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Jüdische Rundschau · 1937-03-02 · Heft 17 (2.3.1937) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 17 (2.3.1937)
Date
1937-03-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 17, 2. Hl. 1937 sender Empfindungen, den Hörer in schlagenden Bann; eine Meislerlcistung an intuitiver Auffassung. Castelnuovo-Tedesco dankt diesem Cellisten den außerordentlichen Eindruck seines Werks, das bei aller sich ins Süßliche schraubenden Themenfassung mit seinem musikprojiziertcm Kaleidoskop an Gesichten verblüfft, eine Komposition, die an der Grenze liegt zwischen Musik und fiebrigen Sensibilitäten. Herzliche Beifallskundgebungen beschlossen das Konzert, auch Karl Wiener, von dem zwei Lieder, im Ausdruck versponnen, aufgeführt wurden, mußte sich dem Publikum zeigen. Dr. j. Schönberg Ankündigungen f \ Gemälde und Pastelle von Richard Colin Der Maler Richard Colin stellt sich im Foyer des Kulturbund-Theaters als außerordentlich begabter Kolorist vor. Seine Gemälde sind sehr leicht gemalte, mit eleganter Linie umrissenc Bilder, mit viel Luft und Licht und hellen, festlichen Farben. Sein helles Blau in der Zusammenstellung mit hellem Braun erinnert an Degners Pracht und Schwelgerei der Farbe und seine Blumenstillcben verraten ein großes zeichnerisches Können. Wieder ist es ein Blumenstilleben, ein Aquarell-Pastell „Blumen in einer Vase'', das seine Kunst der Komposition, der Leichtigkeit der Linie zum Ausdruck bringt. Zur Meisterschaft , gesteigert ist dieser SchönheitsrauscTi in den prächtigen hellen Farben der Chrysanthemen und gleich daneben in seinem schönen großen Gemälde der Buchten des l.ago Maggiore. Die Schönheiten des Tessins sind selten so charakteristisch und mit allem Duft und aller zarten Schönheit der Mimosen •und der I arbenschönheit prächtiger Sommerblumen eingefangen wie hier. Line Gartenmauer und ein weißgelbes Haus, die niedrige Mauer des Gartens, die „Ba- - , nanenpalmc" in intensiv Grün und Dunkelgrün, weil! und rosa Wolken mit einem sparsamen Graublau des Himmels, all das farbig und gedampft in köstlicher Farbenmischung, u>t die Freude auch dieser anderen Pastelle aus dem Tessin. Wunderschön ist ein Weg mit sehleierzartcn, hellroten 1 ilien auf hohen Stengeln oder das Pastell mit dem schmalen, hohen Haus mit der rosa getönten Wand und dem Berg daneben, ein fernes, kleines Dorf, ein Turm auf dem Berg, Herbstfarben der Landschaft und im Abeuul cht. Auch eine karge Landschaft wie das Gemälde vom „Oderhafen bei Breslau" bekommt durch die farbig gesehene Häuserreihe des einen Ufers und die gelbe, schmale Sandinsel im Fluß sehr viel von der Farbenfreudigkeit ihres Malers. Man spurt es, daß Richard Colin gerade durch diese Landschaft (seine erste Schulung war die Breslauer Akademie) zu dieser jubelnden Begeisterung der südlichen Landschaft kommen mußte. Die ernste Fundierung seines Temperaments zeigt sich in seinen Porträts. Ein Gemälde „Das Herrenporträt", eines vorgebeugt sitzenden ernst prüfenden jungen Mannes, erinnert in der Auffassung an ein Herrenporträt von Münch. Auch dem „Geiger Enseler", bequem sitzend, doch aufrecht mit schmalem, geistigem, ovalem Gesieht, widmet er ein fast analytisch genaues Porträt. Es ist zeichnerisch ebenso wie in der Malerei gleich gut durchgearbeitet. Entzückend ist das Pastell eines ganz jungen Mädchens. Mit Puffärmeln vor blaugrünem Hintergrund, im hellblauen Kleid mit rosa Blumen erinnert es in der zurückhaltenden Art an Biedermeier-Portrats. Fs ist eine Art Gegenstück zu der Komposition der so locker und schön angeordneten Blumen in der Vase. Diese Ausstellung zeigt — man darf hier großzügig loben — eine überaus erfreuliche Fülle schöner Bilder und die Begegnung mit einem sehr begabten Maler und vielseitigen Kunstler. H anna Schlesinger (Ruth Morold) Porträt in ruter Bluse Foto; J. Abi Zionistische Veranstaltungen LehrstäMe Ch. N. Blallk „Zionistische K8pfe". 2. Abend: Am 2. März, 20.30 Uhr, Landsberger Str. 87, Kurt Loeweii.-tcin: „Chaim Arlosoroff". — „Die Grundlagen der englischen Weltmacht". 3. Abend: Am 4. März, 20.30 Uhr, Kosendialcr Sir. 44, Dr. David Schloßberg, „Der Aufbau des British Empire". — Terminverlegungen! Der 2. Abend des Kursus „ivoloiiisalionskutKle T'ahistinas", Dr. Hans Friedcnthal, „Tcl-Awiw — Planung einer jüdischen Stadt" findet nicht am 2. Mär?, sondern am 9. März, Meinckeslr. 10, statt. — „Die Araber in Palästina". 4. Abend: L. Leibnian: „Die politischen Bestrebungen" nicht am 1. Marz, sondern am 8. Marz, Kanutr. 54. — „Grundtragen zur jüdischen Wirtschaftsgeschichte". 1. Abend: Am 9. März, 20.30 Uhr, Kanutr. 54, Dr. Faul Eppstein: „Die wirtschafUgcschichtliche Bedeutung der biblischen Quellen'. — „Jüdische Emigration als Weltproblem". 2. Abend: Am HATIKWAH DOWMiNTE CINER HOfFNUNS ääxä tZzx&X^ URAUFFÜHRUNG zu Qunst.n dtr o™£T™'n,erl<>"'> •■'•'X.'iXn.'X-.Xiixi irrr, A«.|8,n.Ann(lhffl ja», 2.- im Vorv.ek.uf.- •"">■«, M«ln.(,,,tr *o .a. f' ■ * " Rund- E«pre«., Fpi.dril,,:, . (J! 903 < i Atlantic- J.ruV,".^"!' ' o°1 »■"•■•"•'■»• ,m Ca« L.on, KurfUPs.«rf *' Zei,l»«J«»t»n<ä DrogarM, Tr.Z 'SS! F°^"na. * ,r*u'anauitr, 9 PALASTINA-FILMSTELLE der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 10. März, 20.30 Uhr, Loge, KlcisUtiaße, Dr. Michael Traub: „Die jüdische Auswanderung aus Deutsehland'-. — Auskunft Sekretariat, Meinckestr. 10 (J 1 9031, Apparat 79). Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. 2. März, 16.30 Uhr. Wizo- Nachniittag, ileim W'ittenbcrgp'.Kz 3a : S. Jo,cphtha!: „Der Jugendhund als Krziehungdaktm". — f,nippe Nordwest: 3. März, 16.30 Uhr, hei Frau Singer, Lessingstr. 50. Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Frau Schmierer: „Spanien, Polen, Deutschland (3 Perioden jüdischen Gaiuthschicksals)". -- Gruppe Nord und Ost: Am 3. Marz. 20.30Uhr, Kosenihaler Str. 44: Dr. Wera Mahler: „Ernstes und Heiteres aus Palästina". — Gruppe Tempelhof: Am 4. März, 20.30 Uhr, bei Eppciulein, Schulcnburgriiig 2: Dr. Wera Maliter: „Ernste., und Heileres aus Palästina". ....... Abendgnippe: Am 4. März, 20.30 Uhr, Witienbeigplatz 3a: Betty Rothschild: „Zur Situation des .schelentla-^enen jüdischen Mädchens". Leitung des Abends: Lueie Lcvy-Zobel. Zu allen Veranstaltungen Gäste willkommen. Neue hebräische Anfängerkurse. In der nächsten Zeit, beginnt im Ileim, Kani-tr. 54 unter Leitung von Dr. S. Kaleko ein hebräischer Kurs für Anlänger ohne Vorkermlnis.se, sowie ebenfalls in den nächsten Tagen im Heim Goltzstr. 21 unter Leitung von Herrn Leinas. Teilnehmer können noch aufgenommen werden. In nächster Zeit beginnt ein dreimal wöchentlich statt findender Intennivkursus, K.mUtr, 54, Unter Berücksichtigung der Korn-cr-a:i>.u unter Leitung von Dr. Ilm. wiez. Anmeldung: Kultu.abteilung der ItZV., Meinckcstr. 10 (J 1 9C31, App. 79). Voranzeigen Jüdisches Lehrhaus. Donnerstag-Reihe: „Autoi ität". Die offene Arbeit.sgemeinschaft wird vom 4. März auf den 13. Marz zum Abschlm.; der Reihe verlegt. Am 11. März, 20.30 Uhr, Loge, KleisUtrabc, Sehlullvortrag, Max Giuuewald (Mannheim): „Autorität und Gemeinschaft". -- Montag-Reihe: „Jüdische Kulturge.schi.-hte 1". Am 8. März, 20.30 Uhr, Joachimslhaler Str.13, Fritz l'.aniberger: „Kultuikreis der Renaissance". — Sonderveran Stallungen: „Lücken unser«., Wissens": Am 2. und 9. März, 20.30 Uhr, Maibtngtr Straße 5,111, Raoul Liebenlhal: „Ueber die Technik". Rambam-Lehrhaus. Vortiäge: Dr. Jakob Horovitz. Frankfurt a. M.; „Vom Wesen der jüdischen Frömmigkeit" am 2. Mihi, 20.30 Uli!, Loge, KleistKtraßc: Rabbiner J. Nobel: „Das jüdische Erziehung,, wesen" am 6. März, 20.30 Uhr, Syn. lV.-4ut.-r Sir. 2; Dr. K. Löwen, thal: „Frans Rosenzweigs Stellung zur Tradition" am 9. März, 20.3 i Uhr, Svn. Mimchener Str. 37. Der für den 8. März in der Synagog.; Pesialozzistraik' angekündigte Vortrag von Kabb. Broch findet nicht statt. — Arbeitsgemeinschaften: Jakobovif s: „Jüdische Ethik*- an, 4. März. 20.30 Uhr, Svn. Koitbiis,er Ufer; llerkovits: „Die mc*«ianischen Kapitel" am 4. Marz, 20.30 Uhr, Syn. Pesta lojzi-traße. — Alt - mann, Beginn: Am 10. Marz, 20.30 Uhr, Syn. Münchcuer Str. 37; „Einlührung in das Pellec bicst": Harry I.evy: Am 10. März, 20.30 Uhr, Syn. kyke.stral,'.e: „Vorschriften und Iträuche de, Pcbachfesles". Hebräische Lehranstalt der Jüd. Gemeinde, Kdopstockst r. 58 und Große Hamburger Sir. 27. Neue Aniäiig;crklas,en werden zu Beginn des Semesters, eniffuet. Für die bestehenden Klassen werden Ncuannieldungen entgegengenommen. Aufführung des „Elias". Die Kiinstlerliilfe veranstailet gemeinsam mit der Jüdischen Chor- und (trehestervereinigung am 9. Marz in der Synagoge t)ianienbuiger Straße, 20 Uhr, eine einmalige Aufführung des „Elias". Es w irken mit: Julius i'euiachowitsch, Susanne Loewenstein, Kinmi Ltißheimer, Alice Hannes, Max Maiisfcld. Werner liaer (Orgel). Musikalische Leitung: Dirigent Leo Kopf. Näheres durch die Kiinstlerliilfe, CL.nl. 2, Kant.tr. 159 (J 1 6023). Die Kleinkunstbühne des Jüdischen Kulturbundes bezieht am 6. März ihr neues Heim im Logenhaiis, Klchlsi raiie. Dort werden jeden Sonnabend und Sonntag um 20.30 Uhr auf der neu erbauten Bühne die Aufführungen des musikalischen Lustspiels „Es.ig und Üel" fortgesetzt. Vorvcrkaufsstclien: Philo-Verlag, Pariser Sir. 44; Cafe Leon (J 7 4229); Kulturbund-'!dieater, Komiuaiidantemslr. 57 (A 7 7735). Seelische Winterhilfe. Am 0. März, 20 Uhr, Sehlußkoirzcrt in der Neuen Synagoge. Kaden im Winteihilfsbcnrk Mitte, Krippenplatz 6, Winleihilfsbezirk Norden. Pappel-Allee 3-4. Wiiiterhilfsbezlrk Osten, Alexanderstr. 53. Veranstaltungen am 10. Marz, 15.30 Uhr und um 20 Uhr; am 17. März, 15.30 Uhr. Bmiler Abend um 20 Uhr, Cafe Leon, Km fürstendamm 155-156. Kalten im Winterhilfsbezirk Charlottenbuig, Bleibireustr. 3, Ku.triuct Str. 7, Tile-Waidenberg-Str. 26a (Laden). Musikalischer Nachmittagsice am 14. März, 16.30 Uhr, im Hause von Frau Alice Simon, Wamisce, Bismarcks.tr. 3. Schriftliche Anmeldungen rechtzeitig erbeten. Leo Collanin singt um 7. März, 20.15 Uhr, im Btüdervercmshaus jüdisrhe \ bands-Ausweiskarte. ksiieder. Einlab nur gegen Kulturbund- oder Reichsver- Vereine Verband Polnischer Juden. Am 10. März, 20.30 Uhr, Schule Kaiserstrahe, Vötting (mit Beantwortung schrill Iii her Fragen). Syndikus Dr. Sulinger über „Die Rechtsstellung des Ausländers, im deutschen Recht". — Israel. Vereinigung Lichtenberg. Am 11. März, Frankfurter Allee 56, Gemeindeabend. Beginn: 20.30 Uhr. Familien - Nachrichten Frau Jeanette Uolzmann, geb. Uerzag. Berlin, Dortmunder Straße 11, begeht am 6. März den 86, Geburtstag. Bar Mizwah-Termine Am 6. März (23. Adar): Hans Blau, Sühn von Fiiela Blau, DUssel. dorfer Su. 24. — Peter Kariel, Solm von Hugo Karitl. Agricolabtralie 6. — Am 13. Marz (1. .\i,-an); Rudolf Emanuel Schmie, r e r, Sohn von Johannes Michael Schmierer, Kü-striner Str. 23. Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 2. Marz: ka Mittwoch, 3. Marz: ]'• DonntrMag, t Mi Freitag, s Mir/ i cl i \ ' r K I' « ' \ Sonnabend, 6. Marz: P < b l \ X Montag, 8 Mar.' II , K - \ \ * i ' I \ i i' spricht. , e Sen. M in Elmau '!), IS tu o Dt Ii i i Vi , i ii i! :<<>: h.ccü.OIrn: Ki- 1 I 1 \i i Hörend l i 111 i t U , I 111 \r tg mg aus C' StuC'. ' I i.ihi't an \ ( i I län- 1 III (■* Ii 14 5( Lieder I - 4 i 2 ' ' , (i i he heil atet t Ii. 1 II U' i „1 jO ",, Nor kstern", ■s M ik \ n Mno'i er. n 1 (t i7 0 \\ i't r (>!?i i \j t in einer M t i iui: \uu Nntnb ig' tinor Leit r'gi Imtiv \m -erdarn. Die Leitung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine in Deutschland hat einen Arbeitsplan aufgestellt, der die Besonderheiten des Jugendverbandes .gegenüber den anderen zionistischen Bunden /tun Ausdruck bringt. Seiner Struktur und Tradition nach umfallt der Verband Jüngere und Aeltere. Die Jüngeren sind innerhalb des Verbandes in dem Brith J e h u d i in Z e i r i in zusammengeschlossen. Das Erziehungsziel des Brith jehudim Zeirim ist C h a! u i i u t h. Der Verband selbst umfaßt vorwiegend Aelterengruppen, in denen er zionistische Erziehungsarbeit leistet, wobei Chaluziuth maximales Erziehungsziel bleibt, aber nicht die Voraussetzung für die Bundesmitgliedsehaft bildet. Der Verbandstradition entsprechend und in Anbetracht der realen Wandertings/iele hat seine zionistische Er/iehungs- und Bildungsarbeit auch für diejenigen ihre jüdische Aufgabe zu bestimmen, die aus zwingenden Gründen den Weg ihrer zionistischen Entscheidung nicht in Palästina zur Erfüllung bringen können. Für die Wirksamkeit der Verbandsarbeit ist es entscheidend, daß trotz eines einheitlichen maximalen Erziehungszieles der Jugendverband auch für solche Menschen Raum hat, die die Chaluziuth nicht verwirklichen können. In Anbetracht der Dringlichkeit der Auswanderungsfrage will der Verband seine Menschen dazu verpflichten, sich überall ihrer zionistischen Verantwortung gegenüber Palästina bewußt zu sein und an dem Aufbau in Erez Israel aktiven Anteil zu nehmen. So hat der Jtigendverband nach seiner zionistischen Entscheidung praktische Aufgaben zu erfüllen, die von den anderen zionistischen Bünden nach deren Struktur und Erziehungsziel nicht geleistet werden können. Der Jugendverband wird die Elemente seiner Erziehungs- und Bildtingsarbeit, die schon bisher seiner Eigenart entsprochen haben, auch künftig in seinen Bünden zur Gestaltung bringen: Die individuelle Form der Erziehung, die positive Auseinandersetzung mit dem religiösen Problem und die soziale Verantwortung in der Gestaltung der Gesellschaft, orientiert an ihrer Verwirklichung in Palästina, aber auch in der Golah unter dauerndem Bezug auf die palästinensischen Lebensformen. Zum Tode von Rabbiner Dr. A. Tänzer. Die Zionistische Ortsgruppe in (iöttingen schreibt uns: Am 26. Februar verstarb Rabbiner Dr. A. Tänzer, Außer anderen vielen jüdischen Institutionen gehörte der Verstorbene auch der Zionistischen Organisation seit deren Gründung an. In unzähligen Predigten, Vorträgen und Heimabenden verfocht er die Sache des jüdischen Volkes und warb für den Aufbau Palästinas. Er war der erste in ganz Deutschland, welcher die Möglichkeit des Spendens für den KKL in Göppingen eröffnete. Sein Andenken wird der ZOG. Göppingen immer unvergessen bleiben. Jehudt Menuhin gab, wie die amerikanische Zeitung „New York Herold Tribüne" berichtet, mit seiner Schwester Chephzibah am 28. Februar ein Kadiokonzert im Rahmen der Ford-Funkstttude. Die Zeitung bemerkt, daß für dieses Konzert das höchste jemals für eine Radiodarbietung bezahlte Honorar vereinbart worden sei. Menuhin wird im nächsten Oktober eine neue Gastspielreise beginnen, die erste seit zwei Jahren. Diese Tournee wird ihn von der Westküste Amerikas zunächst nach New York bringen, von hier geht er nach London und dann nach großen Musikstädten des europäischen Kontinents, nach Holland, Wien, Budapest, Prag, Bukarest, Mailand, Florenz, Rom, Kinderheim „Ahawah" erhält Zertifikate. Das Kinderheim „Ahawah" ist soeben von der englischen Regierung als Ausbildungsinstitut anerkannt worden, das das Recht hat, eigene Zertifikate anzufordern. Fünfundzwanzig neue Zertifikate wurden bereits bewilligt; das Vorbereitungslager im Berliner Ahawah-Heim hat in diesen Tagen begonnen. Bei der Auswahl der Jugendlichen sollen — dem Geist dieses Heims entsprechend — besonders solche Kinder berücksichtigt werden, die auf traditionelle Lebensführung Wert legen, ohne ganz streng orthodox zu sein. Zionistisches Wochenende in Stettin. Aus den Kreisen der Jugend kamen die Anregungen zu einem zionistischen Jugend s e in i n a r, das zusammen mit einem Kreistag des Zionistischen Gruppenverbandes Pommern-Grenzmark vom IQ. bis 21. Februar durchgeführt werden konnte. Am Eröffnungsabend sprach im Rahmen eines Oneg Schabbat Rabbiner R i c h t e r (Stettin) über Cliaim Nachmann Bialik. In „Das öffentliche Leben des Jiselniw; seine Bewegungen und Institutionen" führte am folgenden Vormittag Dr. Rud. Abraham (Berlin) in einer Arbeitsgemeinschaft, ein. Dr. Hardi Swarscnsky (Berlin) leitete eine Arbeitsgemeinschaft über „Erziehungsfragen". Bei der großen Kundgebung nahmen drei Redner Stellung zu dem Fragenkomplex: „Das jüdische Volk vor der Königlichen Kommission; der Wille zum Aufbau!" Während Dr. Walter Groß (Berlin) einen Bericht über die politische Seite der zur Behandlung stehenden Frage gab, meldete Dr. Rud. Abraham (Berlin) unter dem Aspekt des nationalen Kapitals die Forderungen gegenüber der jüdischen Welt an. lieber die „Ehre des Volkes" und über die Verantwortung gegenüber der jüdischen Jugend sprach abschließend Dr. Hardi Swarsensky (Berlin). —• Am Sonntag fanden sich Mitglieder der ZOG. Stettin mit den auswärtigen Vertretern des Oruppenverbandcs zu der Kreistagung zusammen. Dr. Walter Groß referierte über „Die Situation der zionistischen Bewegung in der Welt"; am Nachmittag nahmen die Teilnehmer einen fundierten Bericht von Dr. Rud. A b r a h a m über „Aktuelle Fragen der Palästina-Wirtschaft" entgegen. Im Anschluß hieran gelangte die neue Monatsschau des KKL zur Vorführung. Georg Kopydlowski konnte am Spätnachmittag die offizielle Kreistagung mit der Feststellung schließen, daß die gelungene Vcranstaltungs-Serie zu einer Aktivierung der zionistischen Arbeit innerhalb des Gruppetiverbandcs beigetragen habe. Der aus Breslau stammende Architekt Günter H i r s c h e I, der vor einigen Wochen mit einer Ausstellung eigener Entwürfe in Santiago de Chile großen Erfolg hatte, erhielt für ein auf einer weiteren Ausstellung ausgestelltes Bild den Großen Chilenischen Staatspreis, die höchste Auszeichnung, die Chile für künstlerische Leistungen vergibt, und die mit einer Geldprämie verbunden ist. Dr. Hans Nathan hielt kürzlich in Boston (USA.) einen Vortrag über den „Humor der deutschen Komponisten" in der Harvard-Universität im Rahmen des Musik- Departments und der deutschen Abteilung.

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