Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 22 (19.3.1937)
- Date
- 1937-03-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2653625-2653647--30458-2685009- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 22,19.111.1937 JODISCHE RUNDSCMAO SeffoS Der visionäre Architekt Zum 50. Geburtstag von Erich Mendelsohn Der Architekt Erich Mendelsohn, der am 21. März 1887 in Alienstein geboren ist, braucht der jüdischen Oeffentlichkeit nicht vorgestellt zu werden. Sein Schaffen hat sich allen denen tief eingegraben, die einmal mit Aufmerksamkeit seine Schöpfungen betrachtet haben. Sein 50. Geburtstag gibt uns kein Recht, diesen ^^tf^^lk Mann „abschließend" zu bevom Bauen erlebt, und eine Erich Mendclsohn Foto: Archiv der stärksten Erscheinungen in dieser Entwicklung war Mendelsohn. „Für die besonderen Bedingungen der Architektur", so sagt er loiu in einem Vortrag, „bedeutet die zeitgeistige Umschichtung: neue Aufgaben durch die veränderten Bauzwecke des Verkehrs, der Wirtschaft und des Kultes, neue Konstruktionsmöglichkciten in den neuen Baustoffen: Glas — Eisen — Beton." An anderer Stelle bekennt er: „Was geschehen wird, hat nur Wert, wenn es i in Rausch der Vision entsteht." Sein Ziel ist eine verinnerüchte Architektur, ein „von aller Form befreites Gesicht. Hier handelt es sieh also nicht mehr darum, in welche Form der Inhalt einzugießen ist, hier ist die weitgehende Forderung auf Aufhebung der Form /um Selbst/weck erhoben. Hier tönt der Ruf: Symbole zu schaffen, nicht Formen." In der Tat, seine Bauten sind ein steter Kampf zwischen der Vision (wie wir sie aus vielen, aus der Musik geborenen Skizzen kenneu) und dem Material, wobei zuweilen der Kampf eher zugunsten der Vision als des Materials entschieden wird. Das Wunderwerk der frcischwcbciidcii Haupttreppe des Kaufhauses Schocken in Stuttgart, ganz aus Glas und Eisen, erlebt der Beschauer wie einen Hauch; fast ist es hier, als sei alle Erdenschwere dem Material entrissen worden. Der Berliner kennt viele Mendelsohnsehe Bauten: den Rudolf Mosse-Neubau, Herpich, die Baukomplexe am Lehniner Platz. Die Königsberger kennen die feierliche Ruhe der Bestattungshalle des jüdischen Friedhofs mit ihren milden Lichtdurchlässen. Die Breslauer kennen den breit ausladenden Bau des Kaufhauses Petersdorff in der ülilauer Straße; au vielen Orten begegnen uns die Spuren des Wirken Mendelsohns, das natürlich entsprechend den späteren Wandlungen aller Kultur- und Kunstanschauungen auch nicht unbestritten blieb. Mendelsohn hat auch mehrere Schriften und Werke veröffentlicht, darunter ein Bilderwerk über die Architektur Amerikas. Erich Mendelsohn ist seit langem Zionist. In den letzten tahren hat er seinen Wohnsitz und seine Arbeit zwischen ondon und Jerusalem geteilt und ging in England bei einem großen Wettbewerb als Preisträger hervor. In Palästina hat er dem architektonischen Schaffen Richtung und Wege gewiesen. Er erbaut 1923 die Rutheuberg-Station in Tel-Awiw und schafft damit den Stil palästinensisclier Industriebauten. Im gleichen Jahre entstellen als Frucht seiner Palästinareise noch andere Entwürfe, die aber nur teilweise ausgeführt wurden. In den letzten Jahren hat er u. a. Weizmanns Haus in Rechowoth und das Haus Schocken (nebst Bibliothek) in Jcrusalem-Rechavia entworfen. Auch die Neubauten der medizinischen Institute, die jetzt auf dem Skopus entstehen, sind seine Schöpfungen; kürzlich (s. „Jüd. Rdsch." Nr. 12 vom 12. Februar) hat Norman Bentwich in der „Times" die Hoffnung ausgesprochen, daß Mendelsohn auch für die Zusatzbauten der Universität und die Erweiterungsbauten der Nationalbibliothck verantwortlich sein werde, damit eine Stileinheit in diesem üebäudekomplex auf dem Skopus entstehe. Wir wünschen diesem begnadeten Künstler noch lange Jahre erfolgreichen Schaffens. Dr. Gerhardt Neu mann Erfolg - relativ Das Niveau jüdischer Kunstveranstaltungen Zu dem in Nr. 20 erschienenen Artikel „Niveau und Qualität" gehen uns die folgenden Ausführungen zu, die in ihrer Tendenz gewiß anzuerkennen sind, obwohl man beachten muß, daß das beifallsfreudige jüdische Publikum von heute vielfach mehr die seelische Aufrichtung als den künstlerischen Genuß um seiner selbst willen in den Verunstaltungen sucht. (Red.) Erfolg ist die Anerkennung einer künstlerischen Leistung durch die öffentliche Meinung. Der Wert eines Erfolges hängt ab von dem Maßstab, den einmal die Künstler an die Urteilenden und andererseits die Urteilenden an die Künstler legen. Es ist z.B. ein Unterschied, ob ein Konzert in festlichem Rahmen stattfindet oder in einem als Notbehelf hergerichteten Saal, — ob es sich um eine Folge von regelmäßigen Veranstaltungen handelt oder um eine einmalige Darbietung, — ob es lediglich eine Unterhaltung oder eine seelische Aufrichtung sein soll. In den ersten Fällen wird durch die Möglichkeit häufigerer Vergleiche das Urteil, das über Erfolg oder Mißerfolg entscheidet, wahrscheinlich weniger enthusiastisch, dafür aber sicherlich sachlicher und gerechter sein. In allen anderen Fällen aber führt das Besondere des Einmaligen, des Ausnahmsweisen automatisch zu ganz anders gearteten Voraussetzungen in der Beurteilung des Gebotenen, wobei man der Versuchung, den tatsächlichen Wert der Leistung zu überschätzen, fast regelmäßig verfällt. Was ergibt sich daraus für unsere Situation? Die Gefahr einer sehr erheblichen Ucbcrbcwertung der künstlerischen Darbietungen innerhalb der jüdischen Kreise. Die Verschiebung der Voraussetzungen hat gleichzeitig zu einer Verschiebung der Maßstäbe geführt, die an eine künstlerische Leistung gelegt werden. Wenn man sieht, wie heute einfach alles mit Beifall überhäuft wird, so muß man doch einmal aussprechen, daß diese Erfolge nicht als Erfolge zu werten sind wie sie w i r k I i c Ii e r Leistung gebühren. Ich will dabei keinen Augenblick bezweifeln, daß die betreffenden Künstler ihr Bestes geben. Die Frage ist mir, ob es für einen berechtigten Erfolg ausreicht. Erfolg bei einer jüdischen Veranstaltung von heute ist eigentlich fast gleichbedeutend geworden mit dem Erfolg, wie ihn früher einmal eine höhere Tochter in ihrem Familienkreis gehabt haben mag. (Selbstverständlich gibt es hier wie überall Ausnahmen, die aber immer nur als Bestätigung der Rege! dienen können.) Dadurch wird jede künstlerische Weiterentwicklung aufs Ernsteste gefährdet. Solange wir nicht soweit gekommen sind, zu sagen, daß unter uns alles gerade gut Neuestes Werk Erich Mendelsohns: Modell des geplanten Neubaues der Anglo-l'alesline Bank in Jerusalem, gesehen VOn der Slorrs Avenue Aa« der Zsitichrilt ,,1'aleitme »nd Miildle EaBl" UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE: B t r 1 i o i TmtteaUietutr.ttie \f> Esse u. Am HauptbahnhoflÖ H » mt> u r ». Jun^ftmstiex *> Bochum, KortumriraBc 67 Köln ».Rh., Ilokr S«r»*e 115 Frankfurt Id.. KottmarM 15 EllQB, tirnbeckerstroBe 10 Zentral«: O i i o d!> c Ii a. M. W u p p c r t ii I. EI b r f e I d, HcrrojjilraBo 36 genug sei — und zur Ehre aller Beteiligten nehme ich an, dali wir uns so ernst nehmen, um dieser Ansicht nicht zu verfallen, -— solange muß darauf geachtet werden, daß das Niveau jeder künstlerischen Leistung so hoch gehalten wird, daß sie einen Erfolg in Wahrheit verdient. Sonst kann es geschehen, daß der Eine oder Andere durch den freigebig gespendeten Beifall zu einer durchaus irrigen Ansicht über das eigene Können gebracht wird. Julius W o I f f s o h n, Köln Orpheus-Aufführung in Mannheim In Gegenwart von Intendant Dr. Singer, Berlin, brachtö der „Liederkranz" (Jüd. Kulturbund Mannheim) nach monatelanger Vorbereitung Glucks „Orpheus und Eurydike" zur Aufführung, die man der zielbewußten Initiative von Kapellmeister Sinzhciracr verdankte und vor allem durch den Orpheus von Frau S a 1 o m o n - l. i n d b e r g, Berlin, zum Ereignis wurde. Hat doch die Künstlerin nicht nur die im jüdischen Kulturkreis immer seltener gewordene tiefe und gleichzeitig den Höheanforderungen des Orpheus, restlos gewachsene Altstimme, sondern sie überzeugte nicht minder in der großen« ergreifenden Art ihrer I >ar-;lc-Illing. In Tim und Spiel gleich beschwingt die bezaubernde Eurvdike von Trude W o 1 f f, Ludwigsh.'ifen. Als Amor debütierte Lore G olin, Mannheim, mit hübschem, verheißenden Sopran, die außerdem sichtliches Spicltalcnt offenbarte. In Max S i n z h e i in e r hatte sie wie alle Mitwirkenden einen überlegenen Fuhrer am Ruit, der mit dem 35 Köpfen starken Orchester der lusiriimctitalgcmcinschatf auch (las Dramatische der ()rplnim-l'artitur wirkungsvoll gestaltete. Erstaunlichstes dieser denkwürdigen Wiedergabe war der Damcr.-Bcwcguugschor, der durch Ernst Rudolf M a v e r einstudiert war. Ihn unterstützten wirkungsvoll die Gesäuge des oberhalb der Bühne untergebrachten Gemischten Chores des „Liede-rkranz", die dank der musikalischen Assistenz von Werner Frank stets emsatzsichcP kamen. Stilvoll und geschickt die Buhncngcstaltuiig durch Ericil Marx, wie auch die von Lore Meyer entworfenen Kostüme eigene Note hatten. Ein wahrer Dankcssiurm rief alle Beteiligten immer wieder hervor. Intendant Dr. Singer nahm dann das Wort zu einer kurzen Ansprache. -nn. Dr. Josef Rufeisen 50 Jahre. Aus Prag wird uns geschrieben: Am 20. Marz wird der Vorsitzende des Zionistischen Zentralverbandes dir die Tschechoslowakei und Mitglied des Zionistischen Aktions-Comites Dr. .Josef R u f e i s e II 50 Jahre alt. Dr. Hufeisen leitet nahezu zwei Jahrzehnte die hiesige Zionistische Organisation und hat in dieser Zeit beachtliche Erfolge erzielt. Trotz der mannigfaltigen landespolitischen Aufgaben — Dr. Rufeisen gehörte auch zu den Initiatoren des Jüdischen Nationalrates in Prag, der in den Umsturzzeiten 1918 und auch später die jüdische nationale Minderheit erfolgreich und würdig nach außen vertreten bat — hat Dr. Rufeisen unablässig im palästinozentrischeu Sinne gewirkt und so hier eine Atmosphäre geschaffen, in der sich che nationalen Fonds günstig entwickein und steigende Einnahmen erzielen konnten, wi der eine fmaluzbewegung; entstand, d*e viele hunderte Menschen für Palästina herangebildet und in der überhaupt der Sinn für reale und konstruktive Palästinatätigkeit in beachtlicher Weise sich ausgebildet hat. Dr. Riifeisen hat es auch verstanden, in der zionistischen Öffentlichkeit der Tschechoslowakei das Gefühl für die Einheit der Organisation besonders stark auszubilden. Auf den Z i o n i s t e n k o n g r e s s e n trat er besonders in den Kommissionen für wirtschaftliche Palästinaarbeit und im Rahmen der Fraktion der Allgemeinen Zionisten (Gruppe A) führend hervor. Nachdrucke verboten Alle (auch Uebersctzunjrs-) Rechte vorbehalten ~~~:vr*' '<i>? 'MM * Pl^^M^l^^^'?S»-J*£i-.- k \~MJSrVm'^ü: ^^WMw-^WJwi' i *w>*5™^'•S^fi?,. *^~Tr '^T*;**rww-j>,-~ * m>» ^-^JmSF «b. ÜUK M ymsijsmsm^^ 'tiM Uo»Z**vkviU<git Zk CHA3I/VN SCHWARZ SS&:J«H. KlßßüZ (>. Fortse zunjf Und damals habe Ich mich so gefürchtet, ins Zelt zu gehen, vor drei Monaten. Jetzt liebe ich es, wie man sein Heim liebt. Es kommen Leute zu mir, die mir sagen, daß ich als guter Arbeiter gelte. So erzählt mir König eines Tages, daß Ben Ezew nur mit Respekt von meiner Arbeil im Pardess spreche. Wer kann Ben Ezew verstehen. Er hat mich schon einigemal freundlich gefragt, ob ieh Lust hatte, fest im Pardess zu werden, einzutreten nls festes Mitglied in die Kwuzath Pardess. Ich habe bejaht. Und so bin ich auch zum Gan J'rakot gekommen. Auf Empfehlung sozusagen. Es war da plötzlich morgens im Pferdestall bei der Ssidur Awodah eine gewisse Nervosität, weil der Chef vom Gan J'rakot noch einen Arbeiter brauchte, und man wußte nicht, wen zu schicken. Da kam ieh angeschlendert, und Knz sagte sofort: Nimm Dajan, er ist gut, du kannst dich auf ihn verlassen. Besonders merkwürdig und wertvoll sind mir diese Tage im Gan J'rakot durch den Umstand, daß nur neue Chnluzitn aus Deutschland bei dieser Arbeit beschäftigt sind, man hat sie kolonnenweise abgeschoben zu den Erdarbeiten im Gan J'rakot, und den ganzen Tag wird nun gesprochen und diskutiert. Ich erinnere mich heute nicht mehr an Einzelheiten. Ich weiß nur, daß es in der Hauptsache zwei Fragen gab, die allgemein beschäftigten und deren Art der Stellung ich als primitiv empfand. Die eine Frage war die Frage der Vaükim, und sie wurde so gestellt, als sei es Aufgube der Vatikim, sich bei den Neuen beliebt zu machen, und die andere Frage war die Frage der Bnchuroth, und auch sie wurde so gestellt, als sei es Aufgabe der Mädchen, den Jungen Offerten zu machen. Das fand ich unsympathisch, eine gewisse Feigheit, die hinter all diesen Gesprächen schimmerte, ein Mangel m Lust, an die Außenwelt heranzugehen, ©in klägliches, unmännliches Hoffen auf Geschenke. Freilieh, ich selbst habe vor drei Monaten in Afuleh gestanden, mit einer vor Angst verkrampften Seele, und habe die Außenwelt gefürchtet. * Der Käfig, über den Selz.er so spottet, lockt uns viele Menschen ins Zelt, so daß Barlei schon anfängt, zu protestieren. Vor allen Dingen jetzt im Winter, wo die I-eute dicken Hotz an den Schuhen hal>en, der sich auf unseren Dielen abschmiert, sind diese vielen Besucher, l>csondcrs am Schabbot, ein Problem für sich. Ich habe mir schon vom Zrif des Kibbtiz. Hameuchad einige Exemplare einer liegengebliebenen Auflage des „Zibur" geholt, aus einer dort stehenden Kiste, und Stöße von gleichmäßigen Druckbogen vorbereitet, die sieh jeder Hereinkommende um die Schuhe wickeln muß. Trotzdem finden kleine Botzklümpchcn. den Weg zum Hoden, ganz zu schweigen von der Tatsuchc, daß die Leute beim Verlassen des Zeltes, gleich draufkn nel>en unserer schönen Eingangsbrücke, das Papier von d-en Schuhen streifen und den Vorplatz, in einen schaurigen Zustand bringen. Aber doch freue ich mich über die Bekanntschaften, die sich durch den Käfig ergeben. Aus dem Pardess kommen Hngescher und Zadek mit ihren Kindern, einmal üarki, der sich nlles genau erklären läßt. Manchmal weiß ich gar nicht die Namen der I/eutc, die mit Kindern, Familie, Besuchern anrücken, sie wiederholen ihre Besuche, immer wieder mit anderem Anhang, besonders Tisari beehrt mich fast jeden Schabbnt mit irgendwelchen Güsten, und ich bemerke, wenn sie hinausgehen, daß sie die Sache stolz als Symptom des kulturellen Stande« Tel Hnmons hinstellen. Gewisse Ausdrücke, gewisse hebräische Formulierungen, die zur Erklärung dienen, prägen sich mir bald so ein, daß ich wie ein Cicerone mein Sprüchlein heruntei'schnarrc. Eines Ta#es bringt Tisari einen Professor der Universität Jerusalem, einen Naturwissenschaftler, uer am Abend im Chadar Ocliel einen Vortrag halten soll. Er lobt sehr die Einrichtung des Käfigs, fragt nach der Art meines früheren Studiums. Für die Tiere sind die Besuche weniger angenehm. Ich pfleg« nacheinander die drei dunkelgrünen Glasfcnsterchen zu öffnen, die zu den Baumhöhlen führen, und die Eidechsen ins Innere des Käfigs zu jagen, die große gell>e Smaragdeidechse, die blaue Eidechse von den Balcarcn, die gröne aus Italien und eine Reihe hiesiger Eidechsen, sie schieße« aus dem Baum hervor und überfluten wie ein Regen die kleine idyllische Landschaft des Käfigs. Dann schreien die Kinder vor Vergnügen, und auch die Erwachsenen lächeln und wollen Genaueres erfahren Aber Gewohnheiten und Ernährung dieeet Tiere. Neuerdings schleppt man mir f.i^f jede Woche irgendwelche Tiere ins Zelt. Der eine bringt ein Chamäleon, der andere eine von den stacheligen Wüste neidechsen, den llardunim Palästinas, ein drillet" hat einen riesigen herrliehen SchmdU'i Lug gelangen und glaubt, mir damit gefällig zu sein, manche bringen Schnecken, Grillen, einmal sogar werden mir zwei kleine blinde Igelchen übergeben, dio mächtig frieren und die Mutter verloren haben und von mir mit Milch, später mit Schabefleisch aufgezogen werden, bin sie eines Tages groß gentig sind, um in die Freiheit hinauawackcln zu können. Auch Sara Kinski besucht mich öfter und die Fra« des großen Bar Urjan. Manchmal sitze ieh jetzt im Chadar Ocliel mit den besten Vatikim zusammen, und die Deutschen schielen eifersüchtig zu mir herüber. Langsam wird es Frühling im F.mek, Der niedergegangene Hegen hat die Menge von vierhundert Millimetern erreicht. Da man den Kopf heraushebt aus dem Winter« versteek, erkennt man, daß ringsum das Land grünt, blühfi und duftet. Jetzt kommt die Zeit für Nalirrbcobachter, Trupps, die am Schabbat ausgehen, um den Gilboa zu ersteigen, kehren abends zurück, mit Blumen beladen, und berichten von der märchenhaften Pracht, die die Flora oben im Gebirge zeigt. Die Felder sind übersät mit blühen, den Disteln und leuchten bnld gelb, bald rot, bald Hau, Die Wege, die Eisenbahnschienen sind gesäumt von einelf wilden Nelke, die man in allen Farlmüancen findet. Dia Luft ist rein und mild, die Hitze am Tag erträglich. Auch' die Fauna regt sich. Die Vogel kommen in Wolken, lassen sieh in Wolken nieder, rauschen in Wolken auf, vollführen id Wolken geschlossene Flugmanöver. Man trifft an bestimmteilt Punkten Herden von riesigen Aasgeiern, die so fett sind, daß sie nicht mehr aufsteigen können. Die Pfütxen sind gefüllt von der Kaulquappe des grünen Wusserfroschefl und der warzenbedeckten Erdkröte. Eines Tages kommen Störche gellogen und stolzieren auf den Feldern herum. Es beginnt von allerhand Kleinlieren zu rascheln, man muß sich vorsehen, l>esonders eine Giftschlange, deren Biß nach einer halben Stunde tödlich wirkt, macht Dr. Zacharias Sorgen. Auch allerkleinste Lebewesen, Malariamücken, erwachen und fliegen aus. Es kommt eine Zeit, wo Dr« Zacharias jeden Tag im Juman den I/eitartikel schreibt, besser gesagt, wo die Krankenschwester jeden Abend dio hebräische Ucbersetzung eines Leitartikels von Dr. Zacharias veröffentlicht. Mit der Pracht der Natur entfalten sich Laster und Tragik der Natur. Die Acrzte im Einek nehme» ihre chaluzisehe Arbeit auf.