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Jüdische Rundschau · 1937-02-05 · Heft 10 (5.2.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 10 (5.2.1937)
Date
1937-02-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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JODISCHE RUNDSCHAU X^J^TI! -R T ^^m^jmJI^^ I I f «Et Nr. 10, 5. FEBRUAR 1937 Ein Palästinabuch Palestinc on the Eve, von Ladisias Farago.— Putnam, London. Mr. Farago kam, wie viele andere englische Journalisten, — er ist selbst ungarischer Abstammung — von Abessinien nach Palästina. Und in Analogie zu seinem vorher erschienenen „Abyssinia on the Eve" veröffentlicht er ein „Palcstine on the Eve", obwohl er Paliistina nicht arn Vorabend, sondern bereits auf dein Höhepunkt der Unruhen kennenlernte. Der Verfasser hat in der kurzen Zeit seines Aufenthaltes erstaunlich viel gesehen und gehört und hat im dllgemeinen ein vollständiges und richtiges Bild der jüdischen Leistungen, der Hintergründe und Hoffnungen entworfen. Er geht dabei sehr vorsichtig zu Werke und läfit in den wesentlichen Partien die jüdischen und arabischen Führer selbst zu Worte kommen. Mosche Schertok scheint dem Verfasser viel Interesse zugewandt zu haben. Unter den arabischen Gesprächen ist ein längeres Interview mit dem Emir Abdullah besonders interessant, wegen der versöhnenden Note, die der transjordanische Fürst anschlägt, der selbst sehr gern einen Teil seiner riesigen Ländereien verkaufen möchte. Aber daß es dem Emir um eine Verständigung ernst ist, geht aus seinen späteren Bemerkungen hervor: „Wenn Sie irgend etwas über arabische Literatur wissen wollen, kann ich jemand empfehlen, der Ihnen alles darüber sagen kann, was Sie wünschen. Er ist ein jüdischer Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem." Das Schicksal wollt« es, daß gerade dieser Professor wenige Wochen später von arabischer Hand fiel. Obwohl in mehreren Kapiteln das arabische Palästina alier Schattierungen geschildert wird, so kann doch kein Zweifel bestehen, daß des Verfassers Sympathien auf seiten des jüdischen Fortschritts sind. In einer engen Zusammenarbeit von Juden und Engländern sieht er die Zukunft des Landes. Man müßte wünschen, daß das Buch auch von den Beamten des englischen Kolonialamts gelesen wird. Ihnen hat der Verfasser einige Vorwürfe zu machen, die wir auch in dem neuesten Buch von Beverly Nichols wiederfinden. Vor allem wird ihr geringes Verständnis für die Bevölkerung und für die Juden kritisiert. Bezüglich Wei/manns ist dem Verfasser ein Irrtum unterlaufen. Er verfolgt sehr genau die Unterschiede zwischen Ost- und Westjudentum und ist darauf bedacht, alle kleinen Reibungen, die für die Juden aus Deutschland daraus entstehen, zu registrieren. In diesem Zusammenhang wird Weidmann als Exponent des englischen „Westjudentums" hingestellt und daraus ein Gegensatz zu den anderen Führern und den jüdischen Massen konstruiert. Das Buch, das mit neuesten Bildern gut illustriert ist, ist jedem, der eine Einführung in das Palästina von heute sucht, warm zu empfehlen. Julius Köllen scher Die Entstehung des Historismus Die islamische Welt Essad Bey und Wolfgang von Weisl: „Allah ist groß". — Verlag Dr. Rolf Passer, Leipzig-Wien 1936. Ein kleiner Teil dieses Buches befaßt sich mit der Geschichte der islamischen Völker; der größere Teil schildert die Entwicklung in der jüngsten Zeit. Die Kenntnis des Orients aus eigener Anschauung befähigt die beiden Verfasser, ein großes Material (die Bibliographie umfallt vier eng bedruckte Seiten) in lebendiger Form zusammenzufassen und zuweilen auch aus eigenen Erlebnissen dem Geschehen neue Lichter aufzusetzen. Die Grundhaltung des Buches ist: der Islam hat einmal in alter Zeit eine glanzvolle Rolle gespielt; er ist dann für einige Jahrhunderte zu einem Schattendasein herabgesunken und ist jetzt im Begriff, sich zu neuer politischer Kraft emporzurichten. Aus den Vorgängen in der Türkei, im Iran, in Afghanistan, Marokko, Tunis, Algier, Syrien, Irak, Aegypten und Arabien, wo überall der Einfluß der europäischen Mächte zurückgedrängt oder gar ausgeschaltet wurde, schließen die Verfasser, daß Europa von den vereinigten orientalischen Ländern — die gegenüber Europa noch den Vorteil haben, eine „geistige Einheit" zu bilden — in den kommenden Jahrzehnten noch manche Ueberraschungen zu gewärtigen haben wird. Sie sehen den Verlust der europäischen Kolonialreiche in Asien voraus und damit im Zusammenhang die Gefahr eines Bündnisses des Islam mit der gelben und braunen Rasse. Da Europa, so ist die Schlußfolgerung, den Weg der rücksichtslosen Behauptung seiner Herrschaft durch schonungslose Gewalt nicht werde gehen wollen, so bleibe nichts anderes übrig als eine „Interessengemeinschaft mit dem Islam, indem dessen überschüssige Energien, dessen jugendlicher Betätigungsdrang mit Hilfe Europas gegen Osten gelenkt wird. Mißlingt dies — dann wehe Europa!" Jn diesem großen orientalischen Geschehen erhält Palästina naturgemäß nur einen kleinen Raum; mit sechs Seiten kann man sich hier begnügen. Es wird die Einwanderung der Juden nach dem Kriege geschildert und die hohe Politik, die sich daran anschloß. Es wird gezeigt, welche Vorteile die Araber von der Einwanderung hatten und welche Versuche sie unternahmen, sie zu unterbinden. Seine weltpolitische Bedeutung erhält der Kampf in Palästina nur durch das strategische Interesse Englands an diesem Küstenstreifen. Es wird betont, daß das Gleichgewicht am Suezkanal von der Neutralität Palästinas abhinge und daß nur die Juden in der Lage seien, eine solche „neutrale" Bevölkerung dort zu bilden. Immer aber sei zu berücksichtigen, daß in Palästina bei den Arabern die Tendenz zum Anschluß an eine großarabische Föderation und zur Unabhängigkeit sehr stark sei und daß es noch völlig im Dunkel der Zukunft liege, wie England diese Faktoren meistern werde. Das Buch gibt durch die vermittelte Tatsachcnfülle dem an den Orientproblemen interessierten Leser zahlreiche Anregungen, Hinweise und Kenntnisse. Dr. N. Anton Zischka: „Der Kampf um die Weltmacht Baumwolle". — Wilhelm Goldmann Verlag, Leipzig. Auch dieses Buch Zischkas, dessen Buch über Japan an dieser Stelle seinerzeit besprochen wurde, ist mit der ganzen Kraft der Spannung geschrieben, die Zischka seinen wirtschaftspolitischen und weitpolitischen Darstellungen zu geben vermag. Das Buch über den Kampf um die Baumwolle führt von den ältesten Zeiten bis in unsere Tage und zeigt die weltpolitischen Auseinandersetzungen, die um das Monopol des „weißen Goldes" geführt worden sind und gefuhrt werden. Es ist mit reichhaltigem statistischem und Bildmaterial belegt und gibt einen ebenso instruktiven wie leicht eingehenden Ueberblick über den Streit um die Tcxtilmärkte und Produktionszeiten der Welt als einen der Faktoren, die für die weltpolitische Auseinandersetzung von Bedeutung sind. oc- Friedrich M e i n e c k e hat seinen beiden großen Werken „Weltbürgertum und Nationalstaat" und „Die Idee der Staatsraison in der Neuereu Geschichte" in seinem 7t. Lebensjahr ein neues zweibändiges Werk folgen lassen: „Die Entstehung des Historismus" (604 Seiten, Verlag R. Oldenbourg, München, 1036). Diese drei Bücher erschöpfen durchaus nicht Meineckes Lebenswerk. Aber gerade diese Werke reichen weit über das Gebiet rein historischer Studien hinaus. Sie führen die Betrachtung von dem Werden des deutschen Nationalstaates über die Idee und Macht der Staatsraison, zu der sich selbst begreifenden Geschichtserkenntnis vergeistigt zurück. Meinecke hat es stets verstanden, Persönlichkeit und Gedanken, das Besondere und das Allgemeine, miteinander zu verknüpfen, als einem Erben Piatos und der deutschen idealistischen Philosophie steht ihm dabei das Allgemeine höher als das Besondere, der Gedanke höher als die Persönlichkeit. Das Allgemeine im Besonderen zu sehen, ohne das Besondere zu verflüchtigen, es in seinem Lebensrechte anzuerkennen und doch dem Allgemeinen unterzuordnen, war das Verdienst des Historismus und seines individualisierenden Geschichtsverständnisses. In manchen Kreisen gilt heute der Historismus als überwunden. Ernst Troeltsch" hat seinem Werke „Der Historismus und seine Probleme" (1922) zwei Jahre später die kleine Schrift „Der Historismus und seine Ueberwindung" folgen lassen. Meinecke beschreibt nun die Entstehung des Historismus, der sowohl eine neue Methode zur Geschichtserkenntnis wie aber auch eine neue allgemeine Weltanschauung gewesen ist. In diesen beiden Beziehungen stellt er unserer Ansicht nach einen unvergänglichen Beitrag in der Entfaltung des menschlichen Bewußtseins dar. Die Entstehung dieses Historismus aus dem Geiste der Aufklärung, wie er sich in Frankreich und England herausgebildet hat, und seine Vollendung durch Herder und Goethe schildert Meinecke in einer Reihe vorzüglicher Einzelporträts, die in einem großen Gemälde Goethes gipfeln. Die innere Notwendigkeit und Fruchtbarkeit des Historismus wird dem Leser von Meineckes Buch als bleibender Gewinn aufgehen, das Wissen um die stets mögliche Spontaneität, Uuberechenbarkeit und plastische Wandlungsfähigkeit der Träger der Geschichte, der Menschen und Völker. In dem Entwicklungsbegriff, der „zu zu den Merkmalen einer bloß biologischen Entwicklung, d. h. einer bloßen Entfaltung nach angeborener Tendenz, noch die Merkmale der geistigen Spontaneität des sich Entwickelnden und seiner plastischen Wandlungsfähigkeit unter dem Einflüsse singulärer Faktoren fügt", sieht Meinecke mit Recht das entscheidende Merkmal der modernen abendländischen Kultur. Neben den schönen und bahnbrechenden Studien Diltheys, Troeltschs und Ernst Cassircrs (vor allem in seinem „Freiheit und Form" und seiner „Philosophie der Aufklärung") wird Meineckes Buch gerade in dieser Zeit vielen ein neues tieferes Verständnis und cm größeres Zutrauen zu den geschichtlich geistigen Kräften in der Entfaltung des Menschcngeistcs geben. Der Erinnerung an die Straßburger Universität der Vorkriegszeit gewidmet, an der Meineckc gelehrt hat, trägt c.% aK .Motto ein Wort Goethes in einem Briefe au Lavater voran, das im Jahre 1780 geschrieben wurde, in der Zeit der reifen Ernte der Saat der Aufklärung, und das lautet: „Habe ich dir das Wort Individuum est ineffabiie, woraus ich meine Welt ableite, schon geschrieben?" ,, ans Kohn Fernöstliches Mary A. Nourse: „400 Millionen. Die Geschichte der Chinesen." — Verlag Alfred Metzner, Berlin 1936. F. A. Larson: „Die Alongolei". — Verlag Gustav Kiepenheuer, Berlin 1936. Schon seit Marco Polos Zeiten empfindet es Europa als ein Manko, daß es ihm nicht gelingen will, den fernöstlichen Kulturen seelisch näherzukommen. Eine fremde und für uns fast unerschließbare Welt tut sich dort drüben auf, von der man vieles an äußeren Begebenheiten und Beobachtungen zusammentragen kann und die man doch im Grunde nicht versteht, weil es keine gemeinsame Sprache gibt. So wie es Europa im Letzten nicht möglich war, Geschichte und Wesen der Juden zu verstehen, so ist ihm auch das Verständnis Chinas anscheinend versagt. Das auf Grund eigener Anschauung von der Amerikanerin Nourse geschriebene Buch, eine knapp und sachlich gehaltene Darstellung der chinesischen Geschichte, die vor allem den Vorteil hat, bis auf die neueste Zeit fortgeführt zu sein, tut manches für die Vorbereitung des Begreifens jener fremden Welt. Für den Leser, der von chinesischer Vergangenheit nichts weiß, wird dies Buch als erste Einführung von großem Nutzen sein, und er wird vor allem ein besseres Verständnis für die gegenwärtigen Spannungen in China gewinnen. Das Schlußkapitel über die jüngste Entwicklung schrieb Lin Tsiu-sen, ein Mitarbeiter am Sinologischen Seminar in Berlin. Die Mongolen haben zwar eine Zeitlang eine Dynastie für China gestellt, sieh aber im wesentlichen als eigenwüchsiges Volk erhalten und gegenüber dem starken chinesischen Einflüsse abzuschließen vermocht. Ihr soziales, politisches und wirtschaftliches Leben stellt der Schwede Larson in einem sehr amüsanten Buche dar, nachdem er Jahrzehnte unter den Mongolen zugebracht hatte. Dem Ethnologen bringt die Darstellung nur sehr wenig Neues; aber als Information über das Leben eines fremden Stammes ist die Arbeit zweifellos für jeden von, Wert, der sich bemüht, über seinen engen Horizont hinauszuschauen und die Mannigfaltigkeit dieser Welt kennenzulernen. N. Marschall Chiang Kaishek: Ausgewählte Reden — Kurt Vowinkel-Verlag G. m. b. IL, Heidelberg—Berlin 1936. Marschall Chiang Kaishek, dessen Gestalt im Mittelpunkt der chinesischen nationalen Erneuertmgsbcwegung steht und dessen Schicksal erst vor kurzem wieder die ganze Welt bewegte, ist nicht zuletzt durch die Macht seiner Rede in den Vordergrund der chinesischen Innenpolitik getreten. Seine Ideen über den wirtschaftlichen Wiederaufbau und die Umgestaltung der Lebensgrundlagen Chinas werden uns in dieser deutschen Auswahl seiner Reden nahegebracht, zu denen der Präsident des Prüfungshofes der chinesischen Regierung, Tai Chi Tao, ein Geleitwort hinzugefügt hat. Geschichte und Politik Walther Tritsch: Olympias, die Mutter Alexander des Großen. — Socictäts-Verlag, Frankfurt a. M. Von Walther Tritsch, dessen Buch über Karl V. wir seinerzeit hier besprachen („J. R." Nr. 13 vom 14. 2. 36), ist ein nicht weniger fesselndes Buch über die „löwcnglciche" Mutter des großen Alexander erschienen. Es ist wohl weniger ein Buch über Olympias selbst als eine Darstellung der Zeit Philipps und seines Sohnes Alexander, wobei Tritsch immer wieder den Versuch unternimmt, aus den vorhandenen Quellen das offensichtliche oder im Hintergrund bestehende Wirken der Gattin und Mutter Olympias nachzuweisen. Das Wechselspiel der „apollinischen" und „dionysischen" Kräfte in der Gestalt Alexanders bietet ein besonders fesselndes Bild. Der Aufbau und Zusammenbruch einer Welt, der Bau des europäisch-asiatischen Reiches Alexanders und sein Zerfall ziehen an uns vorüber, darunter auch der Durchmarsch des Alexander-Heeres durch Palästina, der in diesem Zusammenhange allerdings nur eine Episode bleibt. Tritsch weist auf den reichen Schatz von Legenden in all jenen Ländern hin, über die Alexander geherrscht hat. In diesem Zusammenhange ist auch die Rolle zu erwähnen, die Alexander in der jüdischen Ueberlicfcrung spielt. -n. Anton Sieberer: Katalanien gegen Kastilien. — Saturn-Verlag, Wien. Während die große Auseinandersetzung in Spanien noch tobt, ist ein Buch erschienen, das sich mit einer der Ursachen der innerpolitischen Problematik Spaniens, nämlich der politischen und geistigen Differenz zwischen Katalanien und Kastilien beschäftigt. Sieberer gibt einen Ueberblick über die Geschichte der katalanischen Bewegung, ihre Leistungen und ihren gegenwärtigen Stand Der Ucbcrsctzung ist eine Einleitung des Uebersetzers, Tao Pung Fai, vorau.-jrcschickt. die über die Persönlichkeit des Sprechers Auskunft gibt. Die Reden, die zu aktuellen Anlassen abgefaßt sind,'' behandeln politische Fragen wie auch die Grundsätze, nach denen die nationale Bewegung in China unter Führung Chiang Kaisheks handelt. -n, Ernst Cordes: Das jüngste Kaiserreich. — Socictäts-Verlag, Frankfurt a. M. A. R. Lindl: Im Sattel durch Mandschukuo. — F. A. Brockhaus, Leipzig. Zu der Fülle der jetzt erscheinenden Japan-China-Literatur gesellen sich zwei interessante Neuerscheinungen, die sich beide mit dem neuen Kaiserreich Mandschukuo beschäftigen. Beide behandeln dasselbe Thema, jeder für sich sieht dieses Land durch eine andere Brille und laßt es dadurch in einem anderen Lichte erscheinen. Ernst Cordes, der als Sohn eines deutschen diplomatischen Beamten in China aufgewachsen ist, machte im Jahre 1931 eine Reise durch den neuen Staat Mandschukuo. Da er auch die Sprache des Landes beherrscht, hatte er besonderen Zugang zu den Menschen, und es gelingt ihm wie kaum einem anderen, in die geheimnisvolle östliche Welt einzudringen. Er packt mit seinen Schilderungen und bißt uns das scheinbar Unwichtige in so fesselnder Form miterleben, daß all die Alltäglichkeiten einer fremden Welt uns diese Welt näherbringen. Ob er seine Audienz beim Kaiser Puji in Hsinking schildert oder einen Banditcnübcrfall, immer greift er mitten hinein in das uns fremde Leben. Seine Reise beginnt am Baikalsee und endet in Peking, von Anfang bis zu Ende bunt und abenteuerlich. Erwähnenswert sind die schönen Aufnahmen des Buches. August Rudolph L i n d t, ein Schweizer, der durch seine Reise als Sonderberichterstatter schweizerischer Zeitungen im August 1033 nach Palästina und Transjordanicn bekannt geworden ist. machte die Reise durch Mandschukuo gerade in dem Augenblick, als dieses Land zum Kaiserreich ausgerufen wurde. Also ein hochpolitischer Moment, der ihm besondere Blickpunkte für sein Buch gab. Er bat auch seine Erlebnisse mehr politisch beleuchtet als Cordes. Limit begleitet die Japaner auf Panzerzügen im Krieg gegen die Chinesen. Er reitet ins Hauptquartier de-, Generals Ma-Ohan-Schan, einer Persönlichkeit von besonderem f ormat, der als einziger wagte, sich den Japanern entgegenzustellen. Lindt schildert fesselnd die Abenteuer dieses (ienerals, mit groRcr Beobachtungsgabe und äußerst unterhaltend. Auch ihm passiert es, daß er von Räubern vollständig ausgeplündert wird, aber er läßt sich nicht aus der Ruhe bringen und übersteht alle seine Abenteuer mit großer Gelassenheit und Humor. Besonders interessant ist sein Besuch bei einem mongolischen Hirtenfürsten auf einer einsamen Jurte. Auch seine Photographien sind erwähnenswert. Ch. F. und führt uns damit in eines der interessantesten Kapitel der ...inoritatenentwickhuig in unseter Zeit ein. Das Wiedererwachen des katalanischen Volkes, das in vieler Hinsicht an die irische Renaissance erinnert, gewinnt über die lokale Bedeutung hinaus Interesse, handelt es sich hierbei doch um eine für den Außenstehenden anscheinend sehr geringe Differenzierung gegenüber der Mehrheit der spanischen Bevölkerung, die aber dennoch einen starken politischen und kulturellen Ausdruck gefunden hat. -n. Gerhard Hermann: Die Dardanellen. — Derselbe: Gibraltar. — Wilhelm Goldmann Verlag Leipzig. (Weltgeschehen.) Das Mittelmeer ist im letzten Jahre in den Mittelpunkt der europäischen Politik gerückt. Sowohl im Hinblick aut seine Rolle als Handelsstraße als auch auf einen möglichen Krieg sind besonders die Zufahrtswege von größter politischer Bedeutung. Gerhard Hermann gibt in zwei kleinen Monographien eine instruktive Uebersicht über die Geschichte zweier dieser Zufahrtswege, nämlich Gibraltar und die Dardanellen. Gibraltar ist als englischer Stützpunkt ein unentbehrlicher Grundpfeiler der englischen Weltpolitik, insbesondere im Orient. An den Dardanellen wieder kreuzen sich seit je die Interessensphären mehrerer großer Reiche. Der Verfasser behandelt hier nicht nur die Vorgänge während des Weltkrieges (wo bei Gallipoli bekanntlich auch ein in Aegypten gebildetes „zionistisches Maulticrkorps" mitwirkte), sondern die Nachkriegsgeschichte ist bis zu dem neuesten Abkommen von Montreux fortgeführt. Für alle an Palästina und daher auch am Mittclmecr interessierten Leser werden die beiden Bändchen viel Wissenswertes enthalten. Der Verlag der Yale Universität hat in der Reihe der orientalistischcn Werke zum Andenken an Alexander Kohut den ersten Band eines hebräisch-arabischen Wörterbuchs der Bibel von dem Professor für Arabisch am Drosie College, Solomon L. Skoss, herausgebraht.

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