge in Gegenden zu machen, wo es Zwischenfälle geben m u ß, und es geht schon gar nicht an, daß Mädchen allein Fußreisen in Bezirke unternehmen, wo das Gewehr den Spazierstock ersetzt. Das Vergnügen eines Ausflugs ist sicherlich sehr groß, größer aber ist die Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Allgemeinheit in diesem Lande und in dieser Zeit. Darum ist es auch, dies sei nebenbei bemerkt, durchaus nicht notwendig, schon jetzt die Schabbatvormittag-Spaziergänge in den arabischen Quartieren der Altstadt von Jerusalem wieder aufzunehmen. M. Y. B e n - g a v r i 61, Jerusalem Familien - Nachrichten Herr Moritz Karlsruher und Frau Flora, geb. Cutmarm, Haifa (früher Stuttgart), begehen am 19. März das 30jährige Ehejubiläum. Barrnkwah-Terminc! Am 3. April (22. Nissan): Paul (Elchanan) Goldenberg, Sohn von Jacob Goldenberg, Kerkur (Gan-Haschomron). D,.W^ K~#-1£AJT1C*^ p vV-EAU DE COLOGNE* BADESALZ JA