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Jüdische Rundschau · 1937-03-12 · Heft 20 (12.3.1937) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 20 (12.3.1937)
Date
1937-03-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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JODISCHE RUNDSCHAU TI NA" B IL AT Nr. 20, 12. MÄRZ 1937 Was die Woche brachte Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 3. März 1937 Haben wir Unruhen In Palästina? „Was meinst du", so fragt man einander auf der Straße, „haben wir schon Unruhen oder kommen sie erst?" In dieser halb ironisch gehaltenen, halb ernsthaften Formulierung zeigt sich ein gutes Stück der Stimmung unter den Juden im gegenwärtigen Moment. Man stellt diese Frage mit großer, geradezu erstaunlicher Ruhe, als ob es ganz natürlich sei, Unruhen zu haben, ein Zeichen dafür, wie man sich auch an die anormalsten Zustände gewohnt, aber auch zugleich dafür, wie wenig die Juden im letzten Jahre die Nerven verloren haben. Die letzten zwei Tage brachten keinen Terrormord, auch keine sonstigen erheblichen Zwischenfälle, wenn auch die Polizeiberichtc — in normalen Zeiten und in einem normalen Land — schon recht lebendig anmuten würden. Was aber in der vorigen Woche geschah, die Ermordung eines jungen Siedlers aus dem Emek und die des einzigen jüdischen Arztes aus Beth- Schan, der arabischen Stadt im Jordantale, der speziell von den arabischen Notabein in die Stadt zurückgeholt worden war, nachdem ihn die Polizei während der Unruhen veranlaßt hatte, sie zu verlassen — diese beiden Akte ließen von neuem die Juden im ganzen Lande schaudern. Wie um zu beweisen, daß mit der Polizei zu spaßen sei, stahl sofort darauf eine große Bande Bewaffneter (man sagt 100 bis 150 Leute!) die gesamte Herde der bei TibcrÄs gelegenen Kolonie M i z p a h, gutes Vieh, insgesamt den Wert von nahezu 10 000 Pfund repräsentierend, und trieb sie ohne viel Federlesens über die Grenze. Die Polizei kam auf die Beine, Aeroplane suchten die Gegend ab, fanden die Herde mit den Treibern in der Gegend der syrischen Grenze. Bis man aber zur richtigen Verfolgung kam, waren die Viehdiebe schon im libanesischen Gebiet und schießen sich mit der dortigen Gendarmerie herum, die einen von ihnen töteten und bisher nur 8 von den 9b Kühen zurückgeholt hat. Diese Umstände, daß am hellen Tage eine ganze Herde gestohlen wird und sie nicht einmal mit Hilfe von Aeroplancn wiederzubekommen ist, daß ein friedlicher Siedler unterwegs und ein Arzt in seinem Hanse erschossen werden — und das alles hintereinander, Schlag auf Sehlag, können schon zu der Frage berechtigen, ob wir nun Unruhen haben oder nicht. Und die Rechnungen der Pessimisten, daß man bei diesen Methoden ganz gut 365 Attacken im Jahre haben könnte, auch ohne Unruhen, lassen viele die Köpfe schütteln. Man weiß allenthalben: „Es muß etwas geschehen", um endlich echte Ruhe zu schaffen, aber eigentlich weiß niemand recht was, und die Regierung hüllt sich in das gewohnte Schweigen, wobei man das Gefühl nicht los wird, daß sie 6elbst einigermaßen ratlos ist. Arabische Propaganda — strategische Chausseen ^.Keineswegs schweigsam dagegen sind die arabischen Zeitungen, und ratlos scheinen sie auch keineswegs zu sein. Ihre Sprache ist vielleicht noch schärfer geworden als früher, es wird rastlos eine antijüdische Propaganda getrieben, die auf die Dauer schwere Folgen haben muß. Es gibt kaum mehr Grenzen sowohl für Nachrichten als auch für Verleumdungen. Wenn z. B. das moslemische Blatt in Jaffa sofort nach der Erschießung des jüdischen Arztes in Beth-Schan die Nachricht bringt, ein am Regierungsspital in Jaffa arbeitender jüdischer Arzt vergifte seine arabischen Patienten, so kann man solche Dinge nicht mehr mit dem Achselzucken abtun, das ihnen eigentlich gebührte. Allerdings brachte das Blatt tags darauf freiwillig ein Dementi, aber der erste Eindruck wird dadurch nicht ganz ausgelöscht. Nicht nur eine Zügelung der Presse tut not, um schweres Unglück zu verhüten, sondern vor allem eine Aufklärung und Reinigung der erstickenden Luft, die solche Phantasien ausbrütet. Aber wie zu dieser Reinigung gelangen? Unterdes mehren sich die Nachrichten, daß das Militär seine Stellungen in Palästina weiter ausbaut. Man meldet die Planung zweier strategischer Wege, einen von Afuleh durch den Wadi Ata nach Satnaria und einen von der syrischen Grenze bei Ras en Nakura nach Obergaliläa. Anseheinend hat General Dill seine strategischen Pläne fertig und schafft sich alle Hilfsmittel für militärische Aktionen im Notfalle. Niemand wird nach den Erfahrungen des letzten Jahres zu behaupten wagen, daß diese Dinge nicht notwendig sind, aber Palästina sieht mit schwerem Herzen den in den Jahren der Prosperity aufgehäuften Ucberschuß der Regierungskasse in das hodenlose Loch der „öffentlichen Sicherheit" (die es dazu noch nicht gibt) versinken. Wir haben jetzt das Stenogramm der Londoner Parlamentsdebatte bekommen, in der über die ziizüglichen Gelder iür Paläsiina abgestimmt wurde, und wohl selten sind Parlamentsreden mit größerem Interesse gelesen worden als dieses Mal. Wenn der Abgeordnete Williams erklärt: „es scheint, daß ein Teil des Ueberschusses, der sich angesammelt hat und der für Erziehung und soziale Dienste, für Verbesserung des Transportes und die entsprechende Entwicklung des Landes hätte dienen sollen, zur Begleichung der aufgelaufenen Schuld (für das Militär) verwendet werden soll" und sein Bedauern über diesen Zustand ausspricht, so wird ihm ganz Palästina lebhaft zustimmen. Viele Jahre lang hat man von der Regierung eine aktive Politik zur Entwicklung des Landes verlangt, für die die angehäuften Ueberschüsse zu verwenden waren. Sie bat als Antwort die Bevölkerung auf die Notwendigkeit hingewiesen, für die zu erwartenden „bösen Zeiten" zu sparen. Es konnte viel Berechtigtes in dieser Finanzpolitik gefunden werden, und als die Konjunkturkurve abfiel, durfte man darauf hoffen, daß die Regicrungsgelder zu einer Ankurbelung der palästinensischen Wirtschaft verwendet würden. Jetzt sehen wir den Ueberschuß plötzlich dahinschmelzen; es sind zuerst einmal über eine Million Pfund für die Kosten des Militärs zu zahlen, und niemand kann ja bei den heutigen Zuständen wissen, ob Ruhe in Jerusalem Jerusalem, 11. März. (JTA.) Nach den aufregenden Vorfällen am Sonnabend ist der Sonntag in Jerusalem verhältnismäßig ruhig verlaufen. Immerhin ist es zu vereinzelten Zwischenfällen gekommen. Am ernstesten war der Versuch einer arabischen Menge, einen jüdischen Chauffeur anzugreifen. Auf der Jaffastraße hielt eine aufgehetzte Arabermenge eine jüdische Autodroschke an und bedrohte den Fahrer. Eä gelang diesem jedoch, sich und seinen Wagen in Sicherheit zu bringen. Beim Anfahren wurden zwei Araber verwundet. Bei den übrigen kleinen Zwischenfällen gab es keine Verletzten. Starke Polizcipatrouillen in voller Ausrüstung durchziehen die Stadt. Es heißt, daß die Polizei in ständigem Kontakt mit den militärischen Kommandostellen steht. Ein Eingreifen des Militärs hat sich jedoch bisher nicht als notwendig erwiesen. Aus Tel-Awiw wird berichtet, daß das Leben in der Stadt durchaus seinen normalen Verlauf nimmt. Nur an der Grenze gegen Jaffa herrschen gewisse Spannungen. Es ist jedoch am Sonntag zu keinem Zwischenfall gekommen. Der Uebergang wird durch Polizei und durch einen Militärkordon bewacht. Mit Einbruch der Dämmerung wird der Verkehr zwischen Jaffa und Tel-Awiw vollkommen unterbrochen. Nachts wurden auf die Vorstadt „Hatikwah" von Jaffa neue Schüsse abgegeben. In dem an Tel-Awiw angrenzenden Jaffaer jüdischen Viertel T 1 o r e n t i n ist am Mittwoch ein Jude namens Mosche G a o n durch Messerstiehe schwer verletzt worden. Er wurde in das I ladassah-Krankcnhatis nach Tei-Awiw gebracht. Die gesamte hebräische Presse hat in ihren Sonntagsausgaben an die Regierung die Warnung gerichtet, eine „Ausbreitung des Brandes" zu verhindern. Alle Zeitungen knüpften au die Unruhen vom Sommer lü'J6 an und befaßten sich mit der Stimmung im arabischen Lager seit der Beendigung der Unruhen. Einmütig wird festgestellt, daß mir eine e n t s c Ii i e d e n c 11 a 11 u n g d e r Regier u n g schon beim Beginn der provokatorischen Versuche, die I■'lamme des Aufruhrs wieder anzufachen, eine ernste Wendung der Ereignisse verhindern kann. Die hebräische Tageszeitung „Haare/." ist wegen ihrer Stellungnahme zu den Vorfällen in Jerusalem für eine Woche verboten worden. Eine der während der Unruhen geltenden Ausnahmezustand-Bestimmungen wurde durch Ankündigung im Amtsblatt wiederhergestellt. Es handelt sich um das den Bezirkskommissaren zustehende Recht, die Polizeistunde zu verhängen, das mit Ruckwirkung ab 6, März wieder in Kraft tritt. Auf diese Weise ist die gesetzliche Grundlage für den am Samstag in Jerusalem verhängten eintägigen Ausnahmezustand geschaffen worden. * Die Londoner „Times" bezeichnet das vorige Wochenende als das schlimmste seit dem E n <J e d e s arabischen Streiks im Oktober. Das Blatt zitiert die Stimmen der jüdischen Presse und hebt hervor, daß nach jüdischer Meinung die Verhängung des Kriegsrechts notwendig sei. Die arabischen Führer, so fahrt der Bericht fort, bedauern zwar die Gewalttaten der letzten Zeit, scheinen diese aber für unvermeidliche Result a t e der unglückseligen politischen Lage zu halten. Sie begreifen offenbar nicht, in wie hohem Grade ihre Haltung ihnen die Sympathie der Leute, die sonst Vcrständnis für den arabischen Standpunkt haben, verscherzt, Aufruf des Waad Leumi Der Waad L e u m i hat einen Aufruf an den Jischuw veröffentlicht, in dem dieser ermahnt wird, die Ruhe zu bewahren und keine Gcwaltsaushrüehe zuzulassen. Die jüdische Bevölkerung wird daran erinnert, daß die unprovozicrtcu Uebcrfalic des vorigen Jahres die' .Selbstbeherrschung des jischuw nicht zu erschüttern vermochten; es wird darauf hingewiesen, tiali die kur/iicheii Vorgänge geeignet seien, einen erneuten Ausbruch von Unruhen hervorzurufen, wenn die verantwortlichen Kreise nicht alles anwenden, um die nationale Disziplin zu w a h r e n. Konferenz über Sicherheitsfragen Vertreter sämtlicher Gruppen des Jischuw, der Jewish Agcncy und des Wand Leumi versammelten sich zu einer vom Waad I eumi einberufenen K««n irren/, in der Tragen der öffentlichen Sicherheit beliamleU wurden. Nach einer ausführlichen Rede Ben Gurions referierten Vertreter der nördlichen Bezirke eiif*-li!icliSich von Safcd, Mi/pah, Beisan und dem jordautal über die Lage; die Ri fetale vermittelten ein genaues Bild der dort herrschenden < icsetzlosigkeit. Zum Sellin Ii mlitete Ben Gurion an die Versammlung die Bitte, mit vereinten Kräften an die bevorstehenden politischen und Verteidigungsaiifgaben zu schreiten. (I'alcor.) das alles ist, ob nicht neue militärische Ausgaben nötig werden, die dann wieder aus dem palästinensischen Säckel beglichen werden müssen. Von allen Standpunkten aus, vom menschlichen, vom politischen, vom ökonomischen, wird eine rasche Beschwichtigung der brennenden Konflikte immer dringlicher. Die „palästinensische Revolte" kommt Juden und Arabern gleichermaßen überaus teuer zu steilen. Höhepunkt der Orangensaison Die Orangenernte ist in vollstem Schwung. Nachdem zu Beginn der Saison die schweren und anhaltenden Regen vielfach die Pflückarbeit aufhielten, hat sie sich nach Weihnachten stark intensiviert, und in allen Gegenden der Küstenebene beherrscht das Pflücken und Packen die Szene. Wie immer in dieser Zeit werden in den Pflanzungskolonicn viel arbeitende Hände gebraucht, um die Frucht einzubringen, und die in den Siedlungen vorhandene Zahl von Arbeitern reicht nicht aus. In diesem Jahre ist die Nachfrage nach Arbeitern bei den Juden besonders stark, weil nicht, wie sonst immer, Araber verwendet werden und auch weil die Zahl der versandten Kisten sehr stark im Verhältnis zum Vorjahre gestiegen ist. Die Arbeiterorganisation entwickelt eine intensive Propaganda, um die nötige Zahl von Arbeitern stellen zu können. In den Städten wirbt man Leute, die für die Pilückzeit ins Dorf gehen sollen. Die Bauarbeiten in verschiedenen Kolonien wurden eingestellt, um alle verfügbaren Hände für die Orangenerntc freizumachen. Und auch in Tel- Awiw hat man Leute, die beim Bau beschäftigt waren, für einige Wochen in die Siedlungen geschickt. Studenten der hebräischen Universität beteiligen sich, wie schon in früheren Jahren, an der Arbeit. Eine Neuerung bei der Orangenverschiffimg ist die Benutzung der T e I - A w i w e r A n I e g e s t e 1 I e. Ein großer Schuppen ist zur Aufnahme der Orangenkistvn erbaut worden, und im Hafen am Jarkon wird fieberhaft gearbeitet. Durch die Veibindungsstraßen der Stadt nach Norden rollen in großer Schnelligkeit die riesigen Lastautos, die bis hoch hinauf mit den Kisten der Jaffaorangen beladen sind. Der Tel-Awiwer Hafen hat sein Arbeitstempo dauernd erhöht, und die Zeitungen verzeichnen in kurzen Abständen neue „Rekorde" der Verladung. Es bleiben nur noch wenige Wochen bis zum Abschluß der Saison, die eine so große Fruchtinenge hat bewältigen müssen, wie noch nie vorher. Zensus der Arbeiterschaft Am 2. März wurde von der statistischen Abteilung der allgemeinen Arbeiterorganisation eine Z ä h 1 u n g der j ü d i - sehen Arbeite n d e n durchgeführt. Das war eine große Unternehmung, die von langer Hand vorbereitet worden war. Die Jewish Agcncy hat dieser Aktion ihre Unterstützung geliehen und am Tage der Zählung einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie auf die Wichtigkeit der Unternehmung hinweist und alle, die dafür in Trage kommen, auffordert, sieh in die Zählung aufnehmen zu lassen und den damit beschäftigten Beamten die Arbeit auf alle Weise zu erleichtern. Da die allgemeine Arbeiterorganisation die größte jüdische Körperschaft im Lande darstellt, bei der Zählung außerdem nicht nur ihre Mitglieder, sondern alle „Arbeitenden", also alle, die selbst keine Arbeiter beschäftigen, einbezogen wurden, wurde ein sehr großer Kreis des Jischuw erfaßt. Am Stichtag wurden 80 000 Personen aufgenommen, und da die Zeit nicht ausreichte, wird heute der Zensus noch fortgesetzt, wobei man mit der Erfassung von weiteren 20 000 Menschen rechnet. Es ist also anzunehmen, daß man im ganzen zirka 100 000 Menschen erfassen wird, eine sehr große Zahl im Verhältnis zum Gesaintjischuw, der heute mehr als 400 000 umfaßt. Der erste Zensus der Arbeiterschaft wurde im Jahre 1926 veranstaltet. Damals ergab er rund gerechnet 30 000 judische Arbeiter in Palästina. Seit jener Zeit hat sich die jüdische Gemeinschaft im Lande vervielfacht, die Jahre der entscheidenden großen Einwanderung liegen ja nach l')2(>. Das Material, das der gegenwärtige Zensus liefert, ist also sehr umfangreich und wird einen Einblick in die g e g e n - w artige Struktur eines großen Teiles des Jischuw, seine Verteilung in Stadt und Land, die verschiedenen Berufe, die Löhne, die Beschäftigung und etliche andere Momente geben. Aus den Angaben über die 100 000 erfaßten Menschen werden sich auch für den Pest des Jischuw gewisse Schlüsse ziehen lassen. In Palästina kommt der statistischen Erfassung der gegebenen Verhältnisse noch eine besondere Bedeutung zu, die in mehr entwickelten Ländern vielleicht nicht so stark zum Bewußtsein kommt. Zähltingen und die damit zusammenhängende Zusammenstellung soziologischen Materials sind im Lande eine relativ neue Angelegenheit. Besitzen wir doch erst seit kurzem ein besonderes Regicrungsdepartement für Statistik. Somit ist jede Aktion, die statistisches Material 'liefert, als eine T r s c h! i e Ii u n g v o n N e u I a n d zu begrüßen. Außerdem ändert sich gerade die jüdische Bevölkerung dauernd und rasch, sowohl was ihre Masse als auch was ihre Struktur anbetrifft. Die palastinciiMsrhcn Juden von l'<2l) waren viel weniger, waren aber auch ganz anders zusammengesetzt als die von T-H7, Unter diesen Umstanden ist eine solche Unternehmung wie der Zensus der Arb<-it-r-< halt von besonderem Interesse, und das winde auch von Kreisen, die nicht zur Arbeiterschaft gehören, i. B. von der hui gerliehen Zeitung „llaarez", besonders betont. Um so erstaunlicher ist es, daß sieh auch bei dieser Gelegenheit Gruppen landen, die ihre Mitglieder aufforderten, dem Aufruf des Zensus nicht nachzukommen. Es ist das Politik an der falschen Stelle, wo sie nur Schaden am iahtet, luuneihia scheinen, nach den großen erreichten Zahlen zu urteilen, diese Aufrufe nur geringen Einfluß gehabt zu haben. Ein Stadtgarten in Jerusalem Im Zentrum von Jerusalem, an der Jaffa-Straße, wird ein „S t a d t g a r t e n" angelegt, und die Burger der Hauptstadt sind froh über diese neue Errungensehaft. Sieht man näher hin, worum es sich handelt, so ist es freilich im Vergleich zu dieser sehr ausgedehnten und baumlosen Stadt nur ein sehr enges und dürftiges Stückchen Erde, das mit Bäumen und Blumen bepflanzt und mit einer Tonfäiie versehen werden soll. Eine richtige Erholungsstätte für größere Massen wird es also nicht sein, im Grunde überhaupt kaum mehr als eine Erholung für das Auge, das sich innerhalb der Straßen auch in Jerusalem schon an hohen Mauern zu stoßen beginnt und in den Tagen der scharfen blendenden Sommersonne nach dem Grün von ein paar Pflanzen lechzt. So ist es kein Zufall, daß schon dieses kleine Stückchen Garten als eine Eroberung gefeiert wird; haben doch die palästinensischen Städte wenig oder nichts an öffentlichen Anlagen, und moderne Stadtverwaltungen hätten längst auf diesen wichtigen Punkt ihre Aufmerksamkeit richten müssen. So versucht man bei dieser Gelegenheit, da Jerusalem sich einen Stadfgarten anlegt, optimistisch zu sein und zu hoffen, daß er bald fertig wird und einen Anstoß gibt zu weiteren Anlagen dieser Art, die für die Masse der Bevölkerung, deren Kinder nur die oft sehr staubigen Straßen zur Verfügung haben, von großer Wichtigkeit sind. Buchhdlg.MartinSalomott, Berlin NO43, "Z^VtT.™ Vertrauensstelle der Jüdischen Buchvereinigung E.V. / Kulturbwa«- Zahlstelle Haggadoth J. Prini, Leben im Ghetto Gebetbücher Vorzugtpreis bis 20. März; RM 3*B0 Neu Simon Dubnow, Weltgeschichte de« jüd. Volke», 3Bde., Subskr.-Preis RM 28.50

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