Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 21 (16.3.1937)
- Date
- 1937-03-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 21, 16. III. 1937 Nicht jüdische Herrschaft, sondern positive Mandatsdurchführung Brodetsky und Schertok zur politischen Lage europäische Unterstützung wären die Araber, die ja zahlenmäßig nicht sehr stark sind, und wirtschaftlich, kulturell und organisatorisch keiner europäischen Macht gewaehsen wären, nicht zu dieser wichtigen Schlüsselposition aufgestiegen, die sie heute innehaben. Oerade das Vordringen Italiens am Mittelmeer und Roten Meer, in unmittelbarer Nachbarschaft der arabischen Welt, hat diese Situation in einer weit deutlicheren Weise klargelegt, als es vor etwa fünfzehn Jahren zur Zeit der englisch-französischen Rivalität in der Levante der Fall war. Auch für Englands Beziehungen zu den Arabern ist dieser Gesichtspunkt ausschlaggebend. Man wird woh! nicht fehlgehen, wenn man der Meinung ist, daß die Araber Vorderasiens im allgemeinen eine englische Herrschaft vorziehen; sie haben zwar ihren Zank mit England, richten alle ihre Widerstünde gegen England, aber tnari hat den Eindruck, dali die pro-italienischen Sympathien, in die ja bekanntlich vor.zwei Jahren sogar der Jenisalerner Mufti, unter Einfluß des Genfer Agenten Emir Shekib Arslan, verwickelt gewesen sein soll, mehr als eine Drohung gegen England zu werten als ernst gemeint sind. Aber das kann sich ändern, und Italien treibt bekanntlich eine sehr intensive Kulturpropaganda; außerdem ist den Arabern jede Hilfe zur Erringung der Unabhängigkeit willkommen, und die Frage auf lange Siciit ist für sie die, in welches Bündnissystem — ob also, schematisch gesprochen, englisch oder italienisch — sie sich einreihen, bzw. nach welchem weltpolitischen Zentrum sie sicli orientieren wollen. In den kidigen Abgründen der i n n e r j ü d i s ch e n Polemik, wo manchmal weniger die Tatsachen als die Demagogie vorherrscht, werden zuweilen Andeutungen laut, daß der Zionismus in Palästina unter Umständen eine besondere Unterstützung Italiens finden könnte, besonder^ wenn England durch Parteinahme für die Araber die Juden im Stiche läßt. Der Revisionistenfuhrer Jabotinsky hat bei mehreren Gelegenheiten, z.H. anläßlieh der letzten revisionistischen Konferenz in Wien, über die Zusammenarbeit mit Italien gesprochen, und vor der Peel-Kommission in London hat er seine bekannte Idee, das Mandat könne einer anderen Macht übertragen werden, offen ausgesprochen, wobei Lord Peel ihn klugerweise verhinderte, Namen zu nennen. Jeder Kenner der Literatur weiß aber, daß Jabotinsky zwei Vorschläge zu machen pflegt: Polen oder Italien. Was Polen betrifft, braucht darauf kaum eingegangen zu werden; wir glauben nicht, daß es solche Ansprüche erhebt, und die Meinung, ein polnisches Mandat könne wegen des Interesses Polens an jüdischer Auswanderung den Juden mehr Einwanderungsmöglichkeit nach Palästina verschaffen, ist auch noch sehr zweifelhaft. Aber real ist das alles nicht. Dagegen macht der Hinweis auf Italien oft einen Eindruck — zwar nicht auf .die Welt, aber auf gewisse jüdische Versammlungen. Diesen Zuhörern werden vielleicht die tripolitanischen Reden des letzten Wochenendes zu denken geben. Italien ist nach seiner letzten Eroberung in die Reihe der islamischen Mächte aufgerückt, und mit besonderer Vorliebe wird die Formulierung des „islamischen Italiens" („L'Italia musulmana") gebraucht, — der Titel eines Buches, dessen Verfasser Roberto Cantalupo ist, heute Botschafter Italiens bei der spanischen Nationalisierung, also auf einem Posten am anderen Ende des Mirtelmeeros, wo auch einst Orient und Okzident sich begegneten. Italien soll nach Cantalupo eine „Brücke zwischen Orient und Okzident" bilden. In diese Konzeption gehört di^ He^treben, auch außerhalb der eigenen italienischen Gebiete Sympathien gerade bei den Moslems zu finden. Es ist nicht anzunehmen, daß Italien diese seine groß angelegte Politik durch irgendwelche anderen Rücksichten stören lassen würde. Die italienische Islam- Propaganda kontrastiert mit Vorliebe den religiösen Frieden in!ib\en mit der „Unterdrückung der Araber in Palästina". Die Annahme, daß Italien als Mandatarmacht schärfer zugunsten der Juden gegen die Araber vorginge als England, gehört u. E. in das Gebiet politischer Kinderphanf asie. Diese Erkenntnis ändert natürlich nichts an unserem Wunsche, Italiens Svmpathie für den Zionismus und für die große jüdische KuHuraufgabe in Palästina zu gewinnen. Das jüdische Volk und auch Palästinas Juden wissen die Bedeutung Italiens vollauf m würdigen. Es wäre aber falsch, die Augen davor zu verschließen, daß der Gang der Ereignisse die Position des Islam und damit auch der Araber stärkt. Wenn man davon ausgeht, daß in Palästina ein unlöslicher Gegensatz jüdischer und arabischer Interessen vorhanden ist - und heute ist er es zweifellos, da beide Völker auf das Ganze gehen und keinem Kompromiß zuneigen —, dann ist für die jüdische Palästina-Politik nur ein Weg gegeben, nämlich eine loyale und aktive Zusammenarbeit mit der Macht, die das Mandat innehat und auch behalten wird, solange ein Mandat existiert und die auch späterhin gewiß nicht freiwillig ihre dominierende Stellung in Palästina räumen wird. Dazu muß nach unserer Meinung der Versuch treten, zu einem jüdisch-arabischen Ausgleich zu gelangen, so utopisch dar, heute klingt. Erst wenn dieser Ausgleich vollzogen sein wird, dann kann eine Umwerbung des Islam, der 400 Millionen Mohammedaner in der Welt, auch für Palästina ein positiver Faktor sein. * Italiens Islam-Propaganda Ueber die Rivalität der Großmächte in Vorderasien haben die Zeitungen in letzter Zeit häufig berichtet. Instruktiv für die Beurteilung der Lage ist eine Darstellung, die „!) er M i 11 a g", Düsseldorf, dieser Tage abdruckte und worin es heißt: „Italien beherrscht die Propaganda in dem weiten arabischen Gebiet vom Irak bis nach Die gegenwärtige Lage in Palästina wurde bei einer in London veranstalteten Ku ndgebung von dem politischen Dezernenten der Exekutive der Jewish Agency in London, Prof. Dr. Selig B r o d e t s k y, und von dem Leiter des politischen Departements der Jewish Agency In Jerusalem, Moschc Schertok, eingehend dargelegt. Brodetskys Roda Prof, Brodetsky gab einleitend den Besorgnissen Ausdruck, von denen die Juden Großbritanniens ebenso wie die Juden in allen anderen Ländern der Welt angesichts der Lage in Palästina erfüllt seien. Es ist nicht nur wichtig, daß die Regierung Maßnahmen trifft, die wirklich geeignet sind, Ruhe und Ordnung im Lande zu sichern. Eine sehr ernste Sache ist es, dali die Fortdauer der Hetze zugelassen wird, daß man die Entstehung einer gefährlichen Situation durch Boykott und, sonstige Propaganda zuläßt, und es ist nichts damit getan, wenn man erklärt, die Juden seien zu tadeln, wenn sie sich gegen Angriffe verteidigen. Die erste Pflicht der Regierung ist es, Ruhe und Ordnung im Lande aufrechtzuerhalten. Alle britischen Bürger müssen dies von der Verwaltung in Palästina erwarten. Voraussagen über die Untersuchungsergebnisse der Royal Commission, erklärte Brodetsky, sind unmöglich und wären in diesem Augenblick müßig. Aber für die öffentliche Meinung Englands ist es wichtig zu erkennen, daß von den hier und da gemachten Vorschlägen k e i n e r als nützlich angesehen werden kann. Es wäre irrig anzunehmen, daß die Einschränkung der jüdischen Aufbauarbeit in Palästina das Land befrieden würde. Die Araber haben klar zu verstehen gegeben, daß sie ein vollständiges Einstellen des jüdischen Aufbaus und faktisch gleichzeitig die Beseitigung der Engländer fordern, mit anderen Worten die Beendigung des Mandats. Einschränkung des jüdischen Aufbaus würde dem jüdischen Volk unermeßlichen Schaden zufügen und doch nicht Frieden in Palästina schaffen. Prof. Brodetsky kam sodann auf die im Parlament und in Zeitschriften gemachte Anregung zu sprechen, andere Siedlungsgebiete als Palästina für die Juden zu erschließen. Er sprach diesen Vorschlägen jeden praktischen Wert ab. Die Erfahrung lehre, daß es kein Land gibt, das eine wesentliche Rolle bei der Lösung der gegenwärtigen jüdischen Probleme spielen könnte. Gewiß könnten und müßten die Juden überall in der Welt siedeln und so ihre jahrhundertelange Wanderung fortsetzen. Aber im Falle Palästinas handele es sich nicht um eine Fortsetzung dieses Wanderns über die Welt; Siedlungsprojekte in anderen Ländern würden diesen Tatbestand nur verdunkeln. Zur politischen Entwicklung im Nahen Osten wies Prof. Brodetsky darauf hin, daß ein großer Teil der englischen Presse den Eindruck vermittle, als ob in den arabischen Staaten eine starke Gärung wegen Palästinas herrsche. Dies entspreche nicht den Tatsachen. Die artbischen Staaten hätten ihre eigenen Probleme und unter der arabischen Bevölkerung anderer Länder, verbreite sich immer mehr die Ueberzeugung, daß der .Aufbau Palästinas durch die Juden, wie es seinerzeit der jgroße Araberfreund T. E. Lawrence erklärt hat, eine wesentliche Bedingung für den erfolgreichen Aufbau der arabischen Nachbarstaaten Palästinas ist. Gewisse Ereignisse, insbesondere die Vorfälle im Zusammenhang mit Alexandrede, hätten ferner /bewiesen, daß es unmöglich ist, eine Bevölkerung der Herrschaft eines anderen Bevölkerungsteiles zu unterwerfen; mit dem gleichen Rechte fordern die Juden, daß sie in Palästina nicht arabischer Herrschaft unterworfen werden. Sie verlangen nicht jüdische Herrschaft über die Araber, sondern positive Durchführung des Mandats, wobei gewährleistet werden soll, daß weder die Araber die Juden, noch die Juden die Araber beherrschen. Die jüdische Bevölkerung in Palästina soll nicht in einem Schwebezustand bleiben, sondern die Mög- Marokko. Das Ist der große Kummer der Engländer, die ihren kulturellen Einfluß schwinden sehen und für den politischen fürchten. Der Sender von Bari gibt Abend für Abend sein Programm in italienisch und arabisch und dient damit zugleich den Italienern, die über die ganze nordafrikanische Küste zerstreut sind. Krankenhäuser und Schulen, Einladungen an arabische Studenten zu billigen Reisen nach Rom, vor allem aber die Wochenschauprogramme in den Lichtbildtheatern, sind italienisch beeinflußt. An zweiter Stelle stehen die französischen Filme. „Daily Telegraph" beklagt sich bitter darüber, wie ungeschickt die englische Wochenschau aufgemacht sei; sie bringe etwa die Einweihung eines Waisenhauses in Glasgow, während die italienischen und französischen Lichtbildsireifen Truppenaufmärsche unter den Klängen der Marseillaise oder Flottenparaden vor dem Duce zeigten. Das aber wollten die Araber sehen und das imponiere ihnen. Nun ist es Methode bei der englischen innerpolitischen Propaganda, einen Mißstand besonders kraß darzustellen; denn so untätig sind die britischen Propagandisten auch in den arabischen Gebieten nicht. Aber immerhin, sie müssen mit der italienischen Nebenbuhlerschaft rechnen. Daß die arabische Presse während der Sankticnskrise fast einhellig für Italien gegen England Stellung nahm, ist besonders schmerzlich, da England gern die Rolle eines Beschützers der Freiheit der Eingeborenen gespielt hätte. Als Oegengewicht wird ein starker Sender auf Cypern vorgeschlagen, der in der ganzen Levante gut zu hören sei." (Die arabische Propaganda des Senders von Bari kam wiederholt auch im englischen Unterhaus zur Sprache.) Jüdische Kinder in englischen Schufen. In der Sitzung des englischen Unterhauses am 11. März fragte der Abg. C r o w d e r den Innenminister Sir John Simon, ob ihm bekannt sei, daß Mitglieder des Hilfskomitees für Kinder aus Deutschland an die Oeffentlichkeit wegen Unterstützung herantreten, um die nichtarischen Kinder in England versorgen tu können; und welche Schritte unternommen werden sollten, um zu verhindern, daß solche Kinder später weder als Konkurrenten auf dem britischen Markt auftreten noch der Oeffentlichkeit zur Last fallen. Sir John Simon erwiderte, daß das Komitee 92 Kinder in England untergebracht habe. Allen Kindern wurde die Aufenthaltserlaubnis unter einer Bedingungen gegeben, die die äLnge des Aufenthalts begrenzt, und in jedem einzelnen Fall wurde ausdrücklich festgelegt, daß das Kind ausschließlich zum Zweck des Schulbesuchs die Einreiseerlaubnis erhalten hat und nach Vollendung der Ausbildung das Land wieder verlassen muß. Auf die Frage des Abgeordneten, was geschehen würde, wenn der Fonds des Komitees erschöpft sein sollte, erwiderte Simon, daß besondere Maßnahmen hierfür getroffen seien. Henkelt erhalten, ihre Stellung so zu festigen, daß sie für die Zukunft gesichert ist. Dies ist nur möglich, wenn die Einwanderung in Uebereinstimmung mit der Aufnahmefähigkeit des Landes fortgesetzt wird. Der Redner kam nun auf die Spaltung innerhalb der zionistischen Reihen zu sprechen, die durch den Austritt der-Revisipnisten aus der Organisation entstanden ist. Von den Zionistcn werde nichts inniger gewünscht als ein einiges Volk. Bemerkungen, die in effr letzten Zeit auf der anderen Seite öffentlich gemacht wurden, hätten den Eindruck vermittelt, daß irgendein Anerbieten gestellt worden sei. Man habe sogar den Ausdruck ,."1 o u n d - Ta b I e - Ko n f e r e n z" gebraucht. (Dies bezieht sich auf Jabotinskys Aussage vor der Kgl. Kommission. Red.) Die Zionistische Organisation ist nicht eine Partei-Organisation. Die Revisionisten hatten ihren Platz, in der Zionistischen Organisation und haben ihn hier auch heute. Die Sitze auf dem Kongreß stehen für die Revisionisten bereit. Sie können noch heute Abend kommen. Round-Table- Konferenzen sind unnötig. Prof. Brodetsky erinnerte daran, daß die Revisionisten den Kongreß verlassen haben, weil dieser der Ansicht war, daß seine Beschlüsse durchgeführt werden müssen und seine Arbeit nicht durchkreuzt werden darf. Die politische Arbeit des Kongresses zu durchkreuzen, selbständig zur Regierung zu gehen, heiße eine andere Politik als die des Kongresses zu verfolgen und müsse daher verboten werden. Weil der Kongreß diesen Standpunkt vertrat, seien die Revisionisten ausgeschieden. Die Rede Schertok« Mosche Schertok wies auf den Geist der Zurückhaltung und Selbstbeherrschung hin, den der Jischuw während der Unruhen im Jahre 1936 gezeigt habe. Daß die Juden Palästinas diesen Geist bewahren konnten, dazu habe die Tatsache, daß die jüdische Einwanderung nicht unterbrochen wurde, wesentlich beigetragen. Die Juden Palästinas wußten, daß sie der Vorposten des ganzen jüdischen Volkes in der Welt sind. Sie hatten die moralische Kraft, persönliche Reaktionen höheren Interessen unterzuordnen. Dieser Geist der Zurückhaltung würde aber schwinden, wenn die Einwanderung aus politischen Gründen ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes eingestellt oder eingeschränkt werden sollte. Es könne keinen Frieden in Palästina geben, wenn der jüdischen Entwicklung eine Zwangsjacke nach dem Rezept des Mufti angelegt wird. Zu den jetzigen Unruhen bemerkte Schertok, daß immer mehr Araber unter der Last des Terrors seufzen und die Regierung auffordern, sie davon zu befreien. Die Jewish Agency habe seinerseit strengeres Vorgehen verlangt, nicht damit Blut vergossen, sondern damit Blutvergießen vermieden wird. Den Juden, werde oft der Vorwurf gemacht, daß sie ro keinem Kompromiß bereit seien. Man könne aber schwer von Menschen ein Kompromiß in Fragen von Tod oder Leben erwarten. Angesichts der rasch fortschreitenden Verschlechterung der jüdischen Lage in der Welt bedeute die Möglichkeit jüdischer Einwanderung ohne Verdrängung des arabischen Volkes für die Juden eine Lebensfrage. Die arabischen Führer hätten keine wirtschaftlichen Momente ins Treffen zu führen. Sie fordern unbeschränkte Herrschaft über Palästina. Er sei überzeugt, daß die aufgeklärte öffentliche Meinung Englands und der Welt dieser Forderung nicht nachgeben, sondern es ermöglichen wird, daßdie jüdische Arbeit in Palästina unbehindert durch politische Beschränkungen fortgesetzt wird. Was die Beziehungen zur Palästina-Verwaltung betrifft, so stellte Schertok fest, daß von der Jewish Agency an der Palästina-Regierung Kritik wegen ihres Verhaltens in dieser Situation geübt wurde, daß aber auch die Verwaltung selbst ihre Fehler eingesehen habe. das HeuuU in ttüvze Die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität W i 1 n a hat 54 jüdische Studenten ausgeschlossen, die zum Protest gegen die eingeführte Ghctto-Arbeitsordnung den Uebungen in den Laboratorien ferngeblieben waren. Wie aus Antwerpen berichtet wird, hat die dort abgehaltene Konferenz der Exekutive des Wcltverbandes Agudas Jisroe! beschlossen, den Dritten Weltkongreß der Aguda (Knessio Oedaulo) im EIul 5697 nicht wie ursprünglich beabsichtigt in Jerusalem, sondern in einem europäischen Lande, voraussichtlich in der Tschechoslowakei, abzuhalten. Die Stadtverwaltung von Rom hat beschlossen, eine Straße nach dem Anthropologen und Psychiater Cesare Lombroso zu benennen, dessen 100. Geburtstag im November v. J. gefeiert wurde. Das Zionistische Organ in der Tschechoslowakei „Die Selbst wehr" in Prag beging in diesen Tagen ihr 30jähriges Jubiläum. Aus Oslo wird gemeldet, daß unter Führung des Sohnes von Fridtjof Nansen, des Osloer Archivars Odd Nansen, eine Organisation mit dem Namen „Nansenhilfe" gegründet worden ist, die den Staatenlosen helfen will. Bisher hatte das Nansen-Büro in Genf Staatenlose und Heimatlose betreut. Im nächsten Jahr wird es jedoch nach einem Beschluß des Völkerbundes seine Tätigkeit endgültig einstellen. Die Gründung der „Nansenhilfe" soll diese Lücke ausfüllen. Das Zentralkonsistorium der Juden Bulgariens hat auf einer außerordentlichen Tagung die Einsetzung eines Komitees beschlossen, dem die Leitung der Abwehraktion gegen die judenfeindliche Bewegung in Bulgarien übertragen wird. Ferner wurde beschlossen, ein hebräisches Lehrerseminar ru gründen und einen Kulturfonds zur Finanzierung des jüdischen Schulwesens zu schaffen. Wie uns aus Santiago de Chile gemeldet wird, ist dort eine Bne Brlth-Loge ms Leben gerufen worden. Hauptschriftlciter: Dr. Robert Weltsch. Berlin. Chsrlottcnburg 9 (»uch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Locwenstein, Berlin W 15. Anzcigenlciter und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann Finn, Berlin W 15. Gültig Anzeigen Preisliste 5 vom 1, April 1838. Verlag und Anwagenverwaltuhß! Jüdische Rundichau, Berlin W 15, Meinekcstr. 10. P.A. Februar 34 012, — Druck: Siegfried Schülern, Bln.-Schöncbere.