Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 20 (12.3.1937)
- Date
- 1937-03-12
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 20, 12. 111.1937 Der Ausbau des Tel-Awiwer Strandes Nicht-technische Fragen zu einem technischen Projekt Von unserem palletlnenslschen Korrespondenten Wir brachten in Nr. 16 vom 16. Februar einen Artikel über bringen wir hierzu ergänzende Mitteilungen und Kritik unseres ersten Aufsatzes als bekannt voraussetzen. (Red.) gl. T e 1 - A w i w, 25. Februar Bereits seit langer Zeit sprach man in verschiedenen Kreisen in Tcl-Awiw von einem „Griinblatt-PIan". Man verstand darunter ein Projekt zum Ausbau des Strandes von Tcl-Awiw, dessen Urheber ein Ingenieur namens Grünblatt war. Während in London und Jerusalem Verhandlungen, liefen, in der Stadtverwaltung von Tel-Awiw die Angelegenheit (in geschlossener Sitzung) behandelt wurde, man "sich von Mund zu Mund dieses und jenes darüber erzählte, gab es keine offizielle Bekanntgabe des Planes und seiner Einzelheiten. Jetzt zum ersten Male hat die Stadt Tel-Awiw in ihren periodisch erseheinenden Nachrichtenblättern ausführlich über das Projekt berichtet, die Tagespresse hat den Bericht nachgedruckt, Herr ürünblatt hat sich auch in einem Interview mit der in Tcl-Awiw von neuem -erscheinenden Wirtschaftszeitung „Palcstinc and Middlc Hast" geäußert. Das Publikum hat jetzt also zum ersten Male die Möglichkeit erhalten, den Plan aus authentischer Quelle kennenzulernen, und sich darüber ein Urteil zu bilden. Die Aufnahme des Projekts Man hätte annehmen müssen, daß ein Plan, der die Investierung von Millionen Pfund verlangt, sehr lange Zeit zu seiner Ausführung braucht und eine wahre Revolution in der ^roßten Stadt des Landes darstellt, Gegenstand der lebhafteren Diskussion sein müsse. Das ist jedoch, auf den ersten Blick gesehen, nicht der ball. Die hebräische Presse hat den Plan publiziert, und zwar in propagandistischer Form — liier ist ein neues «ichtiges, großes Projekt —, aber nachdem das einmal geschehen war, ist wieder völliges Schweigen eingetreten. Unter der Bevölkerung der Stadt jedoch wird die Angelegenheit lebhaft besprochen, und es gibt nicht wenige, denen das Projekt keineswegs einleuchtet und die ihm teils ohne Verständnis., teils mit Besorgnis gegenüberstehen. Und in der Tat ergeben sieh im Zusammenhang damit eine ganze Reihe von Fragen. Zuerst einmal stellen viele eine Frage, die noch nicht mit der eigentlichen Sache zusammenhängt, aber ebenfalls sehr wichtig ist: Wie kommt es, daß ein solch gmljc-s, für die Stadt entscheidendes Projekt bearbeitet, verhandelt, von der Stadtverwaltung abgestimmt und angenommen werden konnte, ohne dal' vorher auch nur die geringste Diskussion in der O e f f e n t i i c h k e i t stattfand > im Falle des „Grüiiblatt-Plainv war nichts dergleichen der Fall. Die Verhandlungen in London und Jerusalem, die zu seiner Bestätigung notwendig waren, entzogen sieh eo ipso der Kontrolle des Publikums. Aber auch in der Stadtverwaltung von Tcl-Awiw wurden die Dinge in geschlossener Sitzung verhandelt und eine Pressediskussion hat es nicht gegeben. Wo sollen wir baden? Die anderen Fragen, die im Zusammenhang mit dem Plan gestellt werden, hängen bereits mit den Details der Arbeiten zusammen. Tel-Awiw zieht sich bekanntlich in einem langen Streifen von der Jaffaer Grenze nach Norden am Mittelmeer entlang. Es besitzt keine offenen großen Plätze, keine Parks, keine Erholungsstätten. Die einzige- Möglichkeit für seine 150(30(1 Menschen, aus den engen Häuserblocks herauszukommen, im Sommer Kühlung zu suchen, zu schwimmen und Sport zu treiben, ist der Strand, und er wird auch aufs stärkste benutzt. Den ganzen Sommer hindurch — und der Sommer ist bekanntlich in Palästina sehr lang — sind hier von morgens früh bis spät in die Nacht die Tel-Awiwer beim Kuben, Spazierengehen und Baden zu finden. An den Samstagen schwellen die Massen, die zum Strand gehen, ungeheuer an und von der JafMer Grenze ab bis zum Norden der _ Stadt finden sich viele Zehntnusendc, die hier ihre ein/ige Erholung suchen, je nach den Wohnvierteln verteilen sich diese Zehntaiiscride auf die gesamte Meerküste, die dennoch an den am leichtesten zugänglichen Stellen gedrangt voll ist. Dieser für die Hygiene und das Wohlbefinden der Stadt so wichtige Strand ist freilich fast völlig im Urzustand und kaum entwickelt, an vielen Stellen auch verunziert und verbaut. Man behilft »ich beim Baden auf die primitivste Weise, und e> ist ott beklagt worden, daß für den Ausbau so wenig geschehen ist. Der (jiiiub'.Ut-Plan tritt nun mit dem Anspruch auf, hier in großzügiger Weise Abhilfe zu schaffen. Und in der Tat wird die Stadt auch im Winter, wo wenig oder gar nicht gebadet wird, während man gern spazieren gelii. außerordentlich durch die geplante große Promenade gewinnen und die Touristen, die im Winter kommen, werden einen anziehenden und vielleicht auch mondänen Aufcnthaltsoit haben. Für die Massen der Stadt aber wird d i c einzige f: r ii o 1 u n g s m ö g I i c h k e i t zerstört. Der bisherige Strand — bis auf das relativ kurze Nordende — verschwindet, zwei Schwimmbassins, und wenn sie noch so groben Umfang haben, sind kein Ersatz für eine an der ganzen Stadt entlanglaufende Küste, und das Nordende des Strandes, das frei bleibt, ist viel zu klein, um alle, die sich dort sammeln mnssen, aufzunehmen, auch wenn es verbreitert wird. Aulierdem ist dieser Nordzipfel gerade am Schabbat, wo man ja in Tel-Awiw nicht fahren kann, nur für einen kleinen Teil der Bevölkerung erreichbar. Für die Tel-Awiwer, die in einer engen Stadt ohne Grünpläfze und Anlagen leben, ist die möglichst rasche und bequeme Erreichbarkeit des Strandes und die Möglichkeit, kostenlos zu baden, eine Grundbedingung für Erholung und Gesundheit, eine Verkürzung dieser Möglichkeiten eine ernste Gefahr für die Volksgesundheit. ' Die Frage wird noch ernster dadurch, daß auf dem neu aufgeschütteten Gelände Häuser mit fünf Stockwerken zugelassen werden (mehr als sonst in der Stadt erlaubt). Da das neue Gelände zum größten Teil etwas tiefer liegen wird als die Stadt, so wird zwar der zur Kühlung entscheidende Westwind vom Meer nur wenig abgehalten, die Aussicht jedoch beengt und zudem der Gesellschaft für ihre Böden Vorrechte gegenüber den anderen Bauplätzen der Stadt eingeräumt. Dar? schließlich alle diejenigen, die sich „Häuser am Meer'' gebaut oder gemietet haben, sich plötzlich mitten in die Stadt versetzt sehen, sei nur nebenbei bemerkt. Wozu eigentlich? Das sind die Sorgen, die sich die Tel-Awiwer Bürget über das neue Projekt machen. Aber sie stellen noch eine andere Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist. Sie tragen: Wozu soll eigentlich das Meer zugeschüttet werden? Gibt es keine andere Möglichkeit, für die Stadt neuen Boden zu erschließen? Und ist der einzige Weg, den Strand auszubauen und Touristen anzuziehen der, daß man liierst einmal den größten Teil des Strandes verbaut und für die die Projekte betreffend den Strand von Tel-Awiw. Nachstehend palästinensischen Korrespondenten, wobei wir die Angaben des Benutzung zum Baden und Ruhen untauglich macht? F.s wäre gut, wenn die Initiatoren des Planes oder die Stadtverwaltung oder die Regierung sich zu diesen Fragen äußerten. Es ist sicher, daß Tel-Awiw bei seiner raschen Entwicklung dringend große billige Bodenstrecken nötig hat, um für die Massen gute und billige Wohnungen zu schaffen. Und wenn es sich erweisen sollte, daß kein neuer Boden mehr zu haben ist, so müßte man entweder durch eine solche Meeresaufschüttung oder durch Hochhäuser oder sonst irgendwie Raum schaffen. Es besteht aber gar keine solche Notwendigkeit, denn die Stadt, die jetzt bereits bis an den Jarkon gelangt ist, wird ihn überschreiten und damit nach Norden hin große Ausdehnungsmöglichkeiten haben. So versteht man nicht recht, warum es notwendig ist, £ 700 00Ü ins Meer zu versenken, um Land zu gewinnen. Und was den Ausbau des Strandes betrifft, der fraglos dringend notwendig ist, so muß dazu ein Weg gefunden werden, ohne daß man den Strand durch Promenaden ersetzt und der Stadt als Erholungsmöglichkeit einen — im Verhältnis zur Bevölkerung - tiel zu kleinen Park und Sportplatz übrig laßt. Und es wird schließlich gefragt: Wenn sich privates Kapital, und zwar in hohen Beträgen, für dieses Projekt finden läßt, so müssen doch wohl sehr große Gewinnchancen bestehen, die auf den eisten Blick nicht ins Auge fallen. Ohne das würden sich die nötigen Summen doch kaum finden. Wird also liier nicht ein neues großes Feld für Spekulation geöffnet, ohne daß die Oeffentlichkeit darüber die nötige Kontrolle erhält? Es müßte, einmal klargestellt werden, mit welchem Bodenpreis für die Baugrundiiiii riTTi i:itt;trt)i: i if! i n rHii(jitir< r m 111 iui ■ u»m f < 1111 ii ti i m r i ii 111 > r r 11 ■ 11 r i t m 111111 r 11 u 11 ir 11111111 r i ■> 111 (>itia tii )>rtf nili tt iirt IT ifiTl.r iiTtii(i»r t Iii J ii it t tif 11.......ii t Ii t iiti*t*i t u ix M n ■ iM»:tii 111»4 tt* t :< i^i i n i m i in ^.....n ühi i tim i»i»t i i n t »mjn t« ut »ti»iinniiH»ii*««!iBHmt»t«» stäcke gerechnet wird, um eine Rentabilität des investierten Kapitals zu ermöglichen. In den Publikationen des Planes wird berichtet, da8 die Gesellschaft für eine bestimmte Zeit — wie lange, wird nicht Pesagt — £ 40 000 an die Stadt abführen muß. Es muß achleuten überlassen bleiben zu entscheiden, ob diese Summe entsprechend ist oder nicht. Jedoch hängt an diesen Zahlungen die Klausel, daß diese Gelder von der Stadt wieder auf dem neuen Gelände zu seiner Instandhaltung und Verschönerung zu investieren sind. Damit ist die Möglichkeit genommen, daß aus den Abgaben an die Stadt soziale Dienste finanziert werden können, zum Beispiel die Schaffung von anderen Erholtingsmögli<;rik-eiten usw. Auch scheint es, daß die wertvollen entstehenden Böden (die Baublocks im Unterschied zu Straßen und Plätzen) zu 85 o/o (15 «Vo fallen an die Stadt) im privaten Besitz, der Gesellschaft bleiben und nicht vorgesehen ist, daß sie nach einer bestimmten Frist ebenfalls Eigentum der Oeffentlichkeit werden. (Die bei der Herstellung des Hafens in Haifa gewonnene Flache hat die Regierung nicht verkauft, sondern langfristig verpachtet.) Es entsteht also die Frage, ob die Stadt bei diesem Projekt überhaupt nicht am Gewinn beteiligt ist. Sicherungen Zum Schluß noch eine letzte Frage: Wenn dieses Projekt in der Tat bereits beschlossen ist, so hat das Publikum noch jetzt im letzten Moment das Recht, sich über einen Punkt zu orientieren: Ist die Finanzierung genügend gesichert? Und auf welche Weise? Es besteht ja sonst die Gefahr, daß hier ein großer Plan angefangen wird — sehen wir im Moment davon ab, ob er notwendig, ob er schädlich ist—, jedenfalls ein Plan, der durchaus als problematisch erscheint und der dann, wenn die privaten Unternehmer versagen, von der Oeffentlichkeit zu Ende geführt werden muß. Damit entstände neben allem anderen noch eine große und absolut unnötige Last für die Stadt. Es sind hier die Fragen zusammengestellt worden, die sich dem Durchschuitfsbürger bei Betrachtung des Grünblatt- Planes aufdrängen. Alle technischen Fragen sind mit Absicht nicht berührt worden. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn die Initiatoren des Planes oder die damit verbundenen öffentliche» Institutionen sich dazu äußerten. Marie Mayer Marie Mayer-Davidsohn, die Ende Februar in Haifa starb, ist in den ersten Jahren des Blau-Weiß einem großen Kreis von Jungen und Mädchen Freundin und verehrte Führerin gewesen. Später — nachdem die Wizo in Deutschland gegründet war — versammelte sie als Vorsitzende der Nürnberger Gruppe einen Kreis wertvoller junger Zionistinnen um sich; nach ihrer Uebersiedlung nach Berlin gab sie als Vorsitzende der gesamten zionistischen Frauenarbeit ihr Gepräge. Dies scheinen mir die äußeren Daten ihres zionistischen Wirkens, von ihr selbst auch als äußerlich, oft lästig empfunden; denn ihr fehlte völlig — man konnte es manchmal fast als Mangel empfinden — jeglicher Ehrgeiz, jede Spur von Freude an äußeren Ehren. Dafür steht uns allen, die je mit ihr in Berührung gekommen sind — durch einen Zeitraum von zwanzig Jahren — derselbe innerliche, nach außen unendlich stille, ausgeglichene, warme Mensch vor Augen. Vor mir liegt ein Auszug aus den Lebenscrinnerungcn von Maries Mutter, der anläßlich ihres Todes vor genau drei Jahren in der „Jüdischen Rundschau" veröffentlicht würde. Daraus wird die Atmosphäre dieses Hauses wieder in uns lebendig, das man als eines der kultiviertesten und gebildetsten unseres Kreises bezeichnen muß. Die Mutter war dem Sohn, dem jungen KJV.er, zum Zionismus gefolgt, der Schwester schickte er einige zionistische Literatur; sie wurde durchdacht und die Zugehörigkeit zum Zionismus für ein ganzes Leben war damit besiegelt. So ist sie als erste aus einem Kreis von Freundinnen, dem sie aus der Ovmnasial- und Studienzeit her innig verbunden war und bis zur letzten Stunde verbunden blieb, zum Zionismus gekommen, diesen Kreis für den Zionismus interessierend und teilweise verpflichtend. Die Ehe mit der gemeinsamen starken Bindung durch die Musik und die Kinder wurden ihr in selten hohem Maße die beglückende Erfüllung ihres Lebens. Der große Kreis von Frauen, der sich an Klubnachmittagen in Berlin um Marie Mayer versammelte, um von ihr geführt jüdische Erzichungsfragen zu durchdenken, wird wie ich den unvergeßlichen Eindruck behalten, daß er so ureigen wohl niemanden wieder hat über diese Fragen reden hören. Ich habe sie, so oft ich sie in den Jahren des schweren Leidens sah, niemals klagen hören — und sie muß unendlich viel gelitten haben. Nur darüber bat sie sich beklagt: sie wollte in Erez Israel an pädagogischen Fragen mitarbeiten; sie wußte, daß hier große Aufgaben zu bewältigen sind. Aber gleich nach ihrer Uebersiedlung brach die tödliche Krankheit aus. Wir wissen, daß es sinnlos ist, über den viel zu frühen Tod dieser seltenen Frau zu klagen; aber alle, die Marie Mayer gekannt haben, werden das Bild dieses echten reinen Menschen in sich bewahren und nie vergessen. _________ Edith Hirsch Kunst In Haifa. Hans B e h a 1, fn Haifa als Leiter der früheren Kleinkunstbühne „Tewath-Noacb" und von zahlreichen anderen Gelegenheiten als rühriger Kabarettist bekannt, hat auf dem Hadar Hacarmel eine Art Künstlerzentrum geschaffen, in dessen Räumen sich die kunstinteressierten Kreise Haifas treffen sollen, und wo jungen Talenten Gelegenheit geboten wird, ihre Begabung unter Beweis zu stellen. Der normale Klubbetrieb soll am Schabbatabend durch ein ausführlicheres Kleinkunstprogramm erweitert werden. Der Klub wurde am 21. Februar eröffnet und brachte am Eröffnungsabend eine bunte Vortragsfolge unter Mitwirkung von FI a n S B c h a I, Heddi Hirth, Berlinski und Berger mit Vorschlägen und W. Marcus mit musikalischen Scherzen. Die Begleitung am Flügel und die Vertonung einer Reihe von Chansons führte Dr. Alsberg aus; die nette, intime Verzierung des Raumes durch Buntzeiehnungen stammen von B a s s. — Berlinski, der Begründer des Haifaer Kindertheaters, der „Emil und die Detektive" auf die palästinensische Bühne brachte, ist dabei, sein Kindertheater zu einer festen Einrichtung mit alle 4 -5 Wochen wechselndem Spielplan zu machen. Lea Goulbcrg bat ihm dazu zunächst ein Kinderstück geschrieben, betitelt „Beth Hassefer B'scbitafon" (Die Schule in Ueberschwcmtnung), das in einer Schule Tel-Awiws anläßlich einer der gelegentlichen Regenüberschwemmungen spielt, bei der die Kinder in der Schule übernachten müssen, und in dem durch die Gegenüberstellung eines neu eingewanderten Mädels aus Deutschland und eines jemenitischen Jungen besondere Effekte erreicht werden. Berlinski wird dieses Stück zunächst im Haifaer „Orah" herausbringen, um dann mit ihm auch auswärts Gastspiele zu geben, wobei ihn die Erziehungsabteilung des Waad Leumi unterstützt. Alfred Markus, Haifa Erdöl in Nord-Syrien? Der Beiruter Korrespondent der ägyptischen Zeftung „Mokattam" berichtet seinem Blatte ausführlich über die Erdöl-Bohrungen, die seit drei Jahren in Nordsyrien von verschiedenen Erdöl-Gesellschaften versucht werden. Die Konzession für die Bohrungen, die sich auf ein Gebiet von 3300 ha erstrecken, läuft in einem Jahr ab. Es sollen zahlreiche ErdÖlquellen in diesem Gebiet, das eine Abzweigung der Erdöllager des Irak darstellt, erschlossen worden sein. Die Inhaber der Konzession für die Probebohrungen haben jetzt um das Recht zur Ausbeutung der Quellen angesucht. Die Tageszeitung „Fclestin" meldet, daß arabische Kapitalisten aus Jaffa und Ramien eine Gesellschaft für die Erschließung und Ausbeutung von Erdölvorkommen in Palästina und Transjordanien gegründet haben. Das Blatt fügt hinzu, daß vor kurzem Erdölquellen zwischen Semach und Ed Dera in Transjordanien von einer deutschen Gesellschaft entdeckt worden seien. Kleine Nachrichten Die in französischer Sprache in Kairo erscheinende Tageszeitung „La B o u r s e E g y p t i e n n e" ist wegen übertriebener Meldungen über die Jerusalemer Vorgänge vom Samstag für eine Woche in Palästina verboten worden. Laut „Palcor" verlautet, daß die Regierung zwei arabische Beamte beauftragt hat, dem bisher allein amtierenden jüdischen Beamten bei der Festsetzung der nächsten Einwanderungs-Schedulc zu assistieren. Einer Meldung der arabischen Tageszeitung „El Liwaa" zufolge soll der Leiter des Finanzdcpartments der Palästinaregierung, Mr. Joluiso n, der einen längeren Urlaub angetreten und sich nach London begeben hat, nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Zehn Araber, bei denen seinerzeit 6 Gewehre, 6 Revolver und 323 Patronen gefunden worden waren und die zu Gefängnis in der Gesamtdauer von 56 Jahren verurteilt wurden, sind jetzt vom Berufungsgericht freigesprochen worden. Ein jüdischer Autobus, in dem eine Oruppe englischer Soldaten eine Rundfahrt machte, geriet in Beirut vor dem Gebäude der amerikanischen Universität in Brand und brannte vollkommen ab. Es besteht der Verdacht, daß Brandstiftung vorliegt. Seit Beginn der Unruhen sind von der Regierung E r greifer-Prämien für die Ausfindigmachung der Mörder von Juden und gemäßigten Arabern in der Höhe von 65 000 Pfund ausgesetzt worden. Da es bisher nicht gelungen ist, der Mörder habhaft zu werden, liegt der gesamte Betrag noch unangetastet in der Regierungskasse. Die arabische Gesellschaft Zofia. vertreten durch den Rechtsanwalt Aimi Abdul H a d i, erhob vor dem Obersten Gericht Einspruch gegen das Anrecht der jüdischen Besitzer auf ein Grundstück am Berge Kanaan in der Nähe von Safed. Das Gericht wies die Klage ab. Ein Mörder gestandig Ein 17jähriger Araber, der von dem schwer verwundeten Polen Stanislaw Sluga als sein Angreifer wiedererkannt wurde, hat seine Schuld gestanden. Er habe das Attentat auf Sluga verübt, da er ihn in einer jüdischen Plantage arbeiten sah und ihn deshalb für einen Juden gehalten habe. Der Verletzte ist seinen Wunden trotz aller Bemühungen der Acrzte im Hadassah-Krankcnhaus zu Tel-Awiw, sein Leben zu retten, erlegen. Zahlreiche Juden stellten sich für die dreimal wiederholte Bluttransfusion zur Verfügung. Die Leiche ist bis zur Grenze von Jaffa von einem jüdischen Zug begleitet worden; die Beisetzung erfolgte auf dem katholischen Friedhof bei Jaffa. 60. Geburtstage Anläßlich des 60. Geburtstages des Professors der Hebräischen Universität, J. Klausner, fand eine Feier statt, bei der der Präsident des Zionistischen Aktions-Comites und des Jüdischen Nationalfonds, M. M. Ussischkin, der Präsident der Hebräischen Universität, Dr. Juda L. Magnes, Prof. Torczyner, Dr. A. K a b a k und Frau S. P e r » i t Z Ansprachen hielten, auf die Prof. Klausner erwiderte. Dem Jubilar wurde das von dem Festkomitee herausgegebene Klausner-Jahrbuch übergeben. Der Schriftsteller Onechi (Salman Jizchak Aronsohn) feierte seinen 60. Geburtstag. Im „Ohel Schern" in Tel- Awiw fand eine Festversammlung statt, an der sich die Mitglieder des hebräischen Schriftstellerverbandes und des Pen« Klubs beteiligten.