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Jüdische Rundschau · 1937-02-09 · Heft 11 (9.2.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 11 (9.2.1937)
Date
1937-02-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 11, 9. II. 1937 Das Neueste in Kurze Im Kinder- und Jugendheim „Ahavah" Wer, von Haifa kommend, mit dem Auto auf der Landstraße nach Akko entlangfährt, vorüber an dein neuen Industriegelände, dem öffnet .sich die breite Ebene: der Haifabay mit ihren jüdischen Siedlungen; Kirjath-Cliajim und Kirjath- Mozkin zur Linken, gegenüber Kirjath-Bialik. Jetzt, im Winter spannt sich ein meist' bewölkter Himmel über eine etwas farblose Landschaft, die nur belebt wird durch die hellen kleinen Typenhäuser der Siedler mit ihren Gürten. Noch wenige Wochen, und in diesen Garten, die jetzt fleißig bearbeitet werden, wird es grünen und blühen, und die Frühlingssonnc wird bald die von vielen Regengüssen verschlammten Straßen und Wege trocknen. Schon von weitem erblickt der Besucher der Siedlung Kirjath-Bialik einen großen ockergelben Gcbäudekomplex, etwas abseits von der großen Fahrstraße, aber weit ins Land sichtbar. Dem Neuling erklaren die Mitfahrenden, daß dies das Kinder- und Jugendheim „Ahavah'' ist. Erst vor neun Monaten haben seine Bewohner, von Naweh Sc ha an an oberhalb Haifa kommend, in die neuen, schönen Gebäude Einzug gehalten... . Durch die Einfahrt erblickt man den Chadar-Ochel (Speisesaal), eine besondere Halle mit überdachter Terrasse, über der weithin sichtbar der Name des Heims, „Ahavah", steht. Gleich neben der Toreinfahrt liegt das Büro, in dem sich jeder Besucher zunächst zu melden hat. Zahlreiche Aktenmappen im hohen Wandschrank geben Zeugnis von der großen Verwaltungsarbeit des Heims und seiner rtmfangreichcn Korrespondenz mit der Außenwelt. Eine Mappe „Ahavah- Berlin" erinnert au die Entstehungsgeschichte des Heims in Berlin, die bis in die Jahre des Krieges zurückreicht. — Neben den Bürnraumcn lir;d die Wohnung der Leiterin des Heims, die im Eruhjahr l'.'il mit etwa 30 „Ahavahkindern" nach Palästina übersiedelte. Heule hat das i leim über 100 Zöglinge. Rechts neben der Toreinfahrt ein besonderer Anbau, das „Krankenhaus", hier ist durch eine Wohnung mit großen, luftigen Krank« iizimtiteni und einem Raum für die *t.»mli„'e Schw ister des Heims eine au- •.-zeichnete lsoliermogüchkeit für ki.mke Kinder geschaffen worden. Der Gesundheitszustand der Kinder ist allerdings derart befriedigend, daß die £ -h« ester, wie sie sagt, ganz aus der Ucbung ihres Berufes kommt. Abendbrot und lmhstück nehmen die Kinder nicht im grolien Speisesaal ein, sondern in kleineren Gruppen im Gcmcin.schaft.sratun des Widiiigebäudes. zusammen mit Hausmüttern und Erziehern. Z. Zt. sind die Kinder in sieben Gruppen eingeteilt; die Schulkinder je nach ihrer Altersstufe in jüngere und altere, die „War", d. i. die Jugeiidalijah aus Deutschland (13 i Vi.du i;;-.-i je nach der 1 tauer ihres Aufenthalts im Lande bzw. in der „Ahavah". Die Gruppen (Kwuzoth) führen ein t..:i:i.e, ::n-n ,;cs I -'.eben, jede Gruppe lebt zusammen mit ihrem Erzieher, und für je zwei Kwuzotli sorgt eine! lausuiutter. Auf diese Weise ist eine individuelle Betreuung und Erziehung gewährleistet. Zwei Jahre dauert die Ausbildungszeit der Jugendliehen in der „Ahavah"'. Die Mädchen lernen gründlieh Hauswirtschaft, iV.nssenküche, Eamüienküchc, Gärtnerei und alles, was zur Führung eines ländlichen Haushalts gehört, die Jungen Landwirtschaft, Gärtnerei, sowie alle handwerklichen Arbeiten, die der landwirtschaftliche Betrieb erfordert. Wer sich speziell für ein Handwerk begabt erweist, lernt dies in einer Werkstatt in Haifa, manche besuchen auch die Lehrgänge des Haifaer Technikums. Die Kinder gehen zur nahen Schule in Kirjath-Mozkin. Ein Lehrer der „Ahavah" unterrichtet auch dort; es ist eine Schule, die der Er/ichtmgsrichtung des Heims entspricht. Durch sie kommen die Schulkinder täglich in lebendigen Kontakt mit den Kindern der Umgebung. Im „Meschck", der Landwirtschaft, finden wir den Hühnerstall, den einige Mädchen betreuen, den Kuhstall mit Raum für 4 Kühe und Auslauf. Zur Zeit sind nur 2 Kühe da, aber die eine trägt und man sieht mit Spannung dem freudigen Ereignis entgegen. Jungen arbeiten im Stall und auf dem Hof unter Leitung eines' landwirtschaftlichen Gehilfen. Hinter den Stallungen und Werkstätten werden auf 20 Dunam Boden Kartoffeln, Grünftitter, Gemüse, Erdbeeren und Blumen angepflanzt. In tadelloser (icradheit grenzt sich eine Fläche von der anderen .ab. In den W o h n g c b ä u d e n reiht sich Zimmer an Zimmer, aüe hell, freundlich, zweckmäßig und mit persönlicher Note hergenchUt. In einem Zimmer sind 'I oder 5 Kinder untergebracht. Am Lude des 1 lurs liegt der Wäscheniachsan, wo ein paar Madchen fleißig mit Einordnen, Ausbessern und Bügeln der Wasche beschäftigt sind. Sehr hübsch sind auch die Gemeinschaftsräume, in denen die „Noar" nachmittags I nterricht in 1 febräis.; ii, Palästinakunde, Geschichte, Tenacfi, theon tischer Landwirtschaft, Ernährungslehre u. a. hat. Schone und hygienische Dusch- und Waschräume liegen gegenüber den Si hl.d/immcrn. Sehenswert ist die Kuehe, die sich an den Speisesaal anschlicht. Vier mächtige elektrische Kochkessel stehen inmitte" des großen, hellen Küchenraumes, ein „Perfektion"- Petroleumkocher daneben gibt die Mög'r •'•keit nir Herstellung kleinerer Speisen. Anschließend Abwasrhküehc und Vorratsraiini, ein wahrer Laden, gefüllt mit Eßwaren aller Art. Eine tüchtige junge Wirtschafterin leitet das Ganze und die schmackhaft bereiteten, geschickt zusammengestellten Speisen geben Ze ugnis von ihrer und Ihrer Schülerinnen Kunst. Zum Mittagessen \ ersamnmlt sich alles im großen Speisesaal. Man ißt an mehreren kleineren Tischen zu Gruppen von 6—8 Jugendlichen mit je einem Erwachsenen. Vor der Mahlzeit unterrichtet ein Lehrer die Anwesenden über die neuesten Ereignisse aus der Zeitung, über die politisch und wirtschaftlieh wichtigen Fragen des Tages. Die Verteilung des Essens, die Versorgung der einzelnen Tische mit Speisen — alles von Kindern ausgeführt — vollzieht sich reibungslos und ruhig. Nach dem Essen spricht ein Kind das Tischgebet. Die „Ahavah" nimmt in der Erziehung der Kinder Palästinas eine SondeiStellung ein. Die Lebenshaltung ist religiös-traditionell, ohne orthodox zu sein, vor allem wird Wert darauf gelegt, die Kinder durch Leben und Unterricht mit den religiösen Quellen des Judentums zu verbinden. Schahbat und Feiertage werden streng gehalten und zu eindrucksvollen, schönen Feiern gestaltet. —- Das Heim ist ganz auf Selbstarbeit der Kinder eingestellt, und schon die Schulkinder jüngeren Alfers werden zu häuslichen und handwerklichen Arbeiten aller Art herangezogen. So werden schon frühzeitig Neigungen beobachtet, Begabungen entdeckt und gefördert, vor allem fühlt sich das Kind mitverantwortlich, nimmt lebendigen Anteil am Werden und Wachsen des Heims und ist glücklich, bei allein mithelfen zu können. Dr. Anni Samuelsdorff Im Verlag der Palcstine Publishing Co. Ltd., Tel-Awiw, erschien ein „Palcstine D i a r y", das neben einem Kalendarium und täglichem Notizraum ein hebräisch-deutseh-englisches Vokabularium der Handclsterniinologic, Angaben über zahlreiche öffentliche und Wirtschaftsinstitutionen und die Mitglieder wichtiger wirtschaftlicher Verbände in Palästina, die palästinensischen Zolltarife und andere wirtschaftlich wichtige Angaben enthält. Wie Palcor von offizieller Stelle erfährt, begibt sich der High Commissioner am 9. Februar von Alexandria aus im Flugzeug nach London, wo er einige Wochen Urlaub verbringen wird. Im christlichen Viertel von Jerusalem explodierte eine Bombe vor dem Hause des arabischen Advokaten Z a k i Elousta, der früher die Stellung eines Polizeirichters bekleidete. Das Getöse der Explosion versetzte die Nachbarschaft in Schrecken; Schaden wurde jedoch nicht angerichtet. Ein zweites Attentat wurde in Nazareth verübt, wo der arabische Anwalt Sharif Z ti b Ii i durch Schüsse am Arm verletzt wurde. In beiden Fällen sind die Täter arabische Terroristen. In Nazareth sind in einer dunklen Straße mehrere Schüsse auf den englischen Arzt Dr. Bathgate, der in Begleitung von zwei Krankenschwestern von einem Krankenbesuch zurückkehrte, abgegeben worden. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Der Ueberfall auf den Arzt hat starke Erregung hervorgerufen. Vier Einwohner eines benachbarten Dorfes wurden unter dem Verdacht, diesen Anschlag sowie einen früheren auf einen arabischen Rechtsanwalt verübt zu haben, festgenommen. Christliche Araber, die Regicrungsposfen in Ramleh bekleiden, haben von arabischen Terroristen Drohbriefe erhalten mit der Aufforderung, ihre Stellungen aufzugeben, falls ihnen ihr Leben lieb ist. Hassan Schukri, der Bürgermeister von Haifa, auf den erst kürzlich wieder von arabischen Terroristen ein Attentat versucht wurde, erklärte in einem Schreiben an die Stadträte, daß er, obwohl er ein alter Mann sei, den Mut habe, seine Stellung zu behaupten. Die der Histadruth angegliederte arabische Arbeit e r g e w e r k s c h a f t in Haifa hat in einem Manifest die Wiederaufnahme des arabischen Terrors scharf verurteilt und darauf hingewiesen, daß die Araber durch die Unruhen zugrunde gerichtet seien; dies zeige sich besonders deutlich an der Lage der Araber in Jaffa. Die beiden Araber, die im Zusammenbang mit dem Mord an Mendel Mintz festgenommen worden waren, legten ein volles Geständnis ab; außerdem gaben sie der Polizei auch den Versteckplatz für ihre Waffen bekannt. Drei Araber hatten sich in Jaffa vor Gerieht wegen Mordversuchs mittels einer Höllenmaschine zu verantworten. Einer wurde schuldig befunden und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, während die anderen beiden wegen ungenügenden Beweismaterials freigesprochen wurden. Die arabische Presse fordert die Regierung auf, von strengen Maßnahmen abzusehen, damit die Unzufriedenheit Das erste Dobrowen-Konzert 1 s s a y D o b r o \v e ii, die dritte Neuerscheinung auf dem neucroberten Gebiet des Palästina-Orchesters, dem europäischen Hörerkreis längst als eminent begabter Theater- und Konzertdirigent internationalen Formats bekannt, fesselt naturgemäß den aus der russischen Sphäre der Vorkriegszeit stammenden. Teil des Publikums in besonderer Weise durch sein markant russisches Temperament, das auf charakteristische Weise durch jüdischen Intellekt und westliche Kultiviertheit filtriert ist. Die ebenso phantasievolle wie höchst zweckmäßige Gestensprache, durch die der Dirigent eine sehr nuancenreiche, formvollendete und erosgeladene Instrumetitalornamcntik schafft, kann eigentlich nur kinematographisch wiedergegeben werden. Dobrowen erreicht — rein technisch gesprochen — damit eine erstaunliche rhythmische (man möchte fast sagen: elegante) Exaktheit und dabei Ausgeglichenheit zwischen Bläsern und Streichern, ohne daß die eine oder andere Gruppe aufdringlich herausgehoben wird. Auch die Blechbläser, die — wie üblich — nicht ganz die Flöhe der Holzbläser und Streicher erreicht hatten, sind jetzt in Ordnung, klingen sogar angenehm und expressiv, ohne kitschig zu wirken. Ueberhaupt ist Dobrowen Meister darin, Gestaltungen, die für uns schon hart an der Grenze des Erträglichem stehen, so ästhetisch und ascntimental abzurunden, daß wir von neuem von ihnen beeindruckt sind, zumindest Gefallen an ihnen finden. Dobrowen wählte im ersten Programm Werke, die sicher seine ureigenste Domäne bezeichnen, und das ist schließlich sein gutes Recht bei seinem ersten Auftreten in einem fremden Land. In Wirklichkeit handelte es sich um die schon reichlich dekadente russisch-französische nachromantisch-impressionistische Periode des 19. Jahrhunderts. Hektor Bcrlioz' „Carnaval Romain", einstmals seinen kühnen Neuerungen auf orchestralem Gebiet zugezählt, wirkt immer wieder lebendig, jedoch keineswegs mehr revolutionär. Aehnlieh geht es uns mit den „Nocturnes" von Debussy, dem sinfonischen Gedicht „Kikimora" von Ljadoff und Tschaikowskys „Aesthetischer Sinfonie"; im Grunde sind das alles Nachklänge einer vergangenen Zeit, und es ist wirklich die Frage, die sich der Dirigent nach eigener Aussage auch selber gestellt hat, wieweit derartige Musik heute noch und gerade jetzt und noch dazu für eine neuanfangende Generation bedeutungsvoll, verständlich und zukunftweisettd sein kann. Sieher enthält auch diese Musik „ewige Werte", und die Musiker unserer Zeit danken ihr viel. Sicher ist auch vieles, was uns von dem Erfassen derartiger Stimmungsgehalte verlorengegangen ist, zu bedauern: trotz allem erwacht — besonders hier in Palästina — nach dem Anhören eines derartigen Programms Sehnsucht nach Elementarem, Freiheitlichem, Aufstrebendem; sogar nach einer gewissen robusten Dynamik — sollten damit auch etliche Gefühlswerte verloren *Uh -ieet dhiAT JDocmoL j&m\lm,% Jetzt zweite Büchsen-Leerung 5697 KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Berlin W13, Mslnekestr. 10 PotUcheck: Barlin 88247 der arabischen Bevölkerung nicht neuerdings zu Terrorakten größeren Umfauges anwachse. Der Oberste Gerichtshof Palästinas hat eine Petition, in der gebeten worden war, den vier arabischen Stadtverordneten von Jerusalem, die während der Unruhen an den Sitzungen des Stadtrates nicht teilgenommen haben, das Mandat abzuerkennen, zurückgewiesen. Die Palästina-Regierung hat beschlossen, an strategisch wichtigen Punkien in Palästina Radio-Verbindung mit den Behörden herzustellen für den Fall, daß der Telephonverkehr nicht zur Verfügung steht. Nach einer Meldungin der hebräischen Zeitung „Dawar* beschäftigt sieh die Regierung mit einem Plan zum Ausbau der Häfen in Tel-Awiw und Jaffa zu einem großen gemein« s a m e tt H a f e n. Nach Meldungen in der arabischen Presse ist es amtlich dementiert worden, daD Hebräisch ais Lehrfach in den von der Regierung unterhaltenen arabischen Schulen eingeführt werden soll. Die Anglo-Palestinc-Bank bewilligte eine Anleihe an vierzehn jüdische Siedlungen im Emek Jesrcel in der Gesamthöhe von 210 000 Pfund zu 6 o/o Zinsen. Dank dem im vergangenen Sommer zwischen der Jewish Agency und den Schweizer Behörden getroffenen Handelsabkommen hat sich der Handelsverkehr zwischen der Schweiz und Palästina vergrößert, im Jahre 1930 beücf sich der Import von der Schweiz nach Palästina auf 18(10 000 Frc. im Vergleich zu 1575 000 Frc. im Jahre 1035. Die entsprechenden Ziffern für den Export sind 075 000 Frc im Jahre 1030 und 308 000 Frc. im Jahre 1935. Die Tel-Awiwer Zweigstelle der Jüdischen Arbeiter-Organisation hat sämtliche Arbeiter des Baugewerbes dazu aufgerufen, für einen Nachmittag die Arbeiten niederzulegen als Protest gegen das rücksichtslose Vorgehen der Polizei, als Streikposten der Jüdischen Arbeiter-Organisation entfernt wurden, sowie zum Protest gegen die Bauherren und gegen die Revisionisten. In arabischen Kreisen sind Gerüchte in Umlauf, wonach die Radikalen in Syrien einen Aufstand in Alexandretta organisieren wollen und bereits Delegierte zum Mufti nach Jerusalem entsandt haben, um sich der Unterstützung1 der palästinensischen Araber zu versichern. Die soeben beendete Schekel-Aktion für das vergangenen Jahr 5696, welches kein Kongreßjahr war, weist eine bedeutende Steigerung der Zahl Schekalim gegenüber dem vorangegangenen Nicht-Kongreß-|ahr 5604 auf; im Jahre 5091 wurden rund 23 000, im Jahre 5090 rund 48 000 Schckalinv in Palästina gekauft. gehen. Nach der russischen und französischen Musik von gestern und vorgestern mit ihrer etwas spielerischen Vorliebe für Koloristik, verschwiminende Klänge, Pseudo-Exotisinen, Auflösung fester Formkonturen sehnen wir uns nunmehr nach Kraft, Geradheit und ungebrochener Linie. Issay Dobrovvens Aufgabe ist es in diesem Konzert vielleicht gewesen zu zeigen, was wir verloren haben: den Sinnt für das Erwachen und Wiedereinschlafen naturhaftcr Klangkomplexe, die zarten Uebergängc und die sensibilite, für den vergehenden Schmelz und Seufzer der Einsamkeit. Alice Jacob-Loevvensoa, * Musiknachrichten. Elly Helperin gab im Kowalsky- Saal in Haifa einen Liederabend, an dem sie u. a. zum erstenmal fünf hebräische Lieder eigener Komposition sang. Das Konzert enthielt zur Hälfte hebräische Lieder, darunter eins, das seinerzeit in der „Jüd. Rundschau" (22. 5. 36) abgedruckt war und das den Dichter Jair ben Schalom zum Verfasser hat. — David Rosolio veröffentlichte bei Gelegenheit der Toscanini-Konzerte außer im „Elaarez" auch in der „Palestine Post" einen ganzseitigen Artikel über den „Weg der Musik in Palästina". Leider ist darin die Entwicklung und Erziehung zu jüdischer Musik nur sehr allgemein und in sehr wenigen Zeilen erwähnt worden. Von dem Vorhandensein einer Jerusalemer Radiostation erfährt man ebenfalls aus diesem Aufsatz nichts. — Ein Leser des „Dawar" bedauert in einem offenen Brief, daß dem Hörer der Konzerte des Palestine Orcbestra keinerlei theoretische Vorbereitung, keinerlei Einführung in Form und Inhalt der Werke geboten wird. — Issay Dobrowen wird in seinem /weiten Konzert mit dem Palestine Orchestra Werke von Bach, Beethoven, Händel und Cherubini zur Aufführung bringen. Die Entscheidung der Kgl. Kommission Ein Referat Ben Gurions Tel-Awiw, 7. Februar. (JTA.) In Tel-Awiw wurde am 7. Februar die 35. Landestagung des Hauptrates der Histadrut Haowdim eröffnet. Der Vorsitzende der Exekutive der Jewish Agency, David Ben Gurion, hielt ein umfassendes politisches Referat. Er erklärte u. a., der Jischuw habe durch Selbstzucht und Zurückhaltung bisher große politische Klugheit bewiesen. Sollte es aber nochmals zum Ausbruch von Unruhen kommen, dann möge die Regierung erkennen^ daß der Jischuw über Männer im Alter von 20 bis 45 Jahren verfügt, die eine gewaltige Macht darstellen. Die Entscheidung der Royal Commission, sagte Ben Gurion, bedeutet für uns nicht das letzte Wort. Von den übrigen Berichten, die auf der Tagung erstattet wurden, ist das Referat F r u m k i n s über wirtschaftliche Probleme der Arbeiterschaft Palästinas hervorzuheben. Berichtigung. In der „J. R." Nr. 7 wurde in einem von der Palcor versandten Bericht über die Generalversammlung! der Jüdischen Kolonialbank mitgeteilt, daß Direktor Georg H a 1 p e r n „in den Ruhestand treten und sein Nachfolger auf der nächsten Sitzung gewählt werden wird". Wie sielt nun bei Nachprüfung des englischen öriginaltelegrammes, das uns von der Palcor bereits in deutscher Lieber« Setzung zugestellt wurde, ergibt, hat sich hier bei der liebersetzung ein Mißverständnis ergeben. Es hieß im Originaltext „George Halpern retiring director reelected ..." Das bedeutet, der statutenmäßig ausscheidende Direktor Dr. Georg Halpern wurde wiedergewählt. Die nächste Sitzung des Board wird gleichzeitig mit dem nächsten Kongreß stattfinden. „Dfe wunderbaren Reisen des Rabba bar Chana" ist der Titel einer von Ben-Uri verfaßten Bildfolge mit hebräischem Text (erschienen im Verlag Herbert L.oewenstein, Tel-Awiw, 2, Chevron Street), in der die phantastischen Abenteuer einer talmudischen Sagengestalt in origineller Form dargestellt werden. (Schluß des Palästinateils)

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