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Jüdische Rundschau · 1937-03-19 · Heft 22 (19.3.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 22 (19.3.1937)
Date
1937-03-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 22. 19. III. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Nationalismus der Massen Und wo steht der Zionismus? Wenn wir uns nicht damit begnügen, einmal gefaßte Ansichten festzuhalten, sondern sie an Hand der Wirklichkeit überprüfen, entsteht zuweilen ein Unbehagen, weil wir erkennen, daß unser Leben sich nicht mehr völlig mit den Vorstellungen deckt, die noch vor einer gewissen Frist Gültigkeit hatten. So sehen wir heute, daß die Juden not in Europa so phantastische Ausmaße angenommen hat, daß Palästina selbst unter den optimistischsten Erwartungen nur einen Bruchteil davon beheben kann. Und wir erkennen zugleich, daß auch die bisherigen Zielsetzungen und Methoden einer jüdischen Politik der Diaspora, wie z. B. der Oedanke des „Minderheitenschutzes", nicht zureichend sind, da sie in der Praxis doch nur sehr geringe Resultate ergeben haben. Dieses Unbehagen macht sich um so starker bei denen fühlbar, die eine Zeitlang der Meinung waren, die jüdische Nationalbewegung, deren konkretester Ausdruck der Zionismus ist, entspreche den Zeitströmungen und werde daher von ihnen getragen. Auch in der Zeit des Triumphes des Nationalismus in Europa nach dem Kriege unterschied sich der Zionismus freilich von den anderen nationalen Bewegungen, die ihr Ziel in der Bildung von Nationalstaaten erreicht hatten, wahrend die Verwirklichung der jüdischen Hoffnungen infolge des langsamen Fortschrittes der Kolonisation in Palästina und nach dem Abebben der ersten Begeisterung, die auf die Balfour-Deklaration folgte, in weite Ferne gerückt schien. Inzwischen ist ein tiefgehender Wandel in der Struktur des Nationalismus zumindest in den europäischen Ländern, vielleicht aber auch weit darüber hinaus eingetreten. Er wird nicht mehr von einer kleinen Schicht von Geistigen und Politikern getragen oder von einer jungen Generation, sondern ist zu einer Bewegung der Massen geworden, mögen nun die Arbeiter, der Mittelstand oder die Bauernschaft eines Landes der Hauptträger der nationalen Bewegung sein. Die Formen sind mannigfaltig, die sich in den einzelnen Ländern hierfür herausgebildet haben, das Wesen der Sache ist aber überall das gleiche, nämlich der Uebcrgang der nationalen Dynamik auf die breite Masse des Volkes. Die Art unseres Lebens und Denkens in der Diaspora ist nun keine isolierte Erscheinung, sondern hängt von der Struktur der Umwelt ab, in der wir uns befinden. Es ist Lebensgesetz eines überall in der Minderheit lebenden Volkes, wie es das jüdische ist, ganz unbewußt aus sich heraus Kräfte zu entwickeln, die seine Eingliederung in das Leben ringsum zum Ziele haben. Auch ein national bewußtes jüdisches Volk kann sich einer solchen Bewegung nicht entziehen: der Unterschied ist wesentlich nur der, ob diese Eingliederung individuell mit dem Ziele des möglichsten Unsichtbarwerdens erfolgt, oder aber kollektiv, wobei Lebensrhythmus, Lebensform und Lebensinhalte der Umwelt innerhalb des jüdischen Bezirks — wenn auch in eigenartiger Prägung — ihre Auferstehung feiern. Wenn wir also die Frage nach der Gültigkeit der jüdischen nationalen Vorstellungen iti dieser Zeit stellen, so müssen wir einen Blick auf die Umwelt werfen, um zu sehen, worin ihre Besonderheit und damit auch ihre Wirkung auf unseren eigenen Kreis liegt. Das wesentlichste Zeichen ihrer Art ist — so scheint es uns — das Emportauchen einer Welt der Massen. Heute nehmen an den Dingen des öffentlichen Lebens quantitativ ganz andere Menschenmengen Anteil als in den letzten hinter uns liegenden Epochen der Geschichte. Diese Erscheinung, die nach dem Kriege ihren prägnanten Ausdruck gefunden hat, wurde von verschiedenen Seiten her vorbereitet. Einmal sozial: Die Arbeit in der Fabrik und die dnmit zusammenhängende ungeheure Erhöhung der produktiven Kräfte, die zugleich eine Vermehrung der schaffenden Hände bed'nifcte, hat eine breite Schicht herangebildet, die durch ihre Masscnhaftigkeit und die Gleichförmigkeit der Lebenshaltung und Lebcnsvorstellungen charakterisiert wird, während sich zugleich ihre geistige Beweglichkeit, zumal in der Großstadt, steigerte. In politischer Hinsicht liegt das Korrelat dieser Erscheinung in dem das 10. Jahrhundert kennzeichnenden Versuch der Staatsführung durch eine Wahldemokratie, bei der nicht eine Wertung der Stimmen nach irgendwelchen qualitativen Prinzipien, sondern schematisch eine Zählung der Quantität erfolgt. Dazu traf die gewaltige Ausweitung des öffentlichen Lebens durch die Schaffung der Volksheere mit ihren erzieherischen Zielsetzungen, die zugleich den Volkskrieg ermöglichten, wie er im Weltkriege am stärksten vor unser Auge trat. Von der geistigen Seite her wurde diese Massenwelt insbesondere auf dem Boden der Naturwissenschaft vorbereitet, die immer mehr zu Quantitätsvorstellungen überging und den Versuch machte, die Erscheinungen der Natur aus reinen Größenordnungen zu deuten. Diese Welt erlebt eine Mystik der Zahl. Ueberall sehen wir das Ueberwuchern der Quantitäten, die Verehrung der Rekorde und der Zählung im weitesten Sinne. Auch dies hat in der Naturwissenschaft einen besonders prägnanten Ausdruck gefunden, seitdem an die Stelle eines Weltbildes, das im wörtlichen Sinile in sich geschlossen erschien, die unendliche Größe des Weltalls und die unendliche Kleinheit der Atome und ihrer Bausteine getreten ist. Es ist klar, daß in einem solchen Kosmos der Einzelne, die Persönlichkeit, sehr stark zurücktreten muß. So wurde der einzelne Mensch allmählich „fungibel", er wurde austauschbar, so wie in einer Kette von Zahlen jede einzelne Ziffer durch eine gleichartige andere ersetzbar ist, ohne daß sich der Wert des Ganzen ändert. Der Mensch als einzelner sinkt gleichsam in den Zustand der „G e s c h i c h t s I o s i g k e i t" herab, während zugleich das Geschichtsbewußtsein der Nationen als solcher wacher wird und neue Völker in den Bereich des geschichtlichen Denkens eintreten. Im Widerspruch /u diesem Vorgang lebt die Seele des Men seilen. Sic vermag sich nicht so rasch an die neuen Zustände zu gewöhnen wie die Vernunft, deren Anpassungsfähigkeit an die Notwendigkeiten des Lebenskampfes außerordentlich groß ist. Die Ratlosigkeit der Einzel s e e 1 e ist untrennbar mit der Welt der Massen verbunden, da sie nicht weiß, wohin sie blicken soll, nachdem der Mensch als solcher in seiner ehemaligen Geschlossenheit, in der Autarkie seines Wesens nicht mehr besteht und in erster Linie als Glied eines gesellschaftlichen Organismus gewertet wird. Die Sehnsucht der Seele findet ihren Ausdruck in vielen Ideologien,!n Wunschvorstellungen und in der Anlehnung an Gruppen, die ihnen den prägnantesten Ausdruck verleihen. Selbst wenn solche Vorstellungen dem Bereich der Wirklichkeit entzogen sind, verlieren sie nichts an Kraft. Es ist ja eine der merkwürdigsten Erscheinungen unserer Zeit, daß die Verantwortlichkeit d e s fixierten Wortes in dem Maße abgenommen hat, in dem seine Verbreitung durch das Mittel des Buchdruckes allgemein wurde, während in zurückliegenden Epochen ein feines Empfinden für die „dämonischen" Kräfte des menschlichen Wortes bestand, die zu höchster Verantwortung verpflichten. Diese „Unwirklichkeit" des Gedankens und seines Ausdrucks im Wort hat sehr oft zu einer Verschiebung der Grenzen zwischen Wirklichkeit und Illusion geführt, die beide aus dem Leben des Menschen nicht fortzudenken sind. Diese Grenze, die ganz im Seelischen liegt, hat ja stets die Neigung zur Undeutlichkeit, da es niemals genau feststellbar ist, welche Illusionen bereits eine Wirklichkeit des Lebens sind und welche nicht oder noch nicht. Die Vorstellung von neuen Lebensformen, einer von Grund auf gewandelten Zukunft besitzt daher in einer Zeit, in der der Mensch Glied der Masse geworden ist, in der er mehr gezählt als gewogen wird, besondere Kraft über seine in der Einsamkeit suchende Seele. Unter solchen Voraussetzungen ist der neue Nationalismus der Völker ein Ausdruck ihres Empfindens. Er ist in der Hauptsache 'nicht auf der Entscheidung der I n d.iv i d u e n aufgebaut, nicht der Träger einer persönlichen Kulturentfaltung wie etwa in der Periode der Romantik, die für alle nationalen Bewegungen als Entwicklungsstadium kennzeichnend r cJ^. floserhJßm. Gold- und Silberschmiede AUCH ANKAUF BERUH WS, Untardan Linden 65 (Hotol BrUtol) O.B. Ii nm J ist —, sondern expansiv und auf eine breite Masse des Volkes gestützt. Er bedient sich dieser Masse als der Machtbasis zu seiner Durchsetzung und formt sie nach einem einheitlichen nationalen Bilde mit den Mitteln der kollektiven Lebensgestaltung, die ihm von der geistigen, politischen und sozialen Seite her reichhaltig zu Gebote stehen. Besonders deutlich wurde dieser Wandel auch auf dem Gebiete der nationalen Minoritäten, deren Struktur heute eine ganz andere ist als zu jener Zeit kurz, nach dem Kriege, als der Minderheitenkongreß und seine Führer der Ausdruck ihrer Bestrebungen waren. In dieser Welt lebt das jüdische Volk und hat seine eigentümliche nationale Auffassung. Es ist leicht verständlich, daß uns selbst diese Auffassung gelegentlich „zurückgeblieben" und nicht mit den Strömungen der Umwelt übereinstimmend erscheint. Uns fehlt ja die Masse, da wir über alle Welt verstreut sind, und da auch in Palästina der Umfang des Jischmv bei weitem noch nicht so groß ist, um wirklich eine „Masse" zu bilden. Dort, wo der Versuch ge- Auf all deinen Wegen Bar Kappara trug vor: Welches ist der kleine Abschnitt, von dem sich alle Grundsätze der Thora herleiten? -»Auf all deinen Wegen erkenne Ihn, / er wird deine Pfade ebnen." (Spr. 3,6). b. Bera<hoi 03 a Uebers, v. H N. Glatter macht worden ist, den Nationalismus Europas auf unseren Bezirk zu übertragen, bekam das Experiment einen verwirrten Anstrich. So hat der Zionismus heute wieder — wie auch früher — die Forderung de s „u n z e i tg c in ä fi e n Lebens" an die Judenheit der Welt und an ihre Jugend zu stellen. Es zeigt sich, daß er diesen seinen Charakter nicht verändert hat, und daß er — bisher jedenfalls — nur vorübergehend den gleichen Rhythmus wie die Umwelt annehmen konnte. Seine Forderung trägt daher wieder einen idealistischen Charakter, wenn wir darunter eine geistige Haltung verstehen, die eine besonder e Anstrengung verlangt, um nicht der Attraktivität anderer Kräfte zu erliegen, und erweist sich damit als eine jüdische im Sinuc der Geschichte, da die tragenden und erhaltenden Kräfte des Judentums stets diejenigen waren, die im Gegensatz zum Lebensgesetz der Diaspora die Ausprägung einer bestimmten Eigenart jüdischen Lehens und der ihm zugrunde liegenden Vorstellungen anstrebten. Der Zionismus wird so in der Welt des Nationalismus der Massen zur einzigen Kraft der „Gegen-Assimilatiou" im jüdischen Volk, da er auf dem Boden nationalen Zusammenschlusses und nationaler Hoffnungen dennoch den Juden zum Lehen gegen den Strom der Zeit verpflichtet. Darin allerdings zeigt sich auch die (irenze, die ihm selbst gesetzt ist. Fr vermag nicht alle Fragen zu lösen, die den Juden ansehen und die seine Existenz /um Inhalt haben, er wird nicht alle Sorgen und alles Unbehagen von ihm nehmen, sondern er kann nur eines /um Ziele haben: die Sicherung der Erhaltung des Volkes in einer Welt, die zu allen Zeiten und unter allen Bedingungen wie ein Motor der Aufsaugung auf eine versprengte Minorität wirken muß. Zugleich aber ist damit auch die Aufgabe des Zionismus als nationaler Bewegung inhaltlich viel tiefer umschrieben. Er bedeutet Entfaltung der Persönlichkeit als Trägers des Volkstums, Vertiefung ihrer kulturellen Hallung, Verantwortlichkeit des Wortes und Grenzziehung zwischen Wirklichkeit und Illusion, Fernhaltimg von der Mystik der Zahl und dem Glauben an den absoluten Wert der Quantität und Ausprägung der Einzelseele, in der die Zukunft eines Volkes lebt, dessen ein/ige Macht im Herzen des Menschen und in seiner Liebe zur Eigenart besteht. Das ist ein zionistisches Programm, das gewiß nicht opportunistisch ist, und das vielh ichl manchen Verzicht auf Erfolge des Tages in sich birgt, weil es an das Herz des Menschen pocht, mit dem Einzelnen ringt und seine Wandlung anstrebt, aber es ist auch der ein/ige Weg, um als Volk in einer Zeit zu bestehen, die wie kaum eine andere vorher mit gewaltiger Macht neue Kräfte aus dein Gefüge der Nationen ausgelöst und ihnen heute noch unübersehbare Möglichkeiten gegeben hat, Ihnen gegenüber zu bestehen, um als Volk zu leben, erfordert die ganze Kraft der Selbstbehauptung, die daher erweckt und sinnvoll gelenkt werden muß. K. L. Das polnisch-palästinensische Transferabkommen Von unserem Berichterstatter Warschau, 15. März 1037 Die LJfiterzeiehming des polnisch-palästinensischen Clearing- Abkommens bedeutet ein wichtiges Ereignis für die weitere Entwicklung der polnischen Alijah, sowie des Warenaustausches zwischen Polen und Palästina. Nachdem knapp vor einem Jahre in Polen die D e - Visensperre eingeführt wurde, ist die gesamte Kapitalistcnalijah aus Polen nach Palästina eingestellt worden, was Hunderte jüdischer Familien traf, die bereits Vorbereitungen zur Uebersiedlung machten. Es hat sich eine paradoxe Situation ergeben. Gerade zur Zeit, wo man sich der Losung der Judenemigration bedient, hat die polnische Regierung einen Teil dieser Emigration gedrosselt. Es war nicht leicht, die Schwierigkeiten zu überwinden, die bestanden, bevor man zu einer Verständigung kam. In langwierigen, mühevollen Unterhandlungen mit der polnischen Regierung, die mehrmals unterbrochen werden mußten, haben die Vertreter der Jewish Agency, G r ii nban m und Rottenstreich, sehr energisch die Interessen Palästinas und der polnischen Juden verteidigt, bis es gelungen ist, dank des Verständnisses, das die polnische Regierung zeigte, die divergierenden Interessen zu einem gewissen Ausgleich zu bringen. Bei diesen Verhandlungen wurden die Erfahrungen, die man in Palästina mit der y,H a a w a r a h" gemacht hat, ausgenutzt, obwohl selbstverständlich die Umstände und Bedingungen hier anders liegen. Durch das Abkommen ist eine besondere Kommission eingesetzt worden, die die Durchführung der Abmachungen zu überwachen haben wird. Vorsitzender der Kommission ist Ministerialrat N i e - muszinski vorn polnischen Außenministcrium, Vizefiräsident Dir. H i n d e s, einer der Vertreter der jüdischen nteressen. Die Jewish Agency wird unter Mitwirkung der Anglo-Palestine Bank eine besondere Gesellschaft mttittiftitMnMtiii(fijf(itiiiiii(i!ri*(«iiK«tiftiiiiittMff*i)ti«((iiiiifii»fir(ititititiitii»iiiitifiitiiiiif)ittiiiiiii4iiiitiriitii»iitiiti)iitititfiH Mussolini im Judenviertel Ministerpräsident Benito Mussolini besuchte am 17. März das J u d e n v i e r t e I von Tripolis, wo ihm die Bevölkerung einen begeisterten Empfang bereitete. Die Makkabi-Jugend hatte eine Ehrengardc gestellt. Oberrabbiner Dr. Lattes hieß Mussolini im Namen der jüdischen Bevölkerung willkommen und sprach die Hoffnung aus, daß das faschistische Italien seiner Tradition des Schutzes der jüdischen religiösen Rechte stets treu bleiben werde. Der Duce zeigte sich hocherfreut über den herzlichen Empfang und sprach dem Oberrabbiner seine Genugtuung über die Huldigung der Juden von Tripolis aus. gründen, die sich bei der Durchführung des Transfers einschalten soll. Die Tätigkeit dieser Gesellschaft wird sich auf Palästina und auf Polen erstrecken. Unabhängig von den Vergütungen, die die polnische Regierung gewähren wird, wird die Gesellschaft besondere Bonifikationen für die Importeure von polnischen Waren in Palästina gewähren. Auf diese Weise wird es sich ermöglichen lassen, daß die Konkurrenzfähigkeit der polnischen Waren gegenüber denen anderer Länder sich erhöhen wird, so daß der Export polnischer Ware n nach Palästina sich vergrößern und der Transfer von jüdischem Kapital aus Polen sich wird bewerkstelligen lassen können. Die Fonds, aus denen, die Bonifikationen gewahrt werden, sollen durch entsprechende Ab/ügc bei Geldüberweisungen nach Palästina aufgebracht werden. Den Exporteuren und Importeuren werden keine Abzüge gemacht werden. Das Verfahren bei Geldüberweisungen und Kapitaltransferierungen von Polen nach Palästina ist bereits grundsätzlich festgelegt worden. Kapitalistcncm wände rer aus Polen, die im Besitze eines Visums des englischen Konsulats sind, werden im Warschauer Büro der neu/iigrundendcn Transfergesellschaft Clearingsbcsclieinigungen bekommen. Auf Grund dieser Bescheinigungen wird die Polnische Verrecluuiugskassc Einzahlungen entgegennehmen. Ueberwcisungen für andere Zwecke werden ebenfalls von dem Institut ausgeführt werden, sofern entsprechende Bescheinigungen von dem Warschauer Büro der Gesellschaft vorgelegt werden. Die Durchführung des Transferabkommens wird am 1. Mai beginnen. Der Ucberwachungskonunission für den Transfer werden von jüdischer Seite als Beauftragte der Jewish Agency Adv. Hartglass, Direktor [lindes, lag. Reiß, Dr. S c h rn o r a k und Adv. Weiß angehören. Auch der Vorsitzende der Polnisch-Paiiistinensischen Handelskammer, L e v i t e, wird in der Kommission sitzen. Nachdem die nohnsehe Regierung für die Warencinfuhr aus Palästina die M e i s t b e g ü n s t i g u n g s k I a u s c I gewährt hat und die Vergrößerung des Absatzes polnischer Waren in Palästina zu erwarten ist, wird damit gerechnet, daß hierdurch die Auswanderung von durchschnittlich fünfzig bemittelten Juden samt ihren Familien monatlich möglich sein werde, was eine Kapitaleinfuhr nach Palästina von mindestens 50000 Pfund monatlich ausmacht. Man hofft, daß der Warenexport aus Polen, der im vorigen Jahr etwa -150 000 Zloty monatlich betrug, bis auf 1 300 000 Zloty monatlich steigen wird. Bisher exportierte Polen nach Palästina Holz, Eisen, Vieh, Geflügel, Butter, Eier, Zucker, Glas, Papier und Textilwaren. _ Wieder Ausschreitungen an den Warschauer Hochschulen. Anläßlich der am Montag durchgeführten Wahlen zu den Leitungen der polnischen Studenten verbau de ist es an der Warschauer Universität und an der Technischen Hochschule zu schweren j u d e n f e i n d I i c h e n Ausschreitungen gekommen, bei denen zwanzig jüdische Studenten verletzt wurden. Sechs schwerverletzte Juden wurden ins Krankenhaus gebracht. Universität und Technikum sind behördlich geschlossen worden. MtMHIMmtMtMM BERLIN NW 7 ST RV M V F MAU S M E T Z CJ" E K CHARLOTTENBURG 4 Friedrichstraße 91/2 NUR QU ALU A El SWA REN Wilmersdorfer Straße 60/} Spezialisten für Strümpfe, Trikotagen, Herrenwäsche, Damenwäsche. Strickwaren, Handschuhe

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