Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 10 (5.2.1937)
- Date
- 1937-02-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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uW" ' 1 Nr. 10, 5. II. 1937 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 13 80 Jahre Lämel-Schule Das 80jährige Jubiläum, das die Edler von Lätncl- Schulc in Jerusalem in diesen Tagen feiert, wird nicht nur in Erez Israel, sondern insbesondere auch in Deutschland weitgehendes Interesse finden. Denn an dem Entwicklungsgang dieser ersten Schule in Palästina, an der auch profaner Unterricht erteilt wurde, und die in Wahrheit zur Keimzelle des gesamten modernen Schulwesens Erez Israels und zeitweise zu einem seiner größten Kulturzentren wurde, haben jüdische Kreise in Deutschland einen hervorragenden Anteil genommen. Im Jahre 1855 faßte Elisa Lipet Hertz, die in Wien lebende Tochter des Baron Simon Edler von Lämel (Prag), den Entschluß, ihrem verstorbenen Vater ein immerwährendes Denkmal zu setzen durch Stiftung eines Kapitals, von dessen Zinsen in Jerusalem ein „Kinderhort" errichtet und erhalten werden sollte, in dem nicht nur Unterricht in den heiligen Schriften, sondern auch Elementarunterricht in Rechnen, Landeskunde, Naturbeschreibung gegeben werden sollte und neben ständiger ärztlicher Ueberwachung regelmäßige Turn- und Spielstunden dem körperlichen Wohl der Kinder dienen sollten. Zur Ausführung dieses Planes sandte die Stifterin den Augenarzt Dr. Lud w i g August F r a n k I nach Jerusalem, der diese Reise in überaus anziehender Weise in einem Bericht beschrieben hat, der gerade jetzt wieder dem jüdischen Leserpublikum in einem Bändchen der Schocken- Bücher zugänglich gemacht worden ist. F r a n k 1 wurde von den Sefardim mit Achtung und Verständnis empfangen, stieß aber auf den fanatischen Widerstand einer aschkenasischen Clique, die die ganze aschkenasische Gemeinde terrorisierte. Der Versuch, profane Unterrichtsfächer und Turnen einzuführen, wurde als erster Schritt zur Abtrünnigkeit erklärt, und als Frank! sich nicht abhalten ließ, die Schule zu gründen, zog man zur Klagemauer und tat dort unter Schofarklang die „Lämel-Schule" in den Bann. Dieser „Cherem" hat jahrzehntelang ihre Entwicklung gehemmt. Daß die Schule, zu der auch eine Synagoge gehörte, völlig im Oeisfe des traditionellen Judentums "geführt wurde, beweist am besten die Tatsache, daß es in den achtziger lahren gerade die frömmsten Kreise in Deutschland, die „Ädaß Jisroel'' unter Leitung von Dr. Esriel Hildesheimer, waren, die ihr entscheidende Unterstützung gewährten. Hildesheimer, als Vorsitzender des „Komitees für palästinensische Waisen", das eigene Schtilplänc verfolgte, machte schließlich die Lämel-Schule zum Mittelpunkt dieser Bestrebungen. Als später der „Hilfsverein der deutschen Juden" sein Schulwerk aufzubauen begann, knüpfte auch er die Gründung des ersten palästinensischen Lehrerseminars an die inzwischen wesentlich ausgebaute Lämel-Schule, die sich immer mehr zur „Mustcransfalt" des jungen palästinensischen Schulwesens entwickelte. In pädagogischer Hinsicht haben zu dieser Entwicklung in erster Linie Männer wie Ephraim Cohn und David V ellin beigetragen, unter denen die Lämel-Schule zum Ausgangspunkt einer ganzen Reihe wichtigster hebräisch-kultureller Bestrebungen wurde. So wurde von ihren Schülern zum erstenmal in Erez Israel ein hebräisches Theaterstück autgeführt und damit sozusagen die hebräische Bühne geschaffen; eine von ihrer Lehrerschaft gegründete Bibliothek wurde die Keimzelle der heutigen National - und Universitäts-Bibliothek, wie die an ihr bestehende Vereinigung „Ssafah brtirah" den Vorläufer des heutigen „Waad halaschon" bildete. Die palästinensische Loge „B n e Brith" wurde in der Lämel-Schule von David Y eil in gegründet, der noch heute ihr Präsident ist, und der palästinensische „M a k k a b i" ist hervorgegangen aus einem „Turnverein", der jahrelang an der Lämel-Schule bestand. Als nach dem Kriege der „Hilfsverein'* seine Arbeit in Palästina liquidierte, wurde die Schule der Zionistischen Organisation übergeben. Sie gehört heute dem Keren Hajessod und bildet einen Teil des vom Waad Leumi betreuten nationalen hebräischen Schulwerk in Erez Israel. Der gegenwärtige Leiter der „Edler von Lämel- Schul e", Dr. Jesaia Preß, hat zum Jubiläum eine kurzgefaßte Geschichte der Schule herausgegeben (Toldoth beth sefer lehaazil l'beth Lämel), die ein überaus interessantes und wertvolles Kulturdoktiment darstellt. C. Z. K. Die Feier des 80jährigen Jubiläums der Lämel-Schule fand am 15. Schwat in ihrer Aula statt, die von aWen und jungen Schülern und Schülerinnen sowie von einer großen Anzahl Ehrengäste gefüllt war. Zu beide n Kategorien gehörte Professor David Yellin, der vor 60 Jahren Schüler und später Leiter der Schule war, und der bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt wurde. Der Waad Leumi war durch Ben Z w i und den Leiter des Erziehungsdepartements, Dr. L u r i e, vertreten, der Kercn Hajessod durch Leib Jaffe und Dr. H a n f k c, während Ussischkin der Schule im Namen des Keren Kajerncth Glück wünschte. Zur Erinnerung an das Jubiläum soll eine große, moderne Turnhalle gebaut werden, die die Lämel-Schule wieder zum Mittelpunkt der Jernsalemcr Turn- und Sportbewegung machen wird. Der Hilfs verein der Juden in Deutschland hat beschlossen, anläßlich dieses Jubiläums die Turngeräte für die neue Turnhalle zu stiften, die allen jüdischen Schulen Jerusalems zur Verfügung stehen wird. In dem Glückwunschtelegramm, das der Schule zu ihrem Jubiläum zuging, wurde diese Stiftung angekündigt. Das Neueste in Kürze Vom Kinderheim „Ahavah". Am 12. Januar besichtigten die Herren Awinoatn Jellin vom Erzielumgsdenartment der Regierung, Edwin Samuel vom Einwanderungsdenartment der Regierung in Jerusalem und Mr. Stafford, Leiter des Einwanderungsdepartments der Regierung in Haifa, das Kindcr- und Jugendheim „Ahavah" in Kirjath-Bialik. Die Herren empfingen einen außerordentlich günstigen Eindruck von der Einrichtung. Es sind dem Heim daraufhin 25 neue Zertifikate für Kinder und Jugendliche in Aussicht gestellt worden. Außer für diese aus Deutschland zu erwartende Jugend sind noch weitere Plätze im Heim für Kinder aus dem Lande vorhanden. Jerusalemer Vorträge. Frau Lola Landau, vor einiger Zeit von einer Indien-Reise im Dienste des Keren Hajessod nach Palästina zurückgekehrt, hielt im Hause Ben-Oavriel in Jerusalem einen Vortrag über ihre Reiseeindrücke in Java. — Dr. Carl Frankenstein sprach in der Wizo Jerusalem über Jugend-Delinquenz in Jerusalem. — Hans Loewenson hielt im „Centrc de Culturc Franchise", Jerusalem, einen Vortrag über den Dichter Ramuz. Palästinensische Buchkataloge. Die Buchhandlung Bamberger Wahrmann, Jerusalem, Hasolcl Street, gibt zwei Buchkatalogc heraus, die dem Bücherfreund zahlreiches Material, vor allem über die in den letzten Jahren erschienenen Hebraica und Judaica, an die Hand geben. Der hebräische Katalog umfaßt 2697 Nummern, der Judaica- Katalog, der die jüdische Literatur in nichthebräischer Sprache zusammenstellt, 1608 Nummern. — Auch auf den Katalog von „H e a t i d" (Fritz. Rosenthal, Jerusalem, Jaffa Road 33) wäre hinzuweisen, der über 500 Nummern Oricntalia, Palestinensia, Hebraica und Handschriften aufzählt. Im Zusammenhang mit dem Doppelmord in Haifa sind in der Stad, zwei Araber verhaftet worden, von denen einer Berichterstatter der Zeitung „Adifaa" ist; ferner wurden drei Araber aus einem Dorfe in der Nähe von Haifa verhaftet. Eine Anzahl syrischer Jugendlicher wurde unter dem Verdacht terroristischer Aktionen in Haifa verhaftet. Dienstag wurden wiederum zwei Araber ermordet; einer in Haifa und einer in Tibcrias. 30 Araber, die in einer jüdischen Orangenpflanzung bei N e fi Z i o n a angestellt sind, überfielen eine Gruppe von jüdischen Arbeitern, von denen vier, einschließlich eines Mädchens, verletzt wurden. Der Oberste Gerichtshof hat das Todesurteil gegen den Araber Mahmud Abbadiye, der am 17. Februar 1936 die aus Deutschland eingewanderte Frau Julie Koller auf einem Spaziergang, den sie von Haifa nach Aflit unternommen hatte, ermordete, bestätigt. Wie verlautet, wurde im Zusammenhang mit den letzten Morden in Haifa ein Araber festgenommen, der der Polizei -MAGISTER KIRSCH— Der gute Likör Maglster-Llkörf abritt, Manchen VII, In Berlin zu bezieh, durch die Welntjroßhandlung Bernhard Brauer, BurgetraBe 3 / Rul: 5143 40 aufschlußreiche Informationen über die Terroristen und insbesondere ihren Waffenbesitz gegeben haben soll. Die arabische Presse, die sich bisher über das zwischen Frankreich und der Türkei getroffene freundschaftliche Abkommen über Alcxandrefte nicht geäußert hat, wendet sich jetzt mit scharfen Angriffen sowohl gegen Frankreich als auch gegen die Türkei. Der Mufti und verschiedene arabische Institutionen haben auf telegraphischem Wege gegen das Abkommen bei der französischen Regierung protestiert. Es verlautet, daß die Regierung im April die Ueberwachung des Verkehrs aus T r a n s j o r d a n i e n nach Palästina über die Grenzstelle an der Allenby-Brücke übernehmen wird. Wie erinnerlich, hatte die Jewish Ageiicy die Einführung dieser Grenzkontrolie bei der Kgl. Kommission befürwortet. Eine Abordnung, der im Jaffaer Hafen arbeitenden Bootsmänner verlangte von Mr. Crosbie, Bezirkskommissar für Südpalästina, die Abschaffung des Tcl-Awiwcr Hafens mit der Begründung, daß sein Weiterbestehen sowohl Jaffa als auch Haifa schädigen werde. Der Bezirkskommissar antwortete, daß er nur in der Lage sei, konkrete Vorschläge, wie z. B. eine gerechte Arbeitsvcrteilung zwischen Arabern und Juden in Jaffa, entgegenzunehmen. Das Tci-Awiwer Hafenkomitee erhielt von König Georg VI., dem Ministerpräsidenten Baldwin und dem Kolonienminister Ormsby-Gore Dankschreiben für die Orangen, die ihnen mit dem ersten Transport über den Hafen zugingen. Von den 100 000 neuen Aktien, die von der Hafengesellschaft Tel-Awiw ausgegeben wurden, sind bereits 75 000 verkauft. Man nimmt an, daß auch der Rest in Kürze abgesetzt werden wird. In Tel-Awiw kam es in der Nähe des Baus, dessen Unternehmer Histadrufh-Mitgliedcr durch revisionistische Arbeiter ersetzt hatte, wieder zu einem Z u s a ni m e n s t o ß. Die von der Histadruth aufgestellten Streikwachen wurden von der Polizei auseinandergetrieben, wobei 4 Personen verletzt und 6 verhaftet wurden. Der Vorschlag der entlassenen Arbeiter, den Streit vor ein Schiedsgericht zu bringen, wurde von den Revisionisten abgelehnt. Die Tel-Awiwer Stadtverwaltung hat in den Konflikt eingegriffen und einen Schlichtungsversuch unternommen. Das Oberste Gericht hat in einer Rechtsentscheidung energisch gegen die Schließung von Scheinehen zwecks Erleichterung der Einwanderung von Frauen Stellung genommen, wobei das Vorgehen des Rabbinats in solchen Fällen scharf kritisiert wurde. Es wird vermutet, daß somit ein Präzedenzfall geschaffen worden ist, und daß in Zukunft Scheinchen nicht anerkannt und die auf diese Weise illegal ins Land gekommenen Frauen ausgewiesen werden. (Die Frage der Scheinehen hat, wie erinnerlich, auch die Kgl. Kommission beschäftigt. — Red.) In Tel-Awiw fand Montag bei schönem Wetter die wegen Regen arn 15. Schwat verschobene Feier der Anpflanzung neuer Bäume statt, die im Zeichen des Andenkens an während der Unruhen zerstörte Bäume stand. Die Herren Schloßberg und Zareskv, die beiden noch für kurze Zeit in Palästina verbliebenen Mitglieder der jüdischamerikanischen Arbeiterde^cgatioii, haben Herrn Ussischkin einen Scheck für die Eintragung des Besuches der Delegation in das Goldene. Buch überreicht. Auf Grund eines Abkommens zwischen der Palesfine Land Development Company und der Amica werden nunmehr Vorbereitungen für neue jüdisihc Kolonisation im 11 nie h-Gebiet getroffen. Man "hofft, schon in Kurze mit den Koionisicrungsarbeiten heginnen zu können. Die Jewish Agency hat mit dem Tiefbau-Departement der I. C. I. einen Vertrag abgeschlossen, wonach diese Kanalis a t i o n s a r b e i t e n für .Cl' 100 000 in Keren 1 lajessod-Siedlungen vornehmen wird. Aus dem soeben veröffentlichten Bericht des American Economic Comniiltee for Palestine geht hervor, daß amerikanische Juden seit 19IS den Befrag von rund 40 Millionen Dollar in Palästina invotiert haben. Davon wurden 17' .. Millionen Dollar in Bauten, 9 Millionen in Pflanzungen, 4<'L> Millionen in finanziellen Investierungen und 2 Millionen in industriellen t'ntcrnelmningen angelegt. Im letzten Halbjahr sind 1000 Arbeiter aus Tel-Awiw in die Kolonien überführt und in der Landwirtschaft verwurzelt worden. Die Jewi«b Agency beteiligte sich an ihrer Ansicdhmg. Die Histadruth bereitet die Ucberführung weiterer Arbeitergruppen nach den Siedlungen vor. In S o d o m ist ein jüdischer Arbeitcrrat gegründet worden für die 120 Arbeiter der Palästina Potasch Werke am südlichen Ufer des Toten Meeres. Nach einer Statistik des f xziehungsdepartements der Knesset-Israel beträgt die Zahl der Schiller in den zum Scfiulnetz der Knesset-Israel gehörigen Schulen 15 225. Im vorigen Schuljahr — 5696 07 - - betrug die Zahl der Schüler 39701; das bedeutet eine Zunahme der Schülerzahl um 5521. Im neuen Schuljahr wurden 161 neue Klassen eröffnet, ferner wurden 209 Lehrer neu eingestellt. Die arabische Zeitung „AI I.iwa" meldet, daß die Regierung Hebräisch als obligatorisches Lehrfach in den arabischen Schulen einführen wird. (Ein solcher Schritt, verbunden mit obligatorischem Arabisch-Unterricht in jüdischen Schulen, könnte nur begrüßt werden.) Der bekannte russisch-ii'idische Dirigent Issai Dobrowen ist in Jerusalem eingetroffen. Er wird in Tel-Awiw zweimal mit dem Symphonie-Orchester auftreten. II „Aufsteigende Konjunktur Der Wirtschaftsdezernent in der Exekutive der Jewish Agencv, Dr. Rottenstreich, führt im „Haarez" aus: Die jüdische Oeffentlichkeit Palästinas wurde in der Zeit der stärksten politischen Spannungen von einer Teuerung überrascht, deren Wurzeln ihr nicht klar waren. Man war zu egozentrisch eingestellt, zu sehr auf die Vorgänge vor der Kgl. Kommission konzentriert, um dem Weltmarkt und der Börse genügende Achtimg zu schenken. So fanden Ereignisse von hoher wirtschaftspolitischer Bedeutung in Palästina gar keinen Widerhall. Es entging der jüdischen Oeffentlichkeit völlig, daß auf dem Weltmarkt die Rohprodukte im Werte stiegen und daß gleichzeitig eine Wirtschaftspolitik abgeschwächt oder aufgegeben wurde, die sieh für Palästina bislang sehr ungünstig ausgewirkt hatte. Infolge von Rohstoffver'knappung, Teuerung und Warenmangel nämlich wurde fast überall offen oder versteckt das System des Dumping und der Exportprämien aufgegeben, das Palästina wegen seiner handelspolitischen Schutzlosigkeit als Mandatland bislang so schwer geschadet hatte. Dies Ereignis kann in seiner Bedeutung für Palästina gar nicht überschätzt werden. Das Angebot an Waren, der Warenkredit, der billige Preis, alles verschwindet und damit auch der starke Druck, dem der palästinensische Export von seifen der Länder, die ihre Produkte im Tauschwege absetzen wollten, ausgesetzt war. Palästina ist jetzt handelspolitisch frei geworden, und es kann sich der Gründung einer Industrie zuwenden, ohne fürchten zu müssen, durch Schleuderpreise unterboten zu werden. Jetzt ist die Zeit für neue Investitionen gekommen, und zwar in erster Linie für industrielle Investitionen. Wir müssen mehr produzieren und weniger einführen. Es gab Zeiten, wo es besser war, das Geld in der Bank zu lassen, als es anzulegen. Diese Zeiten sind vorüber und heute lohnt sich die Investition des Geldes durchaus. Wir stehen in einer Zeit aufsteigender Konjunktur. Ausländische Juden, die in Palästina Geld haben, finden jetzt günstige Gelegenheit, sich hier eine Existenz aufzubauen. Wir stehen an einem Wendepunkt der Weltwirtschaftspolitik und wir dürfen diese Gelegenheit zum Aufbau Palästinas nicht versäumen. Eine Umwertung der Werte geht in der Handelspolitik vieler Länder und Regierungen vor sich. Viele Positionen werden frei, und manche von ihnen können wir besetzen. Palästina kann jetzt neue Existenzquellen erschließen. Vom Keren Hajessod Auf einer Pressekonferenz: des Keren Hajessod, die in Jerusalem stattfand, gab Herr Jaffe bekannt, daß das Nctfo-Einkommeii des Kl I. in den 16 Jahren seines Bestehens sich auf C 5 750 000 belaufe, wovon C 2 0011000 für landwirtschaftliche Siedlung, C 1 (WO WH.) für Erziehung und .C 2 730 000 für Alijah und Wohnungen ausgegeben wurden. Der Miphal Bizzaron l'bitaehon hat in den europäischen Ländern bisher C 100 IKK) gebracht: in Amerika, England und Südafrika hat die Aktion noch nicht eingesetzt. Herr Jaffe erklärte, daß das Jahr 5o(io dem Keren i lajessod einen weiteren Aufstieg gebracht hat; im Vergleich zum vorhergehenden Jahr sei das Einkommen um 15 . gestiegen. In den ersten beiden Monaten des Jahres 5""7 sind bereits C SO000 aufgebracht worden. Herr J.u'fe begrüßte Kurt B I u m e n f e 1 d als neues Mitglied des Keren Hajessi>d-I brekforiums. Herr Blumenfeld befaßte sieb, in seiner Ansprache mit neuen Wegen der KU.-Propaganda. (Paleor.) Neuer Aktienverkaut der General Mcrtgage Bank of Palestine. Wie vor kurzem berichtet, hat das Direktoritim der General Mortgage Bank of Palestine, Ltd., in seiner Sitzimg vom 17. Januar beschlossen, der Generalversammlung eine Dividende von 7»'ä auf die Stammaktien gegenüber 7 <*,» im Vorjahre vorzuschlagen. In seiner folgenden Sitzung beschloß der Board of Dircctors die Ausgabe von £P 100 000 nominaler neuer Stammaktien der Gesellschaft. Das autorisierte Aktienkapital der Bank beträgt £P 1000 000. Das volleingezahlte Kapital erhöht sich durch den erwähnten Beschluß von £P 350 000 auf £P 450 000. Neues aus Afulah Seit einigen Monaten hat eine rege Bautätigkeit in Afulah eingesetzt. 30 neue Gebäude sind erstanden, in modernstem Stil, geschmackvoll und eigenartig; darunter eine Apotheke, ein SpezialUhrengeschäft, zwei neue Cafehäuser, eine Wechselstube. Das eine dieser Cafehäuser kann sich in Tel-Awiw und Haifa sehen lassen. Man kann jetzt bei guter Musik in eleganten Sesseln seinen Abend im Cafe verbringen, Mittwoch- und Schabbat-Abend ist sogar Tanz. Ein Zahnarzt — der einzige in Afulah und Unigegend — hat sich niedergelassen. Er besitzt den einzigen Spezial- Röntgenapparat im ganzen Emek Jesreel. Sämtliche Kwuzoth und die Patienten des Beth Cholim, die sonst gezwungen waren, zur Zahnbehandlung nach Haifa zu fahren, können jetzt in Afulah in Behandlung gehen. Vor allem können auch sämtliche chirurgische Falle hier behandelt werden. Die Folgen der Arabertinriibeu sind noch nicht verwunden. Einen traurigen Anblick bieten vor allem die 60 Dunain Pardcß, die in Afulah ausgehackt wurden. Unter anderem wurde ein Rechtsanwalt aus Deutschland schwer betroffen. Es waren bereits vierjährige Bäume, die bei ihm zerstört wurden. Man hat sofort mit dem Wiederaufbau des Pardcß begonnen, aber bis zur ersten Ernte muß er nun zwei Jahre länger watten. Um sich wirtschaftlich über Wasser zu halfen, hat er sich einen Esel angeschafft, zwei Blcchkästen darüber gehängt und trägt nun Brot und Brötchen aus. St. (Schluß des Palastina-Teils) J\; \ I AeuBerste Preise für Teppiche - Gardinen Läufer TEPPICHHAUS ZENTRUM Berlin C 2, Spandauer StraBe 28 an der KönlßstraQe I