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Jüdische Rundschau · 1937-03-09 · Heft 19 (9.3.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 19 (9.3.1937)
Date
1937-03-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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TISCHE RUNDSCHAU PA.LÄS Xl 1^^^ Anlage-Möglichkeiten Hinweise für die Privatwirtschaft Von Ernst Kahn, Jerusalem Wie soll der Neu-Einwanderer in Palästina sein Geld anlegen? Man schelte mich nicht „kapitalistisch", daß ich diese Frage aufwerte; denn ich will hier kein Vademecum für Großkapitalisten schreiben, sondern jenen vielen kleinen und mittleren Sparern an die Hand gehen, die ihre bescheidenen Mittel erhalten müssen und auf deren Ertrag angewiesen sind, falls sie nicht Not leiden und anderen zur Last fallen sollen. Und ich will auch dem Lande selbst helfen, damit die Gelder an die richtige Stelle kommen. Rückblickend müssen wir gestehen, daß in dieser Beziehung manches versäumt worden ist; der landesunkundige Einwanderer stand den Anlagemöglichkeiten ziemlich urteilslos und manchen geschäftshungrigen Vermittlern oder kapitalbedürftigen Geschäftsleuten wehrlos gegenüber. Das Resultat ist nicht immer erfreulich gewesen. Nun darf man den Zentralinstanzen daraus kaum einen Vorwurf machen; denn jeder Ratgeber ist mindestens in positiver Richtung in einer recht schwierigen Lage, wenn auch in negativer Beziehung das Wagnis weniger groß ist. Auch die folgenden Darlegungen sind stärker im Warnen als im Zuraten. I. Bodenkauf? Soll man in Palästina Boden erwerben? Es hat eine Zeit gegeben, wo eine solche Frage manchem unbegreiflich war; denn die Preise schienen unaufhaltsam in die Höhe zu streben. Seit der Abessinien-Krise ist das anders geworden. Boden ist eher „Brief", wie man an der Börse sagt, und gar mancher wäre froh, wenn er seinen Einkaufspreis wieder hätte. Da uns der Blick in die Zukunft versagt ist, so kann man die Frage heute weder mit einem kjaren Ja noch mit einem glatten Nein beantworten. Immerhin lassen sich einige und zwar negative Grundsätze aufstellen: 1. Nie Boden auf Kredit kaufen! Denn die Zinsen auf die Rcstgelder verteuern sehr schnell auch scheinbar billige Preise und außerdem riskiert man auch die Anzahlung, wenn man bei Fälligkeit jene Restschuld nicht zahlen kann. 2. Verzichte auf Bodenkäufc, wenn du von dem Ertrag des investierten Kapitals leben mußt! 3. Prüfe aufs genaueste die Besitzverhältnisse, denn ferade in Palästina ist die Rechtsfrage in bezug auf oden häufig äußerst verwickelt. 4. Ueberlege mit kühlem Kopf, ob der geforderte Preis unter normalen Verhältnissen jemals eine auch nur bescheidene Verzinsung gewahren wird. Eine solche Erwäfung härte gar manchen Kauf im Jahre 1935 etwa in el-Awiw verhindert. II. Häuser Soll man Häuser kaufen? Wer Hauser auf Spekulation erwerben will, wer also auf einen Wertzuwachs rechnet, der wird keine Belehrung an dieser Stelle suchen; denn der besitzt entweder den Blick in die Zukunft oder bildet sich ein, diese beneidenswerte Eigenschaft zu besitzen. Da ich nicht so glücklich bin, kann ich da nicht mitkonkurrieren. Vielleicht aber vermag jenen geraten zu werden, die an einen Hauskauf lediglich vom Standpunkt einer Daueranlage aus denken, also an ein „Rentenhaus", wie man das wohl früher in Deutschland nannte. Für diese Investoren sei folgendes gesagt: 1. Die Güte des Baues muß in Palästina bei einem Hauskauf wesentlich genauer geprüft werden als in Europa; denn immer noch wird häufig — trotz der anzuerkennenden Fortschritte — schlecht gebaut. 2. Traue nicht den landesüblichen Kalkulationen! Sie sind nicht selten falsch; denn die hier mit edem Lebensjahr rasch steigenden Reparaturkosten werden ast immer vergessen, und mit dieser Unterlassung kann die schönste Berechnung über den Haufen geworfen werden. 3. Hüte dich vor überbelasteten Häusern! Denn die Zinsverpflichtiingen gehen weiter, während die Mieten auch einmal sinken können. Tatsächlich sind ernsthafte Kreise eifrig bemüht, billige Wohnungen zu erstellen, da sie darin eine wesentliche Existenzfrage für das Land erblicken. Auch hüte man sich vor solchen Objekten, auf denen kurzfristige Hypotheken ruhen, denn ihre Erneuerung könnte Verlegenheiten bereiten. 4. Gut gebaute Häuser mit geringer Belastung und echter Rentabilität sind eine beachtenswerte Anlage — wenn man sie bekommt. III. Hypotheken Das ist erfreulicherweise ein Kapitel, in dem man weniger skeptisch zu sein braucht; denn Palästina kann sich rühmen, mit die sichersten Hypotheken in der Welt zu besitzen, die außerdem noch hohe — zu hohe — Zinsen abwerfen. Im Gegensatz zu anderen Ländern bleibt nämlich hier in der Regel bei der Abschätzung eines Objektes Grund und Boden unberücksichtigt. Dadurch hält sich die Beleihung gewöhnlich zwischen 30 und 40 °,'o des Gesamtwertes. Außerdem liefert der Hausbesitzer auf Wunsch dem Hypothekengläubiger unter Umständen auch noch pränumerando Wechsel seiner Mieter. Freilich muß man berücksichtigen, daß nach palästinensischem Recht der Schuldner die Hypothek mit relativ kurzer Kündigungsfrist und bescheidenen Entschädigungssummen vorzeitig Kündigen kann. l>cr Gläubiger sollte deshalb nicht ohne weiteres in seinen Vorausberechnungen die hohen Zinsen für lange Zeit als feststehend ansehen. Wenn also etwa die starken Bestrebungen glücken, auch hier die landesüblichen Zinssätze auf ein erträgliches Maß zu senken, dann müssen die Geldgeber mit einer entsprechenden Einnahmeschmälerung für späterhin rechnen. Dieser Umstand ist bei der Wahl der Anlage (Hypotheken oder Wertpapiere usw.) ni berücksichtigen, vielleicht empfiehlt sich gerade auch aus diesem Grunde eine gemischte Anlage. Auch die II. Hypotheken, die anderswo als hochspekulative Anlage gelten, können in Palästina nicht unbedingt als solche charakterisiert werden; denn sie halten sich häufig noch im Rang einer erststelligen europäischen Hypothek. Deshalb hat die Haavarah wohl mit Recht diese Vermögensanlage für die Transferenten unter gewissen Vorsichtsmaßregeln zugelassen. Sehr zu empfehlen sind Amortisations-Hypotheken, die sich von Jahr zu Jahr automatisch verringern, und zwar sowohl im Interesse der Geldgeber wie der Geldnehmer. IV. Wertpapiere Obwohl das Land nicht nur klein, sondern auch arm an Großuntcrnehmungen ist, besitzt es doch schon eine Anzahl von Aktiengesellschaften, deren Kapital beim Publikum untergebracht ist. Da außerdem auch einige öffentliche Körperschaften an den Kapitalmarkt appelliert haben, so hat der Anleger die Wahl — vielleicht auch die Qual — zwischen verschiedenen Papieren. Drei Gruppen müssen hier unterschieden werden: a) an dem Tel-Awiwer Wertpapiermarkt notierte Effekten, b) an der Londoner Börse notierte Effekten, c) unnotierte Werte. a) Das Tel-Awiwer Effektenclearing Wie alles, so ist auch die hiesige „Börse" anders als ähnliche Einrichtungen in der übrigen Welt; aber ihr': Schöpfer haben offenbar mit gutem Grund diese eigenartige Form gewählt. Die nachfolgende Wiedergabe des Kurszettels vom 28. Januar 1037 wird am besten Wesen und gegenwärtigen Umfang der kleinen Börse veranschaulichen. Donnerstag, den 28. Januar 1937 Käufer Verkäufer General Mortgage Bank ot Palestine Ltd. 5 f'o Debenturts 1938/55 (1939/56) 95T4 97 5 o,0 Dobentiiro, 1941/56 95* j 97 8 0/„ Dtbentures 1933/38 (1934/39) 101 102 6 0/,, Dcbcnlnres, 1934/54 1021-'4 103' i 6 0<) ("um. Part. Prclrii-ncr Shares (bcarcr) 108 109 Ordinary Shares (bcarcr) 113 114 Palestine Land Development Company Ltd. Ordinary Sharon ("bcarcr) 85'/, 861 li 6 f>0 Cum. I'art. l'rcfcrcmc Sbarcs (be.irrri 89 90 Keren Kajemeth Lejisracl 2'/> »o Dcbcnturca 1934/53 (bcarcr) 681,4 691.4 Nir Ltd. 5 "Vi Cum. Part. Prclerfiv e. Shares (bcarcr) 67 68 4 0/o Debentures (bearer) «Vi 74l,i Tel Aviv Municipality 6'/i o0 Loan 1928/43 1031/i 1041,1 Bizur Ltd. 6 o/o Dcbcntures (bcarcr) 1938/43 971/2 99 Mancher Europäer oder Amerikaner, der gewöhnt ist, allmorgendlich viele Spalten Kurse zum Frühstück zu genießen, wird über diese Miniaturliste lächeln. Wenn er aber die Börsenberichte von Berlin oder New York aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts in einem Archiv nachschlägt, so wird er kaum mehr Papiere finden, denn .„aller Anfang ist klein". Insgesamt finden wir zur Zeit erst Werte von sechs Unternehmungen, und zwar in 13 verschiedenen Kategorien vertreten. Das bedeutet natürlich nicht, daß die Liste erschöpfend ist, im Gegenteil sind gerade einige der größten Werte nur in London gehandelt (siehe unter b), andere sind nur in freiem Verkehr erhältlich (siehe unter c). Die Liste beginnt mit der General Mortgage Bank of Palestine Ltd. Sic ist entsprechend ihrer Bedeutung Mr. Halls Nachfolger Neuer Gouverneur von Jerusalem Mr. McLaren ist zum Gouverneur von Jerusalem als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Mr. Campbell ernannt worden. Das Kolonienministerium gibt bekannt, daß William Denis Battershlll, bisher ChefsckretSr in C ypern, als Nachfolger von J. H. Hall zum ChefsekretMr der palästinensischen Regierung ernannt worden ist. (Palcor.) Revision von Arabern verworfen Das höchste Gericht des Empire, der Rechtsausschuß des Kronrats, hat die von zwei palästinensischen Arabern gegen ihre Verurteilung zum Tode eingelegte Revision verworfen. Die beiden Araber hatten während der Unruhen in Palästina auf eine marschierende englische Infanterie-Abteilung geschossen. Obwohl die Abteilung keine Verluste gehabt hatte, wurden die Araber auf Grund des Kriegsrechts zum Tode verurteilt, weil sie den aufständischen Arabern Beistand geleistet hatten. Abdullah geht nach London Nachdem die palästinensischen Araber eine Teilnahme an den Krönungsfeierlichkeiten in London abfelehnt haben, hat, wie die arabische Presse berichtet, der mir von Transjordanien beschlossen, in Begleitung eines Arztes und eines Adjutanten an der Feierlichkeit in London teilzunehmen. Die Haltung fhn Sauds Nach einer Mitteilung der „Times" erklärte die Gesandtschaft von Saudi-Arabien in London, daß die von einigen englischen Zeitungen gebrachte (und von dort auch anderwärts, z.B. in deutschen Zeitungen übernommene) Nachricht, wonach König Ihn Saud seinen Untertanen bei Todesstrafe verboten hat, am arabisch-jüdischen Kampfe in Palästina teilzunehmen, nicht auf Wahrheit beruht. Es wird hinzugefügt, daß der König keine Kenntnis von der Teilnahme irgendeines seiner Untertanen an diesen Kämpfen habe. Eine Verfügung König Ibn Sauds hat die Abhaltung des geplanten allislamischen Kongresses für das Gebiet von Saudi-Arabien untersagt. gleich mit sechs Werten vertreten. Diese Hypothekenbank ist eine Tochter der Anglo Palestine Bank und entwickelt sich immer mehr zu einer der Säulen der hiesigen Wirtschaft; denn sie ist bei weitem die größte Gcldgcberin für den Wohnungsbau. Obwohl sie erst 12 Jahre besteht, hat sie über 2 Millionen Pfund Hypotheken ausstehen und damit in dem doch kleinen Land eine Größe erreicht, die sich bereits mit mittleren deutschen Realkreditinstitutcn vergleichen läßt. Und was die Hauptsache ist: sie hat ihre Anlagen offenbar mit Vorsicht gewählt, was übrigens bei der oben erwähnten Eigenart des hiesigen Hypothekenmarktes nicht so furchtbar schwer war. Dieser Umstand und die starke Vorliebe der aus Deutschland kommenden Einwanderer für Pfandbriefe hat die General Mortgage Bank erfreulicherweise schon vor zwei Jahren in die Lage gesetzt, von ihrem damaligen 7 '/..igen Pfandbrief zum 3 "»igen überzugehen. Wir linden als ersten Wert im Kurszettel diesen 5 "'oigen Pfandbrief (Debentures) mit (J5:! i „Käufer" und 07 „Verkäufer" notiert. Das bedeutet, daß der Erwerber £P 07 für noni. LP 100 Pfandbiiefc zahlen muß, während der Verkäufer nur 05:i'. Pfund dafür erhält. Diese Notierung unterscheidet sich grundsätzlich von der in Europa gewohnten, wo mir ein Kurs notiert wird und der vermittelnde Bankier oder Makler eine Vermittlungsgebühr berechnet. Das ist hier anders. Die Spanne zwischen Kaut- und Verkaufspreis geht an die vermittelnden Banken, so daß die in Europa übliche Kommission wegfällt oder wegfallen sollte (es gibt nämlich Firmen hier, die außerdem noch eine Kommission belasten, \c,is natürlich unkorrekt ist). Die Spanne /wischen den beiden Kursen wird zwischen den den Kauf und den Verkauf vermittelnden Bankfinnen geteilt, und /war erhält der Käufer eine erheblich größere Vergütung als für die umgekehrte Operation. Das ist bei einem Auibauland, welches großen Wert auf den Vertrieb seiner \X erlpapiere legen muß, grundsätzlich wohl richtig; dagegen ließe sich die Frage aufwerfen, ob das Ausmaß dieser Gebühr nicht reichlich groß ist. (ieieehterweisc imiß man freilich zugiben, da Ii der iiiesige Bankier durch die Eigenart des Landes vermutlich mit größeren Spesen als sein ausländischer Kollege zu rechnen hat. Mit wachsenden Umsätzen wiid sich auch diese Spanne wohl einmal verringern; einstweilen hat sie vielleicht das Gute, dal) das spekulative Ilm und Hei handeln hier kaum zu beobachten ist. Da lurch konnte die junge „Börse" einen ungewöhnlich stabilen Charakter erwerben, und es ist immerhin ein gutes Zeichen, daß das Kursgebäude während der lang anhaltenden Unruhen so gut wie nicht beeinflußt wurde. Die Zahlen 10'JS 55 und 103«) 5b bedeuten, daß die „Debentures" frühestens 103$ bzw. 1030 von der Bank gekündigt werden dürfen, aber spätestens l'»55 bzw. 1056 von ihr zurückgezahlt werden müssen. Bei einem Kaufpreis von 07"., rentiert sich das (erstklassige) 5 "ige Papier mit 5,15 "fi, wozu noch eine kleine Tilgimgsehance kommt. Man kann ohne Uebcrtreibung sagen, daß von der Popularisierung dieses Pfandbriefes in der jüdischen Well ein gutes Stück palästinensischer Aufbauarbeit abhängt. Wenn nämlich die Nachfrage nach diesem Pfandbrief steigt, so steigt auch sein Kurs; steigt aber der Kurs, so kann man billigere Hypotheken ausleihen. Billigere Hypotheken wiederum sind die erste Voraussetzung für erträgliche Mieten. Das Ziel aller Beteiligten sollte deshalb sein, aus diesem Pfandbrief das Standardpapier unter den Juden der Welt zu machen. Bei den sinkenden Zinssätzen in den übrigen Teilen der Welt wird das auch im Interesse der jüdischen Sparer sein. Besonders rühmend muß hervorgehoben werden, daß selbst während der Panikwochen der Abessinicn-Krise der Kurs des Papiers verhältnismäßig ausgezeichnet gehalten wurde. Die 6 »oigen Debentures des gleichen Instituts werden neuerdings nicht mehr ausgegeben. Sie stehen etwas über dem Nennwert und rentieren sich an und für sie h mit 5,SS '',->. Indessen ist hier zu berücksichtigen, daß sie jederzeit zu pari gekündigt werden können. Der Käufer riskiert also dadurch einen gewissen Kursverlust. (Schluß folgt) Die arabischen Morde In der Zeitschrift „( ireat Britaiii and the Last" wird auf den ungünstigen Eindruck hingewiesen, den die arabischen Mordtaten in Palästina auf die englische t Öffentlichkeit machen. Die zahlreichen Freunde der Araber außerhalb Palästinas lesen mit Bestürzung von den Morden, die im Heiligen Land vorkommen. Sogar wenn es erwiesen wäre, was möglicherweise richtig ist, daß diese (ieu-abtaten nicht das Werk einer po litis c heu Org a n i s a t i o n sind, die arabischen Führer haben öffentlich erklärt, daß sie Gewalttätigkeit verabscheuen — ist der geschaffene- Eindruck höchst unglücklich. Zweifellos gehen die Wogen der Leidenschaften noch hoch und ein Gefühl eie-r Unruhe winl bleiben, bis die Empfehlungen der Kgl. Kommission und die Entscheidungen der Mandatarmacht bekannt sind. Aber es gibt keine Entschuldigung für einen Morel wie eleu, der an dem vergangene Woche getöteten j u el i s c h e n Arzt i n B e i s a u verübt wurde. Er bringt nicht die Verzweiflung der Araber zum Ausdruck, darüber ist bereits genügend bekannt. Er fördert nicht die Sache der Araber, diese wurde bereits gehört und überdacht. Er kann unter denjenigen, die mit den Arabern sympathisieren, nichts als ein Gefühl eles Bedauerns hervorrufen. Die Araber mögen, wie man so sagt, für ihre künftige Existenz kämpfen; man kann nicht sagen, daß sie um ihr Leben kämpfen, wenn das Leben eines einsamen jüdischen Arztes tückisch vernichtet wird. Eltern im Kibbuz Eier »Haar e z" widmet diesem Thema längere Ausführungen, die besonders die r e I i g i ei s e Seife «ler Frage behandeln: Die Eltern können leicht den Eindruck gewinnen, daß sie Gnadenbrot essen, wenn sie für jede Kleinigkeit die Zustimmung der Kassenverwaltung brauchen. Auch das gemeinsame Essen wird ihnen leicht zur Fast, denn jeder hat da seine langjährigen Gewohnheiten. Es bedrückt die religiösen unter den Eitern natürlich, daß sie überall Nichtachtung der gesetzlichen Vorschriften sehen. Das Rabbinat und (las Department für Sozialfürsorge sollten sieb bemühen, Einblick in die Lage der Eltern in den Kibbuzim zu bekommen. Sie sollten die Eltern an den verschiedenen Orten aufsuchen, sollten sie organisieren, damit ein Verband da ist, der ihre Interessen vertritt. Wichtig wäre es auch, daß man die Enkel dem religiösen Einfluß der Großeltern überließe, um die abgebrochene Verbindung unter den Generationen zu erneuern.

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