Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 21 (16.3.1937)
- Date
- 1937-03-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Die zionistische Bewegung in Deutschland, deren Leistung für die Erleichterung der Judenfrage und insbesondere für die Uehcrfiihrung von Menschen und Mitteln nach Palästina seit dem Jahre 1933 eine außerordentliche ist, — die es zugleich verstanden hat, unter den schwierigsten äußeren Umstanden den Menschen, die den Weg nach Palästina gehen, in verhältnismäßig kurzer Zeit eine Erziehung zu gehen, die sie befähigte, sich allen Mängeln ihrer kulturellen Subst-inzlosigkeit zum Trotz in das Leben Erez Israels einzugliedern, ist dennoch von dem Strom lebendigen jüdischen Lebens in der Welt und von der zionistischen Arbeit stark isoliert. Dies spürt man besonders, wenn man mit Men«.-Iieu spricht, die von außen kommen und über die Vorgänge im Leben der Juden und in Palä-;en. Man spürt es noch mehr, tliese Vorgänge selbst zu sehen ,.nken, welche Hoffnungen und les jud.sehen Volkes und seiner eser Zeit s k u s s i nicht Pal.iMi bewegen! Darum n über die ziotheoretischer Natur;h und damit auch D i die ksa! eine ausschlaggebende Bcdcuiclcben. Wir müssen uns klar dien von der zionistischen Beuaten und Jahren zu losen sind, welche Möglichkeiten i n ihnen entgegenzuwirken. } . I l i stina Informationen iniinnn wenn man Gelegenheit hat, und zu hören, welche Oed,- welche Sorgen die Herzen d verantwortlichen Instan/en u tut es not, wenigstens die nistischen Grundprobleme, sind, sondern für das Sehn der Judenheit Deutschlands turig besitzen, wieder zu werden, welch grolle Aufg wegung in den nächsten M< welche Gefahren sich andeutui und unsere Hand gegeben sind, um Wo bleiben die „nationalen" Mittel? Daß die Lage unseres Werkes in Palästina infolge der politischen Ereignisse des Jahres 1936 und zum Teil auch schon der vorhergehenden Monate nicht einfach ist, erscheint bekannt. Dennoch macht man sich wohl vielfach nicht genügend klar, wie groß die Gefahren sind, die der Entwicklung Palästinas drohen, und wie sehr wir selbst zum Teil daran schuld sind, daß ihre Bekämpfung nicht in dem notwendigen Maße erfolgt. Das gilt zunächst und vorwiegend von der finanzpolitischen Lage der zionistischen B c w c g u n g. In dieser Zelt wirtschaftlicher Schrumpfung des jüdischen Aufbauwerkes, in der wichtige Partien der Wirtschaft notleidend geworden sind, tut die Stärkung der nationalen, d. h. Öffentlichen Mittel des Jischuw besonders not Leider ist die Wirklichkeif nicht dazu angetan, um die öffentlichen jüdischen Kassen in Palästina zu befähigen, wirklich regulierend und stützend in das Leben einzugreifen. Die Jewish Agency und viele andere von ihr abhängige Institutionen verfügen nur mit Mühe über die Mittel, die zur Aufrechterhaltung der normalen Arbeit notwendig sind. Darüber hinaus haben sie nicht die finanzielle Kraft, aktiv in den Strom des wirUehaftlichen und sozialen Geschehens einzugreifen. Die im Sommer des Jahres 1936 proklamierte große Aktion lies Miphal Bizzaron, von der eine Sondereinnahme von £ 300 000 erwartet wurde, hat nur einen Teil dieser Summe ergeben. Gerade sie sollte es der Jewish Agency ermöglichen, für die Stützung wirtschaftlicher Positionen und für die verschiedenen Gebiete der Sicherheit und Politik disponible Mittel zu besitzen, was infolge der ungenügenden Eingänge aus manchen Ländern der Welt jetzt nur in sehr beschränktem Umfange der Fall ist. Um so wichtiger sind die Keren Hajessod-Eingänge aus den Vereinigten Staaten. Die Palästinakoufercnz, die unter Anwesenheit des Schatzmeisters der Jewish Agency, dieser Kaplan, vor kurzern dort stattgetundeu hat, bedeutete einen guten Auftakt. Dennoch kann die Befürchtung nicht unterdrückt werden, daß durch die Tatsache, daß Dr. Weizmann aus Gründen, die gewiß zwingend gewesen sein müssen, von der ursprünglich geplanten Reise nach USA. Abstand genommen hat, das materielle Ergebnis der Aktion nicht den ungeheuren Aufgaben voll entsprechen wird, die heute vor den zionistischen Finanzinstrumenten stehen. Wir müssen ja beachten, daß die Wirtschaft Palästinas in den letzten Jahren einen wirklich großer, Umfang angenommen hat, daß wir endlich in eine Periode eingetreten sind, die von den Zionistcn ohne Unterschied ihrer Parteirichtung seit Jahren und Jahrzehnten ersehnt wurde, in der endlich mit einer Großkolonisation in Stadt und Land begonnen werden konnte, so daß nimmehr auch die kritischen Faktoren zu wirklicher Größe anschwellen mußten. Im Kampi gegen diese Krisenherde bedarf die zionistische Bewegung wirklich bedeutender Mittel, die weit darüber hinausgehen, was bei früheren ähnlichen Gelegenheiten eingesetzt wurde. Hierzu kommt, daß durch die Ungewißheit über die Entwicklung der politischen Verhältnisse mindestens die Möglichkeit besteht, daß die Wirtschaft noch längere Zeit im Krisenzustand verharrt, so daß wir finanziell für alle Eventualitäten gerüstet sein müssen. Große'Mittel sind sowohl auf wirtschaftlichem Gebiete wie auch auf dem der politischen Arbeit erforderlich. Es ist heute eine allgemeine Erkenntnis des Zionismus (die allerdings auch ihre Zeit gebraucht hat, um sich durchzusetzen), daß der Kontakt mit der öffentlichen Meinung der Welt und insbesondere des Vorderen Orient im Interesse der jüdischen Arbeit in Palästina eine Angelegenheit von größter Bedeutung ist. Heute, so scheint es, wird manches in dieser Hinsicht versäumt, nicht weil es an der Erkenntnis von seiner Notwendigkeit mangelt, semdern weil einfach die Mittel fehlen, um hieraus die praktischen Konsequenzen zu ziehen. Stützungsaktionen Noch bedeutsamer natürlich ist die finanzielle Stärkung der öffentlichen zionistischen Kassen auf dem Gebiete der eigentlichen Wirtschaft. Wir können als das erfreulichste Ergebnis des Jahres 1936 feststellen, daß die Wirtschaft Palästinas in ihren O r und festen unerschfittert ist. Dennoch gibt es wichtige Teile des Wirtschaftsgebäudes, die beschädigt sind, und manches muß in eine neue Form überführt werden. Besonders gilt dies von vielen Unternehmungen der Industrie, die an sich durchaus gesund und lebensfähig sind, wenn man die Möglichkeit hat, sie durch Kredite über diese schwere Zeit hinwegzubringen bzw. ihnen eine neue finanzielle Basis zu geben. Das hat sich bereits in den letzten Monaten gezeigt, soweit die Jewish Agency mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln in der Lage war, helfend einzugreifen. Wir glauben, daß die Krise eines Teils der städtischen Wirtschaft Palästinas nur eine Reinigungskur darstellt, die, wenn sie beendet sein wird, das nicht Lebensfähige ausgeschieden und das, was wirklich existenzfähig ist, in seinen Grundlagen konsolidiert haben wird. Es ist aber klar, daß aus einer solchen Reinigungskrise sehr leicht ein Zusammenbruch wichtiger wirtschaftlicher Unternehmungen werden kann, wenn es an den öffentlichen Mitteln fenlt, die in dieser Situation notwendig sind, um durch Kredite eine Stützung herbeizuführen. Besonders für zahllose Unternehmungen des Mittelstandes ist dies dringend erforderlich. Es leuchtet ein, daß hierfür in einem Lande, dessen Bankwesen noch nicht so entwickelt ist, wie es in Europa und Amerika der Fall ist, und dessen Regierung aus Gründen, die im Augenblick nicht so rasch überwindbar sind, wie es im Interesse der Wirtschaft des Landes erforderlich wäre, nicht bereit ist, aktiv einzugreifen, sehr erhebliche jüdische Mittel erforderlich sind. Es müssen Kreditkapitalien geschaffen werden, deren Zinsbelastung wirklich tragbar ist. Darüber hinaus ergibt sich die Notwendigkeit, die Fragen des Bankwesens und besonders des Rediskonts erneut zu überprüfen, da hiervon die Senkung des Zinsniveaus auf ein erträgliches Maß weitgehend abhängt. Auch die Aktivierung der gehorteten Kapitalien, die jetzt untätig in den Banken liegen, ist im Interesse der Wirtschaft des Landes eine dringende Aufgabe. An diesen Fragen sind viele Einwanderer aus Deutschland besonders interessiert, weil sie in Unternehmungen Kapitalien investiert haben, die jetzt notleidend geworden sind; es ist klar, daß von der richtigen und tatkräftigen Behandlung dieser Angelegenheit auch eine sehr starke Rückwirkung auf die zionistische Arbeit in der Golah ausgehen muß. Aus all dem ergibt sich, daß ein viel größeres Maß von Interesse, als es in der letzten Zeit der Fall war, den Problemen der zionistischen Finanzpolitik geschenkt werden sollte. In den Jahren des Aufstiegs sind diese Fragen etwas in den Hintergrund getreten, da die Bedeutung der öffentlichen Finanzinstrumente hinter der privaten Aktivität zurücktrat. Außerdem profitierten auch die öffentlichen zionistischen Kassen von dem allgemeinen Aufschwung, imd sie konnten verhältnismäßig leicht Kredite auf dem internationalen Markt bekommen. Jetzt wird es erneut darauf ankommen, die Kräfte des jüdischen Volkes in einer ganz besonderen Anstrengung zusammenzufassen, um dadurch dem Jischuw zu Hilfe zu kommen und die krisenhaften Erscheinungen der Wirtschaft auf ihren Herd einzudämmen. Das ist nicht allein aus wirtschaftlichen Gründen notwendig, sondern ebenso sehr im Hinblick auf die politische Lage, da es klar ist, daß alle Entscheidungen der britischen Regierung in der Palästinafrage nicht zuletzt davon beeinflußt werden dürften, wie sich das Bild der jüdischen Wirtschaft Palästinas präsentiert. Für ein produktives politisches Programm! Nicht weniger bedeutsam ist natürlich die Diskussion der politischen Fragen, die vor uns stehen. Es handelt sich dabei nicht darum, eine „Politik des kleinen Mannes" zu treiben, sondern die Meinungsbildung in der zionistischen Bewegung zu fördern. Denn, wenn es auch klar ist, daß die Entscheidung über die Taktik, die in jeder einzelnen Phase des Geschehens von der Jewish Agency eingeschlagen werden muß, nur von wenigen Menschen getroffen werden kann, so leuchtet es ein, daß die zionistischen Gremien sich auf die Meinung der breiten Masse stützen müssen, wenn sie eine bestimmte Politik verfolgen wollen. Das ist besonders dann notwendig, wenn nicht alle Maßnahmen, die von dieser Politik getroffen werden können, ohne weiteres populär sind. Wenn es gilt, auch scheinbare Verzichte zu akzeptieren, weil man erkennt, daß mit ihrer Hilfe die Zukunft unseres Werkes gesichert werden kann, will man nicht in die Gefahr geraten, das Ganze mehr oder weniger aufs Spiel zu setzen. Die zionistische Bewegung und das jüdische Volk müssen erkennen, daß wir ein produktives Programm der zionistischen Politik in den Grundfragen Palästinas brauchen, die heute vor der Königlichen Kommission und morgen vor dem Britischen Kabinett und Parlament zur Diskussion stehen werden! Wenn wir auf die vergangenen Monate der innerzionistischen Erörterungen über dieses Gebiet zurückblicken, so ist das Ergebnis kein besonders ermutigendes. Im Grunde äst bei uns alles abgelehnt worden, was an Vorschlägen in unserem eigenen Kreise oder von der Umwelt vorgebracht wurde. Vielleicht waren diese Vorschläge tatsächlich unzweckmäßig oder für uns nicht tragbar. Es geht aber nicht an, sich einfach mit der Ablehnung zu begnügen, ohne selbst eine konstruktive Idee für das weitere politische Verhalten zu produzieren. Dr. Weizmann hat in seiner großen Rede vor der Kommission in Jerusalem mit erfreulicher Deutlichkeit gesagt, daß er selbst und die Jewish Agency stets freudig bereit sein werden, alles zu tun, wodurch der Königlichen Kommission, d. h. der Britischen Regierung geholfen werden kann, eine Lösung für die Palästinaprobleme zu finden. In diesem Satz drückt sich die Erkenntnis aus, daß die Jewish Agency ein gleichberechtigter Partner Englands in der Palästinasache ist. Wie sehr sticht diese Haltung von dem törichten Versuch J a b o t i n s k y s ab, durch die Drohung eines Ueberganges des Mandats auf eine andere Macht England zu erschrecken I Machtpolitik ist gewiß nützlich, wenn eine reale Macht demjenigen zur Verfügung steht, der sie betreibt, oder wenn man sieh wenigstens den Anschein der Macht geben kann; sie wirkt dann lächerlich, wenn die eigene Machtlosigkeit auch dem Gegner bekannt ist. Allerdings kann die Hilfe, die von uns England gegenüber geleistet werden sollte, sich nicht in allgemeinen Formeln erschöpfen wie die auf die Beschlüsse des XII. Kongresses vom Jahre 1921 zurückführende Erklärung vom Nichtbeherrschen und Nichtbeherrschtwerdenwollen als Maxime unserer Palästinapolitik, die gewiß als solche richtig ist, aber in einer Zeit, in der die Probleme aus der Sphäre der Theorie genommen sind und eine sehr konkrete Form besitzen, nicht mehr ausreicht. Heute muß eine Politik, die wirklich konstruktiv ist und die Sache fördern soll, auch i m einzelnen sagen, wie sie sich die staatsrechtliche Gestaltung der Zukunft Palästinas denkt. Es ist unsere Aufgabe, den Kniffen in England, die uns aus ihrem Gefühl heraus oder aus politischen Erwägungen gewogen sind, den Kücken zu stärken, ihnen bei ihren Auseinandersetzungen mit den uns feindliehen Kreisen in England zu helfen und ihnen bei der Begründung einer neuen Phase der Palästinapolitik beizustehen. Es gibt unter uns allerdings Menschen, die der Meinung sind, es sei besser, eine Niederlage zu erhalten und sie als solche offen zu deklarieren, als freiwillig Vorschläge zu machen, die ein Opfer beinhalten, wobei von ihnen jede Art des Kompromisses als eine Niederlage betrachtet wird. Diese Leute glauben, daß eine Bewegung von ihren Niederlagen leben kann! Wir meinen dagegen, daß eine solche Ansicht gefährlich und vielleicht für eine Sekte, die mehr oder weniger theoretische Ideen verficht, tragbar ist, nicht aber für eine Bewegung, die wirksame Hilfe für das Volk erstrebt und ein großes Werk In der Welt der Wirklichkeit schaffen will. Eine solche Bewegung bedarf der Erfolge, und sie wird nur dann vorwärts kommen, wenn sie es versteht, auch kritische Situationen zu Erfolgen umzuprägen und aus ihnen das Beste für sich zu machen! Parität Vor der Königlichen Kommission in Jerusalem Ist der Gedanke der politischen Parität für Palästina nicht vertreten worden. Es gab darüber eine lange Diskussion in, de« zionistischen Gremien, die schließlich mit dem Beschluß, geendet hat,-- die Frage der Parität von uns aus jedenfalls: "nicht zur Sprache zu bringen. Es wird niemand außerhalb unseres engeren Lagers geben, der es begreift, daß eine Bewegung es den verantwortlichen Menschen, die für sie auftreten, unmöglich macht, konstruktive Ideen für die Zukunft des eigenen Werkes vor der Welt und den politischen Partnern auch nur anzudeuten! Man kann gewiß gegen den Paritätsgedanken sein und ihti aus sachlichen Motiven bekämpfen, dann aber muß man andere Wege zeigen, die die Partnerschaft zu England1 nicht nur aufrecht erhalten, sondern in der gegenwärtigen Krise Palästinas eher noch stärken können. Die Art, wie die Polemik gegen den Pai itätsgedanken auf der letzten Konferenz der A roeiterschaff geführt wurde, beweist jedenfalls, daß man sich bei uns an die Begriffe einer formalen L o g i Ii klammert, die aus politischen Dokumenten verschieden umfangreiche Rechte der beiden Völker — Juden und Araber — auf Palästina ableitet, ohne dabei zu erkennen, daß die politische Ratio längst andere Wege eingeschlageil hat. Es gilt demgegenüber, das jeweilige Bewegungsgesetz der politischen Entwicklung zu erkennen, sich ihm anzupassen und es so nach den eigenen Vorstellungen zu beeinflussen. Ein warnendes Beispiel, das wir vor kurzem erlebt haben, sollte uns eigentlich zu denken geben. Wir meinen die Auseinandersetzungen um den von Sir Arthur W a it c h o p e im Jahre 1935 vorgeschlagenen Legislative Council. Das Projekt wurde bekanntlich vom letzten Kongreß abgelehnt, und es gab in der zionistischen Welt nur ganz Vereinzelte, die sich dafür einzusetzen wagten, da besonderer Mut dazu gehörte, gegen den Strom anzukämpfen. Heute wäre der Kreis derer, die für eine solche Lösung eintreten, ohne Zweite! erheblieh größer. Diese Ablehnung ist natürlich das gute Recht der zionistischen Bewegung gewesen, aber mit ihr hätte zugleich der Vorschlag einer konstruktiven Idee verbunden gewesen sein müssen, der unser Beitrag zur Frage des Versuchs einer endgültigen Befriedung Palästinas gewesen wäre, die schon damals von vielen —- Juden und Engländern — als ein drängendes Problem empfunden wurde. Jüdisches Palästina als politischer Faktor t Die psychologische Basis einer solchen produktiven politischen Haltung scheint uns die Erkenntnis zu sein, daß unser Palästinawerk heute schon groß und stark ist. Gewiß ist es noch nicht so stark, wie wir es uns vorstellen, und wir müssen den Vorschlag seiner „Kristallisierung1' im gegenwärtigen Umfange, der in England gelegentlich aufgetaucht ist, in jedem Fall ablehnen. Aber der Zionismus ist aus dem Stadium der bloßen VoTstellungswelt und des „Modells" bereits heraus. Er braucht daher für seinen weiteren Fortschritt weniger abstrakte Ziele und theoretisch -juristische Formulierungen als die Möglichkeit, das zu entwickeln und zu sichern, was er bereits geschaffen hat. Nicht so sehr die Debatte um ein mögliches Endziel und seine Formulierung darf uns heute interessieren als die Frage, was wir in der politischen Sphäre vorzuschlagen haben, um die Entwicklung des Nationalheims in Partnerschaft mit England in dieser Generation zu gewährleisten. Dazu ist nicht zuletzt die Sicherung der Einwanderung notwendig. Bisher ist sie, wenn wir der Realität ins Auge blicken, nicht allein vom Willen der britischen Mandatsmacht urrd von der wirtschaftlichen Kapazität Palästinas reguliert worden, sondern daneben auch durch die sich in gewissen Abständen wiederholenden arabischen Aufstände, die ein Herabdrücken der Einwanderung in mehr _,_