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Jüdische Rundschau · 1937-03-02 · Heft 17 (2.3.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 17 (2.3.1937)
Date
1937-03-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr, 17,2. III. 1937 JODISCHF RUNDSCHAU Seife 5 Das Jubiläum der „Hadassah" Zionisten und Nichtzionisten in USA Arabische Agitation Wir haben berei'.. über die 1' alüstina-Konferenz In Washington, zu der auch Präsident Rooscvelt eine Begrünungsbotschaft gesandt hat, berichtet. Hierzu erhalten wir durch verspätete Schiffspost eine Darstellung unseres New-Yorker Korrespondenten, dem wir noch nachstehende interessante Einzelheiten entnehmen: Die Konferenz war ausgezeichnet durch den Geist der Zusammenarbeit z w i s c h en Zionisten und Nichtzionisten. Zum eisten Male erschien als Redner Dr. Moritz Kar p f, das amerikanische nichtzionistische Mitglied der Jcwish Agcncy-Exckutive, und er brachte einen überaus warmen Brief von Felix Warburg. Diese Entwicklung kann auf die Bemühungen von Dr. Wise und Eliescr Kaplan zurückgeführt werden. Kurz vor der Konferenz, fand — zum ersten Male nach vielen jähren — eine persönliche Unterredung zwischen Wise und Felix Warhtirg (die in inncramerikanischen Dingen als scharfe Gegner gelten — A. d. R.) statt, in der alle Seiten lies Palästina-Problems freundschaftlich besprochen wurden. An einer weitereu Besprechung dieser Art nahm auch Eliescr Kaplau teil. Kaplan machte einen ausgezeichneten Eindruck auf die Konferenz. Am Sonnabend hielt er einen Riindfimkvortrag über Palästina, wobei er mit besonderem Nachdruck das Prinzip des „Nielitbehcrrschcns" als Grundlage für die jüdisch-arabischen Beziehungen hervorhob. Obwohl er zum ersten Male öffentlich englisch sprach, war seine Rede überaus eindrucksvoll. Auf der Konferenz sprach er jedoch jiddisch, und sein Erfolg ist um so höher zu werten, als die Konferenz über das Nichterscheinen von Dr. Wcizmanu, um desseiitwillen die Konferenz schon einmal verschoben worden war, enttäuscht war. Besondere Aufmerksamkeit verdient die verstärkte Propaganda der Araber. Emin R i h a u i, tler bekannte, aus dem Libanon stammende Schriftsteller, der in Amerika einen grollen Ruf gcuic-Bt, hielt sich längere Zeit in Washington auf, um mit Persönlichkeiten der Regierung einen Kontakt herzustellen. (Rihani war kürzlich, wie wir seinerzeit berichteten, auch in Palästina, wo er u. a. der hebräischen Universität Jerusalem einen Besuch abstattete. — A. d. R.) Eine Delegation, der auch Rihani angehörte, sprach bei Staatssekretär Hüll vor, der ihre Wünsche anhörte, aber nichts erwiderte. Mitglieder des Kongresses wurden mit antizionistischen Briefen von der arabischen Nafional-Liga überschwemmt; insbesondere wurden alle nichtjüdischen Persönlichkeiten, die auf der Palastina-Konferenz in Washington erscheinen sollten, von den Arabern aufgefordert, nicht teilzunehmen — freilich ohne Erfolg, wie sich aus den Berichten ergibt, denn außer Staatssekretär Waliace hat eine ganze Reihe von Senatoren und KongreBmännern teilgenommen. Interessant ist auch die Tatsache, dal! der publizistische Organisator der arabischen National-Liga in Amerika ein Jude ist, der frirber derartige organisatorische Arbeit auch für jüdische Zwecke geleistet hat. (Wir haben auf die Wichtigkeit, das jüdisch-arabische Problem von Amerika her anzupacken, im Leitartikel „Verschobene Reise" in Nr. 0 der „J. R." hingewiesen. — A. d. R.) Antisemitische Kundgebung an der Straßburger Universität. Unser Pariser K.-Berichterstatter schreibt uns: Anläßlich der Teilnahme der fianzösischen Unterstaatssekretärin Madame Leon B r u n s c h w i g, die jüdischer Abstammung ist, an einer Feier der Strallburger Universität kam es zu heftigen Demonstrationen rechtsradikaler Studenten. Frau Brunschwig, die über das Thema „Acht Monate soziale Arbeit im Ministerium'' sprechen sollte, wurde durch Pfeifen und antisemitische Zwischenrufe unterbrochen und konnte ihr Referat nicht halten. Es wurden Stinkbornben in den Saal geworfen. Die Veranstaltung wurde abgebrochen und Frau Brunschwig hielt ihr Referat an einer anderen Stelle. In einer Erklärung betont Frau Brunschwig, daß sie nur als Privatperson, nicht aber als Mitglied der Regierung gesprochen habe und daß sie daher von einer Verfolgung oder Bestrafung der Störer abzusehen bitte. Der Wiederkehr des 25. üründungstages des jüdischen Frauenverbandes „Hadassah" (s. „J. R." Nr. 16) wurde in zahlreichen Veranstaltungen in ganz. Amerika gedacht. Uebcr verschiedene Sender wurden Ansprachen gehalten, in denen die Arbeit der „Hadassah" und ihre Bedeutung für die jüdische Sozialarbeit in Amerika und Palästina gewürdigt wurde. Unter den Rednern, die in Radio-Sendungen das Werk der Hadassah feierten, befanden sich die Gattin des amerikanischen Präsidenten, Mrs. Rooscvelt, und die Gattin des Mrs. Edward Jacobs, Henriette! Szold, die Gründedie jetzige Vorsitzende ritt und langjährige frühere hoto«: Archiv Vorsitzende Gouverneurs von New York, Mrs. L e h m a n n, sowie der frühere Oberkommissar des Völkerbundes für Auswandererfürsorge, James G. Mac Dona Id. Die amerikanische zionis.ische I ratienorganisation „Hadassah" bat in Amerika zur Stärkung des jüdischen Lebens beigetragen und frühzeitig die Energien weiter Kreise der amerikanischen Judcnhcit auf die moralische und finanzielle Unterstützung des Palästinawerks gelenkt. Der erzieherische Einfluß der Hadassah auf die amerikanische Judcnhcit ist von einem bisher noch nicht abzuschätzenden Werte. Sichtbar aber sind die Resultate ihrer praktischen Arbeit. Sie ist ein Pionier auf dem Gebiete des Gesundheitswesens in Palästina und richtete Krankenhäuser in den wichtigsten Städten ein. Parallel damit gingen Maßnahmen für vorbeugenden Gesundheitsschutz und zur sanitären Ueber- Kurt Blumenfield in Wien Von unserem Berichterstatter J. R. W i c n, 2V Februar Der Direktor des Keren Hajessod, Kurt B1 u m e n - f e) d, der vor wenigen Monaten die Mifal Bi/zaron-Aktion in Oesterreich einleitete, weilt seit kurzem wieder in Wien. Auch sein derzeitiger Aufenthalt hängt mit der Keren Hajcssod-Arbeit zusammen. Aus Anlaß seiner Wiener Anwesenheit fand im Hotel Metropale ein vom österreichischen Keren Hajessod veranslalteter allgemeiner P r c s s e e in p f a n g statt, zu dem fast alle Wiener Tagesblätter ihre Vertreter entsandt hatten. In aufschlußreichen Ausführungen informierte Blumenfcld über die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Lage in Palästina. Sein Bericht, der noch durch Beantwortung zahlreicher aus der Mitte der Pressevertreter an ihn gerichteter Fragen ergänzt wurde, klang in einen außerordentlich erfreulichen Optimismus über die künftige Arbeit der Jewish Agency und die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims aus. An dem Prcsscempfang nahm auch der gegenwärtig in Wien weilende Professor Leopold Jeflner teil. Die gesainte Wiener Presse brachte ausführliche Referate über Blumenields Bericht. Mit der Leitung des Wiener Büros des österreichischen Keren Hajessod, sowie der Durchführung und Organisierung wachung der Städte und der landwirtschaftlichen Siedlungen. Eine Malaria-Statistik, die die Hadassah im Jahre 1921 aufstellte, bereitet den Weg für die Errichtung der vom Joint Distribution Committee bestellten Malaria-Kommission und für die Einführung einer Malaria-Kontrolle. Nach dem Kriege hatte Palästina eine abnorm hohe Säuglingssterblichkeit, besonders unter den orientalischen Juden. Hier hatte die Hadassah mit ihrer Familienfürsorge ein weites Feld, und es ist ihrer Arbeit im wesentlichen zu verdanken, daß die Sterblichkeit von 200,47 im Jahre 1"27 auf 131,18 im lahre llD5 sank. Die Gesundheitsfürsorge für Schulkinder "wurde mit der Gründung der Abteilung für Schulhygiene im lahre lülü eingeleitet. Eine intensive Behandhing war ei forderlich. 31 der Schüler litten unter Augenkrankheiten, ein Prozentsatz, der auf 4 «» herabgedrückt werden konnte, l ast 50 000 Kinder in etwa 400 jüdischen Schulen wurden von der Abteilung Schulhygiene erfaßt. Im ^Mittelpunkt der sanitären Arbeit stehen die Nathan- und Lina Straus - G e s u n d h e i t s z e n t r e n in Jerusalem und Tel-Awiw, in denen durch Vorlesungen, Ausstellungen usw. Aufklärung ins Volk getragen wird. Die seit langem gehegten Plane der Hadassah und der Amerikanisch-Jüdischen Aerztcgesellschaft zur Errichtung eines m c d i i i n i s c h c n Z e n t r u m s, das drei Einheiten umfassen soll: Das Rothschild^ ladassäh-Universitatskraukenhaus, die Ilenrietta-Szold-Krankenschwesterschiile und das Nathan-Ratnoff-Medizinische-1 ortbildungsinstitut werden allmählich in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Dieses Zentrum soll auf dem Skopus in Jerusalem errichtet werden. Der bekannte Architekt Erich 'M e n d e U o Ii n wurde mit dem Entwurf der Bauten beauftragt. Der New-Yorker Architekt Golub, der eine besondere Erfahrung in Kraukeiihausbaufcn bat, wird ihm beratend zur Seite stehen. Die Arbeiten wurden trotz, der Unruhen im Oktober b'iu begonnen. Das Rothschild- Hospital wird nach seiner Veränderung vielleicht das medizinische Zentrum d<-.\ Vorderen Orients werden. Die Schwesternschule winde I'CM gegründet und hat bereits über 220 Krankcuschw cstern ausgchudi r. Neben ihren sanitären 'Interessen liat die Hadassah sich auch mit manchen Zweigen dir Jugendfürsorge befaßt. Sie bekämpfte die (hilereriüh'riing in den Jahren nach dein Kriege und lichtete Schulspeisungen ein. I ur das laufende Jahr sieht das Einiget C 5175 fur Schulspeisungen vor, von denen diu I ladassah in Anieiika C H(I0 aufbringt; der h'est wird von den Eltern und den örtlichen Organisationen .gedeckt. 1)700 Kinder erkalten s. dein Schulspeisung. Im Jahre EH5 hat die Hada.-s.ih auch dir die Jugendalijah ans Deutschland /u arb-iten begonnen. Im ersten Jahr allein wurden hierfür C 22 (W gesammelt. Für die religiöse Jugctulaiijaii (Klar lianoar lud.iti) wurden 'C 3000 beigesteuert. Im ganzen hat die Hadassah in 25 Jahren C 1965 000 für Gesiindheitsarbeit in Palästina ausgegeben. der nächsten Keren l iajcssod-Arbcit und Vorbereitung der Herbstkanipagne wurde der Schriftsteiler Dr. Siegfried S c h m i t z betraut. * Auf Grund der vom Matrikelanit elcr Kultusgcmeinde zusammengefaßten Tabellen werden Daten über die jüdische Bevölkerung Oesterreichs bekannt, die auch von der gesamten Wiener Tagespresse veröffentlicht werden. Nach dem Ergebnis der Volkszählung lö2i wohnten im Bundesstaat Oesterreich 220 20S Juden, davon in Wien 201513 und in den Bundesländern IS (i05. Die Volkszählung 1034 w eist b ei ei u er (i e s a in t z a h I v o n 191 4SI Juden i m B u n d e s g e biet ei n c n A b g a n g v o n 28 727 Seelen (13,1 "„) auf. Davon entfallt auf Wien bei einer Gesamtzahl von 176 0 M ein Abgang von 25 479 und auf die einzelnen Bundesländer bei einer Gesamtzahl von 15 447 ein Abgang von 32IS. Die Verminderung beträgt in Wien innerhalb des Zeitraumes von 11 Jahren 12,(> °o, in den Bundesländern 17,'i Es entfallen auf Niederösterreich 7710, Obi [Österreich Süd, Salzburg 2)9, Vorarlberg 42, Steiermark 21«>5, Kärnten »>«), Tirol 305, Burgenland 3032 Juden. Diese V e i in i u d e r im g wird /um großen Teil auf den starken R u c k g a n g der jüdischen (ich urteil zurückgeführt. Dagegen weist, wie aus der Tabelle ersichtlich, die A u s t r i t t s b e w e g u n g aus dem Judentum in den letzten Jahren eine s t a r k rnckiaufcildc T e u d e u z. auf. Nachdruck verboten Alle {nurji Uebersetzungs-) Rechte vorbehalten ^MM: äl^Mi^äÄ VCHLICtSItlEE £iHT ßoHiaK-frrilogi« iroit CHATJIZW SCHWARZ D*r Jriloau U I D QII7 xt»cit> tx<U DI l> D V «t. 1. Fortsetzung Ganz kaputt, durchgerüttelt von dem Sehilsehul, lange ich abends in meiner Behausung an. Der Mond scheint durch die Fensteröffnung, die noch kein Fenster hat und gegen die ich eine Schilfmatte stelle, so daß das Lieht plötzlich filtriert, in Streifen, auf Boden, Koffer und Bett liegt. Wie ich den Koffer etwas beiseite rücke, sehe ich im .Mondlieht ein schwarzes, häßliches 'Eier, einen Krebs mit riesigen-. Geweih und langem Schwanz, ich habe sofort das Gefühl: Skorpion. Der Skorpion greift nicht an. Er verläßt sich auf sein starkes Grift. Wir stehen entsetzt und starren einer auf den zweiten. Bis ich mich entschließe, zu Bartcl hinüberzulaufen und Bnrtel zu holen. Aber wie wir zurückkommen, ist der Skorpion schon verschwunden, -vielleicht ist er in das Bett gekrochen, nein, das ist eigentlich nach der Konstruktion der Betten ausgeschlossen. Härtel zieht mich zu sieh hinüber. Er ist bereits Besitzer zweier Petroleumlampen, eines kleinen Tisches und eines Stuhles, auf dem Ilaniii sitzt. Im Zimmer verstreut liegen alle möglichen Gegenstünde, geöffnete Kisten, Tischlerwerkzeug, ein Spiegel, ein Tonkrug mit Wasser, ein Stander für Handtücher, den mir Bartel freudig vorführt. Ich beinahe mich, in keine dumme Angriffsstimmung Rogen Härtel zu kommen. Obgleich er eine Art von Humor hat, der wie auf ausgetretenen Latschen cinhcrschleicht und nach allen Weibern riecht. Ja, sagt er stolz, wir haben mit unserem Gepäck halt auch unseren Humor mitgebracht. In dem Wörtehen „halt" liegt die Aufforderung, sieh freundlicherweise mit dem Unvermeidlichen dieses Humors abzufinden. llanni lacht ziemlich viel. Entweder habe ich mich ge- ♦ Snsoht und sie für intelligenter gehalten, als sie ist, oder sie hat ein ehanikterologisehes Geheimnis, etwa den Grundsatz absoluter und sieh selbst aufgehender Toleranz. Ich halte diesen Grundsatz für sehr gefährlich und beschließe, ihr das bei passender Gelegenheit zu sagen. Nachher bin ich allein mit meinem Skorpion, die Nacht überwölkt mein Bewußtsein. Bis tief in den Schlaf hinein heulen die Schakale und sagt Bartel: Wir haben halt mich unseren Humor mitgebracht. * Nach zwei Tagen gehe ich arbeiten, weil ich mich schäme, nicht dazu zu gehören und in der Arbeitszeit mit Bügelfalte zu laufen. Am dritten Abend sitze ich im Chadar Ochel und habe die Absicht, mich für den nächsten Tag zur Arbeit zu melden. Es ist das siebenlein.il, daß ich im Chadar Ochel sitze, dieser gewaltigen Turnhalle für die Kaugymnastik von vierhundert Menschen, dem Zentrum der drei zentralen Bauten Tel Hanums, wo ununterbrochen abgefertigt wird, gegessen, herein- und herausgegangen, diskutiert und herumgestanden. Als ich das erstemal hier eintrat, vorgestern abend, blendete mich die Fülle von Eicht, Mensch und Geräusch. Heute weiß ich schon, daß auf der einen Seite die Deutschen sitzen und auf der anderen Seite die Bolen und Russen und ganz, hinten verbindend in der Mitte die Jugend. Vorn, auf der Abhangseite der großen Halle, befindet sich ein Ausschank, der durch Treppe und Fahrstuhl mit der im Keller liegenden Küche und Bäckerei verbunden ist und wo man herangeht, um Essen zu holen, Geschirr, allgemeine Portionen in großen Suppenterrinen, Brot. Bartel, llanni und ich wurden zuerst sehr beobachtet, als wir eintraten, von allen Seiten, aber nun gewöhnen sie sich schon an uns, zwei Leute haben sich aus der Masse herausgeschält und sieh uns angeschlossen: ein blonder Schw arzw nklcr namens Brasil?, der .sehr nett ist und sehr beredt, und ein ebenfalls sehr netter und viel lächelnder Pole namens Pili; ihm allerdings fällt es schwer, sieh mit uns zu verständigen, weil er nur hebräisch spricht. Diese beiden und König sind bemüht, llanni, Härtel und mich einzuordnen; uns sozusagen eine Brücke zur Gesellschaft zu schlagen, schon erseheinen, nach der Veröffentlichung meines Namens im Jumiin, die beiden Adjutanten des separaten deutschen Kulturwaads, Kunitz und Sehröder, und luden mich ein, heute abend die in einem Zimmer der Schule stattfindende Sichnh über die Kulturarbeit des kommenden Winters zu besuchen. Ich lehne ab. Ich sage, ich sei nicht nach Tel Hamon gekommen, um Sichoth zu hören, sondern um Taten zu sehen und zu arbeiten. Ich hatte genug von den Sichoth meiner 1 laehscharah, die sieh halbe Nächte hingezogen hätten. .Jetzt wolle ich Wurzeln lassen, konkret werden, End morgen fange ich au, zu arbeiten. Bräsig zeigt mir die Männer der S-ichir Awodah, Piff lacht und nickt und begleitet mit Blicken meinen (lang von weitem. Ich gehe zu den Männern der Ssidur Awodah und erkläre ihnen auf hebräisch, daß ich morgen arbeiten will. Sie sehen mich an, niekni mit de-ni Kopf, geben weiter. Ich bleibe verblülft stehen. Ich möchte ihnen nachrufen: Habt ihr nicht •.erstanden? leb beehre euch, ab morgen als Arbeiter eure Arbeit mittragen zu wollen, und ihr sagt nicht einmal: Hm? Es muß ein Irrtum vorliegen. Ich gehe ihnen nach und frage sie: \\ o werde ich arbeiten? W as werde ich arbeiten? Sie antworteten gelassen: Km iE Ein einziges Wort: Katit Ich bin außer nm über iine Hohe, k Ii wende mich an eine kleine, spindeldürre Frau, von der ich später erfahre, daß es Henriette ist, und trage sie: (übt es so etwas wie einen Führer oder Direktor des I'ardess? da, antwortet sie, auf einen mittelgroßen Mann zeigend, einen echten Arbeitertyp: Das ist er, Keruchski, Ich trete an Keraehski heran und sage zu ihm: Mein Name ist Dajan Sommer, ich arbeite morgen bei dir im I'ardess. Ich beobachte neugierig sein Gesicht, wie diese Mitteilung auf ihn wirkt. Aber er verzieht keine Miene, streift mich mit einem kurzen Blick und sagt keineswegs: Sehr angenehm, sondern nur einfach: Gut. Und nun bin ich zurück und sitze mit Piff, Bräsig, König, Bartel und llanni am lisch. Ich schäme mich, daß ich so eingebildet bin auf meine Arbeitskraft. Ich habe Angst, die anderen hätten etwas gemerkt von meiner Einbildung. Aber nichts dergleichen, Bräsig erzählt gerade irgendeinen Witz auf Schw arzw äidiseh, den Bartel auf Erankfurtiseb sekundiert, und llanni lacht, König grinst, Pitt lächelt sein seltsames, menschenfreundliches Lächeln, ich denke mir, dieser Piff war einmal in einein polnischen Verein für Ecbensrcform, Gesundheit durch Freude, c!U vegetarisch, Licht, Luft, Sonne( und vergeßt nicht, nackt zu baden. Er hat so ein komisches Badeiäeheln und badet uns alle in dieser Salbe. Dann klopft mir Bartel gleich auf die Schulter, wegen Kalif morgen, er sei auch zur Katif angeordnet, da werde ich schwitzen lernen, mein Lieber, da lernst du erst mal kennen, was Palästina beißt. So als ob er schon ganz genau Palästina auswendig kennt. Dabei ist er mit mir auf einem Schiff gewesen. Ich kriege Wut auf Bartel, weil er sich so wichtig tut, beschließe aber sofort, gerecht zu sein und ihn zu verstehen und ihn sympathisch zu finden, er ist nun einmal so, nicht

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