Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 19 (9.3.1937)
- Date
- 1937-03-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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_JODISCHE RUNDSCHAU_Nr. 19, 9. IB. 1937 Antwort an Oberst Koc Zionistische Landespolitik in Polen Von unserem Berichterstatter Seife 2 Pathos gefühlsmäßig erfaßbar ist, rückt den Chaluzgedanken aus der Sphäre des Kollektiven, in der wir das Bündische meist verstehen, in den Bereich des Individuellen, dort wo im Herzen (im „Gewissen") des Einzelnen sich die unausweichbarcn Entscheidungen im Angesicht des rigorosen sittlichen Pflichtbegriffs vollziehen. Der Satz, der hier von dem einzelnen Mitglied des Jtigendbundcs gesagt wird: „Früher oder später steht doch ein jeder am Scheidewege", gilt gewiß in allgemeinerem Sinne für jeden Menschen, und in jüdischer Beziehung für jeden Juden in Deutschland. Der Weg dieser Jugend ist von einer fast unheimlichen Entscheidungssicherheit, hart und klar. Sie bauen sich ihre neue Welt. Es ist da, vom Standpunkt der älteren Generation, auch wenn sie selbst im ganzen oder im einzelnen etwas skeptischer ist, nicht viel zu nörgeln, sondern hinzunehmen und zu bejahen; und zu versuchen, daß das, was ihr von ihrem eigenem seelischen und geistigen Gut wertvoll und erhaltenswert scheint, in einen Strom der Tradition mündet, der trotz allem seinen Weg auch in die neue Welt der Jungen finden mag. Die jungen Menschen hr.ben es schw er. Sie sind noch nicht am Ziel. Trotz manchem, was dem Außenstehenden in der Ausdruckssveise dieser Jugend manchmal etwas vernebelt erscheinen mag, haben sie doch einen großen Mut zur Wahrheit. Sie wissen, daß sie noch entfernt sind von dem — wie es an einer Stelle des Büchleins heißt — „Typus, der den Anspruch auf Bodenständigkeit erheben kann". Es ist ein Weiden und ein Hingen. Jeder muß Respekt haben vor dein, was diese Menschen bereits geschaffen haben, und die in Giwath Brenner und ainiercn Punkten lebende Jugend soll wissen, daß die Juden in Deutschland sich mit ihr solidarisch fühlen, weit stärker als vor zehn Jahren. In der Ausweglosigkeit der jüdischen Lage in Deutschland begreift man erst, daß hier neue kräftige Luft zum Atmen in ein morsches Gefüge gebracht wurde. Das Volk Israel lebt wieder, möge der Weg der Kinder zum Gelingen führen. Kein Jude in Deutschland wird den Bericht über diesen zehnjähi igen Weg ohne tiefe Anteilnahme lesen. Universitäts-Aktion in Oslo Von unserem Berichterstatter O s 1 o, im März Im Rahmen der Aktion, die in diesem Winter zugunsten der Hebräischen I, hin ersit.it Jerusalem unternommen wird, ist mit dem Sitze in Kopenhagen ein Nordeuropäis r Ii r s S e k r c t a r i a t d e r Hehr ä i s e Ii e n Universität errichtet winden, mit dessen Leitung Dr. W 1 a d. W. K a p 1 u n - K o g a n betraut wurde. Linie Januar besuchte Dr. Kaplun-Kogän Oslo, wo er mit einer Reihe von jüdischen und nicht jüdischen Persönlichkeiten und Institutionen Fühlung nahm und die Plane besprach, einen engeren Kontakt zwischen der Universität und der wissenschaftlichen und geistigen Welt in Oslo herzustellen. Als Resultat dieser Arbeit darf verzeichnet werden, daß es gelungen ist, in Oslo eine (i e s c 1 I s c h a f t der Preun d e der H e b r ä i s c Ii e n Universität zu begründen, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits eine betrachtliche Anzahl von Mitgliedern gewonnen hat. Die Hebräische Universität hat nicht nur bei den Juden, sondern auch bei den Niehtjuden das größte Interesse gefunden. So wurde als Spitze der Gesellschaft ein Kollegium gebildet, dessen Leitung der weltberühmte Geologe, Professor an der Osloer Universität und Direktor des Mineralogisch-Oeologischcn Museunis V. M. O n 11! s •: h in i d t übernommen hat. Von Niehtjuden sind dem Kollegium beigetreten: Professor Paul Hcegaard, der berühmte Mathematiker der Osloer Universität, Dr. phil. ("ainstian L. Lang e, der langjährige Vertreter Norwegens beim Völkerbund und Mitglied der Mandatskommission, Prof. I reihik P a a s c Ii e, Inhaber des Lehrstuhls fiir Literaturgeschichte an der Uiiivcisi'at, und der berühmte Psychiater Oberar/t Dr. Julian Schärfte n b e r g. J. S. Rasse und Hecht in der „Juristischen Wochenschrift" wird der Inhalt einer Rundfunkrede wiedergegeb -ti, die Reiv.isminb.ter Dr. Frank zum Thema „Rasse und Recht" am 16. Februar ober den Dcutsehlandv.-nder gehalten hat. Nach dem Bericht bat er u. a. erklärt, ..daß der Jude als Angehöriger eines von der deutschen ras-osViun Substanz völlig fremden Volkes wohl Trager oder Mi'g< Malter eine-» jüdischen, niemals aber des di u'schen Schicksals sein könne. Die Finan/ipaüon des Judentums habe nicht da/u geführt, daß die Juden oder deren Abkömmlinge allmihleh m o* in deutsche Volk lünuhergeglitten waren; die Möglichkeit da/u müsse gf-leiignet werden. Die schrecklichen Erfahrung" n dieser Vermischung seien uns eine furchtbare Warnung.., ." In Ergänzung seiner mündlichen Darlegungen vor der Kgl. Kommission hat, wie J TA, mitteilt, der Präsident der Neuzionistischen (Revisionistischen) Organisation, Jabotin s k y, der Kommission eine Denkschrift überreicht, in der die Durchführung einer gerichtlichen Untersuchung zwecks Einleitung eines Strafverfahrens gegen de n M u f t i von Jerusalem, die Mitglieder des Obersten Arabischen Komitees und die Mitglieder des arabischen Boykott-Komitees auf Grund des palästinensischen Aufruhrgeset/.es gefordert wird. In der Denkschrift heißt es dann weiter: „Die Aufmerksamkeit der Kgl. Kommission wird ferner respektvoll auf Abschnitt 13 der Criminal Law Amendment Ordinance (Nr. 2) Nr. 50 vom Jahre 1Q27 gelenkt, der folg -ndermalten lautet: .Jedermann, d-*r in Kenntnis dessen, daß eine Petson ein Verbrechen zu begehen beabsichtigt, auf «las eine niin<tr<tfti< dreijahrige Zuchlhau-'iStr.i!i: gpM-tw ist, nicht alle g' ( igne'en Mittel tonnt**, tun clif Begehung e,.lei VoUbriiigun^ <!■ < 'Fat i'. vethindern, macht sieh «•inr-, Verbrechern .* huldig tnt'i wird mit zwei Jahren Ciefanenb bestraft."' Die Ncuzionistisehe Organisafion beehrt sich der Kgl. Kommission mitzuteilen, daß Seine Exzellenz der High Comiuissioner für Palästina, der Chefsekretär der Warschau, 5. März Vor dem XX. Zionistenkongrreß Die Landeskonferenz der Allgemeinen Zionisten Kongreß polcns (Gruppe A), die vor einigen Tagen in Warschau tagte, war sehr zahlreich beschickt. Aus 310 Ortschaften kamen über -100 Delegierte. Ji/ehak G r ü n b a ti in, enthusiastisch begrüßt, schilderte die gegenwartige Lage in Palästina und im Zionismus und wies auf die Schwierigkeiten und Probleme hin, an deren Lesung die polnische Judenheit das größte Interesse habe. Oriitibaum appellierte deshalb an die gewohnte Treue und Opferbereitschaft der polnischen Zionisten, die insbesondere im Hinblick auf den bevoistehenden XX. Kongreß das Maximum an Kräften mobilisieren müssen, um entscheidenden Einfluß aut die Beschlüsse ausüben zu können. Die Konferenz hat in den Beratungen mehrerer Kommissionen und in der Paiästinadeklaration zur politischen Situation des Zionismus im Linklang mit den Anschauungen der Exekutive Stellung genommen, hat mit Nachdruck das Recht auf freie Alijah gefordert und die Bereitschaft zu großen Anstrengungen und zum Zusammenschluß sämtlicher Kräfte erklärt. Die Konferenz hat ferner den Eintritt der Zionistischen Organisation Kongreßpolens in die „Wc 11 verein i g ung der Allgemeinen Zionisten" bestätigt. Damit ist wiederum die in Polen existierende Spaltung innerhalb des Allgemeinen Zionismus aufrechterhalten worden. Die Spaltung ist nicht nur auf ideologischem Gebiete vorhanden, sie hält auch die ehemaligen territorialen Grenzen aufrecht (Ost- und Westgali/ien. Kongreßpolen). Während in Galizien der „Weltverband" (Gruppe B) vorherrschend ist (obwohl auf der letzten Tagung in Krakau die Anhänger der „Weltvereinigung" sehr zahlreich vertreten waren), ist in Kongreßpolen die Gruppe A dominierend. Sollte es unmöglich sein, in der nächsten Zeit — was leider vorauszusehen ist — eine Fusion beider Gruppen in der polnischen Republik und die Schaffung einer einheitlichen allgemein/ionistischen Organisation herbeizuführen, dann wäre es logisch und zweckmäßig, die territorial abgegrenzten Verbände abzuschaffen und für ganz Polen je eine Organisation der Gruppe A und B bestehen zu lassen. Zum Präsidenten der Organisation wurde der frühere Abgeordnete Adv. Hartglass gewählt. Richtlinien zur Landespoiitik Sehr eingehend beschäftigte sich die Konferenz in Warschau mit der innenpolitischen Lage, wie sie sich nach der Erklärung des Obersten Koc gestaltet hat. Das ausführliche Referat von Dr. K I c i n b a u m gab eine tiefschürfende Analyse der in der Welt und in Polen herrschenden politischen Strömungen, erinnerte an die Grundsätze des Herzischen Zionismus und an die Beschlüsse von Heisingfors, wo vor 30 Jahren zum erstenmal das Programm der zionistischen Landespolitik formuliert worden ist, zog eine Deutsche Rassengesetze und internationales Privatrecht Das „Mitteilungsblatt des Nationalsozialistischen Rcchtswahrerbundes" vom 15. Februar 1U37 kommt auf das in der „Jüdischen Rundschau" vom 2. Februar 1937 mitgeteilte Urteil des Wiener Z i v i 11 a n d e s g e r i c h t s zurück, durch welches ein Ehepaar reichsdeutscher Staatsangehörigkeit — der Mann Deutscher, die Frau Jüdin — aus Gründen der Rasseverschiedenheit geschieden wurde. Das Blatt hebt hervor, daß es sich nicht um die Anwendung innerÖsterreich i s c Ii c n Rechts handelte und führt als bemerkenswert hierzu folgendes an: „1. Die Anwendung .iiiSer-tnatlu her Rcrhtsfrrundsätzr auf Ansl.'inilcr hat, auch wenn sie nach innerstaatlichem Reiht zu1ii.«sig und gubulen ist, nach einem Grundsatz des inteniatkuialen Privativ i.u ihre igcnztn am inncr-ia.iiiichen .sogenannten ordre public. An der F.nt ,< hei.lung darüber, w.is al, mit dem ordre puhür vereinbar ange-rhen wird. Ja 6t «ieh das Maß gemeinsamer Hechtsejun<J-a:ze zwischen zwei Staaten eniu-sien. Die Frage ist nach dem Frl.iß der Nürnberger. (Je»elas in mehreren Staaten akut geworden. Das Wiener Gericht hat durch seine laUselieuIunp. kundgegeben, daß e-s die Anwendung der auf die Rasse bezüglichen deutschen Keila :Tuia!-atzc mir dem iWtern ichi-ehen ordre public für vereinbar h.i!t und damit in ille-iin Punkte ein Muü von Gemciii->-i'iikeii der Auflassungen in beiden Ländern totgestellt, das ei 1!eui:i il Ist. 2. Ferner ist die liegriiralnng des Urteils interessant, die nieht iedijdi h am die deutschen Reeiitsgrundsitzc verweist, sondern di<- bei uns gehenden Aufi'ussuiigen amauhriieh als die eigenen des 1 i e i i c h! s entwickelt, wie ea ein reiehsdeulscbc.. Gericht nicht be.-ser hatte Inn können." Palästina-Regierung, der Distriktskommissar von Jaffa und einige andere für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung verantwortliche Beamte der Palastinaregierung die Identität der Personen gekannt haben, die Verbrechen, auf die Zuchthaus fiir drei oder mehr Jahre gesetzt ist, begangen haben und zu begehen planten, und daß sie trotzdem nicht alle geeigneten Mittel benutzt haben, um die Begebung oder Vollbriiigung zu verhindern, daß sie es insbesondere verabsäumt haben, die Bestimmungen der Criminal law (Seditious Offences) Ordinance Nr. 41 vom Jahre 102') anzuwenden. Die N. Z. O. bittet daher die Kgl. Kommission, im Rahmen ihres Berichtes vorzuschlagen, daß gegen alle, deren Verhalten unter die Bestimmungen des Abschnitts 13 der genannten Verordnung oder irgendwelcher anderer geltender Gesetze oder Verordnungen fällt, eine Untersuchung mit dem Ziel d er F: r ö f f n u n g e i ti e s angemessenen gerichtlichen Verfahrens eingeleitet werde." Jabotinsky hält es anscheinend für sehr gute Politik, in einem Por/eilantaden um sich zu schlagen — besonders wenn man den Schaden nicht selbst zu bezahlen hat, sondern den Vorteil hat, jene, die dann bezahlen müssen, noch zusätzlich verhöhnen zu dürfen. Bilanz der zionistischen Gegenwartsarbeit seit Polens Aufer« stehung und kam dann auf die neueste Entwicklung der Verhältnisse in Polen zu sprechen. In diesen Ausführungen, sowie in den Reden der Delegierten kam eine einmütige Stellung der Konferenz zur politischen Lage zum Ausdruck, die am Schluß der Konferenz in einer einstimmig beschlossenen Resolution formuliert wurde. Die Konferenz betonte die tiefe Anhänglichkeit der Juden an den polnischen Staat und die Bereitschaft, auch weiterhin am Aufbau und der Verteidigung eines starken, auf Volksherrschaft, sozialer Gerechtigkeit und Gleichberechtigung aller Bürger basierenden Staatswesens teilzunehmen. Die dramatischen Symptome der gegenwärtigen Judenfrage in Polen seien kein Beweis eines vorhandenen Konflikts mit dem polnischen Staate oder mit dem polnischen Volke, sondern nur mit manchen polnischen Parteien. Nach dieser Feststellung folgt die Erklärung, daß die letzte Kundgebung des Obersten Koc in sich Elemente eines politischen, 'wirtschaftlichen und kulturellen Antisemitismus enthalte. Was den politischen Status der Juden anbelangt, so wiederholte die Konferenz die alte zionistische Forderung auf Anerkennung der Juden in Polen als einer nationalen Minderheit, wobei verstanden wird, daß das polnische Volk den ersten Platz in der Republik einnimmt, aber „als erstes zwischen gleichen Völkergruppen". Zum Programm des wirtschaftlichen Antisemitismus wurde insbesondere hervorgehoben, daß die Juden dem polnischen Volke keineswegs das Recht absprechen, sein städtisches Bürgertum zu entwickeln und zu stärken. Die polnischen Juden fordern nur, daß der Staat als solcher Objektivität in diesem Konkurrenzkämpfe bewahren und beachten soll, daß dieser Kampf nicht die Formen eines politischen Nationalitätenkampfes annehme. Auch der Kulturantisemitisuius, der in der Formulierung einer „Selbstverteidigung der Kultur" Ausdruck findet, muß von den Juden bekämpft werden. Die Zionisten waren und sind Gegner einer nationalen und kulturellen Assimilation. Die Lösung des jüdisch-polnischen Kuliiirpioblems sehen die Zionisten in der n a t i o n a 1 - k u 11 u r e 11 e n Autonomie, die aber nicht gleichbedeutend sei mit der neuen Ghettolosung. Kulturelle Autonomie bedeute gleichberechtigte Eigenart, Ghetto dagegen bedeute verachtete Absonderung. Die Zionisten werden die Erneuerung eines Ghettos in Polen bekämpfen. Die Konferenz, forderte von den jüdischen Abgeordneten, daß sie ihre Mandate niederlegen und damit kundtun sollen, daß sie mit dem gegenwärtigen Regime nichts gemeinsam haben. Diese Forderung wird aber gegenwärtig nicht nur von den Abgeordneten der Agtidah, sondern auch von sämtlichen zionistischen Deputierten abgewiesen mit der Begründung, daß trotz, aller Hoffnungslosigkeit es falsch wäre, die einzige Tribüne zu verlassen, von welcher die Judenheit Polens ihren Protest gegen die antijüdische Politik erheben kann. Rektor Bergmann bei Präsident Benesch Von unserem Prager Korrespondenten h. I. P r a g, 7. März Anhäßlich der Kampagne zur Verstärkung der Tätigkeit der „Gesellschaft der Freunde der hebräischen Universität" hielt sich in der vergangenen Woche Rektor Dr. Hugo B e r gm a n n in Prag auf. Am 4. März wurde er gemeinsam mit dem Abgeordneten der Jüdischen Partei im Prager Parlament Dr. Angclo Ooldstein vom Präsidenten der Tschechoslowakei Dr. Eduard B e n e s c h in einer einstündigen Audienz empfangen. Dr. Bergmann informierte Dr. Benesch über die Entwicklung der Jerusalemer Universität und beantwortete eine Reihe von Anfragen über die Lage in Palästina. Abg. Dr. Goldstein überbrachte dem Präsidenten der Republik die Forderungen der jüdischen Minorität, die zur Zeit, da die Regierung Flodza den Ausgleich mit den nationalen Minderheiten in den Vordergrund ihres Aktionsprogramms gerückt hat, von besonderer Bedeutung sind. Dr. Benesch zeigte für diese Forderungen, die sich vor allem auf die Verstaatlichung des hebräischen Sc h ti I w er k es in Karpathor ii Bland bezichen, ein großes Verständnis, erkannte ihre Berechtigung an und versprach, ihre Verwirklichung zu unterstützen. Dr. Bergmann wurde auch vom Schulminister De. Franke in einer längeren Audienz empfangen. Am 3. März fand zu Ehren der Delegation der Hebräischen Universität, der außer Rektor Bergmann noch Dozent Dr. Grau und Alfred Berger angehören, ein Empfang statt, an dem auch der Rektor der Prager tschechischen Universität, Dr. Weigner, ferner Graf Schönborn und viele andere prominente Gäste teilnahmen. Rektor Dr. Bergmann fährt von hier noch nach Polen und tritt dann seine Reise nach A m c r i k a an. Um di« Sonntagsruhe Im Prager Parlament gelangt in Kürze ein Gesetz zur Behandlung, das für das gesamte Gebiet der Tschechoslowakei die obligatorische Sonntagsruhe einführen soll. Durch ein solches Gesetz würden in der Ostslowakei und in Karpathorußland tausende jüdische Kaufleute einen erheblichen Schaden erfahren, die auf diese Weise zu einer zweitägigen Ladensperre (Sonnabend durch religiöse und Sonntag durch staatsgesetzliche Vorschriften) gezwungen würden. In Angelegenheit dieses Gesetzentwurfes intervenierten die beiden Abgeordneten der Jüdischen Partei, Dr. Angelo Goldstein und Dr. Chajim K u g e 1, beim Fürsorgeminister und wiesen darauf hin, daß in der englischen, holländischen und skandinavischen Gesetzgebung für jüdische Kaufleute, die aus religiösen Gründen die Schabbat-Rnhe halten, Ausnahmen bestimmt werden. Der Fürsorgeminister big. Necas nahm diese Vorschläge mit Interesse und Verständnis entgegen und erklärte, daß auch in der Tschechoslowakei auf die Bedürfnisse der strenggläubigen Juden Rücksicht genommen werde und daß die Regierung diese Argumente in Betracht ziehen und die Angelegenheit für alle Seiten befriedigend regeln werde. ITauptsehrittlciter: Dr. Robert W c 111 c h. Berlin - Charlottenburg 0 (auch verantwortlich fiir die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewonslein, Berlin VV 15. Anzeigcnleiter und verantwortlieh fiir den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 13. Gültig Anzeigen - Preisliste B vom 1. April 1938. Verlag und Anicigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin VV 15, Meinckcstr. 10. P.A. Februar 34 012. — Druck: Siegfried Scholen», BliL-Schöneberg. Was Jabotinsky fordert Strafverfahren gegen den Mufti, gegen Wauchope und alle hohen Beamten