Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 16 (26.2.1937)
- Date
- 1937-02-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2651273-2653625-2653641--30351-2684896- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Kaunas 4× ep/1000678
OCR text
Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 16, 26. II. 1937 Verhaftungen in Birobidschan Die von uns bereits kurz erwähnte Nachricht über die Verhaftung prominenter jüdischer Kommunisten in der als „jüdisch-autonomes Gebiet" erklärten Sowjet-Republik Birobidschan im fernen Übten lenkt die Aufmerksamkeit der jüdischen Oeffentlichkeit wieder auf dieses Experiment, das vor nunmehr genau zehn Jahren begonnen hat. Die von fanatischem IIa!! gegen den Zionismus und die jüdische Tradition erfüllten indischen Kommunisten, die die „Jüdische Sektion" der Kommunistischen Partei Rußlands („Jeu sekzia") bideten, sahen damals ein, daß die l'arole der „Roten Assimilation" aliein kein genügendes (legengevcicht gegen die immer weitere Kreise der Judenheit erfassende Palästina- Bewegung bilden könne. Darum erfanden sie die Idee einer terriioi ialistischen Lösung der Judent'rage durch Schaffung eines „Judenstaates" innerhalb der Sowjetunion. Sie machten sich gewisse zionistische Erkenntnisse zu eigen und stellten nun dem „bour;;ci>iseii" und „imperialistischen" Palästina- Unternehmen ihr kommunistisches Projekt gegenüber. Man erinnert sich noch, daf) zunächst von einem judenstaate in der Krim die Rede war. der aber nach kurzer Zeit sang- und Teppiche ^lübclMtot'tV (»urriiiicn 1) a s leistungsfähige Spezialhaus II 1,1 II K X F K Jj I> B e rrt u s t e An?.!,( unvtreiri.l lim;. klanglos begrab eine f das d 21. M teri il' i! i wurde. In muiÜMnus •n wurde, und im Sommer W-7 begab sich .oiii niisMuu nach dem l 'rwaldgcbict am Amur, ann HZ i )l durch einen Bcschluli der Sowjct-Pvckutive vom I'J-'.S emein die In r i ungi neitre geg Iiiiher dem jii.li-ehen Kon:;- b e i t im jiid's Deckmantel cm. keit /n gewim ihrer I 'ropagair Panik rn, zum in Ameiika, n> geführt wird. J nach W'i des ahei salein" s treten.; Wörter d somit, rn \X ichst instruktiven iiirage'r" (Verlag Ruülaml stamme -dien ielleüeil ud: J' h r it dbch -teil. ■ Vi ei'ti Iii Iii. n Volke Verübt die ia mir eine k r Siedl cu. Iii a. W'i!t ispiel hl heu Olli. Iii die Schaffung einer „jüdisch-nationalen t:\en | inlieit" /ur Verfügung gestellt Buche „Löst der Ko.miktnrich Ulanz, Wien) ade Professor Salomon /:i;;i grubteu Teil den loiunienen Materials die die durch diesen Plan wurde. Denn die eine Minderv» itiitui, versuchten unter dem hewcguiig die jüdisehe <. kf icntlich- Nchan wurde das Ausikingeschild issen bedenken, dal! in manchen der Tschechoslowakei, aber auch icse Propaganda für ilirobidschau ■de krinn. einig an die jüdische Tradition soll •r Kommunisten ausgelöscht werden, an Stelle ien Sehneiiehtswortes „Nächstes Jahr in Jeruiieuc } orincl „N'ach'te-f Jahr in birobidschan'' ging die < ieschichtsfremdheit der Befürianes. Sicht nur eine sachliche Erleichterung, ue Romantik wollten sie schaffen, soweit es sich darum handelt, die durch die Holst hewisieriiag der Wirtschaft verelendeten Juden in Rußland zur Landwirtschaft überzuführen, gewiß nichts gegen Sicdlungsvemicbe einzuwenden, wenden uns aber dagegen, daß man ihre Hc-deaimig für das (iesamtjudentum in einer unzulässigen Weise übertreibt und daraus Kapital für die kommunistische Propaganda schlagen will. Schon zu Beginn der IJirobidschan-Kolonisation ist darauf hingewiesen worden, dal! es sich hier offenbar um eine hochpolitische Aktion Rußlands handelt, die darauf abzielt, das östliche Grenzgebiet der Sowjetunion gegenüber der japanischen Interessensphäre in Maudscliuktio auszubauen; das Gebiet, in welchem die Juden angcskdelt werden sollten, mühte also, selbst wenn die gelange, als höchst gefährdet betrachtet Zentralrat des „Ozet" ( - Jüd. Organisation zur edhiri;) f ihte P'j'i eine Resolution, worin tC'elle BcMedhl sCll U Vi t. 1 hab m eil, Kolonisation Werden. Der Iklcllii ' nn! der Gei- Koi,e in i iiö-.t'k In g c n kielte ng der jüdisch-autonomen der Verstärkung der Vern ( ircnzcu unseres großen di r Birobidschan - Kolouivon Goldmaim das Nötige Syriens Minister in Paris Nachwirkungen der SandschakafSäre Unser Pariser K.-Bcrichtersfatter schreibt: In Syrien ist nach dem ersten Aufflammen der nationalen Leidenschaften, das nach der Bekanntgabe des französisch-türkischen Abkommens über den Sandschak von Alexandrette eingesetzt hatte, wieder eine Beruhigung eingetreten. Die nationalen Führer, die die svrisehe Regierung bilden, haben alles daran gesetzt, um ihren Anhängern die relativsten Vorteile der neuen Regelung klarzumachen, die — wenn sie auch dem Sandschak eine weitgehende Unabhängigkeit gewährt — ihn doch nicht aus dem syrischen Staatsgebiet gänzlich ausgliedert. Die der Regierung Seriems nahestehende Presse unterstrich immer wieder, daß diese Kompromißlösung eine schwere Gefährdung der neuen syrischen Unabhängigkeit vermieden hat. Trotz der äußeren Ruhe halt aber die Agitation unter den radikalen Nationalisten in Damaskus an. Es scheint, daß die Führer der Opposition — das sind im Grunde jene arabischen Nationalisten, die aus der jetzigen Eühruugsgruppe ausgeschlossen sind —• die Sandschakaffäre zum inncrpolifischen Kampf gegen die Regierung benützen, der sie Verrat der nationalen Sache vorwerfen. Auf der anderen Seite vertritt ein Teil der svrischen Nationalisten die Meinung, daß Syrien in einer anderen Richtung eine Kompensation für das verloren gegangene Sandschakgebiet und vor allem für den Hafen von Alcvandrette finden muß, der über ein Fünfte! des svrischen Außenhandels aufnimmt. Sie fordern daher eine Revision der französisch-syrischen und französisch-libanesischen Verträge und eine Zuteilung des Hafens von Tripoli an Syrien. In Tripoli lebt bekanntlich eine mohammedanische Bevölkerungsmchrheit, die von Anfang au gegen die Eingliederung in den in seiner Mehrheit christlichen Libanonstaat protestiert hat. Es hat aber zur Zeit n i c h t den Anschein, als ob Frankreich geneigt ist, diesen syrischen \V iinsc h e n e n t g e genz.uk o m m e n und das mühsam erreichte (ileidigewiclitssvstem zwischen Serien und Libanon zu gefährden. Der syrische Ministerpräsident Djemal Mardam Hey und sein Außenminister Saadala Djabri sind erneut nach Paris gekommen, um dort den Ministerpräsidenten Blum und Staatssekretär Vienot über die Reaktion der svrischen Oeffentlichkeit auf die Sandschak- Regeluug zu unterrichten. Sie haben sieh im Rahmen dieser Besprechungen vor allem bemüht, die llimhmgen des neuen autonomen Gebietes mit Syrien zu verstärken. Es ist aber zweifellos, daß mau in Frankreich die nach mühsamen Verhandlungen in Genf erzielte Regelung als endgültig ansieht und daß man daher den syrischen Wünschen nur in sehr beschränktem Maße entgegenkommen kann. Alles in allem besteht aber der Eindruck, daß angesichts der inneren Gärung in der arabischen Welt die Auswirkungen der Sandschak-Affäre noch nicht abgeschlossen sind. Jedenfalls bleibt eine arabisch-türkische Spannung bestehen. nachlesen. Soweit aber die politische Seite in Frage kommt, werfen die letzten Nachrichten darauf ein seltsames Licht. Nach einer Meldung des Londoner „Daily Telegraph" aus Moskau berichtet das offizielle Sowjet-Parteiorgan in Chabarowsk (Amur-Provinz), nach der Verhaftung des alten jüdischen Bolschewiken Lieberberg seien auch noch viele andere jüdische Trotzkisfeu, die Schlüsselstellungen in Birobidschan innehatten, wegen kontrarevolutionärer Eintriebe und Zusammenarbeit mit auswärtigen feindlichen Mächten verhaftet worden. Die Anschuldigungen gegen diese Leute sind überaus charakteristisch. Sie werden in der erwähnten Zeitung wie folgt zusammengefaßt;- I. Verbrecherische Verbindung mit dem Ausland, vor allem Japan; 2. Förderung des jüdischen Nationalismus und Schaffung jüdischer nationalistischer Gruppen zwecks Spaltung der Partei; 3. Störung von Bauarbeiten und Transportwesen; <1. Geringschätzung der Landesverteidigung; 5. Sabotage der Einwanderung von Juden aus dem europäischen Rußland nach Birobidschan. Der „Daily Telegraph" weist darauf hin, daß die Kolonisation in Birobidschan trotz günstiger klimatischer und Bodenbedingungen (in Wahrheit sind nach zuverlässigen Zeugnissen die Bedingungen überaus ungünstig) ein Mißerfolg war. Nach Goldelmami scheiterte das Projekt, vor allem an der Unlust der Juden Rußlands hinzugehen. Die führenden Gestalten des sowjetistischen „Judenstaates" Birobidschan, für den man das jüdische Interesse auch außerhalb Rußkieds gev innen wollte, verschwinden in der Versenkung, und niemand kann wissen, welches Schicksal dem ganzen seltsamen Experiment beschieden sein wird. Jüdische Abgeordnete gegen Koc Zum Zeichen des Protestes gegen die auch in der bekannten Rede des Obersten Koc über die Schaffung eines neuen Regierungslagers zur Sprache gebrachte unterschiedliche Behandlung von Juden und anderen Staatsbürgern in Polen haben die jüdischen Abgeordneten Dr. Emil Sommerstein, Rabbiner Dr. Rubinstein und Dr. Gott lieb im Sejm gegen das R e g i e r u n gs bu d g e t gestimmt. In einer Erklärung sagen sie, daß die 3>' Millionen Juden Polens bereit seien, alle notwendigen Opfer zur Verteidigung des Landes zu bringen, aber sie verlangen den vollen Besitz gleicher Rechte besonders in wirtschaftlicher Hinsicht und bezüglich Schutz, von Leben und Eigentum. — Der agudistisebe Abg. Minzberg enthielt sich der Stimme. Soldatische Tugenden der Juden Feststellungen des litauischen Kriegsministers Aus Kaunas (Kowno) wird berichtet: Der litauische Kriegsminister Gen. Dirmantas änderte sich vor Vertretern der Presse über die R o 11 e d e r Juden im litauischen Befreiungskrieg und stellte hierbei fest, daß die jüdischen Soldaten gemeinsam mit ihren litauischen Waffenbrüdern heldenmütig für die Unabhängigkeit Litauens eingetreten sind. Eine Reihe jüdischer Kämpfer habe sich hierbei durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet und sehr viele Juden seien in den Kämpfen gefallen. Auch in der Gegenwart, fuhr der Kriegsminister fort, kämen die litauischen Juden ihrer Heeresdienstpflicht in vollem Umfang nach. Die jüdischen Soldaten hatten sich als ausdauernd und den militärischen Anforderungen auls beste gewachsen erwiesen. Es sei bemerkenswert, daß die Juden, während sie zur Zeit ihrer völligen Rechtlosigkeit im zaristischen Rußland bestrebt waren, sich dem Kriegsdienst nach Möglichkeit zu entziehen, jetzt in Litauen, wo sie völlige Gleichberechtigung genießen, keinerlei A b n e i g u n g gegen den Militärdienst zeigen. Jüdische Deserteure gebe es überhaupt nicht. Die körperliche Verfassung der jüdischen Soldaten sei zufriedenstellend. Auch bei der jüdischen Bevölkerung finde man, insbesondere in den kleineren Städten, stramm gebaute, breitschultrige, kräftige junge -MAGISTER KIRSCH- Der gute Li hör Maglster-Likörf abrik, München VII. I n Berlin zu bezieh, durch dl» Weingroflhandlung Bernhard Brauer, Byrg»tmOo 3 / Ruf: 5143 40 Leute. Eine Anzahl jüdischer Soldaten besucht die Unteroffizierskurse und die Aspirautenscliule, iu der sie zu Reserveoffizieren ausgebildet werden. Besonders lobend äußerte sich der Minister über die Leistungen der jüdischen Militärärzte und der frei verpflichteten Ingenieure und Techniker. Unter diesen sei insbesondere der technische Leiter des litauischen Flugwesens, Adolf Blumenthal, hervorzuheben, der anläßlich des letzten Nationalfeiertages mit einem hohen militärischen Orden ausgezeichnet wurde. Der einst viel gefeierte Kammersänger Julius L i e b a n wurde am 19. Februar 80 Jahre alt. N.-i.'.ilru.V. vces>!,.n A 1 . . L, ■ r './■ .-) R.d tr \ .rl,. Litten £ik,' t lU-otic ivh CHA.iiM SCUWftliZ ^ll^ll KJßßUZ Krklärcnde Vorbemerkung Hebräisch i', j i d d i s c Ii e und a r a bische Wörter (Au, 1 V i und jutli 'ici ') A1 ' i « l'apa; \ i . 1 ■ , ' i ' \ K / h Uh will; Ai i \ellM, \ Ii i i ii t i!\. i im 11 ia:, h hur - M ...... . 1 1 ... 1 ,e,b - Kaie -.,[,, , i,, ,, ,, 1 ' i Wu u r r.tt , Ii t An: \ ' 1 i Ii Ii 1 11 11 i in 7 - A ii' m ile, I n 1 r i .' 1 / M i ' , 1 ,ri - An 1 1 -t; ( ( 1 ( l i i hai» il ilekiin - I i i 1 t t tki 1 i il n.;o; t i 1 i i r V 1 ( e. Fig.' \ t 1 1 i n n i, < 1 1 M 1 ( 1 ' r Si 1 i i ', ( 1 1/ I Ii 1 H 1 um 1 ' , (! / r!' 1! .' r , U i II I 1 IM! 11! ' Viv 1 1 , < , t , I - 1, ' i V, Im i r IM n.. ■ i hniit: ( hewiaih —- (,c- ' im il'. t in t n 3 k*11 'dr U- 1 P 'liuh l.r, , irmt; 1 ill. > ( 1 1 .'iiiiM iure. 1 i 1 > i" ', 1 1 Im r 1' < r ( , ttti II < i m t'l ll ' t (, 1 t II, t.oll'l J V I- < 1 1 ' Ii .-- \ , ,i i „ n :; l. Iii il il) S, l, l- > i / ]' . \ I 1 . , i Ui i Ir i '., 11 ml m - t- 1 Ii, «..--enie» II Ii i' \ ii- Vil 1 M..IS!!••!!.! . lieber.,. r M i 7 ' i ii _ A »i.H, IL- 1 1 m r b - Ihs 1 .' i i Iii1, n, 1 '■ k ul Ii iu» - im i , j , , 1 , I i 1 l , k > .-. /.ili UM-i nie; ki'icni w k \ i i i I '! ,r V i! ^t h iiiifinu; K k \ r 1 r Iii ii e t J, n .7 - <. k . . K 1 ill. i 1 i 1 ii i n n dt r r;i iCt n Ki i, l k . < n - \i <k ii , ,i, ku„], r — Kitiiult I in ii ek r Si , Ku i' (>ra.-,uni lallt; Kwuza! t Kleines Kollektiv; M - I |.th 1 M i x, s'i i.i i, M i ],' t lh - \\ im I an tal' V m I ri,, MiUi1 Ilde - >u lw 1 S|«>rtk>t; M. Nirfh tu . \ii> kinit jin di r 1' 1 l h I 17 ih'lli _,; M i hti 1 ih - liium- 6t Etile Maskir -- Sekretär; Masktrut Sekit-tariat; Menorah I.an>j>c; Me-,fhi'k •_ Wirtschaft; Migrasrh Bauplatz; Mikfach.ith Üi.ium.-; .Minjin — /.elineizalil, ei I, mlc i Ia h für il.ü Aii.„.,|iiccliuii des heiligen Naiiieiw; Mi->eli]>alh -; Gericht; Moseliawah ~ K..i|>itaiisliMihe iMiizel-aeillmii;; M;);~ehaw Owilnn — ArlK-iUreiiizi-lsiedlung; Muledt tli — Vaieilaml; Mmnclieh Fachmann; Neil -= l'eiroleuni; Ne.vdef — '"eier; N'e.-cliuininch —- Seele; Nikuseli — Jäten; .\oar th.nnani lltuiotke Jugend; Nuar O.valim _= Palasliiu ii i-,eht.' AriHiurjii;;. ml; Paelt l!k:<■'nki.h.ilter von Soliiajifn; l'anle.,.s — l'lantagc; l'aitio.e^aii — He.jucr oiler Arbeiter einer flanlage; Refcth a Kun.aall; Kctlan Schweizer; Kevi.ioiii dt-n ~ Xat i» aialrailikale; Sabbieii s „Kaktua", cinie. lietener Jutks Schab!Kit Kulielac;; Sebaloni ~ „i'i iitk", (;rui.>; Srlicmen — ' )el; Schiketii ™ kubc! ScbiUi ii'jl — Hrt ehduit ht'ail; Siiuiiirah -~~s. Wacht; Sehoiner Wiiehter; S< lioinercth Laihi Wuchtcrin in der Nacht; Seh.ittr — Polizist; Sehutat; Teilhaber; Sorem — Siioin; Hewcl Mist; Sibul l>üng<-n; Si'luilt (JespHii-h; Saiarluth — Fetzen; S-,c,Icr =_ Rituelle Oiilniiiig des l'i Ike liabend^; Sidur Awmkib — Au^s' ImU lür Ein- Haiai,.. d-r Aibiil; Sl euch.liüi'i -ch ~ einfaili [aonii ibail; d'aalah ~— flraben; 'l'uxif — liud;;ct; Thoia (Jiundkige <les jiidiselicn Gesetze; Thoranuth ~ Dienst; Tijul — Au.flug; Tikun /.akiehoih -= Au.d>i-N~cri.ini; der 'l'tlli-r; Tmnvah V'crkauf^i.;eaelKchafi der lli.-tadrudi; 'l'uiiah Ilaek!,|iatrn; Vatikim — Alte, im Sinn,- von: Krfatuene; Waad Auvm-IhiC: U'aatl Dirotli — Wulmuiiy^aii^chull; W.uii — Flutliett; Zrif -— liaiacke. Jiei <I,;n hcliräisehen Worten deuten im allgemeinen die Endungen ah — auf weibliche Einzahl, oth — auf weibliche Mehrzahl, und im —- auf iiamnUche Mehrzahl. NOVEMBER Bartcl, der Börsenmakler, ist acht Tage vor mir nach Tel Ifanion gefahren. Was für komisehe Berufe wir alle hatten: Härtel war Börsenmakler und ich war ein kleiner ZtjiUingslilerut. Ich stehe auf dem Bahnsteig in Afuleh. Der Bahnhof ist klein, das Station.sliaus nach arabischer Bauart aus behaucnen Steinen gelügt. Es laufen Hühner an mir vorbei, zwei hebräisch sprechende Bauernkinder wälzen sich im Sand, ab und zu kommt ein Araber, bleibt stehen, schielt mißtrauisch auf mich und mein Gepäck, Die Sonne scheint, der Himmel ist makellos blau, auf dem blauen Grund des Himmels schwingen sanfte Berge auf und ab, ziehen sieh goldene Wiesen hin, stoßen die blanken Schienen nach Osten und treffen sich im unendlichen Blau. Drei Stunden habe ich auf Anschluß zu warten. Drei Stunden lang belaste ich mich in dieser leichten, heiteren Umgebung mit schweren, finsteren Gedanken. Ich bin deprimiert. Ich bin so tief deprimiert, daß die untersten Fasern meiner Existenz sich in die Erde hineinwühlen und dem Grab, das sieh öffnet, entgegeneilen und bitten: Ganz schnell begrabe mich. Weil ich Chaluz bin und nach Tel Hamon ins Zelt gehe. Alles ist, aus, mein Leben ist beendet. Ich könnte mich genau so gut vor den Zug werfen, der um sechs Uhr einfahrt. Und doch stehe ich um halb sechs im Gespräch mit einem der jungen Leute, die von nllcn Suiten plötzlich herankommen. Ich muß ihm mein Gepäck erklären. Ich habe einen großen Koffer mitgebracht, an den ein Betlsack gebunden ist, und außerdem steht bei mir ein schmales, sonderbares Strohgebilde, das eine sonderbare Sache enthält: ein Terrarium, einen Käfig mit Eidechsen, Fröschen und Schildkröten. Denn ich bin jener Einwanderur aus Deutschland, der ein riesiges Terrarium mit sich schleppt und während der ganzen Ucbcrfuhrt nicht einmal aus den Händen gelassen hat. Alle haben mich für verrückt erklärt. Am Hafen, an der Zollstalion gab es große Heiterkeit. Aber ich habe mich mit einer Art Verzweiflung an meinen Fetisch geklammert und nicht losgelassen, so wie ein Komet eine Handvoll Erde mit sieh führt, um während seiner beziehungslosen Fahrt durch den Raum eine Erinnerung an che Geliebte mit sich zu führen. Auch jetzt erzähle ich meinem neuen Bekannten diese Sache mit Verlegenheit. Aber sonderbarerweise lacht er nicht und findet es gut und sagt, so etwas sei für die Kinder des Kibbuz von großer Wichtigkeit, man würde sieh sehr freuen in Tel Hamon. Für die Kinder von Tel Hamon? Dazu habe ich nicht gehungert in Berlin, um meine kleinen Besitztümer so fortzuwerfen, und während der Junge von Skorpionen erzählt, die sehr stechen, und von Arabern, die sehr schießen, schleicht sieh in mein Herz der Geiz: ein und setzt sich fest und verhornt sich dort. Nein, es ist mein Käfig, ich gebe ihn nicht aus der Hand. Erst nachher, da wir beide in einer Telephonzelle des Postamtes Afuleh stehen, der Junge und ich, fällt mir ein, daß er von Skorpionen und Arabern gesprochen hat. Er telcphonierl nämlich nach Tel Hamon, daß ich komme, er hiilt das für nötig, weil ich sonst abends in der Dunkelheit nicht den Weg finden würde, er bestellt gleich einen Wagen, alles auf hebräisch, da fühle ich plötzlich, wie wenig ich Hebräisch kann und wie schrecklich das alles ist, die Skorpione und die Araber und daß nun die Wirklichkeit mit dem Zelt beginnt, die rauhe Wirklichkeit, vor der Geiz kein Schutz ist, weil sie dich einfach packt. Dann wird es dunkel, gerade «in sechs, und ich sitze in einem dunklen Eisenbahnwagen, wo nur in jedem dritten