Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 20 (12.3.1937)
- Date
- 1937-03-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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tji Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 20, 12. Hl. 1937 Briefe an die Redaktion Neue jüdisdhe Geschichtsschreibung Jerusalem, d. 28, Februar 1037 Sehr geehrte Redaktion! Unter dem Titel ..Neue jüdische Ges.chichi-.sehreil.ung'' (,.J. R." Nr. 14, 19. Fabr.) erf.ihrt unsere Arlreit in der Ducschau ./hastiges LeOen" eine Beleuchtung, die Liuai suici h'g< hhkt werden muß. Die Z< 1t ■ t-hrift ,,/i.*ti * crschchit seit lb2ö in der Form eines Jahrbuches a!s Organ c'cr <">f «'ttwh d f it C.e- &>'hh'hte und Elhnogr,ji! ,c Palästinas, ursprüngle'h u..'er der Redaktion der Kollegen S. Kl in, S. A«af, H. Düna'"!'-;. D;,s Jahrbuch wurde er-! VHS auf Drangen Ptin ibur«. in im* all. gemeine jüdisch he-ton,.,. he Vierteljahrsss hräft urugeie arelcit. I Uinabuig und der .'!!•••!/<. *:•«•<>• Iw-stitnmrn geteeun-.ve, <|. n Inha!t der Zee .! hnfb l.ai h-t hieb hm wir hinirr den vor uns gesteckten / e'e:i faaali e'!e mieb zrrrüek, am M mget ati l " d und gec:grK-!cfl M:\i'b ,!.•,>, Abg. seh™ von ii. r /eilv i.ntt a! die Ca .,a' .!! la ■■ :,■ a a Werken gesaa:.,. ' <ai et Ar N-it laitaa!. da- :o: 1 ieeo. Ii<ii ailt I >ua.) a: 1 ■;,!,,,• a> a ad »if der llia-.aaic mal 1! a! willigkeil anderer Kollegen beruhen. Meine Ausführungen im ..Mitteilungsblatt" der Universil:U gelten schlieiili'h nur I hiige wieder, die hier im F'teundeakrei* ott Kernig besprochen -ii;<i. Einzelne Sitie beliehen sich auf von Knüllen geäußerte Wunm he. Die Gedanken Mihi d.i., Miteigentum von Kollegen, die dein Namen nach nicht 11 iatoriker w!.r nicht judisch« Historiker sind. Wenn persönliche Anteile an iia,eien gemeinsamen HeMrcbunj;en abgegrenzt werden, sollen, so .sei hier, wie .sehne. Ix'i frülaaren ' iclegeithcitcil, hetyotgehro ben, daß Dünabuig um! ich uns dankbar als Sehüler van dem leider c.i< ht hier in Jerusalem whkendcu F.. Tinildvr empfinden, dem wir die stärksten Impulse Jvjr unscie Wissenschaft,- liehe Entwicklung verdanken. \ber es handelt sieh ja Wahl m erster Linie um sirhliehe Kr kemitnissc. die zv,;u igsiant ig Allee, ai ae.ai! wchU'i, .-iah jedoch in der l' a lauiii j! .selber am ta t. a ve i ett n b, -seil. Fritz liaer Das Intcrrssc für jiklistlie I ragen Bei W äa; Sehr geehrte kedabniai* In Nr. 1K ,1,-r .Ja.', ha' d Aufoi'z. v«n i 0. M «■ N u Ii - tun) haa! Ver w ai aa Denilsehlnnd Ixa ihn heims auigcfiarnmie int. 'c-s, Sur nida-ebe Dinge so selea II «a'der er. losch.-n ist. Vir glaubt, da* .e Finge, einfach damit tx-,a,'.werten ta können, d iü er von der Masse der in Deutvehland lebenden jurli^iM-u Meu^ehen .«a:;', dieses Interessr sei ,,tii< hl das große .... 1 arbeser Ida.is tum (jüdischen) \*olk" gewesen, »indem bestenfalls eine ,,\'eriiehtheit", und er rielit in diesiau Ziis^rtanenhane einen V> r^haidi mit Don I ..mit Ahrahanel, ein Veißleieh, der aber leider — wie die tu. i-len etwas hinkt. leb halle niieh fiir ver;.fliehtei, .ilarauf .'ndmerksam?.u maeben, daß da-. ln!errk-,se ftir iudrsrhe Ihn^e lx*i eaieru s^ria.'.-an Teil d. r Jnd. ,i in I )■ >r <t hhu,. i jt ,i r niebt erb. .eben ist: es k-anare nur In.-aer <luah die (;ali.a<aa a V, raia t hui etil ni.'i.t in d'a j,e 'a-h.a werd. u. wie e, KT 1b d(\ den Juden lüde Aa . . . aaa.a |auu. n Reihe Vau Sie ■ , - 'ü :s. a, die -;kaea mir v. a . :, a. dea hl a ahn d. r I.eiuLta.m. dea!s ni: arbti nde und in den hbeialen Synagogen auf il-u eua'lie Frlehai.... L;ewaiUet haben, das .hltell rlie b.lleuehruil'r hnn:;ea sselte, vsauuul wir Ulis ini! Stolz Juden nennen dürfe». Ks frab — und gibt noch heule — viele Juden, die m-tne lernen mal umkehren mochten, aber es R i b t 1c e i n e geeigneten L e h r e r, keine „F (ihrer d e r V flirrt« n"l Das ist der srran:;e:ale Punkt! Viele Rai.- lauer von hellte sind Phiai.e>- plien. So/oto^ci), Juiiaten, Volkswirt« haftler u. v. a., nur nicht [Matthen,; .teile, jüdis-'he Menschen! Kinzig das Rainbam-I.iiirhaias macht hiervon eitle Ausnahme und fuliTt außerdem dein Ftuir.ip, die 'ieilnaiinie an Vortiai;en, Arbeit sgeuieinseiiaflcn usw. aber rehe;e'..c 'I hetnen uneai^eSUaii zu machen, so «laß sah hier aueh Mt «sehen jeuer Krei.se, die wirf v halt Ii. h ruiniert -aal und eon .Uaeu Dr. Nußbaum glaubt, daß sie aus diesem Grunde „keine Muüe" zur liesdafiigung mii jüdischen Dingen haben, seelisch und geistig wieder aufrichten können. Gerade jene Menschen brauchen nicht nur materielle Hilfe, sondern eine seelische Stürze. Wenn Ridtbi Jizehak Abravanel in jed.er Pause zwischen iwci leihen Actntcrn sich dem Studium der Lehre widmete und dabei unvergängliche Werke schuf, 5° war das unstreitig ein grobes Verdienst. Al>er trotzdem war diese Arbeit für ihn ein Kinderspiel im Vergleich tu irgendeinem Juden der Gegenwart; denn er war von Jugend an in jüdaichen Dingen t.nlerwiescii worden und brauchte nur den .abgerissenen Faden wieder aufzunehmen. Tiotz allem wellma'anheben Umgang war er ein gläubiger Jude geblieben, und deshalb ist sein Profil so ganz nntleis als das unserer heutigen Mi-tischen. Jetzt wellen sie luruckkehren, sie suchen da, Irrationale, das Melnphy-.ische, aber sie wissen nicht den Weg. Sie müssen ja ganz von vorn anfangen wie die kleinen Kinder im Cheder, aber wo ist der geduldige Rebire, der mit ihnen lernt, der sie überhaupt erst lehrt, die richtigen Fragen zu finden? Wenn auch Dr. Nußbaum der Meinung Ist, daß die Sehnsucht imstande ist, in Minuten das einzuholen, was in Stunden und Monaten verlorenging, so biauchen wir doch mindestens Jahre, um das wieder gutzumachen, was in den letzten hiindertfünfzig Jahren an den Juden lies Abendlandes verschuldet worden ist. Sehalom! Margarete Katzke Kist gewiß richtig, elaß eine wirkle h religiöse Haltung den Zugang zum Judentum erleichtert. Dennoch kann nicht verkannt werden, daß es zahlh iche Juden gibt, die diesen Weg nicht beschreiten können und die dennoch den Zugung zu jüdischen Frlcbnis-Spharcu suchen, Ihnen die rechte Unterweisung zu geben, ist auch ein Problem, dessen Lösung vor uns steht. (Red.) Die Vorgänge in Tiberias Hypotheken in Palastina Tel-Awiw, 3. i'ebiuar Redaktion der „Jüd. Ruu(l-<hau" '/.u der Auseinandersetzung ..(irundbi -itz und Hypotheken" Dt. I.evi---Iiinsl Kahn in iieem Watte seien mii einige Feststeil: ingen gestattet. la •';!,! in I'aia-tiiai keine ZaeitOelhgaii Hypotheken. die mit 10 -12 Prozent bda-t. t sind. Der gesetzlich fc-tgi legte Ilociotprozentsatz ist 9 Pio/. nt ohne kiok-aht auf die Rang ' -de. Diezwciistclügen Hypotheken sind hier fast ausschließlich Trau.d'erhypothc ken zu 8 Prozent. Außcihaib des Kapitaltransfers werden 2. llypuiheken kaum gegeben. Nicht selten ist daher die 2. Slelic noch et».ls niedriger verzinslich als die erste. Die erwähnten Bprowntigen IIy|Kitheken cngüsclier Versieheningsge.-ellschaften sind mit einem tnehrprozentigen Damnum und dem obligatorischen Ab. Schluß einer Lcliensversichemtig in Höhe des gewährten Darleheor, oder eines erheblichen Teiles deswillen vrrlaitide'n. Mai-t sind es sehr koinphzieite Kombinationen. Die Frage, welcher Tlypothokenziuasutz iiir den llausbesiti hier tiagbar ist, laßt sich nicht ailgernein beantworten. Es kommt darauE an, welchen Ansprach an Rente der Hausbesitzer stellt. Manche Hausbe-.ilzer crwaiten einen Ueberschiiß, der den Zinssati der 1. Hypothek um mehrere Prozent übersteigt, andere begnügen sieh, mit einem Fiträgnis, da, dem der 1. Hypothek gleich, kommt und selbst einein niedrigeren. Ks gibt auch llausbe-kjcr, die sogar ein Hau-, da, voiiibeigeiicnd gar keine Reute abwiift, wegen der Sachwerteigenschaft ihres lieotzes, seaner relativen Wertbe .tändlgkei! uml der |i.>'.g'i, hell Werts!« a/enuigsciai:ac jeder andcien Kapitalanlage vorziehen. In Pa'ii-tina hängt außeirdern die Rente eines Hauses in hohem Maße davon ab, in weichem Zeitpunkt das Bauterrain erworben worden ist. Hauseigentümer, die das Terrain schon vor langen Jahren zu einem läm<hteil des heutigen, Selon gesunkenen, Preises gekauft haben, werden selbst bei einem Zinssatz von 9 Prozent noch einer: ülser die-en Salz hinaiisgahenden LigenÜberschuß erzielen. Andere, die erst spat gekauft und gebaut haben, dütften auch bei 7prozentiger Ifypothek keinen Fr! rag haben, der dem des llypothekcnghinbigers gleichkommt. Von Finfluß Ist: selb-tverstiindlt'ch auch die Höhe des aufgewandten K.igenkapltals im Verhältnis rurn geliehenen Fremdkapital. Sehalomt Bruno Kuttner Tiberias, den 3. Märt An die Redaktion ticr „Jüdischen Rundschau" In Nr. 15 Ihres Blattes geben Sie auf S. 6 den JTA-liericht. über die am 19. Februar hier vorgeladenen Unruhen wieder. Diese Schilderung enthalt nicht weniger als drei unrichtige Angaben und lalät —• was in meinen Augen schon wegen der Wirkung auf die räumlich entfernteren Leser b sonilei s-i hwerwiegend ist. — nicht erkennen, dal', die Angelegenheit rein lokal war. 1. Die angfgthfene Hetltartitiippe befand dich, nicht in einem Autobus, sondern auf der Stial'e bc: einer l!e-.ia! i'igung der Alts'.alt. Ob diese Uruppc die St. iriniirle überhaupt erveideit hat, ist noch ungeklärt. Die W : teeliguec; wurde von zuiällig ai ih e-e'>dcü jungen Leu'eil au an nihil. Ks «are merkwiirelig, wenn fiieehiahe Autoin „isscu Steine zu ihrer Verteidigung mit sieh iühitcn. 2. Der junge Mann aus (Jescher, der mit einer sehr .schweren Verletzung nach Haifa gebracht werden mußte, befand sich als Rücksit?f ihrer auf einem Motorrad, das die Stadt elien passierte. Seine Verletzung wurde nicht duicii einen Messi r.stich, soivlein durch einen Steinwurf hervoi gerufen. 3. Die englischen Truppen hier sind in von der Regieomg requii iei ten 1 lotclgcbüiK'cu untergehiaahl und iiii he in fhu.ekcnkigern. \'on eitf.r dieser Unterkünfte wurden äla ashluengewi hre gegen rlie von den Bergen herüben igeiuk r; Ar ab, die giiliawiisc Schüsse abgaben, in Tätigkeit gesetzt. Wichtig wäre es m. F. ge- Wesen, auf die Vorgeschichte dieses Aufbruchs hinzuweisen. Dieser hatte zwei Motive: 1. Seit. Antang Januar wurelc der Posten des District O f licet s für den Bezirk Tiberias, der all jüdischen Siedlungen Migdal, Chit'in, Mizpah, Sesljera, Kfur Tahor, Birth Gan, Jabnecl, Kincn-th, Degannah A, und B, lUth Sera, Afikim (Has.homer I hi/.air Kinerelh), Delhaniija, llcthaujah, Menachami.ili, sowas- Tel Or und di-e zu zwei Drittel jüdische Stadt 'I ibei las u:n laßt mit einem Juden, Herrn Bergmann, l-esetzt. Dagp-gen legten die Aralx-r-i fiilner tehaguiphisch Ireim High Uommissioacr Ptotcst ein. Zur Unierstiitz'.ttig dieser ablehnenden Stelluiigiiahnie wurden, wia Sie aucli gemeldet halxm, einige nie Ii!liehe Si hielSiTcien. (auf den jiidi ,< he!V Hürgcrrneister, angesehene Araber) und Kinbrüclie vei übt. 2. An einem der Tage vor dem 19. Februar winde in einer Ma klstrnße ein arabischer, ges, In iebetier Ansehlag angebracht, der zum Boykott gegen die Juden auiior.leite. Diese Aufforderung wurde -- ohne schriftü be Bckatmtgalw — seitens der Juden spontan damit beantwortet, daß die arabischen Fischet und die in die Stadt gekommenen Dihfler ihre Waren nicht ab-etzen konnten. Diese Leiden Ursachen führten dann zum Freitag ZU Reibungen, die in eine Steinsehlacht au-aiteten. Ks ist zu betonen, daß der erwähnte Diatrict Offioer sii Ii sehr umsichtig verhalten hat und tiali der Asst. District (änuniissioia-r von Nazareth, Mr. B I a e k Ii u r n e, mit dem dortigen PoiizeilsOtnmandeur, Mr. F a r a d a y, bald zur Stelle w aien. Seitdem i-st die Polizei verx stinkt u-orden und die Ruhe hergestellt. Mit eiyelK'tislein Zionsgruß Thetxlor Z. II ar bürge» Transkription ins Hebräische Jerusalem, den 1. März An die Redaktion der „Judithen Rundschau" Die Angaben %-on Dr. A. Katz in seinem Brief ülicr „Hcitsliya" in Nr. 14 der „Jüdischen Rundschau" schildern treffend das beiderseitig betolgte Prinzip, bei der Transkription von F.igeniiamen die Aussprache in iler fremden Sprache zugrunde zu legen. Hierin liegt nl>cr auch ein LVbelstand, besoinicrs bei der hebiäisciien Tage-presse, Lhe Kingehoreeen oder weni^str n« in hie igen Schulen erzogenen Kinder, die Namen wie ilume, Jaures, Wauehope nur in tk* Form Dipil »'IVr /DI' kenncTH gelernt hüben, stehen später def europäischen Sehreibweise (gares besonders hei französischen Namen) fremd gcgeniilrer. Die einzig miiglielir — tmd m. E. drii>- gend gebotene —- Abhilfe dagegen liegt d.uin, die Kämet» daneben (o-'er, wenn des drtsekteahni-cli schwielig ist, in FtiU* licten) auah in der (liiginalsehreibweise wiederzugeben, trml leider haben diesbeiaigliahe Anregungen bisher nur in Ausnaiuiielalb-n tiegei.li.ln' gefunden. Ifoehnchtung .voll Prof. A. F r a e n k e I Rabbiner Dr. S. Weisse bittet uns, seinen Dank allen dene;i m übermitteln, die seiner zu seinem 80. Geburtstage gcdaclit haben, da es bei der großen Fülle der Gratulationen nicht möglich ist, jedem einzeln zu danken. verbunden durch Jenen Kittstoff, der »roh dir schon in Irülicicn .Jahren deines Lebens entzogen hut. Uebcrhiiiijit. je mehr Hnnni weint und ich mit ihr allein sitze, desto mehr erinnert sie mich an ein Mädchen, mit dum. ich sieben d.dirc m Ifi tiiii .erblinden war und das ich .sclir geliebi habe-, leli hm a,m« cfs: brocken wegen diever Aehnlichkeit, die ich plötzlich lest stelle. Ich veritis»e dag Zelt vor Aufregung, gehe draußen im Dunkeln auf und ab, J A N U A 11 Im Sommer sret/f sich die Ssidur /Vwndah jeden Abend hin und beginnt mif eirn-r grofscn Liste mit der Anordnung1 der Pferde für den nliebsten Tng, dc-r erst die Anordnung der Menschen folgt, .letzt im Winter ist Deberfluß an Pferden und Mensrhcn. Zu den notwemligcn 1 inuiitarbciti-n werden fast nusschliel'lich, solern nielit besondere Fachkenntnisse erforderlich sind, Chaltmim lienmgezoeen, die man „Umluufkapitnl" nennt, du sie in keiner Umsicht fest sind, weder in der groftetr Hinsieht nuf 'Fei Ilamon noch in der kleinen Hinsicht nuf einen Izesomleren Arl>eitsj>lati{, Jene Stufe, wo auch private .Siehbeschfiftigntng, hitttsliche Tätigkeit, Herstellung von Möbeln, geistige Arbeit als Arbeit gewertet werden, ist nusschiicfUieh für Vntikim reserviert Immerhin gibt es .jetzt auch für chrduzisclie Intelligenzler viele und Bchcinc Gelegenheiten, »ich r.a drOeken. Wer allerdings auf der Liste der Ssidur Awodah steht, den hnt da« Schicksal geschnappt, den kann nur Angina oder Rheumatismus retten. Aber es stehen ja nicht viele auf der Liste, Und wer nicht steht, der schlaft morgen, wenn der Regen auf das Zelt prasselt und trotzdem gelautet wird, erst mal swei Stunden weiter, schlendert dann ta das Chadar Ochel und stellt ivt, von Ressortchefs, die als Menschenfresser bekannt sind, nicht bemerkt, nicht befragt zu werden. Zwei Stunden vor dem Mittagessen trifft man zufällig Kaz, naturlich nicht unten am Pferdestall, den man sieh hütet, aufzusuchen, weil dort ja der Standplatz der Ssidur Awodah ist Kaz »cliiebt die Mütze zurück, kratzt sich hinter den Ohren. Du willst arbeiten? fragt er erstaunt. Na, geh man zum Chiucaz, sag« ihnen, ich hütto dich geschickt. Chazaz, Steinbruch, ist fast so legendenumwoben, fast so schattervoll mit den Uranfängen des Aufbaus verknüpft wie die Turiah. Heut« ist der maschinisierte Chazaz, besonders Im Winter in Tel Hamon, ein reiner Genuß. Was am Chazaz noch »chauervoll ist, Landstraßenbau in glühender Sonne, Hundarbeit, ist langst durch freundliche Regelung der Regierung arabisches Monopol geworden. Während die Chazazmaschloe, angetrieben von einem Traktor, rhythmisch stampft und mit ihrem gewaltigen stählernen Gebiß kopfgroße Stein« wie Nüsse knackt und in drei Großen sortiert als Splitter wicete ausscheidet, ist die Bedienungsmannschaft bemüht, in KCrben dem Maschinisten das Rohmaterial hinaufzureichen, in cinriiderigen Kurren das Fertigprodukt abzufahren und entsprechend den verschiedenen Größen auf verschiedene Haufen aufzuschütten. Nun hat die ömzazmaschine wie alle SehwcrarbcitsmasSchinen die wundersame Tugend, etwa olle zehn Minuten zu stehen und repariert werden zu müssen, eine Chance für Intelligenzler, die mächtig bereichert wird durch die Stnccatos der plötzlichen, zur Pause zwingenden Regenschauer. Am Fuß Kumis, «wischen mannshohen Kaktushecken und vertrockneten Oliven, zwischen schwarzen Beduinenzelten und dem Trümmerfeld des arabischen Friedhofes, über den strahlenförmig vom Zentrum der Kindcrhuuser und des Chadar Oehels ausgehenden Haus- und Uarackenreihen Tel Hainons, dus herrliche Panorama dos Emek vor sich, des Talbeckens am Hand der Gilboagebirgskette, im Osten die blauen Berge Trans Jordaniens, über dieser gewaltigen dunkelblauen Landschaft der dunkelgraue, gewaltig gespannt« Baldachin der Winterwolken: So stehen wir, in Wind und Feuchtigkeit, mit einem Nieskorn Schnupfen in der Nase, heben Steine, unter denen feite Regonwürmer im fetten Rotz sich ringeln, werfen im Rhythmus nach Körben und Wagen und schaffen ununterbrochen der Chazazmasdiin« Rohmaterial. Manchmal bleiben die Wagen in dem vom Rogen aufgeweichten Boden stecken. Dann wird das Zugpunr aus einem anderen Wagen ausgespannt und als zweites Paar an die Deichsel des steckengebliebenen eingehängt: Brüllen und Peitschenschlüge, das Sichaufbäumen und Zurseitespringen der Tiere, Schlüge der Spitzhacke, die den Rödern Weg schaffen wollen, und rhythmische Zurufe der Helfer, die an die Speichen packen und KU stemmen beginnen, beherrschen die Landschaft * Uebrigens arbeitete ich damals nur einen halben Tag, weil ich angeordnet war, abends Milch nach Kfur Esrachim zu fahren, zur Tnuwah. In einen alten, halb zerschlissenen Milit.'irmantel gehüllt, den der Meschek für billiges Geld bei der englischen Heeresverwaltung gekauft hat, traf ich mich um halb sechs mit Eyn Kachol am Pferdestall, wo wir begannen, auf kunstvolle Weise in der Breite vier Zugtier© einzuspannen, zwei Pferde, die von zwei Maultieren eingerahmt waren. Es waren mondlos« Nachte, der Himmel von Wolken verfinstert, die sich joden Augenblick entladen konnten und auch entluden. Da wir interessiert waren, die Hüllte dea Weg«* wenigstens noch in der Dämmerung mrückzulegen, standen wir schon um seclta Uhr trat den Kuhstüllon und wollten die Kannen haben. Es liefen Schauer« gesehiehten von Milch Fahrern, die um zw ölf Uhr nachts von Klar Esrachim oder den Tabatira telcphonisch einen Traktor angefordert hatten, weil sie mit ihren vier Pferden irgendwo in Finsternis und Bolz rettungslos cinpesunk-en waren, und die um zwei Uhr nachts, von oben bis unten botzbodeckt, heimgekehrt waren, die zitternden, dampfenden und ebenfalls vollständig beschmierten Pferde führend, gefolgt von dem Traktor, der mühsam Schritt für Schritt den Wagen durch den P>otz zog und selbst kaum den Geliindoschw ierigkeiten des Winter« gewachsen war. Fast jede Woche berichtete der Juman von irgendeinem Siedlungspunkt, wo ein Traktor eingesunken war und auf den Sommer wartete, um befreit zu werden. Das war der Winter Palästinas. Vor den Kuhstiillcn sah die Sache oltmals besonders schlimm aus, weil die P.cflanim, in Ermangelung ausreichender Mistabfuhr, den Mist einfach vor die Türe zu werfen begannen, so daß sieh ganze wilde Jattchcgraben gebildet hatten, in die wir um sechs L'lir hineinfahren und in die wir auch hincinklettern mußten, wobei Eyn Kachol die womöglich eingefetteten Wickelgamaschen wenigstens die Füße schützten, während mir, da ich bis zum Knie einsank, die Jauche einfach von oben in die breiten Schiifte floß und ich die ganze Nacht in einer genau auf Muß angefertigten Pfütze ging. Um sechs Uhr die Milch zu bekommen und aufladen zu können, gelang niemals. Man mußte stets warten, weil noch gemelkt wurde, hatte dabei Gelegenheit, mit einer gewissen Erregung das Fortschreiten der Dämmerung und die Zusammcnballung unhcilschwangerer Wolken am Himmel zu beobachten. Dicht vor Einbruch der Dunkelheit konnten wir endlich den mit Kannen beiadenen Wagen zum Meschek hinausdirigieren, in die triefende, pfützenreiche, fast wegioso Landschaft hinein. Eyn Kachol führte die Zügel. Es war ein weiches Fahren, die Räder glitten durch das widerstandslose Polster des Botzes, man hörte nur Spritzen von Wassser und Dreck, das Fauchen der Pferde und «las Aufklatschen ihrer Hufo im Bodenlosen. Eyn Kachol begleitete diese trostlose Musik mit Peitschenknall und dem stündigen, anfeuernden Ausruf der verschiedenen Ticrnamen. Inzwischen wurde es vollständig dunkel. Aber den Augen, die sich an die Dunkelheit gewöhnten, blieb immer noch eine gewisse Lichtspur, ein gewisser Schimmer von Dingen, immerhin waren ja die Sterne hinter den Wolken und brachten die Wolkenrander zu einem schwachen Phosphoreszieren, auch die Lichter der verschiedenen Siedlungspunkte, wenn sie auch noch so weit entfernt waren, wirkten sonderbarerweise auf die Sichtbarkeit der Radsparen von Wagen, die am Tage nach Kfar Esrachim gefahren waren und jetzt Weg wiesen, (Fortsetzung folgtet