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Jüdische Rundschau · 1937-02-26 · Heft 16 (26.2.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 16 (26.2.1937)
Date
1937-02-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 16, 26. II. 1937 Labour Party für Palästina Empfang für die amerikanisch - jüdische Arbeiter-Delegation Jischuw wach gewesen ist, da diese Haltung weniger auf eine Parole der in Frage kommenden jüdischen Instanzen zurückgefühlt werden kann, als auf das spontane Gefühl riafür, daß nur durch Zurückhaltung und möglichst ruhige Fortsetzung der Arbeit der wirkliche Aufbauwille des palästinensischen jischuw zum Ausdiuck kommen kann. In dieser Haltung zeigt sich ein klares Uefühl für die Notwendigkeiten der Stunde, wie sie im vergangenen jähre bestan den. Auf der anderen Seite gibt diese Zeit auch Gelegenheit, auf gewisse Erscheinungen, die im Vordergrund unserer politischen Diskussion stehen, hinzuweisen, die in einer ganz ähnlichen Weise wie bei früheren derartigen Gelegenheiten psychologische Einblicke vermitteln. Die führenden Schichten einer politischen Bewegung unterliegen leicht der Gefahr, sich nach den Forderungen derer auszurichten, die durch Radikalität auffallen und das Ziel der eigenen Bewegung möglichst weit stecken. Es ist klar, daß im jüdischen Volk das Wunschbild, ein möglichst großes jüdisches Palastina in rascher Zeit zu schaffen und diesem jüdischen Werk einen möglichst hohen (irad von Unabhängigkeit von ätiBcren Faktoren zu geben, lebendig ist. inwieweit dieses Wunschbild mit der Wirklichkeit in Einklang gebracht werden kann, ist Sache der politischen Taktik und Führung. Mißlich aber ist es, wenn mau in seiner Haltung zu konkreten Fragen der Politik sich nicht nur von sachlichen Erwägungen, sondern auch davon bestimmen laßt, da!! es im eigenen Lager Gruppen gibt, die sehr weitgehende und daher populäre Vorschläge machen, unbekümmert um ihre Realisierbarkeit. Es ist noch nicht lange her, daß in einer ganz bestimmten Frage dieser Zustand offen zutage trat. Im Jahre 1935 stand die Diskussion über das Legislative Council- Projekt sir Arthur Wnuchopes im Nuttelpunkt der zionistischen Erörterung. Der Kongreß in Lu/ern hat das Projekt abgelehnt, und es gab in der zionistischen Welt nur ganz vereinzelte Stimmen, die sagten, daß hiermit ein — ini.i'licherwiäse — hoffnungsvoller Weg beschritten werden könne, der zumindest die Aussicht auf eine Befriedung lies f arides eröffne. Auch diejenigen, die diese Meinung vertraten, haben sie nur zaghaft geäußert, weil der Druck der öfl. miu b.eri M. mutig und die Furcht vor (in Popularität innerhalb der zionistischen Bewegung außerordentlich stark waren. Heute ist uicse Diskussion /war nicht mehr in dem damaligen Sinuc aktuell, aber in anderer Form doch noch vorhanden und wahrend der Verhandlungen der Untcrsuchungskoiiiniis-ioii wjeder akut geworden. Die Frage der politischen ..Paritat" in Palästina ist vielfach erörtert worden, und hicrbG zeigte es sich wieder, daß manche sich davor scheuen, Gedankengange dieser Art zu akzeptieren, nicht so sehr weil man sie fitr sachlich schädlich halt, als deshalb, weil dadurch die eigene Gruppe in eine imierpolitiseh ungünstigere Situation gegenüber deren geraten könnte, die mit „starken" Forderungen zu verbluffen suchen. Allerdings durften diese „radikalen- Forderungen weniger nach außen Wirkung haben als auf Kreise in un-crem eigenen Bezirk, da die politischen! aktnren der Umwelt und insbesondere Fuglands nicht geneigt sein werden, von dem Stimmaufwand, mit dem die Forderungen vorgetragen werden, besondere Notiz zu nehmen oder gar sich durch Drohungen einschüchtern zu lassen, hinter denen keine reale Macht steht. Bei diesen Verhandlungen geht es vielmehr darum, die Partnerschaft, die zwischen der Jewish Agency und der Mandatsregierung besteht, in diesem Augenblick in einem Sinne real werden zu lassen, der von Dr. Wciziitann in seiner großen Rede vor der Kommission in Jerusalem so klar herausgestellt wurde: Bei aller Kritik, die wir an den Maßnahmen der Regierung zu üben haben, den Versuch zu machen, ihr bei der Bewältigung der gegenwärtigen Schwierigkeiten in Palästina unsererseits Hilfe zu leisten. Projekte, die in diese Richtung weisen, gibt es. Wir erwähnten beruts den Gedanken der Parität. Auch der von einem in Paris gebildeten Komitee gemachte Vorschlag ilrr Alliance cordiale enthalt eine Reihe von konkreten PngekUn für die Befriedung des Landes, ohne daß damit gesagt sein soll, dal! diese im einzelnen schon endgültig sind. Aber e* seheint notwendig, in diesem Augenblick uii-uic f rörterungeti nicht so sehr durch Rücksichtnahme auf die Frage der Popularität zu bestimmen, als durch die Erkenntnis der wirklichen politischen Aufgaben, die drr Zionismus in der gegenwärtigen Auseinandersetzung, die um die 1 ehemg<rumi!agcn des judischen Werkes in Palästina geht, zu lösen hat. Vom ZentralausBchuß Der Z e n t r a 1 a u s s c h u ß für Hilfe und Aufbau bei der Reit hsvertretaug bat, wie wir bereits berichtet haben, reinen Arbeitsbericht für das Jahr 193o herausgegeben. Dieses umfangrc!! In- Dokument ergänzt in vortrefflicher Weise de Ausführungen, die bei der letzten Kundgebung der Reichsvtrlrftung in Her:in Gemacht worden sind, da ja im Zentrala:i-Mliüß ein t-ro:'» r Teil der Aufgaben (,1er Reichsvertrefung konzentriert ist. Wer den Bericht studiert, der durch sehr tili' rechtliche i ilscderung und mit Hälfe eines Sachverzeichnisses den ('eherb'ick erleichtert, lernt einen großen Teil der aktuellen Probleme des Judentums in Deutschland kennen und wird vor der von den Sachbearbeitern des Zcntralausschiisses und der Leitung der Reichsvertretung geleisteten Arbeit alle Hochachtung empfinden. Gewiß unterliegt diese Arbeit der Kritik der Oeffcntlichkeit. und an dieser Stelle ist, wenn es not tat, mit ihr auch nicht zurückgehalten worden. Dennoch steht das Positive, das geleistet worden ist, so stark im Vordergrund, daß dahinter die kritischen Erwägungen zurückstehen. Man muß bedenken, daß der größte Teil dieser Arbeiten innerhalb eines zahlenmäßig und der materiellen Kraft nach schrumpfenden Judentums geleistet worden ist, und daß es sich um Notstand s a r b c i t c ri handelt, die da/u dienen sollen, die bestehenden Sorgen von den Gemeinden und den Einzelnen abzuwenden und die Voraussetzungen für eine neue Existenz der .Menschen außerhalb Deutschlands zu schaffen. Die Gebiete der Wirtschaftshilfe, der Berufsumschic ht u n g und der Wa n d e ru n g nehmen daher einen besonders großen Raum innerhalb der Arbeit des Zentralausschusses und auch dieses Berichtes ein. In gewissem Maße kann man auch das Sc hui werk der Reichsvertretung, dem naturgemäß unser besonderes Interesse gilt, in diesen Rahmen miteinbeziehen. Gerade hierbei zeigt es sich, wie sehr die Fragen des Schulwesens vor 1033 vom Judentum in Deutschland vernachlässigt wurden. Heute gilt es, all das, was in langen Jahren versäumt wurde, unter äußerst schwierigen Bedingungen einigermaßen nachzuholen. K. L London, 22. Februar. (JTA.) Die Sympathien der britischen Arbeiterschaft für das jüdische Aufham» erk in Palastina wurden auf einem in London zu Ehren der a m e r i k a n i s c h - j ii d i s c h e n Arbeiterdelegation veranstalteten Empfang zum Ausdruck gebracht, bei dem neben führenden Persönlichkeiten der englischen Arbeiterbewegung auch der in London weilende Leiter des politischen Departements der Jewis Agency, Mosche Schertok, das Wort ergriff. Der Vorsitzende, M. R o s s e 11 i, hob einleitend die bedeutende Rolle hervor, die die jüdische Arbeiterschaft bei der Lösung der Probleme des jüdischen Volkes zu spielen berufen sei. Die einigende Kraft hierbei werde zweifellos von der Arbeiterbewegung in Pakästina ausgehen. J. L. Eine überbrachte die Grüße der jüdischen Arbeiterschaft Londons und sprach die Hoffnung aus, daß die jüdische Arbeiterbewegung Englands nach dem Beispiel der Amerikaner ebenfalls eine Arbeiterdelegation nach Palästina entsenden werde. Der Sekretär der Labotir Party, James Midd- 1 et ort, erklärte, die jüdische Sache sei dem Herzen des englischen Volkes immer nahe gewesen. Die Arbeiterschaft habe sich darüber gefreut, daß das große Experiment in Palastina in Angriff genommen wurde und Juden in allen Ländern versuchten, ihre Heimstätte in Zion auszubauen. Mit Freude könne er auch im Namen der gesamten Arbeiterschaft Englands feststellen, wie stark die Bande sind, die die Juden Amerikas mit denjenigen Palästinas verknüpfen. Der Vorsitzende des Londoner Grafschaftsrats, Herbert Morrison (einer der wichtigsten Führer der Labour Party), bekannte, daß er von seinem letzten Besuch in Palästina voller Begeisterung zurückgekehrt sei. Palästina sei ein wunderbares Land, und das jüdische Volk dort leiste hervorragende Arbeit, ganz besonders in der Landwirtschaft. Die auf dem Gebiet landwirtschaftlichen Kooperativwesens in Palästina gemachten Anstrengungen seien die schönsten, die er kenne, und die mit Begeisterung vollbrachten Arbeitsleistungen geschahen um des Gemeinwohls und nicht um des materiellen Gewinns des Einzelnen willen. Die Juden in Großbritannien und Amerika könnten stolz, sein auf das, was ihre jüdischen Brüder in Palästina tun, es sei dies ein herrliches schöpferisches Werk. Im Namen des Keren Hajessod begrüßte die Abordnung Rev. M. L. Perl zweig. Er wies darauf hin, daß es der jüdischen Tradition entspreche, wenn das Jüdische Nafionalheim auf der Grundlage sozialer Gerechtigkeit errichtet werde. Es sei Pflicht, die Britische Regierung zu veranlassen, daß sie darauf achte, die Zerstörung dessen, was die Juden für ihr Land und als Beispiel für die Welt aufgebaut haben, zu verhüten. Die Unterhaus-Debatte (Fortsetzung von Seite 1) Abg. Cfossley: Sie wurden in Palästina mit größter Mäßigung unterdrückt. Von keinem britischen Soldaten wurde ein Schuß abgegeben, bevor nicht auf britische Soldaten geschossen wurde. Das war die richtige Taktik. Englische Soldaten haben immer den Wunsch, Freunde der Bevölkerung des Landes zu werden, in das man sie schickt. Abg. Campbell Stephen (Unabhängige Arbeiterpartei), der vor kurzem Palästina besucht hat, widersprach der Ansicht, daß eine Frage, die von einer Kgl. Kommission geprüft wird, als in Schwebe zu betrachten und das Parlament nicht berechtigt sei, über sie zu debattieren. Eine solche Theorie sei vom Parlament niemals befolgt worden. Der Redner kam sodann auf seine Beobachtungen in Paliistina zu sprechen und stellte fest, daß er überall auf scharfe Kritik an der Haltung der dortigen Behörden gestoßen sei. Die Bevölkerung Pakistinas sollte nicht für diese Ausgaben haftbar gemacht werden, denn niemand in Palästina glaube, daß alle diese Soldaten nur im Zusammenhang mit den Unruhen nach Palästina geschickt worden seien. Sie hätten sich vielmehr dort mit Rücksicht auf die allgemeine Lage des Reiches befunden. (Der Kolorüenminister schüttelt verneinend den Kopf.) Der Abgeordnete fragte nunmehr den Minister, wer behauptet habe, daß Truppen in solcher Stärke erforderlich waren, um mit den Unruhen fertig zu werden. In Palästina habe er feststellen können, daß diese Ausgaben höchst unnötig waren und hauptsächlich gemacht wurden, weil die Palästina-Verwaltung sich als unfähig erwiesen habe. Ich glaube, sagte der Redner, daß die öffentliche Aufmerksamkeit so stark wie möglich auf das gelenkt werden sollte, was in Palästina geschieht, damit in Zukunft solche Ausgaben überflüssig werden. Abg. W. Gallacher, der einzige Vertreter der Kommunistischen Partei im englischen Parlament, protestierte gegen die Annahme, daß die Araber Raufbolde und Banditen seien. Die Unruhen in Palästina seien darauf zurückzuführen, daß die Araber genötigt waren, eine glänzende Kundgebung zur Aufrechter h a rt u n g ihrer Unabhängigkeit zu veranstalten. Daß das Geld verschwendet worden sei, sei auch seine Ansieht. Hätte man es dazu benutzt, um in Palästina einen Legislative Council zu schaffen, dann hätte es keine Unruhen in Palästina gegeben. Er wolle dem Kolonienminister raten, in allen solchen Fällen bis an die Grenze der Benutzung demokratischer Institutionen zu gehen, bevor Bombe und Bajonett angewendet werden. Antwort des Kolonienministers In seiner Antwort an die Debatte-Redner führte Kolonienminister Qrmsby-üore aus: Ich halte es für klug, mit Aeußcrungen über die Politik in Palästina z tt r ü ckzuhaltcn, bis uns der Bericht der K g f. Kommission vorliegt. Bevor die Kommission ihren Bericht nicht erstattet hat, kann ich mir keine Meinung über die von uns zu befolgende Politik bilden, denn die Kommission ist aufgefordert Worden, die den Unruhen zugrunde liegenden Ursachen zu uniersuchen. Zu den einzelnen Punkten, die während der Debatte berührt worden waren, bemerkte der Kolonienminister, daß die Entsendung von Truppen nach Palästina keineswegs verschwendete Mühe gewesen sei. Col. Wedgwood scheine zu meinen, daß Truppen überflüssig seien, wenn sie nicht eine Menge Menschen töten. Die Truppen hätten aber das Ziel, um dessentwillen sie entsandt wurden, erreicht. Jetzt seien sie zum größten Teil zu Hause und die Lage sei eine wesentlich andere, als damals, als sie hinausgeschickt wurden. Bevor die Kommission nach Palistina kam, habe es dort einen allgemeinen Araberstreik gegeben und der Kommission wurde, die Anerkennung verweigert. Jüdische Siedlungen, Transport- Der Generalsekretär des Transporfarbcitcrverbandes, Er n est Bevin, betonte, die Schwierigkeiten bei der Verwaltung des Palästinamandats seien darauf zurückzuführen, daß die Lage nicht von Anfang an klar umschrieben wurde. Es sei bemerkenswert, daß das hervorstechendste Merkmal in der Entwicklung des jüdischen Volkes nach seiner Rückkehr nach Palästina, ungeachtet seiner sonstigen individualistischen Tendenzen der großzügige soziale Charakter aller Arbeit sei. Auch habe der alte jüdische Stamm, dem die Verhältnisse jahrhundertelang den liandel aufgezwungen haben, sich in Palästina im Laufe von wenigen Jahren mit der Scholle verbunden. Ansprache Schertoks Mosche Schertok gab zunächst seiner Genugtuung über die ihm hier gebotene Gelegenheit Ausdruck, die Bekanntschaft mit den Vertretern der Arbeiter Englands zu erneuern. Die Geschichte der Menschheit, fuhr Schertok fort, ist kurz. Denn nach 2000 Jahren der Trennung von Palästina ist es gelungen, die Juden zur Rückkehr in das Land zu bewegen; nach 2000 Jahren des Wanderns über die Welt kehren wir heim, als sei uns nichts geschehen. So haben wir diesen historischen Abgrund üb e r b r ü c k t. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Erdball ebenso klein, wie die Menschheitsgeschichte kurz ist. In Palästina sind der amerikanischen Delegation Juden aus 25 Ländern vorgestellt worden. Und diese Juden trugen in sich nicht mehr das Bewußtsein, aus verschiedenen Ländern gekommen zu sein, sondern fühlten sich als die Vertreter eines einzigen Volkes, das in einem einzigen Lande lebt. Wenn ein Volk sich entschließt, Herr seines Schicksals zu werden, dann unterliegt es unerbittlichen Gesetzen und hat es mit der Welt zu tun, wie sie ist. Weitere Begrüßungsansprachen hielten noch Miß Susanne Lawrence und der frühere Abgeordnete Barnett J a n n e r. Im Namen der amerikanischen Abordnung antwortete Max Zaritsky. Ein Hoffnungsstrahl sei dem jüdischen Volk von Großbritannien geschenkt worden. In Amerika empfinde man Dankharkeit für diese dem jüdischen Volk gebotene Gelegenheit, seine Fähigkeifen zu erweisen. Was die Abordnung in Palästina gesehen habe, sei überraschend. Der Jude habe seine Befähigung zum Landarbeiter dargetan. Der Histadritth, detn großen Arbeiterverband Palästinas, sei Anerkennung zu zollen, nicht weil sie 100 000 Arbeiter zusammengeschlossen hat, sondern weil sie das Rückgrat des jüdischen Lebens in Palästina, der Rahmen der Eleimstätte und die Grundlage der jüdischen Zukunft geworden sei. Die Arbeiterbewegung in Palästina fordere verstärkte Einwanderung, um die Einwanderer dessen teilhaftig werden zu lassen, was sie errungen hat. mittel, Eisenbahnen, Telegraphenleitungcn wurden angegriffen. Am 12. Oktober hatte all dies aufgehört. Der Streik war beendet. Der Verkehr wurde wieder aufgenommen. Und wenn man auch nicht sagen könne, daß die Verbrechen vollkommen aufgehört haben, so seien es doch auf alle Fälle jetzt viel weniger. Die Kommission konnte Aussagen entgegennehmen. Es hätten keine weitergehenden Gründe für die Entsendung der Truppen nach Palästina bestanden. Matt habe sie im September hinausgeschickt und zu Weihnachten seien sie zum größten Teil wieder zu Hause gewesen. Wedgwoodr Wurden sie a n g c f o r d e r t? t Minister Ormsby-Gore: Sie sind nicht in solcher Zahl angefordert worden. Ich halte so nach Beratung mit dem Gencralstab entschieden. Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, daß eine ganze Division entsandt worden ist. Hierzu machte der Earl of W int ertön die Bemerkung,, daß der Kolonienminister nicht wirklich sagen wolle, daß er die volle Verantwortung übernehme, sondern daß eine Entscheidung des Kabinetts vorlag. Minister Ormsby- Gore bestätigte dies. Er habe die Verantwortung des Kabinetts gemeint, da er im Namen der Regierung spreche. Der Minister fügte hinzu, daß seit längerer Zeit * t viele verbotene Waffen und Munition nach Palästina eingeschmuggelt wurden, besonders Im letzten Jahre. Die Bemühungen, 'dtei Waffeneinfuhr im letzten Jahre zu kontrollieren, seien erfolglos gewesen. Es sei äußerst schwierig, Waffen und Munition zu entdecken, die in den Dörfern verborgen sind. Man könne sie nicht ohne sehr drastische Maßnahmen bekommen. Man habe es in Palästina nicht mit einem großen demokratischen Lande zu tun, sondern mit einer Situation, in der sich sehr ernste Rassen- und Religionsschwierigkeiten ergeben. Wedgwood: Vergleicht der Minister den Waffenbesitz, von Leuten, die die Waffen nur benutzen, um ihr Leben zu verteidigen, mit demjenigen von Menschen, die sie zum Mord benutzen? Der Kolonien minister: Ich werde eine so unkluge Frage nicht beantworten. Ich würde damit nur Schaden stiften. Ich habe nur erklärt, daß nach dem Gesetz kein Zivilist ohne Bewilligung der Palästina-Regierung im Besitze von Waffen sein dürfte, daß es aber eine erhebliche Menge von Waffen auf beiden Seiten gibt. 25 Jahre Hadassah Am 25. Februar (zu Purim) feiert die zionistische Frauenorganisation Amerikas „Hadassah" das 25jährige Jubiläum ihres Bestehens. Die Organisation umfaßt heute 55 000 Mitglieder. Sie hat bisher über 9 Millionen Dollar für Palästinazwecke investiert. An der Errichtung der neuen Universitätsklinik in Jerusalem, die jetzt mit einem Kostenaufwand von 800 000 Dollar gebaut wird, ist sie wesentlich beteiligt. Auf dem Gebiet der Volkshygicne und Gesundheitsfürsorge ist die Hadassali in Palästina führend. In Amerika leistet sie eine umfassende kulturelle Erziehungsarbeit unter ihren Mitgliedern. Diese Tiitigkeit wird im laufenden Jahre unter der Leitung eines Beirats, dem hervorragende Pädagogen angehören, erweitert. Gegründet wurde die Hadassah von Miß Henrietta Szold, die lange Zeit als Präsidentin an der Spitze des Verbandes stand. Die jetzige Vorsitzende ist Mrs. Schoschanna Jacobs. Hauptjchriftleiten Dr. Robert W e 11 s c h, Berlin - Chadottcnburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loe w entstein, Berlin W 15. Anzeigcniciter und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 6 vom 1. April 1936. Verlag und An- Beigenverwaltunjc: Jüdische Rundschau, Bei l in W 15, Meinekestr. 10. D.A, Jaauai 34 275. — Druck: Siegfried Scholen», Bla.-Schdneberg.

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