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Jüdische Rundschau · 1937-02-12 · Heft 12 (12.2.1937) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 12 (12.2.1937)
Date
1937-02-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Ii Nr. 12, 12. 11.1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Zum Andenken Shmarya Levins Neue Siedlung von Juden aus Deutschland Die mit Hilfe der Jcwish Agency gegründete Oesellschaft für städtische und ländliche Siedlung „Rassco" hat in dem dritten Rayon der Kolonie Herzliah ein Gebiet von 600 Dunam erworben, auf dem eine neue landwirtschaftliche Siedlung errichtet wird. Zum Andenken an Dr. Shmarya Lcvin soll die Siedlung den Namen „K f a r S c Ii m a r j a h u" erhalten. Es wurde bereits eine Straße durch das Siedlungsgebiet gezogen und ein Brunnen gebohrt. Jetzt beginnt man mit der Errichtung der Häuser. Es sollen in der neuen Kolonie 10 Familien angesiedelt werden. Aus dem neuen Dorf, das hauptsächlich Einwanderer aus Deutschland unifaßt, wird uns berichtet: Das erste Fest, welches wir neuen Siedler auf unseren Boden veranstalteten, war Chamischa assar b'sehwat. Wir sind schon 17 Familien, die in Esor Gimmel provisorisch wohnen, bis unsere Häuser gebaut sind. Unsere Kinder besuchen vorläufig dort den Gan und die Schule. 30 Kinder kamen zur Feier. Die älteren Siedler von Herzliah, die teilweise schon 12 Jahre am Platze sind, benutzten die Gelegenheit, sich den Aufbau der neuen Siedlung anzusehen. Wir waren stolz, in den sechs großen Hühnerställen unsere Aufzucht der Küken zu zeigen, die in wenigen Wochen an die ersten Siedler verteilt werden. Das ganze Gelände ist von einem hohen Zaun eingefriedet, so daß sich das zu besiedelnde Terrain deutlich markiert. Wir hatten einen kleinen Fcstplatz am Abhänge mit blauweißen Fahnen abgesteckt, und es war ein sehr feierlicher Moment, als unser erster „Bürgermeister" die blau-weiße Fahne am Mast hochzog. Dr. Landsberg, der Leiter der Rassco und ehemalige Vorsitzende der ZVfD., brachte uns die Glückwünsche der Rassco zu dem neuen Aufbau. Kurt Oestreicher Wie Transjordanien entstand Anläßlich der Nachrichten, daß die Peel Kommission ihre Untersuchungen in London fortsetzen wird, schreibt „Haarez": Winston Churchill wird der Royal Commission erzählen können, wie das A b k o m m e n ni i t E m i r Abdullah über seine Einsetzung in Transjortlanien zustande kam. Zwei Bedingungen wurden damals mit dem Emir vereinbart: daß er die Angriffe auf die französische Herrschaft in Syrien von Transjordanien aus verhindert und daß er friedliche Beziehungen zu Palästina unterhält, wo Großbritannien den Aufbau des Jüdischen Nationalhcims zugesichert hat. Diese beiden Bedingungen nahm Emir Abdullah an. Die Annahme erfolgte nach eingehenden Erörterungen zwischen Emir Abdullah und seinem damaligen Ratgeber Auni Bcy Abdul Hadi und Churchill. Haben beide dieses Abkommen vergessen? Emir Abdullah hielt die ganzen Jahre über sein Versprechen. Aber in letzter Zeit fielen mehrfach Aeußertingen aus seinem Munde, die mit seiner damals übernommenen Verpflichtung unvereinbar sind. Uns interessiert zur Zeit, daß die Royal Cornmission aus erster berufener Quelle einen Bericht darüber erhält, in welcher Weise die den Arabern gegebenen Versprechungen bezgl. der Schaffung selbständiger Landesregierungen im Irak, Hedsehas und in Transjordanien durchgeführt wurden und daß es notwendig sei, auch die dem jüdischen Volke gegebenen Versprechungen bezgl. Palästinas einzuhalten. _ Lage der Juden im Jemen Anläßlich der Aussage des Mufti vor der Kgl. Kommission, die besagte, daß die Juden in allen arabischen Ländern volle Gleichberechtigung genießen, bringt der „Dawar" ein Eingesandt eines vor mehreren Monaten aus dem Jemen nach Palästina eingewanderten Juden, das die Lage der dortigen Juden schildert: Der jetzt regierende Imam hat gleich nach seinem Regierungsantritt allen jüdischen Bodenbesitz beschlagnahmt und die Juden aufgefordert, ihn von neuem zurückzukaufen. Obgleich man eigentlich den Juden das Recht auf Bodenbesitz aberkennen wollte, zwang man sie zum Rückkauf. Wollen nun diese Juden den Jemen verlassen, so beschlagnahmt mau ihnen diesen erneut erworbenen Besitz. Türken, Arabern und Christen aber steht die Auswanderung frei. In den Dörfern Palästinas trifft man viele jemenitische Araber, die die Prosperity nach Palästina gebracht hat. Den Juden aber ist die Auswanderung gänzlich verboten. Sie dürfen noch nicht einmal ihren Wohnort verlassen, sie hinterlegten denn eine hohe Bürgschaft für ihre Rückkehr. Vor kurzem wurde ein Jude, der an einen Ort reiste, der in der Richtung auf Aden liegt, unterwegs aufgegriffen, in Ketten gelegt und zurückgebracht und im Gefängnis so sehr gefoltert, daß er an den Folgen starb. Auch sonst sind die Juden im Jemen Qualen und Demütigungen ausgesetzt: Sie dürfen nicht in normaler Weise auf einem Tier reiten, sondern müssen seitlich aufsitzen. Sie dürfen an einem Araber nicht von rechts vorbeigehen. Sie müssen jeden Araber mit „Herr" anreden, die Araber hingegen sind verpflichtet, sie nicht einfach bei ihrem Namen, sondern mit Schimpfnamen zu rufen. Seit neuestem ist es jüdischen Frauen und Mädchen verboten, öffentlich Schmuck zu tragen. Dies sind nur einige Beispiele für die Leiden der jemenitischen Juden. Der Einsender meint, daß auch die Juden des Irak über Bedrückungen und Zurücksetzungen zu klagen haben. tl tUM n 1) 111 j 1111! M11111) 1111M111..............ri F1) 11 n M11T M M1 f M11......111M111111UI II 111! t < h < i m........(i ri 111111MI f r 111m! t! 111LU1M!; M! ( „Jüdische Nationaltracht* Bei einer Modenschau in Tel- Awiw wurde der nebenstehend abgebildete Entwarf eines „Jüdischen Nationalkleides" vorgeführt. Foto: Werner Gol<iichmidt Tel-Awiw Neues und altes Jerusalem Gegen Verschandelung der Stadt „Der Anblick des neuen Jerusalem, das sich mit atemloser Geschwindigkeit über die Hügel ausbreitet, wirkt beängstigend auf diejenigen, die glauben, daß die Erhaltung des Charakters der Heiligen Stadt und die vernünftige Planung der neuen Viertel ein Teil der heiligen Aufgabe sind, die der Mandatarmaeht übertragen wurde." Mit diesem Satz beginnt Prof. Norman B e n t w i c Ii in der Londoner „Times" vom 8. Februar einen Aufsatz gegen die „Verwüstung der Heiligen Stadt". Er weist darauf hin, daß Jerusalem eine der seltenen Hauptstädte sei, in denen es keinen Park gibt und daß die sich dort niederlassenden religiösen und philanthropischen Institutionen noch niemals auf die Idee der Ausschmückung der Stadt mit einem Garten für die gesamte Bevölkerung gekommen'wären. * Die Erwerbung des Oelbcrges würde ein passendes Objekt für eine Jcrttsalemer „Erhaltungsgcscllschaft" — ähnlich den in Oxford und Cambridge bestehenden — sein, die schon seit mehreren Jahren geplant sei, aber immer wieder aus politischen Gründen vertagt wurde. Bentwich weist auf die geplanten Neubauten der Universität hin und hofft, daß Erich M e n d e I s o h n, der ausführe.«''" -Iii.ekt, auch verantwortlich für die Ausdehnung dir Verwa'tuugsgcbämle der Universität und die Zusatzbauten der Bibliothek sein werde, damit eine Stileinheit geschaffen werde. Die Munizipalität plane eine neue breite Straße über den Skopus. Die Steigerung der Bodenpreise und das Fehlen einer Baupolizei haben im Westen der Siadt einen Gebäudemisch m a s c Ii entstehen lassen, der diesen Stadtteil für Generationen verschandelt habe. Wohl gäbe es gewisse geschmackvolle Bauten; aber es sei höchste Zeit zu handeln und die noch nicht bebauten I Eichen zu retten. Bentw ich hebt dann die schonen und s'ilechten Neubauten hervor, darunter das Bürohaus der Jcwish Agency und besonders das RockefcIler-Museum. In einer redaktionellen Notiz erinnert die „Times" an die Verdienste des um die Schönheit der Stadt besorgten ersten Gouverneurs Storrs und fügt hinzu, daß der Protest Bentwiehs gegen die Laissez-faire-Baupolitik die Aufmerksamkeit der Britischen Regierung verdiene. Kehillah ohne Haupt Nach einer Verordnung der Regierung unterstehen die Kehilloth Palästinas dem Jüdischen National:at (Waad Leumi). Die Regierung übt durch die Distriktskommissare eine Aufsicht aus. Die Aufgaben der Kehilloth sind im tiesetz niedergelegt: Soziale Arbeit, Erziehung, Befriedigung der religiösen Interessen. Das Gesetz enthält aber noch eine Generalklauscl, die es der jüdischen Gemeinde ermöglicht, jedes Ziel zu verfolgen, tias der Gesamtheit dient. Die Kehillah ist also eine „Volksgemeindc". Jeder Jude wird durch Geburt oder Zuzug Mitglied der Gemeinde. Das Wahlrecht zur Gemeindevertretung (Waad Hakehillah) ist unabhängig von der Steuerzahlung. Zur Zeit sind von den 73 000 Juden Jerusalems 30 000 wahlberechtigt. Das Wahlalter ist 20 Jahre. Alle drei Jahre muß gewählt werden. Die letzten Wahlen fanden aber schon vor fünf Jahren statt. Wiewohl eine Personenstandsaufnahme als Unterlage für die Wählerliste schon vor einem Jahr vorgenommen wurde, und nach dem Ende der Unruhen eine Wahl möglich wäre — wie ja vor kurzem auch der Nachfolger des Raw Kuk gewählt worden ist — schiebt die Kehillah die Wahlen auf. Der Waad Hakehillah besteht aus 31 Personen, den Vertretern der verschiedenen politischen Parteien. Nach dem Tode Jizchak Eliashars, auf den sich die Parteien geeinigt hatten, ist die Gemeinde ohne Haupt. Da eine Einigung nicht zustande kam, führt jetzt eine im Gesetz nicht vorgesehene Leitung (Hauhalah) aus mehreren Personen die Geschäfte. Für das laufende Jahr beträgt das Budget rund £ 10 000, das Steueraufkommen rund £ 5000. £ 400') nimmt die Kehillah für bestimmte Zwecke, z. B. soziale Aufgaben, ein und gibt sie dafür aus. Das geringe Steueraufkommen beweist, daß nur ein Teil der Juden zu der — übrigens erzwingbaren — Steuerleistung herangezogen worden ist, nämlich diejenigen, die am leichtesten zur Erfüllung ihrer Pflichten zu bringen waren. Dazu gehören die, wie man weiß, disziplinierten Zioriisten aus Deutschland. Manche wohlhabenden Leute der verschiedenen Bevölkerungsgninpen sowie die große Masse sind noch nicht erfaßt worden. Die Steuern werden berechnet nach der Zahl der bewohnten Zimmer. In den Kehilloth der Städte Tcl-Awiw und Haifa ist das Budget größer. In I I a i f a, wo rund 50 000 Juden wohnen, beträgt der Etat für das laufende Jahr rund £ 35 000, davon für das Erzichungswcsen £ 5500 und für soziale Zwecke die gleiche Summe. Die Kehillah Jerusalem wandte aus Steuergeldern nur £ 600 für die soziale Arbeit auf, jedoch £ -1000, wenn man die Erträge der blauen Wohlfahrtskarte, die nach dem Vorbild der Jüdischen Gemeinde Berlin geschaffen wurde, der Zuschüsse des Waad Leumi, des Fonds Esra Uwizaron und die Beiträge von Einzelpersonen hinzurechnet. Das Erzichungswcsen liegt nicht in den Händen der Kehillah, sie unterstützt es nur geldlich durch Zuwendungen zum Erziehungsfonds des Waad Leuini und zu den Kosten der Kindergärten. Das Beerdigungswesen wird von privaten Organisationen versehen, die es zu einer einträglichen, aber unerträglichen Erwerbsquelle machen. Bei voller Wahrung der religiösen Vorschriften müßte gerade auf diesem Gebiet die Würde zur Geltung kommen, die dem jüdischen Empfinden entspricht. Eine Vereinheitlichung der Schechitah, die, wenn man von der Agudas Jisroel absieht, möglich sein müßte, ist bisher noch nicht gelungen. Im vorigen Jahre tobte ein Krieg der einen Schechitah gegen die andere, der auf den Straßen mit Flugzctteln ausgefochten wurde. Der Kehillah obliegt es schließlich, das Budget des Misrad Harabbanuih aufzubringen. Das Rabbinat, nicht das ordentliche Gericht, entscheidet in Fragen des Personenrechts, ferner bei Vereinbarung der Parteien als Schiedsgericht in Zivilsachen. Die Kehillah Jerusalem befindet sich nach alledem in einem schlechten Zustand. Die jetzigen Machthaber, die Neuwahlen scheuen, können nicht als Repräsentanten der jüdischen Bevölkerung angesehen werden. Die Einwanderung der letzten Jahre hat Tauscndc von Juden nach Jerusalem gebracht. Sic stehen der Kehillah fern und wissen nichts von ihr, wiewohl es für sie von Bedeutung ist, daß die Gemeinde ihre Pflichten erfüllt. Das gilt auch für die aus Deutschland eingewanderten Juden, die einen wichtigen Teil der hiesigen Judenheit bilden. Wenn sie bei künftigen Wahlen wohl auch nicht als gemeinsame Gruppe auftreten werden, wie es bei den Stadtratswahlen in Tcl-Awiw geschehen ist, so können sie innerhalb der politischen Parteien, denen sie sich anschließen, ihren Einfluß ausüben und so zu einer Reform und Belebung der Kehillah beitragen. Die Parteien sind an den jetzigen Zuständen schuld. Gäbe es eine öffentliche Meinung im Lande, so wären die seit zwei Jahren überfälligen Wahlen längst erzwungen worden und diejenigen, die rechtswidrig von ihrem Platz nicht weichen wollen, wären beseitigt. Lange nach Ablauf ihrer Amtszeit entfernten sie alle, welche die Kehillah zum Funktionieren bringen und mit neuem Geist erfüllen wollten. Die sachverständige und tatkräftige Vorsitzende der sozialen Kommission, eine im Leben Jerusalems bekannte .Persönlichkeit, und der Generalsekretär, der in einer großen jüdischen Gemeinde Deutschlands Erfahrungen gesammelt hatte, wurden entfernt. An seine Stelle berief man vor anderthalb Jahren Jizchak S a m u u o w, einen Mann, der in glücklichster Weise europäische und hebräisch-jüdische Bildung in sich vereinigt. Samunow, einer alten Gelehrtenfamilie entstammend, Abkömmling des Raw Naitali Zwi Jehuda Berlin, Jurist, kam vor drei Jahren aus London, wo er viele Jahre gelebt und für den Zionismus gewirkt hatte, na"h Jerusalem. Nur zögernd nahm er den an ihn ergangenen Ruf an und stellte UeM-mawi Mofffnow* Herren- und Damen- Ausstattungen Berlin SW, Friedridistraße 50-51 .sich der Kehillah zur Verfügung. Die schwere Aufgabe reizte ihn. Er ging mit aller Hingebung ans Werk und war entschlossen, die Kehillah zu einer wahren „Volksgeiiieinde" zu machen, alle lebendigen Kräfte heranzuziehen und die Schäden zu beseitigen. Manches erreichte er. Aber der lautere, nur der Sache dienende Mann mußte schließlich weichen. Er legte vor kurzem sein Amt nieder. Linen Widerhall haben' diese Vorgänge nicht gefunden. Der Zionisten aus Deutschland harrt hier eine große Aufgabe. Sie haben in Deutschland seit vielen Jahrzehnten auf innerjudisdinn Gebiet positive Kritik geübt und sind ohne jede Rücksichtnahme in aller < Öffentlichkeit gegen die Kliutienw irtschaft vorgegangen. Gemeinsam mit den besten Elementen des Jischuw sollten sie an der Bildung einer ö i f e n t I i c Ii e n M e in u n g arbeiten und die Auswüchse des Parteiwesens, die Kliqiienwirtschaft und den Protektionismus ausrotten. I f a r r y 1: p s t e i n, Jerusalem Jerusalemer Kunstbericht Am vierten Autorenabend der Buchhandlung .,!leatid", Jerusalem, las Schalom Ben-Chorin aus seinen Werken — Verse und Prosa. Der erste Teil des Abends war den Gedichten gewidmet; diese sind größtenteils in seiner zweiten Gedichtsammlung „Das .Wal der Sendung" veröffentlicht. Sie behandeln in der Hauptsache biblische Stoffe. Biblische Gestalten, Männer und Frauen, zogen an uns vorüber, uralte Stoffe in neuem Gewand. Ben- Chorin ist ein Künstler. Ihm gehören alle Ausilnicksmittel: Kraft der Gestaltung, Weichheit der Empfindung. Den zweiten Teil des Abends bildete Prosa-Dichtung: zwei Erzählungen. „Der Löwe des Königs Jerobeam" fußt wieder auf der Bibel. Die zweite Erzählung „Der Augenzeuge" hat sein Fundament im allgemein-menschlichen Leben. Sic ist besonders eindrucksvoll. In der Buchhandlung Divan zeigt die Tel-Awhver Malerin Lotte Rosenberg 20 Aquarelle, Blumen und palästinensische Landschaften. Der ausgesprochen weiblichen Kunst von Lotte Rosenberg entspricht besonders das Mini.iturformat, und in der Tat gelingen ihr feine, zarte Blumcnbildchen am besten. In den Landschaften kommt eine stark illustrative Begabung zum Durchbruch... sie wirken alle wie Hintergründe, vor denen sich Geschichten abspielen müßten. _ Die solide, an englischen Vorbildern geschulte Technik dieser Blätter berührt angenehm, airer es fehlt noch das Eigene, Einmalige, die besondere Linie, Farbe. Jerusalem als Zentrum der orientalischen Juden. Das neueste von der Statistischen Abteilung der Jcwish Agency herausgegebene Heft bringt interessante Ziffern über die Gemeinden orientalischer Juden im Lande, die beweisen, in welchem Malle Jerusalem von diesen als Niedulassuugsort bevorzugt wird. Von einer (iesamtbevölkerung von Ol 000 Seelen leben nicht weniger als 15 000, also fast die Hälfte, in der Heiligen Stadt. 'Sie verteilen sich folgendermaßen: im Lande in Jerusalem Sefardim 37 00!) 10 000 Jemeniten 1< 000 dOOO Perser OOOd 7 300 Kurden 3 030 -1500 Iraker 5 0«) 3 500 Svrer 5 000 1000 Sonstige 13 000 10 000 In diese letzte Rubrik, die leider nicht weiter spezifiziert ist, gehören Buchami, Marokkaner und andere kleinere Gruppen, bis zu den abessmisebeu Faüaschas, von dem n sich einige wenige -- höchstens zehn — in Erez Israel befinden. Charakteristisch ist die Tatsache, daß, je kleiner eine Gruppe ist, um so stärker ihre Konzentration in Jerusalem durch die Zahlen zum Ausdruck kommt. Während von den Sefardim noch nicht ein Viertel und von den Jemeniten nur ein Drittel in Jerusalem wohnen, finden sich hier im Durchschnitt drei Viertel der kleineu orientalischen Gruppen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die besonders große Rolle, die „Jeruschalajim" in der Vorstellungswelt der orientalischen Juden spielt, bei der Ortswahl wesentlich mitwirkt. Das weitere tut dann die natürliche Kohäsion kleiner ethnischer Gruppen, verstärkt durch vielfache wechselseitige Versippung und die Gemeinsamkeit der Sprache. Daß Jerusalem als orientalisch-jüdisches Zentrum sich nicht nur einer besonderen Völkerbuntheit erfreut, sondern auch cm einzigartiger Ort für jüdisch-ethnologische und anthropologische Forschung ist, sei nur nebenbei erwähnt. Die gleiche Quelle bringt interessante Zahlen über die Vermehrung des orientalisch-indischen (ischuws in der Zeit von 1010 bis IV'jft. Im Jahre'1010 zählte er nur 23000 Seelen, umfaßte aber damals nicht weniger als 41 "r> des gesamten damaligen Jischuw. Obwohl die orientalischen Juden in Erez Israel inzwischen ihre Zahl mehr als vervierfacht haben, ist ihr prozentualer Anteil am Ges.initjischuw um fast 50 "o gesunken; er beträgt nur noch 23"«, In Jerusalem aber machen sie auch heute noch drei Fünftel der jüdischen Bevölkerung aus, und ihnen ist es zu danken, daß Jerusalem nächst Tel-Awiw (100 "u) und Tibems (03 "'o) die dritte Stadt mit jüdischer Bevölkertmgsmehrheit (60 "/.>) im Lande ist. Aus Haifa wird uns berichtet, daß die früheren Inhaber der Speditionsunternehmen WEKAWE, Mainz, Hausmann Pi Co., Würzburg-Kitzingeu, und H.-dvr. Nürnberg, ein internationales Speditionsgeschäft in Palästina begründet haben. Die Firma befaßt sieh in erster Linie mit der Abfertigung und Lagerung von Einwaitderergut. (Schluß des Palästinateils)

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