Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 22 (19.3.1937)
- Date
- 1937-03-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 22, W. II11937 Konferenz für Auswandererfragen Paris, 14. März. (JTA.) In Paris fand eine Konferenz jüdischer H i I f s k o in i t c e s statt, die vom American Joint Distribution Com mittet in Gern einschalt mit dem Council for Oer man Jewry und der Hias-Ica Immigration Association einberufen worden war. Es wurde über die Lage der jüdischen Flüchtlinge berichtet. Man kam überein, dafl in jedem Lande, das Vertreter zur Konferenz entsandt hatte, ein genaues Studium der Flüchrlingsfrage stattfinden solle, und zwar insbesondere nach der Richtung hin, wieviele der Auswanderer in diesen Landern selbst eingegliedert werden können, wiegele nach überseeischen Ländern auswandern wollen und wie versucht werden könne, zwischen den einzelnen Ländern «ine Wanderung derjenigen, die der Sorge der Komitees unterstehen, herbeizuführen. Auf der Konferenz waren Vertreter aus England, Frankreich, Belgien, Holland und der Schweiz anwesend. Aus Luxemburg und Spanien lagen Berichte vor. _ Vor einigen Wochen wurde in Wien eine Konferenz der jüdischen Hilfskomitees abgehalten, auf der das gleiche Thema erörtert wurde. Auf dieser Tagung waren die Komitees aus Oesterreich, der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Italien und Polen vertreten. Auf der Pariser Konferenz waren vom American Joint Distribution Committee Direktor Bernhard Kahn und Direktor David Schweitzer zugegen. Die Hias-Ica wurde durch Generaldirektor Edouard O ungrc und Dr. James Bernstein vertreten, der Council for German Jewry durch Professor Norman Ii e u t w i c h. Auf der Konferenz wurde ein Bericht über Auswandtrerscluttz und Auswandererfürsorge in den einzelnen Ländern erstattet. Das Genfer Abkommen ist bisher von Frankreich, Belgien, Fngland, Schweden und Dänemark ratifiziert worden. Die Zahl der Personen, die unter das Abkommen fallen, beträgt in Frankreich rund 8(100, von denen etwa 2!»«) auf t;nurstützung angewiesen sind. Fn England leben rund 3500 von dem Abkommen erfaßte Ausgewanderte. Diejenigen, deren Pässe nicht erneuert werden, erhalten Ausweise vom Home Office. Auch in Belgien ist der Rccnts-tatus der Ausgewanderten auf der Grundlage des * iinfer Abkommen* befriedigend geregelt. Jeder Kcfugie, dir sieh in Belgien vor «lern 5. November 1036 aufhielt, erhält Arbeitsrecht. Die Zahl der unter dem Schutz des Abkommens stehenden Personen in Brüssel und Antwerpen wird auf HO geschätzt. In Holland werden etwa 7CI Ausgvwanderte regelmäßig unterstützt. Von den 220 Auswanderern, die sich in Spanien niedergelassen hatten, sind jetzt 200 nach verschiedenen europäischen Ländern zurückgekehrt. Die Konferenz hat in einer Reihe von Resolutionen die Fortsetzung der Arbeit der Auswandererhilfskomitees in den verschiedenen 1 rindern befürwortet und sich gleichzeitig dafür ausgesprochen, da Ii die Komitees in den Nachbarländern i h uischlands, in denen das Flüchtlingsproblem besonders akut ist. von den übrigen Komitees unterstützt werden. Wo sollen Juden siedeln? In einem Brief an die „Times'1 vom 16. März schreibt Lord Lamington, daß es notwendig wäre, für die überschüssigen jüdischen Massen Osteuropas Länder zur nAsiedlung zu finden, da Palästina mit der Gefahr der immer wiederholten Aufstände eine Gefahrenquelle für das Empire werde. Das Land könne selbst nach blutigen Kämpfen nicht alle Einwanderer aufnehmen, und selbst wenn die KgL Kommission eine Lösung für die Gegensätze in Palästina finden sollte, würde das Problem der unzureichenden Größe des Landes bestellen bleiben. Auch sei es falsch, Juden und Zionisten gleichzusetzen. Viele Juden würden glücklich sein, in einem anderen Teil der Welt in Frieden wohnen und die jüdische Religion beobachten zu können. Zionisten und Nichtzionisten suchten deshalb jetzt gemeinsam nach Ans i c d 1 u n g s m ö g I i c h k e i t e n, vor allem in britischen Gebieten. Die Freilandbewegung sei in ständigem Wachstum. In diesem Zusammenhang weist der Schreiber auch auf das (s.Zt. in der „J. R." besprochene) Buch von Lcfrwich ,,What Will Happen to the Jews?" hin, in dem bekanntlieh ebenfalls eine territoriale Lösung außerhalb Palästinas verlangt wird. Der Brief schließt: „Sollte es nicht möglich sein, einen Platz für diese unglücklichen Juden 711 finden, wo es kein hinderndes arabisches Problem gibt und wo es ihnen mit Hilfe der Fonds der judischen Organisationen und Persönlichkeiten in Europa und Amerika möglich wäre, zur Entwicklung der Industrie beizutragen, d i es zur Zeit gefährlich unterbevölkerte Gebiete des Empires gibt •— ohne England oder die Dominion- Regierungen in finanzielle Kosten oder Risiken zu stürzen? Es läge im Interesse der jüdischen Organisationen, nur die fähigsten Siedler hierfür auszuwählen." Kaplan eröffnet den Drive in New York New York, 17. März (JTA.) Der Drive des United Palest ine Appeal für das Gebiet von New York wurde mit (im in B:m!.. tt et öffnet, bei dein der Schatzmeister der Exekutive der Jewish Agency, Llieser Kaplan, eine Ansprache hielt. Kaplan ci klarte, nichts werde die Juden Palästinas davon abnähen, dafür zu arbeiten, daß die Tore des Landes jüdischer Einwanderung geöffnet bleiben, damit den Juden Europas Hilfe gebracht weide. Judenfeindliche Angriffe im irischen Parlament Der jüdische Abgeordnete des Dail (irländisches Parlament), Robert B r i s c o e, der in dem Kampf um die Unabhängigkeit Irlands eine hervorragende Rolle gespielt hat, hielt im Dail eine eindrucksvolle Rede zur Abwehr von Angriffen des iudenfeindliehen Abgeordneten B e 11 o n. EHe Juden seien gute Bürger des Staates und bereit, Freud und Leid ihrer Mitbürger ebenso zu teilen, wie sie in der Vergangenheit an dem Kampf für die nationale Unabhängigkeit teilgenommen haben. Außer Briscoe verwahrten sich auch mehrere nichtjüdische Abgeordnete aufs schärfste gegen das Hineintragen von Judenhaß in die Beratungen des Dail. In diesem Sinne sprachen u. a. der Finanzminister Scan McEntee und der Führer der irischen Arbeiterpartei W. Norton. Die Landesorganisation der Aguda» Jisrod in Deutschland (Frankfurt a. M.) sendet uns einen Bericht, aus dem hervorgeht, daß orthodoxe Juden, die nach Amerika reisen, in eine schwierige Lage kommen, wenn das betreffende Schiff am Schabbat ankommt, da bei der Ausschiffung zwei Unterschriften zu leisten sind. Es ist also zu empfehlen, daß orthodoxe Juden bei derartigen Reisen genau prüfen, wann das betreffende Schiff in Amerika ankommt. Kein „Kriegszustand" Palästina-Terror vor dem Unterhaus Die gegenwärtigen Sicherheitsverhältnisse in Palästina wurden im Unterhaus am 17. März im Anschluß an Fragen über die jüngsten von den Terroristen verübten Morde und über die in Palästina geltenden Bestimmungen für den Waffenbesitz von Privatpersonen erörtert. Auf die Frage des Abgeordneten W e d g w o o d, ob der Koloiiicnminister eine Erklärung über die Morde in Palästina, insbesondere den an Dr. Lehrs in Beisan, abzugeben habe, und ob von ihm aktivere Mannahmen zur Unterdrückung des Bandenwesens erwogen worden seien, führte Minister Ormsby-Gore aus: Ich bedauere tief die Morde und Gewalttaten, die sich in Palästina in den letzten Wochen ereignet haben, und ich freue mich, festzustellen, daß von dem die Regierung Palastinas leitenden Beamten am 10. Februar eine Erklärung veröffentlicht und in der örtlichen Presse wiedergegeben wurde, durch die bekanntgegeben wird, daß der Mufti von ierusalem und andere Mitglieder des Obersten Arabischen [omitecs ihren Abscheu vor solchen Taten zum Ausdruck febracht haben; bedauerlicherweise aber wurden seither verrecherische Akte weiter verübt. Was die Ermordung eines jüdischen Siedlers am 22. Februar betrifft, so wurden fünf Araber verhaftet; weitere Verhaftungen sind zu erwarten. Nach dem am 26, Februar verübten Mord an Dr. Lehrs ist der Eigentümer des Hauses, zu dem die Spuren von Polizeihunden verfolgt worden waren, festgenommen worden, und es wird nach einem zweiten der Tat Verdächtigen g"forscht, der am 27. Februar nach Transjordanien gefluchtet sein dürfte. Der Bürgermeister und andere Notabein haben dem Distriktskommissar ihr Bedauern und ihr Entsetzen über diesen Mord ausgesprochen, die Palästina-Regierung hat eine Prämie von 500 Pfund und eine weitere Prämie von 1000 Pfund für Mitteilungen ausgesetzt, die zur Verhaftung der Schuldigen führen können. Es ist zu berücksichtigen, daß es äußerst schwierig ist, die Sicherheit in einem Lande zu gewährleisten, in dem nach der so langen Unruhe und Gesetzlosigkeit des vergangenen Jahres eine akute Spannung herrscht. Ich habe die Frage weiterer Maßnahmen zur Bekämpfung der vermehrten Gewalttaten in bestimmten Teilen Palästinas mit dem High Comniissioncr für Palästina persönlich besprochen. Der High Crmunissioner soll am nächsten Freitag in Palästina eintreffen; er wird die Angelegenheit mit seinen Ratgebern besprechen und dringende Beratungen mit dem kommandierenden General der Streitkräfte sowie mit dem Chef der Polizei abhalten. Auf die weitere Frage Wedgwoods, wie lange die Regierung diese Zustände in Palästina dulden werde und wann das Krieg srecht verkündet werden würde, antwortete der Minister: Ich weiß nicht, ob Kriegsrecht rar Behandlung dieser Sache geeignet wäre. Wie der Abgeordnete w-eiß, Winnen wir auf Grund eines Ortler in Council Machtmittel atiwenden, es Ist dies aber kein Kriegsrecht. Kriegsrecht bedeutet das vollständige Ende jeder Zivilverwaltung; die Regierung Seiner Majestät würde zögern, es in Kraft zu setzen. (Beifall.) Sir Percy Harris fragte den Minister, ob er überzeugt sei, daß diese Angriffe jetzt von einer zentralen Stelle oder von Gewalten hinter den Kulissen organisiert werden. Minister Ormsby-Gore: Ich bin vollständig überzeugt, daß diese Gewalttaten von Arabern gegen Araber und von Arabern gegen Juden verübt werden, von lokalert Körperschaften organisiert sind und durchaus örtlichen Charakter tragen. Ich bin dessen völligsicher, daß diese zugegebenermaßen von kleinen Banden begangenen Morde in keinem Zusammenhang m i«, dem Obersten Komitee stehen. Der Abgeordnete Geoffrcy M a 11 d e r fragte, ob es nicht wichtig sei, klarzumachen, dal!, was immer in der übrigen Welt geschehen sollte, im Britischen Reich und in den von ihm verwalteten Mandatsgebieten Ruhe und Ordnung aufrechterhalten werden kann und wird. Der Minister erklärte, dies sei gewiß beabsichtigt. Seine hieran geknüpfte Bemerkung, er wundere sich, daß ein Abgeordneter, der Gegner von Gewaltanwendung sei und gegen die Küstungskreditc stimme, eine solche Frage stell«, führte zu einer erregten üeschäftsorduungsdebatte. Als dann der Abgeordnete Adams fragte, ob nach Ansicht des Ministers von dem gegenwärtigen High Comniissioncr eine Beruhigimg der Lage zu erwarten sei, erklärte Minister Ormsby- Gore : Es ist ganz klar, daß der High Commissioner durch mich dem Hause für jede Maßnahme verantwortlich ist, die über den Rahmen des gewöhnlichen Rechtes hinausgeht. Bevor er außerordentliche Maßnahmen trifft, muß er sich mit dem kommandierenden General und dem Polizeichef beraten und meine Zustimmung erlangen. Als der Abgeordnete O a 11 a c h e r eine weitere Frage stellen wollte, schloß der Speaker die Debatte. Lord Snell über Nationalheim Misrachi-Feier In London Bei dem Jubiläumsbankett, das von der Misrachi-Organisntion in Großbritannien anläßlich des 35jährigen Bestehens des M i s r a c h i - W e 11 v e r h a n d e s in London abgehalten wurde, sprach nach Professor B rode tsky, der für die Juden in Palästina das Recht der SelbstweJtr angesichts des Versagens der Regierung gegenüber den Terroristen gefordert hatte, Lord Snell, der nach den Unruhen des Jahres 1920 im Rahmen des Berichtes der Shaw- Kommission einen Minderheitsbericht über die Unruhen veröffentlicht hat, über die Bedeutung des Begriffes „Nationalheim". Lord Snell erklärte einleitend, die Juden hätten die Beziehungen zu den Arabern auf geistigem tiebiete vernachlässigt. Hier würde die wahre Bewährung der zionistischen Bewegung liegen. Es würde vielleicht notwendig sein, einige N i c h t j u d e n zur Förderung dieser geistigen Beziehungen nach Palästina zu bringen. Die Juden müßten sich bemühen, den Arabern die Ueberzeugtmg beizubringen, daß sie durch die Juden gestärkt und nicht geschwächt, reicher Und nicht ärmer gemacht werden. Immerhin gäben die Aussichten Anlaß zu großer Sorge. Die Juden würden in dem kommenden Jahr Lasten zu tragen haben, an deren Druck sie schon gewöhnt seien. Ueber den Sinn des Ausdrucks National - heim erklärte Lord Snell folgendes: Ein Heim ist nicht ein Ort, an dem jemand unwillkommener Gast im Hause eines anderen ist. Unter I leim verstehen wir einen Ort, an dem ein Mensch seinen eigenen Altar errichten kann. Chiefrabbi Dr. J. H. Hertz sprach von den verschiedenen jüdischen Bewegungen, die für die gleichen Ziele kämpfen. Das Palästina-Mandat müsse dem Wortlaut und dem Geiste nach verwirklicht werden. Eine weitere Ansprache hielt Prof. Pick im Namen der Exekutive des Misrachi-Weltverbandes. Presseschau In den „Münchener Neuesten Nachrichten" veröffentlicht Giseiher Wirsing, der Außenpolitiker des sogenannten „Tatkreises", der seinerzeit in dem vielbeachteten Buche „Zvischcncuropa" die nationalen Verhältnisse Ost- und Südeuropas untersuchte, über einen Flug von Kairo nach Palästina und behandelt dabei ausführlich die sich hier ergehenden Vcrkchrsproblcme des Vorderen Orients. Der nächste Artikel („M. N. N." vom 12. März) berichtet über Zustände in Palästina. Die jüdischen Siedlungen bezeichnet er als „aufs Land verpflanzte Städte". Er findet das Beneh- I Hl A. Hartbrodf, Berlin C 2, Königstr.19 1 Uhren / Goldu. Silberwaren | men der ländlichen jüdischen Jugend etwas oufriert, als ob sie dauernd für Filme posierte, wodurch der Kontrast zur arabischen Landbevölkerung noch vergrößert wird.. Bei seinem Resümee der politischen Lage unterstreicht Wirsing die nationalen Motive der Araber, für die eine Zurückdämmung: der jüdischen Einwanderung eine „Frage auf Leben und Tot*'' sei, denn „darüber, dal! in dem Augenblick, in dem die Juden in Palästina die Mehrzahl der Bevölkerung bilden, die Lebensmöglichkeiten der Araber auf den Nullpunkt sinken müßten, besteht kein Zweifel". Bei den Zionisten jedoch findet Wirsing einen betonten Optimismus; sie setzen alles daran, so ineint er, um möglichst bald die Mehrheit im Lande zu erringen, und demgegenüber sei für sie die Frage, was einmal aus den eingewanderten Juden werden soll, durchaus zweitrangig. Nach den Informationen, die der Schreiber erhalten haben will, sei die Jewish Agency überzeugt, daß die Einwanderung weitergehen wird, und er w>'ll auch erfahren haben, daß die Juden, die mit der englischen Verwaltung höchst unzufrieden sind, darauf hoffen, „die Engländer abzuschieben, wenn man sie einmal nicht mehr nötig haben sollte". In der ^Frankfurter Zeitung" vom 14. März wird ein ausführlicher Ueberblick über die gegenwärtige Situation des Palästinaproblems vor dem Bericht der Kommission gegeben, wobei die Haltung der Araber und der Juden dargestellt wird. Der Verfasser kommt zu folgendem Ergebnis: „Das Problem, des Ausgleichs oder der Scheidung zwischen den beiden feindlichen Bevölkerungsgruppen, von dem die Befriedung Palästinas abhängt, ist nicht anders zu lösen, als durch eine britische Entscheidung, die England dann durchzusetzen versuchen muß. Sie wird nicht leicht zu treffen sein, denn England ist an den Mnndatsauftrag gebunden, und bei der ganzen Auseinandersetzung zeigen sich sehr deutlich alle Schwächen dieses Systems, das ein fragwürdiges Kompromiß zwischen anfechtbaren Theorien und immer stärker werdenden Tatsachen ist." Jüdisches aus Jugoslawien Von unserem Berichterstatter J. IL, Beogra^l, den 15. Mär* Dieser Tage wurde der Grandrabbiuer und Senator Dr. Isak A I k a I a y in einer längeren Audienz vom P ri 11 z r e g e nten Paul empfangen. Der Prinzregent interessierte sich lebhaft für die Lage im Judentum und besonders für das Aufbauwerk in Palästina. Auch bei dieser Gelegenheit gab der Prinzrt|gent seiner tiefen Sympathie für die Bestrebungen des jüdischen Volkes zur Erhaltung seiner Existenz Ausdruck und bekundete sein Verständnis für die großen Schwierigkeiten, mit denen das jüdische Volk zu kämpfen hat. Seit einigen Wochen wird in Jugoslavien sehr energisch' und intensiv die diesjährige Keren Hajessud-Aktion durchgeführt. Die Leitung der Aktion liegt in den Händes der Delegierten aus Jerusalem, Frau Dr. Rachel Klompus, die mit viel Erfolg die KH.-Aktion in Jugoslavien bereits einmal durchgeführt hat. Frau Klompus absolvierte bereits in einigen grollen Städten ihre Vortragstournee und konnte überall beim Publikum großen Erfolg erzielen, der auch in den KH.-Vcrpflichtungen zum Ausdruck kommt. Beamte und Juden Aus Anlaß des 60. Geburtstages des Reichs- und Preußischen Innenministers Dr. Fr ick hat Staatssekretär Pfundtn e r ein Werk „Dr. Wilhelm Frick und sein Ministerium'* herausgegeben. Darin schreibt u. a. Ministerialdirektor Dr. Schütze über die Beamtenpolitik Dr. Fricks. In dieser Darstellung wird nach einem Bericht der „Thüringer Gauzeitung", Weimar, vom 13. März, mitgeteilt, daß, sobald die Frage der Kennzeichnung von deutschen Geschäften geregelt ist, in einem weiteren Erlaß den Beamten die Auffassung der Partei über die Judenfrage nähergebracht werden soll. Dieser Erlaß werde den Beamten verbieten, mit Juden zu verkehren oder bei ihnen zu kaufen. Zur Straftat der Rassenschande. Das Reichsgericht hat anläßlich eines Prozesses erkannt, daß der Einwand der Impotenz eines jüdischen Angeklagten seiner Strafbarkeit aus dem Blutschutzgesetz nicht entgegensteht. Die Gefahr einer Rassemischung sei bei Impotenz zwar nicht gegeben, doch seien solche Handlungen, wie sie der Angeklagte begangen hat, unter allen Umständen verboten. Die litauische Regierung hat den Entwurf für eine neue Verfassungausgearbeitet. Der Gesetzentwurf wird dem Parlament nach den Osterfericn unterbreitet werden. Die geplante Verfassung sieht Bestimmungen vor, durch die die kulturellen und nationalen Rechte der Minderheiten gewährleistet werden. W.BERNHARD* Belle -Alllance- Straße105u.101 Berlin SW (rtallesche»Tor) ladet Sie ein rar Besichtigung der Frühjahrsmoden, Blusen Mäntel Kleider-Kostüme-Komplets* Röcke