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Jüdische Rundschau · 1937-02-19 · Heft 14 (19.2.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 14 (19.2.1937)
Date
1937-02-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 14, 19. II. 1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Um das Zukunftsbild Pflug und Schwert, Gold und Scherben Zu revisionistischen Kundgebungen Mit großem Interesse hat die zionistische Welt die Vernehmung Jabotinskys verfolgt. Wie auch immer die Einstellung zu den politischen Ideen Jabotinskys sein mag, so kann diesem Mann doch niemand bestreiten, daß er ein glühender jüdischer Patriot ist und daß er mit seiner ganzen Kraft versucht, dem jüdischen Volk aus seiner Not den Weg nach Palästina bahnen zu helfen. Die Forderungen, die Jabotinsky dort im Namen seiner Partei erhoben hat, sind nicht neu. Wir kennen seine Ansprüche auf den Judenstaat zu beiden Seiten des Jordan, auf die jüdische Legion, auf ein Kolonisationsregime, das in erster Reihe die Aufgabe haben soll, dem zionistischen Aufbauwerk die volle Unterstützung und Hilfe der Regierung und der Beamtenschaft zuteil werden zu lassen. Es scheint uns, als ob diese Formulierungen heute nicht mehr von großer Wichtigkeit sind. Ob der Zionist sein Endziel in einem „Jüdischen Nationalheim", in einem „binationalen Staat" oder in einem „Judenstaat zu beiden Seiten des Jordan" mit einer starken arabischen Minorität sieht, sind letzten Endes Unterschiede, die mehr Nuancen der zionistischen Zukunftshoffnung sind als ideologische Fragen, an denen sich die Geister scheiden könnten. Ob wir in Palästina zu einer jüdischen Legion oder einer verstärkten jüdischen Polizei gelangen, sind gewiß Fragen von praktischer Bedeutung, aber ihrem Wesen nach nicht so unterschiedlich, daß sich durch ihre Erörterung die Wege trennen können. Schon wichtiger gewiß ist die Stellung Jabotinskys zur englischen Mandatarmacht. Es scheint uns sehr schwierig zu sein, auf der einen Seite den Vertretern der englischen Regierung zu erklären, daß man zu einer harmonischen Kooperation bereit sei, auf der anderen Seite damit zu drohen, daß ja auch eine andere Macht sich bereit finden könnte, England das Mandat abzunehmen. Wir wollen nicht über den Wert der Zuckerbrot-I'eitschen-Pädagogik streiten; auf jeden Fall scheint sie dann unangebracht, wenn derjenige, der sie anwenden will, um vieles kleiner und schwächer ist als der Partner, der Objekt dieser Behandlung sein soll. Eine Kluft zwischen unseren und den Plänen Jabotinskys, seiner Auffassung vom Zionismus und vom Aufbau Erez Israels aber tut sich in der Tat auf, wenn Jabotinsky darüber spricht, wie er sich die Struktur Palästinas vorstellt. Nach den Berichten hat Jabotinsky auf eine Frage .nach der Aufnahmefähigkeit Palästinas geantwortet, im modernen Staat spiele die Landwirtschaft nicht dieselbe entscheidende Rolle wie in f r ii h c - ren Jahren, und wesentlich für ein handel- und industrictreibendes Volk sei die Qualität der Einwohner. Die Aufnahmefähigkeit eines Landes hänge von der Beschaffenheit seiner Bevölkerung ab. Jabotinsky soll dann weiter ausführlich über Palästina als zukünftiges Industrieland gesprochen haben. Hier trennen sich die Geister. Das jüdische Volk in der Diaspora ist infolge einer geschichtlichen Entwicklung und ganz gewiß nicht durch eigene Schuld hineingepreßt worden in die Berufe des Kaufmanns, des Händlers, des Hausierers und Akademikers. Diese Berufe umfassen die Hauptmassen der jüdischen Menschen in allen Ländern. Demgegenüber ist die Zahl der Handwerker klein und die der Landwirte verschwindend. Diese unglückliche Bcrufsstruktur, die den Juden in die Städte getrieben hat und die ihn überall in der Welt abhängig macht von dem Auf und Ab der Konjunktur, der Gunst der Umwelt und den Schwankungen der Weltwirtschaft, hat ihm gleichzeitig den Vorwurf eingetragen, daß er nicht arbeiten wolle und auf Kosten der anderen Völker als Schmarotzer in ihrer Wirtschaft sitzt. Die grundlegende Erkenntnis des Zionismus war die, daß die Juden nicht so bleiben können wie sie sind, und daß eines der Hauptziele beim Aufbau des jüdischen Nationalheims darin liegt, die Bcrufsstruktur der Juden grundlegend zu ändern und eine Wirtschaft aufzubauen, deren breite Basis die in den Händen der Juden liegende Urproduktion ist. Wenn heute die Tore Palästinas für eine unkontrollierte Einwanderung weit geöffnet würden, wäre die Folge das Hineinströmen der jüdischen Massen aus den Ländern schweren Drucks, eine Ueberfüllung der Städte und der bereits unerträglich übersetzten Berufe und eine Verschmälerung der Basis, auf der das ganze Palästinawerk ruht, die wahrscheinlich in kurzer Zeit das ganze Wirtschaftsgerüst nicht mehr tragen könnte. Nicht die Legion, nicht die Industrie und nicht ein noch so blühender Handel werden uns zu wirklichen Besitzern des Landes machen. Das Land gehört dem, der es pflügt. Es wäre auch verhängnisvoll zu glauben, daß Bodenkäufe noch so großen Ausmaßes uns in den wirklichen Besitz des Landes bringen können, wenn wir diesen Boden nicht selbst bearbeiten. Ein jüdisches Großgrundbesitzertum mit arabischen Fellachen, die den jüdischen Besitzern die Bearbeitung des Bodens abnehmen, käme auf die Datier dem Verlust des Bodens gleich. Wir können nicht Gold an die Stelle des mit dem Boden des Landes verwurzelten jüdischen Bauern setzen. Zu echten Besitzern Palästinas werden wir nur durch eine starke jüdische Siedlung werden und nur dann, wenn wir die landwirtschaftliche und gärtnerische Produktion in unseren Händen haben. Die Aufnahmefähigkeit Palästinas und die Einwanderungsinöglichkeiten nach Palästina werden so groß sein wie die Kolonisierung des Landes durch uns, d. h. je mehr Bauern, Landwirte, Gärtner wir dem Land zur Verfügung stellen können, desto mehr städtische Arbeiter, Kaufleute, Akademiker kann das Land aufnehmen und absorbieren. Es sind aber ganz gewiß nicht nur wirtschaftliche Gesichtspunkte, die uns zu Trägern dieser Autfassung machen. Aus dem Boden zieht ein gesundes Volk seine Kraft. Das jüdische Volk ist krank. Seine Krankheit heißt Gallith. Diese Diagnose hat der Zionismus gesteilt und damit den Anstoß gegeben, einen Heilungsplan großen Umfangcs zu entwerfen und durchzuführen. Die Therapie besteht nicht in der Verpflanzung der Juden aus Nalewki, Whitechapel oder Bronx mit dem Hausiererkasten oder dem Warenbalien nach Tel-Awiw oder Jerusalem, sondern in der revolutionären U m g e s t a 1 - t u n g der wirtschaftlichen, beruflichen und geistigen Entscheidung der jüdischen Jugend und aller derer, die sich Zionisten nennen. Das bedeutet gewiß nicht, daß wir nach Palästina n it r Landwirte, Arbeiter und Gärtner hereinlassen wollen. Wir müssen aber wissen, daß nur, wenn die Relation zwischen beiden Gruppen eine gesunde bleibt, eine Einwanderung wirklich großen Umfangcs auf die Dauer möglich ist. Auch der Zionismus in Deutschland hat bei der Verwirklichung seiner Erziehtmgsvorstcllungeu in Palästina oft versagt. Wenn gewiß Tausende junger jüdischer Menschen den Weg in Erez Israel aufs Land gefunden haben, so sehen wir mit Besorgnis auf der anderen Seite die große Zahl von Wirtschaftsberatern, Dcviscnbcratcrn, Treuhändern usw., die in den Städten Palästinas geblieben sind, und in ihrer Zahl sicher nicht einem echten Wirtschaftsbedürfnis des Landes entsprechen. Wir sind mit Jabotinsky darin einig, die Möglichkeiten der Einwanderung und des Aufbaus des Jüdischen Nationalheims zu steigern und jede Chance auszunutzen. Es scheint dagegen, daß uns in bezug auf das Bild und die Vorstellung von dem Aussehen des jüdischen Volkes in seiner Heimat viel von ihm trennt. In letzter Zeit mehren sich die Zeichen der Aktivität von Jabotinskys Anhängern auf dem Gebiete der Zerstörung von Einrichtungen und Fensterscheiben zionistischer Aemter und Büros. Nach dem Ueberfall auf das Warschauer Palästina-Amt hören wir jetzt von einem revisionistischen Lieberfall auf die Büroriiumc der Jewish Agcncy in Jerusalem. Die Telegramme aus Palästina berichten lakonisch, daß gewisse Räume des Organisations- und Immigrations-Dcpartements nach dem revisionistischen Ueberfall ein Bild der Verwüstung „wie nach einem Pogrom" JOACHIM PRINZ Das leben im Ghetto Jüdisches Schicksal in 5 Städten Das neue Buch 2*0 Seiten Ganilelncn RM 3.60 ertcheint am 5. April (N«dl Erschein« kottft du« Wirk RM 4.R0) Subikrlption durch alle jdd. ßuchhandlg. u. den Verla;; Erwin Löwe, Berlin W 50 böten. Möbel können ersetzt und repariert werden, Fensterscheiben kann man erneuern, auch die Verletzungen von Menschen können ausheilen. Was irreparabel ist, ist der zerstörte Glaube an den echten Zionismus von Menschen, deren Argumente im günstigen Fall Böllerschüsse und Knallfrösche, im ungünstigen dagegen Stuhlbeine und zerbrochene Fensterscheiben sind. Unsere Vorstellung einer echten Opposition ist nicht eine von Radaumachern. Selbsterziehung und Selbstbeherrschung gehören zum Bilde der Erneuerung des jüdischen Menschen durch den Zionismus. Unerschüttert bleibt unser Unglaube an die dauernde Wirksamkeit von Gewalt und Roheit. Es handelt sich nicht um einen blutleeren Pazifismus, dem wir das Wort reden. Der Jischuw wird, wenn es notwendig ist, auch der Gewalt die Gewalt entgegensetzen und mit der Waffe in der Hand seine Siedlungen und seine Städte verteidigen. Wenn aber die innerzionistischen Auseinandersetzungen Formen annehmen, bei denen es nicht mehr möglich ist, eine Anschauung über Weg und Ziel durch Ucber zeugung durchzusetzen, sondern bei der es darauf ankommt, wer die dicksten Knüppel, die größten Steine und die meisten Schreier hat, dann stellt es um unsere gemeinsame Sache schlecht. Wir können uns denken, daß auch Jabotinsky nicht sehr stolz auf diese seine Anhänger ist. H ans Friedenthal Scharfe Kritik des „Haarez" Die Tel-Awiwer Tageszeitung „Haarez" bringt, wie aus Tel-Awiw berichtet wird, einen Leitartikel von Glükson, in dem dieser Jabotinskys Aussagen einer scharfen Kritik unterzieht. Das, was in Jabotinskys Aussagen richtig ist, so schreibt er, ist nicht neu, und das, was neu ist, ist schädlich und unverantwortlich. Wenn man dagegen die Aussagen der Jewish Agcncy betrachtet, so müsse man feststellen, daß diese sowohl in ihren Aussagen, als auch in ihrem die Beschwerden zusammenfassenden Memorandum dieselben Punkte in weitaus verantwortlicherer und eindrucksvollerer Weise vorgebracht hat; so habe auch Ben Gurion ciie Idee des jüdischen Staates viel wirkungsvoller zum Ausdruck gebracht. Glükson ist der Ansicht, daß jabotinskys Aussagen eher für i n n e r p o 1 i t i s c h e Propaganda als für Wirkung nach außen hin berechnet waren. Seine Bemerkungen über einen eventuellen Uebergang des Mandates für den Fall, daß England seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, und seine lobende Anerkennung der Politik der polnischen Regierung bezeichnet Glükson als äußerst unklug, und er sieht einen noch größeren Mangel an Verantwortlichkeitsgefühl in Jabotinskys Versuch, die Kgl. Kommission zum Schiedsrichter zwischen seiner Gruppe und der Zionistischen Organisation zu machen. Französische Kritik an der zionistischen Bewegung. Unser Pariser K.-Berichterstatter schreibt uns: Der französische Schriftsteller Rene P i n o n, der als Spe/i ilist für Probleme des Vorderen Orient gilt und der u. a. ein Buch über „Europa und das oltomanisehe Reich" veröffentlicht hat, nimmt in einem ausführlichen Art kei in der Zeitschrift „Merctire de France" zu den palästinensischen Problemen Stellung. Unter voller Anerkennung der positiven Leistungen des Zionismus in Palästina kommt Pinon zu einer Kritik der psychologischen Fehler, die von allen Seiten und auch von den zionistischen Führern in Palästina begangen worden seien, und die zu der Entstehung des Unruhezustandes beigetragen hätten. Die wichtigste Voraussetzung einer dauerhaften Befriedung Palästinas sei ein Verzicht auf den Geist des intransigenten Nationalismus auf beiden Seiten. Dieser Geist sollte gerade den Juden fremd sein. Das Schicksal Palästinas und des Jüdischen Nationalheiins hänge eng mit der geistigen Entwicklung unserer Zeit zusammen. DAS 11LII Raw Jehuda sagfe Im Namen des Raw: Verboten ist es dem Menschen zu essen, bevor er seinem Vieh Futter gegeben hat, denn es ist gesagt: „Ich werde Kraut auf deinem Feld für dein Vieh geben", und dann: „Du wirst essen und ersahen" (5. 5. M. 11,15). b. fteradiot 40 a Uebers. v. N. \. GMter Der Mahmil Von M. Y. ßen-gavriel Vor einiger Zeit wurde zwischen Aegypten und der Ssaudiye ein Vertrag geschlossen, dem zufolge die diplomatischen Beziehungen zwischen diesen beiden Ländern am Roten Meer wieder aufgenommen wurden. Wenn man die Geschichte des letzten Jahrhunderts durchblättert, findet man keinen einzigen Krieg zwischen diesen beiden Staaten, so daß die Meldung ein wenig unverständlich erscheint. Um so unverständlicher, wenn man weiß, daß in der Hafenstadt Djiddah die Vertreter aller Mächte sitzen — ausgenommen, die der muslimischen Staaten, die, als Mohammedaner, in der Hauptstadt .Mekka wohnen dürfen — die alle Rechte und Pflichten von Diplomaten, wie in irgendeinem Land der Erde haben. Unter ihnen gab es auch einen Vertreter Aegyptens, der aber diese Rechte nicht genoß, sondern Privatperson war, genau wie der Vertreter Ihn Sands ui Kairo. Die Ursache dieses überaus merkwürdigen Zustandcs ist darin zu suchen, daß Aegypten die ein/ige Macht war, die die Herrschaft der Waldmin nicht anerkannte, wiewohl sehr rege wirtschaftliche und religiöse Beziehungen zwischen diesen beiden Anrainern des Roten Meeres bestehen. Nichts in der Welt hatte die beiden Staaten hindern können, im besten Einvernehmen zu leben, wenn i\- keinen M a h m i I gäbe. Dieser Mahmil war der einzige < irund und Anlaß des beziehungslosen Zustande?, zwischen den beiden großen muslimischen Reichen. Was ist nun dieser Mahmilr Dem Aeußcrcn nach ein viereckiges hölzernes Geste!!, pyramidenförmig, bedeckt mit goldgesticktem Brokat, eine Art Teppich, eine Sänfte, die aber niemals von Meiiscbenfuß betreten wird. Seit Hunderten von Jahren sendet der jeweilige Herrscher des Nillandes diesen Mahmil zur Zeit der großen Pilgerfahrt aut einem schönen weißen Kamel — dem dann lebenslänglich jede Arbeit erspart bleibt - - in pomphafter, militärisch gc-ichci ter Karawane nach Mekka, her religiöse Ursprung der Sitte ist allmählich in Vergessenheit geraten, wahrend der politische Sinn derselben weder von Mekka noch von Kairo je vergessen wurde: die Entsendung des Teppichs wurde als symbolische Handlung dafür angesehen, daß der Herrscher Aegyptens Beschützer, Souverän des Herrschers von Mekka ist. Als nun 1807 die Wahhabi zum erstenmal Mekka eroberten, wurde diese Tradition unterbrochen. Diese Puritaner der Wüste verbaten sich den Besuch, einesteils weil sie sich durchaus unabhängig fühlten, anderseits, weil ihnen alles, was nicht im Koran stellt, ein Greuel ist. Nachdem diese Eiferer aus Mekka vertrieben wurden, schickte man den heiligen Mahmil wieder nach Mekka, doch gab es auch unter dem letzten Sebent, dem nachmaligen König" Hussein, deshalb Zerwürfnisse. Als dann die Wahhabi, 1<)21, Mekka wieder eroberten, kam es zum Zusammenstoß. Der Mahmil wurde auf dem Weg vom Hafen Djiddah nach Mekka, bei Mtinah, von einer fanatisierten Menge von Wahhahi-Partisanen überfallen. Nach einem schweren Gefecht mit der ägyptischen Begleitmannschaft rettete der König persönlich den Tcppich und die Aegyptcr, und schickte sie nach Aegypten zurück, ohne daß sie Mekka betreten hätten. Der Vertreter des Hedschas erklärte, „daß der Mahmil wie ein Götzenbild behandelt würde", wenn er nochmals über das Meer herüberkäme. Nach längeren Verhandlungen erklarte sieh Ihn Saud dann doch bereit, die I icraubriugiing des Mahmil zu gestatten, stellte aber die Bedingung, daß sowohl die wahhabischen (iefülilcn widersprechende Begleitmusik, wie auch die bewaffnete Eskorte, die mit seinen Souveränitätsrechten nicht vereinbar sei, zu I lause bleibe. Beides wurde von Aegypten abgelehnt. Immer wieder fanden in den letzten Jahren Verhandlungen statt, wiederholt wurden auch persönliche Handschreiben der beiden Könige ausgetauscht, aber eine Lösung wurde nicht gefunden, wiewohl der vertragslo.se Zustand der in regen Wechselbeziehungen stehenden Länder imitier wieder zu unliebsamen Komplikationen führte. Nun endlich wurde die Frage des Mahmil ohne Prcstigcverlust für beide Seiten aus der Welt gebracht, und das mohammedanische Aegypten wird zu den heiligen Statten des Islam wieder in geordnete Beziehungen treten, nicht anders wie die nicht-mohammedanischen Staaten. Es ist natürlich kein Zufall, daß das Problem gerade in dieser Jahreszeit gelost wurde, denn ilie Pilgersaison steht vor der Tur, und Aegypten stellt ein gewaltiges Kontingent von Pilgern. (Anfang dieser Woche hat in Kairo unter ungeheurer Beteiligung der Bevölkerung die feierliche Entsendung des Mahmil stattgefunden. — A. d. Red.) Kleine Nachrichten Zu Ehren der Abordnung der jüdischen Arbeiterschaft A in e r i k a s, die vor kurzem Palästina besucht hat, fand in Paris eine von 300t) Personen besuchte Kundgebung statt, bei der die Mitglieder der Abordnung mit großer Begeisterung von ihren Eindrücken aus Palästina berichteten. Die Abordnung wurde auch von Ministerpräsident Leon Blum und von Kolonienminister M out et empfangen. Zur Erinnerung an das Krönungsjahr ha', der jüdische Philanthrop Sir Albert Levy 10 000 Pfund für Wohlfahrtseinrichtungen gestiftet. Der Betrag wird unter 20 Wohlfahrtsinstitutioncii aufgeteilt. Sir Albert hat 1020 einen Wohlfahrtstonds gegründet, dem er Wertpapiere in der Höhe von 250 (X» Pfund zugeführt hat. Der 33jährige John M. Schiff, ein Sohn des verstorbenen Mortimer L. Schiff und Enkel des Philanthropen Jacob FL Schiff, ist in den Rat der Universität New York gewählt worden. Pressemeldungen zufolge befaßt man sich zur Zeit in parlamentarischen Kreisen Polens mit verschiedenen Plänen zur A .r.derung der Wahlordnung. Eines dieser Projekte, dessen Urheber der Abgeordnete Studnicki ist, sieht die Einführung einer besonderen Wahlkurie für Juden vor. PURIM-HEGILLA nur gjj Bpf. Vollständig punktierter Text in SOFER-Originalwiedergabe mit deutscher Uebersetzung und Bildern von Otto Geissmar, 21x240 cm, in Rollenform und silberfoiiierter Hülle inox n^aa Zu beriehen durch den jüdischen Buchhandel oder gegen Voreinsendung, zuzügl.8 Rpf.Porto durch den JUdlschen Buch- und Zeitschriften -Verlag Robert Alter, Berlin SW «8, SchUtzenstrafte 52 Postscheckkonto Berlin 33B6

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